Archiv der Kategorie: Neuseeland mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil durch Neuseeland Mitte Januar 2014

Tag 11: OKURU nach GREYMOUTH

Samstag, 25. Januar 2014, 320 Kilometer

Der Abend in OKURU wurde noch sehr nett – endlich kommen wir mal mit anderen Campern ins Gespräch, „natürlich“ Deutschen die ein Jahr in den verschiedensten Winkeln der Erde mit dem Camper unterwegs sind…aber gegen halb elf ist Schluss – es ist soooo lausig kaaaalt, da kann man nicht mehr draußen bleiben!

Am späteren Morgen verlassen wir OKURU und gehen über die Route 6 weiter nach Norden – unbestimmtes Ziel.

Wir machen Halt am FRANZ JOSEF GLACIER, ganz in der Nähe wurden die Scene „LIGHTNING OF THE BEACONS“ von HERR DER RINGE gedreht. Diese Scene ist mir in der Tat noch sehr gut im Gedächtnis, sorgte sie doch für ein radikales Umdenken in Sachen Home-Entertainment im Wiedekamm´schen Wohnzimmer:

Seit Jahr und Tag betreibe ich einen Multi-Media-PC im Wohnzimmer – direkt an den Fernseher angeschlossen. Als dieser in die Jahre kam und BLUE-RAY Filme in der Region von 10 € erhältlich wurden, beschloss ich eine umfangreiche Modernisierung. Vom feinsten ein neues Mainboard, Grafikkarte, BLUE-RAY Laufwerk und natürlich eine SSD Platte. Alles war gut, bis ich mir den Dritten Teil von HERR DER RINGE als BLUE RAY kaufte…in der Scene „LIGHTNING OF THE BEACONS“ werden auf den Berggipfeln Leuchtfeuer zur Signalübertragung angezündet. Große Kameraschwenks über die Felsen, Klasse, dramatische Musik von HOWARD SHORE (THE WHITE TREE)…und das Bild meines multi-tausend-euro-PC ruckelt!!! Unfassbar! So eine Sch…
Natürlich schraube, konfiguriere und teste alles, was möglich ist…ohne Verbesserung. Bis dann ein gewisser Thomas aus H. den weisen Rat gibt, den PC in die Tonne zu stecken und für 100 € einen SONY Blue-Ray player zu kaufen. Gesagt, getan, gelöst. Bestes Bild, kein Ruckeln. Ja, ja, so war das mit dieser einen Scene, damals, 1897…

Nun denn: Wir steigen am FRANZ JOSEF GLACIER aus, tief hängende Wolken lassen alles grau und trostlos erscheinen…wir wandern wie viele andere Touris auch den Weg zum Gletscher, Geröll-Landschaft zu Füßen, Wasserfälle zu den Seiten und Gletscher voraus.

Franz Josef Gletscher

Irgendwie beeindruckt uns die Landschaft gar nicht mehr – sind wir versaut?
Extrem viele Hubschrauber über unseren Köpfen – wir lernen aus den Hinweistafeln das man den Gletscher nur noch per Hubschrauber erreichen kann, er habe sich in den letzten fünf Jahren so weit zurück gebildet, das man nur noch sicher „von oben“ heran komme…ein Schelm der dabei denkt, das die Hubschrauber wohl eher nicht CO2 neutral unterwegs sind.

Ich versuche mich als Park-Ranger der leichtsinnige Touristen von der Gletscherbesteigung abhält – gegen das blasse Original komme ich doch wohl gut an, oder?

Franz Josef Gletscher

Die 1,5 Stunden Wanderung tut uns gut, wir fahren weiter auf Route 6 nach Norden und erreichen kurze Zeit später ORKARITO an der TASMAN SEA. Ursprünglich wollten wir hier übernachten, aber die kurze Sonnenperiode ist vorbei und der Platz sagt uns gar nicht mehr zu…

…also weiter nach Norden. Am Ende fahren wir bis GREYMOUTH durch. In einem der Tourführer steht, GREYMOUTH solle man lieber links liegen lassen…stimmt, aber der HOLIDAY PARK in Stadtnähe hat super Standplätze, die Sonne scheint nun richtig noch vier 4 Stunden und so bleiben wir dort.

An diesem Tag haben wir die 2.000 Kilometergrenze überschritten – kommt uns gar nicht so vor. OK, das viele Tanken ist lästig. Aber durchaus erträglich: Der Liter kostet so 1,40 bis 1,50 NZD – mithin also weniger als ein Euro!

Wir hören die nahe Brandung, doch nichts zieht uns zum Meer. Lieber in der Sonne lesen, lesen und lesen.

Peter.

Tag 9+10: QUEENSTOWN

Nicht, das wir Adrenalin-Junkies wären und uns deshalb in der Hauptstadt des Neuseeländischen Warnsinns zwei Tage aufhalten würden…aber zum einen ist die Stadt wirklich nett und zum anderen „mussten“ wir auf besseres Wetter für unseren geplanten Hubschrauberflug warten…

Donnerstag, 23. Januar 2014
Das Wetter ist grau in grau. Am Vormittag mit dem Camper in die Werkstatt, weil die 12 Volt Anlage ausgefallen ist. Kein Licht, kein Wasser und kein Herd. Die Mechaniker bauen das halbe Auto auseinander, rufen beim Vermieter an und finden schließlich durch Zufall einen Wackelkontakt an der Verteilertafel. Nach 1,5 Stunden ist das Problem gelöst, der Vormittag vorbei und wir sind wieder zurück auf der sehr individuellen Creekside Campsite im Herzen der Stadt.

Individuell, weil der Niederländische Besitzer im früheren Leben offenbar Klempner war:

Queenstown Creekside Campsite
Am Nachmittag dann mit der Gondel eine Etage höher, aber die tief hängenden Wolken und das nasskalte Wetter lassen trotz der Höhe keinen echten „Ahhhh“ Effekt aufkommen.

Später beschließt dann Heidi im Alleingang (Unerhört!), das wir uns in ein warmes und trockenes Kino verziehen und endlich den zweiten Teil vom HOBBIT sehen…das Kino in QUEENSTOWN ist eher ein großes Wohnzimmer mit Ledersesseln, die Nachmittagsvorstellung ist Rappelvoll, wir sitzen in der ersten Reihe weil wir spät dran sind und vor lauter 3D Effekten sind wir auf einmal mitten im Film! Wer war hier noch der Hobbit? Unglaublich!
Nur mal so für die, die den zweiten Teil noch nicht gesehen haben: Der ist wirklich doppelt besser als der Erste. Lohnt sich wirklich.

Nun denn, am Abend noch viel Internet gemacht und ich habe immerhin VIER Leuten per eMail endlich geantwortet…es fehlen aber noch so 10, oder so? 😉

Freitag, 24. Januar 2014
Wir haben uns immer gefragt, wie man die Berge besser begreifen könne – insbesondere deren Höhe. Also muss man wohl auf Augenhöhe mit dem Kollegen Berg kommen und aufsteigen – mit einem Hubschrauber!
Das Wetter ist 1A, endlich, und so geht es am Morgen um 10:00 Uhr los. Erste Überraschung: Das Teil fliegt wie auf Schienen, als ich den Piloten darauf anspreche meint er irgendwas vom Magic Carpet…

Queenstown Helicopter
Wir sitzen sicher und ruhig in der Kabine, kommen auch mal (gewollt) nahe an die Berggipfel und wissen zunächst gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollen. Das geht auch unseren Chinesischen mitreisenden Geschwisterpaar genauso – so viele Ahhhs und Ohhhss, so viele Klicke auf die Auslöser der Kameras…aber diesmal keine multiplen japanischen Orgasmen, wie damals in MAUPITI…

…während dessen der Pilot uns völlig relaxt über die Berge gondelt. Ich frage mich mehrmals: Fliegt der das Ding überhaupt oder ist er auf Autopilot?

Den ersten Stop machen wir im MILFFORD SOUND Airport…da waren wir ja per Straße vor drei Tagen und kennen das Revier. Kurz mal die Füße vertreten und dann fix weiter. Wir steigen immer weiter in die Höhe und landen, wenn ich das richtig mitbekommen habe auf 9.000 Fuß auf einem Gletscher mitten im Schnee.

Queenstown Helicopter
Bewusst ohne Strümpfe unterwegs, kann ich meine kleine Fotoserie „Peters Fußabdrücke in der Welt“ um eine weitere Aufnahme bereichern:

Queenstown Helicopter
Dann auf den Rückflug, in großer Höhe. So langsam legt sich die allgemeine Aufregung und wir können den Flug wirklich genießen…und uns weiterhin nicht satt sehen…das geht einfach nicht bei der Menge an neuen Bildern und Perspektiven! Vielleicht wäre man satt, wenn man auf so einem Berg im Schnee für 2 Wochen campieren würde?

Ähm, ach, öh, nächstes Mal…

So landen wir also Mittags wieder sicher in QUEENSTOWN und können noch einen Blick auf einen nagelneuen Hubschrauber unserer Fluggesellschaft werfen. Natürlich kann ich mir die Frage nicht verkneifen: So ein Teil kostet 2,4 Millionen Neuseelandollar, mithin also etwa 1,5 Millionen Euro…ja dann lassen wir das doch lieber mit dem Pilotenschein, gell?

Gelandet und Fahrzeug gewechselt. Wir machen uns auf den Weg weiter nach Norden. Die Campsites auf dem Weg sagen uns nicht zu, wohl aber die Straße. Zunächst die CROWN RANGE ROAD zwischen QUEENSTOWN und WANAKA, dann die Route 6. Beide zusammen sind wohl eine der schönsten Strecken überhaupt. Nach 50 Kilometern in WANAKA Mittagsimbiss am See…

Wanaka
…dann 140 Kilomenter bis HAAST und links raus nach OKURU nochmal 15, also heute knapp 200 Kilometer, mal wieder.

Die Campsite in OKURU ist zwar sehr einfach, aber auch sehr OK, Preislich angemessen (34 NZD die Nacht) und wieder mal soweit ab vom Schuss, das kein Handy geht. Aber WLAN mit Satelliten-Anschluss macht den Blogeintrag möglich…

Wer sagst denn?

Peter.

Tag 8: MILFORD SOUND nach QUEENSTOWN

Mittwoch, den 22. Januar 2014 310 km

Vorab:
Endlich wieder Internet! In den letzten Tagen gab es noch nicht mal ein Handy-Netz, geschweige denn Internet. Daher nun 4 Tage als Nachtrag – fast alle mit Bildern. Die Bilder vom MILFORD SOUND (Tag 7) sind unsere Favorieten – so far.

Wie von der menschlichen Ampel prophezeit hängen dicke dunkle Wolken  in den Berggipfeln, als wir unsere Augen nach vollbrachter Nachtruhe öffnen.

Ja, wenn das so ist können wir ja auch weiter fahren. Die einzige Alternative zu „Dampfer Fahren“ in MILFORD SOUND ist das Wandern. So vier Tage am Stück und so…

Da unser Platz so scheußlich ist beschließen wir am HOMER TUNNEL zu frühstücken…das machen wir auch, aber IM Bus. Soooo kalt, sooo kalt.

Wie anders die Landschaft bei diesem Wetter aussieht. Nicht mehr majestätisch, sondern schlicht bedrohlich.

An einer Baustelle warten wir uns es kommt uns im Gegenverkehr ein wild winkender PKW entgegen – ich bin abgelenkt, aber Heidi meint, es könnten unsere Segelfreunde von YINDEE PLUS gewesen sein?

Die Fahrt macht nicht so richtig Spaß. Zunächst die 120 Kilometer über die Route 94 zurück nach TE ANAU, dann weiter Richtung LUMSDEN und auf die 6 Richtung QUEENSTOWN. Der Weg entlang des LAKE WAKATIPU ist dann schon wieder netter…und als wir QUEENSTOWN erreichen wird schnell klar, das die Bücher nicht gelogen haben. Hier ist ganz offenbar das touristische Herz des Südens. Viele Autos und Menschen auf den Straßen, Shops und Events ohne Ende und jede Menge Regen. OK, letzeres hat nichts mit Tourismus zu tuen… 😉

Wir verabreden für Freitag einen Hubschrauber-Rundflug, erst dann soll das Wetter wieder besser werden. Der Mann hinter der Rezeption empfiehlt uns einen andere Campsite als die, die wir uns ausgesucht haben. „Seine“ wird von Holländern bewirtschaftet und sei einfach netter!

OK, also dort hin, immer noch nahe zur Stadt.

Dort angekommen und eingecheckt stellen wir fest, das nun das 12 Volt Bordnetz „dicke Backen“ macht und trotz Landstrom nichts mehr funktioniert. Die Service-Hotline kann auch nicht weiter helfen und will per SMS eine Adresse von einem „Reparierer“ in QUEENSTOWN schicken, zu dem wir Morgen fahren sollen.

Hm, so hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Aber wohl nicht änderbar…

Peter.

 

Tag 7: MAVORA LAKES nach MILFORD SOUND

Dienstag, 21. Januar 2014, 210 km

Nach dem Frühstück im Öko-Speed-Schongang zurück über die Schotterpiste in die Zivilisation – sprich: Tankstelle. Aber alles falscher Alarm: Es geht noch nicht mal die Reserve-Lampe an…obwohl, die könnte ja auch kaputt sein.

Nun denn, wir tanken in TE ANAU an der Route 94 voll. Diese Straße bringt uns dann auch nach MILFORD SOUND im FJORDLAND genannten Nationalpark.

Deutlich bemerken wir  nun die Dominanz der Wohnmobile in dieser Gegend…ob es wohl mehr Wohnmobile als PKW´s in Neuseeland gibt?

Das Wetter wird immer besser, die letzten Wolken verschwinden und ein strahlend blauer Himmel taucht die Landschaft in gleißendendes Licht – den majestätischen Bergen, die nun deutlich höher sind als zuvor, angemessen.

Die anfangs gut ausgebaute Straße wird schmaler und verwundener, ab und zu passieren wir eine Baustelle, wie hier üblich mit menschlichen Ampeln: Auf beiden Seite der Baustelle steht ein Mensch mit einem Schild: Auf der einen Seite in Rot „STOP“ und auf der anderen in Grün „GO“. Wenn man vorne in der Schlange steht kommt die menschliche Ampel zu einem ans Fenster und erklärt, was da vorne gebaut wird und wie lange man wohl warten muss. Das ist ein klasse Service!

Menschliche Ampel

So erfahren wir denn auch, das es Morgen bedeckt und gar regen soll…das beeinflusst unsere Pläne ganz erheblich denn wir wollen mit einem Dampfer den MILFROD SOUND befahren. Ob wohl einer noch eine am späten Nachmittag geht?

Die Fahrt wird immer kurvenreicher und wir schrauben uns auf einen Pass empor – so denken wir.

Falsch: Wir stehen vor einer riesigen Felswand und erblicken eine abenteuerlich anmutende Einfahrt zu seinem Tunnel.

newzealand_milford_sound_0026

Der HOMER TUNNEL ist 1,8 Kilometer lang und nur wechselseitig zu befahren. Diesmal regelt eine automatische Ampel den Verkehr. Der ADAC hätte seine wahre Freude an der Begutachtung dieses Tunnels. So gut wie kein Licht (…weil der Strom hier oben über einen Dieselgenerator gemacht wird), keine Notausgänge, keine Nothaltebuchten und keine Belüftung.

Nur gut, das wir da so durchkommen!

Wir erreichen MILFORD SOUND am frühen Nachmittag und finden die kommerzielle Campsite im zweiten Anlauf – kein wirklich schöner Platz, dafür aber Dusche und Strom. Kein Handy-Netz, nur teures, langsames Internet über Satellit. Las mal stecken…

Wir gehen zum Hafen und erfahren das in ein paar Minuten die letzte Tour des Tages startet – geschwind gebucht und mit voller Fotoausrüstung an Bord. Das Wetter ist immer noch famos, aber im Fjord steht ein wahnsinniger kalter Wind.

Egal, wer gute Fotos will muss halt frieren.

Und so gelingen einmalige Naturaufnahmen dank aktiver Mithilfe des Dampfer-Skippers. Er bringt uns so nahe an Wasserfälle, Robbenfelsen und Regenbogen heran das man gar nicht anders kann, als auf den Auslöser zu drücken 😉

Im Sund ist viel Schiffsverkehr: Fischerboote, Ausflugsdampfer, Seekajaks…und ein riesen Kreuzfahrer der völlig ohne fremde Hilfe frei in dem sehr engen Seegebiet navigiert. Das wird wohl so lange erlaubt sein, bis mal was passiert…

Als wir am Abend zurück zum Bus gehen sind wir sehr, sehr zufrieden mit dem Tag. Besser hätte es nicht laufen können!

Peter.

Tag 6: DOLAMORE PARK nach MAVORA LAKES

Montag, 20. Januar 2014, 110 KMDie beiden anderen Camper verlassen DOLAMORE PARK schon sehr früh´, so sind wir am Morgen auf einmal tatsächlich alleine auf weiter Flur.

Der „Care Taker“ – also der Mensch, der sich um die Parkanlage kümmert, erscheint mit seinem PickUp zum Frühstück und kassiert die Übernachtungsgebühr (20 NZD mit Dusche, Strom und WC – sehr fair!). Wir kommen uns Gespräch und er berichtet, das er als junger Mann schon mal in Deutschland war – auf Campingtour!
Jetzt ist er bestimmt jenseits der 60, leert die Mülleimer aus, putzt die Dusche und die WC´s und kassiert die Übernachtungsgebühr – Care Taker halt, aber ein netter!

Wir verlassen den Park gegen 10:00 Uhr und gehen wieder Nordwestlich auf die Route 94. Der Care Taker hat mich in meiner Zielauswahl bestätigt. Wieder mal was ganz abgelegenes: MAVORA LAKES – er war da Weihnachten letztes Jahr mit der Familie und es hat so gegossen, das er zwischenzeitlich mal kurz nach Hause gefahren ist 😉

Nun denn: Wir reisen fast alleine über die 94 und erreichen LUMSDEN – den einzigen „größeren“ Ort hier in der Gegend. Also der richtige Ort zum einkaufen. Wir kaufen immer Lebensmittel für zwei Tage – und sehen dann weiter.

Nach knapp 50 weiteren Kilometern geht es rechts ab, wieder auf eine unbefestigte Schotterpiste. Die Staubwolke hinter uns ist gigantisch und irgendwie findet der Staub auch seinen Weg ins innere des Bus´es: Eine feine Staubschicht bedeckt Möbel, Bett und Cockpit – hmmmmm?

Die Schotterpiste ist 40 Kilometer lang – irgendwann checke ich mal wieder den Dieseltank und stelle fest, das wir wohl besser in LUMSDEN auch getankt hätten – denn die nächste Tankstelle ist nun 70 Kilometer entfernt. Auch wenn es nervig ist: Man sollte immer tanken, wenn der Tank halb leer ist.

Wir erreichen die Campsite am Rande des MAVORA LAKE´s und stellen den Bus unter die Bäume. Es ist früher Nachmittag und wir laufen den Weg am See ein Stück weiter. Laut Karte sind das hier die Drehorte für HERR DER RINGE FANGON FORREST, SILVERLODE RIVER und NET HITOEL. Ja, stimmt schon, irgendwie kommt die Landschaft einem bekannt vor – aber an die Scenen kann ich ich mich wirklich nicht erinnern 😉

Mavora Lake

Wie üblich machen wir (bei diesmal gutem Wetter!) ein paar Bilder und freuen uns, das wir diesen Platz gefunden haben. Todesmutig gehe ich mit Schuhen an den Füßen in den See, aber der ist so lausig kalt das ich nicht ans Schwimmen denke – trotz Anfeuerung eines gewissen Groupies Namens Heidi…

Dennoch – es zieht uns weiter. Morgen wollen wir zum MILFORD SOUND und werden da wohl 2 Nächte bleiben.

Peter.

Tag 5: SAINT BATHANS nach DOLAMORE

Sonntag, 19. Februar 2014

Der Morgen beginnt wie üblich mit den Frühstück. Und neu: Mit Diskussion.

Ich will bleiben, Heidi will weiter.

Wir einigen uns zunächst nicht und ich fange an zu lesen…diese Verzögerungstaktik bringt Heidi auf die Palme und so lasse ich mich Mittags „überreden“ und wir brechen von diesem wundervollen Flecken Erde auf…

…natürlich finde ich auf der Fahrt über die Route 85 nach Südwesten nichts so richtig gut…in ALEXANDRA machen wir eine kurze Fotopause an der alten Brücke, aber ich bin immer noch schlecht drauf.
Auf der Karte habe ich BLACK GULLY an der Route 90 als Übernachtungsplatz auserkoren – dort angekommen finde ich es soooo schlecht, das wir weiter fahren (müssen). Die Fahrt geht durch ein riesiges Tal, auf ca. 200 Metern gelegen. Riesige Obstplantagen, alle Arten von Vieh (Schafe, Rinder, Rehe) und die dazugehörigen riesigen Bewässerungsanlagen. Wirklich irre, wie viele davon beidseits der Straße zu sehen sind.  Man sollte ja wohl eher denken, es regnet hier genug – aber das Gegenteil ist der Fall. Dort, wo nichts bewässert wird ist nur trockene Steppenlandschaft zu sehen.

Es ist Sonntag, dem entsprechend viel Verkehr und ich muss mich auf die Fahrt konzentrieren. Immer, wenn die Schlange hinter uns länger wird setzte ich den Blinker links und lasse uns bei langsamer Fahrt überholen. Es gibt auf den zweispurigen Straßen zwar auch Überholfahrbahnen, aber nur alle 30-40 Kilometer.

Wir erreichen GORE und gehen auf die Route 94 um etwas Nordwestlich zu kommen – dort soll der DOLAMORE PARK in der Nähe der Stadt sein. Lausig ausgeschildert, GPS will den Ort nicht kennen und Peter hat gar keine Lust mehr.

Nach einer Ehrenrunde und „da müsste es doch sein“ Überlegungen finden wir die richtige Straße und beziehen unser Nachtquartier. Tatsächlich eine Parklandschaft in der Wildniss. Merkwürdig.

Peter.

Tag 4: DUNEDIN nach SAINT BATHANS

Samstag, 18. Januar 2014

Weg von der Küste mit den rauen, starken, kalten Winden und dem unbeständigen Wetter – hinein in die Berge mit der Sonne und den Windgeschützten Tälern!

Soweit der Plan für heute…

…na ja, erst mal können!

Nach zwei Tagen Ruhepause wollte der VW Motor nicht mehr anspringen. Augenscheinlich war noch etwas Strom da, die Instrumente und Anzeigen blinkten und tuteten – aber kein Anlasser. Ach, das kennen wir doch schon von unserem DODGE: Wenn nur noch wenig Strom in der Batterie ist spinnt die Elektronik rum. Also die Vermieter-Hotline angerufen und die haben dann die „ROADSIDE ASSISTANCE“ verständigt. Mit 1,5 Stunden Verspätung sind wir dann on the road again…

…zunächst 30 Minuten nach MOSGIEL zum Aufladen der Batterie, dort erst tanken und zum Supermarkt. Schließlich wissen wir ja nicht, was uns in „den Bergen“ erwartet.

Über die Route 87 zunächst nach MIDDELMARCH (kannten wir ja schon von gestern), dann über die Route 85 durch RANFURLY zum Tagesziel SAINT BATHANS. Laut Karte eine ehemalige Goldgräber-Stadt! Leider in keinem der deutschen Tourenführer beschrieben, die bleiben wohl lieber an der Küste. So müssen wir uns auf unser Kartenglück verlassen und hoffen auf einen „must see“ Treffer!

Bei PENNYWEIGHT HILL verlassen wir die befestigte Straße und rollen über eine staubtrockene Schotterpiste so dahin – mit gewaltiger Staubfahne achteraus!

Nach 15 Kilometern Schotterpiste erreichen wir den Ort – besser die 5 Häuser, die mal zu der Goldgräberstadt gehörten. Alle liebevoll restauriert und sehr gut in Schuss. Auf der anderen Straßenseite das ehemalige Abbaugebiet mit weißem Gestein und (mittlerweile einem) Badesee – wenn es doch nur nicht so kalt wäre!

Aber wo ist bloß die Campsite?

Kein Schild, kein Hinweis, wir verlassen schon wieder die „Stadt“ und entdecken drei weitere Wohnmobile in der Pampa – da muss es sein!

So erreichen wir die SAINT BATHANS DOMAIN – eine Campsite mit wahnsinnigem Ausblick zu allen Seiten, abseits der Straße und einem Plumpsklo mit Wasseranschluss in der Mitte – sonst nix. Gar nix!

Herrlich, hier kann man es aushalten!

Das ist sowas von ab vom Schuss, da hat man hier noch nicht mal ein Handynetz. Komplett nix, was will man mehr?

Äh, ja, also, so ein Anlegerbier wäre ja nicht schlecht!

Also zu Fuß zurück in das Dorf zum „VULCAN HOTEL“ und in aller Ruhe und Gemütlichkeit die Ankunft zelebriert…

Tja, so ist das halt.

Peter.

Tag 3: Ausflug TAIERI GEORGE SCENIC RAILWAY

Freitag, 17. Januar 2014

Heute also Bahn statt Bus.

Wieder mit dem Stadtbus zum Bahnhof, in der Stadt in einem „vegetarischen Cafe“ gefrühstückt und dann zum Bahnhof. Weil ein anderer Zug eingesetzt wird müssen wir unsere Tickets bei der TAIERI GEORGE SCENIC RAILWAY umschreiben lassen.

Das Wetter ist immer noch durchwachsen. Nur sehr kurze Sonnenpassagen lassen die Kulisse im richtigen Licht erscheinen – dazwischen trostlose Einöde. Liegt alles nur am Licht!

Taieri George Railway

Es geht vorbei an schroffen Felsen und steilen Abhängen, hindurch durch lange, enge Tunnel und langsam, sehr langsam schnaubt die Diesellok den Zug in die Höhe.

Schlagartig ändert sich die Szenerie: Auf einmal kaum noch Grün, statt dessen Felsen und Steppengras – das ist doch ganz klar eine HERR DER RINGE Landschaft!

Taieri George Railway

Wenn da nur die Stromkabel in der Luft und die Zaunpfosten im Boden nicht wären 😉

Überhaupt: Alles ist irgendwie eingezäunt – vermutlich um das Vieh nicht türmen zu lassen?

Der „Bahnhof“ in MIDDELMARCH ist eine Haltestelle im Nowhere. Dazu Eiskalter Wind und leere Straßen. Und ein Zug voller Touristen!

Middlemarch

Tag 2: Mount Hutt nach Dunedin

Donnerstag, 16. Januar 2014

Die Nacht war ruppig – im Wohnmobil, wer hätte das gedacht! Wenn wir mit dem Boot vor Anker gelegen hätten wäre an Schlaf nicht zu denken gewesen…bei dem Wind!

Aber so…

…wackelte und schepperte es nur und ich wurde lediglich von Heidi geweckt die wissen wollte, ob so ein Wohnmobil bei Sturm auch umkippen könnte…wo wir doch so dicht an der Steilküste stehen. Ich verneinte und schlief weiter…

Der Morgen brachte keine Sonne, sondern Regen und ein Blick auf die Karte zeigte uns, das wir den Tag nutzen sollten, um weiter nach Süden zu kommen.

So brausen wir zunächst mit 90 bis 100 km/h über die „Inland Scenic Tourismen Route“ (Route 72) nach GERLADINE und können bei wenig Verkehr die Landschaft genießen.

Dann auf die Route 1, die zwar an der Küste verläuft, landschaftlich aber nicht viel hergibt. Wir passieren eine schlimme Unfallstelle mit einem zertrümmerten Wohnmobil – die Retter sind noch mit der Hydraulikschere am schneiden. Grusel!

TIMARU, OAMAU und PALMERSTON passieren wir im Regen – nichts verleitet uns zu einem Stop.

Nach 330 Kilometern erreichen wir DUNEDIN am frühen Nachmittag. Der öffentliche Übernachtungsplatz nahe dem Bahnhof ist eher eine Tankstelle mit Fäkalien-Entsorgungsstation und so gehen wir lieber in einen „Holiday-Park“ am Südrand der Stadt.

Gestern bezahlten wir noch 17 NZD für zwei Personen, Dusche und WC – Strom gab es in RAKAIA nicht.
Heute schlappe 47 NZD für einen „Parkplatz“ mit Strom, Dusche und WC. Wieder ein neuer Vorsatz: Auf „Holiday Parks“ gehen wir nur, wenn es nicht anders geht.

Mit dem öffentlichen Bus in die Stadt zurück – Ziel der DUNEDIN-Übung ist eine Zugfahrt mit dem TAIERI GEORGE SCENIC RAILWAY von DUNEDIN nach MIDDELMARCH. Die (längere) Tour nach MIDDLEMARCH macht der Zug nur am Freitag und Samstag – Hin und Zurück in 6 Stunden, eine Stunde Aufenthalt und (angeblich) (Achtung: Wortwitz) bahnbrechende Aussichten 😉

Schauen wir mal!

Um 9:30 Uhr geht es Morgen los. Da am heutigen Abend die Sonne wieder zurück kam, stehen die Aussichten auf ein gutes Foto-Shouting Morgen gar nicht so schlecht!

Peter.

 

 

Tag 1: Ankunft mit Überraschung

Planmäßig landeten wir am späten Dienstag Nachmittag (14/01/2014) in AUCKLAND und stolperten so zu sagen mit letzer Kraft ins NOVOTEL gegenüber der Ankunftshalle.

Merkwürdig: Der Rückflug schlauchte viel mehr als der Weg nach Deutschland. Hat das was vielleicht mit der inneren Einstellung zu tun – Heimweh genannt?

Gegen 16:00 Uhr Ortszeit unter die Dusche und ins Bett, nur mal eben kurz ausruhen. 12 Stunden später, um 4:00 Uhr Morgens am Mittwoch kommen wir wieder zu uns und sind nur fast fit, also bis zum Frühstück weiter schlafen, Frühstück um 7:00 Uhr, auschecken und 1,5 Stundenflug von AUCKLAND nach CHRISTCHURCH.

Katzensprung.

Mit dem Taxi zum Wohnmobil-Vermieter und leicht amüsiert den Bürokratischen Akt einer vorab bezahlen Wohnmobil-Übernahme genossen.

Egal, in dem „HEMA NEW ZEALAND MOTORHOME AND CAMPING ATLAS“ (immerhin aus Papier, 1,5kg schwer und dabei größer als DIN-A-4 Format)eine Campsite 100 km westlich per Zufall ausgesucht und Los!

Nach einer halben Stunde kommen am Horizont die Berge in Sicht und auf einmal passieren wir den RAKAIA RIVER und fangen an, die Kamera im noch nicht ausgepackten Gepäck zu suchen. Ein paar Bilder geschossen, zum Beispiel dieses:

Rakaia River

Und dann weiter nach METHVEN. Der dortige Campingplatz (oder in NZ-Slang „Campsite“) ist zwar ordentlich, aber landschaftlich eine 5-, also zurück die knapp 20 Kilometer zum RAKAIA RIVER und Beste Campsite der Reise entdeckt…

…ja ja, OK, es ist ja auch die erste. Aber wir fragen uns ernsthaft, wie das getoppt werden kann? Immerhin können wir eine Regel für die kommenden 19 Tage ableiten: Dort, wo es schön ist, übernachten wir.

Und mal sehen was da noch wohl so kommt…

Nun denn. Hier angekommen ein Anlegerbier (wie nennt man das bei den Wohnmobil-Leuten – Thorsten?) genossen, Gepäck ausgepackt und verstaut und Abendessen gekocht.

Mit diesem Ausblick:

Rakaia River

Das Wohnmobil links ist im übrigen das „unsere“ 😉

Den GPS Tracker haben wir vorhin erst ausgepackt, im Moment ist der Track echt spaßig, so von ELMSHORN nach CHRISTCHURCH…

Peter.