MA26: Goulmima und Bouarfa

Das neu auserkorene Fernziel liegt im Osten von MAROKKO und heißt FIGUIG.

Revierveränderungen sind mit dem Auto im Gegensatz zum Segelboot deutlich schneller möglich. Einfach mal ein paar Stunden in eine bestimmte Richtung knattern und schon, schwups, nach ein, zwei Tagen, ist man völlig wo anders.

Nach dem Abstieg aus dem HOHEN ATLAS über die N12 kann man nach passieren der TODRA Schlucht auch wieder einen vernünftigen Durchschnitt von ca. 70 km/h auf die Straße bringen.

MUSEE DE SOURCES DE LALLA MIMOUNA, MAROKKO

Die Brausefahrt läuft zu gut, beinahe hätte die kleine Reisegruppe einen wichtigen Tipp von Frank S. aus Großraum BERLIN überfahren: Bei KSAR LBOUR gibt es das privates Museum „MUSEE DE SOURCES DE LALLA MIMOUNA“ das unbedingt zu besuchen wäre. OK, Museen sind ja nun nicht unbedingt des aktuellen KNAUSi Fahrers Begier, aber wenn man hier schon mal vorbei kommt?
Leider ist der Macher und Inhaber des Museums, Herr ZAID ABBOU nicht anwesend. Die beiden Frauen am Eingang sind zwar nett und wissen, wie man zwei mal 50 DH (was im übrigen ein Vermögen für hiesige Verhältnisse ist) kassiert, können aber so rein gar nichts zu den zahlreich ausgestellten Exponaten sagen. Sehr viele Fotos werden gemacht, die hier demnächst in einem eigenen Beitrag erscheinen sollten. Das besondere an diesem Museum: ZAID ABBOU hat unglaublich viele Dinge des Alltags in MAROKKO aus verschiedenen Zeiten an diesem gut zurecht gemachten Ort zusammen getragen.

Noch ein besonderes Tier auf dem Campingplatz von GOULMIMA

Der für die Nacht auserkorene Stellplatz heißt GOULMIMA. Da gibt es einen Campingplatz mit besonderen Tieren, einem Betreiber der recht gut Englisch spricht und schon bei Ankunft zu verstehen gibt, das man gar nicht erst nach FIGUIG fahren müsse, GOULMIMA sei sehr ähnlich und er könne eine tolle Tour durch den örtlichen Palmenhain („Palmerie“) anbieten.

Ach was?!

Nein, Danke wird sofort akzeptiert, so wie der selten gewordene Willkommenstee auch.

Im RAMADAN ist es wirklich schlau, am frühen Abend die Lebensmittel für den folgenden Reisetag einzukaufen. Am meisten Zeit muss man für den Bäcker einplanen denn alle wollen am Abend das frischeste aller frischen Brote für ihr Fastenbrechen ergattern und dementsprechend gibt es bei den echten Bäckereien immer eine Menschenschlange. Obst und Gemüse geht meistens schnell, nur an diesem Abend in GOULMIMA nicht:

Erdbeerkauf in GOULMIMA (MAROKKO)

Die Chefeinkäuferin möchte Erdbeeren erwerben und dem Verkäufer ist es sehr wichtig, das die weiße kleine Frau nur die besten Früchte erhält. Also pickt er Frucht für Frucht das Beste aus seinem vor ihm liegenden Haufen Erdbeeren heraus was einen anderen, eingeborenen Käufer in Rage bringt. Wieso müsse er das nehmen, was der Verkäufer mit der Schaufel in seinen Beutel stopft während die Touristin beste Ware erhält? Also fangen die beiden intensiv an zu diskutieren, die Chefeinkäuferin schaut interessiert zu. Der sich geprellt fühlende Eingeborene schaufelt nun einfach selbst noch zwei Handvoll Erdbeeren in seinen Beutel obwohl er schon längst bezahlt hat. Kompensation auf marokkanisch.

Die nächste Etappe ist zeitlich ähnlich lang wie die Bergtour, hat aber viel mehr abzufahrende Kilometer.

Unterwegs kurzer Halt auf einem Markt. Das besondere an diesem Markt sind nicht die Händler, sondern die vier, fünf oder sechs Lautsprecher aus denen in ohrenbetäubender Lautstärke irgendwelche Propaganda über die riesige Fläche, in die Ohren von tausenden Menschen verbreitet wird. Der Verdacht liegt nahe, das das Gesagte mal wieder was religiöses sein wird. Nach dem Motto, man muss es nur oft genug und vor allem laut genug sagen, damit es, was auch immer, geglaubt wird. Wer glaubt das uralte Schriften die Antworten für aktuelle Fragen liefern kann, der lebt in der Vergangenheit.

Völlig verstörter Esel entlang der Straße, der sogar eine frische Möhre (rechts im Bild) verschmäht (MAROKKO)

Obwohl es unterwegs genügend Möglichkeiten gäbe, abzubrechen und früher Feierabend zu machen, zieht KNAUSi durch. Klappt sehr gut und am Nachmittag wird über die gut ausgebaute N17 BOUARFA erreicht.

Unterwegs reihen sich endlos viele Plantagen in unterschiedlichen Wachstumsstufen der Palmen aneinander. Datteln müssen irgendwie das Big Business in dieser Gegend sein? Dabei sind die Teile doch, pro Kilo betrachtet, viel zu billig als das es sich lohnen kann, die im großen Maßstab anzubauen? Ach, man müsste mal einen Plantagenbesitzer kennen lernen um das Geschäft zu verstehen.

Der Diesel in des KNAUSi´s Tank ist mal wieder im unteren Viertel angekommen und es ist wohl besser, direkt mal wieder für Nachschub zu sorgen? Die Tankstelle an einem Kreisverkehr in BOUAFRA ist zum einen durch einen Tanklaster belegt, der Nachschub bringt und zum anderen durch einen PKW der nicht mehr anspringt. Der schmächtige Tankwart bekommt den alten RENAULT nicht in Schwung, da muss der aktuelle KNAUSi Fahrer wohl beim Anschieben helfen? Blöd nur das der selbst ernannte Autosamariter vergessen hat das sein Auto samt Anhänger knapp 11 Meter lang ist und TENDER TO KNAUSi mal eben die Straße sperrt. Die auf diesem Abschnitt stehenden eingeborenen Autofahrer können nicht erkennen was los ist und so kassieren die doofen weißen Touristen ihr erstes Hupkonzert in MAROKKO. Ungewöhnlich, aber wenigstens ist der schmächtige Tankwart dankbar.

Farbe in der Wüste. Toll anzusehen. (MAROKKO)

Übernachtet werden soll auf einem Hotelparkplatz. Gar nicht so einfach auf Anhieb das richtige Eingangstor zu finden, aber ein aufmerksamer Hotelmann springt auf die Straße und weist den Weg.
Was langsam richtig anfängt zu nerven sind die PARK4NIGHT Kommentare, die wirklich an allem und jedem in MAROKKO was auszusetzen haben. Und sowieso: Es ist dann auch immer viel zu teuer. Was erwarten die Leute denn? Goldene Wasserhähne gibt es nur in ITALIEN. Zumindest dem Preise nach.
So wird auch hier in BOUAFRA über diesen perfekten Hotelparkplatz gemeckert. Ja, das HOTEL ist ein wenig herunter gekommen. Wieso zum Beispiel die völlig desolate Terrassentür (von drei Scharnieren hält nur noch das mittlere, die Tür hängt völlig schief und lässt sich kaum bewegen) nicht einfach mal repariert wird bleib unklar. Aber man bekommt auf Nachfrage einfach mal einen Zimmerschlüssel und kann dort in aller Ruhe mit viel heißem Wasser richtig gut duschen.

Nach den nun anstehenden Besuchen in FIGUIG und ICH werden wir hier auf jeden Fall noch mal einen Versorgungs- und Organisationstag einlegen.

Denn ab hier geht es dann wohl auf Heimatkurs.

Da kann man machen nix.

Peter.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert