Trollhättakanal

Der kleine TROLLHÄTTAKANAL   verbindet den See VÄNERN mit dem Fluss GÖTA ÄLV. Mit „klein“ ist hierbei nur die Länge gemeint. Nach der berauschenden Landschaft des GÖTAKANALS landen wir nun in einem richtigen Industriekanal.

Vom See kommend erste Klappbrücke in VÄNERSBORG

Los geht mit der wohl schnellsten Klappbrücke der Welt in VÄNERSBORG. Ungeöffnet beträgt die Durchfahrtshöhe 16 Meter – also Anruf über UKW Sprechfunk beim Brückenmeister. Der will wissen wie hoch der Mast ist (19 Meter) und meint, er macht sofort auf, wir sollen dichter heran kommen.
Das machen wir, natürlich mit langsamer Fahrt, und das Teil klappt (zumindest gefühlt) in Sekundenschnelle hoch. Wir durch und genau so schnell geht die Brücke wieder runter und die Autos können weiter fahren.

Im Hintergrund kann man schon die Eisenbahnbrücke erkennen

Doch nun liegt die Eisenbahnbrücke vor uns – offenbar eher ein Museumsstück. Wird vom gleichen Brückenmeister bedient aber diesmal ist er abhängig vom Fahrplan der Züge. Wäre ja doof, wenn so ein ganzer Zug vor der geöffneten Brücke warten müsste. Und so hängen wir in dem Mini-Kanalabschnitt, der auch noch als Hafen genutzt wird, mal eben ´ne r halbe Stunde fest. Nix geht vor, nix geht zurück.

Eisenbahnbrücke von VÄNERSBORG. Museum?

Wir zählen zwei Züge, dann geht dieses Ungetüm sehr, sehr gemächlich auf. Faszinierend.

Dann ein kurzes Stück über einen Mini-See und wieder warten vor einer Brücke. Diesmal müssen wir fast eine Stunde warten – es ist schon später Nachmittag, auf der Brücke ist der Berufsverkehr im vollen Gange und hinter uns kommt dann auch „endlich“ das andere deutsche Boot. Auch klar. Da kannst Du so schnell weg segeln wie Du willst, die Brückenwärter normalisieren das alles wieder. Ökonomie der Brückenöffnung und so.

Schon beim Warten vor der Brücke steigt kurz mal des Skippers Adrenalinspiegel, denn, Erinnerung, Erinnerung, wir sind in einem Kanal! Auch wenn Rechts und Links der Fahrrinne augenscheinlich viel Wasserfläche zu sehen ist – das sagt nichts, aber auch gar nichts über deren Wassertiefe aus. Also hübsch, auch beim Drehen der Warteschleifen, im Fahrwasser bleiben.


Außerdem fühlt sich der Skipper recht schnell von den beidseitigen, mit Auslegern über dem Wasser hängenden Radareflektoren belästigt. Die Dinger sind so hoch, die übersieht man leicht und wenn das passieren würde, wäre offen, ob der Mast oder der Ausleger gewinnt. Besser nicht darauf ankommen lassen.

Verrückt: Diese Eisenbahnbrücke wird an allen vier Ecken gleichzeitig hoch gezogen – Fahrstuhlbrücke.

Die weiteren Brückenöffnungen klappen wie am Schnürchen und wir erreichen am späten Nachmittag den Ort TROLLHÄTTAN. Der (für Kanalfahrer) kostenlose Hafen liegt direkt neben der Schleusentreppe und die Schleusenwärter (per Video zugeschaltet) öffnen direkt die Tore, dabei biegen wir doch im letzten Moment ab und gehen in den Mini-Gasthafen. Müssen sie die Tore halt wieder schließen.

Gasthafen TROLLHÄTTA – direkt neben der Schleuse

Was für ein Tag! Morgens in SPIKEN los, durch die Schären, HighSpeed über den See, Brücken ohne Ende, Nieselregen, Kälte. Langer Tag. Die Mannschaft zaubert was leckers warmes, Feierabendbier und das wars für den Tag.

Mannschaft mit Leine. Sehr souverän.

Früh´ am nächsten Morgen geht es weiter. Direkt, so zum Frühsport, so denken wir, mit dem Abwärtsschleusen. Nix Frühsport. Die modernen Schleusen sind zwar unheimlich groß, die Wände glitschig und igitt, igitt.
Aber kaum Strömung, viel Platz und nachdem die Manschaft verstanden hat, das irgendwo unter der Wasseroberfläche der nächste Poller in der Wand sicher auf sie wartet, führt sie die Leinenmanöver sehr sourverän durch. Der Skipper sucht sich achtern hingegen eine Leiter.
Wir sind immer nur mit zwei Booten in den riesigen Schleusen und sehr, sehr entspannt dabei. Allerdings – diese Poller in den Wänden gibt es nur auf einer Seite und statt, wie beschrieben alle paar Meter liegt doch mindestens eine Bootslänge dazwischen.

Im Sjetchleusenloch

Nun, nach den Schleusen endet auch bald der Kanal und mündet in den Fluß GÖTA ÄLV – ganz schon breit, das Teil. Oder kommt das einem nur so vor, weil dieser TROLLHÄTTAKANAL so eng und dunkel war?

Peter.

P.S.: Was den Bildern feht ist Farbe. Doch die war an diesem Tag krank.

See Vänern

Jetzt fahren wir über´n See,

über´n See,

Jetzt fahren wir über den See!

Der gemeinte See liegt mitten in SCHWEDEN, ist riesig groß und heißt VÄNERN. Vom Ausgang des GÖTAKANALS in SJÖTORP wollen wir nun zum Eingang des TROLLHÄTTAKANALS. Dazwischen liegt der See, von Ausgang zu Eingang 60 Seemeilen Strecke, dazwischen eine große Halbinsel mit Schären und eine Brücke. Deren Durchfahrtshöhe ist in den Karten mit 17,8 Meter angegeben und sie liegt im Fahrtwasser nach MARIESTAD – da wird unter anderem Bier gebraut!
Seit RIO GUADIANA gehen wir davon aus, das wir 19 Meter Durchfahrtshöhe brauchen, Ebbe und Flut gibt es auf VÄNERN nicht, also müssen wir wohl oder übel den Umweg „oben rum“ nehmen. Die paar Meilen mehr machen ja den Kohl nicht fett, würde es bloß nicht wie doof aus SÜD pusten. Im Fahrwasser nach MARIESTAD bestimmt easy (soweiso) unter Maschiene, oben rum ist offenes Wasser und entsprechend Welle. Schon toll, wie der Wind so einen See aufpeitschen kann.

Auf der genommenen Abkürzung zwischen VETEN und SANDHOLM wird es kurz mal unangenehm flach, aber mit ganz langsamer Fahrt und Ausguck am Bug passiert nichts.
Dann stramm unter Segeln nach SÜD-WEST – noch einmal schöne Schären und enge Fahrwasser genießen! Das berühmte Schloss LÄCKÖ versinkt im Regen und sieht wenig einladend aus, aber wir wollen sowieso etwas weiter in die Schären, nach SPIKEN.

SPIKEN  ist einer der größten Süßwasser-Fischereihäfen in SCHWEDEN, 700 Tonnen Fisch aus dem See werden hier jährlich angelandet. Behauptet jedenfalls ein Touri-Schild.

„Hafeneinfahrt“ SPIKEN

In den eigentliche Hafen kommen wir gar nicht erst rein, zu klein und vor allem – zu flach! Aber direkt davor ist noch eine Box neben einem Kutter frei und wir haben bestimmt noch 50 Zentimeter Wasser unter dem Kiel. Also gehen wir mal von knapp 2 Metern aus 😉

Der Ort ist winzig, es ist Sonntag und viele Eingebohrene Touristen treiben sich hier herum – und sind dann auf einmal weg. Haben die auch so was wie TATORT?

Am kommenden Tag weht es noch stärker aus SÜD, nun aber etwas ÖSTLICHER. Wir bahnen uns unseren Weg durch die Schären, treffen mit DIANA auf den nächsten GÖTAKANAL Kreuzfahrer und schon sind wir wieder auf dem offenen See.

Tja, und dann werden die Segel getrimmt die 38 Seemeilen auf schnurgeradem Kurs nach VÄNERSBORG (ganz im SÜD-WESTEN des Sees) gesetzt und ab geht der Vogel. Der STORMVOGEL. Irgendwie hat sich die ganze Trimmerei im Winter 2016/2017 wohl doch gelohnt. Das Boot läuft viel besser!

Wir sehen 7,5 oder auch 8 Knoten auf dem Log. Nicht schlecht der Specht. Talsperrensegeln. Kaum Welle, viel Wind, Vollzeug. OK, etwas auf der Backe liegend aber das Deck ist noch nicht im Wasser. Nach ein paar Stunden denken wir ans Reffen, aber es sind nur noch wenige Meilen bis zur Klappbrücke von VÄNERSBORG. Da müssen die Segel sowieso alle runter.

Auf dem Meer hätten wir wohl viel früher gerefft.

Aber wir fahren ja „nur“ übern See, übern See.

Peter.

P.S.: Seit Tagen sind wir mit einem anderen Boot aus Deutschland unterwegs und die haben ganz andere Windgeschwindigkeiten auf dem Instrument abgelesen. Den Verdacht habe ich schon länger – unser Windsensor auf der Mastspitze scheint nicht mehr korrekt zu arbeiten. Das ist so ein High-Tech Teil ohne mechanisch bewegliche Bauteile. Aber irgendwie kann es Richtung und Stärke messen. Na ja – auf bestimmten Kursen wird offenbar zu wenig angezeigt und die Richtung stimmt auch nicht.
Das wäre ja ein Fall für die Mannschaft. Wir erinnern uns: Skipper alles unter Wasser, Mannschaft alles über Wasser. Doch der Windsensor steht ja auf dem Masttop – da würden die kurzen Arme der Mannschaft ja gar nicht hin langen. Auch nicht vom Bootsmansstuhl aus. Also bleibt alles wie es ist. Bis zum Winter.

P.S.2: Auf dem See könnte man bestimmt länger als nur zwei Tage verweilen. Dann aber vielleicht im Hochsommer und mit einem (viel) kleineren Boot (?).

Schleusentraining auf dem Götakanal

Der weltberühmte GÖTAKANAL!

Je näher wir unserem Startpunkt in MEM kommen, um so deutlicher werden die Warnungen der Einheimischen: „They call him the divorse channel!“

Zu Deutsch: „Sie nennen ihn den Scheidungskanal!“

Startpunkt MEM GÖTAKANAL

Na, das wollen wir doch mal sehen. Ob 32 Ehejahre, jede Menge Kinder, ein paar Enkel und 25.000 gemeinsame Seemeilen in 4 Jahren durch einen uralten Kanal quer durch SCHWEDEN in Gefahr gebracht werden können?

Erst mal mit Halbwissen aufräumen: „DER GÖTAKANAL“ ist eugentlich nur einer von vier Abschnitten auf der Bootsreise mit stehendem Mast im Binnenland von SCHWEDEN. Dann kommt noch eine Passage über den riesigen See VÄNERN, der TROLLHÄTTAKANAL und schließlich der Fluß GÖTA ÄLV
Bereist man die ganze Strecke, führt sie von OST-SCHWEDEN (MEM, nähe STOCKHOLM) bis ganz nach WEST-SCHWEDEN (GÖTEBORG) oder eben umgekehrt.

Erste Schleusenkammer in MEM

Unser erster Abschnitt auf dem eigentlichen GÖTAKANAL führte uns in fünf Tagen von MEM nach SJÖTROP am See VÄNERN:

Tag 1: MEM – BERG
Tag 2: BERG – BORENSHULT
Tag 3: BORENSHULT – FORSVIK
Tag 4: FORSVIK – TÖREBODA
Tag 5: TÖREBODA – SJÖTORP

Eigentlich kann man alle Kanaldetails wie immer super bei WIKIPEDIA oder der Kanalseite nachlesen, aber 58 Schleusen, 50 Brücken, 5 Seen und 2 Aquadukte in 5 Tagen, das ist doch schon mal ein Klopfer, oder? Na ja, oder diese offensichtlich geballte Manöverhäufigkeit bietet eben Anlass für Streß. Viel Streß. Denn alleine die 58  Schleusenmanöver bedeuten ja: 58 mal anlegen, 58 mal ablegen.

Alarm! Tauchen! Wie? Falscher Film? OK, Fluten, Fluten!
Vor Schleusentreppe BERG: Wir fragen gar nicht erst nach dem größten.

Weil wir außerhalb der schwedischen Hauptsaison reisen, müssen wir die Passage im voraus buchen und in einem Konvoi antreten. Fünf Tage sind dafür vorgesehen, wer will, kann diesen Abschnitt auch in drei Tagen abreißen. Oder halt endlos im Hochsommer. Da kann man so langsam oder schnell durch den Kanal brettern wie man will – allerdings dann völlig unorganisiert. Gerüchten zufolge kommt es in dieser Zeit regelmäßig zu Tumulten vor und in den Schleusen, weil irgendwelche Schlauköpfe sich vordrängeln. Wie unsportlich!

In der so genannten Bestellsaison fährt immer die gleiche Gruppe zusammen, da  sieht man sich täglich wieder und lernt schnell, sich zu benehmen. Jedes Boot hat tagsüber in den Schleusen die gleiche Position. STORMVOGEL: Immer als zweiter Backbord hinten. Im Einzelfall kann man die Passage aber wohl verlängern und vor den Startpunkten der Tagesetappen aussetzten, bis der nächste Konvoi vorbei kommt – aber das muss man mit der Kanalgesellschaft vorher absprechen.

Kreuzfahrer! Kann man buchen!

Nun denn, wir kommen also ganz entspannt Samstags in MEM an, gehen an die Kaimauer vor der ersten Schleuse und machen fest. Montag soll es los gehen – die Manschaft hatte in der Nacht zuvor tatsächlich einen Albtraum wegen der vielen vor uns liegenden Schleusen!
Kommt ein Niederländer vorbei und meint: Nein, nein, Montag geht es nicht los! Erst Mittwoch ginge es weiter. Das hätte er aus erster Hand von der Kanalgesellschaft. Ja, ja, so entstehen Steggerüchte: Er hatte keine Ahnung, das nun Bestellsaison ist und der nächste mögliche Slot für ihn als Nachzügler war eben erst Mittwoch.

Am Nachmittag mit dem Leihfahrrad von MEM nach SÖDERKÖPING. Der Skipper hat  alle verfügbaren Karten, inklusive GOOGLE MAPS, studiert und beharrt schon bei Abfahrt in MEM auf seiner Meinung, das es keinen direkten Weg nach SÖDERKÖPING am Kanal gebe. Man müsse über die Straßen ca. 12 Kilometer in Kauf nehmen – one way. Auf dieser Meinung beharrte er auch weiterhin sehr hartnäckig, als ihn die Manschaft in MEM auf einen altmodischen  Richtungspfeiler hinwies, auf dem „MEM 6 km“ stand. Die 12 Kilometer auf der Straße zurück waren mal wieder länger als auf dem Hinweg. Ob das wohl mit der asymetrischen Erdkrümmung, der Kontinentalplattenausdehnung oder den Kondensstreifen am Himmel zu tun hat?

Wo nehmen die Schweden nur die spektakulären Wolken her?

Sonntags besteht die Manschaft auf einem Fußmarsch am Kanal entlang. Denn eben diese Manschaft hat in MEM ein weiteres Hinweisschild gefunden: „SÖDERKÖPING 6 km“ ist darauf zu lesen. Das kann ja gar nicht sein! Kein Weg in den Karten = Kein Weg in der Wirklichkeit. Die Manschaft wird schon sehen: Der Weg am Kanal entlang wird irdendwo im Niergendwo enden. Oder im Kanal versinken. Gehen wir doch einfach mal los…

…und kommen eine knappe Stunde später in SÖDERKÖPING an. Welch Schmach! Hat die Manschaft, sich allgemein in Fragen der Navigation vornehm zurückhaltend, doch gnadenlos über den sonst so erhabenen Skipper triumphiert. Noch Tage später bekommt er die 2 mal 12 Kilometer auf den nun nur noch „Highway to Hell“ genannten Straßen rund um MEM und SÖDERKÖPING aufs Brot geschmiert. Ist schon sagenhaft, wie die Eingeborenen auf dem Land über die Straßen brettern.

Doch auch die Manschaft wird wieder ruhiger. Montag, 9:00 Uhr steht die erste Schleusung an. Auf Hinweistafeln am Kanal wird auch in Deutsch erklärt, wie das geht. Mit den Leinen und so. Unser Konvoi besteht aus einem weiteren Deutschen Boot, einem Polen und, so denken wir, aus einem Eingeborenen. Führt das Boot doch eine schwedische Flagge am Heck. Ein paar Tage später lernen wir, das Skipper (Schwede) und Manschaft (Finnin) in Finnland leben und nur den Sommer auf dem Boot in Schweden verbringen.

Eine Schleuse ist komplett auf Handbetrieb. Wenn man fragt, darf man helfen!

Eben dieser Schwede, der eigentlich in Finnland lebt, erklärt dem Skipper des STORMVOGELS ein völlig anderes Leinenmanöver als jenes, das auf den Tafeln steht. Na, der hat gut Reden. Wir halten uns an die offiziellen Vorgaben! Natürlich. Wir sind Deutsch!

Jedenfalls für die ersten vier Schleusen. Dann stellt der Skipper in Windeseile auf das Schwedisch/Finnische Verfahren um und es läuft viel besser als vorher.

In einer Schleusenkammer

Der Autor dieser Zeilen grübelt nun kurz darüber, ob er die unterschiedlichen Verfahren des Festmachens in den Schleusen hier zum Besten geben sollte und kommt zu dem Schluß: Nein, ist wohl nicht vom allgemeinen Interesse und aus Gründen des Datenschutzes kann wohl auch darauf verzichtet werden. Datenschutz ist ja heute sowieso alles.

In einer anderen Schleusenkammer

Die Manöver in den Scheusen sind durchaus aufregend. Hier lernt man zentimetergnau mit seinem Boot umzugehen. Nicht zu früh´ an die Schleusenmauer, das vorbeischabende Fenderbrett wird womöglich hoch gedrückt und vertüddelt sich im Seezaun. Nicht zu abrupt aufstoppen, dann zieht es den Bug magisch an das an Steuerbord voraus liegene Heck des anderen Bootes. Nicht zu schnell einfahren, denn sont bleibt keine Zeit vom langsam dahin treibenden Boot die Leinen nach oben zu schmeißen. Dem Deutschen Hektiker kommt zupass, das das eingeborene Schleusenpersonal völlig entspannt und ohne jeden Zeitdruck seine Arbeit verrichtet. Es sind junge Studenten die diesen Job verrichten um etwas Geld zu verdienen. In der Bestellsaison fahren sie mit dem Auto von Schleuse zu Schleuse und so lernt man sich im Laufe des Tages kennen. Aber es bleibt bei Tagesbekanntschaften, denn täglich wechselt die Schleusenvcrew. Macht aber nix: Exzellent ausgewählte Mitarbeiter hat die Kanalgesellschaft da am Start!

GÖTAKANAL Schleusentreppe BERG – los gehts!

Im Wesentlichen hat der STORMVOGEL diese ganze wilde Schleuserei ohne Schäden überstanden. Nur in einer Schleuse hat er sich an der Backbordseite, nahe dem Wasserpass ein paar Kratzer in dem schönen blauen Lack zugezogen – der Skipper spricht die Manschaft und sich selbst von jedem Versagen unverzüglich frei: Die Kaimauer ist so unglaublich niedrig, das kein Fender der Welt die Kratzer hätte verhindern können. Und überhaupt: Der Skipper ist sehr froh´ das es bei der ganzen Turnerei in und an den Schleusen keinen Personenschaden gegeben hat.

Schleuse FORSVIK: Very tricky an unebener Wand

„Jeder Seemann ein Artist. Zwei sind schon ein ganzer Zirkus“.

Nun, diese körperliche, teilweise artistische Darbietung vom Manschaft und Skipper sollen im folgenden erläutert werden:
Die ersten der keine Ahnung wie vielen Schleusen (nur so viel: Verdammt viel!) gehen alle bergauf. Jede so ungefährt drei Meter. Das bedeutet, das man in eine leere Schleusenkammer einfährt und die Wände der Schleusen viel zu hoch sind, als das die Manschaft nach oben springen könnte, um die Leinen fest zu machen. Poller in den Wänden gibt es nicht. Leitern gibt es auch nicht. Die waren damals, als der Kanal gebaut wurde, wohl noch gar nicht erfunden. Oder so ähnlich.
Daher gibt es vor den Schleusen Mini-Stege, an der man die Manschaft in eleganter Vorbeifahrt absetzten kann. Diese begibt sich dann schleunigst, oft im Laufschritt, zur Schleusenkammer. Der Skipper, erstmals, aber dann wiederholt, alleine auf dem in Fahrt befindlichen STORMVOGEL, steuert mit größter Konzentration den Dampfer in die Kammer,  bringt das Boot nahezu zum stehen und schmeißt zunächst, und das ist wichtig, die Achterleine in die Luft. Die Manschaft hat diese zu fangen und das vorher mittels Palstek präparierte Auge auf einem Eisenring zu legen, woraufhin der Skipper die Achterleine sehr kurz an der Heckklampe seines Dampfers fest macht – und nicht wieder löst, bis es weiter geht. Dadurch wird die Voraussfahrt endgültig gestoppt. 
Als nächstes sprintet der Skipper über Deck nach vorne und schmeißt die Vorleine in die Höhe, die die Manschaft möglichst weit vorne in der Kammer auf einen anderen Eisenring legt. Nun ist die Manschaft mit ihrem Job durch und kann sich zur Ruhe setzten. Der Skipper hingegen muss kurz unter Deck, denn die schwedischen Sicherheitsvorschriften verlangen, das der Motor währends des Schleusens abestellt wird. Und die Maschine wird beim STORMVOGEL nun mal im Deckshaus gestartet oder abgeschaltet. 
Dann wieder an Deck gehastet und die Vorleine, die an Bord elegant durch die Vorschiffsklampe und eine Umlenkrolle auf eine Winsch nach achtern zum Cockpit geführt wurde, permanent während des Schleusens stramm durchgesetzt halten. Konzentriert, manchmal von der entspannt an Land herumflegelnden Manschaft höflich aber bestimmt erinnert. Denn, und das ist wirklich gemein: Die Kammern werden durch die vorderen Tore geflutet und die erzeugte Strömung ist schon sehr beachtlich.
Je nach dem, wie viele Schleusenkammern aufeinander folgen, klettert die Manschaft wieder an Bord (denn das Boot ragt jetzt gut 1,5 Meter über die Schleusenmauer hinaus) oder sie geht lässigen Fußes nach dem Losschmeißen zur nächsten Schleusenkammer. Diese aufeinanderfolgenden Schleusentreppen bedeuten höchste körperliche Anstrengung. Für den Skipper. Natürlich. Denn kurz vor dem Losschmeißen muss der wieder ins Deckshaus jumpen, die Maschine starten und dann in Slow-Motion in die nächste Kammer tuckern…und alles geht wieder von vorne los. Wir haben es ja so gewollt.

Ganz schön grün hier

Oh, verdammt. Jetzt habe ich unser neu erworbenes Fach-Know-How ja doch auf den Markt getragen!
 
Konzentration ist alles! Eine Sekunde entscheidet über Sieg oder Niederlage. Wie immer auf einem Boot.

GÖTAKANAL Schleusentreppe BERG

Egal ob Einzelschleuse oder Schleusentreppe: Es folgt Kanalfahrt oder ein See, der überquert werden will. Oder eine Brücke, die geöffnet werden muss. Das macht auch das Schleusenpersonal. Entweder vor Ort oder per Fernsteuerung und Videokamera. Das ist prickelnd, denn man muss recht dicht vor die geschlossene Brücke kommen, damit die Kamera das erste Boot erfasst. Erst dann wird die Brücke geöffnet. Schließlich will man ja den Auto-, Bahn und Personenverkehr nicht unnötig behindern. So lange muss man das Boot auf der Stelle halten. Die kleinen Boote können Kreise ziehen, Super-Luxus-Kreuzfahrer wie der STORMVOGEL hätten Schwierigkeiten, im engen Kanal zu wenden.
Doch das Timing ist immer perfekt. Kein Wind, kein Streß.

Kein Pool. Schleusentreppe BERG im GÖTAKANAL

Am dritten Tag, auf der Etappe von BORENSHULT nach FORSVIK machen wir Station in MOTALA. Zum einen muss das Boot segelklar gemacht werden, denn nun muss man den See VÄTTERN überqueren, zum anderen hat die Kanalgesellschaft hier ihr Hauptquatier. Und eben dort hin haben wir aus Deutschland Ersatzteile für unsere Frischwasser-Hochdruckpumpe bestellt. Diese Pumpe versorgt die Wasserhähne und die Dusche mit Frischasser aus den Tanks – und eben jene Pumpe will nach fünf Jahren nicht mehr so richtig. Also das Service-Kit für die Mechanik bestellt und nach MOTALA liefern lassen. Die Pumpe wohlgemerkt funktionierte noch einigermaßen gut.
Der Skipper pilgert zum Office, bekommt das kleine Paket, kommt zurück an Bord und – very spooky – die Pumpe stellt komplett den Betrieb ein. Das Paket ist noch nicht mal ausgepackt! Es ist nur an Bord gekommen! Und schwups, stellt die Pumpe komplett den Betrieb ein – nix dreht sich mehr, nix summt. Einfach tot. Tolle Wurst. Die Ersatzteile sind nun erstmal nutzlos, denn wenn der Pumpenmotor nicht dreht, kann die Mechanik auch nicht pumpen.
OK, da ist er also wieder, der Herr Klabautermann!
Kann man machen nix. Wir füllen ein paar Wasserflaschen mit Leitungswasser für Händewaschen und so, machen uns segelfertig und knüppeln sehr hart am Wind und mit ausgefahrenem Schwenkkiel die 12 Seemeilen über den See nach KARLSBORG. Da sollen wir spätestens um 18:00 Uhr sein, weil dann die Autobrücke geöffnet wird. Auf der doch recht unangenehmen Überfahrt fragt sich der Skipper, was die Boote wohl machen, wenn es 25 oder 30 Knoten Wind auf die Nase gibt?

Der in Finnland lebende Schwede hilft selbstlos und organisiert eine neue Druckwasserpumpe nach MARIESTAD, gleich in der Nähe von SJÖTORP. Mit dem Auto wird er später den Skipper durch die Gegend kutschieren und die Pumpe wird problemlos ausgetauscht. Aber nicht, das die alte Pumpe sich in Sicherheit wiegen könnte: Die wird zu Hause seziert, komplett überholt und wieder zum Leben erweckt. Da kann sie sich mal getrost darauf verlassen!

Noch so ein Kreuzfahrer.

Und eben jener in Finnland lebender Schwede entpuppt sich als ehemaliger Marineflieger der schwedischen Streitkräfte, langjährigem SAS Piloten und nun im Ruhestand befindlicher Auslandsschwede. Er war in KARLSBORG stationiert und kennt die ganze Gegend wie seine Westentasche. Am Tag nach unserer Ankunft in SJÖTORP ist er Regattaleiter des örtlichen Segelvereins und lädt uns für den Abend ins Vereinsheim ein. Gemeinsames Abendessen („bring your own“), drei Gitarrenspieler und jede Menge Gesang! Was für ein toller, unvergesslicher Abend. Doch so ist das bei Reisenden: Weiter, immer weiter. Die einen zurück nach Finnland, die anderen auf den riesigen See VÄNERN. Aber das ist eine andere, kürzere Geschichte.

Demnächst hier in diesem Blog.

Peter.

P.S.: Ja, wir würden die Tour noch mal machen – aber nur in der Bestellsaison.

P.S.II: Es gibt auch Videomaterial. Aber das wird noch dauern…

Anker mal zwei

Von Süd-Fahrern haben wir den Tip bekommen, das man auf LILLA MÄSHOLMEN (direkt neben STORA ASKÖ) (57°59,3’N 16,48,4’E) an einer einsamen Pier kostenlos liegen kann. Von dort aus gehe man ca. 1 Kilometer auf der Straße ins Land und finde einen Selbstbedienungs-Fischladen: Was in der Auslage ist kann man kaufen und stecke das Geld einfach in eine Kassette. Keine Bedienung, keine Menschen. Nur Fische.

Da wollen wir hin. Fisch von nicht gegenwärtigen Eingeborenen kaufen. Lecker! Der Süd-Wind bläst uns mit Kraft nach Norden – nur mit dem YANKEE, denn mehr Segel trauen wir uns in den Windungen und Wendungen des Schärenfahrwassers nicht zu. Für die 45 Seemeilen von FIGEHOLM brauchen wir knapp 10 Stunden, denn erst am Nachmittag frischt der Wind so auf, das der STORMVOGEL fliegt.
Je näher wir dem Ziel kommen, um so mehr steigt in der Erinnerung des Skippers ein Nebensatz der Süd-Fahrer von UTKLIPPAN auf: Haben die nicht was von einer Schiffshavarie erzählt und das die Pier vielleicht gesperrt sein könnte? Wir kommen näher und sehen im abendlichen Dämmerlicht durch das Fernglas Menschen in Arbeits/Signalkleidung am Strand. Offenbar räumen die Auf oder machen sauber. Aha – ist wohl doch was passiert?
Wir laufen im Fahrwasser um die Insel herum, erkennen die Pier und jede Menge Container, Maschinen, Arbeitsboote und einige Menschen. Und ein Absprerrband, das offenbar drei viertel der Pier sperren soll. Im restlichen viertel liegt zwar ein Fischerboot, aber da würden wir wohl auch noch gut hin passen…
…stünde da nicht ein ruhig, aber bestimmt gestikulierender Eingeborener an der Pier und rufet: „Harbour closed, Harbour closed“. Ach wie ärgerlich.

Das war wohl nix. Mit Blick auf die Karte sieht eine Bucht bei TORRÖ (58°00,8’N 16°47,7’E, 6 Meter), ganz in der Nähe, gut für eine Nacht aus. Wir sind platt, der Abend naht und wir wollen nicht groß weiter. Also Kurs gesetzt, Felsen und Untiefen auf der Karte begutachtet und los gehts. Die Bucht entpuppt sich als wahre Perle. Ein Schwede liegt vor den Felsen mit Heckanker, wir gehen in die Mitte der Bucht zum freischwingen. Anker hält, alles gut, die Mannschaft kocht was leckeres und gut ist für den langen Tag.

Den Morgen verdaddeln wir in der absoluten Stille ein wenig, haben aber auch nur 36 Seeemeilen auf dem Zettel. Unter Maschine raus aus der Bucht, YANKEE raus und wieder in Brausefahrt durch die Schären. Eigentlich sind die Schären ab FÄNGÖ erst wirklich, wirklich toll. Vorher ist auch schon nicht schlecht, aber…es geht ja bekanntlich immer noch etwas besser.

Der Ankerplatz von KÄREHOLM (58°25,5’N 16°43,4’E, 7 Meter) ist zwar nach Süd komplett offen, aber es ist sowieso kein Wind und auch keiner angesagt. Die Süd-Fahrer hatten uns nahe gelegt, auch die kleine Kapelle auf der nahe gelegen Insel VEST GÄRDSHOLM zu besuchen, sie sei sehr romantisch! Dafür hätte der Skipper das Dingi klar machen müssen und bei der ganzen Segelei ist der abends immer so müde…
Also nix mit Kirche, dafür mit heftigem Gewitter. Gerade, als es kompliziert in der Ansteuerung wird, geht es los. Segel gerade noch rechtzeitig weg, Ölzeug an und dann streng nach Plotter mit reduzierter Fahrt durch die Felsen. Braucht man diese Nervenkitzel wirklich? Ist es zu Hause auf dem Sofa nicht viel einfacher?

Die Belohnung:

Ein spektakulärer Doppel-Regenbogen.

Was für ein Schauspiel!

Das geborgene Gefühl im Deckshaus.

Wie schön, das der STORMVOGEL auf alles vorbereitet ist.

Und das ist wohl die Essenz: So was bekommt man auf keinem Sofa der Welt!

Peter.

Drei auf die Schnelle

KALMAR, BORGHOLM und FIGEHOLM – drei Stationen in fünf Tagen auf dem Weg nach Norden:

Im Törnführer steht zu KALMAR: Großer Gasthafen, man bekommt immer einen Platz, direkte Einkaufsmöglichkeiten am Hafen und volle Infrastruktur. Das stimmt alles, nur nicht, wenn gerade Stadtfest ist und die Eingeborenen mit ihren Booten aus den umliegenden Häfen in dieses Regionale Zentrum strömen. Pech gehabt.

Wir finden einen Platz im privaten ELEVATOR HAVEN, ganz an Steuerbord der Hafeneinfahrt hinten in der Ecke vor dem Museum. Der Anleger geht voll in die Hose. Der viele Süd-Wind hat uns zwar eine schnelle Reise der 51 Seemeilen von UTKLIPPAN ermöglicht, drückt uns aber nun mit Macht auf den Steg. Doch nicht etwa das Unvermögen der Mannschaft ist die Ursache, sondern die Mooringbojen: Die haben so viel Grundleine das sie am Ende fast mittschiffs hängen, statt ordentlich nach achtern das Boot zu halten.
Später lernen wir, das wir hier eigentlich nicht liegen sollen, denn alle Plätze sind fest vermietet. Die meisten Boote sind schon weg und so werden wir geduldet. Kostenlos – und dürfen dennoch die Yachthafen-Einrichtungen (fast 1 Kilometer entfernt) benutzen. Alles gut.
Der kommende Tag bringt etwas besseres Wetter und wir strolchen durch die Stadt und natürlich zum Schloss. Ein paar Bilder, ein paar Einkäufe und die klare Ansage, nach einem Hafentag wieder abzureisen.

BORGHOLM auf ÖLAND als 17 Seemeilen Kurzetappe unter Maschine. Waren wir zwar schon mal und fanden es nicht besonders, liegt aber strategisch ganz schlau und Segelwind ist sowieso nicht. Bezahlen können wir hier erst gar nicht. Denn wir liegen im Hafen des örtlichen Segelvereins (gleich an Backbord nach der Mole) und der Bezahlautomat, an dem auch die Wohnmobil-Fahrer bezahlen sollen, ist komplett ausgestiegen. Interessiert aber auch keinen. Drüben im Yachthafen funktioniert zwar alles, da kostet die Nacht aber auch mal eben 340 SEK.

Eigentlich wollten wir dann weiter nach KIDDENHOLM, einem Ankerplatz auf dem Festland – aber andere Boote haben uns den Gasthafen von FIGEHOLM, gleich in der Nähe, ans Herz gelegt. Also schön 32 Seemeilen unter Segeln da hin, das restliche Wetter ist leider lausig nasskalt.


Nun gilt es also: Schärenfahrt heißt konzentrieren! Wenn man vom offenen Meer den Felsen immer näher kommt, wird einem schon mulmig. Doch die Schweden sind wirklich Weltmeister im Betonnen des Fahrwassers und so finden wir sicher den Weg. Der Nieselregen lässt nach, ein paar Sonnenstrahlen brechen durch und wir können direkt in diese ruhige, stille, völlig abgeschiedene Schärenlandschaft eintauchen. Die kurze Revierfahrt ist wunderschön – und der Hafen von FIGEHOLM dann tatsächlich auch! Betrieben vom örtlichen Yachtclub gibt es hier alles, was einen Segler glücklich macht: Kostenlose Waschmaschinen und Trockner, einen Handwagen für den Transport schwerer Lebensmittel vom nahe gelegenen Supermarkt und, Heidi freut sich besonders: Kostenlose Fahrräder.

Wie sich da andere Boote über die „hohen“ Liegegebühren, die uns mit 300 SEK völlig fair erscheinen, aufregen können bleibt uns schleierhaft. Weil der kommende Tag keinen Wind verspricht, bleiben wir einfach. Kurven in der Gegend rum, gehen einkaufen, waschen Wäsche und besuchen das örtliche Seefahrtsmuseum. Da kann man zum Beispiel jede Menge alte Außenborder bestaunen, oder sich von den tollen alten Fotos der Frachtsegler in die Vergangenheit entführen lassen.

Im September sind in Schweden Parlamentswahlen und überall hängen Wahlplakate. Auf einem lesen wir tatsächlich „MER KÄRNKRAFT!“. Gleich um die Ecke ist das Atomkraftwerk UTHAMMAR. In Deutschland wohl Satire, hier durchaus ernst gemeint.

Peter.

Utklippan – für immer!

 

Oh Du mein UTKLIPPAN!
Oh Du einmalige Ansammlung von Felsbrocken inmitten des Meeres!
Oh Du unvergessliche, unvergleichliche und unsterbliche Außenklippe!
Du Süd-Westlichste aller schwedischen Inseln.
Du Eiland in der HANÖ BUGT.
Oh Du mein UTKLIPPAN!

Nur selten besuchen wir Orte noch einmal, an denen wir schon waren. Wiederholung ist Stillstand und Stillstand ist der Tot.
Die drei Tage auf UTKLIPPAN hätten unterschiedlicher nicht sein können. Am Tag der Überfahrt von BORNHOLM, immerhin gut 60 Seemeilen nach irgendwie Nord, blies der Wind ganz ordentlich. Darauf waren wir eingestellt. Doch die Welle war überraschend mies und erwischte den Skipper völlig drogenfrei. In der Folge war dieser nach ein paar Stunden recht seekrank. Doch die Segel waren gut getrimmt, der elektrische Autopilot fand den Weg und die zahlreichen Berufsschiffe bleiben wie durch ein Wunder gut auf Abstand. Am späten Nachmittag liegen wir im Schutzhafen UTKLIPPAN längsseits an der Pier und freuen uns sehr, nach sieben Jahren wieder hier zu sein.

Am Abend tauschen wir uns mit Süd-Fahrern über Anker- und Liegeplätze aus. Dem kommenden Flautentag wird ein echter Starkwindtag folgen – somit stellt sich die Frage, ob wir eine Nacht oder drei Nächte auf UTKLIPPAN bleiben wollen. Der Skipper ist völlig klar in seiner Meinung. Drei, mindestens. Zu einmalig ist dieser Ort in der Welt.

Am Flautentag setzen wir mit dem Ruderboot über zur Süd-„Insel“, auf der der Leuchtturm steht. Damals, 2011, war er noch komplett in Gerüst und Plane eingehüllt, weil er überholt werden musste. Nun sind die Arbeiten längst abgeschlossen und, das ist wirklich der Hammer: Man kann ihn für 40 SEK besteigen und dort oben bleiben, so lange man will. Das machen wir und verbringen den GANZEN in luftiger Höhe. Wir beobachten aus der Vogelperspektive den Boots- und Schiffsverkehr um die Insel herum, das Treiben auf der Insel und todesmutige Eingeborene, die kühn vom kleinen Leuchtfeuer in das Wasser der Hafeneinfahrt springen.

Genau hinsehen – Bildmitte!

Für den Abend haben wir ein Grillbuffet gebucht und finden so Gelegenheit, ausführlich mit dem Hafenmeister zu sprechen. Er und zwei weitere Personen haben erst vor einem Jahr ganz UTKLIPPAN von Land Schweden gemietet. Komplett, mit der ganzen Infrastruktur! Einer kümmert sich um die Gastronomie und die Betten, einer um die Tauchbasis und einer um den Hafen. Sieben Wettbewerber mussten sie im Rennen um den Mietvertrag ausstechen. Nun haben sie eine gute zweite Saison hinter sich, haben aber noch viel Verbesserdungsbedarf.

Ein Problem sind um Beispiel die Toiletten. Das sind Plumpsklos und das „Plumps“ muss aufwendig per Boot aufs Festland zum Entsorgen gebracht werden. So lange nur zahlende Gäste „Plumpsen“ ist das kein Problem, aber alle zwei Tage bringt der öffentliche Nahverkehr Tagestouristen aus KARLSKRONA auf die Insel, die selbst Proviant mit bringen, kein Geld auf der Insel lassen, aber eben „Plumpsen“. Das schwedische Jedermans-Gesetzt, wonach das Land im Prinzip allen gehört und von allen betreten werden darf, macht es möglich. Hey, das sind Probleme!

Der Skipper ist schnell traurig, denn das wäre mal ein Projekt so ganz nach seinem Geschmack. Der Hafenmeister bremst: Man muss schon Schwede sein und am Besten aus der Region kommen, sonst zahlt man für alles und jedes den vollen, maximalen Preis und dann funktioniert das alles nicht mehr.

Wie auch immer: Wer den ganz besonderen Ort in Europa sucht, der sollte über www.utklippan.eu seinen Aufenthalt auf der Insel buchen. Die Preise sind mehr als angemessen, die Leute super freundlich, die Felsen einmalig und wenn man schlauer ist als wir, nimmt man per Rucksack ein paar Drinks mit auf den Leuchttrum und verbringt dort den Spätnachmittag…vielleicht bis zum Sonnenuntergang?

Leider, leider, wird die Insel im Herbst für den Winter geschlossen. Das Problem ist die Wasserversorgung. Die friert ein weil alles oberirdisch verlegt werden muss – in den Fels lässt sich nichts verlegen. Wie bei uns an Bord wird das Wasser per Seewasser-Entsalzungsanlage erzeugt. Strom gibt es vom Festland.
Die Betreibercrew würde wohl auch gerne im Winter für spezielle Events anrücken – aber vermutlich wird schon die Überfahrt zu Insel im Winter die meisten Gäste abschrecken (?).

Nach dem wunderschönen, unvergesslichen Flautentag folgt wie angekündigt der Sturmtag. Alle anderen Boote haben am Vorabend die Insel verlassen, nur der STORMVOGEL liegt einsam im Schutzhafen. Der durch die Süd-Westliche Einfahrt eintretende Schwell bewegt zwar das Boot merklich, aber das ist voll OK. Ein paar mal wird die Leine vom Fenderbrett durchgescheuert, aber mit ein paar alten Opferleinen wird auch das vermieden. Ganz früher funktionierten noch die Schutztore, mit denen der Hafen komplett abgeriegelt werden konnte – aber die sind Geschichte.

Wir nutzen den Sturmtag für Boot-Jobs und überprüfen z.B. den Generator. Mit dem Ruderboot trauen wir uns nicht auf die Süd-Insel, der Wind fegt schon mächtig über die flachen Felsen. Aber auch dieser Tag wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Oh, Du mein Utklippan!

Peter.

P.S. I:
Ach ja, fast schon vergessen: Der Skipper hat die Drohne im Hafenbecken versenkt. Durch mutigen Taucheinsatz konnte sie zwar physisch geborgen werden, aber bisher scheiterten alle Re-Animationsversuche. Damit ist (bisher) die Drohne das teuerste Spielzeug, das am wenigsten Genutzt, zu Bruch gegangen ist. Besonders ärgerlich: Der Absturzfilm ist nicht zu retten. Die Datei existiert zwar auf der SD-Karte, aber kein vorhandenes Tool ist der Ansicht, das es sich um eine Videodatei handeln könnte. Ähm, äh, falls da jemand Ideen hat?

P.S. II:
Der Beitragstitel ist ein wenig vom Titel „Für Immer“ von DORO PESCH beeinflusst. Wir haben neulich aus der Mediathek ihren Auftritt bei INAS NACHT gesehen und dieses fast verloren gegangene Lied auf YOUTUBE wieder entdeckt. Tolle Künstlerin!

Helligdomsklipperne und Gudhjem

Noch beflügelt vom leichten Dahin-schweben auf einem Elektrifizieren Drahtesel ringt die Mannschaft dem Skipper eine „große Fahrradtour“ für den zweiten BORNHOM Tag ab. Der ahnt zwar die Leiden, die da auf ihn zukommen werden, mag der Mannschaft aber auch nicht den offenkundigen Spaß am eBike fahren verderben. Wie sie sich freut, diese Mannschaft!

Sonntagfrüh´ geht es los, aber zuerst zum Stadion von ROENNE, denn hier ist Flohmarkt. Die Ankündigung war zuvor in einem Aushang am Supermarkt im Hafen zu lesen. Nicht, das wir neben Spinnen und Muscheln auch noch Flöhe an Bord beherbergen wollten, aber mal nachsehen, was es da wohl geben würde, könnte man ja schon. Um 10:00 Uhr soll es los gehen und als wir kurz vor 10 dort sind, ist es schon brechend voll.

Wir könnten auch Möbel kaufen, fragen uns aber, ob das nicht eher Sperrmüll ist? Liegt wohl im Auge des Betrachters. Auf einer Insel sind die Augen wohl größer als auf dem Festland.

Dann geht es los. GOOGLE MAPS gibt die Richtung vor und bereits nach wenigen Kilometern ist klar, wie die Tour verlaufen wird. Ewiger Sieger = Mannschaft, ewiger zweiter = Skipper. Welche Schmach! Allerdings, und das ist der rettende Trick: Auch an Land navigiert der Skipper. Dieser Umstand führt dazu, das die Mannschaft an Abzweigungen oder Kreuzungen auf den hinter her hechelnden Skipper wartet. Warten muss.

Es geht zur Helligdomsklipperne, einer beeindruckenden Felsbucht im Nord-Osten der Insel. Spektakulärer Ort, weshalb die schlauen Dänen wohl auch in unmittelbarer Nähe das Kunstmuseum Bornholm gebaut haben. Mit Museen haben wir es ja nicht so, wohl aber mit deren Cafes. Denn dort gibt es notwendige Betriebsstoffe für aufwendige Fahrradtouren.

Allein, die Klippe hat uns noch nicht so richtig befriedigt.

Links oder Rechts rum, das ist nun die Frage. Die Antwort wird wie folgt ermittelt:

Links = weiter in den Norden = weiter weg von ROENNE = Längerer Rückweg = GANZ SCHLECHT!

Rechts = Nach Süd-Osten = nicht weiter weg, aber auch nicht näher ran an RONNE, denn die Insel wird einfach breiter = Bestenfalls neutraler Rückweg = NA JA, VERSUCHEN WIR ES MAL.

Also Rechts.

Gut in der Bildmitte zu erkennen: GUDHJEM Unterstadt.

Schon von weitem können wir die Besonderheit von GUDHJEM erkennen. Der Ort sieht spektakulär „wie an die die Küste angeklebt“ aus. Es gibt einen Ober-Ort auf dem Felsen und eine steile Straße, befahren mit dem Fahrrad, ob elektrisch oder muskulär, verboten, führt in die Unterstadt. Die Straße wird gesäumt von unzähligen Geschäften und Restaurants und es wird schnell klar, das GUDHJEM das touristisches Highlight auf BORNHOLM sein muss.

Der Hafen selbst erinnert an SIZILIEN, auf jeden Fall MITTELMEER. Schon wieder scheint die Sonne, schon wieder gibt es Meersfrüchte und Gerstenkaltschale und schon wieder mag der Skipper nicht weiter ziehen. Der Trick: Wir gehen Shoppen und ins Café Rosa (UNBEDINGT Empfehlenswert!), nach dem mehr Garnelen wohl schädlich für die Gesundheit wären.

Der kleine Hafen ist voll von Booten, mit dem STORMVOGEL hätten wir wohl erhebliche Probleme, hier zu liegen. Boot zu groß, Hafen zu eng und sehr voll. Muss aber auch gar nicht sein, so glauben wir. Rein und nach ein paar Stunden wieder Raus aus dem Trubel ist wohl besser, als tagelang darin zu verharren.

Die mehr als 30 Kilometer zurück nach ROENNE entwickeln sich zur Tortour. Der Westwind bläst kraftvoll über die Insel und offenbar gibt es auch noch ein West-Ost Höhengefälle. Eine gewisse Orientierungslosigkeit führt außerdem dazu, das wir nicht den unbedingt kürzesten Weg nach ROENNE finden und sämtliche Rettungsversuche der Mannschaft, den Skipper mit der vermeintlichen Kraft des tollen eBike abzuschleppen, scheitern regelmäßig an der Kraftlosigkeit der elektrischen Maschine.

Die gleißende Sonne bereitet sich bereits über BORNHOLMS Westen auf die Nachtruhe vor, als 8 Kilometer vor dem Ziel die Batterie des eBikes völlig erschöpft unvermittelt den Betrieb einstellt und nun endlich wieder Chancengleichheit unter den Reisenden herstellt. Nur, freuen kann sich der Skipper nicht darüber. Der Hintern schmerzt sehr, die Oberschenkel haben sich in Pudding verwandelt und der Weg ist noch so weit!

So weit ist der Weg!

Selbst heute, Tage später, schmerzt noch der Hintern beim Gedanken an diese Tour. Oder besser Tour-Tortour.

Allerdings, wie doof kann man eigentlich sein? Zu Hause gibt es mindestens zwei gute Sättel und die hätte man ja wohl mal an Bord mitnehmen können und geschwind auf den Leihfahrrädern montieren können? Hätte, hätte, Fahrradkette. Wie passend!

Der Abend wird in einer wohltuenden horizontalen an Bord verbracht, an süße Träume  ist aber nicht zu denken: Die Mannschaft will am kommenden Tag eine weitere Tour!

Peter.

Roenne und umzu am ersten Tag

Der Plan war einfach.

Einfach in den Ort gehen und zwei coole Motorroller mieten und in den kommenden Tagen damit über die Insel brettern.

Einfach bedeutet aber nicht, das so ein vermeintlich einfacher Plan einfach umzusetzen ist. Denn, so lernten Skipper und Mannschaft rasch, es gibt gar keine mietbaren Motorroller in ROENNE. Dafür aber in NEXÖ, schlappe 30 irgendwas Kilometer quer über die Insel im Osten. Wie lustig. Wie soll man da hin kommen? Und die Roller später wieder abgeben?

Ein Satz mit X: Das war wohl nix.

Und so kam die Mannschaft auf die vorhersehbare Idee, statt dessen Fahrräder zu mieten. Und, so der innig geäußerte Wunsch: Endlich mal ein eBike – zum „ausprobieren“, wie sie es nannte.

Fährt die dem Oma auf Fährparkplatz eBike…

Ja ja. Drei Tage und 120 Kilometer später kriecht der Skipper am Stock, kann auch nicht mehr sitzen und die Mannschaft sucht frohlockend eine Steckdose um die Batterie des elektrisch betriebenen Fahrrads mal eben aufzuladen.

Tolle Wurst. Merke: Fahren zwei mit dem Fahrrad, DIE eine elektrisch unterstützt, DER andere mühsam gegen Wind und Berge (…Hügel) kämpfend, wartet DIE eine immer zu auf DEN anderen. Auch nicht wirklich Beziehungsfördernd!

Am Nachmittag des ersten Tages führte uns der Zufall an der Nord-West Küste in das ca. 7 Kilometer entfernte HASLE. Toller Fahrradweg entlang der Küste durch Wald über Stock und Stein.

„Schwimmbad“ im hafen von HASLE

Eine gut besuchte Räucherei mit Mittagsbuffet liegt am Wegesrand, doch der Skipper bleibt stark. Noch nicht, jetzt noch nicht! Etwas weiter im Hafen feiert der örtliche Fischereiverein sein Sommerfest – Gäste willkommen. Selbst gemachte Fischfrikadellen, Fadöl auf Eis und sogar gebratenen Hering im Sonnenschein bei guter Musik und fröhlichen Menschen. Wenn das mal kein Ort ist, an dem man bleiben möchte!

Eine Frau kommt vorbei und verkauft Lose – keine Ahnung, wofür. Aber die Katze im Sack kaufen ist ja immer gut.

Später stellt sich heraus, wie das Spiel funktioniert: Auf unserem Loszettel steht eine Nummer. In einem Behelfsgehege lauern drei Hühner auf ihren Einsatz. Stündlich werden sie auf ein Spielfeld mit 35 bezeichneten Rechtecken gelockt. Es gewinnt das Los mit der Nummer, auf das eines der Hühner zuerst kackt.

Jawohl, richtig gelesen: KACKT!

Guckst Du hier – äh, KACKST Du hier!

Nun denn, da neben den genauen Regeln selbst die Gewinnlage unklar ist, verzweifelt niemand daran, das die Hühner eine andere Losnummer für ihr Geschäft erwählen. Kein Gedanke daran, was ein möglicher Gewinn gewesen wäre!

Gegrillt oder Geräuchert – das ist bei dem Qualm die Frage!

Eher schon an das 73 Kilo Schwein, das da im Ganzen seit 6 Stunden über dem offenen Feuer geröstet wird. Es sieht so köstlich, so verführerisch aus. Jedenfalls für den männlichen Teil der Ausflugsgesellschaft. Kurze Arme & Beine Kommunikation mit dem Grillmeister, denn der spricht kein Wort Englisch. Ergebnis: Das dauert noch Stunden, erst am Abend wird serviert. Mit dem hervorragend gekühlten Fadöl könnte es DER eine ja noch ein paar Stunden aushalten, doch DIE andere kann dem vielen Fleisch überhaupt nichts abgewinnen und drängt sanft, sehr sanft, aber bestimmt zum Aufbruch.

Und plötzlich erinnert sich der Skipper: Oh ja, da ist ja auch noch der Rückweg mit unfairen Mitteln…

…und später: Was für ein schöner erster Tag auf BORNHOLM!

Wer wollte eigentlich Motorroller mieten?

Peter.

Fehmarn, Spinnen, Flaute, Spinnen, Roenne

Eines unserer Kinder brachte das Gepäck, die Ausrüstung und uns selbst (Skipper nebst Mannschaft) mit dem Auto nach FEHMARN. Welch ein Luxus, so ein Shuttel-Service mit dem eigenem Fahrzeug!

Die stolze Segelyacht STORMVOGEL lag zwar wohlbehalten auf ihrem Liegeplatz, allerdings haben offenbar (geschätzt) 1.436,3 Spinnen beschlossenen, mit uns in See zu stechen und das Land über den Seeweg zu verlassen. Deck und Aufbauten müssen erst mal frei gekämpft werden, um an Bord zu kommen. Statt „mal eben einräumen und dann schnell an den Südstrand zum Baden“ heißt es nun also: „Deck schrubben und den Spinnen klar machen, das der STORMVOGEL kein Flüchtlingsboot ist!“

An diesem ersten Tage zerstört der Skipper zwecks nachdrücklicher Unterstreichung seines dringlichen Abmusterungswunsches durch die Spinnen nur deren Netze, lässt die Spinnen selbst aber am Leben.

Am 2. August begleichen wir frühmorgens die nicht unerheblichen Hafengebühren und verzichten in der Folge auf ein zweites Brötchen. Das Boot ist Seeklar, Skipper und Mannschaft auch, nur die Windvorhersage ist ein wenig betrüblich. Sehr wenig Wind, wenn überhaupt. Die Route soll von FEHMARN nach über GEDSER und HESNAES nach ROENNE führen. Wenn es gut läuft, über Nacht, wenn nicht, übernachten in HESNAES.
Es läuft nicht, denn wo kein Wind ist, da kann auch nicht gesegelt werden und so fällt in der Bucht von HESNAES, ca. 500 Meter südlich des dortigen Hafens unser Anker. Trotz später Stunde nutzt der Skipper das ruhige Badewetter zu einer Inspektion des Unterwasserschiffes und ist entsetzt über den Muschelbewuchs an Rumpf, Propeller und und Ruder. Mit Taucherbrille, Handschuhen und Spachtel rückt der diesen weiteren ungewollten Passagieren zu Leibe – bewacht von der Mannschaft, die angestrengt Ausschau nach Feuerquallen geht.

Sehr früh´ am nächsten Morgen geht es recht gradlinig nach Osten, nach BORNHOLM. Wind soll kommen. Später, irgendwann.

Derweil jene hoch-intelligenten Lebewesen an Deck des Skippers Wunsch (Abmustern! Siehe oben) nach einigen Tagen aber sträflich ignorieren, ändert der Skipper seine Strategie und richtet an Bord ein wahres Massaker unter den vielbeinigen Decksbewohnern an. Jede Spinne, sei sie noch so klein oder groß, wird getötet! Das ist manchmal gar nicht so einfach – stellen die sich doch einfach tot oder rollen sich zusammen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Nun denn, diese Säuberungswelle zeigt rasch Erfolge, konnte aber in Teilen die illegale Migration Deutscher Spinnen nach Dänemark wohl nicht verhindern.

90 Seemeilen in 15 Stunden, 11 davon unter Motor. Wie traurig.

Am Abend des 3. August 2018 gegen 20:00 Uhr erreichen wir ROENNE auf der Westseite von BORNHOLM unter Segeln und finden einen guten Liegeplatz im verhältnismäßig kleinen Yachthafen.

Das hat dann ja schon mal geklappt und eine neue, uns unbekannte Insel wartet auf unsere Erkundung!

Peter.

P.S. I: Zu diesem Zeitpunkt werden sich, wieder grob geschätzt, noch ca. 251,3 Spinnen und 28,5 Muscheln Deutscher Herkunft an Bord befunden haben.

P.S. II: More to come.

Kruzfristpläne

In ein paar Tagen geht es wieder los. Wir gehen an Bord des STORMVOGELS und werden ein paar Wochen in der Ostsee herum kutschieren.

Hütte am Krückaudeich

So richtig wissen wir noch nicht wo hin, der Wind wird uns schon eine Richtung geben. Feste Termine haben wir im August keine, spätestens am 21. September 2018 wollen wir mit dem STORMVOGEL auf HELGOLAND sein, denn wir werden an der großen TRANS OCEAN Festwoche teilnehmen. Der Verein feiert in diesem Jahr seinen 50 jährigen Geburtstag und entsprechend aufwendig ist die Festivität. Gespannt sind wir auf die große Geschwaderfahrt am Sonntag – mit vielen Booten und drei Seenotrettungskreuzern auf der Außenelbe. Wird bestimmt toll!

Kuh auf dem Krückaudeich

Im Moment sieht es so aus, als ob wir uns in der nächsten Woche von FEHMARN nach BORNHOLM verholen. Und dann müssen wir mal sehen. DANZIG im Süden wäre sicher spannend, STOCKHOLM im Norden auch schön und sogar praktisch zu gleich. Denn von dort aus könnten wir relativ einfach über den GÖTAKANAL nach Westen kommen. Denn da wollen wir mal wieder hin. Nach Westen. Immer nur nach Westen.

Der GPS Tracker wird aktiviert sein und ich gelobe, wieder viel öfters einen Blog zu schreiben. Mit Bildern und so.

Also denn. Auf gehts!

Peter.

…neues von Familie, Segeln und Fotos