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T4-8, MONEMVASIA (in der Nähe)

(Wer hier Bilder des historischen MONEMVASIA erwartet, der sei auf den Vorjahresbeitrag verwiesen)

Du meine Güte!

Ist das überhaupt erlaubt?

Darf man das?

Dürfen wir das wirklich?

Urlaub ist das ja nicht. Urlaub, wo von eigentlich? Von einem gar nicht anstrengenden Segelsommer?

Ah, ich hab´s: Wir machen Urlaub von CORONA.

CORONA ist für alles gut. Passt immer als Ausrede, als Fassade, als Streitpunkt.

Stellplatz am Strand in der Nähe von MONEMVASIA

Da lungern wir schon drei Nächte am gleichen Strand in der Nähe von MONEMVASIA herum. Die vierte Nacht bricht gleich an. Eigentlich wollten wir hier nur kurz mal bleiben, sozusagen als Startpunkt unserer diesjährig geplanten West-Exkursion der PELOPONNES, nach der grandiosen Osttour im letzten Jahr.

Doch die Sonne strahlt so ganz famos vom Himmel, warum sollte man da eigentlich im Auto sitzen und durch die Gegend kurven? Am Strand ist es doch eindeutig viel schöner! OK, man muss manchmal auch aufpassen, das das Strandleben nicht zu(uuuu) langweilig wird.

Am Strand in der Nähe von MONEMVASIA

Als Gegenmittel erprobt:

1) Morgens durch die Gegend laufen und die nähere Umgebung erkunden
2) Aufgeschobene Sachen formulieren und endlich mal aufschreiben
3) Bücher verschlingen (lesen wäre glattes Understatement)
4) Kleine Reparaturen / Verbesserungen am Auto vornehmen

Zwischendurch immer mal ein Bad im 10 Meter entfernten Meere. Kristallklares Wasser, wärmer, als es jemals in diesem Jahr in dem OSTSEE war.

Ansonsten passiert nicht viel. Reicht ja auch.

Am Strand in der Nähe von MONEMVASIA

Gestern Abend waren wir in der gut 2,5 Kilometer entfernten Taverne THE ATHAS zum Abendessen. Zu Fuß versteht sich. Beide Wege! Super gepflegtes Lokal, astreines Essen für wenig Geld. Am tollsten in solchen Tavernen ist ja immer der Preis für den Tafelwein: 6 € der Liter. Sollte mal in Deutschland ein Restaurant auf die Idee kommen, einfachen Tafelwein für 6 € auf den Tisch zu stellen. Und dazu auch noch sehr gut zu kochen.

Schon prima, wie schnell, nach nur einer Woche (!) Deutschland ganz weit weg ist. Und das dortige Wetter auch 😉

In der Nähe von MONEMVASIA

Die Anreise, so weit:
Um vom Norden des PELOPONNES ganz in den Süden zu kommen braucht man gut und gern 360 Landstraßenkilometer. Hört sich nicht viel an und die ahnungsloseren Navigationssysteme rechnen denn auch mal nur 4 Stunden Fahrzeit dafür aus. Die wissenden Navi´s kommen auf 8 Stunden. Und das ist noch optimistisch. Viel Verkehr ist gar nicht mal das Hauptproblem, eher sind es die vielen Windungen, Steigungen und engen Straßenzügen in den Dörfern, die auf dem Weg die Durchschnittsgeschwindigkeit auf unter 50 Km/h drücken. So zu fahren macht zwar auch Spaß, aber nach der bisherigen Anreise nur bedingt. Nun, man kann ja auch die Autobahn nehmen. Ist etwas länger, doch dafür ist man in nur vier Stunden am Ziel seiner Reise. Einziger Wermutstropfen: Es handelt sich um eine MAUT Autobahn und man bezahlt gefühlt ganz schön oft. Doch am Ende kommen „nur“ 34,10 Euro zusammen. Zieht man den vermutlich gesparten Diesel ab und addiert die entspannteren Nerven zur Ersparnis ist die Welt doch auch wieder in Ordnung. Einfache Formel, gell?
So konnten wir wenigstens direkt bei Ankunft noch mit Sonnenlicht ins Meer hüpfen, erstmals den neuen Außengrill in Betrieb nehmen und die Ankunft gebührend feiern.

Alleine, diesmal. Leider.

Immerhin zu zweit.

Neustadt MONEMVASIA

Bleibt noch nachzutragen, das unsere Fähre bei Ankunft in PATRAS gut fünf Stunden Verspätung hatte. Nix mit schnellerer Fahrt die Verspätung wieder rein holen. Zum Glück kamen wir recht schnell von Bord, ein Uniformierter am Hafengate wollte unsere PLF sehen und dann wurden wir auch schon in die Nacht von PATRAS entlassen. Übernachtet haben wir auf einem mehr schlecht als rechten Stellplatz 50 KM außerhalb von PATRAS (AKILO BEACH), wie immer mit PARK4NIGHT vorher ausgekundschaftet. Am Ende war der Platz zwar weit weg von eventuell finsteren Gestalten in PATRAS, aber viel zu nah an einem Wohngebiet. Für eine kurze Nacht OK. Längst schon wieder Vergangenheit.

Nun denn, schauen wir mal wohin wir weiter ziehen. So lange uns die Sonne hier fest nagelt, könnten wir ja auch einfach bleiben wo wir sind 😉

Peter.

In der Nähe von MONEMVASIA

Tag 1-3, PILL, ANCONA und ADRIA

Der Lärm ist ohrenbetäubend.

Die Kulisse in der jetzt anbrechenden Nacht gespenstisch. Es riecht nach Diesel, verbrannten Öl und Hafen. Die riesigen Scheinwerfertürme um uns herum versuchen die allgegenwärtige Dunkelheit zu erhellen. Wir auf der Erde mitten im Getümmel, weit darüber zieht der Vollmond in aller Seelenruhe am Nachthimmel auf und spendet zusätzliches Licht für das merkwürdige Geschehen um uns herum.
Den grellweiße Strahl des Leuchtturms hoch über der Stadt hingegen bemerkt man nur, wenn man länger in seine Richtung sieht, so selten erscheint er. Nutzlos für uns an Land, früher hilfreich für die Leute auf See.

Abgaswolke in Blau

Wir befinden uns in einer wahren Orgie der Pferdestärken. Die noch verbliebenen 50, 60 oder gar 70 LKW´s warten mittlerweile sehr ungeduldig darauf, endlich auf die Fähre EUROPA PALACE der MINOAN LINES verladen zu werden. Die mächtigen Dieselmotoren der großen Sattelschlepper laufen seit Stunden warm. Geschätzt gut 20.000 PS dröhnen um uns herum, doch fast gewöhnt man sich daran. Unsere 150 PS nicht mit gerechnet, die sind abgestellt.

EUROPA PALACE läuft endlich in Hafen von ANCONA ein

Gegen 2200, drei Stunden nach der geplanten Abfahrt, setzt unerwartet ein wahres akustisches Inferno ein. Zunächst vernimmt man nur eines der mächtigen LKW Signalhörner, doch dann stimmen fast alle anderen LKW´s mit ein und es wird laut. Richtig laut. So beeindruckend laut, das ein Fahrer eines deutschen Wohnmobils ernsthaft überlegt, ob man wohl ein so gewaltiges Schallsignal auch im eigenen Fahrzeug einbauen könnte. Oder dürfte. Das Auto ist schließlich in Deutschland registriert und da ist nicht alles, was möglich ist, auch erlaubt.

Arbeiter auf Laderampe einer RoRo Fähre (anderer Dampfer)

Die verwegen aussehenden LKW Fahrer sind mächtig sauer.

Erst einmal hat die Fähre schon bei Ankunft drei Stunden Verspätung und dann klappt das Beladen im Hafen von ANCONA ganz offensichtlich auch nicht. Des öfteren passiert minutenlang kein Fahrzeug die breite Laderampe. Das kann so nicht gewollt sein. Das sehen natürlich auch die Kapitäne der Landstraße und werden immer ungehaltener. Kommt ein Loadmaster auch nur in die Nähe der aufgebrachten Meute muss er sich wüste Beschimpfungen anhören. Selbstverständlich verstehen wir kein Wort, doch Lautstärke, Wiederholungen und Grimassen sprechen mehr als 1.000 verstandene Worte. Handgreiflichkeiten bleiben aus. Zum Glück.

Aus PALERMO, so so…

Einige ganz verärgerte LKW Fahrer halten sich nun nicht mehr an die Anweisungen der Loadmaster und fahren einfach drauf los. Nutzen jede Lücke um zur Laderampe der EUROPA PALACE zu kommen. Durchaus beeindruckend, wie diese Fahrer ihre Trucks in der umgebenden Enge beherrschen. Doch wir erwarten bei der Aktion nun richtigen Ärger. Diese versuchte Eigenmächtigkeit kann nicht ohne Folgen bleiben. Darf nicht ohne Folgen bleiben! Zur Verblüffung der anwesenden Deutschen kommen die Fahrer mit ihrer Unverfrorenheit durch! Man lässt sie tatsächlich passieren, obwohl sie gar nicht an der durch die Loadmaster vorgegeben Reihe sind. Das bekommen auch andere Fahrer mit und nun bricht das absolute Chaos vor und auf der Laderampe der EUROPA PALACE aus. Alle wollen sich nun selbst verladen. Eine Zeitlang geht gar nichts mehr, doch dann klariert sich die Situation und es wird gemächlich weiter geladen.

Markthalle von ANCONA

Gegen 2230 gehen wir fest davon aus, das wir im Hafen übernachten müssen weil wir nicht mehr mitkommen werden – wenn beim Beladen einer RoRo Fähre der stärkere gewinnt, bleibt die Vernunft wie so oft auf der Strecke und am Ende fehlt der Platz. Nur wer ordentlich staut bekommt alles mit.

Völlig unerwartet kommt durch die Dunkelheit ein Loadmaster daher geschlendert und meint, wir sollten jetzt auch mal auf das Schiff fahren. Das lassen wir uns nicht zwei mal sagen und sind geschätzt eine Minute später mit unserem Auto bereits im großen Bauch des Schiffes. Über eine Rampe fahren wir ein Deck höher und vernehmen schon vom weiten das Geschrei der Einweiser. Fast könnte man denken, es handele sich bei dem Job der Einweiser um ein Aggressionsabbau-Programm für ganz schwierige Fälle, so aggressiv, so gehetzt, so ungeniert laut brüllen sie ihre Kommandos. Statt den eintreffenden Fahrern sittsam erst mal klar zu machen, wo sie ihr Auto eigentlich abstellen sollen bellen sie im unangenehmsten aller Töne schwer verständliche Rangierkommandos (vermutlich: left, right, back, forward) und erwarten schnellste Umsetzung durch den völlig entgeisterten Fahrer.

Kirche in Ancona

Schon klar.

Die Einweiser stehen unter höchstem Druck denn sie und nur sie werden die Ursache für die enormen Verspätungen der EUROPA PALACE sein. Das Zusammenspiel der Loadmaster vor der Laderampe und den Einweisern auf den Ladedecks muss perfekt laufen, sonst gibt es Verzögerungen durch Lücken, wo keine sein sollten oder durch unnötige, aber zeitaufwändige Rangiermannöver weil da wo man hin soll gar nicht so viel Platz ist.
Schicken unten die Loadmaster ein gerade unpassendes Fahrzeug hoch, kämpfen die Einweiser oben auf engstem Raum gegen Windmühlen und die normative Kraft einer faktischen Bordwand aus Stahl.

FINCANTIERI Werft in Ancona

Nun haben wir ja dieses im Grundsatz funktionierende chaotische Lade/Löschsystem schon des öfteren bewundert. Steht es doch im krassen Gegensatz zu den durchorganisierten nordeuropäischen Verfahren zum Be-/und Entladen von Fähren in Deutschland, Dänemark, Schweden oder Norwegen.

Doch diesmal zeigt das Chaos endlich mal sein wahres Gesicht. Es funktioniert nicht.

Gegen 2330 beziehen wir unsere bescheidene Innenkabine, kurz vor Mitternacht legt der Dampfer endlich ab.

FINCANTIERI Werft in Ancona

Was wir nicht wollen, aber wohl auch nicht ändern können: Mitten in der Nacht in PATRAS ankommen. Das ist immer doof. In Dunkelheit auf unbekannten Terrain einen halbwegs guten Platz für die Nacht zu finden. Schauen wir mal.

Am Nachmittag zuvor haben wir ungeplant zu Fuß die Altstadt von ANCONA erkundet. Das Auto stand sicher und videoüberwacht auf dem Parkplatz vor dem Büro der Fährgesellschaften. Erstaunlicher Weise gibt es einen kurzweiligen Fußweg durch das Hafengebiet in die Altstadt. Die Idee zu diesem Ausflug hatte die Frau im Ticketoffice. Sicher nicht das erste mal, das eine Fähre drei oder vier Stunden Verspätung hat und die Wohnmobilgäste vor Langeweile zu platzen drohen.

Camperstop in OFFAGNA

Von weitem sehen die alten (historischen) Gebäude super gepflegt aus, doch je näher wir kommen um so deutlicher erkennen wir den Verfall. Als wir ganz oben bei dem alles überragenden DOM VON ANCONA angekommen sind haben wir einen guten Blick über die Altstadt, aber einen wirklich grandiosen Ausblick auf die FINCANTIERI Werft direkt zu Füßen des Berges. Muss man mögen, so eine extrem detailreiche Industriekulisse. Mag zumindest einer der anwesenden reisenden sehr!

Auf dem Friedhof von OFFAGNA

Die Nacht zuvor haben wir wieder im nahe gelegenen Bergdorf OFFAGNA übernachtet. Mit dem klaren Vorsatz, sich in der ortsansässigen Pizzeria erneut den Bauch voll zuschlagen. Es folgt ein Satz mit X: Das war wohl nix! Der Laden ist umgezogen. Es dauert eine kleine Weile bis wir mittels Übersetzung verstehen, das sie leider nicht innerhalb von OFFAGNA umgezogen sind, sondern ans Meer in einen direkten Vorort von ANCONA. Tolle Wurst. Die Ausweichlokalität macht keine Pizza, Vorspeise war OK, Hauptgang für´n Hintern. Es bleibt beim X, kann man machen nix!
Doch der Ort bleibt natürlich schön und somit jederzeit einen Abstecher wert. Wer braucht in Italien schon Pizza?

Auch bei der ersten Station dieser Herbstreise blieben wir auf der Fährte der letzten Griechenland-Tour. PILL in Österreich. 950 Kilometer von ELMSHORN entfernt. Nach gut 11 Stunden problemlos über die Ostdeutschen Autobahnen erreicht. Während wir im letzten Jahr wegen CORONA auf österreichische Spezialitäten verzichten mussten, konnten wir nun im KLAUSEN zu PILL Kartoffelknödel, Schweinebraten und Sauerkraut genießen. Und KAISER Bier. Wie köstlich!

Und wie immer, wenn man eine Sache ein zweites Mal macht und denkt, man kennt schon alles: Beim zweiten mal hat man die Hälfte der akribischen Vorbereitung der ersten Reise längst vergessen (z.B.: neben der digitalen Streckenmaut braucht man ein zweites Mautticket für den Brenner) oder die Welt hat sich unerwartet weiter gedreht: Im letzten Jahr galt es unbedingt zu vermeiden, in Österreich zu tanken. Schon gar nicht in Italien! Diesmal sind Tankstellen in Österreich, natürlich abseits der Autobahn, erste Wahl: 1,399 € für einen Liter Diesel in der Nähe von PILL. 100 Liter des 120 Liter fassenden Autotanks haben wir für die Anreise verbraucht, so macht das Tanken zwar nicht unbedingt Freude, doch es verschafft eine gewisse Befriedigung nicht für 1,759 € (Österreich Autobahn) oder 1,589 € (Deutschland, Landstraße) getankt zu haben.

In der Altstadt von OFFAGNA

Doch das ist alles Vergangenheit.

Jetzt sitzen wir in der prallen Sonne auf Deck 9 der zwanzig Jahre alten EUROPA PALACE, schlürfen unseren Vormittagskaffee und lassen den Blick über das tiefblaue Wasser der ADRIA schweifen. Der Dampfer wurde bei HDW 2001 in KIEL gebaut und wenn man hin sieht, erkennt man überall das Alter.

Das mit der Sonne, das ist ja in Wahrheit der eigentliche Sinn dieser Reise.

Die in der Regel mit der Sonne verbundene Wärme im übrigen auch.

Peter.

Aktuelles

T86, Helsingör

Nun wollen wir aber endlich mal wieder Strecke machen. In drei Tagen soll es von ANHOLT nach HELSINGÖR nach RÖDVIG und schließlich nach HESNAES (hurra, hurra, hurra!) gehen. Am Freitagmorgen, immerhin kein dreizehnter, ist der Skipper trotz der Ereignisses des Vorabends mit sich noch nicht wirklich im reinen. Aufbrechen oder nicht? Der Wind ist etwas herunter gekommen, so um und bei 22 Knoten, doch es heult immer noch abschreckend aus den Masten und draußen ist viel weißes Wasser zu sehen ...
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T85, Anholt, Nachtrag

Der letzte Abend auf ANHOLT entwickelt sich irgendwie zu etwas ganz besonderem. Der Skipper beschließt sicherheitshalber noch mal einige dieser kleinen metallischen Zylinder zu kaufen und pilgert daher zum nach wie vor hoch geschätzten SPAR KONGE am Hafen. Mit etwas Wehmut tätigt er seinen letzten Einkauf auf der Insel und verabschiedet sich von der stämmigen Besitzerin. Sie (er)kennt uns. Die Mannschaft hat sogar schon einen Kaffee bekommen - on the house.Wir sind davon überzeugt: Wenn sich erst mal die Besitzerin ...
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T82-85, ANHOLT

Das Geheule in der Takelage geht langsam auf die Nerven! Der ganze Dampfer hängt mit guter Steuerbord-Schlagseite im Wasser und schaukelt fast so, als ob wir auf See wären. Wer weiß denn schon wirklich, wie viele Tonnen die Heckbojen von ANHOLT halten? Sind daran 19 Tonnendampfer OK, gerade noch OK oder gar nicht OK und somit völlig bescheuert? Wir haben gleich zwei Hilfsleinen an Backbord ausgebracht, damit der seitliche Druck auf die Heckboje ja nicht zu groß wird. Fähre ANHOLT, ...
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T77-81, Vrangö

Da sind wir also nun wieder auf der kleinen, südlich von GÖTEBORG noch in den Schären gelegenen Insel VRANGÖ. Um von Tradition zu sprechen sind noch nicht genügend Segeljahre vergangen, hier Station zu machen ist für uns eher eine willkommene seemännische Konsequenz auf dem Weg nach Süden. STORMVOGEL vor GÖTEBORG - endlich mal wieder unter Segeln Und obwohl wir schon öfters hier waren, entdecken wir diesmal zwei neue wesentlichen Dinge auf der Insel: 1) Hafen für GastliegerDer Hafen ist viel ...
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T74-76, Sotenkanalen, Marstrand und Högö

Vom Ankerplatz ohne echten Namen bis nach MARSTRAND sind es über 40 Seemeilen wilde herumkurverei um die kleinen und großen Felsen der schwedischen Westschären. Die Route führt durch den beschaulichen SOTENKANALEN und am geschäftigen SMÖGEN vorbei. SOTE KANAL (Sotekanalen) An diesem Sonntagmorgen ist es sehr still auf dem Wasser. Kaum andere Boote in Sicht und wenn, dann nur kleine Fischerboote in denen gut verpackte Männer mit ihren Angelrouten auf Fisch hoffen. Und so sind wir in der nördlichen Ansteuerung des ...
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Griechenland 2021

Am Wochenende geht es wieder los.

Noch mal nach Griechenland, noch mal auf den PELOPONNES. Nach dem wir im letzten Jahr die östliche Küste besucht haben, wollen wir in diesem Jahr den Westen mit dem Wohnmobil bereisen. Mit Chance zunächst einen Abstecher auf die kleine Insel KITHIRA, sehr weit im Süden.

Der GPS Tracker wird wieder in Betrieb sein und wenn es was zu erzählen gibt, wird das Erlebte auch hier wie gewohnt im Blog zu lesen sein.

In diesem Jahr reisen wir mit einer anderen Fährgesellschaft an. Nicht direkt im Internet gebucht, sondern über das Reisebüro TURISARDA. Der Vorteil: Die können unterschiedliche Passagen für die Hin- und Rückreise buchen. Da Ende Oktober die Option „Camping an Deck“ weg fällt, kann man auf den normalen Buchungsseiten im Internet auch für die Hinfahrt nur eine Kabine buchen. Bei „Camping an Deck“ bekommt man zwar auch eine Kabine, aber das ist eine ganz einfache wie für die LKW Fahrer. Dadurch spart man schon mal ordentlich. Außerdem ist eine ADAC Mitgliedschaft sehr lukrativ, für diesen Törn sparen wir mehr als einen ADAC Plus Jahresbeitrag. Alles in allem sparen wir bei der Fährpassage ANCONA <-> PATRAS gegenüber den Vorjahr fast die Hälfte. Not that bad…

Dann hoffen wir also mal auf Sonne, Wärme und warmes Seewasser.

Griechenland, wir kommen!

Peter.

Werden Computer schlauer?

Pure Rhetorik. Natürlich sind Computer immer noch doof und werden es auch bleiben.

Allerdings, und daher dieser Beitrag, habe ich meinen alten Rechner nun doch aufs Altenteil via eBay Auktion á la 1 € Startgebot ohne Mindestgebot geschickt und mir einen neuen zugelegt.

Leb´wohl, Du treuer alter Rechenknecht! Hast immerhin noch 251 € gebracht…

Das Thema hat mich seit Monaten ja echt beschäftigt. Soll ich, soll ich nicht?

Eigentlich habe ich alles gescheut: Budget, Arbeit, Risiko. Und mich dann doch überwunden… 😉

Des Peters neuer Rechenknecht ist also ein DELL 7424 Rugged Extreme. Wie auch schon der DELL e6420xfr ein echter Ziegelstein.

Neuer DELL 7424

Doch der Weg dahin war nicht ganz so einfach wie vor sieben Jahren. Hatte ich den DELL e6420xfr noch bei DELL Deutschland bestellt und bezahlt, schied dieser Weg für den DELL 7424 aus zwei Gründen aus:

1) Lieferzeit größer 40 Tage

2) Neupreis größer 5.000 €

Dank dem weltweiten Internet kann man bekanntlich auch als Privatmensch weltweit beschaffen, sprich kaufen.

Neuer DELL 7424

eBAY ist immer ein guter Startpunkt für so ein Vorhaben. Aber Achtung: Es gibt einen Unterschied zwischen eBAY.de und eBAY.com – also besser die internationale Seite benutzen. Liebäugelte ich zunächst mit einem guten gebrauchten DELL 7424 aus den USA, fand ich später bei der Recherche bei eBAY einen Anbieter, der so genannte „DELL Refurbished“ Modelle anbot. Laut Beschreibung sollte es sich dabei um neu von DELL ausgelieferte Rechner handeln, die innerhalb der in den USA gültigen Rückgabefrist von 28 Tagen an DELL zurück gegeben wurden. Der Kunde also (warum auch immer) vom Kauf zurück getreten ist. DELL überprüft die Rechner dann, setzt sie wieder in den Auslieferungszustand zurück und klebt einen grünen Aufkleber darauf.
Der amerikanische eBAY Anbieter stellt aber keine Fotos des jeweils angebotenen Modells ins Netz, sondern nur ein Bild mit einem schnöden DELL Karton. Wochenlang war mein Eindruck: Bei dem kauft man ganz klar die berühmte die Katze im Sack. Also hohes Risiko ?

Neuer DELL 7424, CD/DVD Laufwerk und ein Slot für eine M.2 SSD

Doch irgendwann habe dann das kleingedruckte mit dem „DELL Refurbished“ gelesen und als dann ein passendes Modell angeboten wurde, musste ich mich mal endlich entscheiden.

Mittlerweile bietet eBAY einen Worldwide Delivery Service an. D.h. der eBAY Anbieter schickt die gekaufte Ware nicht direkt zum Kunden, sondern zu einem speziellen eBAY Dienstleister, der auf weltweiten Versand spezialisiert ist. Neben Logistik kümmern die sich auch um die komplette Zollabwicklung. Daher bezahlt man als Käufer bei eBAY nicht nur das gekaufte Produkt und die Versandkosten, sondern auch direkt die Einfuhrumsatzsteuer.

Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht:
Man bezahlt wie gewohnt bei eBAY und bekommt irgendwann das Paket frei Haus. Und hier der Hammer: Mein neuer DELL 7424 war innerhalb von 7 (in Worten SIEBEN) Kalendertagen aus den USA hier. Unglaublich, oder?

Neuer DELL 7424, USB-C und USB-A 3.0

Natürlich haben Computer aus den USA eine amerikanische Tastatur. Das wusste ich vorher und habe daher zeitgleich über eBAY bei einem Anbieter aus dem Vereinigen Königreich eine deutsche Tastatur für den DELL 7424 bestellt. Leider nahm dieser Anbieter nicht am Worldwide Delivery Service teil, sondern schickte das kleine Päckchen einfach so auf die Reise. Nach gut 20 Tagen lag es dann beim Postamt Elmshorn und musste gegen Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer ausgelöst werden. 20 Tage innerhalb Europa, durch BREXIT mit Zollproblem. 7 Tage USA. Normal ist das ja wohl nicht.

Nun denn.

Der Rechner fühlt sich an wie brandneu. Also wirklich neu, neu. Der Einbau der deutschen Tastatur war gut machbar, wenn auch meine Hände eindeutig nichts für so kleine Flachband-Folienkabel sind. Aber mit Geduld und Ruhe gelingt bekanntlich ja vieles. Einmal mehr sei hier auf die extrem gute DELL Dokumentation verwiesen.

Neuer DELL 7424, mitgeliefertes Caddy mit 512 GB M.2 SSD

Somit hatte ich also für die Hälfte des deutschen Preises und in weniger als einem viertel der deutschen Lieferzeit einen nagelneuen DELL 7424 auf dem Schreibtisch. Blieb noch die Übertragung der Garantie. Denn natürlich gibt es auch bei DELL Refurbished drei Jahre Garantie. Doch offiziell war der Rechner ja noch in den USA.
Also auf der DELL Website den Übernahmeantrag gestellt und zwei Tage später dann die Nachricht: Alles klar, der Rechner hat jetzt drei Jahre RETURN TO DEPOT Garantie in Deutschland. Astrein, will ich meinen! Einen Vor-Ort Service hätte ich sowieso nicht gekauft. Und der alte DELL e6420xfr hatte ja in den ersten drei Jahren wirklich gar nichts.

Wenn man einen Rechner bei DELL neu kauft, kann man ihn in der Regel bis ins kleinste Detail selbst konfigurieren und erhält so also genau die Ausstattung, die man haben möchte. Das geht bei den eBAY Angeboten natürlich nicht.

Also sucht man ein eBAY Angebot, das der Wunschkonfiguration recht nahe kommt.

Neuer DELL 7424, noch mit amerikanischer Tastatur

Eine 512 GB Festplatte ist natürlich indiskutabel, wenn man im alten Blechaffen 8 TB stecken hatte. Die 16-fache Speicherkapazität. Doch leider ist das Thema Festplattenkapazität bei einem DELL 7424 (noch) ein echtes Problem – meine bisherigen Erkenntnisse kommen in einem gesonderten Beitrag, denn die sind deutlich umfangreicher als man so denkt.

Eine INTEL i7 8th Gen CPU ist zwar nicht die frischeste, reicht aber immerhin noch für das nun verfügbare WINDOWS 11. Obwohl ich versuchen werde, möglichst lange auf WINDOWS 10 zu bleiben. 16 GB Arbeitspeicher finde ich schon mal OK, das eingebaute CD/DVD Laufwerk mag antiquiert wirken, doch das spielt noch eine Rolle im Festplatten-Komplex.
Eingebautes GPS, Fingerabdrucksensor und Smartcard Reader. USB3 Ports, USB-C, Display Port. Einfach mal wieder Stand der Technik unter den Fingern.

Und ein Outdoor-Touchscreen-Display, das wirklich sensationell ist. Unglaublich hell und einfach nur brillant.

Noch eine Ankündigung:
In einem weiteren Beitrag werde ich mich dem zunächst gescheuten Thema „Arbeit“ widmen. Denn wenn man sieben Jahre mit einem Rechner arbeitet, hat man eine Reihe von Softwarepaketen installiert, die bei einem Umzug auf einen neuen Rechner natürlich mit kommen müssen. Bei ordnungsgemäß gekaufter und bezahlter Software gar nicht so einfach. Doch auch das ist eine andere Geschichte.

Peter.

Segeln, im Allgemeinen

Da sitzen wir neulich im Auto und fahren über Land zu Segelfreunden. Etwas weiter entfernt, im ehemaligen Zonenrandgebiet.

Im Radio läuft die Sendung Marktplatz vom Sender Deutschlandfunk. Wenn wir nicht ordnungsgemäß im Auto angeschnallt wären, würden wir glatt vom Stuhl fallen, denn das heutige Thema des Marktplatzes ist der neue Freizeittrend:

SEGELN (!)

Ja, Segeln ist schön! Oder doch nicht (immer)?

Neben zwei bekannten üblichen Verdächtigen (Yacht Redakteur Andreas Fritsch und Hinnerk Weiler (segelradio.de)) auch (zumindest uns) zwei unbekanntere Experten (Christian Zaloudek (Sarres Schockemöhle Yachting) und Marie Schneider (marietim.ch)) nehmen an dem ungewöhnlichen Radiogespräch teil.

Durchaus unterhaltsam!

Doch man wäre ja nicht ein jederzeit selbstbestimmter Seglender, würde man die dort geäußerten Expertenmeinungen einfach so teilen. Die wahren Highlights der Sendung sind aber nicht die in der Regel völlig emotionslosen Antworten der Experten, sondern die vielen Zuhörerfragen.

Ja, segeln ist schön! Aber segeln wir schon oder treiben wir noch?

Herr Zaloudek beantwortet alle Fragen zur Ausbildung und eventuell notwendigen Qualifikationen sehr ruhig und sachlich. Der Redakteur der Sendung, Herr Philip Banse ist bemüht, den möglichen Einstieg in diese im allgemeinen eher unbekannte Wasserwelt zu erläutern. Und so reitet die Runde zu Anfang munter auf allen möglichen Segelscheinen herum. Vermutlich, weil es es so schön einfach, weil formal ist? Das lieben wir in Deutschland.

Doch in Wahrheit spielen die ganzen Scheine und Prüfungen in der Praxis wohl eher eine deutlich nach gelagerte Rolle.

Meine ich. Oder auch wir.

Ja, segeln ist schön! Aber erst mal muss man aus dem Hafen heraus kommen.

Ob man als Einzelperson, als Paar oder gar als Familie wirklich zur See fahren möchte, findet man wohl am Besten heraus, wenn man mal mitsegelt. Und zwar nicht nur bei Schönwetter. Der unterschwellige Vergleich zu Wohnmobilreisen allerdings ist fast schon fatal.

Mit dem WoMo fährt man rechts raus, schalte die Warnblinkanlage ein und bleibt einfach stehen. Keinem passiert was.

Der Dampfer, auf See jedenfalls, fährt einfach immer weiter.

In diesem Jahr fielen auf dem Ostsee viele Boote ins Auge, deren Deck zugestellt war mit Fahrrädern, Stand-Up-Paddeling Boards und Krimskrams aller Art. Und natürlich Seehunde, ohne Ende. Nicht nur kleine, nein, auch riesige Tiere werden da zur See gefahren. Vermutlich gegen ihren Willen. Haben Hunde einen Willen? Auf jeden Fall gegen ihre Natur.

Frau Schneider spielt die feminine Karte und verallgemeinert unzulässig, das die Männer an Bord ihre besseren Hälften dominieren wollen. Das glaube wir im Leben nicht. Wenn in einer Beziehung die Frau wirklich das Ruder übernehmen will, dann macht sie das in der Regel auch. Da kann Mann machen nix. An Land und auf See.

Eher schon die Überlegung, das viele Seefrauen gar nicht wirklich zur See fahren wollen und dem Mann einen Wunsch erfüllen. Jedenfalls so lange es noch irgendwo Schmetterlinge gibt. Haben die sich verflogen, landet Mann schnell beim Einhandsegeln. Oder gibt auf.

Ja, segeln ist schön! Aber nicht für alle. Einer segelt, einer dampft.

Einzig schade, das die gesendete extreme Sachlichkeit nicht mal im Ansatz versuchte, den Reiz des Segelns zu ergründen. Dieses unvermittelt aus dem Alltag heraus gerissen werden und etwas völlig anderes, etwas völlig ungewohntes vollbringen zu wollen. Als Paar. Als Familie mit Kindern ganz besonders.
Das diese Sendung ganz offenbar nicht abschrecken sollte, geschenkt. Bei den zu erwartenden Kosten haben die Experten offenbar ein falsches Jahrzehnt erwischt. Auch geschenkt. Denn was ist schon umsonst?

Nun denn, dieser schön kurzweilige Beitrag ist wohl noch bis 2038 (steht da wirklich) online verfügbar. Aber aus irgendeinem Grund nicht in der ARD AUDIOTHEK, sondern nur hier direkt beim DLF. Muss man bestimmt nicht verstehen.
Geübte Surfer schaffen es bestimmt, die MP3-Datei herunter zu laden und standesgemäß auf See zu hören.

Peter.





T93-100, LYÖ,FAABORG,MARSTAL und LABOE

Die zweite Impfwoche zu Hause ging genauso schnell vorbei wie die erste, allerdings war es schon erstaunlich, wie auch bei mir die zweite Dosis ihre (besser: eine) Wirkung zeigte. Dank guter Pflege ging es dem eingebildeten Kranken auch schnell wieder besser. Schließlich musste ja zum Beispiel noch der Rasen gemäht werden.

REGINA MARIS, viel in der Ostsee unterwegs

Bemerkenswert an der für den Landurlaub notwendigen An- und Abreise ELMSHORN <-> GROSSENBRODE ist die Tatsache, das man in SCHLESWIG HOLSTEIN für 116 Kilometer Luftlinie an einem ganz normalen Werktag 3 Stunden Fahrzeit benötigt. Mit der Bahn. Mit dem Auto wäre es vermutlich nur unwesentlich schneller, vielleicht 2,5 Stunden. Wir müssen nur überall alle Verkehrsmittel so schlecht machen, dann wird das Fahrrad auch auf Langstrecke zur echten Alternative.

Lastensegler OBAN vor LYÖ

Zurück an Bord des STORMVOGELS:
Einkaufen und Boot klarmachen. Essen gehen am Abend fällt aus: Keines der örtlichen Restaurants (oder teilweise eher Essensplätze) hat Platz für uns. Zwei haben Ruhetag. Die Ruhe muss man erst mal haben.
Am nächsten Tag mit wenig angesagtem Wind gut 60 Seemeilen nach LYÖ. Immerhin 20 Seemeilen davon konnten wir segeln, doch wie immer, wenn die Fahrt unter 4 Knoten fällt, geben wir in der Regel das Segeln auf und schmeißen die Unterwassergenua an. Was für ein merkwürdiger Tag auf See! Diesig, milchiges Wasser, kaum Wind und um&bei Fehmarn viel Bootsverkehr.

Immerhin: Viele Seiten im Buch geschafft.

REGINA MARIS und LUCIANA vor LYÖ

Am frühen Abend erreichen wir den Ankerplatz von LYÖ und treffen dort wie geplant unsere Segelfreunde auf der ANICO. Und werden gemeinsam Zeugen eines kleinen Traditionssegler-Stelldicheins im Hafen von LYÖ. Anderorts läuft die KIELER WOCHE und irgendwo müssen die großen Dampfer wohl bleiben, wenn sie auf der KIELER FÖRDE nicht gebraucht werden.
Auf einem dieser alten, aber wunderschönen Dampfer ist offenbar eine spielfreudige Blaskapelle an Bord. An diesem Abend und am nächsten Morgen gibt es ein richtiges Hafenkonzert, das durch den leichten Wind in hervorragender Qualität zu uns auf den naheliegenden Ankerplatz herübergetragen wird. Unseren Applaus gegen die Windrichtung werden die Musiker leider wohl eher nicht gehört haben.

CATHERINA und LUCIANA vor LYÖ

Tags darauf eine ordentliche LYÖ Fahrradtour, wie es sich auf dieser Insel nun mal gehört. Abends gemeinsames Grillen am Strand mit einem katastrophalen Fehler: Wer Abends am Strand grillen will, sollte bekanntlich die Haut mit langen Hosen und Hemden so weit als möglich bedecken und mit jeder Menge Autan eingesprüht sein.

Ignoranten werden unweigerlich zum Opfer!

(Merke: Das war und ist schon immer so, nicht nur bei eventuell noch nicht erfolgten Corona-Impfungen)

Denn wie überall auf der Welt kommen die fliegenden blutsaugenden Monster in der Dämmerung aus ihren Verstecken und verlangen nach frischem Menschenblut. Nun, die Mücken von LYÖ werden an diesem Abend bei einem Festmahl am Strand ihre wahre Freude gehabt haben.

Der Skipper des STORMVOGELS hingegen ärgert sich so was von einen Wolf! Wie doof kann man denn bloß sein? Sämtliche Mückenabwehrmittel sind an Bord reichlich vorhanden. Wie es sich für einen Langfahrer auch gehört. Doch kaum lockt eine laue Sommernacht mit Freunden am Strand einer Insel in der (dänischen) Südsee ist es mit der Umsicht offenbar vorbei.

So ein Mist.

LUCIANA vor Buganker im Hafen von LYÖ

Obwohl nachhaltig! Der Skipper hat noch tagelang was von der unfreiwilligen Blutspende…

Die Freunde müssen Sonntags in Kiel sein und brechen Freitagmittag Richtung Süden auf, wir haben keine Lust auf den für Samstag angesagten Regen auf Anker und vorholen uns lieber in das 6 Seemeilen entfernte FAABORG. Da waren wir noch nie.

Kunst am Hafen von FAABORG

Der dortige Gasthafen im „Alten Hafen“ bietet um diese Jahreszeit viel Platz, auch bei Ankunft an einem Freitag. Die großzügige Einkaufsstrasse ist an diesem Abend noch recht belebt und die Mannschaft schmiedet (natürlich) große Pläne für den Samstagvormittag.

Die mittlerweile obligatorischen Wohnmobile am Yachthafen von FAABORG

Und wie immer mit Wetterberichten. Der ganz viele Regen bleibt aus, in der Nacht kommt zwar was runter und der Himmel hängt tagsüber bedrohlich dunkel und tief über uns, aber in Wahrheit…

…ist die Luft sowieso raus und das unfreundliche Wetter wohl nur vorgeschoben. Klar, wenn man jetzt astreines Spätsommerwetter hätte, dann würden die letzten Tage an Bord wohl noch mal sehr reizvoll werden. Aber wenn man in der Woche die echten Sonnenstunden an zwei Händen abzählen kann, dann soll es wohl nicht mehr so sein.

In der Altstadt von FAABORG

Also Rückzug.

Sonntags durch das innere Fahrwasser zwischen den Inseln der dänischen Süddsee: AVERNAKÖ, DREJÖ und ÄRÖ. Unter Segeln. Immerhin. Aber auch anstrengend in diesem Flachwassergebiet. Als einmal 1,60 Meter unterm Kiel angezeigt werden ist der Skipper doch sehr irritiert. Mitten im Fahrwasser. Scheint wohl zu versanden?

In MARSTAL angekommen gehen wir noch nicht mal mehr in den Ort. Sonntag, später Nachmittag, so das Vorurteil, wird es da ganz schön tot sein.

Für Montag ist noch guter Segelwind für LABOE angesagt. Wir brechen um 0900 in MARSTAL auf und machen um 1330 in LABOE fest. Keine schlechte Segelleistung. Die Welle war auch OK. Die Sonne fehlte natürlich. Und die 20°C Lufttemperatur oder mehr auch.

Nun lassen wir hier in LABOE also unseren OSTSEE 2021 Törn nach 100 Bordtagen zu Ende gehen.

Immerhin, aber Sang- und Klanglos.

Peter.

P.S.: Wer sich für Traditionssegler interessiert: Hier die hochauflösenden Galeriebilder – Details durch hineinzommen…

STORMVOGEL im Hafen von FAABORG

T92, Grossenbrode

In der Tat machen wir uns auch nach vielen Segeljahren vor jedem Törn „Gedanken“. Um nicht zu sagen „einen Plan“.

Wie wird das Wetter?

Route?

Ausweichhäfen?

Besonderheiten?

Proviant?

Wenn wir von Starkwind ausgehen müssen, stellt sich die Frage: Segeln wir in eine Wetterbesserung oder werden die Bedingungen eher schlechter? Der letzte Starkwindtörn von ANHOLT nach HELSINGÖR war zwar anfangs anstrengend und doof, aber wir wussten ja: Mit jeder Stunde wird es besser und leichter. Das motiviert ungemein!

Nun denn.

Bei der jetzt anstehenden 55 Seemeilenpassage von HESNAES nach GROSSENBRODE ist es leider genau umgekehrt. Geschützt von der Landmasse von FALSTER werden wir auf Südkurs bis GEDSER ganz gute Bedingungen haben, doch dann geht es gen West-Süd-West und der Wind wird auffrischen und auf Nordwest gehen. Ein weiser Segler meinte neulich: Wieso schaust Du überhaupt noch auf die angesagte Windgeschwindigkeit? Starke Böen sind doch eigentlich nur das Problem (?).

Stimmt.

Die Wettervorhersage von WINDY und vom DMI stimmen für den Nachmittag überein: Böen um und bei 34 Knoten. Bedeckt, Regenschauern.

So binden wir schon bei Abfahrt in aller Ruhe das zweite Reff ins Groß und gehen mit beiden Vorsegeln auf die Reise. Wie erwartet Bilderbuch-Talsperren-Downwind-Schnellsegeln mit ausgebaumten YANKEE. Bei GEDSER Riff shiften wir das YANKEE, nehmen den Baum weg und kürzen etwas ab. Die Untiefentonne bleibt heute mal an Backbord liegen. Nächstes Highlight ist das ungehinderte Passieren der Fahrrinne der Fähre, die gerade vor GEDSER dreht um nach ROSTOCK zu gehen.

Der Wind ist nun ohne Landabdeckung in der vollen Stärke von 25+ Knoten da, die Welle auch.

Das Verkehrstrennungsgebiet der KADETTRINNE liegt klar östlich von uns, daher gelten hier die normalen Ausweichregeln der Seeschifffahrtsstrassenordnung. Wir kommen für den West gehenden überholenden Verkehr unter Segeln diagonal von Steuerbord.
Dann hoffen wir mal, das die beiden fast parallel fahrenden Containerjäger uns auch sehen. Der eine läuft mit 14 Knoten, der andere mit 13,x Knoten. Elefantenrennen auf See.

Die eigene Mannschaft beobachtet auf dem Plotter die AIS Signale der beiden Dampfer ganz genau. Entscheidend ist der Wert CPA – „Closest Point of Approach“.
Eigentlich könnte unser Plotter anzeigen, ob die angezeigten 800 Meter Passierabstand VOR oder HINTER dem Dampfer liegen. Also ob wir ihn am Bug oder Heck passieren. Heck wäre ja zu schön, weil absolut sicher. Alle Daten dafür sind vorhanden, aber die Software gibt das leider nicht her. So eine permanente Vektorberechnung braucht wohl zu viel Rechenkraft.
In so engen Revieren wie hier zwischen FALSTER und FEHMARN ist CPA sowieso nur mit Vorsicht zu genießen. Denn die großen Dampfer müssen dem Fahrweg folgen und ändern entsprechend oft den Kurs. Was eben noch klar gehen würde, kann einen Moment später schon sehr eng werden.
Also beobachten wir die beiden Situationen sehr genau, elektronisch und optisch. Es ist trocken und die Sicht gut. Schließlich passieren wir beide Dampfer ein paar hundert Meter vor deren Bug. Bei beiden vermuten wir, das sie ihren Kurs um ein paar Grad nach Steuerbord geändert haben, um genug Abstand zu uns zu halten.

Ostverkehr haben wir gerade nicht, freie Fahrt.

Es sind nur sehr wenige Boote unterwegs. Auf dem AIS können wir vor uns einen anderen Segler auf gleichem Kurs ausmachen, der ein paar wilde Manöver fährt um den dicken Pötten nicht zu nahe zu kommen.

Der Wind frischt weiter auf und wir können mittlerweile gar nicht mehr so genau unterscheiden, ob wir in einer Böe stecken oder ob der viele Wind jetzt zum Dauerzustand wird. Mittlerweile ist das Groß weit offen, das Yankee dritten Reff und die Fock im zweiten Reff.

Knapp 5 Seemeilen vor der Ostspitze von FEHMARN (STABERHUK) wird die Welle sehr unangenehm. Regelrechte Brecher laufen voraus an Steuerbord auf. Ganz selten steigt mal eine am Bug ein, ansonsten nur jede Menge Spray über Deck und manchmal auch im Cockpit. Kein Wunder bei dem Wind. Wir lassen den STORMVOGEL auf maximal-Geschwindigkeit laufen, denn wir gehen davon aus, das die Welle hinter der Landabdeckung stirbt und die knappe Stunde kann man die Waschmaschine wohl gerade so ertragen.
Über FEHRMARN ziehen raabenschwarze Regenwolken und entladen sich kurz vor uns, die LÜBECKER Bucht ist zeitweise nicht mehr zu erkennen. So unangenehm die Situation jetzt auch ist: Unser Boot tanzt zuverlässig wie ein Korken auf den Wellen. Im Deckshaus ist es fast still und absolut gemütlich, kein Wunder das die Mannschaft sich auf der Bank verkeilt hat. Aber so ist unsere Arbeitsteilung an Bord ja häufig. Skipper draußen im tosenden Wind, Mannschaft lesend unter Deck.

OK. Wir ertragen ja viel.

Zu viel Wind.
OK, wenn es sein muss.

Mistige Welle gegenan.
OK, wenn es nicht anders geht.

Aber heftiger (kalter) Regen noch dazu, das geht ja wohl gar nicht!

Dafür fahren wir nicht zur See.

Und irgendwie klappt es tatsächlich mit dem trocken bleiben! Kein Ölzeug auf der ganzen Reise.

Auf der Südseite von FEHMARN ist die bösartige Welle wie erwartet weg. In solchen Reiseabschnitten hat der Skipper oft den Eindruck, das noch mal zwei, drei besonders heftige Brecher um die Ecke kommen, bis es dann schlagartig ruhiger wird. Dennoch sind wir erstaunt, wie hoch und kurz die Welle trotz Landabdeckung noch ist. Was für eine unglaubliche Energie dafür nötig ist?
Jetzt haben wir aber eher das Problem, das wir mehr Höhe laufen müssen, wollen wir die Ansteuerung von GROSSENBRODE ohne Kreuz erreichen. Auf den letzten Meilen locker eine Meile nach Süd versetzt. Auf was man auf dem (!) OSTSEE alles aufpassen muss?

An der Ansteuerungstonne von GROSSENBRODE bergen wir die Segel. Immer noch viel Wind und die Gefahr einer schweren Regenschauer, aber durch den Landschutz überhaupt keine Welle mehr. Die Anspannung legt sich etwas, jetzt nur noch einen passablen Anleger hin legen und gut ist.

Wir gehen erstmals in den Hafen der KLEMENS YACHTWERFT. Da haben wir uns für die kommende Woche einen Liegeplatz organisiert, denn wir „müssen“ mal wieder eine Woche nach Hause. Impfen und Familie.

Der Anleger ist super einfach, denn man hat uns den einzigen Liegeplatz mit beidseitigen Schwimmstegen zugewiesen. Fest montierte Fender rundum. In diese Luxusbox kann man vermutlich auch bei 50 Knoten Wind einlaufen.

Später stellt sich beim Hafenmeister heraus, das gar nicht so klar ist, ob die Box die Woche frei ist. Können wir auch nicht ändern. Wir lassen den Bootschlüssel im Büro und versprechen telefonisch Hilfe zu leisten, falls die Werftcrew den Dampfer vorholen muss. 

Es ist nicht so, das dieser Törn richtig scheiße war.

Aber brauchen tun wir so was wirklich nicht.

Peter.

P.S.: Bilder gibt es natürlich nicht. Titelbild aus dem Archiv, gemacht von einem sehr guten Segler, der in seinem Blog im Mai schrieb, das er bei angesagtem Sturm nie wieder segeln würde…kuckst Du hier!

P.S.2: Macht sowieso mal wieder Sinn, im Blog von MAUNIE OF ARDWALL nachzusehen, denn die Sommertour von Dianne und Graham durch Schottland lieferte sensationell tolle Bilder! Und Geschichten sowieso!

T89-91, Hesnaes

Da sind wir also endlich wieder in HESNAES, diesmal mit mehr Zeit, gutem Wetter und vollem Kühlschrank.

Aber im weiteren Gegensatz zum Vorjahr sind wir nicht alleine. OK, ein paar andere Boote wird man sicher in jedem Hafen in dieser Ecke der Ostsee erwarten müssen. Neuerdings auch ein paar Wohnmobile, und sei der Stellplatz am Hafen dafür auch noch so abweisend.

Aber so viele Menschen haben wir hier in HESNAES niemals, also wirklich noch nie, erlebt.

Alte Fischfabrik und Waschhaus (ganz links) im Hafen von HESNAES

Auf den ersten Blick wirkt der sehr kleine Hafen wie immer. Alles so, wie es sein soll. Erst bei der kurzen Pilgerreise zum Waschhaus fällt auf, das auf der Wiese bestimmt zwanzig oder mehr Autos stehen und das ehemalige Fischfabrikgebäude in pastellrot seine großen schwarzen Tore geöffnet hat. Was ist denn da wohl jetzt drin?

Im Eingangsbereich ein paar Tische mit abgegriffenen Büchern darauf. Aha, wohl wieder so ein typisch dänischer Garagenflohmarkt? Nur langsam gewöhnen sich die Augen nach dem prallen Sonnenschein draußen an die relative Dunkelheit in der linken Halle der ehemaligen Fischfabrik zu HESNAES. Und wir erkennen: Nix Gragenflohmarkt!

Das ist jetzt eine Bäckerei!

Sparsames Hinweisschild auf das neue Café im Hafen von HESNAES

Im hinteren Teil sind die Öfen und Arbeitstische samt Roll-Regalwagen mit Brot darauf zu erkennen, etwa in der Mitte der Halle steht eine große Theke die den Publikumsbereich vom Arbeitsbereich trennt. Links sind ein paar einfache Kisten aufgebaut, in denen allerlei Backkram (Zutaten, einfache Küchengeräte) zum Kauf angeboten werden. Auf der rechten Seite stehen große Kühlschränke mit Softdrinks. Und Weißwein, Sekt und lokalem FALSTER Bier.

In der rechten Halle sind Esstische und ein Tresen aufgebaut, aber dort sitzen keine Menschen. Die Gäste habe es sich vor den beiden Hallen in der Sonne gemütlich gemacht und vernaschen super entspannt aussehend alles, was hier so angeboten wird.

Hafen von HESNAES / Falster

Nun, heute werden wir hier nichts probieren. Aber Morgen! Bestimmt.

Was folgt sind drei Nachmittage im Café von HESNAES.

Die Leute kommen aus der Umgebung tatsächlich hier her, um Kaffee zu trinken oder einfach nur vorzügliches Brot zum mitnehmen zu kaufen. Wer hätte das gedacht? Ein einfach gehaltenes Lokal bringt am Ende der (dänischen) Welt zu FALSTER das Leben in fast ein verlassenes Dorf zurück? Mehr braucht es scheinbar nicht.

Steilküste von HESNAES, im Hintergrund der Hafen

Gehen wir erst mal wandern.
Die Nordtour. Wie mittlerweile üblich finden wir den Anfang des Rundweges nicht und laufen daher am Wasser zum Fuße der brüchigen Steilküste über allerhand Steine und Seegras. Mühsam. Tritt man in Seegras, scheucht man Millionen von Ostseefliegen auf. Ab und zu hängt von der Oberkante der Steilküste eine alte Festmacherleine herunter, die ganz verwegene wohl für einen Aufstieg verwenden könnten. Doch nicht wir.

Keine Ahnung, wer da aufsteigen möchte…

Irgendwann finden wir einen Aufstieg ganz ohne Leine und landen prompt auf den zuvor gesuchten Wanderweg. Von hier oben ist die Kulisse doch etwas eindrucksvoller, als der von Seglern gewohnte Blick von der Wasseroberfläche. Herrlich gerade gewachsene, riesige Buchen stehen an der Kante. Bei genauerer Überlegung sind sie dem Tode geweiht, denn anders als in HERR DER RINGE können sie ja nicht wandern sondern nur geduldig darauf warten, das die Erdkante abbricht und sie in den Abgrund gerissen werden. Was für ein bestimmtes Schicksal!

Steilküste bei HESNAES
Abbruchkante der Steilküste bei HESNAES

Wir finden zwei kleine Ferienhäuser mit Seeblick auf Lichtungen im Wald. So schön der Anblick auch ist, so bitter ist wohl der Gedanke, das die Bewohner hier wohl niemals schwimmen gehen können. Kein Weg führt nach unten zum Wasser. Und selbst wenn, die Küste und das braune Wasser davor sieht hier nicht besonders badefreundlich aus.

Kleines Haus im Wald von HESNAES / FALSTER auf Lichtung
Kleines Haus im Wald von HESNAES / FALSTER: Blick aufs Meer, die Tage das Baumes sind wohl gezählt…

Der Rundweg wäre noch viel länger, wir gehen jedoch ins Landesinnere auf großen Forstwegen zurück zum Hafen von HESNAES. Was für ein riesiger Wald. Die Reifenspuren von großem Arbeitsgerät und die vielen Holzstapel lassen auf eine intensive Waldbewirtschaftung schließen. Doch wir hören nichts. Absolut nichts. Keine Maschinen, aber auch keine Vögel. Kein rascheln um Gehölz. Schon etwas merkwürdig?

Ganz schön viel gefällts Holz in der Nähe von HESNAES
Wald bei HESNAES

Zurück im Hafen wird im Café das FALSTER Bier, Kaffee und Kuchen getestet. Köstlich, alles samt.

Irgendwann stehen mehr Wohnmobile neben dem Café als Boote im Hafen liegen. Den Betreibern wird es egal sein, woher ihre Kunden kommen.

Anderntags machen wir uns auf den Südweg, der letzten Endes wohl bis GEDSER führen würde, würde man ihn denn vollständig abwandern. Daran ist natürlich nicht zu denken. Schließlich sind wir offizielle Segler, die sich nur mal ordentlich die Beine vertreten wollen.
Auf diesem Weg trifft man sogar Menschen! Das mag daran liegen, das hier noch ein weiteres, viel länger existierendes Lokal mit Namen POMLE NAKKE mitten im Wald, nahe der Steilküste gibt. Treue Gesellen, wie wir nun mal sind, kehren wir aber dort nicht ein, sondern freuen uns wieder auf „unser“ HESNAES Café bei unserer Rückkehr.

Hinweisschild auf das Café POMLE NAKKE

Auch am dritten Tag sind wir unterwegs. Trotz der gut geplanten und auch durchgeführten Bunkeraktion in RÖDVIG hat sich unerwartet Mangel an Traubensaft ergeben. Das Wetter ist zunächst lausig, also mit dem Bus nach Stubbekøbing.
Der fährt fast jede Stunde einmal. So weit so gut. Nur kann man keine Fahrscheine kaufen. Dafür bräuchte man mal wieder eine HANDY APP mit einem besonderen Zahlungsmittel und so bleibt nur die an den Busfahrer gerichtete Bitte, uns auch ohne Fahrschein mit zu nehmen. Geht klar. Besser zwei nicht zahlende Fahrgäste in dem großen Bus als gar keine Fahrgäste.

Trostloses Stubbekøbing

Sollte eine Fernsehproduktionsgesellschaft eine Kulisse für einen Endzeitfilm suchen, in Stubbekøbing würde sie wohl fündig werden. Natürlich, der Ort kann nichts für das trübe Nieselregenwetter, aber so sterbend haben wir noch keine dänische Stadt gesehen. In der „Innenstadt“ steht mindestens jeder zweite Laden leer. Viele auch schon länger. Außer einer Döner und einer Pizzabude gibt es kein Lokal. Der einzige Bäcker hat zwei Tische mit vier Stühlen im Regen stehen. Kaum ein Mensch auf der Straße. Wir besinnen uns auf den Anlass der heutigen Mission, besorgen den Traubensaft aus einem der beiden Discounter und sind in weniger als einer Stunde wieder mit dem Bus auf dem Rückweg nach HESNAES. Wieder erbettelt, denn auch in Stubbekøbing gibt es keine Automaten, an denen man einen Fahrschein käuflich erwerben könnte.

Trostloses Stubbekøbing

So oder so. Wir werden weiterreisen. Das Wetter scheint am nächsten Tag eine Weiterreise in den Großraum FEHMARN zu ermöglichen.

Mit Wind, mit Starkwind zwar, aber besser Starkwind als kein Wind.

So denken wir jedenfalls am Vorabend eines ungewollt anstrengenden Segeltages.

Peter.

Am Hafen von HESNAES
Wald in der Nähe von HESNAES

T87,88, Rödvig, Hesnaes

Bei bestem Segelwetter verlassen wir Morgens den Museumshafen von HELSINGÖR und versuchen zunächst, mit dem großen WINGAKER ordentlich Fahrt zu machen. Aber irgendwie will dieses monströse Teil heute nicht richtig zum stehen kommen und so passiert mal wieder das, was man bei Strecke machen (immerhin 53 Seemeilen togo) eigentlich vermeiden möchte: Wir verlieren Zeit!

Also fix auf weiße Segel gewechselt und dann läuft es überraschend auch ganz vernünftig. Vorbei an KOPENHAGEN mit (gezählt) 20 riesigen Baukränen. Was die wohl vor haben? Auf Höhe DRAGÖR wird der Wind so wenig, das der Skipper an Abbruch denkt. Denn bis RÖDVIG ist es noch ein gutes Stück (über 20 Seemeilen). Mit „ohne Wind“ ganz schön doof. Die Mannschaft braucht man eigentlich auch nicht mehr um ihre Meinung zu fragen. Deren Antwort ist ja immer „weiter!“.

So motoren wir das letzte Drittel tapfer um STEVNS KLINT herum und rechnen am Wochenende um diese späte Uhrzeit mit einem vollen Hafen. Pustekuchen. Nicht leer, aber beileibe auch nicht voll. Wir bekommen sogar unseren Luxusplatz im Fischerreihafen, den wir im letzten Jahr belegt hatten.

Einziger Grund in diesem Jahr für RÖDVIG ist bunkern. Der Supermarkt liegt zwar gut 800 Meter vom Dampfer entfernt, aber ein wenig laufen ist bestimmt nicht verkehrt. Wer nach HESNAES will, muss verproviantiert sein! Denn da gibt es nichts. Gar nichts. Jedenfalls in den letzten Jahren nicht.

So kaufen wir Leckerreien was das Zeug hält und schleppen uns auf dem Rückweg einen Wolf.

Essen kochen, essen, abwaschen, duschen, schlafen gehen. Leben an Bord halt. Nix besonderes.

Direkt am nächsten Morgen weiter. Mittlerweile dreht der zunehmende Wind langsam auf OST und wir Segeln, sobald die Messgeräte 8 Knoten Wind anzeigen. Bis MÖN können wir uns dann auch nicht beschweren, doch dann geht es auf Westkurs, vor den Wind. Das können wir auch! Baum ans YANKEE und „weiter geht die gute Fahrt!“.

Denkste.

3, auch mal 4 Knoten Fahrt sind Mist! Dümpel, Dümpel, Dümpel. Da hilft nur abwarten. Muss irgendwas mit „zu nah“ unter Küste sein. Strom und Wind. Oder so.

Nach ´ner halben Stunde (gefühlt EINE!) ist der Spuk vorbei und der STORMVOGEL nimmt wieder Fahrt auf. Je weiter der Tag voran schreitet, um so mehr Boote sehen wir. War gestern auch schon so. Klar. Wochenende und viel näher an Deutschland.

Als wir am späten Nachmittag HESNAES nach nur 36 Seemeilen erreichen, sind wir überrascht. Bestimmt 10 Boote im Hafen und merkwürdig viele Menschen auf der Pier.

Was ist denn hier los?

Das, liebe Leser, verraten wir erst im nächsten Beitrag!

Peter.