Edinburgh

Basislager Edinburgh.

Am UNION CANAL

Natürlich nicht in der Stadt, sondern eher in Nähe des Flughafens. Denn hier bekommt unsere Reisegruppe Zuwachs und Kurzbesuch. Der LINWATER Campingplatz liegt für dieses Vorhaben gar nicht mal so schlecht: Nach einem 3,5 KM Spaziergang auf der Straße gelangt man zu einer Bushaltestelle, von dort aus geht es in die Stadt nach EDINBURGH. Auf der Straße muss man sich vorsehen: Jede Menge LEWIS HAMILTON´s auf der engen Rennstrecke unterwegs, aber wenn man nicht gerade im Berufsverkehr unterwegs ist, kann man durchaus überleben.

ALMOND AQUÄDUKT

Wie sich später bei genauerer Erkundung des Umlandes heraus stellt, kann man von LINWATER aus aber auch ganz hervorragende Spaziergänge entlang des UNION KANALS unternehmen. Wer hätte das gedacht? Mal wieder ein betriebsfähiger Kanal aus dem vor-vorherigen Jahrhundert.  

ALMOND AQUÄDUKT

Zunächst treibt es uns über das eindrucksvolle Aquädukt von ALMOND in Richtung der Ortschaft BROXBURN. Eigentlich ein sehr schöner Weg im satten Grün Schottlands, wäre da nur nicht unüberhörbar die M8 Autobahn. Absolut irre, wie laut so eine Straße sein kann.

An einem anderen Tag gehen wir in Richtung RATHO und kommen zwar der M8 auch wieder sehr nahe, aber insgesamt ist dieser Weg dann doch schöner und somit besser.

Den obligatorischen Stadtausflug nach EDINBURGH beschränken wir auf einen Tag. Wir hätten noch Zeit für einen weiteren gehabt, doch die erschlagende Menschenmasse auf der Burg hat uns schnell die Freude verdorben. Wieder einmal durchaus klar: Wir sind selbst Teil der Besuchermassen. Ich für meinen Teil habe jedenfalls beschlossen, nicht mehr hier her zu kommen. Da ändert auch die Hochzeitsgesellschaft, die hübsch ausstaffiert und sehr würdevoll zur gleichen Zeit auf dem Gelände herumstolziert, nichts daran. Was für ein Aufwand! Doch auf der ewigen Suche nach dem positiven: Der Dudelsackspieler der Hochzeitsgesellschaft war sicher sehen- und hörenswert!

Nach vier Tagen brechen wir wieder auf, bringen früh´ am Morgen den Besuch zum Flughafen und sind fortan zu viert unterwegs.

Wie, lange Zeit zuvor, geplant.

Ich liebe Pläne.

Peter.

Parkcliffe (Windemere)

Ort: PARK CLIFFE im LAKE DISTRICT NATIONAL PARK südlich der Ortschaft WINDERMERE, WALES, VEREINIGTES KÖNIGREICH (noch), EUROPA (noch), ERDE

Beobachtung: Sonnenanbetende Kühe in luftiger Höhe mit grandioser Aussicht

Frage: Wie zur Hölle bekomme ich ein Stück Fleisch von diesen zweifellos extrem glücklichen Tieren auf meinen Grill?

Peter.


P.S.: Ansonsten: Zum See WINDEMERE kommt man zu Fuß nicht, jedenfalls nicht vom Campingplatz aus. So beschränkt sich unsere Erkundung auf den Hügel mit den Kühen und auf eine sehr spannende Untersuchung der elektrischen Installation von KNAUSi. Kochende Batterien unter der Matratze sind nicht lustig. Andere Geschichte. Schon wieder Technik. Hört das denn nie auf?

DwygyfylchI

Es gibt Namen, die kann man als normaler Deutscher einfach nicht aussprechen. Selbst wenn man sich bemüht. Die hier eingeborenen Waliser bringen natürlich ihre Ortsnamen flüssig über ihre Lippen und lächeln milde, wenn die Touristen vom Kontinent beim Nachsprechen sich die Zunge brechen.

Das ist ja sowieso so ein Ding hier: Alles zweisprachig. Englisch und Walisisch. Wenn das mit dem vorgeblichen Schutz von Minderheiten so weiter geht, dann haben wir wieder prima Zeiten, hier in Europa. So sehr ich auch Tradition und Lokalpatriotismus schätze – im öffentlichen Leben brauchen wir mehr Gemeinsamkeit und erst Recht eine gemeinsame Sprache und nicht unendlich kleinteilige Parzellen.

Nun, eigentlich wollten wir gar nicht nach DWYGYFYLCHI, sondern aufs Land nach ROWEN. Kommen auf dem ehemaligen Landgut am Freitagnachmittag an, alles leer. Aber alles gebucht. Kein Platz für uns. So werden wir zu einem befreundeten FARM CAMPINGPLATZ vermittelt. Eigentlich OK, hätte sich unser Navi nur nicht in den Kopf gesetzt, den kürzesten, vor allem aber auch die kleinsten Straßen dorthin für uns auszuwählen. Oh je, was hier alles als Straße durchgeht!

Endlich angekommen bekommen wir auch einen Platz, auf einer stark abschüssigen nassen Wiese am Berghang. Kein Problem für unsere Riesenreifen (GRABBER AT3, 255 R18 auf ORC Felgen). Aber für unsere Reifenkeile. Die sind zu klein und so stehen wir doch etwas gewöhnungsbedürftig schief.

Der obligatorische Spaziergang am nächsten Tag führt uns über die Berge (…sind das schon Berge oder noch Hügel?) nach CONWY. Wir finden zunächst den Weg nicht und werden freundlicher Weise kurzerhand von einer Gruppe eingeborener Wanderer adoptiert und Anfangs auf den rechten Weg gebracht. Das Wetter ist lausig. Auf den Bergen stürmt es, es ist kalt und doch sind wir begeistert!

Raue Natur, grandioser Ausblick und das Gefühl, mal wieder auf dem Gipfel angekommen zu sein.

CONWY selbst, na ja. Überlaufen von Touristen wie uns. Wir strolchen ein wenig in der Stadt herum und nehmen später den Bus zurück. Denn nochmal schaffen wir die Tour nicht. Nicht an einem Tag.

Peter.

Pencelli

Wer auf den Campingplatz der kleinen Ortschaft PENCELLI am nördlichen Rande des BRECON BEACONS NATIONAL PARK kommt, der kommt hierher um zu wandern. Oder aus Zufall, weil es auf dem Weg nach Norden liegt.

Selbstverständlich stand bei uns Herr Zufall Pate. Obwohl wir sicherlich auch ein wenig wandern, oder besser „ausführlich spazieren gehen“ wollten. An der Rezeption nach einem Weg gefragt, werden wir entlang des BRECON WATER TRAILS zur Stadt BRECON geschickt.

Immer wieder irritierend, welch grandiosen Infrastrukturprojekte in den vergangenen Jahrhunderten so entstanden sind. Und wie nachhaltig sie bis heute sind. Was geht schief? Was verlernen wir gerade?

Der Pfad am Kanal ist leicht zu gehen, die Landschaft sehr abwechslungsreich und im Ort BRECON gibt es Erfrischungen aller Art. Nur einen Bus für die Rückfahrt bekommen wir nicht. Fährt so selten, dass wir zwei Stunden warten müssten…WARTEN!

Alleine das Wort macht einen doch schon Wahnsinnig. Warten worauf? Also leichten Reiseproviant für den Rückmarsch beschafft und mit vielen Pausen zwecks Erholung der Fußsohlen den langen Weg zurück angetreten. Wie immer: Zurück dauert es länger als zuvor hin.

Die kleinen Hausboote auf dem Kanal strahlen eine ursprüngliche Gemütlichkeit aus, in ihrer Langsamkeit liegt eine beneidenswerte Beschaulichkeit. Wenn mal alles den Bach runter geht, dann eben als Hausbootskipper auf dem BEACON WATER TRAIL. Warum nicht?

Echt clever: Geht man nach einer Brücke den falschen Weg, kann man unübersehbar dieses Schild lesen.

Aber kaufen darf ich so ein Boot nicht. Sagt Heidi.

Peter.

Zur Lage XXXIV

Tja, eigentlich hatte ich gar nicht vor, einen neuen Lagebericht zu schreiben. Gut drei Jahre nach dem letztem. Damals noch auf der Heimreise. Very long time ago und noch mehr far away…

…jedenfalls im Kopf.

Salonmöbel (Tisch, Sitzbank, Bodenbretter) schon raus…

Doch es ist zweifelsohne notwendig. Denn der STORMVOGEL wird gerade aufwendig repariert. Wir nennen das Projekt „Bleiballast Sanierung“. Gewünscht haben wir es uns dieses Projekt nicht, nein, wir haben noch nicht mal geahnt, das so etwas auf uns zu kommen kann!

Erste Abteilungen an Steuerbord geöffnet, ganz links schon geleert

Was sind wir froh´, das das Boot noch nicht verkauft wurde. Denn dieser Schaden wäre so oder so aufgetreten – und ein neuer Eigner wäre sehr verärgert gewesen – zu Recht. Obwohl, wir wussten wirklich nicht, das es im Ballast ein Problem gibt. Nun wissen wir es und handeln, wie üblich.

Grossbaustelle

Der STORMVOGEL ist ein Langkieler und als solcher fährt er aus Stabilitätsgründen 6 Tonnen Bleiballast im Rumpf. „Stabilität“ meint im Boots- und Schiffsbau die Hebelkraft des aufrichtenden Moments. Also die Kraft, die verhindert, das ein Boot oder Schiff nicht einfach kentert – also umkippt. Moderne Yachten haben üblicher Weise einen tiefen Kiel in der Bootsmitte und unten als Abschluss eine Blei- oder Eisenbombe von +/- 2 Tonnen. Durch den langen Hebelarm ergibt sich genügend aufrichtendes Moment, um trotz des geringeren Ballastanteils ein solches Boot immer wieder aufzurichten.

Kleine, aber komplizierte Abteilung im Bereich des Schwenkkiels

Nun denn, der STORMVOGEL hat keinen tiefen Kiel sondern fährt 6 Tonnen Blei verteilt auf 12 Abteilungen im mittleren Rumpfbereich – 6 Abteilungen an Steuerbord, 6 an Backbord, in der Mitte durch den Kielkasten des Schwenkkiels und davor durch den Kiel getrennt.

Der Ballastplan zeigt die Anordnung. Klickst Du drauf, wird es größer.

Stormvogel Ballastplan

Aus einem noch unbekannten Grund ist Wasser in die Steuerbord-Abteilungen des Ballasts eingedrungen. Die fünf vorderen Abteilungen sind untereinander verbunden. (See)Wasser, Blei und Aluminium führten zu einer elektrochemischen Reaktion und haben zwei Schadstellen verursacht: Eine Schweißnaht der vorderen Anodentasche an Steuerbord sowie ein kleines Loch ca. 80 cm davor.

Das so was passiert ist natürlich schlecht. Aber Dinge passieren und es ist jetzt müßig darüber ein Leid zu klagen.

Kein Bergwerk, sondern die Steuerbordabteilung mit der Anodentasche

Also haben wir zusammen mit der Werft und ein paar anderen bezahlten Ratgebern (andere Werften) nach Lösungsmöglichkeiten gesucht und uns für das Projekt „Bleiballast Sanierung“ entschieden. Denn so viel ist klar: Das (See)Wasser muss da raus. Die Löcher hätte man zwar irgendwie dicht schmieren können, aber das hätte dann vielleicht ein, zwei Jahre gehalten und ein neuer Eigner hätte dann womöglich ein noch größeres Problem bekommen. Wie bekannt sind kleine Gaunereien unsere Sache nicht.

Nochmal die freigelegte Anodentasche

Nun wurde beim Bau des STORMVOGELS das Blei nicht einfach so in die einzelnen Abteilungen gelegt, sondern mit einem Kunststoff vergossen und verklebt. Hört sich erst mal klug an: Isoliert und fixiert. Das Problem dabei ist aber, das sich offenbar kleine Holräume ergeben haben, in die das (See)Wasser gelangen konnte – und über die Zeit chemisch reagieren konnte. Die nächste Problematik liegt darin, die verklebten Bleibarren aus den Abteilungen zu bekommen. Extrem aufwendige, schmutzige und schwierige Arbeit.

Für den Zugang von Innen mussten zunächst die Möbel im Salon entfernt werden und dann die zugeschweißten Deckel der einzelnen Abteilungen geöffnet werden. Darunter befindet sich dann eine Schicht von 4-5 Zentimeter Kunststoff als oberer Abschluss. Darunter dann die lose geschichteten Bleibarren. Die letzte Barrenschicht, direkt an der Bordwand, ist dann wieder vergossen und so mit der Bordwand verklebt.

Vordere Abteilung an Steuerbord und Backbord, in der Mitte der Kiel

Sozusagen als Testlauf hat die Werft bereits eine Abteilung geöffnet, den Ballast entfernt und eine neue Anodentasche eingeschweißt. Aber um sicher zu gehen, das in den anderen Abteilungen an Steuerbord nicht auch noch (See)Wasser steht, muss der Ballast dort auch entfernt werden.

Es existiert zwar der Ballastplan, aber kein genauer Schweißplan aus der Bauzeit des STORMVOGELs. Daher können wir im Moment nur begründet vermuten, das Backbord nicht ernsthaft betroffen ist. Denn über weite Strecken trennt der Kielkasten die beiden Seiten – und ansonsten der ca. 20 cm hohe Kiel. Aber, um wie immer sicher zu gehen, wird auch an Backbord der Ballast ausgebaut.

Tiefer Einblick

Natürlich sammeln wir weiter Informationen und stellen vor allem Überlegungen an, wie wir den Ballast viel wartungsfreundlicher wieder einbauen können. Denn, fragt man unter Aluminium-Bootswerften herum: So selten ist das Problem gar nicht. Viele (wie wir auch!) wissen gar nicht, das ihr Boot im inneren ein ernsthaftes Problem hat. Denn man kann ja ohne großen Aufwand nicht in den Ballast hinein sehen. Im übrigen auch nicht von außen: Es gibt keine Methode der Materialprüfung, um den ganzen Rumpf untersuchen zu können. Punktuell kann man Ultraschall anwenden, aber damit wird nur die Materialstärke an diesem Messpunkt einigermaßen zuverlässig ermittelt – nicht, was sich dahinter befindet. Wasser, Kunststoff oder Blei?

Ballast-Auslagerung auf Paletten, vielen Paletten!

Beim Wiedereinbau werden wir das Blei in keinem Fall wieder mit Kunststoff vergießen, sondern wartungsfreundlich einkeilen. Ferner schwebt uns eine Art Peilrohr für jede Abteilung vor, mit dessen Hilfe man im Winterlager einfach und in Ruhe ermitteln kann, ob Seewasser im Ballast steht.

Bleibt die wesentliche, noch offene Frage nach dem Grund für das (See)Wasser im Bleiballast. Wir haben drei Theorien – keine ist bis jetzt ein echter Favorit. Wir gehen davon aus, das wir bei der Demontage weitere Erkenntnisse gewinnen werden. Denn die Ursache muss natürlich zu 100% geklärt werden – sonst ist der ganze Aufwand vergebenes.

Theorie 1:

Beim Refit 2016/2017 wurden die großen Telleranoden mit Isolierpaste in die Anodentaschen im Rumpf eingeschraubt. Dadurch konnten sie nicht richtig arbeiten und eine Schweißnaht der Anodentasche an Steuerbord wurde so angefressen, das sie porös wurde und Seewasser eindringen konnte, das dann weitere Schäden angerichtet hat.

Theorie 2:

Es handelt sich gar nicht ursprünglich um Seewasser, sondern um Frischwasser! Eine Schweißnaht des angrenzenden Frischwassertanks ist über die Jahre porös geworden und über die Zeit ist Frischwasser in die Abteilungen des Bleiballast eingedrungen, das nun elektrochemisch reagiert.

Theorie 3:

Im Zusammenhang mit dem Pazifik-Zwischenfall 2014 ist Seewasser von innen über die gefluteten Bilgen in den Bleiballast eingedrungen, da die oberen Deckel der Ballastabteilungen nicht durchgehend verschweißt wurden.

Hört sich alles super-plausibel an. Oder?

So lange wir nicht 100% sicher sind, was die Ursache ist, wird nichts wieder zusammen gebaut. Die Saison ist sowieso gelaufen und es macht ja keinen Sinn, mit Vermutungen zu arbeiten. Nun denn – wir reparieren also mal wieder. An einem der schönsten Orte Norddeutschlands.

Es ist ein Boot.

More to come.

Peter.

P.S.: Und sieht der STORMVOGEL gerade aus wie ein ausgeweideter Wal, schaue ich mir zum Troste einfach an, wie er aussieht, wenn alle fertig ist (siehe Titelbild).

P.S.II: Ok, eine Lüge. Zumindest eine grobe Ungenauigkeit. Nimmt man ja in diesen Zeiten eigentlich nicht mehr so genau. Aber ich. Nicht „wir“ (Skipper, Mannschaft) reparieren, sondern: Der Sohn und die Werft. „Wir“ sind noch in Schottland, mit dem Wohnmobil.

Der Plan war ein anderer

Es gibt doch so einiges zu nachzuholen, was das Berichtswesen in diesem Blog angeht. Das Problem: Zeit und Ideen. Ich würde gerne zwei Bastelberichte schreiben, einen über eine Toilette, mal wieder, und einen über ein LC-Display, das einfach so ausläuft.

Auf der Elbfähre – huch, wo ist er denn?

Na ja, und dann müsste ich wohl noch einen Lagebericht schreiben. Denn unser STORMVOGEL ist kaputt. So kaputt, das die Reparatur den Sommer über dauern wird und wir unseren Plan, mit dem Boot nach SCHOTTLAND zu fahren, aufgeben mussten.

Große DFDS Fähre bei DÜNKIRCHEN

Die Geschichte mit dem Boot ist wirklich eine eigene und sie hat uns viel (mentale) Kraft, Nerven und Zeit gekostet. Aber jetzt sind wir mit dem Reparaturprojekt auf einem gutem Weg. Glauben wir.

Warten in der Morgenröte…

Nun ist es ja so, das Pläne, auch wenn sie nicht eingehalten werden, in der Regel immer so was wie Orientierung bieten. Eine Richtung vorgeben, Zeit und Raum definieren.

Zeit: Sommer 2019
Raum: Schottland

Das war der Plan. Das IST der Plan!

Große Kanalfähre, nix los…

Auf dem Wasserwege geht das also jetzt nicht – mit Blick auf die Karte bleibt der Landweg. Also haben wir uns ein Wohnmobil besorgt, es „KNAUSi“ getauft und sind los gefahren.

Ein paar Schiffe im Englischen Kanal…

Über Land in die Niederlande (Freunde besucht), Frankreich, bei DÜNKIRCHEN den Englischen Kanal nach DOVER überquert. Im Süd-Westen der Insel, in der Nähe von BRISTOL andere Freunde besucht und sie davon abgehalten, an ihrem eigenen Boot zu schrauben und nun sind wir also seit drei Tagen auf dem Weg nach Norden.

Weizenfeld in Sommerset

Gemächlich, denn Mitte Nächster Woche erwarten wir Verstärkung für unsere kleine Schottlandexpedition. Unerschrockene kleine Germanen.

Küstenlinie Sommerset

Der GPS Tracker ist in Betrieb. Und der Blog soll mit halbwegs sinnvollen und aktuellen Einträgen glänzen.

Also denn, SCHOTTLAND, du kannst uns nicht entkommen: Wir kommen!

Peter.

AUSTRALIEN 2019 Fazit

Zum Abschluss der AUSTRALIEN und TASMANIEN Rundreise im Frühjahr 2019 hier ein kleines Fazit in Form eines Interviews:

War es schlau, nach 2014 nochmal in AUSTRALIEN mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein?
Ja, in jedem Fall. Denn das Land ist so riesig und durch seine Größe regional so unterschiedlich, das man immer was neues, unbekanntes entdecken kann. Wenn man will.

Die Route im Überblick: BRISBANE-MELBOURNE-TASMANIEN und zurück. Quelle: GOOGLE MAPS/YELLOWBRICK

War es schlau, das Auto in BRISBANE zu mieten und mit der Fähre nach TASMANIEN zu fahren?
Kommt darauf an. Wir haben uns ja in der Nähe von BRISBANE mit unseren Eingeborenen Freunden getroffen und die Strecke zum Fährhafen in MELBOURNE in aller Ruhe gemeinsam nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ zurück gelegt. Die Fähre ist nicht ganz billig und vermutlich haben in TASMANIEN vermietete Wohnmobile auch eine Standheizung. Aber für uns war die Route und das Auto genau richtig.

Die ersten und die letzten Tage auf verschiedenen Wegen. Quelle: GOOGLE MAPS/YELLOWBRICK

War es schlau mit Eingeborenen Freunden unterwegs zu sein?
Ja, denn man lernt das Land und die Menschen viel besser kennen! Die Australier sind im allgemeinen ja sehr freundlich und hilfsbereit und als Tourist denkt man leicht, OK, das ist etwas aufgesetzt und nur gegenüber uns Touristen so. Aber wenn man mit Australischen Freunden unterwegs ist, bekommt man mit ,das die im Regelfall auch untereinander freundlich und hilfsbereit sind – jederzeit. Sehr angenehm, zu erleben! Färbt ab, hoffentlich!

Der Mittelteil mit SYDNEY auf dem Hinweg und MUNGO auf dem Rückweg. Quelle: GOOGLE MAPS/YELLOWBRICK

Was waren die Besten Stationen auf dieser Tour?
Sicherlich gleich zu Anfang der Besuch auf der Farm in der Nähe von WARWICK. Später dann der Besuch bei anderen Freunden in der Nähe von SYDNEY, natürlich COLES BAY, BLACK HILL, CRADLE MOUNTAIN und STANLEY auf TASMANIEN und sicherlich ganz zum Schluss die BUNYA MOUNTAINS. Aber, und das ist kein Schnack: Die ganze Reise war super! Wir hatten eine sehr gute Zeit, keine einziges negatives Erlebnis.

Die Fährpassage über die BAAS STRAIT. Quelle: GOOGLE MAPS/YELLOWBRICK

Gibt es für die Zukunft noch weitere Ziele in Australien?
Ja, bestimmt! Mit unseren Freunden hatten wir eines Abends beim Rotwein gesponnen, das man eigentlich mal von OST nach WEST, also zum Beispiel von BRISBANE nach PERTH, gut 4.300 Kilometer, one way, fahren müsste. Und dann oben rum über DARWIN zurück, nochmal 7.500 Kilometer. Vielleicht, irgendwann später einmal.

Die TASMANIEN Rundreise. Quelle: GOOGLE MAPS/YELLOWBRICK

Und im Nahbereich, was liegt 2019 noch an?
Anfang Juli werden wir in Richtung SCHOTTLAND aufbrechen. Leider nicht, wie ursprünglich geplant, mit dem STORMVOGEL. Der ist im Moment kaputt und muss repariert werden. Aber SCHOTTLAND kann man ja auch gut mit den Wohnmobil erreichen – der GPS Tracker wird natürlich mit dabei sein und Reiseberichte und Bilder wird es hier im Blog auch dazu geben.
Und später im Jahr: Schauen wir mal ;-))

Dieses Interview führte Peter mit Peter. Vielen Dank dafür!

Peter.

MAUI Rentals Wohnmobil

Noch nicht als Fazit, aber doch als kleinen Erfahrungsbericht mit unserem Wohnmobil auf unserer AUSTRALIEN 2019 Tour ist folgender Beitrag gedacht.

MAUI Rental ULTIMA auf Mercedes Sprinter

Wir haben diesmal ein Auto bei MAUI RENTALS gemietet. Wieder über den Deutschen Anbieter BESTCAMPER. Das hat den Vorteil, das man in EURO abrechnet und Deutsches Reiserecht abschließt. Außerdem sind die bei BESTCAMPER recht gut in Beratung und Abwicklung.

MAUI ULTIMA auf Mercedes Sprinter

Das Wohnmobil ULTIMA (bzw. ULTIMA PLUS, bzw. ULTIMA PLUS ELITE) basiert auf einem MERCEDES BENZ SPRINTER 313 cdi mit 7-Gang Automatik Getriebe und wird von der Muttergesellschaft von MAUI, TOURISM HOLDINGS LIMITED (THL) selbst ausgebaut.

Hecktüren, unter dem Bett Stauraum. Knapp, aber reicht.

Das Auto selbst in Spitzenklasse: Fast neu, nur 17.000 KM auf der Uhr, langer Radstand, 7 Meter Aufbaulänge und Superhochdach (aber unter 3 Meter Höhe) zusammen mit dem sehr guten 4-Zylinder Motor und dem wirklich erstklassigen 7-Gang Automatikgetriebe sind schon mal ein starkes Brett. Woran wir das fest machen? Na ja: Im Schnitt nur 9 Liter Diesel (gemessen!) auf 100 Kilometer gebraucht (OK, weil wir ja auch kaum Autobahn gefahren sind und eher so einen Schnitt vom 90 km/h geschafft haben) und nie, wirklich NIE Probleme mit der Automatikschaltung hatten. Auch nicht im steilsten Berg nicht, egal ob rauf oder runter.

Drehbare Sitze, Sitzabnk für 3. Passagier

Also: Auto schon mal Super!

Der Ausbau war durchaus OK. Genug Stauraum, aber eben auch so Nonsens-Einbauten wie Mikrowelle oder TV, das aber nur DVD´s abspielen kann, weil es keine Antenne gibt. Das Auto hat eine zusätzliche Klimaanlage mit der man auch Heizen können soll. Völliger Blödsinn: Zum einen braucht man dafür immer 220 Volt, zum anderen heizt das Teil kaum und macht aber einen Höllen Lärm.

Platzverschwendung: Mikrowelle, TV

Besser wäre es gewesen, den Auto mehr Fenster zum öffnen zu spendieren. Denn außer dem Schiebefenster in der Schiebetür gibt es kein Fenster, das man öffnen kann. Über dem Bett zwar eine Dachluke, aber das war es dann. Liegt vermutlich am gewählten Auto, denn die nicht zu öffnende Rundum-Verglasung stammt offenbar von MERCEDES. Eine Gas- oder Dieselheizung wäre perfekt gewesen. Jedenfalls im Herbst in TASMANIEN.

Genial: Aufbau in 1 Minute und schon wird gekocht/gegrillt!

Wirklich hervorragend ist die Außenkochstelle der Firma SWIFT. Zweiflammig kann man darauf kochen oder mit einer Platte auch Grillen. Hängt an der gleichen Gasflasche wie der Herd. Wir haben (natürlich….) fast täglich gegrillt, immer draußen. Echt klasse!

Außengrll von SWIFT

Aus irgendeinem Grund hatte das Auto keine Markise – ich denke, die lassen die mittlerweile lieber weg weil die bei Wind, Regen oder Anwenderfehler zu schnell kaputt geht.

Zu kleiner WC Raum, jedenfalls wenn man größer als 1,9 Meter ist

Einziger harter Kritikpunkt am Ausbau ist das Bad. Ein Mensch über 1,90 Meter kann nicht halbwegs vernünftig auf Toilette gehen. Geht wegen der Beinlänge nicht. Und der bescheuerten Idee wegen, in die eine Ecke des Bades auch noch ein Waschbecken zu quetschen. OK, gut ist, das alles aus PVC ist und nass werden kann, wenn man duscht. Das geht (auch als großer!) besser, als sich auf den Thron zu hocken. 5, oder besser 10 cm mehr hätten Wunder bewirkt. Nun ja, man kann nicht alles haben.

Hängeschränke auf beiden Seiten mit Rolladen. Einfach aber funktional

Also: Auto seht gut, Ausbau gut.

MAUI als Anbieter wirklich 1A – kein Vergleich zu dem APOLLO Müll vor ein paar Jahren!

Nun noch ein paar Sätze zum Mietvertrag:

Der Mietpreis für so ein Wohnmobil ist durchaus OK. Aber, wie schon seit einiger Zeit überall bei Mietwagen zu beobachten: Die zusätzlich buchbaren Versicherungen steigern den Mietpreis in völlig unsinnige Höhen! Schließlich will man das Auto nur mieten, nicht kaufen.

Gasflasche reicht locker für 6 Wochen

Wenn man das Auto ohne Zusatzversicherung bucht, muss man die sehr hohe Selbstbeteiligung bei Abholung in Echt hinterlegen: Das Geld wird von der Kreditkarte abgezogen, nicht nur reserviert! In unserem Fall war das mehr, als der gesamte Mietpreis! Wir wussten das vorher und haben die Kreditkarte entsprechend aufgefüllt. Und eine Woche nach Rückkehr das ganze Geld auch wieder bekommen. Wegen Währungsschwankungen haben wir ca. 20 € „bezahlt“.

Mini-Solarpanel auf dem Dach, unsinnige Klimaanlage

DENN:
Wir haben ganz bewusst auf diese ganze Zusatzversicherungsorgie verzichtet. OK, das war ein Risiko. Die ganzen wirklich schlimmen Schäden haben wir mal ausgeblendet (Fahrzeugüberschlag o.ä.). Wenn die passieren hat man andere Sorgen. Viel wahrscheinlichere Schäden an Reifen oder Windschutzscheibe haben wir auch ignoriert und da sind wir uns im Nachgang nicht sicher, ob das wirklich schlau war. Denn: Wenn man 6 Wochen unterwegs ist, muss man doch mal mit einem Steinschlag rechnen, wenn man oft auf Nebenstrecken unterwegs ist. Da liegt immer mal was auf der Straße herum und wenn dann so ein ROAD TRAIN entgegen kommt, kann so ein Stein(chen) einem in die Windschutzscheibe fliegen.

2-Flammen Herd und Spüle

Ist uns in TASMANIEN dann auch passiert. Haben wir dann für 90 AUS$ zwar ambulant reparieren lassen, aber man sah immer noch einen kleinen Crack in der Scheibe. Je nach Website hätte der Austausch der ganzen Windschutzscheibe zwischen 500 und 1500 Euro (!) gekostet. Das hätte dann schon weh getan!

ABER:
Unsere Australischen Freunde hatten uns schon beruhigt: Die kleine Macke würde keiner beanstanden. Völlig entspannt. War dann bei Abgabe auch so, obwohl wir das extra gesagt haben. Gehört wohl zum Service dazu.

Chemie-Toilette mit Kasette und separatem Wassertank für Spülung

Also: Auf keinen Fall über-versichern und bei längeren Reisen sich die Gefahr eines Steinschlages genau überlegen. Reifen sind wirklich nicht das Problem: Bekommt man an jeder Ecke und sind billiger, als die Versicherung.

Gerade genug Platz zum Laufen, Stehhöhe dank Hochdach sowieso

Die Wohnmobilanbieter versuchen offenbar, das Fahrtgebiet einzuschränken. So wird das Befahren von Gravel- und Dirtroads verboten, jedenfalls auf dem Festland. Nur die Zuwegung zu Campsites ist erlaubt, auch wenn die Straße dann nicht geteert ist.
In meinen Augen ein Witz: Man mietet das Auto um damit das Land zu erkunden. Da kann der Vermieter ja nicht vorschreiben, welche Straßen man zu nehmen hat. Macht er aber. Keine Ahnung, in wie weit das überprüft wird / überprüft werden kann. Denn die Autos von THL haben ein verborgenes Trackingsystem, mit dem z.B. auch überwacht wird, das man nicht schneller als 110 km/h fährt. Ob die damit auch die Route überprüfen können, wissen wir nicht.

Transporter-Ausstattung

So ein Quatsch wie leeren Dieseltank und/oder Gasflasche abgeben können macht man natürlich auch nicht: Über 70% billiger, wenn man das selber macht. Genau so wie der Nonsens des Buchens von Internetdaten-Volumen über den Wohnmobil-Vermieter: Man geht in irgendein Shoppingcenter zum nächsten TELSTRA Shop und kauft dort (02/2019 aktuell) für 50 AUS$ 40 GB Daten, unbegrenzte Telefonate (auch International!!!) für 40 Tage. Wenn man dann noch ein altes Smartphone mit hat, legt man die SIM Karte ein, aktiviert noch im TELSTRA Shop und schaltet den HotSpot ein. Alle Geräte online!

Also denn. Einfach mal ein Wohnmobil mieten.

Los gehts!

Peter.

BUNYA MOUNTAIN

Oh Mann, Wochen sind vergangen, kein neuer Blog-Beitrag!

Was soll das???

Keine Entschuldigung, keine Erklärung. Kein gar nichts. Eine gewisse Sprachlosigkeit.

Natürlich sind wir längst wieder in DEUTSCHLAND und natürlich ist unser kleiner AUSTRALIEN Ausflug schon längst zu Ende. Unsere Freude fahren weiter. Weiter im OUTBACK des endlosen Landes. Wir, wir sitzen wieder zu Hause und schlagen uns mit Problemen herum, die wir lieber nicht hätten. Eigentlich wären wir ja jetzt mit dem Boot in SCHOTTLAND, sind wir aber nicht. Boot kaputt. Mehr dazu in einem Lagebericht. Demnächst.

Und doch, eine einzige Sache gibt es aus DOWN UNDER noch zu berichten. Nicht, um einfach zur was zu schreiben. Nein, es muss unbedingt noch von dem letzten Highlight unserer AUSTRALIEN 2019 Tour berichtet werden.

BUNYA MOUNTAIN heißt die Gegend, ganz in der Nähe von BRISBANE. Unsere Freunde sind schon mal nach Hause, wir machen noch eine Schleife auf den Berg. Und was für eine Schleife. Kaum sind wir auf uns alleine gestellt, verfahren wir uns auch direkt ordentlich. Aber bei so einer Reise gehört das falsch Fahren doch auch zum Programm, oder? Nur so entdeckt man unvorhergesehenes, nur so wird man überrascht.

So finden wir eine kleine Farm, die zum Verkauf steht. Traumhaft. Im Nirgendwo des Großraumes BRISBANE: Eine kleine Farm. Aber klar, nach der ersten Euphorie: Was sollen wir mit einer kleinen Farm in AUSTRALIEN? Mag der Gedanke daran noch so reizvoll sein…

…weiter zum Berg. Irgendwo auf einer völlig unbefestigten, endet der Weg und wir müssen tatsächlich wenden. Machen wir sonst nie. Aber wenn der Weg nicht weiter führt, bleibt einem wohl nichts übrig. Wie ärgerlich! Aber so ein GPS Navigationssystem kann ja auch nicht alles wissen. Irgendwann finden wir dann die richtige Straße und fahren durch die Ebene. Und dann geht es schlagartig steil, wirklich sehr steil Bergauf. So steil, das wir lieber nicht anhalten – und innig hoffen, das wir keinen Gegenverkehr bekommen.

Auf dem Gipfel erwartet uns ein voll erschlossenes Feriendorf, mit kleinem Laden, Kneipe, Ferienhäusern und einer Campsite ohne Betreiber. Alles virtuell hier. Man muss sein Ticket eigentlich vorher online kaufen, ausdrucken und ins Auto legen.

Eigentlich, vorher. Denn, man glaubt es kaum: Hier oben auf dem Berg haben nur ein sehr schwaches Handynetz und entsprechend kein Internet. Hey, wir hatten in den letzten Wochen vielleicht mal 1 oder 2 Tage ohne Internet. Und jetzt hier, am letzten Tag? Die Frau im kleinen Laden ist hilfsbereit und wir können über ihren PC das Ticket lösen.

Der kurze Spaziergang zum PINE GORGE LOOKOUT führt noch mal durch einen Atemberaubenden Regenwald mit riesigen uralten Bäumen. Wir wissen, das wir in zwei Tagen zurück fliegen und eine solche Natur so bald nicht wieder sehen werden. Na ja, dann sieht man sich halt was anderes an. Oder? Nur nicht still stehen. Immer hübsch in Bewegung bleiben.

Die Fahrt zum Haus unserer Freunde in der Nähe von GOLD COAST am nächsten Tag wird mit zunehmender Dauer immer ätzender. Großstadt halt. Kleine Straße, größere Straße, Schnellstraße, 2-Spurige Autobahn, 4-spurige Autobahn und ungefähr eine Millionen Autos um einen herum.

Sie stehen nicht im Stau, Sie sind der Stau!

Peter.

Bourke / Kidmans Camp

Die gut 800 Kilometer nach BOURKE, die zwischen uns und der ehemaligen Metropole für Schafswolle liegen, schaffen wir natürlich nicht an einem Tag. Daher machen wir unterwegs nördlich von HILLSTON auf einer Freecampsite am LACHLAN RIVER Station. Das ist wohl das eigentlich tolle an unserer Wohnmobiltour durch AUSTRALIEN: Wir können quasi überall anhalten und übernachten – sehr oft an landschaftlich reizvollen Orten.

LACHALAN RIVER

Letzten Endes geht es aber nun nicht mehr darum, noch viel zu entdecken. Es geht nur noch darum, so angenehm wie möglich Kilometer zu fressen, denn jede Reise geht einmal zu Ende. So auch diese.

Freecamp nähe HILLSTON

Mal wieder per Zufall landen wir im KIDMAN’s CAMP, am Ortsrand von BOURKE gelegen. Recht nett angelegter Campingplatz, mit Fluss in der Nähe, der ist aber gerade nahezu ausgetrocknet. Soweit wäre dieser Beitrag also hier erledigt und wir könnten lesender Weise weiter reisen…

…wenn da nicht die Dame am Empfang des KIDMAN´s CAMP erwähnt hätte, das am Abend ein „Campfire Poetry & Outback Dining“ stattfinden würde. Für 20 AUS$ gäbe es was zu Essen und sehr gute Unterhaltung. Und Lagerfeuer, natürlich.
Kurze Abstimmung: 4:0 – da gehen wir hin. Wie so ungefähr 40 andere Camper auch. Bauen unsere mitgebrachten Stühle in großer Runde um ein Lagerfeuer auf, dunkel ist es sowieso schon und das Feuer spendet eher schummrig gemütliches Leuchten denn Licht. Die Temperatur ist nicht feststellbar. Nicht zu kalt, nicht zu warm.

Musik. Gedichte und was zu Essen am Lagerfeuer: KIDMANS CAMP

Eine Frau stellt sich als GLENY RAE VIRUS kurz vor und beginnt zunächst mit der Geige und Gesang ein Liedchen zum Besten zu geben. Sehr stimmungsvoll, sehr schöne Musik. Gleny Rae ist offenbar Feministen, denn direkt im zweiten Lied, „Lady Bushranger“ geht es darum, das (natürlich) längst nicht alle Helden AUSTRALIEN´s vergangener Tage Männer waren. Natürlich gab es auch Frauen, die im Outback ihr Leben verbrachten. LADY BUSHRANGER kann man sich lustiger Weise auch mal bei YOUTUBE anhören. Lustig, weil irgendjemand dieses Lied gerade erst hoch geladen hat. Also ich war es nicht!
Gleny Rae singt (sehr schön), spielt dazu Geige, Gitarre und Akkordeon, nacheinander. Irgendwann ist Pause und es gibt was zu Essen. Eintopf, lecker. Hat sie wohl nicht selbst gekocht, aber Peter, der Veranstalter. Der Mann ist von fürchterlichem Parkinson geplagt und man wundert sich, das das Essen, das er zusammen mit Gleny Rae auf die mitgebrachten Teller füllt, nicht gleich auf dem Boden landet.
Wer was (…was auch immer) trinken wollte, musste sich seine eigenen Drinks mitbringen. Gabel und Löffel auch. So einfach und rustikal kann man einen wundervollen Abend gestalten!

Gleny Rae Virus mit Akkordeon

Irgendwann nach der Pause dämmert mir allerdings, das Gleny Rae wohl auch eine von diesen GREENIE’s sein muss. Denn ihre Lieder werden politischer, die einleitenden Ansagen auch. Lehrerin war sie auch mal. Richtig in Fahrt kommt sie mit einem Protestsong gegen ein Bergbauunternehmen – spätestens da fühle mich mal wieder in Geiselhaft genommen. Keine Ahnung, ob das Bergbauunternehmen GUT oder BÖSE ist, aber ich möchte nicht mittels Musik eine fremde persönliche Meinung eingetrichtert bekommen. Machen ja viele Künstler. Künstler haben immer eine Botschaft, wenn nicht, sind sie i.d.R. auch nicht wirklich erfolgreich. Botschaft gehört zum Geschäft.
Nun denn, die Eingeborenen sehen es viel toleranter und dann ist der Abend ja auch schon fast gelaufen.

Gleny Rae Virus mit Gitarre

Und obwohl sich meine Freude am Ende etwas legte, habe ich ihr beide CD´s

und eine Dritte, aber nur noch als Download verfügbare Veröffentlichung, abgekauft. Nicht nur aus Anstand. Die Musik war wirklich gut und wenn man vielleicht nicht jedes Wort und nicht jedes Wortspiel versteht, wird ja auch alles gut.

Vielleicht.

Peter.

…neues von Familie, Segeln und Fotos