NIGHT OF THE PROG 2024, Die Anderen, Tag 3

3) Tag 3, Sonntag, den 21. Juli 2024:
In der Folge ihres Auftritts: OK Goodnight, The Windmill, Amarok, MEER, The Flower Kings, Steve Rothery Band und Big Big Train.

Eigentlich sollten „alle anderen“ Bands der drei Tage auf der LORELEY in einem Aufwasch abgefrühstückt werden, aber das wird der Sache wohl nicht gerecht. Daher gibt es für die Bands der NIGHT OF THE PROG 2024, die hier keinen eigenen Beitrag bekommen haben immerhin eine Tageszusammenfassung.

3.1) OK GOODNIGHT:
Wie eigentlich auch bei den anderen „junge Leute Bands“ der vorangegangenen Tage (!GeRald!, INHALO) muss man sich für OK GOODNIGHT wohl einen Knoten ins Taschentuch machen um sie sich dauerhaft zu merken. Denn, wenn die Band zusammen bleibt, da kann was richtig tolles draus werden! Der Schreiberling denkt ja immer, das Musikkomposition auch was mit Erfahrung und Reife zu tun hat. Weil er keine Ahnung davon hat mag er da auch gerne falsch liegen, aber diese sehr ambitionierte und handwerklich sehr gut aufspielende Band hat schon viele tolle Melodien und Abschnitte in ihren Stücken, das weckt die Erwartung auf mehr! Unklar, ob die Band nicht besser in WACKEN aufgehoben wäre?
OK GOODNIGHT sind Casey Lee Williams (Gesang), Martín de Lima (Keyboards), Augusto Bussio (Schlagzeug) und Peter de Reyna (Bass). Anspieltip „The Bear„.


3.2) THE WINDMILL:
Nun, was soll man schreiben? Großer Aufwand auf der Bühne für wenig gute Musik. Ist das gemein? Ja, das ist es denn viele Menschen im Publikum fanden die Musik der Band ganz toll. Unklar, wer die zweite Gitarre gespielt hat, der Stammspieler war es wohl nicht? Nun, es macht keinen Sinn über diese einsatzfreudige Altherrenband herzuziehen, nur weil sie den Geschmack des Schreiberlings nicht getroffen hat.
Handwerklich 1A, vielleicht also mal in einem anderen Leben. Die Band THE WINDMILL besteht aus: Jean R. Viita (Keyboards), Morten Clason (Blasinstrumente), Arnfinn Isaksen (Bass), Bent Jensen (Gitarre), Nils Harsem  (Schlagzeug) und Erik Borgen (Gesang).

3.3) AMAROK:
Nicht gesehen und gehört, weil die mittlerweile zur Routine gewordene Nachmittagspause am Wohnmobil anstand. Überlebensnotwendig. Keine Ahnung, wie der Auftritt von AMAROK war.


3.4) MEER:
Also das war ja mal ´ne starke Nummer! Während der Titel „Entertainer des Festivals“ klar an den Sänger von ARENA ging, muss der Titel „Gesangsbeste des Festivals“ an die beiden Sänger von MEER gehen. Eindeutig und ohne jeden Zweifel. Jede Stimmlage, jeder Ton ohne Fehl & Tadel. Die beiden können ihr Handwerk perfekt und hatten/haben mit Sicherheit professionellen Gesangsunterricht. Die beiden könnten wirklich in JEDEM Musical der Welt die Hauptrolle übernehmen. Ausdrucksstark, voller Einsatz, tolle Stimmen!
Doch ganz offensichtlich stehen sie lieber mit ihrer großen Band auf der LORELEY Bühne und machen ihre eigene Musik. Hut ab, ehemalige Unternehmer, die während ihres Schaffens hauptsächlich ans Geld dachten, werden wahre Künstler nie verstehen. Kein Geld der Welt könnte Menschen dazu bringen, so eine starke Gesangsleistung abzuliefern. Kann man oder kann man nicht. Wenn man wirklich liebt, was man tut, dann kann man alles.
MEER sind Johanne und Knut Kippersund (Gesang), Eivind Stremstad (Gitarre), Asa Ree (Geige), Ingvild Nordstoga Eide (Bratsche), Ole Giestel (Klavier), Morten Strypet (Bass) und Mats Lillehaug (Schlagzeug).
Nun, die Verzückung des Schreiberlings ob der beiden Sänger lässt sich nicht 1 zu 1 auf die dargebotene Musik übertragen, da ist sicher noch ein wenig Entwicklung möglich. Bei Gelegenheit muss MEER mal unter besondere Beobachtung gestellt werden. Reinhören könnt man bei „Chaines of Changes„.


3.5) THE FLOWER KINGS:
Der Kopf der FLOWER KINGS mit Namen Roine Stolt spielt auch Gitarre bei der dem Schreiberling wohl bekannten und hochverehrten Band TRANSATLANTIC. Daher kannte er auch den Namen der nun auftretenden Band, hat sich aber nicht weiter mit deren Musik beschäftigt.
Das blieb zunächst auch so, denn als einzige Band des ganzen Festivals kämpften die FLOWER KINGS zunächst mit technischen Problemen. Selbstverständlich da, wo die meiste Technik drinsteckt: im Keyboard. Kein Ton wollte daraus kommen. Nun könnte man als besserwissender Ahnungsloser meinen, wenn zwei Gitarristen auf der Bühne stehen, braucht man nicht zwingend auch noch ein Keyboard? Doch als nach gefühlt 40 Minuten ein Ersatztasteninstrument erfolgreich installiert wurde, war sofort klar, dass diese Musik ohne Keyboard nicht funktionieren kann.
Was für ein Elend! Muss man doch glatt in die Musik der FLOWER KINGS noch tiefer einsteigen. Wäre aber auch zu befürchten gewesen, wenn man vorher darüber nachgedacht hätte. Allerdings: Dann dürfte man wohl nie auf ein Festival gehen. Oder nur mit Kopfhörer?
Die Band FLOWER KINGS besteht aus Roine Stolt (Gesang, Gitarre), Hasse Fröberg (Gesang, Gitarre), Michael Stolt (Bass), Mirko DeMaio (Schlagzeug) und Lalle Larsson (Keyboards). Zum rein hören könnte man sich mal „Big Puzzle“ anhören. Auch auf der LORELEY gespielt.



3.6) STEVE ROTHERY BAND:
Der Mann, der Auftritt, weswegen wir überhaupt auf dieses Festival gekommen sind. Und so, so, so viel mehr tolle Musik bekommen als erwartet! Selbstverständlich hat STEVE ROTHERY einen eigenen Beitrag mit Bildern bekommen, den man HIER lesen kann.


3.7) BIG BIG TRAIN:
Nicht sicher, ob mehr Leute wegen STEVE ROTHERY oder wegen BIG BIG TRAIN gekommen sind. Auf der Campsite wurde BIG BIG TRAIN in den Vorbeigeh-gesprächen regelrecht vergöttert. Einer meinte doch glatt: „Wenn GENESIS ihren ursprüngliche Musikstil weiterverfolgt hätten, dann würden sie heute so klingen wie BIG BIG TRAIN“. Steile These, die selbstverständlich der persönlichen Überprüfung bedurfte. 
Nun, nach drei Stücken sind wir gegangen. OK, das kann eventuell, ganz vielleicht auch am mittlerweile aufgezogenen Regen gelegen haben? Aber wäre die Musik von BIG BIG TRAIN auch nur halbwegs so überraschend gut wie die von PENDRAGON am Abend zuvor gewesen, wäre man sicher nicht ins trockene geflüchtet.
BIG BIG TRAIN macht so eine Art „alles von jedem“ Musik, eine einfache klare Linie (wie z.B. starke Gitarre und sattes Keyboard) bekommt man bei denen nicht. Der aktivistische Sänger macht mit seiner herum rennerei beim Zusehen etwas nervös. Dadurch, dass gefühlt nahezu ALLE ANDEREN Zuschauer geblieben sind, kann man mal wieder leicht erkennen, wie alleine man mit seiner Meinung steht. Und sie daher auch nicht überbewerten sollte. Gell?
BIG BIG TRAIN sind Gregory Spawton (Gitarre uvm), Nick D’Virgilio (Schlagzeug), Rikard Sjöblom (Keyboard), Clare Lindley (Viloline), Alberto Bravin (Gesang) und Oskar Holldorff (Keyboards).
Die Liste der ehemaligen BIG BIG TRAIN Musiker ist schier endlos. Aktuell ist zu bemerken, dass der Tausendsassa Nick D’Virgilio auf der letzten GENESIS LP CALLING ALL STATIONS die Hälfte der Stücke hervorragend beschlagen hat und dass er eine eigene Coverversion der gesamten THE LAMP LIES DOWN ON BROADWAY LP eingespielt hat.



Oh je, noch mehr unbekanntes zu hören!

Aber damit ist jetzt Schluss!

Aus, vorbei!

Die letzte NIGHT OF THE PROG ist Geschichte.

Ihre Musik bleibt für die Ewigkeit!

Wenn die körperliche Erschöpfung in dieser Nacht nicht im Vordergrund stehen würde, wäre man unglaublicher Weise rundum glücklich! Was für ein Erlebnis, was für ein tolles Festival, was für tolle Bands, was für ein tolles Publikum, was für ein toller Unternehmer, der mit vollem Risiko jahrelang dieser Art von Musik auf der LORELEY eine Bühne geboten hat.

Und daher schließt dieser Beitrag mit einem vom Herzen kommenden DANKESCHÖN an Herrn Winfried Völklein für seinen Mut und Geschmack!

Danke.

Peter.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert