KANAREN 2024: La Palma, Barlovento, Faro Cumplida, La Fajana

Schlag auf Schlag wird auch die fünfte Insel, LA PALMA erkundet.

Genial die Idee Orte zu besuchen die der Reiseführer ausdrücklich für nicht lohnenswert hält!

Gleich neben dem langweiligen (so das Buch) BARLOVENTO liegt der riesige künstliche See LAGUNA DE LA BARLOVENTO, allerdings mit ohne Wasser. Und wiederum daneben liegt so eine Art Campingplatz (PARQUE RECREATIVO DE LA LAGUNA BARLOVENTO) mit ohne Besucher. Herrlich!

PARQUE RECREATIVO DE LA LAGUNA BARLOVENTO, LA PALMA

Die Nummer mit dem künstlichen See muss man mal bei WIKIPEDIA nachlesen. Das Bewässerungssystem für die unzähligen und riesigen Bananenplantagen auf LA PALMA hat wohl nie so richtig hin gehauen. Könnte man glatt auf den Gedanken kommen, die Natur lasse sich nicht zähmen?

Tatsächlich wird gefühlt jeder Quadratmeter Inselboden für den Anbau von Bananen verwendet. Wer die bloß alles essen soll?

Auf dem Campingplatz ist die interkontinentale Reisegruppe völlig alleine. Wenn man mal von freilaufenden Hühnern und Katzen absieht. Für schlanke 2 Euro kann man Feuerholz kaufen und in einer der zahlreichen Feuerstellen endlich mal ein schickes Campfire entzünden. Für die Australier ist es das erste auf europäischen Boden. Ein ordentliches Feuer ist auch nötig, ist es ob der Höhe doch recht schattig und durch die faulen Ozeanwolken auch noch feucht.

Ja, ja, irgendwas ist ja immer, doch das offene Feuer lindert jeglichen aufkommenden Frust. Eine Zeitlang zumindest, denn dann fängt es auch noch an zu regnen und der Abend wird mit Stillarbeit im jeweiligen Auto verbracht.

Mal die Hände zählen, BARLOVENTO

Für den nächsten Morgen steht eine kleine Wanderung in das langweilige BARLOVENTO auf dem Programm. Alle anderen Ziele erscheinen zu aufwendig, es geht ja nur um ein wenig Bewegung in der Natur.

Das Problem:
Bis zur Stadt geht es nur bergab. Also das ist natürlich noch nicht das Problem, eher natürlich der Rückweg, denn der geht gnadenlos bergauf. Muss ja so sein. Logisch.

Der interkontinentalen Reisegruppe gefällt BARLOVENTO ganz gut, ein Kaffee in einer Bar, ein erneuter Monstersteakkauf im örtlichen SPAR und schon geht es auch wieder zurück zu den Autos weiter oben auf dem Berg. Auch auf diesem Fußweg die Feststellung: Hier wird Landwirtschaft auf jedem Quadratmeter betrieben. Auf einem kleinen Kartoffelacker rupft ein Landwirt mit der Hand das Unkraut. Vermutlich wäre jede Maschine zu groß für das kleine Fleckchen Erde?

LA FAJANA, LA PALMA

Nur ein kurzes Stück weiter fahren. Das ist auf den kanarischen Inseln ja so eine Sache. Für 10 Straßenkilometer kann man auch mal 20 oder 30 Minuten benötigen. Denn durch dieses permanente, steile auf und ab in den Bergen kommt man selten über Schrittgeschwindigkeit hinaus. So auch auf der Fahrt nach LA FAJANA. Zwei, drei mal stockt dem aktuellen Fahrer ob des starken Gefälles der Atem.

Der Beifahrerin auch.

Bei jedem Anflug von Panik hilfreich:
Die ewige Suche nach dem positiven. OK, das wird zwar ein ordentliches Stück Arbeit für KNAUSi, den Berg wieder herauf zu kommen, aber die Straße ist durchweg sehr breit und nur wenig befahren. Nicht sicher, ob KNAUSi nach Stillstand im Berg bergauf wieder anfahren könnte. Also besser nicht stehen bleiben.

Der Stellplatz direkt am Meer ist OK, die Swimmingpools in den Felsen von LA FAJANA wären es auch, wenn denn der ATLANTIK nicht mal wieder wilde Sau spielen würde und völlig absurd tost und tobt. Passt zum elendig grauen Himmel, was für Wettermist!

Während der Ü60 Teil der interkontinentalen Reisegruppe sich von den Strapazen des Morgens noch erholt, erkundet der Schreiberling den Leuchtturm FARO CUMPLIDA. Schließlich soll dieses aktive Seezeichen in ein Hotel umgewandelt worden sein. Das Blöde daran: 1,5 Kilometer entfernt, wieder im extremen Auf- und Ab verbunden.

Faro Cumplida,LA PALMA

Merke:
Wer die kanarischen Inseln besuchen möchte, sollte vorher eine Fortbildung zur Bergziege absolviert haben.

Mit dem Wohnmobil wäre eine kleine Leuchtturmtour wohl ein Fiasko geworden, denn diese Straße ist sehr, sehr schmal und natürlich hier und da auch sehr steil. Gespenstisch ist es auf dem Weg auch, wie in einem Endzeitfilm wandelt der Schreiberling durch die endlosen Bananenplantagen, mal eingehüllt in Plastik, mal ohne Sonnenschutz. In der Nähe des Leuchtturms dann völlig zerstörte Gewächshäuser, irgendwo knarzt ein Metalltor im Wind. Unzählige Plastikfetzen wehen wild im Wind und verstärken das Brandungsrauschen unheilvoll. Spuky!

Der Zugang zum Leuchtturmgelände wird durch ein Tor versperrt. Doch nix mit Hotel?

Eine große Hinweistafel neben dem Tor gibt Auskunft:
Es handelt sich eher um Ferienapartments, man kann einzelne Zimmer oder die ganze Anlage mieten. Betreiber ist das deutsche Unternehmen FLOATEL aus Berlin.
Glaubt man BOOKING.COM soll man für eine Woche, 2 Personen mit Frühstück 4.071 € für einen Aufenthalt bezahlen. Donnerknittel. Schöne neue Welt. Wie man mit moderner Computertechnik Endzeitlandschaften in atemberaubende Schönheiten verwandeln kann? Aber ist man erst mal in seinem Zimmer, sieht man von der Umgebung ja nix. Alles fügt sich, alles macht Sinn.

Irgendwann kommt auch mal die Sonne, LA FAJANA, LA PALMA

Der Rückweg wird ob der einsetzenden Dunkelheit noch etwas gruseliger, aber zwei Landwirte (im übrigen weit und breit die einzigen sichtbaren Menschen) erheitern den Schreiberling dann doch noch ein wenig. Als dieser ächtzend und krächzend eine steile Bergstraße hinauf kriecht, verlassen die beide gerade ihren maroden Laster. Der Schreiberling solle doch einfach rückwärts den Berg hinauf gehen, geben die beiden zu bedenken, dann würden die Augen das schöne Gefälle sehen und nur die Beine die Last spüren.

Kann es sein das Bananen berauschend, ja bewusstseinserweiternd wirken, wenn man zu viel davon isst?

Nö, nö, lieber mal schön die Augen voraus, da sieht man wenigstens die Schlaglöcher und eventuelle Wegelagerer. Wenn denn welche da wären.

Gespenstisch menschenleer, diese Gegend.

Zurück am Stellplatz entwickelt sich die Zubereitung des Abendessens ob des starken Windes mal wieder zu einer echten Herausforderung. Monstersteak auf dem Außengrill steht auf dem Programm. Beides verträgt keinen Wind. Der Anhänger ist auf diesem Platz sowieso abgekuppelt, da kann man doch KNAUSi mal eben so umparken, das der Außengrill bei diesem Wind eine echte Chance auf ordnungsgemäße Tätigkeitsverrichtung bekommt?

Nicht das andere Menschen denken, des KNAUSi´s Fahrer sei bekloppt ob solcher abendlichen Kapriolen.

Aber irgendwie kurz vor bekloppt könnte schon hinkommen.

Peter.

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