Meilenstein 2 erreicht – Boot gekauft…

Heute, um 13:10 Uhr war es so weit: Mit einer großen Faxorgie zwischen den Niederlanden und Deutschland wurde der Kauf von unserem neuen, schwimmenden Zuhause für die Jahre 2012-2015 besiegelt. Damit macht unser Projekt „Lange Reise“ einen entscheidenden Schritt.

Hier die technischen Daten und ein paar Bilder von unserem Boot:

  • Typ: Koopmans 48 Decksalon
  • Designer: D. Koopmans
  • Baujahr: 1995 (zu Wasser 1997)
  • Abmessungen ca: 14,46 x 3,95 x 2,70 m
  • Tiefgang: 1,45 / 2,70 m
  • Durchfahrtshöhe ca: 19 m
  • Werft Kasko: Koopmans Kasko Sneek / Innenausbau: Wilhelmina Werft
  • Rumpfmaterial: Aluminium
  • Bootsname: Stormvogel

 

Nun stehen umfangreiche Modernisierungs- und Erneuerungsarbeiten an (Neudeutsch: Refit). Diese Arbeiten werden von März bis April 2012 in den Niederlanden durchgeführt. Anfang Mai übernehmen wir das Boot in Makkum am Ijsselmeer. Dann der erste große Probeschlag in Richtung Hamburg und eventuell auch auf die Ostsee.

Peter.

Zielgerade!

Aus den zwei möglichen Booten ist nun eines geworden – der Eigner des zweiten wollte sich nicht auf unsere Preisvorstellungen einlassen. So wurde die Entscheidung einfacher!

Letzten Donnerstag war ich dann also mit dem Gutachter wieder in den Niederlanden um das vorverhandelte Boot unter die Lupe zu nehmen. Die gute Nachricht ist: Es gibt keine Show-Stopper. Allerdings sind doch noch einige umfangreiche Reparaturen und Verbesserungen vorzunehmen und ich warte dieser Tage sehr gespannt auf das Refit-Angebot der Werft. Hoffentlich sprengt das nicht alle Budgetgrenzen…aber ich glaube, das klappt!

Sobald der Kauf unter Dach&Fach ist werde ich hier natürlich ein paar Bilder von dem Dampfer veröffentlichen…bis dahin ist Geduld angezeigt 😉

Als „Bester Projektleiter der Welt“ (…OK, kleiner Anflug von alter Überheblichkeit…) habe ich zusammen mit Heidi nun unseren genauen Abfahrtszeitpunkt festgelegt:

  • Hamburg, Samstag den 14. Juli 2012 13:00 Uhr

Genauere Details folgen sicher dann, wenn sie fest stehen. Wichtig ist ja erstmal nur, das die Meilensteine festgeklopft werden!

Nachtrag: Eine kleine Laugenpumpe

Neben der Bootsbeschaffung und Reiseplanung widme ich mich verschiedenen Hausmeistertätigkeiten. So wurde bereits der Geschirrspüler mit harmlosen Ersatzteilen versorgt, der Trockner ersetzt oder der Dachboden aufgeklart.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Wäschemeister der Familie Wiedekamm geriet die Laugenpumpe unserer BOSCH MAXX 6 Waschmaschine in mein Blickfeld. Besser gesagt in mein Gehör: Immer wenn es ans Abpumpen ging klapperte und klöderte es…und das schon seit Monaten! Ok, immer mal wieder das Sieb gereinigt und tolle Dinge gefunden (Geld, Nägel und natürlich Knöpfe). Aber es war wohl nur eine Frage der Zeit bis die Pumpe ihren Geist aufgibt und vor dem Hintergrund einer Katastrophenprävention wurde ein Austauschprojekt („Replacement“) definiert.

Natürlich steht am Anfang die Ersatzteilbeschaffung – und die Beantwortung der Frage „Lohnt sich das überhaupt noch?“.

Also flux auf die BOSCH Ersatzteilwebsite und über die Typennummer und Explosionszeichnung die Pumpe auch schnell gefunden – soll aber 80 € kosten. Hmmmm. Lohnt sich das überhaupt noch…

…also GOOGLE bemüht und nach Alternativen gesucht. Viele, viele Treffer und auch wirkliche Alternativen. Aber, so stellte sich die Frage, kann es sein das die gleiche Pumpe woanders die Hälfte kostet?

Na ja, probieren es also einfach. Bei www.ersatzteilbestellung.de das Teil bestellt und im CheckOut kurz mal über die Zahlungsmethoden gestolpert (Vorkasse oder Sofortüberweisung (…wie doof muss man eigentlich sein um seine Homebanking-PIN auf einer fremden Website einzugeben?)) und los gings für (Achtung!) 40 €.

Zwei Tage später war das Teil da und wollte eingebaut werden.Vor dem Hintergrund unseres Projekts „Lange Reise“ also eine ideale Trainingssituation für die Crew: „Mannschaft Assestiert Skipper bei schwieriger Montage an Maschine“. An einem Freitag Nachmittag die Waschmaschine von Netz und Leitungen getrennt, entwässert und schwups montagefreundlich auf eine Wasserkiste gewuchtet. Alte Pumpe ausbauen und sich einprägen, wo was wie verdrahtet und angeschlossen ist. Dann zwei Überraschungen:

  • Die alte Pumpe ist völlig identisch mit der neuen – also nicht die Spur von „Originalersatzteil“. Sogar das Typenschild ist identisch!
  • Geld, wir haben Geld gefunden: Im Zulaufschlauch von der Trommel zur Pumpe und in der Pumpe habe wir weitere Geldstücke gefunden, in der Summe so 24 € Cent – wir sind reich! Aber nicht das einer denkt, wir wären Geldwäscher!

Also die neue Pumpe rein und leichte Begeisterung wie „idiotensicher“ das Ganze aufgebaut ist: Die Stecker sind verpolungssicher, die Schläuche haben Kerben und passen nur auf eine bestimme Art und die (Klemm-) Schlauchschellen sind mit einer Zange einfach zu handhaben. Das die Pumpe im Gehäuse nur eingesteckt wird und mit nur eine Schraube fixiert wird setzt der Einfachheit die Krone auf…wohl der Produktion in Niedriglohnländern geschuldet?

Maschine wieder aufgebaut, angeschlossen und Probelauf: Erfolg, Erfolg, Erfolg! Die Pumpe pumpt nahezu geräuschlos („wie am ersten Tag“) kein unerwünschter Wasseraustritt und gegenseitiges Schulterklopfen über die gelungene Operation. Tolle Crew – der Bootsmotor kann sich schon mal warm anziehen!

Fazit: Die Jungs von BOSCH bauen tolle, wartungsfreundliche Waschmaschinen, haben eine gute (wenn auch langsame) Ersatzteil-Website und sind dafür doppelt so teuer wie der „freie Markt“. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Heute, da ich diesen Artikel endlich schreibe fällt mir auf, das es die Pumpe auch bei eBAY gibt. Für 30 € – vom gleichen Verkäufer (GEHG GmbH alias www.ersatzteilbestellung.de).

Die Geschichte stellt einmal mehr klar das man als Verbraucher „den richtigen Preis“ nicht mehr kennen kann. Es bleibt immer das Gefühl das man das identische Produkt irgendwo für die Hälfte bekommt – oder sogar darunter!

Peter.

 

Status Bootskauf

Vergangene Woche war ich Dienstag / Mittwoch (31.01-01.02) wieder in den Niederlanden um potentielle Boote genauer unter die Lupe zu nehmen.

Diesmal war es eisig kalt – aber zum Glück waren die Boote in Hallen und die Verkäufer bzw. Makler haben dafür gesorgt das sie ein wenig geheizt wurden. Bei zwei Booten sind wir heute in konkrete Verhandlungen eingestiegen – mal sehen ob sich die Preisvorstellungen annähern.

Auf der Reise habe ich ein paar Bilder geschossen. Neben einem Bild von meinem Strandhotel (was von aussen deutlich schlimmer aussieht als es von innen ist) gibt es auch zwei Bilder eines unglaublichen J-Class Neubau aus Aluminium der bei einer Werft einfach so auf dem Hof stand. Aber keine Sorge – das ist nicht unsere Kragenweite 😉

Hier werden die J-Class Boote sehr gut beschrieben.

Ergebnisse Hollandreise

Am Dienstag und Mittwoch war ich mit einem Gutachter und einem Segelfreund in den Niederlanden. Wir wollten ein konkretes Boot auf Herz und Nieren überprüfen. Allerdings kam der Gutachter relativ schnell zu dem Schluss das ich besser die Finger davon lassen sollte.

Also haben wir den zweiten Tag genutzt um bereits vorausgewählte Alternativboote in einer Erstbeschau anzusehen. Allerdings ist es keine leiche Sache denn man muss sein neues Boot erstmal leiden mögen – erst dann kann ein Gutachter mit der technischen Prüfung bei der Kaufentscheidung helfen.

Das Ergebnis dieser Reise ist also nun, das ich nicht weiter über den Kaufpreis eines konkreten Boots verhandeln muss, sondern eine weitere Holland-Reise organisieren werde um mit Heidi andere Boote vor-auszuwählen. Dann (natürlich) wieder eine Gutachterreise.

So kann man auch seine Zeit verbringen – wenn die lange Autofahrt nicht wäre…die Niederlande sind eigentlich ein ganz nettes Pflaster!

Peter.

Termine, Termine

Die kommenden Tage stehen ganz im Zeichen des Projekts „Lange Reise“:

Am Wochenende 14/15 Januar 2012 sind Heidi und ich auf einem Wetterkundekurs bei der Yachtschule Meridian in Hamburg. Ich hatte damals dort mein SRC Sprechfunkticket gemacht und fand den Trainer ganz gut. Mal sehen, ob zwei Tage Wetterkunde ausreichen?

Am Dienstag und Mittwoch (17/18 Januar 2012) bin ich mit einem Gutachter und einem Segelfreund in den Niederlanden um einen Dampfer genauer zu inspizieren. Den hatten wir uns bereits im letzten Oktober angesehen und in den Kreis der infrage kommenden Boote aufgenommen. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis.

Peter.

Relaunch von www.wiedekamm.com

Es ist vollbracht!

Seit vielen Jahren fehlte die Zeit für eine Überarbeitung der eigenen Website. Die war immerhin seit 2002 online und sah so aus:

Aber nun ist der Umstieg auf WORDPRESS vollzogen. Alles sieht moderner aus – und vor allem muss man nicht mehr im Texteditor plain HTML schreiben.

Neben der neuen Technologie sind auch alle alten Inhalte umgezogen. Viel Spass beim stöbern!

Teilnahme an der ARC 2012

Heute kam vom World Crusing Club die Anmeldebestätigung für unsere Teilnahme an der ARC 2012.

ARC steht für „Atlantic Ralley (for) Cruisers“ und ist so eine Art Flottenfahrt für Fahrtenboote über den Atlantik. Im letzten Jahr sind mehr als 200 Boote im November aufgebrochen. Nach dem was man so liest sieht man die zwar alle am Start und am Ziel, aber unterwegs ist man auf hoher See wohl doch „alleine“. Das liegt wohl daran das man auf einem Boot ja nur knapp über der Wasseroberfläche sitzt und somit die Sichtweite auf den Horizont sehr eingeschränkt ist – so um die 20 Seemeilen. Wenn dann ein anderes Boot in 100 Seemeilen Entfernung steht ist das bei einer Gesamtdistanz von 2.700 Seemeilen doch recht nahe…

…diese „gefühlte“ Sicherheit anderer Boote in „der Nähe“ erklärt den Erfolg der ARC wohl am Besten. Uns geht es auch so und wir nehmen den Veranstalltungstrubel im Start- und Zielhafen dafür in Kauf.

Somit stehen erste Reisedetails fest.

  • ARC 2012
  • Start am 25. November 2012 von Las Palmas auf Gran Canaria
  • Ziel spätestens am 21. Dezember 2012 in Rodney Bay auf Saint Lucia

Für uns wird es sicherlich schon eine Herausforderung auf Cran Canaria überhaupt anzukommen – schließlich ist das ja auch noch eine Ecke von Hamburg/Elmshorn aus. Aber: Man kann (sogar in der Biskaya, wenn man genug Zeit hat) auf dem Anreisetörn immer in Küstennähe bleiben, wenn man will. Schauen wir mal!

Bei der Anmeldung musste man einen Bootsnamen angeben – aber wir haben ja noch keinen Dampfer. Also nehmen wir erst mal mit dem Arbeitsnamen „ORION 8“.

Peter.

Projektstart „Lange Reise“

Neujahr 2012 ist gleichzeitig der Startpunkt für unser neues Projekt „Lange Reise“.

Mit einem Segelboot wollen Heidi und ich erkunden, wie weit wir zusammen wohl kommen. Weil wir drei Jahre unterwegs sein wollen mussten wir dazu erst mal unsere Arbeitsplätze aufgeben und nun mit den Projektvorbereitungen starten.

Die wenigen bekannten Eckdaten bisher sind:

  • Aufbruch: Sommer 2012
  • Rückkehr: 2. Jahreshälfte 2015
  • Reisemittel: Eigenes Segelboot
  • Reiseroute: So weit wir kommen…wenn es klappt „1 mal rum“ über Europa, Kanaren, Karibik, Panama, Südsee, Australien/Neuseeland, Indischer Ozean, Mittelmeer, Europa.

Mental steht sicher der Kauf eines geeigneten Segelboots im Vordergrund – jedoch gibt es auch in Elmshorn viel zu organiseren.

Peter.

Sommertörn 2011: Stockholm

02. bis 23. Juli 2011 Sommertörn Laboe-Stockholm-Nyköping

Sonntag, den 24. Juli 2011
Erstmals in der Vereinsgeschichte ist es gelungen, zwei Urlaubstörns im direkten Anschluss zu organisieren. So konnten die Törns endlich mal in ferne Lande führen: Schwedische Ostküste mit Stockholm als nördlichsten Punkt. Hier der Reisebericht von Heidi und Peter – dem ersten Törn:

Samstag 02.07.2011 Laboe Burgtiefe
Gegen 11:00 Uhr in Laboe eingetroffen. Sauwetter, NW6-7. Angesagt sind Sturmböen. Na ja, wird wohl nicht so schlimm…denkt man dann ja immer. Kam aber schlimmer. Kurz vor Fehmarn konnten wir mit den gerefften Groß nur noch Aufschießer fahren und das bei achterlicher See mit 2 Meter Welle. Dafür waren wir aber dann auch um 18:30 Uhr in Burgtiefe. Was für ein 40sm Ritt!

Sonntag 03.07.2011 Burgtiefe Gedser
Um 10:00 Uhr war die Sicht dann so, das man wieder von Sicht sprechen konnte. Wenigstens ein paar 100 Meter. Wir wollen die Hauptverkehrsrouten kreuzen…da bietet sich Sichtkontakt durchaus an. Die 31 Seemeilen sind aber deutlich geruhsamer als der Vortag. Über NW5 dann alles bis zum Abend NW3. Gedsder immer noch tot…

Montag 04.07.2011 Gedser Klintholm
Erst um 12:00 Uhr los – der Wind Anfangs noch NW5 aber sehr schlechte Sicht, über den Nachmittag verteilt dann NW2 bis gar nichts mehr. Also Motor für 2,5 Stunden.Treffen in Klintholm die Manschaft einer Niederländischen ATLANTIC Alu Yacht – die kennen wir schon aus Laboe. Netter Abend nach 37 Seemeilen!

Dienstag 05.07.2011 Klintholm Smygehamm
Kurz vor 10:00 Uhr Start zum Sprung nach Südschweden. Den Morgen erstmals leicht verschlafen. Smygehamm liegt etwas östlich von Trelleborg, 41 Seemeilen. Wind mittlerweile auf NE4, am Abend dann NE2. Zunächst unter der Ecke von Mön heraus kreuzen, dann gottlob direkter Kurs. Auf die großen Fähren passen wir gut auf und kommen erst im 18:30 Uhr an.Der Hafen ist echt schräg. Angeblich wurde der irgendwie in den Felsen gesprengt und das Seewasser erzeugt in Verbindung mit dem Gestein irgendwelche Gase…jedenfalls stinkt es etwas. Der Duschcontainter ist nicht der Auslöser!

Mittwoch 06.07.2011 Smygehamm Ystad
Los um 09:30 Uhr bei sehr, sehr wenig Wind…dann aber immer mehr auf SE5 und wir hängen hart am Wind mit Welle gegen an…also mal wieder reffen und die Küste bei ordentlich Welle aus der Nähe betrachten. In Ystad bunkern wir 29 Liter Diesel (=voll). Haben ja in Deutschland nicht getankt. Nur 18 Seemeilen heute, aber bei dem Wind und der Welle gegen an haben wir auch mal keine Lust mehr.

Donnerstag 07.07.2011 Ystad Skillinge
Wieder um 09:00 Uhr los, wettertechnisch gleiches Programm, diesmal aber eher Süd. Zunächst kaum Wind, dann S5. Skillinge gefällt uns ganz gut. Lag eigentlich gar nicht im Plan, aber ein Hafen weiter hätte uns für den Sprung über die Hanö-Bucht auch nichts gebracht. Also mit 23 Seemeilen wieder ein kurzer Tag.

Freitag 08.07.2011 Skillinge Utklippan
Für die knapp 60 Seemeilen stehen wir auch mal früh auf – um 08:00 Uhr geht es los. Mit E4-5 über den Tag verteilt können wir es fast gar nicht besser treffen. Laufen unter Vollzeug mit Groß und Genua gut am Wind, wenig Welle, aber eingeschränkte Sicht. Um 18:30 Uhr sind wir im 2er Päckchen fest. Utklippan ist ein echter Hammer! Ein extrem einsamer schwedischer Vorposten in der Ostsee. Mit kleinen Ruderbooten kann man vom Hafen zur Leuchtturm-Insel übersetzten und kaltes Bier und Eis erstehen. Durch die diesige Wetterlage haben wir sofort 1.000 Ideen für einen kleinen Utklippan-Thriller. Basis ist das Hostel und natürlich ein toter Tourist.

Samstag 09.07.2011 Utklippan Grönhögen
Obwohl wir kurz mit einem Hafentag geliebäugelt haben brechen wir um 08:30 Uhr richtung Öland auf. Aber eigentlich dumm, da kein Wind. Nach 2 Stunden Motor kommt NOMI Wind – und wir brausen mit 5 Knoten zur Südspitze von Öland. Im Hafen sind wir fast alleine, nur 3 weitere Boote – schon alleine desshalb empfehlenswert. Allerdings liegt man längsseits der Pier und kämpft mit eckligen Gummireifen und viel zu kleinen Fenderbrettern. Die 32 Seemeilen haben wir bis 17:00 Uhr abgesegelt.

Sonntag 10.07.2011 Grönhögen Borgholmen
Start wieder im 09:30 Uhr bei SW4, später SW5. Zunächst segeln wir wieder NOMI, packen sie dann aber wg. auffrischendem Wind sicherheitshalber wieder ein. Kurze Überlegung ob wir in Kalmar Station machen sollen, aber es läuft gut und das Ziel ist noch weit. Nach 42 Seemeilen sind wir um 19:00 Uhr an Heckbojen im Außenhafen fest.

Montag 11.07.2011 Borgholmen Kiddenholmen
Zunächst bestehen 50% der Manschaft auf einen halben Hafentag. Also erkunden wir Vormittags Borgholmen und die örtliche Einkaufsstrassse und brechen dann um 13:00 Uhr wieder auf. Zunächst bei regnerischem Wetter umlaufende Winde, später dann erstmal Windpause. Also viel motoren. Erst am Abend kommt wieder Wind. Und der spannende Moment des Einlaufens in eine kleine Ankerbucht nach 26 Seemeilen. Hochspannung pur und das Navigationsnotebook als Plotter auf den Knien…nur um ja nicht an die Unterwassefelsen zu geraten. Aber die Bucht lohnt solche Mühen. Der Anker hält sofort. Nur der Schwoikreis der HANSE macht stutzig. Wie ein Gummiball hin und her…ob das normal ist? Dennoch: Unglaublich schöner Platz!

Dienstag 12.07.2011 Kiddenholmen Västervik
Bei W4, später W5. Eigentlich haben wir die ganzen Tage schon gedacht: Wo wohl die ganzen Schweden sind? An diesem Tag haben wir sie gefunden! Auf dem Fairway durch die Schären – nicht auf hoher See, sondern durch die verschlungenen, aber sehr gut betonnten Pfade fahren die ganzen Schweden zur See! Wir laufen bei Kräkelsund in die Schären ein…und gehen durch nach Västervik. Die Navigation ist sicherlich anspruchsvoller als auf hoher See, aber es ist super reizvoll auf vielen wechselnden Kursen unter Segeln dem Fahrwasser zu folgen. Västervik macht beim Einlaufen den Eindruck einer dreckigen Industriestadt – der Eindruck ist aber völlig falsch. Schöne, sehr lebendige Stadt! Nach 39 aufregenden Seemeilen sind wir schon um 16:45 Uhr fest. Das Hafenhandbuch spricht von einem dreckigen Gästehafen – ist er aber nicht. Mit 320 Kronen nur sehr teuer – ob der kostenlose Pool das dann auffängt? Endlich bekommen wir einen Bojenhaken damit die Bojen-Anleger besser klappen.

Mittwoch 13.07.2011 Västervik Trässö
Das Ziel ist wieder eine Ankerbucht und mit 20 Seemeilen auch mal eine kurze Etappe. Um 14:30 fällt der Anker und hält sofort. Dann per TELIA UMTS Prepaid Internet die Wettervorhersage: NE7-8. Na ja, laut Buch soll die Bucht guten Schutz bieten. Über Nacht kommt denn auch der Wind…

Donnerstag 14.07.2011 Trässö Trässö
…kein Gedanke an Weiterfahrt. Sehr ungemütlich und wir wissen nicht, wie der Wind (Welle) sich in den Schären auswirkt. Tagsüber vorholen wir noch 2 mal weil wir befürchten das der Anker im Schlick slippt. Am Abend dann noch mehr Wind und die Entscheidung einen zweiten Anker auszubringen. Das war zumindest gut für die Nerven. Bis 02:00 Uhr dann auch noch Ankerwache – dann ist der Sturm überstanden!

Freitag 15.07.2011 Trässö Oxelösund
Mit NW4-5, am Nachmittag NW6 immer noch ordentlich Wind. Wir starten sehr früh um 07:00 Uhr, sammeln die Anker ein und auf gehts. Anfangs läuft es sehr gut, aber die offene See und der viele, lang anhaltende Wind bei der Ansteuerung von Oxelösund liefert eine mächtige Welle. Die wird zur kleinen Katastrophe – jedenfalls sind wir nicht da lang gefahren, wo wir wollten. Der Ärger darüber ist kaum verdaut, geht auch noch der Anleger richtig schief. Um 17:30 Uhr dann fest…und fertig. Es war mit Sichtheit sehr unklug nach der Sturmnacht vor Anker einen langen Schlag von 49 Seemeilen einzulegen.
Die Stadt selbst ist eine reine Industriestadt und man liegt recht unruhig. Aber na denn…

Samstag 16.7.2011 Oxelösund Södertälje
Los um 09:30 Uhr. Der Wind ist auf WNW3-4 runter und man kann unter Vollzeug durch die Schären bretten. Am späten Nachmittag ein kleines Rennen mit einer anderen HANSE 342, aber wir müssen passen und reffen. Södertälje selbst wird dann fast schon kanalartig unter Motor angesteuert. Anleger gegen 18:30 Uhr nach 46 Seemeilen wieder nicht gut. Irgendwie ist der Wurm drin.

Sonntag 17.07.2011 Södertälje Stockholm
Schneller Aufbruch um 09:30 Uhr da viele andere Boote vor der Schleuse warten und wir mit kommen wollen. Die Schleuse hebt mal gerade um 50 cm…dann weiter zur ersten Klappbrücke Mälabron. Die hat geschlossen 15 Meter, wir haben 16 Meter. Also warten und nach 15 Minuten gehts weiter. Wir laufen mit der Genua Ostwärts im Fahrwasser nach Stockholm und passieren die geöffnete Klappbrücke Lilijeholmshammen, die Schleuse Hammarby und schließlich die letzte Klappbrücke Danviksbörn. Dann raus auf das Stockholmfahrwasser – und rein in den sehr unruhigen Vasahammen direkt am Vasa Museum. Wir erreichen Stockholm um 15:00 Uhr nach 26 Seemeilen und bekommen zwar einen Boxenplatz, aber eher draußen wo der Schwell der vorbei fahrenden Fähren und Motorboote den Dampfer heftig durchschüttelt. In der Summe sind wir seit Laboe nun 16 Tage unterwegs und haben 527 Seemeilen zurück gelegt.

Montag 18.07.2011 Stockholm Stockholm
Hafentag und Füße platt laufen – schlau wie wir sind machen wir mit einem Ausflugsdampfer eine Brückentour.

Dienstag 19.07.2011 Stockholm Skansholmen
Um 09:00 Uhr Start zum Rückmarsch, wieder durch die Södertälje. Auf den Mälaren eher Motor denn Segel, später können wir gut gegen einen SW4 ankreuzen. Alle Klappbrücken und Schleusen wie gewohnt – offenbar mit Glück. Wir treffen ein anderes Seglerpaar die seit 2 Stunden vor der Mälabron Brücke warteten…und entsprechend sauer waren. Wir erreichen Skansholmen (Südlich von Södertälje) 40 Seemeilen später um 18:30 Uhr und sind froh über diesen schmucken, kleinen Hafen inmitten der Natur. Und über den sehr leckeren Imbiss auf dem Berg.

Mittwoch 20.07.2011 Skansholmen Marsholmen
Zum Abschluss wollen wir noch mal ankern – in einer super geschützten Bucht in der Nähe von Nyköping namens Marsholmen. Also los um 10:15 Uhr und astreines gegenan kreuzen bei S5 in der nun schon breiten Södertälje. Dadurch, das wir das Fahrwasser verlassen, müssen wir genau auf die vorhandenen Untiefen aufpassen…aber alles ist gut. Wir erreichen die Bucht wie geplant gegen 17:30 Uhr nach 28 Seemeilen und liegen auf 4 Meter Wasser mit 20 Meter Leine vor Anker. Zusammen mit ca. 20 anderen Booten – die Bucht scheint doch recht beliebt. Aber es ist so weitläufig das man sich fast alleine fühlt.

Donnerstag 21.07.20111 Marsholmen Nyköping
Letzte, kürzeste Etappe vollständig im Regen. Los um 09:30 und im Schären-Fahrwasser nach Nyköping. Mit dem Nordwind um 4 können wir fast durchgängig segeln…nur für einige Passagen brauchen wir den Motor. Nach 15 Seemeilen sind wir um 13:30 Uhr da, bunkern noch mal 40 Liter Diesel und legen uns in den Gästehafen.

Freitag 22.07.2011 Nyköping Nyköping
Großes Aufräumen, Ausmisten und Saubermachen angesagt: Klarschiff für die Ablösecrew die am Abend eintreffen soll. Wir reisen am Samstag mit RYNAIR via Skavsta und Lübeck zurück.

Fazit:
Insgesamt 606 Seemeilen in 20 See- und 18 Segeltagen. Obwohl wir gefühlt fast nur gesegelt sind hat der Motor 39 Betriebsstunden mehr auf der Uhr. Das Wetter war insofern gut als das es jeden Tag eigentlich anders war, die Windrichtung nicht tagelang konstant fest lag und es vor allem meistens auch hübsch dosiert blies.
Als Literatur können wir folgende (in Summe sehr teure!) Unterlagen empfehlen:
a) Die vier schwedischen Sportbootkartensätze Sjöfartsverket Bätsportkort Hanöbukten, Kalmarsund, Ostkusten und Mälaren. Im Mälaren Kartensatz ist auch die Södertäjle vollständig enthalten – auch wenn man das so nicht direkt erkennt.
b) Das Ganze dann noch als elektronische Seekarten auf CD für das Notebook. Das war insbesondere für das Anlaufen von sehr engen Stellen hilfreich – aber nicht wirklich zwingend notwendig.
c) Unbeding empfehlenswert sind die englisch sprachigen Bücher Landsort-Skanör (Gelbes Buch) und Arholma-Landsort (Rotes Buch) vom Nautiska Förlaget. Die kann man als universelle Reiseführer mit Landgangtips und Luftbildern der Gästehäfen nutzen und haben vor allem sehr genaue Detailkarten aller Naturhäfen (=Ankerplätze). Ferner finden wir das deutsche Buch Schweden 2 Südküste, Ostküste, Öland und Gotland von Gerti und Harm Claußen sehr gut. (Delius Klasing Verlag).

Hier ein paar ausgewählte Bilder von dem Törn:

…neues von Familie, Segeln und Fotos