MA26: SIDI QUASSAY

Die Fahrt auf der Nationalstraße von MARAKESCH nach SIDI QUASSAY, südlich von AGADIR gelegen entpuppt sich als die bisher landschaftlich reizvollste befahrene Straße auf der MAROKKO 2026 Tour. 
Klar, bisher nur Autobahn und wie überall auf der Welt sind Autobahnfahrten zwar schnell, aber eben auch schnell langweilig. Der andere Teil der Reisegruppe bevorzugt „schnell ankommen“ und daher haben wir im direkten Vergleich, ähnliche Pausen und so, nur eine Stunde mehr für nahezu identische Kilometer gebraucht. 

Der Vorteil von voraus fahrenden Freunden ist ja der, das die schon mal zwei perfekte Plätze auf dem Campingplatz CAMPING SIDI WASSAY in SIDI QUASSAY klar machen. Wie bisher überall: Klar französische Bevölkerung, fast ausschließlich große oder auch sehr große Autos, viele mit Anhänger auf denen einen PKW oder ein Quad für Vergnügungsfahrten mitgeführt wird. 

Frühstück on the road, wie immer zwischen 1100 und 1300, nicht immer so ruhig

Woran merkt man, das man schon wieder 14 Tage unterwegs ist?

Nun, die in hauswirtschaftlichen Fragen führende lebenslange Begleitung beschließt die örtliche Waschmaschine zu konsultieren und verwandelt KNAUSi mal eben in einen Wäschetrockner, denn jeder muss selber sehen, wie er die schlecht geschleuderte Wäsche wieder trocken bekommt. Es gibt Schlimmeres.

Ob der späteren Ankunft oder auch Lustlosigkeit geschuldet, die nähere Umgebung wird erst am nächsten Tag zu Fuß erkundet, denn dieser Platz lädt geradezu zu einer zweiten Nacht ein. 

Wie immer, wenn man in Ländern wie MAROKKO zu Fuß unterwegs ist, muss man frei laufenden Bettelhunden rechnen, die unter allen Umständen versuchen etwas Feessbares aufzutreiben. Hat man Glück und die Tiere liegen nicht völlig ausgehungert in der Sonne herum, lassen sie einen ohne blöde Anmache ziehen. Hat man Pech bewegt man sich möglichst ohne mit den Armen zu schlackern, den Hund nie direkt in die Augen sehend, einfach auf seinem Wege weiter. Das klappt schon!

SIDI QUASSAY (MAROKKO), vom Süden

Hat man nun allerdings hingegen doppelt Pech und der Hund hat Hunger und ist außerdem auch noch so was wie ein Wachhund, der zum Beispiel die Höhle eines Eindsiedlers am Meer bewachen soll und führt der naiv gewählte Wanderpfad unzweifelhaft durch sein Territorium, dann hilft nur Gottvertrauen!

Oder der Einsiedler, der seinen klugen Hund einfach mal zurück pfeift.

Hat man derallei Naturgefahren überlebt, trifft man auf dem Rückweg eventuell auf einen Tourguide, der mit einer Touristen, einem Stativ und einem Fernglas auf der Suche nach einem besonderen schwarzen Vogel ist. 
Sagt er jedenfalls. 

Und überhaupt:
„Ich bin Tourguide und biete die Besten Touren im nahegelegenen Naturschutzgebiet an! Gib mir mal Dein Handy, dann zeige ich Dir die Plätze auf der Karte!“ Und schwups, hat er seine Telefonnummer beim eigenen WhatsApp eingetragen und flutet das Telefon mit spektakulär schönen Fotos, wo auch immer ganz genau aufgenommen. Ganz Lustig, so eine Akquise. Kann man ja auch wieder löschen.

Viel mehr passiert auf diesem kleinen, aber schönen Spaziergang nicht.

Am Strand von SIDI QUASSAY (Marokko)

Auf selber Kochen hat an diesem Abend keiner Lust, also auf zum Campingplatz eigenen Pizza-Restaurant. Recht rudimentäres Ambiente, aber super freundlicher Wirt. Eine Horde Niederländer ist auch schon da, der Wirt versichert, er habe deren Essen schon vorgekocht und wir hätten keine langen Wartezeiten zu befürchten. Der Anbieter ENDLESS ON WHEELS bietet geführte MAROKKO Touren an, gar nicht mal zu kurz. Um die 50 Tage ist man mit denen unterwegs und zahlt dafür 2.200 € pro Person plus „Auslagen“. 
Wie schön das auch nicht Deutsche Menschenhorden unangenehm auffallen, spielt die große Reisegruppe doch nach dem Verspeisen der obligatorischen Tagiene geräuschvoll ein Musikbingo, als seien sie alleine im Raum. Richtig darüber aufregen mag man sich nicht, schließlich sind wir auch mit der relativ guten TK-Pizza und merkwürdigem Eingeborenenessen schon durch und können einfach mal gehen. 

Bereits in den letzten Tagen hat sich abgezeichnet, das sich die kleine Reisegruppe hier in SIDI QUASSAY zunächst einmal trennen wird. Während der eine, der des KNAUSi´s Zündschlüssel bewacht sehr gerne den elend langen Abstecher in die ehemalige WEST SAHARA unternehmen möchte, wollen die anderen eher das Landesinnere, östlich vom aktuellen Standort aus erkunden.

Der lebenslangen Begleitung bleibt selbstverständlich keine andere, womöglich sogar freie Wahl.

Hat sie doch keinen Zündschlüssel!

Peter.


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