Tunesien: Bizerte

Einmal mehr ein Stellplatz im Hafen. Einmal mehr fühlt sich der aktuelle Fahrer dort sehr wohl, andere nicht.

Vielleicht ist BIZERTE der ideale Ort um seine Zeit in TUNESIEN zu beginnen. Sehr geschäftige Stadt in der Nähe der Fähre mit der wohl in TUNESIEN bisher schönsten Markthalle, riesigem Wochenmarkt (Samstag & Sonntag), Supermärkten, Banken, Wäscherei und allem anderen was man noch so brauchen könnte.

Sattgrüne Wälder auf der Fahrt von CAP SERAT nach BIZERTE, TUNESIEN

Und zu sehen gibt es auch eine Menge: Der Hafen, sowieso, der Innenhafen mit einer Millionen Cafe´s und Restaurants umzu, die Media oder besser Altstadt mit ihren schmalen Gassen und Gängen aber ohne Geschäfte und schließlich sicher auch die Brücke über den BIZERTE Kanal.

Wem das alles zu sehr Standard ist:
In der Nähe von BIZERTE gibt es auch zwei (drei?) wirklich spektakuläre Schiffswracks in unmittelbarer Strand-, leider auch Militärnähe, zu begutachten.

Logisch, verrostetes Eisen steht als Erstes auf dem Programm!

Das Problem ist einmal mehr die Navigation.

BIZERTE: Alte Stadtmauer, neue Baurunine



Statt der Elektronik von Herrn GOOGLE zu vertrauen wird eigenmächtig eine wunderbare Sandpiste als Abkürzung für die Motorroller genommen. Mit dem Ergebnis das man mehr als einmal durch tiefen Sand schieben muss denn dafür sind die Chinaroller einfach nicht gebaut. Nun, wie immer, der Weg ist das Ziel und auch wenn die aktuelle Beifahrerin mehr als einmal mault das es ja noch nicht mal Frühstück gegeben habe und auch kein Trinkwasser auf dieser ausartenden Wracksuchexpedition mit geführt wird, ist das Ziel dann doch endlich (irgendwie) erreicht und alle sind zufrieden.

Der aktuelle Fahrer ist sogar sehr befriedigt!

Was sind das nur für tolle Wracks!

Das sehr gut erhaltene Wrack der „HAMADA S“ liegt nahezu vollständig erhalten dicht am Strand. Angeblich 2019 einfach hier auf Grund gelaufen. Na das muss ja ´ne nautische Glanzleistung gewesen sein. Oder ganz besonders widrige Umstände?

In den Straßen von BIZERTE, TUNESIEN

Von dem anderen Wrack ist viel weniger zu sehen. Eine große abgetrennte Sektion liegt links von der „HAMADA S“, ein richtig großes Stück der Bodenplatte samt Fundament der Hauptmaschine rechts davon. Da ansonsten alles andere fehlt und landseitig eine große Ebene planiert wurde steht zu vermuten das man große Teile des Dampfers hier vor Ort abgewrackt hat. Unklar ob diese Teile von einem oder zwei Dampfer stammen. Laut WRECKSITE  handelt es sich um die Überreste von zwei Schiffen, beide 1983 verloren: „YDRA“ und „TARPON SENTINEL„.

Wracks am Strand von BIZERTE, TUNESIEN

Nun denn, der Rückweg über eine richtige ordentliche Straße ist viel einfacher als die Anfahrt und schnell werden die Motorroller in der Innenstadt von BIZERTE geparkt um statt Frühstück ein ordentliches Mittagessen einzunehmen. Zwar am viel besuchten Innenhafen aber nicht direkt Waterfront. Merke: Da wo es rappel voll mit Eingeborenen ist, da muss es gut sein.

Ansonsten?

Eine doofe Begegnung mit einem selbst ernannten Parkwächter. Der alte Mann mit nerviger Trillerpfeife will offenbar auch für unsere Motorroller abkassieren aber der aktuelle Fahrer ist gerade schlecht drauf und macht den armen Mann an. Was will er denn von uns? Klar, der versteht kein Englisch oder Deutsch so wenig wie wir Französisch oder Arabisch verstehen und schaut zunehmend traurig, gar enttäuscht aus der Wäsche. Ohne was zu geben lassen wir den Mann zurück.
Am nächsten Tag plagt das schlechte Gewissen und ein kurzer Umweg wird gemacht um die Schuld zu begleichen. Es ist leicht regnerisch und bei Regen arbeitet der alte Mann offenbar nicht. Keine Spur von ihm, kein Laut der Trillerpfeife, auch sein Plastikstuhl fehlt. OK, dann eben wirklich nicht.

Der Stellplatz in der Marina ist gut, die Fotos der sanitären Anlagen im neu gebauten Hafenrestaurant wecken hohe Erwartungen. Vor Ort sieht es dann zwar so ähnlich aus, aber schon irgendwie desolat. Wer so aufwendig mit sehr viel teurem Mamor baut, der muss doch auch wissen das Duschkabinen dringend eine Entlüftung brauchen damit die Feuchtigkeit abziehen kann und nicht den Putz von der Decke oder den Türlaibungen herunter spült? Oder das man im Boden ein leichtes Gefälle benötigt damit das Wasser in den durchaus vorhandenen Abfluss läuft und nicht unter der Tür hindurch die ganze Einrichtung geflutet wird? Ja weiß denn so einfache Sachen keiner hier?

In der Altstadt von BIZERTE, TUNESIEN

Der riesige geschwungene Hotel oder Apartmentkomplex am anderen Hafenende (auf dem Bild im Hintergrund, links die alte Stadtmauer) ist nicht im Bau sondern eine schon lange aufgegebene Bauruine. Offenbar hat es sich nicht mal mehr gelohnt die Kräne abzubauen.

BIZERTE, nach zwei Nächten schon wieder Geschichte. Aber immer wenn das Wetter bei Wohnmobilfahrern schlechter wird ist es besser weiter zu ziehen als trübe im Auto herum zu sitzen.

Ganz im Gegenteil zur Seefahrt: Da bleibt man bei schlechtem Wetter besser da wo man ist, gell?

Peter.

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