Archiv der Kategorie: Wonderful Indonesia

Reiseberichte aus dem wundervollen Indonesien

LINGGA ISLANDS: PENUBA

Wir sind in der letzten großen INDONESISCHEN Inselguppe vor SINGAPORE unterwegs: LINGGA ISLANDS.

Zu dieser Inselgruppe gehören große Inseln, kleine Inseln und auch ganz kleine Inseln. INDONESIEN verfügt (so meinen wir uns zu erinnern) über 16.000 Inseln – da hätte man viel zu tuen, wollte man die alle besuchen.

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Der Rallye-Fahrplan führt uns nach PENUBA und, wir können es nicht oft genug betonen, es ist mal wieder völlig anders. Aus irgend einem Grunde werden die Häuser direkt am Ufer ins Wasser gebaut und nicht an Land. Der Ankerplatz liegt flussähnlich zwischen zwei Inseln und entsprechend heftig ist auch die Strömung – bis zu 4 Knoten! Tief ist es auch, so um die 22 Meter. Erstmals auf unserer Reise brauchen wir 5 (in Worten FÜNF!) Ankermanöver um unseren Haken in den Grund zu bekommen.

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Wir kommen am frühen Nachmittag des 6. November 2014 an und gehen zwei Stunden später (…hält der Anker wirklich?) natürlich sofort an Land. Der Ort wirkt klein und beschaulich, später erkunden wir auch die 100% an Land liegenden Straßen und stellen fest, das er gar nicht so klein ist, wie am ersten Tag angenommen.

Tags darauf die offizielle Begrüßung an der Pier. Ungewöhnlich: Zwei kleine Jungs führen eine Art „Tanzkampf“ vor.

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Wir werden mit Reiß beworfen und gehen das kurze Stück zum Festplatz. Es wird musiziert (…hört sich irgendwie arabisch an), getanzt, gelacht und, natürlich, es werden Reden gehalten.

Wir haben Glück mit dem Wetter: Die Sonne kommt raus und taucht Land und Leute in rauschende Farben!

Relativ spontan werden wir für den Folgetag mal wieder ein eine Schule eingeladen. Immer nett, also hin, um 8:00 Uhr, wie sich das gehört. Eine kleine Bühne, Musik und los geht es mit der Tanzvorführung.

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Aber was ist das?

Nach einer Nummer ist Schluss und es folgt

1. Rede
2. Rede
3. Rede
4. Rede
5. Rede
6. Rede
7. Rede

1.224. Rede

10.341. Rede

5.213.871 Rede

Und irgendwann dämmert uns Touristen, das heute wohl der Schulleiter verabschiedet wird und die neue Schulleiterin feierlich in das Amt eingeführt wird. Und weil diese Veranstaltung schon lage geplant war, hat man uns einfach dazu eingeladen – und vergessen, uns die geplanten 5 Millionen Reden zu erläutern. Wenn man denn wenigstens die Landessprache sprechen würde… ;-(

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Nun denn, wir machen uns vom Acker und mieten Motorroller. Die Straße ist teilweise unbefestigt und nur langsam zu befahren. Der Ausflug lohnt sich: Wir entdecken eine unglaublich schöne Bucht mit Sandstrand und super klarem Wasser, wir besuchen einen Krebsfischer und kosten (…von viel zu kleinen Tieren, aber es gibt hier keine Regeln) und verkriechen uns in eine Hütte als mal wieder ein Gewitter nieder geht – wie schön die Luft dabei abkühlt!

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Als wir zur Pier zurück kommen, liegt dort ein großes Frachtschiff (gebaut aus Holz) und entlädt Zementsteine, mit denen der Festplatz gepflastert wird. Jede Menge Arbeiter, weil bis auf den Kran alles manuell erfolgt. Keine Schuhe, keine Handschuhe, keine Helme. Gut ist das nicht!

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Am Sonntag verlassen wir PENUBA und gehen 12 Seemeilen nach Osten, auf die Insel MEPAR. Kurze Distanz, aber viel Strom gegen an und auf dem Ankerplatz extrem flaches Wasser.

Schauen wir mal, wie es hier aussieht!

Peter.

BELITONG nach PENUBA

Von „segeln“ können wir schon seit Wochen nicht mehr sprechen. Wenn wir Glück haben, können wir Motorsegeln, ansonsten ist der Brüllaffe unentwegt im Einsatz.

Die 270 Seemeilen von BELITONG nach PENUBA legen wir denn in drei Etappen, vier Tagen (02/11/2014-06/11/2014) und 39 Motorstunden zurück.

In Äquator-nähe ist das Wetter faktisch nicht vorhersagbar. Wind entsteht nur durch die riesigen Gewittergebiete, die schnell auf- und abziehen. In manchen Nächten zucken die Blitze am Horizont stundenlang durch den Himmel, nur ganz selten sehen wir Blitze, die bis aufs Wasser herunter kommen. Gut so!

Die Hitze und Luftfeuchtigkeit macht uns zu schaffen – ganz anders als damals auf dem Törn von PANAMA nach GALAPAGOS, denn da sind wir durch diese Zone recht schnell durch gekommen. Keine Inseln zu besuchen, keine Zwischenstops. Das ist hier nun komplett anders!

Die erste Etappe führt uns an die NORD-OST Spitze von BANGKA in die Bucht TANJUNG TUNIG. Eigentlich nicht weiter erwähnenswert, wenn wir uns denn nicht des Nachts, der Mond schien helle durch eine Ansammlung riesiger „Häuser“ hätten schlagen müssen, die in einem Gürtel von 2-5 Seemeilen vor der Küste stehen.

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Diese „Häuser“ hielten wir zunächst für merkwürdige Fischerboote, sind aber tatsächlich Stelzenhütten, wie man sie aus SANKT PETER ORDING vielleicht kennt und irgendwie wird mit/auf denen gefischt. Wenn Fischer an Bord sind, läuft der Generator und die Teile sind taghell erleuchtet und somit unübersehbar…

…wenn aber keiner da ist, brennt auch kein Licht und die Teile sind extrem schwer zu erkennen – auch bei Mondlicht. Fahrt raus, beide auf Wache, das Radar bekommt die nur unter eine Seemeile in Sicht und hindurch!

Da wir Morgens um 4:00 Uhr gestartet sind, haben wir einfach keine Lust mehr, so gegen 23:00 Uhr. Also Anker rein, der Schwell wiegt uns schnell in den Schlaf und am kommenden Morgen (03/11/2014) sehen wir die „Häuser“ denn auch mal bei Tageslicht.
Es muss wohl billiger sein, die hier in die Bucht zu stellen als Boote zu betreiben?

Weiter nach PEKACANG. Kleine Insel im Niergendwo. So klein, das viele Beobachter gar nicht erkennen, das wir dort sicher einen ganzen Ruhetag vor Anker verbringen.  Aber schön zu wissen, das zumindest eine Person unsere Position per GPS Tracker  verfolgt und Unregelmäßigkeiten sofort erkennt 😉 (Danke, Wolfgang)

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Wir finden auf PEKACANG also einen recht hübschen Ankerplatz, liegen ruhig und beschließen einen Tag länger zu bleiben. Die Insel ist ausnahmsweise mal fast unbewohnt, wir sehen an Land nur 3 Menschen, eine ältere Frau wirkt unterernährt auf uns und wir bringen süßen Kaffee und Kekse vorbei. Obwohl sie extrem scheu ist, freut sie sich 😉

Am Mittwoch, den 5. November 2014 gehts weiter nach SAYA, eine noch kleinere Insel, nur 36 Meilen von PEKACAN entfernt. Wieder läuft der Diesel die ganze Stecke. Diese Insel ist eher ein riesiger Felsklotz, auf dem weiter oben Bäume stehen. Aber geschützte Ankerbuchten finden wir hier nicht und so verbringen wir eine sehr rollige Nacht.

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Wir überprüfen den Dieselvorfilter der Hauptmaschine nach 19 Betriebsstunden – wieder voll mit Schmodder, also direkt tauschen. Nun haben wir nur noch drei, aber selbst bei diesem kurzen Intervall kämen wir damit noch bis nach SINGAPORE, denn das ist nur noch 210 Seemeilen entfernt.

So erreichten wir am Donnerstag (06/11/2014) also motorend, von Gewittern umgeben, bei flacher See PENUBA und sind schon wieder sehr froh´, das wir bei der Rallye geblieben sind. Während andere Boote von INDONESIEN genug gesehen haben und bereits in SINGAPORE oder gar MALAYSIA sind, sehen wir uns die nördlichen Inseln noch genauer an. PENUBA sieht ganz anders aus – scheinbar ist es hier einfacher, die Wohnhäuser und Geschäfte auf Stelzen ins Wasser zu bauen statt auf Land. Sieht sehr asiatisch, fremdländisch aus!

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Eben anders als das bisher gesehene.

Und das ist es doch, wieso man durch die Gegend reist.

Neues Entdecken, neues Erleben, neues Sehen…

…der Weltall, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise und seiner 500 Mann starken Besatzung…

…äh, sorry, falscher Film 😉

Peter.

BELITONG

BELITONG fängt auch mit „B“ an, genau wie BALI.

Anders als in BALI gibt es auf dieser Insel aber nur einheimische Touristen, die zum Beispiel aus JAKARTA für ein paar Tage herüber kommen.

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Wir liegen in der Bucht von BELITONG weitgehend ungeschützt knapp eine Woche (26/10-01/11/2014) vor Anker. Während Nachts und Vormittags der Ankerplatz recht ruhig ist, sorgt die Nachmittägliche Seebriese für unerwünschte Bewegung…

Ein Grund mehr, sich an Land und nicht auf dem Boot aufzuhalten!

Das Rally-Programm ist massiv: Musik, Tänze, Schulbesuch, Mittagessen mit dem Regenten, artistische Drachen, Abendessen mit dem stellvertretenden Regenten , Shoppingausflüge in die Stadt und schließlich eine selbstorganisierte Bootstour lassen keine Zeit für andere Dinge, wie etwa Blog oder eMail schreiben.

In einer Woche knapp 500 Fotos – ich kann nix dafür! 😉

Für diesen Beitrag habe ich die auf 67 eingedampft – und denke, das sie das erlebte gut wieder geben.

BELITONG ist eine reiche Insel. Das merkt man an allem Ecken und Enden. Der Reichtum kommt vom Handel und von Bodenschätzen. Die Schulen und Straßen sind gut in Schuss und, wie üblich, wenn es den Leuten gut geht, es gibt eine Miss und einen Mister BELITONG…

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Wer die anderen beiden sind, wissen wir nicht (Vorjahressieger?), aber alle vier sind es gewohnt vor Touristen zu posieren und machen das wohl in Vollzeit.

Zur Begrüßung bekommen wir erst mal Hüte als Sonnenschutz, aber einem Dickkopf ist der Hut zu klein – obwohl er doch so kleidsam ist. Die Stadt sieht auch reicher aus – mehr Autos, weniger Roller, kein Verkehrschaos.

Aber ohne Ende Plastikmüll – und diese vier Worte erklären denn auch das Titelbild.

Der obligatorische Schulbesuch ist wieder sehr schön. Die Kinder und Jugendlichen freuen sich offensichtlich über unseren Besuch.

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Eines der Kinder kommt auf die Idee, das ich meinen Vornamen in sein Heft schreibe.

Also quasi ein Autogramm gebe.

Das scheint so begehrt zu sein, das ich auf einmal 1.000 Hefte vor mir habe und vor lauter Unterschreiben den Anschluss an meine Reisegruppe fast verliere. Wenn die Kinder nur wüssten, wer ihnen da ins Heft geschmiert hat…;-)

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Im traditionellen Gästehaus des Regenten in der Stadt gibt es Mittagessen – und die obligatorischen Reden. Sind aber diesmal erträglich und das Essen ist sehr gut. Allein, so ganz ohne Hilfswerkzeuge (Gabel, Messer, Löffel) stellen wir uns bei weitem nicht so geschickt an, wie die Gastgeber.

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Tags darauf bekommen wir Nachmittags von jugendlichen Artisten eine umwerfende Drachenshow geboten. Unglaublich was die drauf haben und mit welch verblüffender Genauigkeit die Kostüme bewegt werden…für einen Moment hält man die Drachen für echte Tiere.

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Diese Vorführung zieht auch die lokale Bevölkerung an…wir hatten sowieso schon immer den Eindruck, das bei allen Veranstaltungen die Zaungäste sehr willkommen waren.

Jeder Tag hat so sein Highlight, eines Abends hören wir unerwartet Tempelmusik aus BALI – auf BELITONG! Wir werden versichert, es handle sich um einheimische Hindus, die hier ihre Musik darbieten – voll hypnotisch.

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Und wenn man die Musiker mal ganz genau beobachtet, wie sie scheinbar regungslos hinter ihren Instrumenten sitzen, dann begreift man, das dieses Klangwunder nur durch ein extrem genaues Zusammenspiel mit voller Konzentration aller funktioniert. Sehr beeindruckend – obwohl sie hier im Bild auch mal einen Schnack halten -;)

Weniger beeindruckend, weil irgendwie „unschlau“ ist ein Stock- (oder besser Peitschen) Kampf. Rein sportlich, aber, wenn der Gegner trifft, sehr schmerzhaft. Warum machen Menschen so was?

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Die NORD-WEST Küste von BELITONG ist übersät mit riesigen Felsbrocken, viele über Wasser gut sichtbar, aber auch einige so gerade an der Wasseroberfläche. Wohl auch aus diesem Grund haben vor Urzeiten die NIEDERLÄNDER auf einer der vorgelagerten kleinen Inseln einen Leuchttrum gebaut. Handelsschiffe sichern.
Und diese Geschichte ist völlig irre: Die haben in den NIEDERLANDEN den kompletten Leuchttrum als Puzzle vorproduziert und dann tausende von ca 1,5 m² großen Eisenplatten hübsch durchnummeriert auf einen großen Dampfer verladen und nach INDONESIEN geschickt.
Dann, vor Ort in BELITONG wurden die nummerierten Eisenplatten einem Puzzle gleich vom Erdboden aufwärts gen Himmel mit schätzungsweise 10.000.000 Schrauben zusammen gebaut und heraus gekommen ist dieser riesige Leuchttrum aus Eisen.

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Der Leuchtturm ist längst außer Betrieb und rottet nun so langsam vor sich hin, von dem 0,50 € Eintrittsgeld lässt sich dieses historische Bauwerk wohl nicht erhalten – schade, denn der Blick von oben ist genial!

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Wir bleiben einen Tag länger als gedacht in BELITONG, gehen noch mal schnorcheln und schalten einen Gang runter.

Sehr lohnenswertes Reiseziel – aber wie immer zieht es uns weiter…

Peter.

KUMAI nach BELITONG

Gegen 8 Uhr, am Donnertag den 23. Oktober 2014 brechen wir auf nach BELITONG. Kanpp 400 Seemeilen im Nordwesten, aber mit einem gewaltigen Umweg, denn der Süd-Westen von BORNEO wird von weit in das Meer hinein reichenden Sandbänken umgeben.

Zunächst die Flussfahrt auf dem KUMAI River, bei der man tunlichst die Wassertiefe stets im Auge hält. Von komfortablen 8 Metern kann es auch schon mal auf 2,5 Meter gehen…

Wir motoren munter in die Bucht von KUMAI (immer noch Flachwassergebiet mit weniger als 10 Meter) und werden fast vom aufkommenden Süd-Ost Wind überrascht. Aber nach so viel motoren ist der Wind natürlich willkommen und wir setzten Segel und gehen Am Wind nach Süden.

11 Stunden später schläft der Wind völlig ein und wir gehen kurz vor Mitternacht wieder unter Maschine. An Schlaf ist nicht zu denken! Dichter Schiffs- und Fischereiverkehr erfordern volle Aufmerksamkeit.
Gegen 1:00 Uhr am Freitag (24/10/2014) läuft die Maschine mal wieder unruhig. Noch einen Fischer abpassen, Maschine aus und Vorfilter wechseln. Sieht ganz  schön versaut aus, diesmal nach nur 60 Stunden. Da haben wir wohl neben Diesel noch ganz „schönen“ anderen Mist im Tank. Wir haben noch zwei Vorfilter in Reserve und werden in BELITUNG später  noch mehr kaufen. Die kosten ca. 3 €, daran soll es nicht liegen…

…nur, wenn wir wir tatsächlich so viel Mist im Tank haben…

…dann können auch die Leitungen verstopfen und dann ist`s richtig doof!

Wir tuckern weiter durch die Nacht, kämpfen mit Müdigkeit, Fischern und Schiffen. Geht aber gut, sehr gut sogar.

Nach dem Frühstück setzten wir Segel und stellen die Maschine ab – wie schön ist denn dass? Nur die Geschwindigkeit ist mau, 4 Knoten machen uns nicht Glücklich! Schuld ist ein Gegenstrom von gut einem Knoten…

Und, wie sollte es anders sein, am Abend schläft der Wind mal wieder ein, wir gehen wieder unter Maschine in die Nacht, weichen Fischern aus, denken nur ganz kurz über die vielen Blitze und Regenschauern nach, die uns umgeben, aber nicht erwischen.

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Das Radarbild auf dem Plotter zeigt zwei große rote Flächen = ganz viel Wasser…VON OBEN!
Die Nord-Ost-Ecke von BELITUNG nehmen wir großzügig, denn da ist ein Krabbenfischer unterwegs und erreichen endlich am späten Vormittag des 25. Oktober 2014 (Samstag) den Ankerplatz.

Mal wieder völlig unerwartet – kolossale Felsen im Wasser, weißer Sandstand, Palmen.

Schön das wir hier sind und schon wieder ein anderes INDONESIEN zu sehen bekommen.

Aber das ist wohl nur logisch, wenn man über dieses riesige Land mal genauer nachdenkt 😉

(…aber zu viel denken ist nicht gut…)

Peter.

TANJUNG PUTING NATIONAL PARK

21-22. Oktober 2014

Der TANJUNG PUTING NATIONAL PARK liegt im Süden der Insel BORNEO (oder hier auch KALIMANTAN genannt), ganz in der Nähe der kleinen Fluss-Hafenstadt KUMAI. Tags zuvor sind wir mit dem STORMVOGEL dort angekommen und haben unsere Dschungeltour bei ALI gebucht.

Wie verabredet werden wir am Dienstag Morgen um 7:30 Uhr mit dem KLOTOK vom STORMVOGEL abgeholt. Der Name KLOTOK bezeichnet einen ganz speziellen Boottype in diesem Teil von INDONESIEN. Wie üblich, sehr schmaler, langer Rumpf, darauf dann aber zwei Decks von dem das untere der Mannschaft vorbehalten istund das obere den Passagieren.

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Wir nehmen noch unsere mitreisenden Freunde von SOUTHERN STAR und ODA auf und los geht die lustige Flussfahrt auf dem SEKOYER RIVER.

Es sind noch viele andere KLOTOK´s unterwegs – so weit wir wissen ist das die einzige Anreisemöglichkeit in den TANJUNG PUTING NATIONAL Park. Für uns 6 Gäste gibt es 4 Menschen, die für uns sorgen. Kapitän, Assistent des Kapitäns, Tourguide und Köchin.

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Wir sitzen auf dem Oberdeck auf soliden Deckchairs und gewöhnen uns erst mal ein…

…aber nicht zu lange. Es wird dunkel und ein echter Wolkenbruch entlädt sich über den Flecken Dschungel, auf dem wir gerade unterwegs sind. Eilig werden Planen an den Seiten unseres Oberdecks herunter gelassen damit das Deck trocken bleibt – denn später werden wir darauf noch schlafen.

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Es schüttet und kühlt ab – guuuut so!

Es werden sich sehr einseitige Wasserpistolen-Feuergefechte mit anderen KLOTOKs geliefert (die anderen sind ja unbewaffnet) und manchmal schießen Heckenschützen auch an Bord unseres KLOTOK auf ahnungslose mitreisende Touristen.
Für absolute Verwunderung sorgt aber ein mitreisender Affe. Der taucht manchmal und völlig unerwartet vor der Köchin oder dem Kapitän auf und bringt die ganz durcheinander. Auch auf dem Oberdeck wurde er mehrfach gesehen…
…allerdings kennen wir sein schreckliches Geheimnis: Es ist PER von ODA, der, ganz wie Dr. JEKYL und Mr. HIDE, von einem Kostümierung-Trieb übermannt wird und als Affe verkleidet durch die Gegend läuft. Der arme PER!

Die URANG UTAN´s (bedeutet überings „Mann aus dem Wald“) leben völlig frei in diesem Nationalpark, aber man hat drei Fütterungsstationen eingerichtet an denen zu festen Zeiten Bananen für die URANG UTAN ausgelegt werden. Die kommen dann durch die Bäume geschwungen, Tarzan sehr ähnlich, und verkosten diesen Schmaus mit ganz offensichtlichem Genuss.
Wir genießen aber erst mal unser köstliches Mittagessen und fragen uns, ob alle KLOTOK´s so gute Köche an Bord haben?

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Auf dem weiteren Weg ereignet sich auf einmal eine technische Panne: Die Steueranlage unseres KLOTOK´s geht kaputt (Steuerseil gerissen), wir treiben gemächlich in die Uferzone, werden später aus dem Ufer gezogen und steigen auf ein anderes KLOTOK um, um rechtzeitig bei der Fütterung zu sein.
Alles ganz normal, alles ohne Aufregung. Kommt wohl öfters vor – aber wieso ist unser KLABAUTERMANN vom STORMVOGEL einfach ungefragt mit gekommen?

Wir erreichen die am weitesten entfernte Station CAMP LEAKEY am Nachmittag. Durch gut angelegte Wege durch den Urwald erreichen wir die Station und sind etwas überrascht. Ein einfaches Holzpodest und ein paar Meter davor eine Leine als Absperrung – das ist alles. Die ORANG UTAN scheinen nicht besonders wild oder aggressiv zu sein – GUT SO!

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Die Bananen liegen schon auf dem Holzpodest und wir hören ein Rascheln und ein Rauschen. Wir sehen wie Baumkronen sich wie von Geisterhand bewegen – wir sehen aber keinen ORANG UTAN – bis er auf einmal vor dem Podest auftaucht, sich kühn nach oben schwingt und in aller Seelenruhe zu Mampfen anfängt. Wir lernen später, das immer der männliche ORANG UTAN zuerst kommt, dann die weiblichen, oft mit ihren Kindern.

Die Methode des Schälens der Banane ist recht eigenwillig. Obwohl die Tiere eigentlich vier gleichwertige Arme haben, mit denen sie greifen und klettern können, nehmen sie die Banane in eine Hand und halten sie quer vor dem Maul. Mit einem Biss wird die Schale aufgemacht und abgezogen und die Banane mit der Hand ins Maul gestopft. Mit den anderen drei Armen hängen sie sich irgendwo ein um möglichst lässig auszusehen – oder sitzen einfach auf dem Podest herum.

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Nach dem ungefähr 30 oder 40 Bananen vertilgt sind, trollt sich der Chef zurück auf die Baumkronen und es erscheint das Weibchen – gleiches Verhalten. Zwischendurch kommen aber auch noch ein paar kleine Affen vorbei und klauen einfach 2 oder 3 Bananen für den Eigengebrauch.

Wir Touristen stehen schweigend (oder höchstens leise flüsternd) hinter unserem Absperrseil und schauen respektvoll zu. Denn eines ist klar: Die Tiere sind so schnell und geschmeidig, die würden uns schneller erreichen als wir laufen könnten.

Also bloß keine Aufregung!

Unser repariertes KLOTOK ist mittlerweile auch am Anleger angekommen und wir kehren zurück an Bord. Nun wird alles für das Nachtlager vorbereitet und wir gehen ein paar Kilometer vom Camp entfernt an der Uferböschung längsseits. Das Boot wird an Bäumen fest gemacht, die Nachtlager (Matrazten, Moskitonetzte und Kopfkissen) auf dem Oberdeck gerichtet, es wird dunkel, wir bekommen unser köstliches Abendessen und dann sitzen wir da. Inmitten des Dschungels mit seiner ureigenen Geräuschkulisse, die, erstaunlich, irgendwann ganz verebbt und es wird still. Ganz still.

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Der Mittwoch Morgen bricht an und langsam kehrt das Leben an Bord zurück. Und in den Urwald. Nicht aufdringlich laut, aber ganz hörbar ist auch für die dort lebenden Tiere die Nacht vorbei. Einige Mitreisende beschweren sich freundlich über deutlich hörbare Atemgeräusche anderer während der Nacht – ja ja, so ist das, wenn man zusammen in einem Schlafsaal übernachtet 😉

Wir bekommen Frühstück, die Manschaft baut das Nachtlager ab und wir fahren zum zweiten Camp: PONDOK TANGGUY

Nun wissen wir ja schon, was uns erwartet und wir sehen die ORANG UTAN nun auch viel früher in den Bäumen. Gleiches Ritual wie am Vortag: Chef zuerst, dann die anderen männlichen ORANG UTAN und dann die weiblichen mit den Kindern. Da muss man manchmal schon ganz genau hinsehen um die Kinder zu erkennen, denn die halten sich eng umschlungen am Bauch der Mutter auf.

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Der Autofokus des 200mm NIKON Objektivs hat so seine Schwierigkeiten mit dem Scharfstellen – durch die Bäume und Blätter hindurch zum Objekt der Begierde, aber es gelingen irgendwie ein paar schöne Fotos.

Es geht weiter zm ersten Camp (TANJUNG HARPAN), das offenbar vor Ewigkeiten eingerichtet wurde und mittlerweile recht verfallen wirkt. Wir haben die Tour pauschal gebucht und wissen nicht, wie hoch der Eintritt in den Park wirklich war. Aber es gibt hier so viele Touristen, da muss doch Geld für die Instandhaltung da sein?

Obwohl: Diese halb verfallene Kulisse im Urwald hat auch ihren Charme.

Je mehr man sich mit den ORANG UTAN beschäftigt, um so mehr kommen sie einem bekannt und menschenähnlich vor. Manchmal bleiben sie für sekunden regungslos stehen, sehen einen an als ob sie verstehen wollten, was wir da gerade machen. Dann wenden sie sich ab und futtern weitern. Bananen, immer zu Bananen!

Es wird Zeit für die Rückfahrt, denn wir wollen noch in der Dämmerung bei unseren Booten sein.

Alles hat ganz wunderbar geklappt, unsere Boote liegen da, wo wir sie verlassen haben und es ist auch nichts abhanden gekommen. Ursprünglich hatte man uns eine Bordwache angeboten, aber keiner wollte einen Fremden an Bord haben.

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Zwei richtige Urlaubstage gehen zu Ende und wir bereiten uns für eine frühe Abfahrt am Donnerstag Morgen vor.

Neues Ziel: BELITUNG, knapp 400 Seemeilen to go.

Peter.

 

MEDANA BAY (LOMBOK) nach KUMAI (BORNEO)

Die knapp 480 Seemeilen von LOMBOK nach BORNEO sind eher ein Pflichtprogramm. In KUMAI gibt es den TANJUNG PUTING Nationalpark und darin leben URANG UTAN – und die wollen wir uns mal genauer ansehen.

Mit SOUTHERN STAR haben wir uns auf der Insel PULAU RAAS verabredet, Robbie und JoJo kommen vom Nordosten von BALI (LOVINA BEACH) und wir viel weiter von Osten. Für unsere 133 Seemeilen Passage brauchen wir knapp zwei Tage (15/10/2014), aber dank Funk-Kommunikation finden wir die beiden auf ihrem Ankerplatz gegen 4:00 Uhr am 16. Oktober 2014 in der Frühe und schlafen ebenfalls ein paar Stunden.

Am gleichen Tag dann weiter, wieder ein Zwischenstopp geplant. Diesmal auf PULAU BAWEAN, wieder nur per Übernachtfahrt zu erreichen. Diesmal sind die Bedingungen optimal und wir laufen den ganzen Tag und die ganze Nacht unter unserem Leichtwindsegel, dem WINGAKER. Manchmal 5 Knoten, manchmal 6,5. Echt super, wenn das Wetter mit spielt. Mittlerweile sind wir mit 5 Booten unterwegs und eines wähnt uns des Nachts in einer Beinahe-Kollision mit einem Fischerboot.

Richtig ist, das es vielleicht 300 Meter vor unserem Bug unsere Kurslinie gekreuzt hat, aber die Situation war jederzeit unter Kontrolle. Mit dem gesetzten WINGAKER kann man zwar nur eingeschränkt den Kurs ändern, aber als der Fischer klar erkennbar vor uns vorbei wollte, haben wir ihn mit einer leichten Backbord-Kursänderung geholfen und alles war gut.

Wirklich nicht gut war am nächsten Morgen bei der Ansteuerung der Ankerbucht auf BAWEAN die Tatsache, das unser Motor nicht anspringen wollte.

Es ist einfach verhext auf dem STORMVOGEL. Immer nach einem tollen Segeltag kommt ein neues technisches Problem.

Wir haben MEDANA BAY in dem Bewusstsein verlassen, alle dringlichen technischen Probleme gelöst zu haben und nun das!

Nun denn, wir basteln uns mal wieder ein Überbrückungskabel, informieren SOUTHERN STAR, die ein Schleppmanöver vorbereiten und irgendwie bringen wir die Maschine in Gang. So was nervt, Das nervt richtig!

Wir ankern und schlafen erst mal ein paar Stunden. Dann Skippermeeting auf SOUTHERN STAR um die Passage nach KUMAI zu besprechen. Denn die ist nicht einfach. Zunächst in der Ansteuerung eine riesige Bucht mit 8-10 Metern Wasser, dann der Fluss mit 2-3 Metern.
Zu unserem Glück ist bereits ein Boot unserer Rallye in KUMAI und hat per eMail die Wegepunkte für eine sichere Flusspassage mitgeteilt.

An die halten wir uns dann auch strickt. Wir starten den Motor diesmal frühzeitig und er springt auch an. Uff.

Die Flusspassage (knapp 15 Seemeilen) erfordert volle Aufmerksamkeit, ein Boot gerät auf eine Sandbank und wird von hilfsbereiten Fischern wieder frei geschleppt. Die Ankunft in KUMAI ist echt überraschend. Riesige Seeschiffe liegen hier vor Anker, Schlepper mit großen Schuten. Die Stadt macht eher den Eindruck einer geschäftigen Hafenstadt denn Vorposten zum Dschungel auf BORNEO.

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Wir ankern und gehen an Land. Gewiss, INDONESIEN, aber irgendwie anders. Kleines Detail: Die kleinen Flaschen mit Benzin, mit denen die Roller aufgetankt werden, sind hier hinter Gitter eingeschlossen. Wir sehen mindestens 30 Silos und fragen uns, was die sollen. Später lernen wir, das das Vogelnest-Häuser sind, die von Chinesen gebaut und betrieben werden. Die sind scharf auf die Nester und dem Zeug, aus dem sie von den Vögeln gebaut werden. Weiß der Himmel, warum?
Aber, und das ist mal wieder China pur: Die Eigentümer von diesen großen Türmen bezahlen auch die Straßenreinigung, die wir erstmals in INDONESIEN sehen. Wohl auch, damit die Vögel nur bestes Baumaterial verwenden?

Egal, wir suchen eine neue Startbatterie für die Hauptmaschine, denn ich vermute, das es daran liegt. Stellt sich später als falsch heraus. Wir treffen ALI in seinem Elektroladen bei der Frage, ob er ein 12 Volt Ladegerät für eine Batterie hat – hat er nicht und verweist darauf, das es eine Werkstatt gäbe, in der man gegen kleines Geld seine Batterie aufladen könnte…

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…und dann wollte er wissen, ob wir schon unsere ORAN UTANG Tour gebucht hätten, denn so was würde er auch (im Nachbargebäude ist sein Reisebüro) anbieten. Nö, haben wir noch nicht gebucht und so lassen wir uns sein Schiff zeigen, die Tour erklären und buchen später bei diesem sehr sympathischen jungen INDONESISCHEN Unternehmer. Er betreibt sogar eine Website.

Zurück an Bord erreicht uns per Funk die Nachricht, das der Hafenkapitän der Ansicht ist, das wir zu weit in der Flussmitte ankern und die vorbei fahrende Schifffahrt behindern. Also vorholen wir weiter unter Land.

Aber die blöde Maschiene springt wieder nicht an und ich werde richtig sauer.

Auf alles, was mit Technik zu tun hat.

Auf STORMVOGEL, der uns immer wieder große Steine in den Weg legt obwohl er so viel Liebe und Geld verschlingt!

Es wird dunkel und ich rufe über Funk Robbie an. Hilfsbereit wie er ist kommt er herüber und untersucht unser Problem. Und kommt zu dem Schluss, das aus irgendeinem Grund unsere 12 Volt Motorkabel viel zu dünn sind. Bisher haben die seit Einbau des neuen Motors in VIGO (Spanien) ja immer funktioniert. Aber als wir zusätzliche Hilfskabel anbringen springt die Maschine an und ich glaube nun auch, das nicht die Batterie, sondern die Kabel das Problem sind.

Also machen wir uns am nächsten Morgen auf die die nächste große Stadt, Ali als Fahrer und Führer, und suchen dicke, ganz dicke Kupferkabel.

Irgendwann finden wir dicke Kabel, die normaler Weise an Schweißgeräten verwendet werden. Der Laden ist wirklich unglaublich. Wir dürfen mit ins Lager. Auf drei Etagen, die per einfacher Holzkonstruktion hergestellt wurden, findet man alles, was mit Handwerk und Technik zu tun hat. Alles! In rauen Mengen! Man stelle sich den größten Baumarkt in Deutschland vor, multipliziere ihn mit 3 und dann hat man diesen Laden….

Egal, wir haben die Kabel und zusammen mit Robbie ändern wir am Abend die Motorverkabelung. Mit Erfolg, seit dem springt der Motor immer an.

Und ich denke mir nun, das Übel liegt im Startermotor. Ich vermute, das der gerade innerlich verrottet. Denn zum einen wurde er bei der Motor-Flutung auf MADEIRA mit Seewasser umspült und später bei unserem Leck auf dem Schlag nach AUSTRALIEN ebenfalls unter Wasser gesetzt. Der sitzt halt ganz unten am Motor.

Also muss nun auch noch ein neuer Starter-Motor her. Oh je!

Aber solange das Teil anspringt ist ja alles OK. 😉 (look for the positive stone!!!)

Wir planen unseren nächsten Boxenstop für SINGAPORE – ich glaube, ein Lagebericht ist demnächst mal wieder angebracht.

Und auch auf einen Artikel über was schönes dürfen sich alle Leser freuen – denn die Dschungeltour in KUAMAI war richtig klasse und wird unvergessen bleiben. Den muss ich allerdings erst noch schreiben, gell 😉

Peter.

Bilder aus KUMAI auf BORNEO

BALI

Für ein verlängertes Wochenende sind wir vom 10. bis 13. Oktober 2014 mit der Schnellfähre von LOMBOK nach BALI gedüst.

Fähre ist eigentlich falsch. Speedboot mit 4 mal 250 PS Außenborder am Heck wäre richtiger. Heidi ist der Meinung, das wir das gerumple nicht wieder machen sollten. Aber es ist nun mal eben so, das eine mittlere Welle gegen 1.000 PS rumpelt…

Nun denn, wir haben uns DENPASAR als Stützpunkt für unsere BALI Erkundung ausgeguckt und very last minute (1 Tag vorher) über das Internet das „b BALI HOTEL & SPA“ gebucht. Die großen Touristenhotels am Strand von KUOTA brauchen wir nicht. Stadt ist angesagt!

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Der halbe Freitag ging als Reisetag drauf – mit dem Taxi zum Fähranleger, die Fähre über die LOMBOK STRAIT und dann wieder mit dem Taxi zum Hotel. Glatt 6 Stunden verbraten. Am Nachmittag dann in DENPASAR die Jagd nach einer neuen NIKON D800 Kamera da die alte ja bekanntlich unerlaubt baden gegangen ist.
Mit dem Taxi von einem Fotoladen zum nächsten, aber keine D800, D800e oder gar die neue D810. Die Suche nach einem Laden, der im INTERNET angab, eine zu haben, zu einem sensationellen Preis sogar, ebenfalls erfolglos.
Und so landen wir bei RTC, einem ehemaligen Behördenhaus in dem man viele kleine Technikshops nebeneinander angesiedelt hat…im dritten Stock gibt es Kameras, wieder kein Erfolg. Aber eine Verkäuferin ist eine Spur cleverer und 100% mehr motiviert als die anderen und meint, sie könne eine D800e bi Sonntag besorgen. Zum Listenpreis zwar, aber beschaffbar.
Uns kommt der Laden nicht ganz geheuer vor wir suchen zunächst weiter…kehren aber am frühen Abend zu RTC zurück und „bestellen“ eine. Kleine Anzahlung und die Sache ist gebongt.

Sehr gut, denn nun können wir den ganzen Samstag für eine Auto-Tour nutzen.

Wir buchen im Hotel ein Auto mit Fahrer denn wir sehen keine Chance, wie wir in dieser Stadt als Selbstfahrer überleben sollten. Unser Fahrer heißt BIM BIM und ist eigentlich der Bell-Boy im Hotel. Nun sind wir keine Hotelexperten und lassen uns erklären, das der Bell-Boy das Gepäck vom Auto in die Empfangshalle trägt. Da ist ein Ausflug mit zwei Touris eine willkommene Abwechselung.

Auf der endlos langen Taxifahrt von PADANGBAI (BALI) nach DENPASAR kamen wir Tags zuvor mit einem mitreisendem jungen Paar aus Deutschland ins Gespräch. Die waren auf dem Heimweg, und haben einen Reiseführer für BALI in deutscher Sprache dabei…wir kaufen ihn ab und fühlen uns hinterher nicht ganz wohl weil das Teil völlig neu wirkt und die beiden nur den halben Preis haben wollten. Auf jeden Fall können wir unseren Tagestrip damit 100mal besser planen als ohne.

So erklären wir BIM BIM also mit dem Buch unsere gewünschte Reiseroute für den Tag und finden schnell heraus, das er sich super in diesem Straßen-Wirr-Warr auskennt. Nach dem Grund befragt erzählt er uns, das er in eimem Scooter Club ist der alle zwei Wochen am Wochenende eine Ausfahrt über die Insel macht. Da kommt man schnell rum!

bali_0156Zunächst wollen wir zum Himmelstempel in PURA BESAKIH. BIM BIM rät uns, das lieber sein zu lassen, die Leute dort „seien nicht gut“. Was auch immer das bedeuten mag. Egal, wir wollen da hin, die Bilder im Reiseführer sehen gut aus 😉

Wenn wir in einen Tempel wollen, brauchen wir einen SARONG und einen Schal…haben wir an Bord, aber nicht mit nach BALI gebracht. Also machen wir auf der Fahrt einen Abstecher zu einem Souvenir-Hersteller schon fast auf dem Lande, der so was ebenfalls günstig im Angebot hat. Wir kaufen dort ein (Nebensache) und sind von dessen privater Tempelanlage schwer begeistert. BIM BIM lacht und meint, das jeder Hindu einen Tempel habe, dieser Herr hier sei eben sehr reich und könnte sich diese prächtige Anlage leisten. Seiner sei eher was fürs Wohnzimmer…

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Die Fahrt nach PURA BESAKIH geht mit vielleicht 40 Stundenkilometern im Durchschnitt und dauert lange, aber wir sehen viel Landschaft. Dort angekommen fühle ich mich kurz wie im Film 7 Jahre in Tibet. Bergdorf mit vielen bunten Tüchern und flaggen – toll.
Und dann verstehen wir auf einmal sehr schnell, was BIM BIM mit „nicht guten Menschen“ meint. An der Zufahrtsstraße sitzt ein Polizist (!) und verlangt einen kleinen Tip für die Weiterfahrt. BIM BIM lächelt, zahlt 5.000 IDR und es geht weiter zum Parkplatz. BIM BIM bindet uns unsere SARONGS um und wir können ordentlich bekleidet den Tempel betreten.

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Wir gehen zu Fuß weiter, zahlen unsere Eintrittskarte und werden zwei Minuten später auf dem Fußweg von der „Touristeninformation“ gestoppt. Hier möchte man Geld für einen Führer einsammeln, als Heidi diesen Obulus entrichtet hat wird nach einer Spende für die Instandhaltung des Tempels gefragt (…wer´s glaubt…!) und Heidi wird langsam sauer. Richtig sauer wird sie, als der Guide nach der Tour nach einem ordentlichen Tip verlangt.
Das ist Touristenmelken in Perfektion, aber wir wollten ja auf BIM BIM nicht hören. Und wer nicht hören will, der muss zahlen!

Wir werden in der riesigen Anlange von PURA BESAKIH herumgeführt und beten auf Hindu-Art drei verschiedene Götter an – ob die uns beim segeln helfen können? Wenn das Wetter etwas besser wäre, hätten wir tolle Bilder von der Panorama-Aussicht machen können, aber es ist die diesig, das man das Tal nicht vom Meer unterscheiden kann.

Es geht weiter zum Vulkan See von BRATAN. BIM BIM will die Straße zum See nicht hinunter fahren, weil die so steil und von LKW´s überfüllt sei, so bleiben wir auf dem Berg und haben eine herrliche Sicht. Die LKW´s holen Lavasand vom See und in den Bergen backen sie daraus Steine in der Sonne, die dann überall hin transportiert werden – also sind die LKW´s immer voll abgeladen (oder gar überladen) wenn sie Bergauf und Bergab durch die Gegend zuckeln.
Langsam wird es Mittagszeit und wir fragen nach einem guten Lunch-Platz.

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Den kennt BIM BIM wohl nicht so richtig, er setzt uns an einer Touristenfalle ab bei der ich mich mal ärgere. Ich ärgere mich ja nur noch dann, wenn die angebotene Qualität nicht zum verlangten Preis passt. Der Blick ins Tal vom Restaurant aus ist sensationell, schließlich hat man das Gebäude irgendwie in den Steilhang geklebt.
Aber das Essen ist einfach schlecht, kalt und ranzig. Dafür aber für hiesige Verhältnisse super teuer. Kein Ort für eine Empfehlung.

Der See ist unser Wendepunkt und wir machen uns auf den Rückweg nach DENPASAR um den PURA TIRTHA EMPUL Tempel (nähe GOJA GAJA) zu besichtigen und in UBUD die Reiß-Terrassen und die Straße der Handwerker anzusehen.

Die Tempelanlage hat auch wieder ihren Dresscode, aber jeder Besucher kann sich den SARONG ausleihen und der Eintritt ist lächerlich gering – nur der Polizist, der bei der Einfahrt auf den Parkplatz die Hand aufhält erinnert an den anderen Tempel.
PURA TIRTHA EMPUL ist eine Art Wassetempel, den hier gibt es heiliges Wasser. Und tatsächlich sehen wir viele Hindus im Wasser stehend die Wasserspeier anbetend – wenn ich das richtig in Erinnerung habem gibt es derer 42 und man muss jeden anbeten, wenn man denn einmal anfängt.

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Die vielen Bunten Farben und Kontraste lassen die ganze Anlage fröhlicher als PURA BESAKIH in den Bergen erscheinen, aber vielleicht sind wir ja auch nur positiver eingestimmt?

Hoch aus dem Berg kommend sehen wir zuerst die vielen Handwerksdörfer, dann weiter unten in UBUD die Galerien und Geschäfte, die das alles verkaufen. Die Reiß-Terrassen werden nur noch für die Touristen angebaut, denn man hat geschickt gegenüber im Tal kleine Restaurants und Cafes gebaut.

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Wir fassen einen Plan: Lange nach unserem Projekt „Lange Reise“ werden wir zu der Straße der Handwerker zurückkehren. Mit einem LKW, einem Dolmetscher und gar nicht so viel Geld. Dann kaufen wir alles ein, was wir schön finden, packen es in einen Container, verschiffen den nach Deutschland und wissen nicht wohin mit dem Zeug 😉

Nun wird es langsam Zeit für die 2 Stunden Rückfahrt und, wie es immer so ist, wir sind ziemlich erschöpft. Solche Tagestouren im Auto….

Natürlich findet BIM BIM die landschaftlich reizvollen Strecken, aber DENPASAR ist so eine Moloch-Stadt ohne Anfang und Ende, da gibt es dann nur noch wenig Landschaft. Zurück im Hotel freut sich BIM BIM wie ein Schneekönig über ein gutes Trinkgeld und wir sind sehr zufrieden.

Den Sonntag haben wir uns als Planungs, Entspannungs und Kamera-PickUp Tag vorgenommen. Zum einen müssen wir mal langsam in Detail wissen, wie wir nach SINGAPORE kommen, wo wir das Boot in den geplanten 6 Wochen Weihnachtsurlaub lassen wollen und wie wir danach nach PHUKET in THAILAND weiter kommen. Denn dort soll das Boot ja verschifft werden.
Die Entspannung am Pool fällt dementsprechend kurz aus, aber wir sind sowieso nicht die „ganzen Tag am Pool“ herum-hänger. Aber wir gehen baden und lassen es uns richtig gut gehen.

Für den Nachmittag sind wir um 15:00 Uhr im Fotogeschäft verabredet um die Kamera aufzupicken. Bereits um 13:30 Uhr bekommen wir eine SMS, das die jetzt das sei. Um 14:30 Uhr einen Anruf, ob wir denn auch wirklich kommen würden. Hallo? Haben wir nicht eine (OK, kleine) Anzahlung geleistet? Wir beruhigen die Verkäuferin, kommen 15:15 Uhr dort an und dieser Laden macht mit Sicherheit seinen größten Tagesumsatz aller Zeiten und den größten in der „Technik-Mall“.
Die ganze Umgebung macht mich misstrauisch und es geht ja auch um viel Geld. Also habe ich Akku, Objektiv und Notebook im Rucksack und wir packen das neue Gehäuse aus, D800E steht schon mal drauf und in Zellophan ist es auch eingeschweißt…das können die Chinesen, die kopieren, ja auch.
Also Probeaufnahmen gemacht, die SD Karte in den Rechner geschoben und sich die EXIF Daten angesehen. Sieht alles richtig aus, selbst die Anzahl der Auslösungen ist „1“, recht beknackt, das man die nur sehen kann, wenn man die EXIF Daten mit dem PC ausliest.

Also alles OK und wir bezahlen mit Kreditkarte – selbst das funktioniert.

Zurück zum Hotel und per eMail sicher gestellt, das unser PickUp Service für den Montag Morgen auch weiß, wo wir überhaupt sind 😉

Und so endet unser BALI Ausflug überaus erfolgreich. Alles erledigt, was wir erledigen wollten und alles gesehen, was wir sehen wollten. Sicherlich ist es mal wieder nicht fair, die ganze Insel in einem Tag zu bereisen, aber wir auch nicht die Typen, die alles, wirklich alles sehen wollen. Und die Tourismus-Industrie ist auch nicht unser Ding.

Die Rückfahrt nach LOMBOK ist nicht mehr so ruppig und als wir unser Boot in der Marina wieder sehen, kommen wir wirklich nach Hause!

Peter.

Bilder von BALI

MEDANA BAY (NORD LOMBOK) und GILI AIR

Wir erreichen die MEDANA BAY MARINA am Mittwoch, den 1. Oktober 2014 und wissen am Tag unserer Ankunft noch nicht, das dieser sehr nette Flecken Erde unsere Basis für die kommenden 14 Tage werden wird.

Die Überfahrt war mal wieder Motorgetrieben – und bis auf die vielen erfolglosen Segelversuche ereignislos.

Bei unserer Ankunft sind bereits viele andere Rallyeboote an den Moorings oder an der kleinen Pier, wir finden aber ohne Probleme unseren Platz und im kleinen Marina-Restaurant gibt es ein großes „Hallo“ mit Booten und Mannschaften, die wir länger nicht gesehen haben.

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Als wichtigsten Tagesordnungspunkt haben wir das Auffüllen unserer Dieseltanks auf dem Zettel, alle anstehenden Wartungs- und Reparaturarbeiten wollen wir in Süd-BALI, in BENOA vornehmen. Aber nach zwei Tagen ändern wir dieses Vorhaben und bestimmen MEDANA als Basis für die Bootswartung, als Lieferadresse für unsere Ersatzteile und als Ausgangspunkt für die natürlich notwendige BALI Erkundung.

Nicht unschuldig an dieser Entwicklung ist Peter.

Peter Cranfield und seine Frau Ace Robin.

Die beiden haben 2008 die MEDANA BAY MARINA aus dem Boden gestampft und sind weit mehr als nur Unternehmer. Sie entwickeln die Umgebung. Sie sind Beiräte in der Schule, geben zweimal die Woche Unterricht für Kinder in Umgang mit Touristen und Englisch und schaffen jede Menge Arbeitsplätze für Menschen jedes Alters, die sonst nur herum hängen würden.
Samariter sind die beiden bestimmt nicht, aber sie verstehen diese Unternehmung eher als ganzheitliche Aufgabe denn als einfaches Profitcenter. Beispiel: Nicht ein Kind „belästigt“ im Marina-Umfeld die Crews und „verlangt“ kleine Gastgeschenke. Oder die jungen Erwachsenen bieten höflich kleine Jobs aller Art an und wollen sich ehrlich was verdienen. So oder so: Wir schließen die Marina und ihre Leute schnell in unser Herz und beschließen am Wochenende das unser Ersatzteilpaket hier her gesendet werden soll, das wir in der Zwischenzeit unsere Boot-Jobs hier erledigen und von hier aus einen Kurzurlaub nach BALI per Schnellfähre nehmen wollen.

Die Entscheidung war im Nachhinein goldrichtig, alles klappte wie am Schnürchen und wir hatten auch noch genügend Zeit für Erkundungen aller Art.

Zum Beispiel eine abenteurliche Rollertour auf übervölkerten Straßen mit kleinem Unfall: Im vorbei fahren sehe ich eine kleine Möbelfabrik an der Straße und will mir die mal näher ansehen. also wenden. Wie das dann so ist, bin ich etwas zu schnell und die Straße genau an dieser Stelle sandig, das Vorderrad rutscht weg und ich liege da. Zum Glück nur Hautabschürfungen und ein paar Schrammen am Roller…aber die Haut braucht glatt zwei Wochen um sich zu regenerieren.
Aber egal: Die kleine Möbelfarbik ist der Hammer: So schöne Bänke, Tische, Stühle und Schränke muss man erst mal bauen können. Und als wir nach dem Preis für eine tolle Gartenbank fragen bleibt uns die Spucke weg: 2.200.000 IDR, also weniger als 200 €. Wir schätzen, das die in Deutschland wohl um die 800-1.000 € liegen dürfte. Ja, OK, wir haben dann auch gelernt das man viele Möbelstücke nicht einfach so nach Europa transportieren kann, da das Holz oft nicht genug ausgetrocknet ist und in unserem trockenen Europa-Klima schnell Risse bekommen würde…aber von Peter Cranfield haben wir dann auch erfahren, das es durchaus Möbelfarbriken gibt, die über Trockenöfen verfügen.

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Mittags auf der Roller-Tour durch Nord-LOMBOK essen wir ein Super T-Bone Steak in einem Steakhaus das vor zwei Monaten aufgemacht wurde. Von einem jungen Niederländer der der Ansicht war, das diese Gegend ein Steakhaus brauche…OK, wünschen wir ihm mal viel Glück!

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Am Sonntag, den 5. Oktober 2014 sind alle Boote zu einem Gottesdienst in der Moschee von MEDANA BAY eingeladen. Lange Hosen und Hemden werden erbeten. Das hält einige davon ab, dort hin zu gehen…wir sind viel zu neugierig, um auf dem Boot zu bleiben.
Wir werden zum Ende des Gottesdienstes hinzu gebeten und „müssen“ nicht viel fremdsprachige Predigt ertragen. Dafür erleben wir hautnah´, wie es (jedenfalls) in dieser Moschee ab geht. Ganz vorne sitzen offenbar die ganz streng gläubigen auf dem Boden und scheinen versunken im Gebet. Ganz hinten sind die kleinen Jungs die feixen, schwatzen und ihren Spaß haben. Dazwischen sitzen die, die wir wohl als ganz normale gläubige Menschen einordnen sollten. Die Frauen sitzen im ersten Stock. Immerhin.
Der Gottesdienst ist vorbei, alle erheben sich und stellen sich in einer Reihe auf. Und dann schütteln sich alle gegenseitig die Hände in der Ordnung einer Endlosschlange – jeder schüttelt also jedem einmal die Hand. Wir auch! Sehr unterschiedlich. Einige fassen beherzt und kräftig zu, andere sind schwabbelig weich, andere herzhaft und einem freudigen Lächeln. Diese Geste hat uns sehr beeidruckt, auch wenn es wirklich viele Hände waren!

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Wie auch immer: Nach dem Händeschütteln kommen viele Frauen mit Schüsseln voll Essen und Obst. Und es wird gefuttert was das Zeug hält. Und wir mitten drin!
Am Dienstag (07/10/2014) machen einen Ausflug nach GILI AIR. Die „THREE GILIS“ sind drei kleine Inselchen im Nordwesten von LOMBOK. WIr fahren mit einem traditionellen Ausleger-Fischerboot am frühen Morgen hinüber, da später die Wellen zu groß werden. Einige der Mitreisenden wollen tauchen, wir wollen aber nur ein wenig schnorcheln und einen faulen Tag in einer Touristen-Hochburg machen.

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Die kleine Insel wird bevölkert von vielen jugendlich wirkenden Touristen…und ist sehr angenehm ruhig. Vermutlich geht der Trubel eher am Abend am Abend los?

Die drei GILIS sind sicher eine Reise oder auch nur einen Abstecher von BALI aus Wert, weil sie sehr schöne Strände und INDONESISCHES Leben bieten…aber, gemessen an dem, was wir bisher hier erlebt haben, auch schon sehr verfälscht und Touri-getrieben ist. Aber besser so, als gar nicht!

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Der tolle Mann in knapper Badehose erinnerte uns doch sehr an unseren Freund Uwe…obwohl: Uwe hätte mit Sicherheit kein Handy in der Hand…eher eine Rumkugel 😉

Ohne fremde Hilfe machen wir eine volle Wartung der Hauptmaschine (Öl- und Ölfilterewechel, Impellerwechsel (war echt fällig!!!) und Dieselfeinfilter gewechselt). Mit Hilfe von Chris von YINDEE PLUS bauen wir unsere zentrale Bilgenpumpe aus, weil deren Motor sich nicht mehr dreht. Später stellen wir fest: total vergammelt weil Wasser vom Pumpengehäuse über die Motorachse in den Motor gelangt ist. 9 Tage später ist das Teil von BORENG repariert, vielleicht nicht auf Dauer, aber für´s Erste besser als gar keine Pumpe. Mit der Hilfe von DARWIN finden wir das kleine Leck am Generator, bauen die Impellerpumpe aus weil diese am Schaft leckt und BORENG repariert auch diese. (siehe Die Rache der Fische).
Wir tanken 400 Liter Diesel aus 20 20 Liter Kannistern am Ponton, eine Mordssauerei, aber ein gutes Gefühl wieder volle Dieseltanks zu haben. Als unsere Ersatzteile kommen, bauen wir die neue Fäkalpumpe ein und erneuern den Propeller am Außenborder. Der neue Turbo-Lader für die Hauptmaschine hat es es nicht in diese Paket geschafft, ist aber bestellt.

So vergehen die Tage in der Marina und in der Zeit vom 10. bis 13. Oktober 2014 erkunden wir BALI, dazu gibt es noch einen gesonderten Bericht.

Wir verlassen als letztes Boot der Rallye die MEDANA BAY MARINA und haben wirklich feuchte Augen. Aber wie das Leben auf so einer Reise nun mal so ist:

Hinter dem Horizont gehts Weiter (Udo Lindenberg).

Heiter Weiter (Knut)

Weiter, immer Weiter (Peter)

Peter.

 

Bilder aus MEDANA / NORD LOMBOK

 

Bilder von GILI AIR (nähe LOMBOK / BALI)

TELUK POTODUDDU (SUMBAWA) und GILIT SULAT (LOMBOK)

28-30. September 2014

Den kurzen Spung von BESAR nach POTODUDDU erledigen wir mal wieder unter Maschine, weil es keinen Wind gibt, mit dem man etwa segeln könnte. Nicht das unser Segelboot keine Segel hätte, aber Wind, eingebauten Wind, haben wir halt nicht.

Die Ansteuerung der sagenhaften Bucht ist schwierig, weil das NAVIONICS Kartenmaterial in dieser Gegend einfach lausig ist. So fahren wir wie in LABUAN BAJO angeblich mal wieder über Land. Aber mit Heidi am Bug als Ausschau, super klarem Wasser und einem besonnenen Skippper mit Echolot am Ruder finden wir unseren Weg – und helfen später sogar den anderen Booten mit einer Dingi-Tour.

Die Bucht wirkt einsam und verlassen, aber natürlich gibt es hier wieder hinter den Bäumen ein Dorf an Land – mit vielen neugierigen Kindern. Die klettern eilig in die Kanus ihrer Eltern und paddeln munter auf die Neuankömlinge zu. Niemand bettelt oder verlangt, alle freuen sich über unsere Gastgeschenke in Form von Schulheften und Stiften. Wie lange das wohl noch anhält?

Wir verbringen mal wieder einen sagenhaften Abend mit SOUTHERN STAR und ODA – zwei der Mitreisenden Damen haben sich einen Monat ohne Alkohol verordnet. Das nennt man dann OKSOBER…nun denn, solche Torheiten kommen nicht jedem in den Sinn.

Weil es hier so schön ruhig ist, bleiben wir denn auch gleich eine Nacht länger.

Vormittags, spät Nachmittags und am Abend und in der Nacht haben wir unsere vollkommene Ruhe.

Aber nicht am Nachmittag, wenn die Schule gerade aus ist und die Kinder die Reisenden aus den fernen Ländern besuchen wollen. Dann ist die Hölle am Boot los. Kanus mit 2,3 oder 4 Kindern liegen Längsseits, einige wollen fotografiert werden, andere brauchen mehr Schulhefte und wieder andere versuchen in ihrem rudimentären Englisch zu erfahren wo wir her kommen und wie wir heißen.

Heidi, wir immer, gibt sich große Mühe in der Völkerverständigung und stellt jeden zufrieden…

TELUK POTODUDDU auf SUMBAWA

 

Wir machen uns auf nach SULAT, diesmal schon etwas weiter, aber wie üblich ohne Wind.

Die Ansteuerung von SULAT ist wieder super „spaßig“ weil die Karte auch von einem leicht veränderten Zwillingsplaneten der Erde stammen könnte. Völlig M-O-N-D.

Wir gehen neben einem größerem Fischerboot vor Anker und die Fischer rufen zu uns herüber…und zeigen stolz ihre schicken Tunfische. OK, unsere eigenen Fangversuche waren für die Tonne und auch die Mitreisenden anderen Boote haben nichts gefangen.
Also schwingen wir uns in ein Dingi und gehen Fisch, direkt vom Kutter einkaufen. Der Deal ist einfach: 2 Fische für 150.000 IDR, da hilft auch kein aus NORWEGEN stammender Verhandlungsführer. Also kaufen wir einfach 4 für 300.000 und Heidi verarbeitet zwei davon zu Fischfrikadellen für den Abend.

Denn heute Abend ist wieder Pot-Luck angesagt. Jeder bringt was zu Essen und zu trinken mit und es wird alles geteilt. Fürstliches Abendessen an Bord des STORMVOGELS. Viel Spaß, manchmal auch ein ernster Satz und wie immer jede Menge Reiseplanung. Denn wie jede Reise will auch diese geplant werden – insbesondere da BALI vor der Tür steht und jedes Boot unterschiedliche Pläne hat.
Wir wollen dort mal wieder einen Boxenstop einlegen und Wartung und Reparaturen vornehmen. Der Legende nach ist alles und jedes auf BALI erhältlich.

Auch Kameras 😉

GILIT SULAT (nähe LOMBOK)


Peter.

SUMBAWA BESAR

SUMBAWA BESAR war auch teuer, sogar sehr teuer. Aber anders, als man denkt…

Der Ankerplatz war einmal mehr Durchschnitt – nicht richtig gut in einer sehr weit offenen Bucht. Es kommt auch direkt ein Boat-Boy vorbei und wir bestellen Diesel und ein Auto mit Fahrer für die Einkäufe an Land.
Der Diesel war ein echter Reinfall. SOUTHERN STAR hat ebenfalls geordert und wird zuerst beliefert. Was da kommt ist vielleicht mal Diesel gewesen, aber jetzt so dreckig, das das Tankmanöver per Kanister abgebrochen wird. Ich sehe mir die Schweinerei selbst an und storniere ebenfalls. Die Brühe kommt uns nicht in die Tanks!

Unser Boat-Boy ist denn auch unser Fahrer – und kutschiert uns in einem Klein-LKW durch die Gegend. Ich sitze komfortabel auf dem Beifahrersitz, die anderen hinten auf der offenen Ladefläche. Alles gut. Alles schön.

Am Abend sind wir wieder an Land – eine Art Karneval findet bereits die ganze Woche über hier statt und das wollen wir uns mal aus der Nähe ansehen. Folksfest sicherlich, aber sicher auch kein Karneval. Auf einer sehr, sehr großen Bühne werden Showacts dargeboten, viele Menschen sitzen auf Stühlen herum und klatschen begeistert. Wir tauchen ein in eine andere Welt, INDONESIEN bei Nacht, wir alleine unterwegs ohne Guide und ohne Programm.
Alles gut. Alles schön.

Wie verabredet treffen wir unseren Fahrer wieder und er bringt uns zum Strand. Mit dem Dingi zum Boot und beim Übersteigen vom Dingi auf dem Stormvogel fällt unsere Kamera (NIKON D800) ins Wasser. Im wasserdichten Seesack. Sie schwimmt also und wir fischen sie nach einer knappen Minute wieder raus…aber ein paar Tropfen Seewasser haben doch das innere des Seesacks und das Äußere der Kamera erreicht.
Sofort mit einem feuchten Frischwassertuch abgewischt, Batterie und Speicherkarte heraus genommen und vor dem Lüfter einen Trockenversuch gestartet. Das Ende vom Lied ist, das die Kamera tot ist, aber das Objektiv überlebt hat. Das, und das ist das Positive daran,  ist also kein Totalverlust.
Wie gut, das wir seit NEUSEELAND eine Ersatzkamera dabei haben und BALI nicht weit entfernt scheint – dort wird es ja wohl adäquaten Ersatz geben.

Zur Wahrheit gehört auch, das der an sich schöne Abend erst mal gelaufen ist. Die Stimmung ist weit unten.

In der Nacht komme ich darauf, das das nur halb so schlimm ist. Verglichen mit den anderen Dingen, die uns so passieren. Die Kamera ist „nur Geld“: Gehe in einen Laden und kaufe eine neue.

Leckagen, Sturmschäden und Materialbruch lassen sich beileibe nicht so leicht beheben

Alles gut. Alles schön.

Peter.