Archiv der Kategorie: Neuseeland mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil durch Neuseeland Mitte Januar 2014

NEUSEELAND MIT DEM WOHNMOBIL – KLEINES FAZIT

So, nun haben wir also auch den zweiten Teil der NEUSEELAND Erkundung mit dem Wohnmobil abgeschlossen.

Klarer Fall von LEIDER!

Im Januar waren wir zunächst drei Wochen auf der Südinsel unterwegs, im März dann knapp drei Wochen auf der Nordinsel. Alle Reiseberichte dieser 40 Nomadentagen vom anderen Ende der Welt befinden sich in der Rubrik „NEUSEELAND MIT DEM WOHNMOBIL“, in chronologisch umgekehrter Reihenfolge.
Dazwischen waren wir sechs Wochen mit einem anderen Wohnmobil in AUSTRALIEN unterwegs – zu finden in der Kategorie „AUSTRALIEN MIT DEM WOHNMOBIL“.

Diese „australische Unterbrechung“ war der Urlaubszeit unserer großen Tochter geschuldet…moderne Reiselogistik macht es möglich!

Beide Landerkundungstrips haben wir zur Überbrückung der Zyklon-Saison hier im SÜD-PAZIFIK unternommen – von November bis April eines jeden Jahres sollte man nicht unbedingt mit einem Segelboot auf hoher See sein…

…nun geht es also weiter mit unserer Seereise. Die Reise- und Zustandsberichte von Mensch und Material findet man in der Kategorie „PROJEKT: LANGE REISE“ und ganz aktuell auch unsere PLANÄNDERUNG zur (ursprünglichen) Projekthalbzeit 😉

Gefragt, welches Land denn nun besser sei (AUSTRALIEN oder NEUSEELAND) kann man nur antworten: BEIDE!

Von EUROPA aus betrachtet liegen beide ja nun so dicht beieinander – sind aber doch sehr unterschiedlich. Wenn man es gerne übersichtlich, viel Landschaft mit wenigen Menschen und eher britisch mag, dann ist NEUSEELAND erste Wahl. Wer grenzenlose Weite (an Land), eine sehr vielfältige Tierwelt und es eher amerikanisch geprägt mag, der sollte vielleicht zuerst nach AUSTRALIEN gehen….

…denn eines ist klar:

Das jeweils andere Land muss man dann eben danach bereisen! 😉

Wir jedenfalls sind begeistert und werden noch lange an die drei Wohnmobilmonate zurück denken – mit Freude!

Peter.

Tag 39+40: WAIPOUA FOREST nach AUCKLAND via WHANGAREI

  • Freitag, 4. April 2014, WAIPOUA FOREST nach WHANGAREI, 120 Kilometer
  • Samstag, 5. April 2014, WHANGAREI nach AUCKLAND, 230 Kilometer

Nach einer absolut ruhigen Nach brechen wir gegen 10:00 Uhr auf, der Morgennebel hängt noch extrem stimmungsvoll in den Feldern…

(…MARILLION – SEASONS END: …the grey and the green together…)
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…wir „müssen“ nach WHANGREI um unsere Reiselogistik für die kommenden Tage zu erfüllen. Irgendwie ist heute klar: Die schöne Zeit im Wohnmobil ist rum – die Fahrt nach WHANGAREI ist noch mal schön, aber viel zu kurz.

Wir gehen wieder auf die Campsite am Berg und fangen an, unsere sieben Sachen zu packen und den Bus hübsch sauber zu machen…wie es sich gehört!

Samstag Morgen (5/4/2014) stellen wir unser umfangreiches Gepäck in der Garage der Campsite unter, fahren zur BUDGET Autovermietung und holen den vorbestellten PKW ab. Ein anderer Kunde meint, es habe ziemlich heftig kurz vor WHANGAREI Richtung Süden gekracht – große Umleitung…

…na denn, wir fahren mit den beiden Autos los und tatsächlich: „Route 1“ voll-gesperrt und der Umleitung ist echt weiträumig…so viele Ausweichstraßen haben die hier halt nicht. Heidi hört im PKW Radio und bekommt bei den Nachrichten mit, das der Unfall einen Toten und zwei Schwerverletzte gefordert hat.

Das ist schon recht merkwürdig: Wir haben in insgesamt sechs NEUSEELNAND Wochen nur zwei Unfälle mitbekommen – am ersten Tag in der Nähe von CHRISTCHURCH und nun am letzten Tag hier in WHANGAREI. Ein Zeichen – welches?

Die Rückgabe des Wohnmobils dauert 20 Sekunden – keine Fahrzeugkontrolle, kein gar nix.

Heidi besteht noch mal darauf, das ich den Vermieter BRITZ ausdrücklich lobe:

LOB, LOB, LOB!

Das Auto war 10 mal besser (obwohl auch alt) als die beiden von APOLLO und der Umgang mit dem Kunden ist besser.

Wir verbringen den Nachmittag in der fast schon heimatlichen AUCKLAND City, kaufen noch ein paar Bootssachen in den vielen Geschäften an der WESTHAVEN Marina ein und machen uns auf den Rückweg.

Die „Route 1“ ist mittlerweile frei geräumt und wir haben eine angenehme Rückfahrt…und ziehen Abends für eine Woche in eine CABIN auf der Campsite in WHANGAREI ein. Denn auf dem STORMVOGEL können wir leider immer noch nicht wohnen.

Peter.

Tag 37+38: CAP REINGA nach WAIPOUA FOREST

  • Mittwoch, 2. April 2014, CAP REINGA nach HOUHORA HEADS, 90 Kilometer
  • Donnerstag, 3. April 2014, HOUHORA HEADS nach WHATORO (WAIPOUA FOREST), 190 Kilometer

Die DOC Campsite (TAPUTOPUTO) am CAP REINGA ist zwar ganz nett, aber es zieht uns am gegen Mittag Mittwoch weiter. Vorher noch ein bisschen „Büro“ gemacht um die Rechnungen der Werft zu kontrollieren…

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Dann die 2 Kilometer weiter zum CAP mit dem Auto – zum Glück verlassen bereits die ersten Reisebusse das Gelände und so ist es nicht ganz so überlaufen.

Tolle Küstenlandschaft und grandioser Ausblick!

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Und wieder mal perfekt für uns Touristen erschlossen 😉

Nach dem Rundgang und einer kleinen Photosession machen wir uns also wieder auf den Weg nach Süden – viel Lust zum Fahren haben wir eh´ nicht und so sucht Heidi eine Campsite in der Nähe aus…welch Wunder, hier haben unsere Handys so gerade eben Empfang und es gibt natürlich Strom für die Akkus.

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Am Donnerstag nach dem Frühstück dann zu den Riesenbäumen im WAIPOUA FOREST – liegt quasi auf dem Weg. Zunächst will uns das NAVI auf eine große Schleife schicken, die Fährverbindung als Abkürzung muss ich dem Teil erst mal beibringen. So kommen wir also bei herrlichem Wetter zu unserer ersten kleinen Seefahrt mit Bus 😉 Die Strecke zweigt von der „Route 1“ bei MANGAMUKA BRIDGE ab und ist sehr, sehr schön zu fahren.

Als die Fähre in RAWENE ankommt haben wir richtig Lust hier zum Lunch einzukehren…die Idee hatten die anderen Touristen auf der Fähre wohl auch…vor uns.

Keine Lust auf Schlange, also weiter.

Wir finden bei OMAPERE einen super-Aussichtspunkt und frische Fish&Chips – sehr schön…die Riesenbäume können kommen!

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Als wir den Wald erreichen bedeckt es sich ein wenig, den ersten Baum bekommen wir noch im trockenen hin, bei der zweiten „Baum-Haltestelle“ fängt es an zu regen. Logisch. Ist ja auch ein REGENWALD!

(Oh Gott, wie platt!)

Nicht so richtig glauben mögen wir das Alter der Bäume…laut Buch 1.200 bis 2.000 Jahre? Gibt es so was?

An dieser Stelle, aus gegebenen Anlass, ein offener Appell an NEUSEELAND:
Fällt nicht so viele Bäume! Lasst die Kettensäge im Schrank! Wir haben den Eindruck, die hauen hier ganze Landstriche weg und schaffen die per LKW an die Küste, um sie weltweit zu verkaufen. Nur, wir sehen kaum aufgeforstete Bereiche. Und wenn, dann mit „billigen“ Nadelhölzern.
OK, wir sind keine Forstwirte, aber so viel Holz, wie NEUSEELAND abholzt, wächst bestimmt in einem Leben nicht mehr nach….

Ansonsten haben wir wirklich nix über NZ zu meckern 😉

Auf der Fahrt zur Campsite in WHATORO klart es zwar kurz noch mal auf, aber kaum sind wir eingerichtet schüttet aus es Kübeln. OK, Regen ist wirklich mal erlaubt, nach den vielen trockenen Tagen.

Telefone gehen wieder nicht, dafür aber gutes WLAN (wie immer, kostenpflichtiges) auf der Campsite.

Die Tage im Wohnmobil sind nun gezählt. Morgen werden wir die 80 Kilometer rüber zur Werft nach WHANGAREI fahren. Danach packen und das Auto sauber machen. Samstag dann Rückgabe in AUCKLAND…und wir werden wohl in einer sogenannten CABIN auf der Campsite von WHANGAREI einziehen, da STORMVOGEL noch nicht bezugsfähig ist.

Think positive: Aber bald!

Peter.

 

Tag 36: WHANGAREI – CAPE REINGA

  • Dienstag, der 1. April 2014, 280 Kilometer

Wir vertrödeln den Morgen etwas, kommen aber gegen 11:00 Uhr endlich los. Einkaufen steht auch noch auf dem Zettel und so ist der Tag halb rum, bevor wir eigentlich los fahren können. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn NEUSEELAND ist ja von hier aus (Richtung Norden) nur noch 280 Kilometer lang.

Die Straße ist kurvenreich und lässt die erlaubten 100 km/h nie zu.

Erste Station sind die riesigen Sanddünen von TE PAKI am NORD-WESTLICHEN Ende von NEUSEELAND. Der Kontrast von tiefem Grün zu glänzendem Sandgold könnte kaum extremer sein, der tiefblaue Himmel dazu ergibt die perfekte Farb-Komposition für den Nachmittag.

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Heidi ist ziemlich sicher, das sie mit einem Surfboard die Sanddüne herunter flitzen will und mietet daher erst mal die passende Ausrüstung. Ich hingegen kritisiere die meiner Meinung nach völlig unangemessene Bekleidung für eine solch sandige Angelegenheit, beschränke mich dann aber doch auf die Rolle des ambitionierten Action-Fotografen.

Während der Aufstieg zunächst völlig einfach verläuft, kommen wir beide dann doch sehr schnell ins Schnaufen. Dort, wo die Düne sehr stark ansteigt setzt man einen Fuß vorwärts um im gleichen Moment wieder, wie von Geisterhand, zurück zu rutschen. Geht das hier schon als Treibsand durch?

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Während die sportliche Surferin munter voran eilt, schützt der Action-Fotograf auf halber Höhe eine gute Fotoposition vor…in Wahrheit kann er im Moment nicht einen Meter weiter kriechen. Wie sich später heraus stellt, wäre die andere Seite der Piste für Fotos besser gewesen…mit der Sonne ist halt immer besser als gegen die Sonne, gell?

TE PAKI

Nun denn, die Athletin ziert sich ob des steilen Abhangs, der Action-Fotograf versucht im bodennahen Sandsturm die kostbare Kamera vor den schädlichen Sandkörnern zu beschützten und die Sonne brennt beiden auf den nicht geschützten Kopf.

Kommen vier (ältere!) Niederländer vorbei und stapfen munter die Düne hoch. Begreifen schnell die Situation und stimmen in meine Anfeuerungsrufe ein – und, sie tut es: Die durchtrainierteste, kleinste, jüngste (Oma), am weitesten um die Welt gesegelte Sportlerin (…jeweils auf den Moment bezogen ;-)) wagt todesmutig die schwierige Abfahrt und ist ein tolles Action-Modell für ein paar Sekunden Ruhm!

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Nicht schlecht, nicht schlecht!

TE PAKI

Allein, der Aufstieg und die Abfahrt waren so kräftezehrend das es keine Wiederholung dieses einmaligen Ereignisses geben wird.

Der Action-Fotograf, immer noch auf halber Pistenhöhe verschnaufend, torkelt den Niederländern hinterher und will um jeden Preis die ganze Düne besteigen. Wäre doch gelacht! Nach einer weiteren Pause ist es vollbracht und es erschließt sich ein einmaliger Panorama-Ausblick De Luxe!

TE PAKI

Entfernt, weit entfernt sehe ich die Ausnahme-Sportlerin auf ihrem Surfbrett im Sand ruhend – ich genieße die Aussicht. Obwohl: Wieso gibt es keine Bar hier oben?

Der Abstieg ist einfach: Ein Schritt machen und dabei 2 Schritte weiter rutschen.

TE PAKI
Nun macht sich ein weiteres Sportlerpaar auf den Weg, diesmal ist der Fotograf auf der richtigen Sonnenseite und kann ein paar bessere Bilder machen – und den beiden später per eMail schicken…

TE PAKI

TE PAKI
Mittlerweile ist es spät geworden und wir fahren körperlich völlig erschöpft auf eine DOC Campsite nahe dem CAPE REINGA. Wieder völlige Abgeschiedenheit, die nach dem Wüstenausflug absolut notwendige Dusche erfolgt mit lausig kaltem Wasser – hilft aber gegen das Schmirgelpapier-Gefühl.

Zur Feier es Tages hören wir einen neuen ARD Radiotatort im Bett…und einer schläft darüber ein 😉

Peter.

Tag 21-35: AUCKLAND – WHANGAREI – WELLINGTON – OPUA mit einigen Stationen dazwischen…

Das Problem mit den vielen liegen gebliebenen Reiseberichten ist ja immer die Zusammenfassung. Hier der Versuch die letzten 14 Tage einigermaßen sinnvoll, nicht unzulässig gekürzt, zusammen zu fassen…

  • Montag, 18. März 2014 bis Montag, 31. März 2014
  • Tag 21 bis 35
  • AUCKLAND – WHANGAREI – AUCKLAND – HAMILTON – WELLINGTON – EKETAHUNA – CLIFTON – LAKE WAIKAREMOANA – MATAMATA – AUCKLAND – WHANGAREI – OPUA
  • ca. 1.300 Kilometer

Am Morgen des 18. März 2014 (Dienstag) übernehmen wir unseren BRITZ VENTURA Camper am AUCKLAND Airport und sind direkt begeistert. Das Auto hat zwar auch knapp 200.000 Kilometer auf der Uhr, ist aber Top-gepflegt, super sauber, clever eingerichtet und über-komplett ausgestattet. Sogar „runter drück Kaffeemaschine“ an Bord!
Der Wechsel von APOLLO zu BRITZ hat sich also gelohnt…

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Wie geplant fahren wir zunächst die knapp 200 Kilometer auf der „Route 1“ nach Norden, nach WHANGAREI um unser Boot, den STORMVOGEL auf der NORSAND Werft zu besuchen. Wir sind gespannt auf den Stand der Dinge: Wie steht es um die Reparaturen, die Verbesserungen und die Kosmetik?

Da wir angekündigt sind bekommen wir direkt Audienz beim Werksleiter und die große STORMVOGEL Tour beginnt. Wir sind beeindruckt, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind und mit welcher Liebe zum Detail gearbeitet wird. Natürlich schnacken wir auch mit einigen bekannten anderen Booten und am Abend treffen wir uns zum Essen mit Lucy und Harry von der BOUNTY, die ebenfalls gerade wieder eingetroffen sind.
Am nächsten Tag (19/3/2014, Mittwoch) vertiefen wir die Information über die einzelnen Baustellen und verlassen die Werft mit einem wirklich guten Gefühl. Der 1. April 2014 als Übergabetermin wird wohl nicht mehr klappen, aber nur ein paar Tage später soll unser Dampfer wieder schwimmen.

Als wenn wir unseren Klabautermann nicht los werden – das Auto hat ein Problem mit der Vorderradbremse – die quietscht während der Fahrt recht laut. Das ist nicht gut! Da wir nun sowieso hart nach Süden wollen, fahren wir am Donnerstag (20/3/2014) Morgen bei BRITZ in AUCKLAND vorbei und lassen das lieber reparieren. Auch ein großer Unterschied zu APOLLO: BRITZ hat eine eigene Werkstatt und alle Teile auf Lager. Heidi fragt nach und wir bekommen eine Gutschrift von einem Miettag.

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Wir müssen noch einen neuen Steuerkompass für STORMVOGEL aussuchen und kaufen. Dazu fahren wir in die Segler-Shopping-Meile von WESTHAVEN, AUCKLAND. Wir finden den empfohlenen Laden nicht, die Adressangabe auf deren Homepage ist widersprüchlich: Die Geschriebene Adresse sagt „hier“, der GOOGLE MAPS Link sagt „da“…so „wandern“ wir herum, finden schließlich den Laden und einen passenden Kompass und kommen ins schnacken…

…ich kann es mir auf einmal nicht verkneifen und muss auf den fehlerhaften GOOGLE MAPS Link hinweisen. Ist sonst wirklich nicht meine Art! Ich schwöre! Der Boss holt den Mitarbeiter der für die Pflege der Homepage zuständig ist und dieser behauptet steif und fest, er habe GOOGLE schon mehrfach darauf hingewiesen, das der Link falsch sei und das GOOGLE ihn bitte ändern möge…aber das täten die einfach nicht.

Ich versuche zunächst mit Worten die Unwissenheit des Mitarbeiters höflich zu umschiffen, als dieser dann aber hartnäckig auf seiner Erklärung besteht schwinge ich mich mal eben kurz an dessen Tastatur, rufe deren Homepage auf, gehe zur Adressseite, öffne den Quelltext und zeige ihm SEINEN falschen Link.  (Geht jetzt)

Ja ja, ganz offensichtlich sind wir auf seiner Seite, ganz offensichtlich hat er noch nie in seinem Leben einen HTML Quelltext gesehen, ganz offensichtlich ist SEIN Link falsch und ganz offensichtlich ist sein Chef nun sauer auf ihn…

…und Heidi, Human Ressources Manager des Tages, fragt den Chef, ob er mich nicht „haben“ möchte…

…der sieht mich an und meint gaaaannz trocken: „No, he eats to much“

Aber immerhin brauchen wir nun nicht mehr die 50 NZ$ Frachtkosten für den Kompasstransport zur Werft nach WHANGAREI zu bezahlen.

Wie einfach man als IT Berater doch Geld verdienen kann…nur das mit dem „eat to much“ habe ich nicht ganz verstanden?

An diesem Tag kommen wir natürlich nicht viel weiter und übernachten südlich von AUCKLAND in HAMILTON…reine Übernachtungs-Site, schnell vergessen…

…denn wir wollen uns am Freitag, den 21/3/2014 mit Graham und Dianne in/bei WELLINGTON treffen. Die beiden kommen mit der Fähre von der Südinsel, wir über die „Route 1“ von Norden. Treffpunkt ist eine Campsite im Norden von WELLINGTON, im Ort UPPER HUT. Die gut 530 Kilometer kosten uns zwar einen ganzen Tag, aber der Tag ist grau, wolkenverhangen und kalt. Wie schön, im kuschligen Bus zu sitzen!
Für die letzten 40 Kilometer brauchen wir fast zwei Stunden! Nein, kein Verkehrsstau, keine Baustelle, sondern extrem kleine, extrem kurvige und steile Straße. In WAIKANAE zweigt die AKATARWA ROAD  von der „Route 1“ nach UPPER HUT ab. Auf der Karte sieht das ganz normal aus, in Wirklichkeit fahren wir uns einen Wolf…
…und kommen 20 Minuten vor der MAUNIE Crew auf der verabredeten Campsite an. Das ist Timing!
Natürlich großes „Hallo“, Freude und gemeinsames BBQ am Abend…wie das so ist, wenn man sich wirklich mag und nach Monaten mal wieder trifft.

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Wir beschließen den Samstag (22/3/2014) gemeinsam in WELLINGTON zu verbringen und mit dem Zug in die Stadt zu fahren. Der Nahverkehr funktioniert hier echt gut!

Während sich die kulturell weiter entwickelten Engländer den ganzen Tag im Museum weiter bilden laufen Heidi und ich durch die Stadt, fahren mit dem CABLECAR in den Botanischen Garten und strolchen später in der Innenstadt herum. Am Abend gibt es gemeinsame Pizza und der Zug bringt uns komfortabel zurück.

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Sonntag (23/3/2014) trennen sich mal wieder unsere Wege und wir fahren mit unserem Bus durch WELLINGTON in den Vorort MIRAMAR. Dort ist die WETA CAVE und wir lassen uns von den extrem Detail-verliebten Handwerkern dieser „Film-Requisiten-Werkstatt“ beeindrucken. In der Werkstatt ist Fotografieren streng verboten. Das im Souvenir-Shop wie zufällig GANDALF und GOLLUM herum stehen ist das eine…das andere ist das die HERR DER RINGE Trolle den Eingang grimmig bewachen. Das Dritte ist vielleicht, das hier nicht nur HERR DER RINGE und HOBBITS eine große Rolle spielen, sondern auch SiFi Reißer wie ELYSIUM oder DISTRICT 9. Die Waffen und Roboter sind auch aus der Nähe betrachtet so täuschend echt, das sie voll funktionsfähig wirken…zum Glück alles nur aus Plastik.
Dabei wird erklärt: Wenn diese Teile hergestellt werden, sind sie natürlich „neu“ und wirken daher unecht. Der dann folgende „künstliche Alterungsprozess“ ist genau so aufwendig wie die Herstellung – aber erst dadurch werden diese Requisiten glaubhaft und die Filme wirklich gut. Ein echtes Negativ-Beispiel war für mich die Fernseh-Verfilmung von „Die Säulen der Erde“. Da wirkte alles irgendwie sauber und neu…völlig daneben.

Nun denn, wir verlassen WELLINGTON am Nachmittag, kaufen noch ein paar Sachen in einem Campingshop auf der „Route 2“ ein, der laut Internet auch am Sonntag geöffnet hat und machen uns langsam auf den Weg nach Norden. Der Nachmittag wird später und später und Heidi sucht per Zufallsentscheidung eine nahe gelegene Campsite zum Übernachten aus.

Die Wahl fällt auf EKETAHUNA, eine ganz einfache, aber hübsch gelegene Anlage nahe der „Route 2″…

…wir fahren die Zufahrtsstraße herunter und erkennen auf den ersten Blick, das die Campsite leer ist…

…nur läuft da vor unserem Auto so ein Typ mit Hut durch die Gegend dessen Profilbild uns sehr bekannt vor kommt:

Mr. Graham Keating wie er leibt und lebt!

Irgendwie völlig unglaubwürdig, aber tatsächlich wahr:
Wir hatten natürlich keine Ahnung, das die beiden hier Station machen und wir hätten bei unserer „Reiseplanung“ an diesem Tag wirklich überall landen können. Da treffen wir uns geradewegs hier wieder? Spuki, Spuki. Natürlich werden Wanzen, Peilsender und Spitzel von Seiten der Briten vermutet…wir streiten erst mal alles ab, die Frauen einigen sich in Mirkosekunden auf ein weiteres gemeinsames BBQ und später steckt Graham die halbe Campsite mit einem schicken Lagerfeuer in Brand. Kontrolliert natürlich.

Unverhofft, aber nett, sehr nett.

Für Montag (24/3/2014) nehmen wir uns erneut ein Goodbye vor (…muss doch mal klappen!) und wir fahren am sehr späten Vormitag (…huch, ist das spät geworden!) weiter auf der „Route 2“ nach Nordosten, Richtung NAPIER. Viel Lust auf Fahren haben wir nicht und so suchen wir uns schon nach 190 Kilometern auf der Karte den kleinen Ort CLIFTON im Süden von NAPIER zum Übernachten aus…
…dort könnte man wohl auch einen kleinen Endzeitfilm drehen denn die Brandung hat die Küstenstraße teilweise weg gespült und die Saison auf der Campsite scheint auch schon länger vorbei zu sein. Alles ein wenig herunter gekommen, aber irgendwie mit leicht melancholischer, angenehmer Stimmung.

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Frühstück gibt es am Dienstag (25/3/2014) in der wirklich tollen ART DECO Welthauptstadt NAPIER. Die Stadt wurde 193x von einem Erdbeben zerstört und man hat im alten Stil geschwind alles wieder aufgebaut – und bis heute bewahrt! Dadurch ergibt sich eine tolle, nostalgische Kulisse, eigentlich müsste man nur Oldtimer in die Stadt lassen 😉

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Beim Frühstück reift der Plan endlich mal wieder die Hauptstrecken zu verlassen und über kleine, teilweise auch unbefestigte Straßen ins Landesinnere vorzustoßen.

Zum LAKE WAIKAREMOANA.

Gesagt, beschlossen, getan. Eingekauft, los gefahren, wie erwartet immer geringer werdende Durchschnittsgeschwindigkeit, einsame Straße, toller Nationalpark und fantastische DOC Campsite direkt am See mit unglaublichem Ausblick auf die Berge.
Das Graham´sche Lagerfeuer vom Sonntag noch im Kurzzeitgedächtnis, macht sich der Fahrer auf die Suche nach einigermaßen trockenen Feuerholz und der Copilot fängt in der herrlichen Abendsonne an zu stricken.

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Wir grillen schon wieder mit unserem genialen Außengrill (im Auto eingebaut, aber von außen zugänglich) und genießen die Stille…nur zwei andere Busse stehen weit entfernt hier herum…

…da kommen in der Dämmerung drei Angler auf uns zu:

Gerry, Bien und Tony haben heute leider gar nichts gefangen, obwohl sie im mitgebrachten Motorboot den ganzen Tag auf dem See waren. Entsprechend ist der Bedarf nach Bier und Unterhaltung hoch. Bien kann es überhaupt nicht fassen, das man einfach das macht, wozu man Lust hat, Tony meint, das „doing nothing“ auch ganz schön schwer, aber durchaus erstrebenswert sei und Gerry träumt zufällig auch davon, mal was ganz anders zu machen.
Alle drei sind Farmer und haben Kühe. Gerry hat 600 Kühe, das beeindruckt uns mächtig. Sie wohnen nur 35 Kilometer vom See entfernt und sind „mal eben“ für 10 Tage hier zum Angeln. Basecamp als kleine Zeltstadt und Motorboot auf dem Trailer mit 90 PS. Wie immer hier in NEUSEELAND, alles sehr professionell…

…nur eben kein Fisch!

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Es wird dunkel und kalt und die drei haben offenbar in jeder Tasche ein paar Bierflaschen stecken…so richtig einen heben möchte ich aber nicht mit den dreien und schiebe Kälte vor. Die drei brechen auf und ich kann mich endlich meinem mühevoll vorbereitetem Lagerfeuer widmen.
Es war nicht wirklich klug, das wenige trockene Anzündpapier bereits am Nachmittag in den Reisig zu verteilen. Denn durch das ganze gequatsche ist die Feuchtigkeit in meinen Stapel gedrungen und ich brauche eine halbe Schachtel Streichhölzer um mein Feuer zu entzünden.

Feuer, ich habe Feuer gemacht!

Logisch, irgendwie habe ich etwas zu viel Holz heran gekarrt und so sitzen wir an diesem Abend noch lange draußen am Feuer, am See im Nationalpark in der absoluten Stille, der tiefen Dunkelheit und dem kristallklarem Sternenhimmel.
Wenn es doch nur gelänge, diese Stunden einzufrieren, abzuspeichern und jederzeit wieder abrufen zu können…!

Leider springt das Wetter in der Nacht um und wir wachen am nächsten Morgen (Mittwoch, 26/3/2014) mit leichtem Nieselregen, 3°C (plus, immerhin!) und eise-kaltem Wind auf. Och schade, wir würden gerne noch eine Nacht bleiben, aber nicht bei diesem Wetter.

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Wir haben noch nicht mal Lust auf Frühstück, also räumen wir auf und fahren los. Die beiden anderen Busse sind schon längst weg und die drei Angler liegen bestimmt erfroren in ihren Schlafsäcken…brrr, bloß nicht nachsehen 😉

Die Straße ist weiterhin sehr kurvenreich, mit Schlaglöchern übersät und daher nur sehr langsam zu passieren. Aber uns treibt ja nichts und zumindest als Beifahrer kann man die Landschaft bei geringer Geschwindigkeit besser genießen…der Fahrer hingegen schaut besser auf die Straße!

Kurz vor Mittag finden wir einen sonnen verwöhnten Flecken am Straßenrand und frühstücken erst mal…und mit uns etwa 3.421 Hummeln, 21.213 Sandfliegen und 2 Libellen.

Wir wollen nach MATAMATA, denn hier gibt es das HOBBITON Filmset zu besichtigen. Die 220 Kilometer vom See bis nach MATAMATA könnten unterschiedlicher nicht sein. Wir erreichen am Nachmittag den Ort, buchen direkt die Tour und fahren mit unserem Bus zum Sammelpunkt nahe dem Filmset.
Denn es finden nur Guided-Tours statt, es ist ja kostbar, das Ganze.

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Natürlich schnappen wir bei 75 NZ$ Eintritt (pro Person, versteht sich) erst mal gehörig nach Luft, was uns dann aber geboten wird ist wirklich sehr schön, sehr informativ (…Sir PETER JACKSONS Liebe zum Detail…) und bestimmt auch sehr aufwendig zu unterhalten. Dennoch – es ist für die Beteiligen auch ein Bomben Geschäft.

Nur kein Neid, Peter!

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Ich kompensiere den hohen Eintrittspreis mit vielen, vielen schönen Fotos (denn die darf man hier tatsächlich machen) und wir bekommen am Ende doch glatt noch ein Freibier im Dorfkrug.

Himmel, was willst Du mehr?

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Wir übernachten in der Nähe von MATAMATA und sind wirklich mal erschöpft 😉

Am Donnerstag (27/3/2014) fahren wir weiter nach AUCKLAND – mit einer kleinen Spezialaufgabe:
Ich will unbedingt ein zweites Kameragehäuse als „Backup“ kaufen. Denn wenn uns unsere NIKON D800 kaputt geht, können wir keine Bilder mehr machen. Nach Rücksprache mit unserem Fotocoach fällt die Wahl auf das kleinere Schwestermodell NIKON D610 und es gilt, das einzige Exemplar zu einem guten Preis im Großraum AUCKLAND in Besitz zu nehmen.
Der Laden ist echt eine Show für sich, nennt sich PARALLEL IMPORT, ist offenbar fest in Chinesischer Hand (es arbeiten ausschließlich Asiaten dort) und macht eher den Eindruck eines Baumarkts denn eines Elektronik-Fachgeschäfts. Geschäftsmodell: Auf dem Weltmarkt die Teile günstigst einkaufen und jeden Markenpreis deutlich zu unterbieten. Natürlich gibt die Marke auch keine Garantie für diese Produkte, aber PARALLEL IMPORT, angeblich…

Nun denn, ich bin froh´ das wir dieses Problemchen auch gelöst haben, wir shoppen noch ein wenig in der Innenstadt von AUCKLAND und suchen uns dann eine Campsite in der Nähe der Stadt. Gar nicht so einfach, denn die erste angefahrene gibt es schon wieder nicht mehr. Der Blick auf die Bucht war wohl zu schön – jetzt stehen da schmucke Häuser.

Der Freitag (28/3/2014) steht zunächst weiter im Zeichen des Shoppens und der Vorbereitung (u.A. internationale Hairdress-Orgie bei beiden Reisenden, ja, wirklich!) eines großen Ereignisses am Samstag. Für den Abend sind wir mit einem super netten Paar aus Düsseldorf auf der Küsten-Campsite von TAKAPUNA verabredet. Die beiden haben wir vor Wochen in CHRISTCHURCH kennen gelernt und wir wollten uns vor deren Heimflug unbedingt noch mal auf ein BBQ treffen.
Sehr nett, viel gelacht, viel zu kurz aber einiges über SUPen (Stand Up Paddling) und Surfen gelernt…

Samstag, der 29. März 2014: Der hoch geschätzte Segelfreund hat einen besonderen Ehrentag (eine Null, eine Null), wir genießen Drinks im 22. Stock eines Appartmenhauses im Zentrum von AUCKLAND und später ein famoses Show-Coocking in einem Japanischen Steakhouse (ja, ja: nix Sushi oder so!).

Frühstück am Sonntag mit den Düsseldorfern im Strandcafe von TAKAPUNA, die beiden fliegen am Abend und wir wollen Mittags weiter nach WHANGAREI. Nach dem Boot sehen und, kurzfristig arrangiert, Michael und Regina von ANICO treffen. Logisch, BBQ im Park.

Wenn ich es mir so genau überlege, wäre das doch auch eine wunderschöne, sehr erfüllende Beschäftigung: Durch die Gegend reisen, nette Leute treffen, schnacken, grillen, trinken…

Wie?

Ach ja!

Das mache ich ja schon die ganze Zeit!

Ich glücklicher!

Nun denn. Montag (31/3/2014) fahren wir Morgens noch mal zur Werft und ich bin diesmal nicht glücklich mit dem Fortschritt der Arbeiten. Zumal immer neue Baustellen und Probleme auftauchen. Der feinfühlige Werftmanager spürt mein Unbehagen und versucht alles, um meine Stimmung zu verbessern…allein, mir fehlt der Glaube!
Dennoch, das Boot soll in der kommenden Woche ins Wasser – und alle arbeiten dafür und daran. Hoffentlich!

Wir verlassen die Werft um die 70 Kilometer nach OPUA zu fahren.  Auch hier wollen wir Segelfreunde treffen und unsere Reiseplanung 2014 finalisieren. Beides gelingt, letzteres kommt, wie schon mehrfach angekündigt in einem eigenen Lagebericht – demnächst in diesem Kino!

Hier noch einige Bilder der vergangenen beiden Wochen, ansonsten habe ich es offenbar mit diesem Mega-Beitrag geschafft, wieder a jour zu kommen 😉

Peter.

Unser Wohnmobil-Leben in NEUSEELAND und AUSTRALIEN

Abseits der (fast) täglichen Reiseberichte hier mal ein Beitrag aus unserem Alltagsleben in den beiden Ländern NEUSEELAND und AUSTRALIEN – auf der Straße.

Zur Erinnerung:
Wir haben unser Projekt „Lange Reise“ (mit dem Segelboot in & um die Welt) in NEUSEELAND unterbrochen und sind mit Wohnmobilen in beiden Ländern unterwegs. Grund für die Unterbrechung ist die Hurricane-Saison in den tropischen Gewässern, die von November bis April eines jeden Jahres Segeltörns (sehr) gefährlich macht. Also nichts für uns und daher sind wir tief im Süden der Erde auf Landtour.

Wenn man beide Länder mal miteinander vergleicht, so kommt uns NEUSEELAND deutlich unformaler, unbürokratischer vor. Klar, die Einreiseprozedur ist vielleicht aufwendiger, aber ist man erst mal im Land, ist es als gehöre man dazu. Beispiele:

* SIM Karte fürs Handy:
In NEUSEELAND einfach in jedem Laden zu kaufen – rein schieben und los geht es. In AUSTRALIEN muss man erst  mal umständlich seine Identität schriftlich nachweisen – Kopie vom Reisepass, Füherschein etc. dem Telefonanbieter mitteilen…

* Anmeldung auf einem Campingplatz:
In NEUSEELAND wird, wenn überhaupt, nach dem Nummernschild des Fahrzeugs gefragt. Geht man auf eine DOC Campsite (Department of Conservation) meldet man sich selbst mittels einem Plastikumschlag an – darin deponiert man die lächerlich geringen Gebühren von 4-6 NZ$ pro Person und Nacht. Thats it.
In AUSTRALIEN braucht man mindestens das Nummernschild, Vor- und Nachname des Fahrers sowie dessen Wohnsitz. In BRISBANE wollte die Dame an der Rezeption allen Ernstes auch noch die Namen der Mitreisenden haben – angeblich Gesetz (?).
Freie Campsites haben wir in AUSTRALIEN noch nicht genutzt/gefunden…soll es aber durchaus geben.

* Überschaubarer
Obwohl in AUSTRALIEN nur etwa fünf mal mehr Menschen wohnen als in NEUSEELAND, kommen uns die Städte riesiger, unübersehbarer vor. OK, AUCKLAND und CHRISTCHURCH sind auch nicht besonders klein, aber hier in AUSTRALIEN ist jedes Nest (gefühlt) groß – oder eben extrem weitläufig. Das liegt natürlich auch daran, das hier jeder sein eigenes Haus/Hütte hat. Keine Wohnblocks für die einfache Bevölkerung.

Der Wert der Währung ist aus unserer Sicht fast identisch, NEUSEELAND ist (währungs-technisch) etwas günstiger. Der Diesel an der Tankstelle ist in AUSTRALIEN teurer als das einfache Benzin und insgesamt auch teurer als in NEUSEELAND. Aber dennoch: In beiden Ländern macht tanken „Spaß“, weil der Liter (umgerechnet) bei einem Euro liegt. Tankstellen zu finden ist in beiden Ländern kein Problem – wenn man in Gegenden kommt, wo Tankstellen Mangelware sind, wird man deutlich mit Hinweisschildern am Straßenrand darauf aufmerksam gemacht. Wir tanken die Wohnmobile auf, wenn wir bei 1/3 der Tankkapazität sind. Die (laut VW) offizielle Reserve von 3 Litern würde nur für 30-50 Kilometer reichen, das hingegen könnte dann doch mal knapp werden!

Einkaufs-technisch lassen beide Länder keine Wünsche offen. Manchmal nervt das „100% PURE NEWZEALAND“ ein wenig – für unseren Geschmack wird ein wenig zu viel auf die (angebliche) Reinheit der Natur in NEUSEELAND hingewiesen. Denn eines ist klar: NEUSEELAND ist nur deshalb noch so sauber und „puristisch“, weil hier so wenig Menschen leben. Die sehr intensive Landwirtschaft und massive Bewässerung von ganzen Landstrichen wird auch ihre Spuren hinterlassen. Oder hat es schon.

In die gleiche Kerbe wie „100% PURE NEWZELAND“ schlagen Werbe-Slogans wie „100% locally owned“ oder „100% NEWZEALAND (bzw. AUSTRALIA) owned“ – ich denke schon, das die Leute lieber bei einem Einheimischen kaufen als bei einem (anonymen) internationalen Konzern.

Vermutlich auch in NEUSEELAND, aber erst hier in AUSTRALIEN wahrgenommen: Man kann im Supermarkt und im Restaurant wählen, ob man sein Steak von Rindern haben möchte, die mit Weidegrass oder „Futter“ (was auch immer das genau sein mag) aufgezogen und gefüttert worden. Weidegrass muss was besseres sein – es ist gut 1/3 teurer… 😉

Wobei sicherlich (biologisch) zu prüfen wäre, ob das Gras auf diesen massiv bewässerten Weiden wirklich „gut und gehaltvoll“ ist. Und schließlich – welches Wasser wird zur Bewässerung eigentlich verwendet?

In beiden Ländern gibt es eine unübersehbare Menge an Biersorten, aber in AUSTRALIEN muss man jeglichen Alkohol (ja,auch das Grundnahrungsmittel Bier gehört dazu) im LIQUEUR SHOP kaufen. In den Supermärkten gibt es absolut KEINEN Alkohol. Manchmal sind diese LIQUEUR SHOP´s direkt beim Supermarkt angegliedert (dann haben sie aber eine eigene Kasse), in der Regel sind sie aber auf dem gleichen Gelände. Zutritt nur ab 18 Jahren.
In BRISBANE gab es in einem Shop so merkwürdige Angebote wie: „Kaufe 6 beliebige Flaschen Wein und erhalte 30% Discount auf alle“ – ob das wirklich zur Minderung des Alkoholkonsums beiträgt?

Wie lieben ALDI AUSTRALIA!
Die Läden sind fast alle neu, super aufgeräumt, gut sortiert und wirklich günstiger als die WOOLWORTH und COOLE´s, die hier sonst den Lebensmittelmarkt beherrschen. Einzig die Kassierer(innen) wirken etwas gestresster als ihre Kollegen in den anderen Supermärkten. Der Job ist ja auch wirklich schwieriger als in DEUTSCHLAND: Man kassiert nicht nur, man muss die Ware auch klug  in Tüten packen…  (Kühlprodukte zu Kühlprodukten, Obst zu Obst etc.)

Die (Aus) Sprache ist in NEUSEELAND deutlich klarer – die AUSTRALIER sprechen dann doch schon eher einen AUSI-Slang und man (ich!) hat Mühe, ihnen zu folgen…

…aber in beiden Ländern sind die Eingeborenen super nett: Sobald sie merken, das Ausländer vor einem stehen bemühen sie sich um einfache Worte und klare Aussprache. Hilfsbereit sind alle sowieso – uneingeschränkt!

Überhaupt: Man wundert sich, wie viele NEUSEELÄNDER und AUSTRALIER schon mal in EUROPA waren – und auch ein paar Tage in DEUTSCHLAND verbracht haben. Klar, in unserem (Einwohner-mäßig) riesigen Land gehen die „paar“ Besucher vom anderen Ende der Welt wohl eher unter, aber wir hoffen sehr, „wir DEUTSCHEN“ sind ebenso freundlich und hilfsbereit im eigenen Land wie die zu uns.

Die Campsites in beiden Ländern sind durch die Bank wirklich SUPER SAUBER.

In AUSTRALIEN sind die Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile besser ausgestattet als in NEUSEELAND: Jede Site (Stellplatz) hat einen Strom-, Wasser- und Abwasser- (Grauwasser – keine Fäkalien) Anschluss.  Das führt dazu, das die meisten Fahrzeuge in AUSTRALIEN direkt einen Frischwasser und Abwasseranschluss am Fahrzeug-äußeren haben – just plug in.
Wohnmobile sind bei den Einheimischen in AUSTRALIEN nahezu verpönt. Die haben alle coole Offroad-taugliche Wohnwagen mit noch cooleren Trucks davor. In der Regel Allrad-PickUp´s mit Doppelkabine, also Sitzplätze für 5.

Cooler PickUp

Die Wohnwagen (scheinbar egal wie groß, fast immer Doppelachse) sind allesamt ungebremst. Einfach nur die Deichsel auf die Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs. Offenbar bei deren Größe kein Problem.
Vorzelte in unserem Sinn gibt es nicht – eher so eine Art Markise (oder Rollo) dessen Rolle auf dem Fahrzeug entgegengesetzten Seite auf Stangen angebracht ist. Dadurch bekommt man mehr Stabilität in die Sache. Je nach Bedarf (Sonnenschutz!) hängt man dann Seitenteile ein, fertig ist das „Vorzelt“.

australia aravaning

Das Campen scheint in AUSTRALIEN einen sehr hohen Stellenwert zu haben: An den beiden vergangenen Wochenende waren die Campsites richtig voll mit Local´s.
In beiden Ländern haben die Campingplätze sogenannt CABIN´s – sehr einfache „Häuschen“ oder „Hütten“ die man je Nacht mieten kann, wenn man nicht per Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs ist. Preislich liegen diese CABIN´s etwas unterhalb der einfachen MOTEL´s, die auch sehr weit verbreitet sind.

Extrem Cool:

Monster Truck

AufbauDie kommerziellen Campsites haben immer mindestens eine „Camp-Kitchen“:

* Einen Herd mit elektrischen Herdplatten
* Kühl- und Gefrierschrank
* BBQ´s – Gasgrille mit Edelstahlpfanne – also keinen Rost
* Spüle
* Sitzgelegenheiten zum Essen

So kann man auch als Zelt-reisender Abends vernünftig kochen…oder Morgens seine Spiegeleier braten – wenn man denn eine Pfanne hat: Geschirr gehört nicht zur Ausstattung der Camp-Kitchen.

Wir nutzen in letzter Zeit die BBQ´s öfters, auch wenn man sie danach (logisch!) selber sauber machen muss. Aber auf diesen Gasbetriebenen Edelstahlpfannen lässt sich wirklich gut kochen. OK, ob das „Grillen“ im Norddeutschen Sinne des Wortes ist, sei dahin gestellt 😉

Die prominenteren kommerziellen Campsites haben sich was schlaues, aus Campersicht aber doofes einfallen lassen: Alle wollen, das man bereits um 10:00 Uhr den Platz verlässt. Einige argumentieren mit „Wir brauchen Zeit zum sauber machen“. Wenn man später abreist, drohen alle mit Zusatzkosten in ungenannter Höhe, eine Campsite sprach von 25 AUS$ „Bearbeitungsgebühr“. Nun, die „schlauen“ Campsites haben auch an den Ausfahrten Schranken eingerichtet und man erhält beim CheckIn einen persönlichen Code um die Schranke zu öffnen…der ist natürlich nur bis 10:00 Uhr gültig und man muss als reuiger Sünder ins Büro…

Wetter-technisch war NEUSEELAND deutlich abwechslungsreicher als AUSTRALIEN. Mehr Regen, mehr Kälte (im Sommer). Seit nun zwei Wochen in AUSTRALIEN hat es nur einmal geregnet – am ersten Tag.
Wir alle (auch die Kinder) haben durchaus körperliche Probleme mit der Hitze in AUSTRALIEN – 35°C bis 38°C (im Schatten) steckt man mal wirklich nicht so einfach weg – aber es ist soooo angenehm auf der Haut!

Im Moment kennen wir nur drei Arten von Tagen:

1) Fahrtag
Aufstehen, Frühstücken, aufräumen und einpacken, losfahren, oft unterwegs mal einkaufen und da, wo es schön ist, anhalten.

2) Ruhetag
Wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir einfach einen Tag länger. Das zieht manchmal das Problem nach sich, das wir zu Fuß in die Stadt/das Dorf gehen müssen um neuen Proviant heran zu schaffen – weil wir immer nur für zwei Tage einkaufen.

3) Ausflugstag
Das ist dann der Großkampftag – Aufstehen, Frühstücken und auf in den Sightseeing-Trubel! Die Abende sind dann besonders kurz, weil solche Touren (mit und ohne Hitze) irgendwie immer anstrengend sind 😉

Die Arbeitsteilung ist dem Profil der Mitreisenden angepasst:

a) Die Kinder verhalten sich wie echte Kinder und sabotieren alles, was geht. Manchmal, in Einzelfällen, decken sie den Tisch und sorgen jederzeit für einen Lacher

b) Die Kindsmutter kümmert sich um die Behebung der Sabotage-Akte, ist Kindsmutter und hilft im Allgemeinen mit, den Tagesablauf aufrecht zu erhalten

c) Die Oma verbringt 80% ihrer Zeit als Bespaßungs-Unterhaltungs-Künstler und sorgt für neue Sabotage-Ideen, die restlichen 20% widmet sie mehr oder weniger Ernsthaft der Nahrungszubereitung

d) Der Opa ist Fahrer, Prügelknabe für gewalttätige Kinder und Omas, verrichtet den Abwasch und ist der personifizierte Entsorgungsfachmann schlecht hin

Soweit unser Leben im Wohnmobil.

Gegen 21:00 Uhr betten wir uns zur Ruhe…

…Gute Nacht, John-Boy,

…Gute Nacht, Mary-Ann,

…Gute Nacht, Opa (OK, nicht ganz Authentisch)

Peter.

Tag 16-20: Christchurch und umzu

Donnerstag, 30. Januar bis (voraussichtlich) Montag, den 3. Februar 2014

Donnerstags sind wir dann in einem Rutsch über die Route 1 von MARFELLS BEACH nach CHRISTCHRUCH gefahren, ungefähr 300 Kilometer. Heidi sucht den AMBER HOLYDAY PARK in „Stadtnähe“ aus. Der Platz ist wirklich gar nicht so schlecht, aber die vierspurige Schnellstraße vor der Haustür ist wochentags echt laut…tags über.
Egal – mit den Nahverkehrsbus, der direkt am Campingplatz hält, Nachmittags in die Stadt.

Und ein irgendwie schockierendes Erlebnis „genossen“.

Ja, OK, wir wussten, das CHRISTCHURCH 2011 von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Irgendwo, irgendwie im Hinterkopf…
…wir kommen im „Stadzentrum“ (hier RED ZONE genannt) an und denken, wir sind Statisten in einem Endzeitfilm. Entweder, die Gebäude sind verlassen (offene Fenster, aus denen die Vorhänge wehen) oder riesige Baulücken zeugen von ehemaligen, längst beseitigten Gebäuden.
Mit anderen Worten: Die Innenstadt gibt es gar nicht mehr, nur Ruinen. OK, ein paar wenige Gebäude sind wieder auf- oder neu gebaut und der Kirchplatz (so lernten wir) ist gerade 2013 wieder eröffnet worden, aber ansonsten? Schrecklich.

Newzealand Christchurch
Also WIKIPEDIA bemüht um diese große Wissenslücke zu schließen. Knapp 200 Todesopfer gab es damals, aber ich glaube, die zerstörte Innenstadt wirkt viel schlimmer. Angeblich sind mittlerweile 70.000 Menschen weg gezogen…
Das Erdbeben hat offenbar insbesondere die Mehrgeschossigen Gebäude zerlegt – und wohl auch etliche „angeknackst“. Wieso die immer noch (leer) stehen kann man nur spekulieren: Ärger mit der Versicherung? Ärger mit dem eigenes eingerichteten Amt für den Wiederaufbau? Schlicht keine Notwendigkeit mehr, weil die Übergang-Büros im Umfeld gut funktionieren?

Was bleibt ist die Gewissheit einer falschen Erwartungshaltung. Statt pulsierendem Leben eher bemühtes auf blühen.

So vergeht der Tag leicht frustriert, das miese Wetter toppt das Erlebte dann noch.

Freitags müssen wir einkaufen und fahren durch die Stadt herum. Gondelfahrt im Nebel (ist bei gutem Wetter bestimmt toll, aber so?) und durch einen langen Tunnel Abstecher nach LYTTELTON – insgesamt kein erwähnenswerter Tag. (Eine Runde Mitleid!)

Samstag dann die Fahrt mit der TRANZALPINE Railway von CHRISTCHURCH nach GREYMOUTH und zurück. Je Strecke etwas über 4 Stunden Fahrt. Nicht gerade billig und das Wetter ist auch nicht optimal. Geht hier denn alles schief? Vormittags (Hinfahrt von 8:15 bis 12:45) mache ich gerade mal drei Bilder und denke mir, wie doof kann man nur sein?
Das Wetter klart aber ordentlich  auf und so lohnt sich der hohe Reisepreis dann doch noch. Schöne Bilder sind die Beste Währung!
Wie schon bei der DUNEDIN Eisenbahnfahrt muss man um „seinen“ Fotoplatz kämpfen, aber irgendwie klappt es doch. Wir sind jedoch sicher, das man sich das Geld für die Bahnfahrt sparen kann und statt dessen die Route 73 mit dem Auto (so man denn motorisiert ist) abfährt. Oft läuft sie entlang der Bahnstrecke und bietet natürlich jederzeit die Möglichkeit für eine individuelle Pause.

Newzealand Tranzalpine
Morgen, am Sonntag wollen wir den Bus aufräumen, packen, sauber machen und mal gaaannnzzz grob AUSTRALIEN planen. Und lesen und nix tuen. Für letzteres ist der AMBER HOLIDAY PARK sicher nicht der richtige Ort, aber für alles andere schon.

Montag Morgen dann den Bus abgeben, zum Flughafen kommen und am Nachmittag nach Sydney fliegen. Dort kommen wir Abends an, übernachten einmal im Hotel und übernehmen dann am Dienstag einen neuen, größeren Bus.

Tja, und dann starten 6 Wochen Wohnmobil in AUSTRALIEN! Davon vier Wochen mit Großer Crew: Tochter und Enkel…

…na, das wird was werden!

Na warte, sacht Schwarte 😉

Peter.

Tag 15: TITIRANGI nach MERFELLS BEACH

Mittwoch, 29. Januar 2014, 170 Kilometer

Schweren Herzens verlassen wir den hübschesten Flecken Neuseelands mit Namen TITIRANGI und brechen Richtung PICTON, weiter im Westen auf. Neben dem Terminplan spricht noch die gähnende Leere im Kühlschrank für einen Aufbruch. Wenn man immer nur für zwei Tage einkauft, kann man nicht einfach irgendwo drei bleiben…irgendwie logisch.

Die Strecke über die enge und lange Zeit auch unbefestigte Straße ist wieder leicht nervig, insbesondere nach 2 Stunden wildem gekurble am Lenkrad. Aber wenn TITIRANGI dichter an einer Hauptstraße liegen würde, wäre es bestimmt nicht so, wie es ist: Einsam und verlassen, aber schön!

Bei LINKWATER treffen wir wieder auf den QUEEN CHARLOTE DRIVE, nur noch 20 Kilometer bis zur Fährhafenstadt PICTON. Der Tank wird wohl noch reichen und PICTON kommt planmäßig in Sicht. Wir wundern uns, wie klein und provinziell das Städtchen ist, wenn man mal die beiden Riesen Fähren dazu betrachtet?

Newzealand Picton

Nun denn, wir sind noch geschlaucht vom gekurve und machen erstmal einen Lunchbreak. Danach tanken, einkaufen und über die Route 1 nach ein paar Kilometer nach Süden. Unterwegs bunkern wir noch fachgerecht Frischwasser und entsorgen Grauwasser und Fäkalien. Das geht hier überall wirklich völlig problemlos. In den Orten zeigen Schilder den Weg zur Station an und schon macht man sein Ding…

Die Route 1 ist vermutlich die unattraktivste in ganz NEUSEELAND. Wir kennen sie ja schon südlich von CHRISTCHURCH, aber auch nördlich davon ist die Straße langweilig, dafür aber schnell. Man schafft mal wieder 90-100 km/h ohne viel Aufwand.
Wir durchfahren eine echt merkwürdige Landschaft. Zum einen völlige Steppe, ausgetrocknet und von der Sonne gegerbt. Aber mitten drin immer wieder tiefgrüne, riesige Oasen: Weinstöcke, so weit das Auge reicht. Ganz offenbar mit permanenter Bewässerung ausgestattet…

So erreichen wir gegen 17:00 Uhr MERFELLS BEACH. Wieder eine freie Campsite, diesmal direkt am Meer. Überraschend gut besucht. Fern am Horizont sieht man tatsächlich die Nordinsel. Wir sind ganz in der Nähe von CAPE CAMPELL, gegenüber der Nordinsel CAPE PALLISER.

Newzealand Picton

Auch hier ist das Wasser kalt, so lassen wir das Schwimmen mal wieder ausfallen, gell.

Peter.

Tag 13+14: NELSON nach TITIRANGI

Montag, 27. Januar und Dienstag, 28. Januar 2014

Von NELSON „nur“ 180 Kilometer nach Nord-Ost, in die MARLBOROUGH SOUNDS. Die Hinweistafel bei Einfahrt in das Gebiet meint, man solle lieber vorher voll tanken – dort gebe es keinen Treibstoff…na ja. Je nach dem, wo und wie man in diesem Gebiet längs kurvt kommen da gerne auch mal 100 Kilometer zusammen – one way, versteht sich.

Mal was neues: Wir wollen zu einer Campsite die in keinem (!) unserer Bücher oder Atlanten verzeichnet ist: TITIRANGI. Der Hinweistafel zur Folge ist dieser in der GUARDS BAY, ganz im Nordosten der über Land erreichbaren Küsten.

Die Fahrt wird echt anstrengend – für die letzten 80 Kilometer brauchen wir gut 2,5 Stunden. Super-enge Serpentinen, Steigungen auf Schotterpiste die den Motor glühen lassen und Gefälle, bei denen wir am liebsten die Augen schließen würden…geht ja nicht, einer muss ja fahren!

Was dann kommt ist so atemberaubend, das einem die Worte fehlen. Vielleicht so:

„Meer und Strand voraus, richtige Berge direkt im Rücken, Schafe an den Seiten und pralle Sonne von oben“.

Newzealand Titirangi

Die BESTE Campsite auf unserer Neuseeland-Tour! Landschaftlich einfach alles an einem Platz. So, wie es sein soll. Das es hier weder Strom noch Internet gibt spielt absolut keine Rolle. Es ist so ruhig und idyllisch wie nur irgendwas. Ein paar einheimische Camper mit ihren Familien und Fischerbooten, eine Bäuerin die Abends die 5 Neuseeland-Dollar pro Person und Nacht kassiert, sonst einfach gar nix.

Heidi sieht ein, das wir hier eine Nacht mehr bleiben MÜSSEN und so haben wir noch den ganzen Dienstag an diesem tollen Flecken Erde für uns.

OK, wir sind Deutsche, wir müssen ein Haar in der Suppe finden.

Nun, die Wassertemperatur lässt zu Wünschen übrig. Ich heize mich Dienstags in der Sonne ordentlich auf, um Lust auf das Meer zu bekommen und versuche, mich in die Fluten zu stürzen. Das ist soooo sch… kalt, das es beim Versuch bleibt. Einmal den Kopf unter Wasser und dann fluchtartig aus dem Wasser – zurück in die warme Sonne 😉

Schade, das wir weiter müssen, aber wir haben noch die Gletschereisenbahn und CHRISTCHURCH auf dem Zettel…und Montag geht es dann ja auch schon nach Sydney.

Peter.

Tag 12: GREYMOUTH nach NELSON

Sonntag, 26. Januar 2014, 320 Kilometer

In der Nacht wache ich auf – der Bus schwankt mal wieder im starken Wind…später fängt es auch noch an zu schütten. In Eimern kommt die Luftfeuchtigkeit von oben…

…wir schlafen lange und beschließen, lieber in der Stadt frühstücken zu gehen als bei diesem lausigen Wetter im Bus den Sonntag anfangen zu lassen.

Wir finden in GREYMOUTH auch ein Frühstückscafé, lassen es uns in der ansonsten sehr trostlos daher kommenden Stadt gut gehen und brechen gegen Mittag auf.

Laut Wetterbericht soll es den ganzen Tag richtig schütten und erst am Montag besser werden. OK, dann fahren wir halt nach NELSON, ganz im Norden.

Über die Route 6 nach WESTPORT (…ebenfalls: unglaublich trostlos), dann weiter in die Berge, ebenfalls über die Route 6. Zeitweise regnet es nicht, es schüttet. Selten, sehr selten kann man einen Blick in die Schluchten erhaschen, an denen wir „vorbei schwimmen“. Wäre bestimmt ganz schön hier, würde man mal was sehen.

Wir kommen an einer Hängebrücke vorbei und denken, da gehen wir mal rüber! Klar, kostet Eintritt, 5 NZD pro Person. Dafür darf man hoch über den rauschenden BULLER RIVER auf wackligen Beinen daher wandern. Zugegeben, so richtig wohl fühle ich mich dabei nicht…Heidi merkt es und macht sich lustig…wie gemein!

Hängebrücke

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir NELSON und weil der Regen mittlerweile weg ist, die Temperatur mindestens um 5°C angestiegen ist und der Platz nicht so doll ist, beschließen wir direkt am Abend noch die Stadt zu erkunden und Morgen weiter zu fahren.

Allerdings scheint NELSON auf den Hund gekommen zu sein – jedenfalls sehen wir diese beiden Vierbeiner auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt:

Hunde im Auto

Für Dienstag ist pralle Sonne mit 27°C angesagt, da wollen wir auf einem super Platz am Meer sein und endlich mal wieder schwimmen gehen!

Nur, finden müssen wir den noch, den super Platz.

Peter.

P.S. 1: Mist, jetzt sind wir aufgeflogen. Wir machen die Reise ja gar nicht. Wir sitzen in unserem Haus am See in Elmshorn und denken uns das alles nur aus…scheiß Datumsangaben!

P.S.2: Ja, ALL IS LOST würden wir SUPER GERNE sehen, aber er läuft niergends! Am Donnerstag vor unserer Abreise war Deutschlandpremiere, aber nicht in Elmshorn. Auch hier läuft er nicht – gerade in NELSON überprüft. Wohl zu speziell?