[Vorweg: OK, verdammt nachlässig, jetzt erst weiter zu schreiben, aber wir sind wirklich jeden Tag gefahren…]
Es ist ein weiter Weg von SETE (Frankreich) zur MAROKKO Fähre ab ALGECIRAS (Spanien).
Weiß man vorher, spürt man aber erst so richtig wenn man die gut 1.500 Kilometer selbst mit dem Auto abspult. Abspulen muss.
Vom spanischen CASABLANCA geht es über MAZARRON, NERJA, RINCON DE LA VICTORIA nach ALGECIRAS in der Bucht von GIBRALTAR.
Mit zwei Übernachtungen. Nur. Sozusagen. Denn einmal mehr diktiert das Wetter den Reiseverlauf. Von den einigen blauen Himmel Bildern darf man sich nicht täuschen lassen. Wer fotografiert schon bei Regen. Oder gar Starkregen?
Die Stellplatzsuche südlich von CASABLANCA erweist sich als schwierig. Eine Millionen anderer Wohnmobile bevölkern die spanische Mittelmeerküste, buchstäblich jeder verfügbare Quadratmeter wird mit rollender weißer Ware zugepflastert, steht dort kein Verbotsschild. Der Schreiberling empfindet diese Invasion von riesigen Wohn-, oder wie deren Anbieter in Neusprech formulieren, Reisemobilen schon als pure Perversion. Unverständlich, wieso die spanischen Ureinwohner diese vagabundierenden Horden in freier Wildbahn dulden?
Nach einiger Kurve- und Ausprobiererei wird ein freier Stellplatz in der Nähe von MAZARRON direkt am Wasser, im Rücken eines riesigen Plastikgewächshauses bezogen. Für eine Nacht OK, auf der berühmt berüchtigten Ziegenwiese gleich neben an gibt es wegen geschätzt einhundert Fahrzeugen keinen freien Platz. Augenscheinlich viele Dauercamper, die hier den Winter verbringen und sich durchaus häuslich eingerichtet haben. Man fragt sich was das wohl für ein Schlag Mensch sein muss, der an solchen Orten, dicht wie Sardinen in der Dose gepackt, ohne jegliche Entsorgungsinfrastruktur unter solchen Umständen seinen Winter verbringen möchte?
An der gut zu Fuß erreichbaren Schlangenbucht darf man nicht mehr mit Wohnmobilen stehen. Vermutlich reiner Selbstschutz der Eingeborenen für diese sehr hübsch anzusehende Bucht.
Nun wird die Weiterreise in der Tat etwas anstrengend.
In NERJA werden zunächst die heimatlichen Nachbarn besucht. Die sind in diesem Touristenmagneten in diesem Winter aus anderen Gründen stationiert. An die verschiedenen alkoholhaltigen Spezialitäten des Abends mag man sich im Einzelfall wohl nicht freiwillig erinnern, das Essen beim Inder war jedenfalls gut, der Wolkenbruch auf dem Hin & Rückweg dann eher nicht. Das würde zu Hause doch keinen großen Geist stören, mit ein paar Umdrehungen mehr im Blut und einem ebenfalls schwindelerregend schnell drehenden Wäschetrockner im Hauswirtschaftsraum?
Nun, das viele Wasser an den Klamotten stört im kleinen Auto dann schon. Echt lästig.
Für den Folgetag steht eigentlich „nur“ der Besuch der ehemaligen FRATI Crew im Nachbarort und die Fahrt nach ALEGECIRAS auf dem Zettel. Sollte einfach machbar sein. Doch der Tag wird viel, viel länger als erwartet.
Zunächst völlig entspannt ein paar gute Stunden mit den ehemaligen Seglern aus Bayern in einem Ort mit dem wunderbaren Namen RINCON DE LA VICTORIA verbracht.
Es ist nur eine Frage der Zeit bis der Schreiberling endlich mal in Kopf bekommt, das man (zumindest er!) sich auch in Bayern eine kurze Zeit durchfüttern lassen könnte, ist er zusammen mit seiner lebenslangen Begleitung mal wieder in der Nähe. Eigentlich müsste er sich dazu nur das Wort „BRENNER“ in den Kopf brennen, gell?
An dieser Stelle könnte man noch erwähnen, das eben jene FRATI Crew im Grunde für einen der sehr wenigen Evergreenbeiträge in diesem Blog verantwortlich ist: „SPANISCHE GASFLASCHEN„.
Gegen 1500 dann Aufbruch und in gut zweieinhalb Stunden bei dichtem Autoverkehr zum Fährfahrkartenverkäufer CARLOS in ALGECIRAS. Die Plan: Heute schon mal einen Fahrschein für die Fähre nach MAROKKO kaufen und Morgen in aller Ruhe übersetzen.
Doch, wie kommt das bei dieser MAROKKO 2026 Reise nur? Alles was mit „Fähre“ und „Plan“ zu tun hat ist leicht verhext.
Dazu mehr im nächsten Beitrag!
Peter.


