Archiv der Kategorie: Wonderful Indonesia

Reiseberichte aus dem wundervollen Indonesien

Neue Buchversion von Mister, Mister! Foto, Foto!

Nach dem wir mit einigen Menschen über die erste Version (Juli 2015) des geplanten Fotobuchs „Mister, Mister! Foto, Foto!“ gesprochen haben und einige Verbesserungsvorschläge umsetzten konnten, gibt es jetzt eine zweite Vorab bzw. Entwurfs-Version dieses wunderschönen Bilderbuchs.

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Das hier ist der Download-Link auf die neue Version…

und hier die Anleitung, wie man sich die eBook Version auf APPLE, PC und ANDROID ansehen kann.

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Folgende Verbesserungen haben wir umgesetzt:

1) Texte in Deutsch und Englisch (Englisch kursiv)
2) Kleinere Schrift – aber noch groß genug um sie ohne Lesebrille zu lesen! 😉
3) Übersichtskarte der Reiseroute in INDONESIEN
4) Bild-in-Bild mit Rahmen zur besseren Abgrenzung versehen
5) Bildbezeichnungen (Ortsnamen) unter den Bildern zu besseren Orientierung
6) Einige Bilder entfernt, dafür andere, bessere Bilder, größer gemacht
7) Ein Bild vom STORMVOGEL eingefügt
8) Titelbild nun matt (-> sieht gedruckt aber nicht so gut aus, weil die Farbbrillianz auf der Strecke bleibt)
9) Umstellung vom Rechteck- auf Quadrat-Format (28*28cm)
10) Papierstärke 400g/m² – das geht schon als Karton durch und wird wohl später im Offsetdruck nicht gehen (?) oder zu teuer werden

Auch diese Version wurde wieder bei iFOLOR im Digitaldruck realisiert – der iFOLOR Designer (das PC Programm, mit dem man das Fotobuch erstellt) ist wirklich sehr gut. Allerdings sind die Preise im Digitaldruck so unglaublich hoch, das man wirklich nur sehr wenige Probeexemplare so herstellen kann.

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Wir selbst sind sehr gespannt, ob wir das Buch jemals in den Druck bringen werden, aber „Gut Ding Will Weile Haben“…

Heidi und Peter.

INDONESIEN SPEZIAL fertig!

Eine lang erwartete Videopremiere ist der Anlass für die Veröffentlichung von unserem umfangreichen INDONESIEN Spezial!

Wir freuen uns wirklich sehr, das es mit diesem Video noch geklappt hat. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Ole wäre das nicht möglich gewesen – aber es war Heidi und mir eine Herzensangelegenheit, unser großes INDOENESIEN SPEZIAL noch vor unserer Weiterreise im Mittelmeer fertig zu stellen.

Es hat geklappt!

Das INDONESIEN SPEZIAL ist fertig, das Video ist fertig und heute Nacht kommt LENA J endlich in FETHIYE an – und wir hoffen sehr, das wir Morgen, am Montag den 25. Mai 2015 unseren geliebten STORMVOGEL wieder bekommen.

Wenn das kein Timing ist! 😉

Heidi und Peter.

 

 

 

Videopremiere: INDONESIEN

Morgen fliegen wir zurück nach SINGAPUR – und hoffen, das der aktuelle Sturm über Europa bestehend aus einem wilden Mix von Wetter, Politik und Terroristen uns in Ruhe lässt…

…und die ungeklärten Flugzeugabstürze in Asien nicht zur Gewohnheit werden.

Gerade noch rechtzeitig ist das erste INDONESIEN-Video fertig geworden – wieder ein Zusammenschnitt von kurzen Video-Clips die wir in INDONESIEN gemacht haben. Der technisch geneigte Betrachter wird sich an den Titel-Tricks erfreuen, die Ole eingebaut hat – alle anderen freuen sich vielleicht einfach an den Bildern?

Soweit das kurze Lebenszeichen – die Koffer sind gepackt, die letzte Nacht zu Hause bricht an…

…STORMVOGEL – wir kommen!!!

Peter.

 

 

+++ SONDERMELDUNG +++ Skipper ermordet blinden Passagier +++ SONDERMELDUNG +++

+++ SONDERMELDUNG +++

Skipper ermordet blinden Passagier

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich der Skipper der Segelyacht STORMVOGEL eines heimtückischen Verbrechens schuldig gemacht. Um 3:00 Uhr (Morgens!) Ortszeit (INDONESIEN) am 23. Tage des November im Jahre des Herrn 2014 ertränkte der Skipper ohne Not und ohne großen Aufwand den blinen Passagier. Ohne Verhandlung, ohne Gnade.

Was war geschehen?

Auf dem letzten Ankerplatz (TANJUNG PINANG) schlich sich unbemerkt ein vierbeiniger, Fell-bedresster blinder Passagier an Bord der Luxus-Yacht STORMVOGEL und versteckte sich tief im inneren des Ozean-Fiesen (F statt R).
Des Nachts schlich er sich in die Kombüse und naschte von Äpfeln, Bananen und Krackern…das allerdings, blieb nicht unbemerkt!

Dachte Crew und Skipper noch zunächst, das es sich um eine Fledermaus handeln könnte, die mal kurz zum Dinner auf dem STORMVOGEL halt gemacht hätte, sorgte die Folgenacht für die grausige Gewissheit: Maus oder Ratte – auf jeden Fall hungrig!

So ein Mist, in 6 Tagen verlassen wir das Boot und können das neue Haustier nicht mehr luxuriös verkosten – welches somit sofort damit beginnen wird, Plastikschläuche und Elektrokabel anzunagen.

Der Entschluss und das Urteil steht somit schnell fest – der Passagier muss von Bord, tot oder lebendig!

Ein Rundruf in der Flotte ergab zwei kleine Mausefallen, Hoch-dosiertes Rattengift, eine Rattenfalle mit Genickbruch-Einrichtung, ein elektrisches Ultraschallgerät und eine Lebendfalle.

Gift, so weiß der Fachmann, ist an Bord nur das letzte Mittel, denn die Tiere verkriechen sich nach dem Mahl irgendwo im Dampfer, sterben und stinken dann für beliebig viele Tage, ohne das man sie finden kann.

Nun denn, der Skipper richtet die Großfallen ein, bettet sich zur Ruhe und geht davon aus, das er vom Geräusch der zuschnappenden Fallen aufwachen wird.

Pustekuchen.

Gegen 3:00 Uhr wird Skipper aber dennoch wach, schaltet das Licht in der Kombüse an und sieht den erschrockenen Vierbeiner Regungslos in der Lebendfalle stehen.

Was für ein Glück für die die Crew, was für ein Pech für den Passagier!

Wir haben ihn, wir haben ihn!

Doch, was macht der Skipper?

Statt sich liebevoll um den Passagier zu kümmern, ihn zu beruhigen, zu begrüßen und lieb zu kosen, zieht er Handschuhe an (wg. der Fingerabdrücke), hält das Gatter der Lebendfalle zu und stopft alles in einen Eimer.

Der Passagier, böses ahnend, zappelt und strampelt um sein Leben.

Eiskalt und berechnend füllt der Skipper den Eimer nun mit Wasser, des Skippers Frau beleuchtet die Szenerie gespenstisch mit der Taschenlampe. Weil sie aber das Drama nicht sehen mag, leuchtet die Taschenlampe überall hin, nur nicht an den Ort des Geschehens.

Der Skipper, nun bereits in seiner Eigenschaft als Leichenbeschauer, stellt wenige Minuten später den Tot durch Ertrinken fest und bestattet den Passagier (jetzt in seiner Funktion als Leichenbestatter) ordnungsgemäß in einem Seemannsgrab.

Mittlerweile ist es 4:00 Uhr Morgens und der Mörder und seine Gehilfin können ob der schlechten Tat nicht schlafen.

So wird es ein langer Tag für die beiden,

aber immerhin,

sie leben und der Passagier ist tot.

P.S.:
Ein Test in der Folgenacht ergab – keine weiteren Passagiere an Bord – was für ein Glück!

+++ SONDERMELDUNG +++

BINTAN Island: BANDAR

Offiziell die letzte Station unserer vier-monatigen-INDONESIEN-Tour. (22-24/11/2014)

Aber das ist hier nicht mehr INDONESIEN – nicht das INDONESIEN, das wir seit Wochen bereist haben.

Der Grund ist simpel: Der Norden von BINTAN grenzt an SINAGPORE, nur durch das Wasser getrennt. Aus irgendeinem Grund hat man einen ca. 30 Kilometer breiten Streifen von der Insel abgetrennt, zu einer Sonderwirtschaftszone erklärt und für Investoren geöffnet.

Die Gegend heißt jetzt BINTAN RESSORT – und es gibt auch bereits einige in Betrieb befindliche 5-Sterne Hotels. Und noch weitere im Bau, wie auch ein Shoppingzentrum. Das alles wirkt extrem künstlich und bizarr.

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Man verlässt das Gebiet über eine Zugangsstraße, die die Sonderwirtschaftszone mit dem eigentlichen BINTAN verbindet – bewacht und gesichert durch einen Kontrollpunkt, der stark an Grenze erinnert.

Mit anderen Worten: Ein normaler INDONESIER kommt nicht an die Nordküste von BINTAN – und das im eigenen Land!

Soweit wir das verstanden haben, „regiert“ im BINTAN RESSORT Gebiet ein privatwirtschafltich geführtes Unternehmen. Uniformierte Sercurity-Leute, Schranken an der Grenze, na prima, WESTWORLD ist Realität geworden.

Unsere Ausflüge sind eher unterer Durchschnitt, da es echte Highlights hier nicht zu sehen gibt und die Organisation eher auf echte Touristen ausgelegt ist.

Wir besuchen den vor vier Jahren hier (BINTAN) hängen gebliebenen MICHELLE aus FRANKREICH, der eine Schule für Modellboote betreibt. Diese kleinen Segler halten den Kurs nur durch Trimm und Segelstellung – ganz so, wie es bei uns sein sollte 😉

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Gestern Abend dann große FAREWELL Party (im INDONESISCHEN Teil von BINTAN, da ist es billiger) mit den zehn verbliebenen Booten. Viel gelacht, zusammen viel KARAOKE gesungen und einige Klassiker verhunzt (…ich sage nur DANCING QUEEN!) Sehr schön, am Ende etwas wehmütig und sentimental. Aber das ist halt so, wenn man 4 Monate zusammen verbringt und die Wege sich nun trennen!

Heute, am 24. November 2014 wollten wir eigentlich in Richtung SINGAPORE aufbrechen, in zwei Etappen weil wir in der RAFFLES MARINA vor 16:00 Uhr ankommen müssen und 52 Seemeilen zwischen uns liegen…

…aber, und das ist wohl das Abschiedsgeschenk der INDONESISCHEN Bürokratie an die Rallye, die Papiere sind noch nicht fertig und wir können nicht los. Sollen aber jede Minute hier eintreffen…

…seit 182 Minuten 😉

Peter.

TANJUNG PINANG

Kulturschock, pur. In TANJUNG BINTAN, der 180.000 Einwohner-Hauptstadt der großen Insel BINTAN.

Die Schock-starre war nur bei Ankunft zu spüren, also am 17. November 2014.

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Einen Tag später ging es dann mit dem Rallye Programm los und die, sagen wir mal, Irritation über diesen stinkigen Industrieort war schnell vorüber.
Denn das Team des örtlichen Tourismus-Büro´s ist schlau und lässt die Begrüßung auf der netten, kleinen, historisch bedeutsamen Nebeninsel PENYENGAT statt finden. Musik, Tanz, Kultur – und wieder was leckeres zu Essen.

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Es ist unglaublich drückend heiß und wir haben unsere Hüte an Bord vergessen. Was freuen wir uns auf den Kühlschrank Deutschland!

Weil es so heiß ist, klettern wir nicht die Treppen zur wunderschönen Moschee in PENYENGAT hinauf – und kommen so NICHT auf das Pressefoto, das einen Tag später in der Tageszeitung METROPOLIS auf Seite eins erscheint. Zu Pressestars taugen wir halt nicht 😉
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Am Abend dann gemeinsames Dinner mit Karaoke. Mittlerweile haben die beiden Boote, die lange auf BALI wg. Reparaturen waren, wieder zu uns aufgeschlossen. Beide Skipper sind sehr gute Gitarrenspieler und bringen ihre Instrumente mit. Verstärker, buntes Licht und eine kleine Bühne sind schon vorhanden und sorgen für die richtige Stimmung.

Ich lasse mich zu einem Duett mit Dennis hinreißen, Heidi meint hinter her, ich solle mal singen lernen.

Das sehe ich völlig anders:

1) Die Performance ist alles!
2) Karaoke ist nicht singen!
3) Wer den meisten Applaus bekommt, gewinnt immer!

Dennoch, neben Billiardspielen sollte ich vielleicht doch noch mal einen Anlauf in Gitarre nehmen? Die beiden Skipper auf der Bühne sind der Hammer und ich zweifele wieder, ob Chris wirklich Chris ist, oder vielleicht doch David (Gilmore) von PINK FLOYD? Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen, oder?:

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Der Abend ist lang, die Nacht ist kurz und die Tempeltour am nächsten Morgen geht mir schon nach wenigen Minuten auf den Zeiger. Die Chinesen haben hier offenbar einen hang zu Disneyland – OK, politisch und religiös nicht korrekt, aber muss mal gesagt werden.
Aber die Interessenlosigkeit wird noch größer: In einem Bus mit 24 Personen kommt immer einer auf die Idee, noch was dringendes besorgen zu müssen: Geld vom Automaten, Brot vom Bäcker oder Gemüse vom Markt. Und so vertrödeln wir Stunde und Stunde und ich frage mich, was ich hier und heute mache?

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Heidi fragt mich hingegen, warum ich schlechte Laune habe.

Hallo?

Zum Schluss noch eine „River-Tour“ auf dem stinkenden und dreckigen Fluss. Die war zumindest interessant und Horizont-Erweiternd.

Doch das Warten auf andere setzt sich am Abend fort. Wir wollen um 18:00 Uhr zum Dinner an Land, aber das Wassertaxi kommt nicht. Das muss noch Diesel und Bier an die anderen Boote ausliefern. Nun denn, unser mitreisender Koch BJ hat mal wieder ein Spitzenessen als Gastkoch in einem örtlichen Cafe auf die Beine gestellt, das entschädigt dann doch ordentlich für den Tag.
BJ fährt nun wieder nach Hause und wir drücken dem jungen Kerl alle Daumen, das er wirtschaftlich Erfolg hat. Das Zeug zum sehr guten Koch hat er jedenfalls!

Wir verlassen TANJUNG PINANG am Morgen des 21. November 2014. Es wird uns schmutzig und dreckig in Erinnerung bleiben, leider. Aber die Menschen, die wir getroffen haben, waren wieder einsame Spitze – wieso um Teufel können die nicht mehr auf ihre Umwelt acht geben?

Nix Zeigefinger hier, nur absolute Sprachlosigkeit: Als wir mit dem Wassertaxi am Steg anlegen, kommt gerade eine Einheimische vorbei und leert einen Plastikbeutel mit Plastikmüll ins Wasser – und schmeißt den leeren Plastikbeutel hinter her. Ein Aufstöhnen im Wassertaxi, eine verstörte Frau am Steg.
Eine schöne Aufgabe für den neuen Präsidenten JOKO WIDODO (- Wahnsinn, ich sehe gerade das der nur vier Jahre älter als ich ist!): Ein ganzes Land aufklären – über die Katastrophalen Folgen von Plastikmüll in der Umwelt und in der Nahrungskette.

Ich drücke JOKO jedenfalls die Daumen – das Land und die Menschen haben eine großartige Zukunft…

…wenn sich nicht vorher am Plastikmüll ersticken.

Peter.

LINGGA ISLANDS: BENAN

BENAN 14/11/2014 bis 17/11/2014

Die Insel ist klein, aber dicht besiedelt. Na ja, also die Wasserfläche vor der Insel ist dicht besiedelt. Also wieder alle Häuser auf Stelzen im Wasser.

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Statt auf großes Programm wird hier ganz auf persönliche Begegnung  gesetzt. Anlegerbier auf der Terasse beim stellvertretenden Dorf-Chief – also auf einer Stelzenveranda über dem Wasser! Das Wetter ist mal wieder richtig gut, blauer Himmel, weiße Wolken und gar nicht so heiß wie sonst.
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Ankommen ist halt das Beste!

Seit PENUBA reist ein sehr unternehmungslustiger Koch parallel zu uns. BJ, so möchte er genannt werden (seine „Restaurants“ heißen BIG JAGGER) kocht als Gastkoch auf den verschiedenen Inseln und versucht das traditionelle mit dem modernen in der Küche zu verbinden. Eine Wohltat!
Heidi fragt ihn natürlich aus, wo er denn so gut kochen gelernt habe…in einer speziellen Schule natürlich, wie sollte es auch anders sein  😉
Neben Kochen organisiert BJ auch Bier auf den streng muslimischen Inseln zu vernünftigen Preisen. Für TANJUNG PINAG haben sich mitreisende Australier ein endlich mal wieder ein Steak gewünscht…BJ hat versprochen, das zu beschaffen. Schauen wir mal.

Nun denn. BENAN ist völlig entspannt, ein leiser Ort. Selbst die Gesänge von der Moschee scheinen viel dezenter, als sonst hier üblich.

Den Sonntag Nachmittag verbringen wir am Weststrand im erstaunlicher Weise kühlen Wasser, ein paar Jugendliche sitzen am Strand und musizieren mit der Gitarre, wir lauschen und denken so in uns hinein, wie friedlich, wie entspannt das Leben so sein kann.

Wir fragen um Erlaubnis für den Besuch von einer dieser Fischerhütten / Häuser im Wasser. Irre, mit welch einfachen Mitteln die Fischer solch große Bauwerke in Wassertiefen von 8-10 Metern setzten können!

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Eigentlich wollten wir Montags weiter ziehen, aber Robbie von SOUTHERN STAR ist zu Ohren gekommen, das man hier in der Nähe gut Fisch fangen könne. Also mieten wir ein Fischerboot und brechen auf…und kommen mit leeren Händen zurück.

Was bleibt ist die Gewissheit, das diese Fischer täglich ihr Leben für ein paar kleine Fische riskieren. Die Sonne brennt erbarmungslos, die Gewitter nehmen jede Sicht und die technische Ausrüstung ist unterirdisch schlecht.

Obwohl.

Diese 1 Zylinder Motoren, die per Hand angelassen werden…

…die starten immer und laufen, laufen und laufen.

STORMVOGEL, neuer Motor gefällig?

Peter.

KELIT und der Äquator am 13. November 2014

KELIT (LINGGA ISLANDS) war ursprünglich auch ein Rallye-Ziel, wurde aber aus diffusen Gründen aus dem Programm genommen.

Nun, es liegt logisch auf dem Weg nach Norden, es liegt unmittelbar am Äquator und es gibt genau auf dem Äquator ein Bauwerk das vom geografisch besonderen Ort zeugt.

Also nix wie hin!

Bei Abfahrt ist das Wetter noch OK, aber dann ziehen von Westen schwere Gewitter auf, die vorauseilende Windböen peitschen die See auf, es ist dunkel, nass und überhaupt: Igitt!!!

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Sämtliche Pläne für einen Weltrekordversuch im gemeinsamen Äquator Überqueren per Boot müssen aufgegeben werden. Statt dessen drehen wir auf der NORD-SÜD Linie einen schicken Vollkreis mit dem Boot und überqueren ihn gleich dreimal (hin-zurück-hin) – zunächst!

Der Ankerplatz vor KELIT ist ruhig und geschützt. Das Dorf ist vollständig auf Stelzen im Wasser gebaut, die drei Häuser an Land sind unbewohnt. Lange Holzstege führen übers Wasser und bilden die Straßen, Rechts und Links davon unterschiedlichste Häuser und manchmal auch nur Hütten, in denen die Menschen Leben.

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Wir sind nicht angekündigt, der Rallye-Stopp wurde abgesagt und somit müssen wir uns mal selber kümmern.

Überhaupt kein Problem!

Mit ein paar Brocken Englisch bekommen wir es hin, ein Fischerboot zu mieten, das uns zum Äquator-Monument übersetzt und handeln einen fairen Preis dafür aus. Wie versprochen pickt uns der Fischer von unseren Booten auf, neben dem Skipper gibt es noch einen kleinen Jungen, der als menschliche Bilgenpumpe fungiert und ein Ehepaar, dessen Bedeutung uns zunächst nicht klar wird.

Wir lernen dann aber schnell, das es sich um den Dorf-Chief samt Frau handelt und das die Frau recht gutes Englisch spricht.

Noch schneller lernen wir, das man sich in einem solchen Langboot sehr, sehr vorsichtig bewegen sollte, ansonsten kippt das Teil einfach um (kentert)!

So erklimmen wir nach 15 Minuten Fahrt also das Monument, begießen die für Segler eher untypische Äquator-Überquerung „zu Fuß“ feierlich und lassen es uns gut gehen.

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Bis der Chief zum Aufbruch mahnt…OK, OK, es wird bald dunkel, aber wozu die Eile?

Na ja, weil er uns noch zu einem ganz besonderen Ort in der Nähe von KELIT bringen will. Auf ein sehr kleines, sehr sandiges Eiland mit vielleicht 10 Hütten, die von Staat INDONESIEN bezahlt wurden, um einige der vielen Seenomaden sesshaft zu machen.

Die Leute sind super scheu und zurück haltend. Wir sind die ersten weißen Besucher auf dieser Insel. Eine gewisse Andacht und Aufmerksamkeit macht sich schnell breit.

Das hindert aber niemand daran, uns herzlich willkommen zu heißen und erst mal eine Runde Kokosnuss auszugeben. Außer Palmen wächst auf der Insel nichts und wir vermuten, das die paar Kokosnüsse neben den kleinen Fischen, die hier gefangen werden, die einzige Nahrungsquelle sind. Schon irgendwie bedrückend, aber das mag auch am dunklen Wetter liegen?

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Nun denn – wir suchen auf unseren Booten nach sinnvollen Geschenken für die Insel und KELIT, überreichen diese freudig und verabschieden uns, als wären wir seit Wochen hier. KELIT zeigt uns deutlich, das die Freude über den Besuch von Ausländern nicht aufgesetzt, sondern ganz vom Herzen kommt.

Tags darauf verlassen wir in der Frühe den Ankerplatz und gehen zwischen den Inseln auf NORD-OST Kurs, um die Insel BENAN zu erreichen. Die Passage ist wie schon üblich Motorgetrieben, ein paar mal können wir mit dem YANKEE unterstützen, aber das hilft nur der Geschwindigkeit, nicht den Motorstunden.

Nun sind wir also wieder im NORD-OSTEN der Erde.

So gesehen, fast zu Hause.

Also wenn man das vom Mars aus betrachten würde, quasi gleich um die Ecke 😉

Peter.

LINGGA ISLANDS: MEPAR

(9/11/2014-12/11/2014)

Die 12 Seemeilen von PENUBA nach MEPAR bedürfen keiner besonderer Erwähnung – vielmehr verdient der Ankerplatz vor der Pier von MEPAR folgende Bemerkung:

Flach. Verdammt flach. Verdammt flach hier.

Wir Ankern in 3,5 Metern – bei Niedrigwasser sind das nur von 1,5 Meter unter dem Kiel. Das ganze Gebiet ist Flachwasser – muss wohl vor vielen hundert Jahren mal Land gewesen sein…? Wenn man in tieferem Wasser ankern wollte, wäre man auf offener See, 7 Seemeilen von der Küste entfernt.

Trotz der geringen Wassertiefe kann man den Grund nicht sehen, das Wasser ist extrem trübe, milchig, kreidig. Vielleicht ist das auch gut so – schließlich soll es ja hier wieder Krokodile geben und was man nicht sieht, das macht auch keine Angst!

Die Verantwortlichen in MEPAR geben alles, um uns glücklich zu machen. Wir haben einen eigenen Bus, unternehmen jeden Tag Ausflüge, bekommen Musik, Tänze und Handwerkskunst im Überfluss und wissen schon wieder nicht, wie wir den Einheimnischen das jemals danken können.

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Überhaupt muss man mal fest halten, das die empfangene Herzlichkeit, Freundlichkeit und Freude weit über das hinaus geht, was man sich im fernen Deutschland wohl vorstellen kann. Immer wieder fragen wir uns, wie wir mit Besuchern und Gästen im eigenen Land umgehen…

Das Wetter in Äquator-nähe ist der schlichte Meteorologische Wahnsinn – Gewitter von ungeahnten Ausmaßen, drückende Schwüle und eine diffuse Helligkeit. Zieht ein neues Gewitter auf, ist die Kulisse unglaublich, die Farben versprechen ein Inferno am Himmel, die dunklen Regenwolken endlich Abkühlung und die Blitz und Donner machen klar, wie klein man ist.

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Wir fahren mit dem Bus in die Stadt DAIK und Strolchen bei strömenden Regen durch die Geschäfte, Cafe´s und, oh wunder, Billardhallen. Einmal mehr bereue ich, das ich kein Billard spielen kann – vielleicht eine neue Aufgabe nach unserer Rückkehr?

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So haben wir uns ASIEN schon eher vorgestellt. Häuser am und im Fluss, Dicht an Dicht und eine Geschäftigkeit, die einem Ameisenhaufen recht nahe kommt.

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Am Folgetag besuchen wir die Insel MEPAR die irgendwie ein Eigenleben entwickelt hat. Keine langen Reden heute, dafür Dorfleben und eintauchen in das Leben der Inselbewohner pur. OK, wir bleiben natürlich nur an der Oberfläche, aber mehr können wir nicht erwarten.

Am Nachmittag geht es zum Wasserfall – allerdings ist der gemessen an den Wasserfällen in der Karibik nur eher ein Rinsaal.

Jedoch, und das ist der Hammer, das Wasser ist vielleicht 20°C „warm“ – und somit extrem kalt in einer Umgebung von 35°C Luft- und 31°C Seewassertemperatur. Was für eine Erfrischung durch das Bade im Wasserfall! Herrlich – der Körper zehrt noch Stunden später davon.

Wir besuchen eine Batik-Werkstatt und ich bedaure sehr meine Körpergröße. So tolle Hemden, so einmalig gearbeitet in wunderschönen Farben und Formen und die sollen mir etwa nicht passen!? Es gibt zwar XXL, aber das ist eher ein XL nach Europäischen Maßstäben und ein L nach Australischen. So beneide ich die Skipper anderer Boote für den Rest des Tages, da sie die neuen Hemden natürlich voller Stolz sofort tragen…

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Und schließlich heißt es wieder Abschied nehmen – von einem Tourismus-Team der Extraklasse, von einer Landschaft die ewig in Erinnerung bleibt und von Menschen, die einfach nur gutes im Herzen tragen.

Abschied ist scheiße.

Ankommen ist super.

Also weiter!

Peter.