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Reiseberichte aus dem wundervollen Indonesien

KAMI DARI KOLANA

…oder

WIR KOMMEN AUS KOLANA

Mithin einer Provinz auf ALORE. Und weil jede Provinz ein eigenes Webmuster verwendet, müssen Mann und Frau aufeinander abgestimmt angezogen werden.
So auch wir.

Als Drittbesetzung, leider nur. Aber: Dabei sein ist alles!

Zwei andere Boote haben gekniffen und tja, dann wurden wir gefragt beim Empfang des Regenten zu ALORE in Landestrachten zu schlüpfen und so zur allgemeinen Erheiterung bei zu tragen. Nichts leichter als das…zumal ich am Abend zuvor beim KARAOKE schon „gut“ in Form war…

(Eine Dame aus England beschwerte sich später lachend bei mir, das ich ihre Mädchenträume bei meiner Interpretation von PHIL COLLINS – AGGAINST ALL ODDS und ABBA – DANCING QUEEN zerstört hätte…ups, das war nicht der Plan! Shit happens, gelacht haben wir alle.)

Nun denn, das Dress-Up war bei den Männern schnell getan, das Hair-Dressing und Make Up der Frauen dauerte ewig…ABER WAS FÜR EIN ERGEBNIS?!

Kennt jemand dieFrau zur Rechten?

(Die Dame zur linken ist bekannt – das ist Lille von MOONBEAM)

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Sehr gut ausgearbeitet ist die Strenge, mit der sie im Alltag den Skipper dirigiert, das wahre Gesicht!

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In der Tat macht sich so was wie Lampenfieber kurz vor unserem Auftritt breit – können wir wohl so gerade noch den Text behalten. Drei Wörter, das kann doch nicht soooo schwer sein? (KAMI DARI KOLANA)

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Großer Spaß, der Regent und dessen Tochter (…die laut meinem Verständnis den Titel Prinzessin trägt?) lieben das Playbacksingen in Landessprache vor Publikum, wir lieben die Tanzeinlagen der Profis und das Gejohle unserer mit reisenden Segler.

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Thats (Indonesian) life!

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Party-Peter.

ALORE – KALABAHI

Seit Tagen (seit 21. August 2014) liegen wir sehr, sehr ruhig vor Anker in KALABAHI.

Tiefseeankern – Wassertiefe ist 32 Meter und wir haben die kompletten 100 Meter draußen. Das wird ein „Spass“, die beim Anker auf wieder weg zu stauen ;-(

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Von WETAR aus sind wir schon wieder über Nacht „gesegelt“  – in Anführungszeichen, weil wir in Wahrheit fast die ganze Strecke unter Motor gelaufen sind. Kein Wind, nur in der Nacht von 2 bis 4 Uhr.
OK – Vorteile: Mal wieder ordentlich die Batterien durchgeladen und viel Wasser mit dem Wassermacher produziert. Nachteile: Viel Diesel verblasen und der Brüllaffe hat jeglichen Ansatz von Schlaf zu Nichte gemacht – wohl nicht müde genug, wie?

Die Stadt ist viel größer als SAUMLAKI, aber völlig anders. Viel weitläufiger, noch mal mehr geschäftiger und zumindest Anfangs unübersehbar. Wieder sehr charmant, laut und aufregend. Jeder will fotografiert werden und jeder will ein Foto mit den Weißen schießen – VIP unter vielen tausenden Menschen.

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Zunächst großes Crewtreffen im Hotel am Hafen. Das muss erst mal lernen, das Segler durchaus durstige Leute sind und man damit Geld verdienen kann. Lustiger Weise sind alle Boote hier, wer hätte das gedacht?

Wie üblich sortiert sich die Stadt nach der ersten Begehung und wir finden endlich einen VISA Geldautomaten (MASTERCARD ist deutlich mehr vertreten), den Markt und Läden, in denen man Lebensmittel kaufen könnte…wenn man denn auf Kekse, Chips und Kaffeepulver steht, mehr haben die nämlich nicht. Konserven sind hier so selten wie Weiße Touristen….

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…aber die beiden Märkte sind natürlich der Hammer und machen jeden Laden („Supermarkt“ wäre wirklich der falsche Ausdruck) überflüssig. Gemüse, wenig Obst, viel Trockenfisch, frischen Fisch, lebende Hühner und Gewürze verteilt auf 100derte überdachte Stände machen den Einkauf zum Erlebnis. Wir haben Glück – denn Richard, unser Tourguide am Samstag begleitet uns auf den Markt und so haben wir einen exzellenten Dolmetscher. Richard wundert sich bestimmt, welche Mengen wir einkaufen, aber hier gibt es Kartoffeln, große Zwiebeln und Eier!

Die vorangegangene Bustour hat uns in ein Bergdorf geführt und wir konnten einen Einblick in das ursprüngliche Leben der INDONESIER bekommen…na ja, hatten wir schon auf unsere Art. Aber wie die hier im Berg Zigaretten drehen war dann doch neu 😉

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Die Bustour brachte uns auf den Gedanken einer Scooter-Tour – ohne Guide und ohne echtes Ziel. Unser Rally-Kontaktman meint, das sei kein Problem, aber am Sonntag warten wir gut zwei Stunden auf die Mopeds, weil dessen Fahrer uns fahren wollen…das wollen wir aber nicht. Erst als wir hartnäckig bleiben, bekommen wir die Zweiräder – zum gleichen Preis wie mit Fahrer. Also mit 6 Mopes auf Tour und als wir die Stadt hinter uns lassen sind alle etwas entspannter ob des Wusels in der Stadt.

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Angeblich sind die Teile voll getankt, aber eine Kontrolle zeigt doch sehr unterschiedliche Füllstände. Also sicherheitshalber tanken! Gar nicht so einfach. Die einzige richtige Tankstelle ist ausverkauft und die ansonsten so zahlreichen kleinen Buden am Straßenrand, die das Benzin in kleinen Plastik- oder Glasflaschen verkaufen, sind leer gefegt. Erst später auf dem Land finden wir eine Bude, die uns „voll tankt“. Klar, cool mit Zigarette in Mund.

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Der Ausflug ist super, wir sehen tolle Landschaften, spartanische Dörfer und wirklich überall freundliche, viel mehr junge als alte  Gesichter.

Mister, Mister, how are you?

Mister, Mister, foto, foto?

Mister, Mister!

Peter.

KISAR – WETAR (19/08/2014)

Die 93 Seemeilen sind mal wieder nur mit einem Übernacht-Trip zu machen. So brechen wir Abends also mit fünf Booten von KISAR Richtung Westen auf, der Wind ist runter auf SE 10-12 Knoten, die See fast, aber noch nicht ein Ententeich….

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…und so wird die Nachtfahrt sehr angenehm ruhig und einfach. Geschwindigkeit ist nicht so wichtig, da wir ja den ganzen Nächsten Tag für die Ankunft als Puffer haben. Wir wollen in die SÜD-WEST Ecke von WETAR, weil es dort eine gut geschützte Ankerbucht, heiße Quellen und ein Krokodil geben soll.

Als wir nach Norden abdrehen und zwischen den Inseln segeln, kommt auf einmal sehr starker Wind mit 30 Knoten auf – wir waren aber von anderen Booten gewarnt und bereits entsprechend gerefft. Schon irre, das es solche Windmaschinen in bestimmten Konstellationen von Wasser, Bergen und Sonne gibt.

Am Rande der Bucht sehen wir ein kleines, vom Rest der Insel offenbar abgeschnittenen Fischerdorf. Transport nur per Langboot zur See. Und wir müssen schon sagen, so ein einfaches Dorf und Leben haben wir in INDONESIEN bisher nicht zu sehen bekommen. Das ist nun auf einmal VANUATU-Level. Wir machen die Einwohner mit zwei Lesebrillen und ein paar T-Shirts glücklich, dafür zeigen sie uns die Hot-Springs…in denen aber nur besonders abgebrühte NORWEGER oder LUXENBURGER schwimmen gehen.

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Statt des Krokodils bekommen wir zwei mit dicken Seilen angeleinte Wasserbüffel zu sehen – was für riesige Tiere!

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Daneben gibt es noch Ziegen, die von Hirten vor dem Krokodil behütet werden. Ein paar Hunde machen die Tierwelt komplett.

Dem Broterwerb scheint die Herstellung von Holzbooten zu dienen, drei davon liegen in der „Werft“. Mächtig beeindruckend, diese handgemachte Bauweise, aber er genaue Betrachter findet doch tatsächlich ein paar Schrauben mit denen die Planken auf die Spanten geschraubt  wurden? 😉

Nun denn, nach der bereits beschriebenen Mathematik-Stunde verlassen wir WETAR nach nur einer Nacht bereits wieder, weil die große Stadt KALABAHI mit ihren Annehmlichkeiten ruft.

Peter.

Mega-Bilder-Update

Seit CAIRNS (AUSTRALIEN) konnten wir keine Bilder mehr hoch laden – eine Schande bei den Motiven. Hier, in KALABAHI (INDONESIEN) haben wir endlich mal wieder breitbandiges Internet und ab geht die Luzi!

Am Ende des jeweiligen Beitrags findet sich die entsprechende Galarie. Die Beiträge selbst sind (bis auf die Formatierung) unverändert. In Chronoligischer Sortierung:

Viel Spaß beim Betrachten der Bilder und beim Entdecken der Details…!

Mathematik

Ahoi!

Wir beschäftigen uns nun mit höherer Mathematik.

Natürlich NICHT freiwillig, notgedrungen!

Unsere Route nördlich der Inseln führt uns immer wieder zwischen die
Inseln zwecks Landerkundung. Da diese so dicht beieinander sind, sind
die Wasserstraßen schon fast Kanäle oder große Flüsse. Und weil der
Indische Ozean (SAVU SEA) mit Wasser versorgt werden will (aus der
FLORES und BANDA SEA), strömt das Wasser also wie doof zwischen den Inseln durch diese „Kanäle“ hin und her und wenn man nicht aufpasst (sprich VORHER gerechnet hat!) dann hat man auf einmal 4-9 Knoten (!!!) Strom gegen an…

…obgleich man bei 9 Knoten wohl nicht mehr von „Gegenan“
sprechen kann, denn man wird ja rückwärts fahren…da haben wir so
einiges an Erfahrung. QUASANT lässt grüßen!

Aber, und das sind unbestreitbar die Vorzüge von Segeln im Gemeinschaft = Rally:

Önni, seines Zeichens Isländer und ehemaliger Pilot, versteht
sich aufs Rechnen und gibt sein Wissen gerne weiter…auch an Holzköpfe, die sich immer zu mit Bier beruhigen müssen 😉

Nun reden wir also unentwegt von den Zeiten des UPPER TRANSIT (des Mondes), GMT (Greenwich Meantime), LT (local time), favorable currents und dem Umstand, das man seit Jahrhunderten Bücher mit Tabellen verwendet, die sich zeitlich alle auf GMT beziehen. Also rechnet man die Zeit vorwärts, rückwärts, seitwärts, hoch und runter bis nichts mehr übrig bleibt und alle Fragen offen bleiben. Genial!

Allein, es fehlt die Motivation zum Kopf- oder Papierrechnen!

Das doch alles nur, weil wir (noch) keine richtiges Internet
haben…denn ich bin gewiss: In dessen endlosen Weiten und oft sinnlosen Seiten muss da mindestens ein kleines Tüülchen existieren, das die Gezeitenströme an einem dieser Wasserstraßen (in Landesjargon SELAT’s genannt) zu einer beliebigen Zeit ausrechnen kann.
Traurig genug, das unsere teure Navigationssoftware nichts dazu zu sagen hat. Die kennt noch nicht mal den Mondauf- und Untergang. Gerade mal die Sonne kennt es. Das historische WXtide kennt neben der Sonne auch den Mond, immerhin, und es ist kostenlos…

Und so schließt sich der Kreis (mal wieder):

Auf ALORE, in der Großstadt KALABAHI (unserem nächsten Ankerplatz) gibt es breitbandiges Internet…

…das berichten uns per Funk die Boote, die bereits dort angekommen sind…

…nur, und das ist die Krux: Dazu müssen wir den SELAT PANTAR befahren…

…und dessen Gezeitenströme vorher also zu Fuß ausrechnen! ;-(

Eine Seefahrt, die lustig, eine Seefahrt die ist schön!

Jawohl-Ja.

Heiter, wie immer, weiter!

Peter.

P.S.:
Im übrigen sind wir gestern Nacht (18 auf 19/08/2014) von KISAR nach WETAR gesegelt. Denkwürdige Passage, 12-16 Knoten Downwind, keine Welle, sanftes dahingleiten in rabenschwarzer Nacht. Gegen 02:00 Uhr in der frühe ruft uns eine Frauenstimme über UKW Funk – oh Mist, haben wir einen Dampfer übersehen? Nein, nein: Es handelt sich um einen kleinen Tanker der gerade von einer Delivery-Crew von Asien nach DARWIN überführt wird. Der Diensthabende Offizier ist eine Frau, aus den Niederlanden. Auf dem AIS sieht sie STORMVOGEL und denkt, sie könne ordentlich in Landessprache mal einen ausschnacken….und dann meldet
sich der Diensthabende Offizier an Bord eben jenes so niederländisch
klingenden STORMVOGELS, ebenfalls eine Frau, aber aus Deutschland (-Pustekuchen!) und die beiden klönen im schönsten Englisch über Gott und die Welt – zum Glück NICHT über Fussball!

P.S.II:
Im vorangegangenen KISAR Beitrag ist ein abendliches
Strand-Fisch-Grillen nicht erwähnt worden, das es aber hätte sollen.
Später mal. Und der Name der Hafenmeisterin ist Pita.

P.S.III:
Önni hat einen echten Shortcut vermittelt: Wenn man die Zeit des
Mondauf- und Untergangs am gewünschten Ort kennt (kennen wir, dank WXtide), bildet man die Differenz, teilt diese dann durch 2 und addiert das Ergebnis auf den Mondaufgang. Fertig ist der Upper Transit am gewünschten Ort. Damit geht man dann in die Tabelle des SOUTHEAST ASIA CRUISING GUIDE und fertig ist die Laube.

Alles klar?

LETI – KISAR

Auf LETI sind wir eine ganze Zeit geblieben (11-14/08/2014). Obwohl kein offizieller Rally-Stop haben die Einwohner um die Hafenmeisterin xxx sich Mühe gegeben, uns gut zu unterhalten. Hier reicht es, einfach vom anderen Ende der Welt zu sein…und schon ist man ein VIP.

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Jedes mal, wenn wir mit dem Dingi den Strand erreichen, ist eine ganz
aufgeregte Kinderschar von vielleicht 30 bis 40 Kindern im Alter von 8
bis 12 Jahren zugegen. Kein Gedanke daran, einfach mal alleine spazieren zu gehen. Man wird umringt von lachenden und freundlichen
Kindergesichtern. Die Erwachsenen an und in den Häusern winken
freundlich zu, ältere Schulkinder fragen im holprigen Englisch nach
unseren Namen und wo wir her kommen…für viele bestimmt von einem
anderen Stern.

Am Freitag, den 15. August 2014 brechen wir auf, um die 34 Seemeilen
nach KISAR zurück zu legen. Das Anker-Auf Manöver wird spannend, am Tag zuvor hatten drei Boote Probleme, die Kette / den Anker aus dem Gemisch von Korallen, Felsen und Sand heraus zu bekommen.
Bei uns klappt es auf Anhieb und so liegen wir sehr gut in der Zeit. Der
Wind tut ein übriges. Mal wieder zu viel Segel für den Wind oben, aber
reffen mögen wir auch nicht, sind doch gleich da?

In der Ansteuerung kommt uns eine Passagierfähre entgegen und wir müssen ausweichen, ansonsten kämen wir viel zu nahe an die rauhe Felsenküste auf der Südseite von KISAR.

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Vor ein paar Tagen hatte ein anderes Rally-Boot berichtet, das man auf
KISAR nicht vernünftig ankern könne, danach haben aber zwei Boote das Gegenteil behauptet. Ankern ist halt immer Geschmackssache und die vorherrschende Küstenlinie in diesem Gebiet ist nun mal sehr besonders.
Das Wasser ist mehr als 2.000 Meter tief, fährt man auf eine Insel zu,
steigt diese wie ein Berg aus dem Wasser auf. Hier vor KISAR ist es 400
Meter vom Strand noch 150 Meter tief, dann kommt ein Riff und das Wasser ist erträgliche 10-20 Meter tief.

Nur, so ein Anker will (soll!) sich ja eingraben um das Boot zu halten. Schwierig, sehr schwierig bei diesem Grund. Und so ankern wir nach 2 Stunden auch nochmal. Den Anker immer hübsch im Wasser mit der Tauchermaske überprüft.

Generell ist das, was wir hier machen ökologisch nicht in Ordnung. Wir
sind alle sicher, das wir mit unseren Ankern und Ketten wertvolle
Korallen zerstören. Das Problem ist nur – es gibt keine Alternative.
Keine Häfen, Moorings oder Marinas in den nächsten 700 Seemeilen. War keinem vorher klar.

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Nun denn, wir machen Tags darauf mit dem Auto eine Inseltour und
besuchen die Stadt. Highlight ist natürlich wieder einmal der Markt. Die Gänge zwischen den Ständen sind überdacht und ich muss doch sehr bücken, um da durch zu gehen…gleichzeitig werde ich betrachtet wie ein Riese aus der Urzeit. Schätzungsweise doppelt so groß, in jeder Dimension 😉

Und Fotos, Fotos sind das absolute Highlight. Zum einen will jede und
jeder von uns fotografiert werden, zum anderen „müssen“ wir auch
posieren, mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir sind nun
schätzungsweise auf 1.000.000 Handys verewigt – und werden niemals heraus finden, wann wir gelöscht werden…

Am heutigen Sonntag (17/08/2014) ist Nationalfeiertag – INDEPENDENCE DAY, der 69. Wir brechen mit dem Taxi früh´ auf um zum Festplatz zu kommen, dort angekommen werden wir durchgewunken und dürfen im Schatten neben der Tribüne mit den Offiziellen sitzen. Wieder voll das VIP Gefühl.

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Auf dem Platz stehen in Reih- und Glied ungefähr 400 Schulkinder in
ihren Schuluniformen. Sie kommen von verschiedenen Schulen und so ist die Farbvielfalt der Uniformen eine Freude anzusehen. Ungefähr 30
Soldaten im Tarnanzug sind auch angetreten, dann die Lehrer in bunten, uniformartigen Hemden, ein paar Fahrtfinder und dann erscheinen die Offiziellen. Keine Ahnung, wer das ist, aber die haben schneeweiße Uniformen mit jeder Menge Abzeichen am Revers…und haben ihre Frauen dabei.

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Man nimmt Platz, die Zeremonie beginnt und der Ablauf fühlt sich für uns sehr militärisch geprägt an. Im Grunde geht es „nur“ darum, die
Rot-Weiße Nationalflagge feierlich zu hissen, das dauert dann aber mal eben 1,5 Stunden. Sehr beeindruckend sind ungefähr 100 junge Frauen und Männer die in schneeweißer Uniform über den Platz marschieren. Das muss Wochen der Proben gekostet haben!

Danach wird die Zeremonie für beendet erklärt und es werden lokale Tänze aufgeführt – völlig andere, als wir bisher erlebt haben. Auch die
Kostüme / Trachten sind völlig anders. Eine Tanzgruppe führt Showkämpfe mit Degen und Speer auf…die umringende Menge springt lauthals schreiend zurück, wenn ein Kämpfer in ihre Nähe kommt.

Nun verläuft sich die Menge auf dem Platz und wir weißen „müssen“ erneut für tausende von Fotos posieren. Die Jungs sind mutiger als die Mädchen.
Die finden es cool, ein Foto mit einem weißen auf dem Handy zu
haben…die Mädchen versuchen sich erst in Konversation („Whats your
name? Where do you come from?). Erstaunlich, wie gut die sehr jungen
Schüler Englisch hin bekommen, die älteren straucheln…

Soweit mal wieder der Reise-Update. Bilder gibt es immer noch nicht,
obwohl wir in den letzten Wochen hunderte gemacht haben…kein Internet, auch hier nicht.

Peter.

UPDATE: Hier die Bilder:

 

SAUMLAKI – MOA – LETI

Am vergangenen Freitag, sehr früh im Morgen (8/7/2014 5:30) haben wir SAUMLAKI mit Ziel MOA verlassen – 220 Seemeilen mit einem geplanten Durchschnitt von 6,5 Knoten sollten eine Ankunft am späten Samstag Nachmittag ermöglichen…

…SAUMLAKI wird ewig in Erinnerung bleiben – nicht, weil es so
wunderschön ist (…ist es in Wirklichkeit nicht!), sondern weil es für
uns das Erste Stück ASIEN überhaupt ist. Alleine der Besuch der Schule
am Mittwoch wäre ein eigener Beitrag wert – abgeholt mit Trommelzug und Polizei, bei Ankunft in der Schule ruhte der Betrieb und die Gäste
wurden freudig Willkommen geheißen und stolz durch die Ausbildungsräume geführt…

…tatsächlich kommen wir am frühen Nachmittag in MOA an. Die Reise war mal wieder viel schneller als gedacht. Eher 7 oder 7,5 Knoten. Dafür aber auch mit ordentlicher Welle. Daher haben wir die Kurslinie nördlich der Inseln gelegt, um so dem schlimmsten Schwell zu entkommen. Das war richtig und gut und so war der lange Übernacht-Törn durchaus erträglich.

Der Ankerplatz vor MOA entpuppt sich schon bei der Ankunft als lausig.
Die Küste in Schwimmweite voraus, Wassertiefe > 100 Meter. Dann geht es innerhalb von 50 horizontalen Metern (also gerade mal 4 Bootslängen!) von 40 auf 3 Meter aufwärts! Und die drei Meter sind ein intaktes Korallenriff, direkt vor der Küste.
Mit anderen Worten, wir müssen an einem Unterwasserberg ankern. Das ist nicht gut, weil die Kette irgendwann in der Luft (äh, im Wasser)
durchhängt, statt lange auf dem Grund zu liegen. Nun denn, wir wollen
ankommen, hier bleiben und

AN LAND ESSEN GEHEN!

Unser Ankunft wurde über nicht vorhandene Buschtrommeln verkündet – der örtliche Navy-Offizier kommt an Bord und überprüft unsere Bootspapiere.
Sehr freundlich. An Land werden wir von Jonny und Eva erwartet, den
örtlichen Tourismus-Beauftragen. Eigentlich sind wir ja zwei Tage zu
früh´ hier und eigentlich wollen wir auch nur was essen gehen.

Das funktioniert in INDONESIEN aber scheinbar nicht. Die beiden haben geschwind einen Reisebus organisiert und wir machen eine Tour durch die „Stadt“. Krasser Unterschied zu SAUMLAKI. Ein Highway mit zwei baufälligen Pisten, in der Mitte großprotzige Straßenbeleuchtung und nur hier und da einmal ein Haus. Natürlich kommen wir am Haus des Regenten vorbei…Palast inmitten der Einöde, dafür aber in Landesfarben geschmückt. Keine Bewachung, auch nicht beim Stellvertreter.

Wir bekommen ein Generatorhaus mit MAN Dieseln zu sehen, das nur Abends in Betrieb genommen wird. Ein kleiner Fussballplatz mit sehr, sehr vielen Zuschauern und dann auf einmal eher kleine Bretterbuden und Häuschen. In einem ist unser „Restaurant“, sehr einfach, aber dafür ist die Chili-Soße UNGLAUBLICH hot, hot , hot!!!

(…was einige der mitreisenden AUSTRALIER erst nach dem dritten Happen bemerken und verzweifelt nach dem Feuerlöscher suchen…).

Das Essen ist trotzdem lecker und sehr günstig. Für fünf Personen
bezahlen wir gerade mal 170.000 Rupien. Das sind ca. 17 AUS$ oder vier Flaschen lokalem BINTANG Bier (ähm 0,6 Liter, die Flasche).

Zurück am Strand stellen wir fest, das die Ebbe eine Rückkehr zu den
Booten unmöglich macht. Das Riff liegt nun fast trocken. Elisabeth, die
an Bord von ODA als Ankerwache freiwillig zurück geblieben ist,
berichtet von heftigem Rollen und hat weiterhin Sorgen, das der Anker
nicht hält.
So warten wir in lauschiger Dunkelheit am Strand auf mehr Wasser, die
lokale Tourismus-Begleittruppe will uns absolut nicht alleine lassen und
plauscht mit uns am Strand…

…na ja, in Wirklichkeit mit Heidi. Unglaublich, wie sich diese Frau
anpassen und verändern kann…

Irgendwann brechen wir auf und kommen zu den Booten zurück. Für den Folgetag haben wir uns mit den INDONESIERN zum Kaffee verabredet. Fotosession an Bord von ODA.

Unser Dampfer rollt wie die blöde und wir haben echt Mühe, an Bord zu kommen…kein guter Platz hier…

…in der Funkrunde am Sonntag Morgen berichten wir den anderen Booten von unserer Einschätzung. Und fast alle hinter uns befindlichen Boote beschließen NICHT nach MOA zu gehen. Es tut uns sehr leid für die lokale Organisation, aber die Sicherheit der Boote und der Komfort der Crew gehen vor. Dieser Ankerplatz ist kein Ankerplatz für Yachten.

Für echte Schiffe schon, zwei davon sehen wir am Sonntag Morgen. Doch die ankern weiter außerhalb in 30-40 Metern Tiefe.

Und so fühlen wir uns auch am Sonntag-Vormittag unwohl an Bord. Als dann das andere deutsche Boot in der Flotte (ELONNISA) an uns vorbei segelt und auf der Nachbarinsel vor LETI einen besseren Ankerplatz findet, brechen wir auf und machen die 8 Seemeilen rüber.

Wir sind betrübt und traurig, einfach so „abzuhauen“, aber was bleibt uns übrig? Über UKW Funk versucht Per, die Gründe zu erläutern aber ob der Sprache oder des Unverständnisses von nicht-Seglern, es gelingt nur ansatzweise.

Auch hier vor LETI ist es landschaftlich unglaublich schön, aber der
Anlerplatz ist viel, viel ruhiger und längst nicht so gefährlich nahe am
Riff.

Für den Abend planen wir mit den vier Booten ein Prawn (Krabben) Essen an Bord von STORMVOGEL. Jeder bringt was mit, die Krabben sind noch aus AUSTRALIEN und lagen im riesigen Gefrierschrank von SOUTHERN STAR auf Eis.

Robbie, der Krabben-Befreier aus Berufung, hat sie nun aus dem ewigen Eis befreit und im super-klaren Seewasser fachmännisch aufgetaut…

…kein Kunststück, das Seewasser hat 26°C 😉

Peter.

Bilder von MOA:

Bilder von LETI:

 

SAUMLAKI – UNGLAUBLICH

UNGLAUBLICH,
wir sind hier ohne Defekt oder Panne sicher am Samstag Abend (2/8/2014) angekommen. Das Einlaufen bei Nacht war OK, besonders weil die anderen Boote eine gute Beschreibung der Situation vor Ort per eMail gesendet haben.

UNGLAUBLICH,
an einem Sonntag sollten wir dann einklariert werden. Dazu würden die Offiziellen zu uns per Boot an Bord kommen. Also müssen wir an Bord des STORMVOGELS bleiben und auf die Leute warten…der Vormittag vergeht, am Mittag dann die Funkdurchsage, das die bald losfahren würden, aber erst müsse die Kirche vorbei sein. Der frühe Nachmittag vergeht, mittlerweile sind 9 Boote auf der Liste. Gegen 15:00 Uhr geht es dann los und wie durch ein Wunder kommen wir als zweite dran. Acht Personen klettern an Bord, fünf davon in schmucken Uniformen. Nach einer viertel Stunde ist die Invasion vorbei…wohl auch dank Heidi, die für Fotos posiert, Drinks anbietet und so für eine nette Atmosphäre sorgt.

UNGLAUBLICH,
der erste Landgang am Sonntag Abend endet in der Hotelbar und wir sehen gar nichts von der Stadt. Dafür ein paar BINTANG – keine chemische Designerdroge, sondern Pilsener Bier in handlichen 0,6 Liter Flaschen.

UNGLAUBLICH,
aber so etwas wie ein Rally-Management gibt es nicht. So entsteht in der morgendlichen (08:00) Funkrunde das Gerücht, das die lokalen
Tourismusverantwortlichen eine Tagestour mit Bus für uns geplant hätten. Gegen 08:45 Uhr fragt denn auch mal ein Boot bei einem „George“ per UKW Funk nach und der bestätigt: Der Bus fährt um 9:30 Uhr am Fährterminal ab. Na dann nun aber los!

UNGLAUBLICH,
wie schnell Segler sein können: Die Manschaften von fast allen Booten
sind pünktlich zu Stelle und so sind die beiden Busse, die auf uns
warten zu klein. Also warten wir auf weitere Busse. Und warten, und
warten und warten. Die Busse kommen zwar nicht, dann erscheinen aber zwei Taxi-Minivans und wir können gegen 11:00 Uhr denn auch mal aufbrechen. Aber nicht einfach so. Mit Polizei-Eskorte vorweg und hinten an. Mit Blaulicht und Sirene.
Ganz so wie der Papst, die Königen, Frau Merkel oder die
Fußballmanschaft des Soccer FIFA Worlchampionship 2014 nach ihrem Sieg.

UNGLAUBLICH,
in dem Dorf, das wir nach einer knappen Stunde Fahrt erreichen empfangen uns die Offiziellen in ihren Uniformen und ungefähr 30 Frauen in ihren Trachten. Ein eher sentimental klingendes Lied mit einer eigentümlichen Tanz-Choreografie wird angestimmt und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus!
Das ganze Dorf hat auf uns gewartet und wir sehen mehr 100 lachende und freundliche Gesichter, als wir die holprige Dorfstrasse ein Stück
hinunter gehen und an einem Platz von einem düster dreinschauenden
Priester (?) getauft (oder wohl nur gesegnet) werden – jeder von uns,
hübsch in der Reihe. Verstehen, was gesagt wird, tun wir kein Wort. Unsere einheimischen Begleiter versuchen zu übersetzten, das Ergebnis liefert mehr Fragen als Antworten.
Es wird wieder getanzt (diesmal zu peppiger Akkordeon-Musik aus dem Lautsprecher) und ein uniformierter hält eine kurze Rede die
bruchstückhaft übersetzt wird.

UNGLAUBLICH,
wie präsent die Uniformen sind. Nahezu jeder Dritte hat eine an. Die
Uniformen unterscheiden sich durchaus. Als da wäre die schlichte, in
Hell-Olivgrün gehaltene, die offenbar die einfachen Staatsbediensteten während der Arbeit tragen. Oder die spielerisch verzierten, die der Bürgermeister trägt. Waffen sieht man nicht. Zum Glück.

UNGLAUBLICH,
was uns hier geboten wird. Es wird wieder getanzt, diesmal allerdings
sollen wir Yachties mit tanzen und einige sträuben sich hartnäckig. Dann kommen eben vier indonesische Frauen, nehmen den großen Kerl an die Hand und schleppen ihn auf den Platz. Die Frauen lachen sich dabei halb tot und haben ihren Spaß – und als es dann zum Fototermin mit dem Riesen aus einem anderen Land kommt, entsteht eine kleine Rangelei unter den Damen um die Besten Plätze. Die sind nicht im Bildvordergrund, sondern eher in größter Körpernähe des großen weißen Mannes.

UNGLAUBLICH,
aber eine Kaffeefahrt ist das hier wirklich nicht. Wir bekommen einen
leckeren Lunch und wer will, kann handgeschnitzte hölzerne Boote kaufen, handgewebte Schals und Tücher erstehen oder einfach nur staunen, was die Männer und Frauen in diesem Dorf alles mit der Hand herstellen.

UNGLAUBLICH,
die Stimmung ist ohne Alkohol und mit sengender Sonne ausgelassen und fröhlich und als mal wieder eine Rede ansteht wird klar, das wir wohl bald aufbrechen werden. Immerhin kommt jemand auf die Idee, das wir Yachties auch eine Dankresrede halten sollten und so verabschieden wir uns ordentlich und dankbar. Aber, natürlich, ohne Uniform. Die Rückfahrt wieder per Polizeieskorte, den wahren Grund dafür kennen wir nicht. Unsicher fühlen wir uns zu keinem Zeitpunkt – bei so vielen Uniformen!

UNGLAUBLICH,
wir können den Rest des Tages auf eigene Faust in der Stadt verbringen
und ich habe Endlich das starke Gefühl, in einem fernen fremden Land zu sein. Es riecht nach Gewürzen und Garküchen auf der Straße, die NASI GORENG mit einfachsten Mitteln zubereiten. Es riecht nach Mopedabgasen, denn ungefähr eine Millionen davon sind auf den engen Straßen unterwegs.
Überall herrscht bienenstockartige Betriebsamkeit. Beim Schneider, beim Baumarkt, in der Wäscherei, an den kleinen Marktständen die in einer langen Reihe beidseits der Straße wie an einer Perlenkette aufgereit Schuhe, Taschen, Gemüse oder Fisch verkaufen. Tür an Tür.

Willkommen in INDONESIEN, dem unbekannten Riesenland!

Peter.

P.S.: Hier, im östlichen Teil gibt es zwar Internet, aber das ist sehr
schmalbandig. Daher keine Bilder, erst mal.

UPDATE: Hier die Bilder:

WONDERFUL INDONESIA

Von August bis November 2014 haben wir mit unserer Segelyacht STORMVOGEL INDONESIEN bereist.

Die einmaligen, unvergesslichen Begegnungen und Erfahrungen behalten wir in unseren Herzen!

Für alle interessierten Leser haben wir die vielen Reiseberichte, Bilder und einige Videos von unserer Reise in diesem INDOENSIEN SPEZIAL zusammen gestellt.

Brandneu ist dieses Video von den lachenden Kindern in INDONESIEN:

Alle Reiseberichte und Bilder befinden sich in der Kategorie WONDERFUL INDONESIA – oder einfach hier klicken!

Ausserdem haben wir ein ausführliches INDONESIEN ABC erstellt, das den Leser mit nehmen soll auf eine virtuelle Reise in ein völlig anderes Land. Hier klicken!

Seit Anfang des Jahres gibt es noch dieses schöne Video mit unseren Höhepunkten in diesem wunderbaren Land:

Wir wünschen uns, das viele Menschen nach INDONESIEN reisen und ihre eigenen Erfahrungen sammeln – man kommt reicher zurück, als man los gefahren ist! Versprochen!!!

 

Heidi und Peter.