Archiv der Kategorie: Schottland 2019

Wohnmobilreise von Deutschland nach Schottland und zurück im Jahr 2019.

DwygyfylchI

Es gibt Namen, die kann man als normaler Deutscher einfach nicht aussprechen. Selbst wenn man sich bemüht. Die hier eingeborenen Waliser bringen natürlich ihre Ortsnamen flüssig über ihre Lippen und lächeln milde, wenn die Touristen vom Kontinent beim Nachsprechen sich die Zunge brechen.

Das ist ja sowieso so ein Ding hier: Alles zweisprachig. Englisch und Walisisch. Wenn das mit dem vorgeblichen Schutz von Minderheiten so weiter geht, dann haben wir wieder prima Zeiten, hier in Europa. So sehr ich auch Tradition und Lokalpatriotismus schätze – im öffentlichen Leben brauchen wir mehr Gemeinsamkeit und erst Recht eine gemeinsame Sprache und nicht unendlich kleinteilige Parzellen.

Nun, eigentlich wollten wir gar nicht nach DWYGYFYLCHI, sondern aufs Land nach ROWEN. Kommen auf dem ehemaligen Landgut am Freitagnachmittag an, alles leer. Aber alles gebucht. Kein Platz für uns. So werden wir zu einem befreundeten FARM CAMPINGPLATZ vermittelt. Eigentlich OK, hätte sich unser Navi nur nicht in den Kopf gesetzt, den kürzesten, vor allem aber auch die kleinsten Straßen dorthin für uns auszuwählen. Oh je, was hier alles als Straße durchgeht!

Endlich angekommen bekommen wir auch einen Platz, auf einer stark abschüssigen nassen Wiese am Berghang. Kein Problem für unsere Riesenreifen (GRABBER AT3, 255 R18 auf ORC Felgen). Aber für unsere Reifenkeile. Die sind zu klein und so stehen wir doch etwas gewöhnungsbedürftig schief.

Der obligatorische Spaziergang am nächsten Tag führt uns über die Berge (…sind das schon Berge oder noch Hügel?) nach CONWY. Wir finden zunächst den Weg nicht und werden freundlicher Weise kurzerhand von einer Gruppe eingeborener Wanderer adoptiert und Anfangs auf den rechten Weg gebracht. Das Wetter ist lausig. Auf den Bergen stürmt es, es ist kalt und doch sind wir begeistert!

Raue Natur, grandioser Ausblick und das Gefühl, mal wieder auf dem Gipfel angekommen zu sein.

CONWY selbst, na ja. Überlaufen von Touristen wie uns. Wir strolchen ein wenig in der Stadt herum und nehmen später den Bus zurück. Denn nochmal schaffen wir die Tour nicht. Nicht an einem Tag.

Peter.

Pencelli

Wer auf den Campingplatz der kleinen Ortschaft PENCELLI am nördlichen Rande des BRECON BEACONS NATIONAL PARK kommt, der kommt hierher um zu wandern. Oder aus Zufall, weil es auf dem Weg nach Norden liegt.

Selbstverständlich stand bei uns Herr Zufall Pate. Obwohl wir sicherlich auch ein wenig wandern, oder besser „ausführlich spazieren gehen“ wollten. An der Rezeption nach einem Weg gefragt, werden wir entlang des BRECON WATER TRAILS zur Stadt BRECON geschickt.

Immer wieder irritierend, welch grandiosen Infrastrukturprojekte in den vergangenen Jahrhunderten so entstanden sind. Und wie nachhaltig sie bis heute sind. Was geht schief? Was verlernen wir gerade?

Der Pfad am Kanal ist leicht zu gehen, die Landschaft sehr abwechslungsreich und im Ort BRECON gibt es Erfrischungen aller Art. Nur einen Bus für die Rückfahrt bekommen wir nicht. Fährt so selten, dass wir zwei Stunden warten müssten…WARTEN!

Alleine das Wort macht einen doch schon Wahnsinnig. Warten worauf? Also leichten Reiseproviant für den Rückmarsch beschafft und mit vielen Pausen zwecks Erholung der Fußsohlen den langen Weg zurück angetreten. Wie immer: Zurück dauert es länger als zuvor hin.

Die kleinen Hausboote auf dem Kanal strahlen eine ursprüngliche Gemütlichkeit aus, in ihrer Langsamkeit liegt eine beneidenswerte Beschaulichkeit. Wenn mal alles den Bach runter geht, dann eben als Hausbootskipper auf dem BEACON WATER TRAIL. Warum nicht?

Echt clever: Geht man nach einer Brücke den falschen Weg, kann man unübersehbar dieses Schild lesen.

Aber kaufen darf ich so ein Boot nicht. Sagt Heidi.

Peter.

Der Plan war ein anderer

Es gibt doch so einiges zu nachzuholen, was das Berichtswesen in diesem Blog angeht. Das Problem: Zeit und Ideen. Ich würde gerne zwei Bastelberichte schreiben, einen über eine Toilette, mal wieder, und einen über ein LC-Display, das einfach so ausläuft.

Auf der Elbfähre – huch, wo ist er denn?

Na ja, und dann müsste ich wohl noch einen Lagebericht schreiben. Denn unser STORMVOGEL ist kaputt. So kaputt, das die Reparatur den Sommer über dauern wird und wir unseren Plan, mit dem Boot nach SCHOTTLAND zu fahren, aufgeben mussten.

Große DFDS Fähre bei DÜNKIRCHEN

Die Geschichte mit dem Boot ist wirklich eine eigene und sie hat uns viel (mentale) Kraft, Nerven und Zeit gekostet. Aber jetzt sind wir mit dem Reparaturprojekt auf einem gutem Weg. Glauben wir.

Warten in der Morgenröte…

Nun ist es ja so, das Pläne, auch wenn sie nicht eingehalten werden, in der Regel immer so was wie Orientierung bieten. Eine Richtung vorgeben, Zeit und Raum definieren.

Zeit: Sommer 2019
Raum: Schottland

Das war der Plan. Das IST der Plan!

Große Kanalfähre, nix los…

Auf dem Wasserwege geht das also jetzt nicht – mit Blick auf die Karte bleibt der Landweg. Also haben wir uns ein Wohnmobil besorgt, es „KNAUSi“ getauft und sind los gefahren.

Ein paar Schiffe im Englischen Kanal…

Über Land in die Niederlande (Freunde besucht), Frankreich, bei DÜNKIRCHEN den Englischen Kanal nach DOVER überquert. Im Süd-Westen der Insel, in der Nähe von BRISTOL andere Freunde besucht und sie davon abgehalten, an ihrem eigenen Boot zu schrauben und nun sind wir also seit drei Tagen auf dem Weg nach Norden.

Weizenfeld in Sommerset

Gemächlich, denn Mitte Nächster Woche erwarten wir Verstärkung für unsere kleine Schottlandexpedition. Unerschrockene kleine Germanen.

Küstenlinie Sommerset

Der GPS Tracker ist in Betrieb. Und der Blog soll mit halbwegs sinnvollen und aktuellen Einträgen glänzen.

Also denn, SCHOTTLAND, du kannst uns nicht entkommen: Wir kommen!

Peter.