MA26: EL QUATIA (Tan Tan Plage)

TAN TAN PLAGE (oder eben EL QUATIA) kennen wir ja schon aus 2022, aber die Fahrt dorthin ist diesmal eine völlig andere obwohl die Straße immer noch N1 heißt. Damals war die einspurige Strecke der N1 völlig überlastet, LKW, Dreiräder, PKW´s. Damals gefühlt einen Durchschnitt von 40 km/h gefahren. Links oder auch mal rechts davon der Bau der Neubaustrecke.

Die ist nun auf kompletter Länge fertig. Je Fahrtrichtung zwei Spuren, ähnlich einer Autobahn. Nur hat man auf den gut dreihundert Kilometern bisher vergessen, eine Tankstelle zu bauen? Kommt bestimmt noch, MAROKKO ohne dichtes Tankstellennetz ist schlicht undenkbar.

Auf der neuen N1 in MAROKKO, südlich von TIZNIT

Bei SIDI SABI gibt es dafür im Moment direkt hintereinander bestimmt 10 wilde Tankstellen. Wie üblich wird aus Kanistern und Fässern getankt. Sieht man in diesem Land sonst nicht, aber vermutlich lässt man den Sprit hier so laufen, bevor die vielen Autos gar nicht versorgt werden können. In dem Ort machen gerade ungefähr 30 zivile Reisebusse Station, jeder offenbar proppenvoll mit Soldaten besetzt, denn die Straße ist olivgrün gefärbt. Wachablösung in einer Kaserne im Süden?

Nun, des KNAUSi´s Tankinhalt reicht noch gut bis TAN TAN, dort allerdings nimmt der große Tank gerne 100 Liter auf, zu 1,00 € das Stück. Im Zuge des Straßenneubaus hat man auch eine großzügige Ortsumgehung um TAN TAN gebaut, macht durchaus Sinn die nicht zu nehmen und lieber die kurze Stadtdurchfahrt zu wählen.

Das letzte Stück bis zum Strandcampingplatz auch noch eben so abgespult. Dann reicht es aber auch wieder für heute mit dem Fahren. Wie erwartet: Damals noch völlig alleine, jetzt ist der Platz rappelvoll. Da, wo es schön ist jedenfalls. Aber zum Campingplatz gehört auch noch so eine Art Überlaufstellplatz, auf Sand, an einem Rohbau grenzend. Kein Problem, kann man sich auch gut einrichten für ein oder zwei Nächte. Lass die Wiese des Nachbarn doch einfach mal grüner sein!

Vermutlich ein seltener Anblick im südlichen MAROKKO: Grüne Hügel

Direkt am Campingplatz gibt es Autowerkstätten, davor sind 10 oder 12 Wohnmobile, die sich irgendwas reparieren lassen. Local Business mit Touristen, Abseits von Bars und Cafe´s. Die Haupteinkaufsstraße ist noch so geschäftig wie in der Erinnerung, doch der Rest der Stadt wirkt extrem ausgestorben. Irgendwer hat bei PARK4NIGHT geschrieben, das der Hafen von EL QUATIA still gelegt worden wäre. Bewacht wird er aber (leider) immer noch.
Direkt am Strand wird eine Meerwasserentsalzungsanlage ausgebaut. Überraschend dicht am Wasser! Das Bauschild verspricht 20 Liter Wasser pro Sekunde. Das ist ja mal ein Wort! Die knapp 10 T€ teurere Anlage auf dem STORMVOGEL machte 60 Liter pro Stunde. 60 zu 72.000 Litern, der Knaller.

Neben Spazieren gehen, Lebensmittel einkaufen und einmal mehr Wäsche waschen wird der Tag ein wenig verdödelt. Kann man auch gut an diesem Ort machen. Die eine strickt, der andere schreibt.

Am ersten Abend köstlichen Fisch gekauft und selbst am Auto gebraten. Der Händler besteht aber darauf das wir am folgenden Abend wieder kommen um seinen frittierten Fischallerlei Teller zu probieren. Sogar mit Tintenfisch! Wie zum Schwur lässt er uns mal kurz probieren.
Also kommen wir wieder und der Typ freut sich einen Wolf das da nun Touristas vor seinem bescheidenen Laden in der Abendsonne sitzen. Als Vorspeise eine leckere Linsensuppe, dann einen Berg frisch frittierten Fisch. Brot. Wasser. Sonst nix. Schmeckt und macht pappensatt. Für verdammt wenig Geld.

Meerwasserentsalzung in EL QUATIA – 20 Liter pro Sekunde!

Nach Rückkehr zum Auto gibt es technische Probleme: Die zuvor neu montierte marokkanische Gasflasche (dazu folgt noch ein eigener Beitrag) hat wohl einen Schluckauf bei der TRUMA Heizung verursacht und diese mit einem E508 Fehlercode in die ewigen Jagdgründe geschickt. Muss man an der Anlage einen Resetbutton drücken, wenn man den denn wieder findet. Nun, derallei beschäftigt entgeht dem Heizungsmonteur das zwei Kleinbusse auf dem einen freien Platz neben KNAUSi parken. Also zwei auf einem, Abstand 1,5 Meter.
Tja, und dann fangen die Reisenden an Aus- und Umzupacken, Tür auf, Tür zu, Klapper, Klapper, Laber, Laber.

Sagt man nun was und gibt den miesen Meckerdeutschen, oder wird bald von alleine Stille einkehren?

Nun, hätte man mal was gesagt!

Blödmänner erster Güte. Vermutlich wollen die den Windschutz von zwei größeren Autos ausnutzen, denn die bauen auch noch zwei Einmannzelte auf. Handelt es sich doch um das Rallyeteam BAMA SYNC TEAM der gerade statt findenden Rallye von BUDAPEST nach BAMAKO.
Ob die Teilnehmer wohl keine Benimmregeln mit auf dem Weg bekommen haben? Als gegen 0500 für alle umliegenden die Nacht von dem doofen Rallyeteam unfreiwillig beendet wird platzt dann doch der Kragen, des KNAUSi´s Schiebetür fliegt auf auf ein wütender Fahrer in T-Shirt und Unterhose versucht die Kerle zur Rede zu stellen.
Die machen ganz cool auf „nix verstehen“ und wühlen einfach stoisch weiter vor sich hin.

OK, ABIDJAN nur noch gut 4.000 Kilometer…

30 Minuten später sind sie auch schon wieder weg. Denke, eine Mitteilung an die Rallyeleitung ist vonnöten, schließlich haben die ja einen Ruf zu verlieren. Und das miese BAMA SYNC TEAM hoffentlich Punkte.

So geweckt steht denn auch einer frühen Weiterfahrt nichts mehr im Wege. Selbst das Wetter nicht! Denn der Himmel ist schon wieder vollständig bedeckt und es bleibt unklar, ob es sich bei der Feuchtigkeit in der Luft um Regen oder umherfliegende Meeresgischt handelt.

Egal.

Weiter.

Weiter nach Süden!

Endlich mal wieder ein neues Land betreten.

Peter.

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