Archiv der Kategorie: Projekt: Lange Reise

BOULONGE SUR MER in vier Etappen

GUERNSEY am Samstag, den 25. Juni 2016 unter Vollzeug verlassen – gutes Gefühl, mal wieder zu segeln…

a) Etappe 1: Nach CHERBOURG via ALDERNEY RACE 46 Seemeilen
…nur für kurze Zeit, denn am späten Vormittag macht der Wind eine Pause und wir motoren durch das ALDERNEY RACE.
Diese „RACES“ kennen wir ja schon seit 2012, denn an der englischen Südküste gibt es eine Reihe davon. Naiv könnte man denken, das hier Sportboote Rennen veranstalten. Es sind aber nicht Sportboote, die hier irre Geschwindigkeiten hinlegen, sondern es ist das Meer selbst. Bedingt durch Meeresboden und Küstenform strömt hier das Wasser mit 8 bis 12 Knoten um die Ecke.

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Der Bug zeigt stramm nach OST, wir „treiben“ aber NORD-OST.

Wir das haben natürlich so abgepasst, das wir diese Strömung mit uns haben und laufen so über 10 Knoten über Grund und driften eher um CAP LA HAGUE  herum denn steuern den direkten Kurs. Bis zu 30° Abweichung zwischen wahrem und scheinbaren Kurs. Das Wasser selbst ist völlig platt, wohl auch weil kein Wind weht. Aber es sieht unheimlich aus. Es brodelt. Es strömt. Man erkennt große Strudel, die das Boot schlagartig massiv vom Kurs abbringen. Der Herr Autopilot hat alle Hände voll zu tun.
Das Wetter wird rasch ungemütlicher, die Sonne verschwindet hinter Wolken, aber wir werden nicht nass. Eine sehr schnelle Etappe war das, 46 Seemeilen in 6 Stunden.

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Die Freude darüber verfliegt im Marina-Büro von CHERBOURG. Satte 53 Euro pro Nacht für einen viel zu kurzen Pontoon werden uns abgeknöpft.

Das tolle daran ist: Wir bleiben gewollt einen Tag länger um auf unsere Freunde von VOYAGER zu warten. Die kommen ja gerade von ihrem rauhen Nord-Atlantik Törn zurück und wollen nun schnellstmöglich nach Hause. So verbringen wir mit Jan und Jürgen einen schönen Sonntag Nachmittag und schauen zusammen auch das gute Fußballspiel.

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Der Zufall will es, das VOYAGER und STORMVOGEL in einer Box neben einander liegen, Heidi würdigt das in einem Foto. Zu Letzt haben sich die Boote in NEUSEELAND gesehen…man, ist das weit weg!

b) Etappe 2: nach FECAMP 80 Seemeilen
Montags brechen wir dann früh´ mit leichtem Gegenstrom zum echt langen Schlag nach FECAMP auf. Glatter Ostkurs über die BAIE DE SEINE. Anfangs noch Segelwind, dann Motorsegeln was das Zeug hält, denn 80 Meilen im Tageslicht sind kein Zuckerschlecken. Die Reise ist eher langweilig, nur im Zufahrtsgebiet zu LE HAVRE ist Schiffsverkehr. Wir passieren einen voll abgeladenen Tanker, der hier weit draußen auf Reede liegt und offenbar auf Order wartet.
Der Anleger am auch hier viel zu kurzen Steg geht wieder schief. Wieder ärgert sich der Skipper lautstark und die Crew ist eingeschüchtert still. Sobald der Skipper sich beruhigt fühlt er sich ja auch schlecht ob seiner Unbeherrschtheit. Und Schuld ist in Wirklichkeit ja nicht unbedingt die Crew, sondern die viel zu kurzen Stege. Wenn mehr als die Hälfte des Bootes „in der Luft hängt“ und am Steg auch noch mit Klampen gegeizt wird, dann ist es halt echt schwer, ohne Theater fest zu machen. (…dafür nimmt FECAMP im übrigen 47 € die Nacht)
All das weiß der Skipper und er weiß auch seht bestimmt, das er ohne diese seine Crew die Reise nicht vollenden würde…
…wir haben noch ca. 20 Liegeplätze bis Hamburg. Zeit genug, sich zu verbessern!

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Auf den ersten Blick gefällt uns FECAMP ganz gut. Sieht klein, nett und gemütlich aus. Aber das alles reicht dann doch nicht, um von „wir bleiben nur über Nacht“ hochgestuft auf „wir erkunden die Stadt“ zu werden. Weiter gehts…

c) Etappe 3 nach DIEPPE 31 Seemeilen
Zumal die nächste Etappe nach DIEPPE am Dienstag (28/06/2016) so schön kurz ist und hervorragende Segelbedingungen angesagt sind. Und so erfüllen wir uns einfach unseren Wunsch, mal wieder gemütlich und ohne Zeitdruck vor uns hin zu segeln. So laufen wir mit gut 5 Knoten platt vor dem Wind an der spektakulären Felsenküste der PICARDIE entlang und genießen den Tag.
Am frühen Abend machen wir einen kurzen Stadtsparziergang durch DIEPPE und denken, auch ganz nett hier. Größer (viel?) als FECAMP, aber schön. Wieder, schön teuer: 47 € und, man ahnt es schon, ein versauter Anleger mehr auf dem Konto.

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Was soll es, wir verschwinden am frühen Morgen (06:00!!!) – rufen aber erst mal über UKW den Hafenmeister, ob wir denn überhaupt raus dürfen. Dürfen wir nicht: Ein großer Dampfer verlässt den vorgelagerten Industriehafen und nach 20 Minuten sind wir dran…immer hübsch der Reihe nach!

d) Etappe 4 nach BOULONGE SUR MER 54 Seemeilen
Die Wetterberichte sind sich einig. Das gibt viel Wind. Die Crew ist sich einig. Macht nichts! Wir wollen segeln und nicht schon wieder eine lange Etappe unter Maschine zurück legen. Und so pustet es gute 25 Knoten, Vormittags in Böen auch mal über 30. Aber aus der richtigen Richtung – von Backbord-Achtern. Sobald die Landabdeckung hinter uns liegt, geht die Brausefahrt los. Die angesagte 2 Meter Welle ist auch da, aber unangenehmer als erwartet. Liegt wohl am flachen Wasser. Um die 20 Meter mit ein paar Bänken von 10 Meter darin. Weil der Wind später mehr auf Süd dreht, baumen wir das YANKEE aus – diese Manöver klappen wirklich gut an Bord des STORMVOGELs.
Als wir die Hafeneinfahrt von BOULONGE SUR MER erreichen, macht sich der Skipper eingehende Gedanken, wie er das Boot wohl in den Hafen hinein bekommen will. Denn der Seegang ist mittlerweile völlig konfus, oft brechen Wellen und wir müssten die eigentlich quer statt achtern nehmen…
Ich will Heidi nicht zumuten, bei dieser See in Hafennähe unter Maschine in den Wind zu gehen und das Boot im Wind zu halten damit ich am Mast das Großsegel bergen kann. Wir shiften das YANKEE von Backbord nach Steuerbord, machen es kleiner und nehmen den Baum an Backbord weg. Das klappt wieder ganz gut. Dann bergen wir noch vor dem Wind laufend das Groß (war sowieso nur im ersten Reff). Zur Not geht das dank der Mastrutscher-Rollwagen auch ganz gut.
Dann laufen wir langsam mit dem stark gereffeten YANKEE in Richtung Steuerbord-Mole. Die ist ganz piffig gegen den vorherrschenden West / Süd-West Wind gebaut und wir können das platte Wasser schon gut erkennen…

…das motiviert!….

…dann die Maschine an, vorher natürlich kontrolliert ob wirklich alle Leinen an Deck gesichert sind, denn ich befürchte viel Wasser an Deck. Und in weniger als 5 Minuten sind wir im ruhigen Wasser. Puh, das war mal mindestens spannend.

Von Nord kommend (also gegen den Wind und auch noch gegen den Strom, was für ein Wahnsinn!) läuft zeitgleich eine belgische BAVARIA ein und wir sehen an deren Bug eine lange Leine im Wasser hängen. Das kann doch nur schief gehen!
Ob des starken Windes hört der Skipper unsere Rufe nicht und ich laufe auf ihn zu…ich weiß, das es da, wo die BAVARIA ist, sehr schnell sehr flach wird. Aber ich denke, wir müssen ihn irgendwie warnen. Das gelingt auch nach zwei Anläufen und wir sehen, wie die Crew die Leine birgt. Ganz schön lang das Teil.
Dann ein Schock beim Blick auf den Tiefenmesser: 1,70 Meter. Scheiße!
Wie eiern mit langsamer Fahrt aus dem Flachwassergbiet heraus ohne aufzusitzen. Noch mal Glück gehabt. Ich mache mir Vorwürfe nicht besser aufgepasst zu haben. Aber wenn der Belgier einen Maschinenausfall  wegen Leine im Propeller gehabt hätte, hätten wir nach unserem Selbstverständnis sowieso helfen müssen. Da war kein anderer zur Stelle.

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Nun denn, wir bekommen in der Stadtmarina einen langen Pontoon und können endlich mal wieder vernünftig fest machen. Wir sind erschöpft, aber wirklich glücklich, das wir diesen Törn so gut gemeistert haben. Das gibt Selbstvertrauen.
Und noch besser wird es, als wir uns anmelden und bezahlen gehen – 37 € die Nacht. Alles wird gut, in BOULONGE SUR MER…

e) BOULONGE SUR MER
…denn als wir uns im Hafen umsehen, sehen die die VOYAGER wieder und auch MARLIN, das Boot das wir ab und zu seit PORTUGAL getroffen haben. Somit ist klar – wir gehen nicht direkt weiter. Zum einen ist unser Bedarf an Brausefahrten erst mal gedeckt, zum anderen wird das Wetter noch schlechter und zum Dritten haben wir ja Freunde hier, mit denen man quatschen kann, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt.

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Wir gehen erst mal bunkern – mir ist aufgefallen, das wir nur noch einen Hafen in Frankreich haben und ich möchte unbedingt Berge von Rotwein mit nehmen. Nicht, das man ihn wo anders nicht auch bekäme. Aber hier gibts den Bord-Praktisch in Kanistern. Nicht nur Fusel, auch guten 😉
Der CARREFOUR liefert sogar bis ans Boot – das ist echte Kundenorientierung und spart das Taxi und das Schleppen.

Gestern Nachmittag (30/06/2016) dann Stadtrundgang – der Wetterbericht hat versprochen, das es trocken bleibt. Irgendwer hatte mal gesagt, BOULONGE SUR MER sei ganz schön, daran erinnere ich mich genau. Die Wahrheit ist aber, das die Altstadt hinter den Burgmauern sensationell ist (…jedenfalls, wenn man alte Gebäude und Straßen mag). Die Kirche, oder hier Basilika genannt (…wer kennt schon den Unterschied?) ist sehr beeindruckend. Nicht unbedingt besonders von außen.

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Wenn man hinein geht, erwartet man ein durch-restauriertes, farbenfrohes und kitschiges Gotteshaus…
…und liegt völlig falsch. Offenbar hat diese Kirche überhaupt kein Geld und vieles sieht so aus, wie es nach hunderten von Jahren wohl aussehen muss. Das macht die ganze Anmutung ernster, gottesfürchtiger und beeindruckender.

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Wenn ich da nur an den pompösen Kitsch von SANTIAGO DE COMPOSTELLA zurück denke? Kein Vergleich!
Das Architektur der Basilika ist der Hammer. Hoch oben erkennt man noch Gewölbegänge, die uns leider versperrt sind. Die Kuppel ist von innen schon restauriert und es wird einem ganz schwindelig, wenn man lange nach oben schaut.

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Ich habe nur das Standardobjektiv mit. Wer kann auch schon vorher ahnen, das es hier was besonders zu sehen (zu fotografieren!) gibt?  Wenn es draußen mal wieder trocken wird, müssten wir da noch mal mit der großen Ausrüstung hin pilgern…

Für heute haben wir ein paar kleine Bootjobs und Blog schreiben auf dem Zettel. Eigentlich wollten wir Morgen weiter, aber das Wetter wird wohl noch garstiger und, das ist ebenfalls zu planen: Morgen Abend spielt Deutschland gegen Italien und da brauchen wir eine Sportsbar. In Frankreich 😉

Peter.

P.S.:
Unsere Segelfreunde Regina und Michael von ANICO möchten ihre HALBERG RASSY 352 in AUSTRALIEN verkaufen. Hier die Verkaufsseite.  Eine ideale Station um den Westpazifik zu erkunden – und mit Sicherheit ein erstklassig gewartetes Boot.

 

GUERNSEY mit Anreise über ROSCOF

…und es wird Sommer, das erste Mal in diesem Jahr, und es wird die Sonne scheinen, das erste Mal seit Wochen, und es wird warm werden – na na, so weit wollen wir doch nicht gehen!

Eigentlich war es hier wärmer, so lange der Himmel dunkelgrau und bleischwer bedeckt war und ab und zu kräftige Schauer nieder gingen.

GUERNSEY Marina mit Wasser in der Hafeneinfahrt
GUERNSEY Marina mit Wasser in der Hafeneinfahrt

Ist ja auch egal – die Wettervorhersage versprach für Freitag (24/06/2016) prallen Sonnenschein und blauen Himmel. Also sind wir länger auf dieser Insel des Regens geblieben, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir wollten GUERNSEY auch mal bei Sonne erleben! Geschwind ein Auto gemietet und versucht, die Insel auf schönen Fotos einzufangen.

Fangen wir erst mal mit den beiden elend langen Anreise Passagen an:

Von CAMARET SUR MER nach ROSCOF
66 Seemeilen am 18. Juni 2016. Die Wettervorhersage meldet „vielleicht genug Wind zum segeln“ und bei Aufbruch ist der Himmel blau. So segeln wir also auch in Richtung CANAL DE FOUR – als wir dort ankommen muss doch der Motor ran. Die Passage trennt das Festland von den vorgelagerten Inseln und Sandbänken. Die viel weiter vorgelagerte ILE DE QUSSANT können wir schwach ohne Fernglas in der diesigen Morgenluft erkennen.
Auch dieser Reiseabschnitt will gut geplant sein, denn auch hier treibt ein starker Strom sein Unwesen – wenn man zur falschen Zeit hier aufschlägt. Wir haben „natürlich“ richtig gerechnet und sind einfach nur schnell – in diesem Abschnitt.
Interessanter Weise läuft die Flut hier länger als die Ebbe und so schaffen wir es fast bis zur ILE DE BAZ mit mitlaufendem Strom, erst als wir nach Süden gehend ROSCOF ansteuern, haben wir den Strom gegen uns, aber für die paar Meilen ist das auch egal.
Vor Einlaufen in die nagelneue Marina (weniger als vier Jahre alt, nicht in unserer Seekarte vorhanden) hat der Hafenmeister aber einen gesperrten Hafen gesetzt: Die Einfahrt zur Marina liegt im hiesigen Fährhafen und die Abendfähre nach IRLAND legt gerade ab und blockiert so den Hafen. Weil wir gerne großen Schiffen aus nächster Nähe beim Manövrieren zu sehen, verfliegt die halbe Stunde Wartezeit wie im Fluge.
Fest gemacht, Anleger getrunken, Essen fassen und in die Koje. Denn Morgen wird es noch länger und entsprechend früher geht es los…

GUERNSEY Marina ohne Wasser in der hafeneinfahrt (Bildmitte)
GUERNSEY Marina ohne Wasser in der hafeneinfahrt (Bildmitte)

Von ROSCOF nach GUERNSEY
Am Sonntag den 19/06/2016. 74 Seemeilen rein gar nichts. Zwar immer wieder der Versuch, sich mit Segeln vorwärts bewegen zu lassen, aber wer Meilen fressen will muss Geschwindigkeit machen. Auf solch langen Strecken hat man natürlich mindestens einmal Gegenstrom und man kriecht mit unter fünf Knoten so dahin – und dann wieder mit dem Strom, netter weise auch mal mit acht Knoten. Am Ende gleicht sich alles aus und wir kommen am frühen Abend auf der Insel an.
GUERNSEY kommt erst sehr spät in Sicht. Zu viel Wasser in Luft. In Form von Regenschauern, Nieselregen oder auch einfach dichtem Nebel.

Genau so haben wir uns die Eroberung einer englischen Kanalinsel vorgestellt. Anschleichen in der diesig-grauen Abenddämmerung, nahezu lautlos in den Hafen gleitend um dann doch von den sehr gut organisierten Hafenmeistern frühzeitig entdeckt zu werden.
Es gibt einen 24/24h Vorhafen mit Pontons, an denen man immer fest machen kann und immer genug Wasser unter dem Kiel hat. Und des gibt eine Marina, in die man nur 2 Stunden vor und nach Hochwasser rein bzw. raus kommt, weil die in der Einfahrt so eine Art Drempel hat, damit bei Niedrigwasser nicht das ganze Wasser aus dem Marinabecken heraus läuft. Ganz schön clever!
Wir gehen in der Marina längseits an einen Amerikaner, dessen Boot in China gebaut wurde und nur etwas herunter gekommen wirkt. Hier liegt man wohl immer im Päckchen, wenn der Dampfer größer als 12 Meter ist. Aber noch mal – sehr gut organisiert das Ganze. Die Eingeborenen wissen wohl seit Jahren, wie wertvoll die vielen Yachties sind.

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Logisch:
Die Marina ist teuer, die Insel ist teuer, das Bier ist auch teuer und, weil wir ja quasi in England sind: Der Inder ist lecker. Es gab wohl mal eine Umfrage im vereinigten Königreich, was denn wohl das Nationalgericht im UNITED KINGDOM sei. Heraus kam: INDIEN CURRY – und da faseln die was von BREXIT?
Es gibt das GUERNSEY POUND, das aber kompatibel zum englischen Pfund ist. Und es gibt JT, die lokale Telefongesellschaft die extrem gute Pre-Paid SIM Karten für mobiles Internet verkauft. Denn das Marina-WiFi ist hier völlig überlastet.

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Wir vertreiben uns die Regentage mit Videos-schneiden, Shoppen (…ratet mal, wer was gemacht hat!), Klönschnacks auf dem Steg oder STORMVOGEL mit günstigem GUERNSEY Diesel per Kanister betanken. Südsee-Like mit Dingi. Denn das Fueldock ist im Vorhafen und der Drempel (siehe oben) verhindert das man tanken kann, wenn man tanken will. Nur, das haben die sonst so vorhersehenden Skipper nicht bedacht: Wir kommen mit dem Dingi nicht mehr zurück in die Marina, weil der Drempel nun trocken gefallen ist und das Dingi nicht fliegen kann. Also schleppen wir…wie sonst auch auf der Welt.
Ich habe nach 80 Litern Steuerfreien Diesel genug, andere lieben es, dieses Schnäppchen (0,75 €/ Liter) bis zum letzten Liter auszukosten… 😉

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Auf eine wirklich besondere Begegnung möchte ich hier näher eingehen, denn neben dem durchaus ungewöhnlichen Ereignis an sich hat sie auch unsere Herzen sehr berührt:

Im letzten Jahr bekamen wir eine eMail von Willy aus OOSTENDE (BELGIEN). Wir hätten uns 2012 an der Südküste ENGLANDS in ein paar Häfen getroffen und ein Jahr später habe er zufällig unseren Blog gefunden. Seit dem würde er mit großer Freude mit uns durch die Welt segeln.
Da wir doch nun auf dem Heimweg wären, wäre es doch schön, wenn wir uns treffen würden – im Großraum OOSTENDE / Englischer Kanal 2016.
Und so trafen wir uns nun also auf GUERNSEY. Was für ein Glück, das Willy uns bereits in der Hafeneinfahrt ausmacht und beim Festmachen hilft: So können wir auch wieder ein Gesicht zum Namen zuordnen. Schrecklich, dieses Vergessen!
Wir verbringen zwei sehr schöne und lustige Abende mit Willy, seiner Frau und auch den Niederländern. Wir sind die jüngsten – die anderen vier sind über 70 und im Prinzip fitter, als ich es jemals sein werde. Und alle sind sich ihres Alters durchaus bewusst. Mir geht es wie Öl herunter, als mir Willy mindestens ein Kilo Honig um den Bart schmiert: Unser Blog sei einer der Besten und er habe wirklich die ganzen Jahre mit uns die Welt besegelt.

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Nun weiß ich ja, das da draußen durchaus noch einige mehr treue Leser sind, die den Blog gut finden – aber so eine Live-Huldigung tut schon mal sehr gut. Und motiviert!

Nun denn. Zurück zum Herzen. Wir sprechen über Seekrankheit. Wir lernen, das Willys Frau auch immer seekrank wird (- genau wie ich!). Und jetzt kommt’s: Das ist ihr egal – sie möchte in der Zeit, die noch bleibt, so viel Zeit wie möglich mit ihrem Mann verbringen.

Hey – das ist echte LIEBE!

Nach Jahrzehnten der Ehe. Sensationell!

Alle, die öfters oder immer Seekrank werden, können das wohl bestätigen. Nicht das einer denkt, Willy quäle seine Frau mit der Segelei unnötig: Er ist ein echter Vollblut-Segler und würde wohl gerne das ganze Jahr an Bord verbringen – macht er aber nicht. Nun geht es nur noch für ein paar Wochen im Jahr auf Fahrt – wohl auch aus Liebe.

Diese unsere Welt ist viel besser, als wir immer denken. Und die Menschen um uns herum, egal aus welchem Land, egal wie jung oder alt, egal welcher Religion, sind einfach nur liebenswert.
Das zu aller erst, das ganz vorne an. Und erst viel später den ganzen Mist des täglichen Lebens, die wenigen, aber lauten Schreihälse die alles vermiesen und es keinen Deut besser können. Wenn wir schon Menschen beurteilen, dann sollten wir doch wohl die Lebensleistung als Maßstab nehmen, und nicht die Lautstärke.

Und so philosophierend verbringen wir trotz nasskaltem, dunklen Wetter einige außergewöhnlich schöne Stunden in GUERNSEY in guter Gesellschaft.

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Sicher, das deutsche Fußballspiel am Dienstag Abend tut ein übriges. Die englische Kneipe ist zwar fast leer, als um 17:00 Uhr Ortszeit der Anstoß erfolgt. Dafür ist unser Bierglas aber voll und wir können sogar dem englischen Kommentar im Fernseher folgen. Gutes Spiel, gutes Ergebnis.

Ein paar Bootjobs erledigen wir nebenbei und mieten am Freitag (24/6) das Auto. Eine 90-Minuten Erkundungstour haben wir schon per Bus gemacht. Aber für eine Foto-Tour ist dieses Reisemittel unangebracht, denn wenn man aussteigt wartet man locker eine Stunde auf den nächsten. Und außerdem, ratet, auf der Bustour war es neblig und dunkel!
Wir bekommen einen NISSAN QASHQAI und ich wünsche mir mehrmals am Tag einen Punto, oder noch besser einen Smart! So eng sind die Straßen (besser Gassen) auf der Insel, in der Regel eingesäumt durch hohe Steinmauern – um ja klar zu machen, das man bitte auf der Straße fahren möge 😉 Natürlich auf der falschen Seite.

Wir bleiben im wesentlichen an der Küste und machen nur hier und da gezielte Abstecher ins Herz der Insel. Wir sehen raue Küstenstreifen, bezaubernde Sandstrände, verwunschene Gärten und, das ist wirklich schlecht, viel zu viele Autos. OK, wir sitzen auch in einem, aber hier gibt es offenbar mehr Autos als Einwohner.

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Per Zufall landen wir an einer Gedenktafel für die Toten des Motorschiffs PROSPERITY, das hier auf den Felsen in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 1974 mit Mann und Maus gesunken ist. Fand ich zunächst echt überraschend – Profis, 1974? Aber dann: GPS und AIS war noch nicht erfunden..

Erstmals in der Welt müssen wir bei Anmietung eines Mietwagens nicht tanken: Ist alles im Preis inbegriffen. Sehr ungewöhnlich, oder? Liegt wohl auch an den sehr begrenzten Strecken, die man auf dieser Insel zurück legen kann.

Die Fotos sind im Kasten, die Segelfreunde verabschiedet und der STORMVOGEL präpariert. So verlassen wir GUERNSEY nach einer Woche wieder – Kurs Nord-Ost, Kurs CHERBOURG.

Peter.

Video vom kleinen Schiffsfriedhof

Die Video-Schnittsoftware SHOTCUT habe ich nach wenigen Stunden der Einarbeitung in die Tonne getreten. Crasht unvermittelt, immerhin funktioniert das Recovery. Aber es ist wirklich umständlich in der Handhabung und soweit ich das sehe fehlen einfach Funktionen.

ADOBE verkauft offenbar PREMIERE nicht mehr, sondern bietet das nur noch als Cloud-Mietmodell an – das mag ja für ADOBE gut sein, für Anwender wie ich es einer bin ist das natürlich Nonsens.

Also nach Recherche PINNACLE gekauft und nach einigen Stunden der Einarbeitung ist dieses Video aus CAMARET SUR MER heraus gekommen. Ich nenne das mal Version 0.9, denn so richtig perfekt ist es noch nicht. Neben Dramaturgie finde ich die (mit der Drohne gefilmten) Schwenks zu schnell und die „Geschwindigkeit-Anpassen“ Funktion in PINNACLE erzeugt ein Ruckeln…

Egal, hier die Premiere eines Neben-Videos:

Peter.

Zur Lage XXXIII

Wir sind auf GUERNSEY und zum ersten Mal seit Tagen kommt  jetzt am Nachmittag so richtig die Sonne raus.

Man kann im Cockpit sitzen, vor sich hin drömeln, die Zeit bis zum Fußballspiel DEUTSCHLAND – NORD-IRLAND totschlagen, einen Mittags-Snack vorbereiten (Heidi!) und, natürlich, mal wieder einen Lagebericht schreiben. Denn da gibt es einiges zu berichten. Als da wären:

a) Reiseplanung mit Rückkehrdatum (man höre und staune!)

b) Bootstechnik mit UV-Strahlung, gebrochenen Schooten, verrosteten Gasflaschen und Computern, Schmodder

Los geht’s mit der Meta-Ebene „Reiseplanung“ – die ist mitunter ja schwieriger als das eigentliche segeln.

a) Reiseplanung
Ein Blick auf die Karte zeigt: Wir kommen der Heimat unaufhaltsam näher und näher! Nach jahrelangem WEST-Kurs gefolgt von einem wenige Wochen dauernden NORD-Kurs sind wir nun auf dem finalen OST-Kurs. Wie bekannt gibt es an Bord zwei Meinungen bezüglich der Rückreisegeschwindigkeit. Zuerst haben wir überlegt, was wir noch alles sehen wollen. Dann haben wir auf den Kalender geschaut und dann hat jemand (weiblich, meinungsbildend) gesagt: „Ich will aber unbedingt im Juli zu Hause ankommen!“. Es folgten reifliche Überlegungen, die Kalkulation zweier Puffer für „schlechtes Wetter abwarten“ und „technische Überraschungen“ und herausgekommen sind wir nun (und hiermit offiziell) mit

Samstag, den 30. Juli 2016 13:00 Uhr

als Einlauftermin in den HAMBURG City Sportboothafen an den Landungsbrücken.

Wir haben beim Wettergott schon mal für leichten Nieselregen und heftigem Nord-West Wind nach gefragt – ganz so, wie wir es bei der Abreise am 14. Juli 2012 an gleicher Stelle hatten. Alles soll ja so sein, das man uns auch wirklich wieder erkennt 😉

Auf dem verbleibenden Weg haben wir uns die folgenden Highlights heraus gesucht:

* GUERNSEY
Ups, da sind wir ja schon 😉

* AMSTERDAM
Wir wollen auf jeden Fall einen vollen Tag in dieser Multi-Kulti-Metropole verbringen

* VLIELAND und SCHIERMONNIKOOG
Kurz in jedem Fall, etwas länger, falls tatsächlich der Sommer ausgebrochen sein sollte!

* NORDERNEY
…endlich mal!  In Würdigung der schönsten Segel-Mini-Fernsehserie des deutschen Fernsehens: DAS RÄTSEL DER SANDBANK nach dem gleichnamigen Buch von ERSKINE CHILDERS mit den damals noch und sehr jungen PETER SATTMANN und dem deutschen weltklasse Schauspieler BURGHART KLAUßNER als kühne Skipper im deutschen Wattenmeere.

* HELGOLAND
Dieser Schlag über Bande spart einen langen nach CUXHAVEN und wir haben beide große Lust, diese Insel ein zweites Mal zu besuchen. Liegt ja quasi auf dem Weg.

Anfang August vorholen wir dann unverzüglich nach GLÜCKSTADT in die dortige Yachtwerft, ziehen aus dem STORMVOGEL aus (…bei dem Gedanken daran habe ich jetzt schon Tränen in den Augen!) und bereiten unseren Dampfer auf den dann anstehenden BEAUTY FARM Aufenthalt vor.
Denn so viel ist klar: Dieses Boot verdient es, wieder ordentlich und hübsch hergerichtet zu werden! Der STORMVOGEL wird wieder glänzen – oh ja!

Die Segelsaison 2017 werden wir dann voraussichtlich in unserem Heimatrevier, der OSTSEE verbringen.

b)  Bootstechnik

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b.1) UV Strahlung
Diese unsichtbare Strahlung zerstört im Laufe der Zeit alles, was aus Kunststoff ist. Vermutlich auch alles andere, aber das dauert dann wohl noch länger. Unklar ist, ob die UV-Strahlung auch das Hirn des Skippers zerstört hat, oder ob das auf andere, in der Regel flüssige Stoffe, zurück zu führen ist.
Richtig ist hingegen, das wir im vierten Jahr merkwürdige Verschleißerscheinungen an Bord registrieren. Am deutlichsten wird dies bei unseren dauerhaft angebrachten Rettungsmitteln. Die Halterungen von beiden Rettungskragen sind einfach zerbröselt. Die Klett-Verschlüsse auf PVC-Folie konnte man einfach mit den Fingern zerreiben. Gut, das das aufgefallen ist und Heidi mit Nadel und Garn umgehen kann – so konnte sie neues Klettband aufnähen und die Halterungen vor der Entsorgung bewahren – obwohl die auch (natürlich) ziemlich ranzig aussehen.

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Am schlimmsten finde ich, das die dazu gehörigen Leinen ebenfalls zerbröselt sind – das ist echt ein übler Scherz des Herstellers. Die  Zerstörung durch UV-Strahlung macht das Material ja einfach nur mürbe und erst bei Belastung geht es dann richtig kaputt. Wenn es darauf ankommt!

b.2) Gebrochene Schoot
Ehrlich gesagt habe ich mich immer im stillen darüber muckiert, wenn ein anderes Boot von einer gebrochenen Schoot (Leine) berichtet hat. Ich ging immer davon aus, das man durch regelmäßige Kontrollen und auch Pflege der Schooten ein Reißen (brechen) der Leine vermeiden kann – in dem man das Problem frühzeitig erkennt und die Leine einfach austauscht.

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Diese meine ehemalige Annahme ist KÄSE. NONSENS. BULLSHIT!

Denn uns ist nun selbst auf einer Passage die Unterliek-Schoot ohne Voranmeldung gebrochen. Es war kein doller Wind, der Bruch an sich und das flatternde Segel also kein Problem. Nur die Erkenntnis, das die vor höchstens 8 Wochen überprüfte Leine einfach zerrissen ist. Da hat garantiert nichts gescheuert. Das einzige, das ich mir vorstellen kann: Wir haben das komplette laufende Gut (also alle Leinen an Bord) im Winterlager 2015/2016 demontiert, untersucht und mit Frischwasser gewaschen. Alle Leinen wurden dann genau so wieder eingebaut, wie wir sie ausgebaut haben – bis auf diese eine Schoot.
Die habe ich bewusst anders herum eingebaut, nach dem Motto: Lass´ mal das ungebrauchte Endstück der anderen Seite zum Einsatz kommen. Tja, und das ist das Stück, was immer in der Sonne hängt. Ahne ich da einen Zusammenhang mit (b.1) ?

b.3) Verrosteter Steuercomputer
Die gesamte Bordelektronik für Navigation und Steuerung stammt vom Hersteller FURUNO.Über drei Jahre hatten wir im wesentlichen keine Probleme damit. Seit einiger Zeit (beginnend irgendwann in 2015) gab es jedoch ab und zu folgenden, unschönen Effekt:

* Das Boot wird vom elektrischen FURUNO Autopiloten gesteuert
* Man möchte auf Handsteuerung umschalten, weil man schnell ausweichen muss oder sich einem Hafen nähert
* Die Umschaltung von AUTO auf STANDBY funktioniert nicht, keine Handsteuerung möglich!
* Erst wenn man alles komplett abschaltet, bekommt man die vollständige manuelle Kontrolle wieder

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Diesen Effekt habe ich im sehr guten amerikanischen FURUNO Forum beschrieben und (leider) keinen konkreten Ansatzpunkt für eine Problemlösung bekommen. Klar, Kabelverbindungen auf Korrosion prüfen, Leitungswege checken etc. Aber kein Erfolg.

Der Fehler trat nur in einem von zehn Fällen auf…als er bei der Ansteuerung im Fluss von VIANNA DE CASTELLO wieder auftrat gab es so große Hektik an Bord, das ich die Problemlösung als „sehr dringend“ hoch gestuft habe.
Also FURUNO Spanien kontaktiert und einen Termin für LA CORUNA ausgemacht. Die Techniker erscheinen auch an Bord und überprüfen die Anlage. Keine Fehler, keine Probleme, alles gut.

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Logisch. Wie sollte es auch anders sein? Klarer Fall von Vorführeffekt!

Der Moderator von des FURUNO USA Forums hatte angeregt, die Software des Steuercomputers auf den aktuellen Stand zu bringen – dabei betonend, das das nichts mit unserem Problem zu tun haben wird, aber man könnte das ja mal machen.
Also wollte ich das auch von den FURUNO Leuten in LA CORUNA haben.

Dazu muss man den Steuercomputer (FURUNO FAP-7002) auseinander bauen um an eine USB-1 Schnittstelle zu kommen, über die das Softwareupdate von einem Laptop aus eingespielt werden kann.

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Also kriechen die beiden Techniker ganz nach hinten in die Achterkajüte (denn dort ist der Steuercomputer verbaut um möglichst kurze Kabelwege zur Hydraulikpumpe zu haben) und nehmen das Teil auseinander…

…und kommen wieder zum Vorschein mit den Worten:

„Wie sieht der denn aus?“
„War da mal Wasser dran?“
„Ein Wunder, das da überhaupt was funktioniert!“

Tja, die bauen das ganze Teil aus und bei Tageslicht betrachtet erkennt man ganz klar an verschiedenen Stellen Spuren von Korrosion auf den Platinen. Einige, ganz wenige Bauteile scheinen bereits in Auflösung befindlich…
…nein nein, hier gibt es bestimmt keine UV-Strahlung 😉

Aber Seewasser gab es hier in der Tat einmal. Durchaus. Im Jahr 2012. Während unseres „ATLANTIK-Zwischenfalls“ drang Spritzwasser durch den abgerissenen Kopf der Steuersäule ein und landete auf dem Steuercomputer. Das haben wir damals gesehen und nach meiner Erinnerung auch beseitigt. Vermutlich nicht unmittelbar, aber auf jeden Fall später in ST. LUCIA. Ich glaube, ich hatte den Computer sogar geöffnet und abgetupft und vorsichtig gereinigt…aber wohl nicht gut genug – oder der Korrosionsprozess war in gang gekommen und nicht mehr zu stoppen.

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So oder so, die FURUNO´s meinten jede weitere Arbeit daran hätte keinen Zweck mehr.

Also Ersatzteile.

Tja, nun ist FURUNO Spanien nicht so groß, wie man meinen könnte und als das die immer alles am Lager hätten. Die kleine, am meisten betroffene Platine ist in MADRID auf Lager…und kostet schlappe 720 Euro. Die größere, ebenfalls, aber weniger „infizierte“ Platine kostet 1.500 Euro und ist Ende Juli 2016 lieferbar.

Ähm, nur mal so: Was kostet denn ein neuer FAP-7002?

Ja, nun, der wird leider gar nicht einzeln verkauft. Jedenfalls nicht in EUROPA. Der ist immer im Paket mit einem Display (NAVPILOT 700 oder 711 oder 711C) und einem Ruderlagensensor.

Und das Paket kostet (Sonderpreis, weil wir es sind und nicht alle Ersatzteile auf Lager sind), BINGO, 2.400 €.

Also irgendwie bekommt man für ein wenig mehr Geld viel mehr Material – so ein Display kostet auch mal eben um die 800 €. Auch wenn man es (im Moment) gar nicht braucht…also damals, in 2012 haben wir ja ein neues NAVPILOT 711 Display kaufen müssen, weil das andere im o.g. Vorfall zerstört wurde.

Und so wird mal wieder in den virtuellen sauren Apfel gebissen und gekauft, was gekauft werden muss.

Die FURUNO Leute haben nach Einbau dann noch so ihre kleinen Probleme die Software aller Komponenten auf einen gemeinsamen Stand zu bringen, aber auch das gelingt und nach zwei Tagen schrauben haben wir mal wieder ein Problem weniger auf der Liste.

Schwups.

Und hier kommt das echt mystische an der Sache:
Etwa zu gleichen Zeit ereignete sich ein ähnliches Phänomen bei unserem Schwesterschiff im Geiste (MAUNIE OF ARDWALL) auf der anderen Seite der Erde. Auch hier, im Ergebnis, ein neuer Steuercomputer.

Segelfreund Wolfgang macht uns indess auf ein Produkt mit magischer Anti-Wasser-Wirkung aufmerksam. Ich bin drauf und dran, alle Geräte nach Rückkehr damit zu behandeln…(?)

b.4) Verrostete Gasflaschen
Wir haben nun auch die letzte „original-“ Gasflasche außer Betrieb genommen und entsorgt. Nicht nur, das man diese Teile kaum füllen (lassen) kann, nein, sie rosten wie doof und kommen einem irgendwann nicht mehr ganz geheuer vor.

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Jetzt sind wir auf den kleinen blauen sau-teuren CAMPINGAZ Flaschen und stellen die erst außer Dienst, wenn wir wieder zu Hause sind. Dann kommen wieder die „richtigen“ an Bord. Zwei davon werden ja in einer Norddeutschen Saison wohl reichen?

b.5) Schmodder im Tank
Wir haben mal wieder Schmodder im Steuerbord-Dieseltank. Geübt, wie wir sind, tauschen wir den Dieselvorfilter nun wieder einfach öfters und haben beim letzten Volltanken auch mal wieder so eine Flasche „Unkrautvernichter“ (…na also das Zeug, das alles abtötet was nicht Diesel ist und zu Schmodder werden lässt) hinein geschüttet.

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Und durch das häufige Motoren und Filter wechseln werden wir wohl den Schmodder aus dem Tank bekommen. So der Plan.

Soweit das neueste von Reiseplanung und Technik.

Peter.

CAMARET SUR MER

Wir verlassen LOCTUDY am 15. Juni 2016 ohne ein einziges Foto gemacht zu haben und vorholen uns nach CAMARET SUR MER.

Warum sollte man auch in einem verschlafenen Fischernest alle Schattierungen von Grau fotografieren? Wenn man in Wirklichkeit Blau doch so liebt?

Die 57 Seemeilen gen Norden beinhalten die Passage von RAZ DE SEINE, die wohl geplant werden will. Dort sollte man, egal bei welchem Wetter, nur zur Stauwasserzeit erscheinen. Also die kurze Zeit zwischen Ebbe und Flut.

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Ich dachte zunächst, na so genau musst Du das wohl nicht nehmen und recherchiere mal dazu im Internet. Ich finde einen ausführlichen Reisebericht (klickst Du hier) von einem Skipper, der die Passage schon mehrmals gemacht hat und dieses Video (klickst Du hier) von einem Hubschrauber aus gemacht, in einem Wintersturm 2007. OK, jetzt ist nicht Winter, es ist kein Sturm angesagt und schließlich haben wir die Passage 2012 süd gehend ja auch schon selbst einmal gemacht (klickts Du hier).

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Und wie zur Bestätigung aller Planungen erscheinen aus dem Nichts so 20 oder 30 andere Segel, die munter um den Leuchtturm herum dampfen.

Merke: Wenn hier zur gleichen Zeit so viele Boote aufschlagen, muss die eigene Planung ja wohl richtig gewesen sein?

Sehr schön, so eine non-verbale Bestätigung unter Skippern.

Weniger schön ist, das wir mal wieder Motorsegeln. Irgendwie reicht der Wind zum Meilenmachen nicht. Bereits seit einiger Zeit reift der Gedanke, nach Möglichkeit kürzere Etappen zu planen und eine geringere Geschwindigkeit in Kauf zu nehmen – demnächst, denn noch sind die notwendigen Schläge lang.

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Wir erreichen das sehr versteckt gelegene CAMARET SUR MER am späten Nachmittag und erfreuen uns mal wieder an Felsen an Land, Felsen im Wasser und Felsen so gerade eben an der Wasseroberfläche, hier, in Frankreich, selbstverständlich gut markiert. Der kleine Ort hat gleich zwei Yachthäfen, laut Handbuch ist der erste, äußere für die großen Boote (>10 Meter) und der innere, besser gelegene entsprechend für die kleinen. Ein Funkanruf beim Hafenmeister ermöglichst uns in den inneren Yachthafen einzulaufen. Die Box ist zwar wie üblich etwas kurz, aber wir liegen sehr gut.

Wenn man (ich!) ehrlich ist, sehe ich vom Ort außer dem Supermarkt, einer Kneipe und einem Restaurant nicht viel.

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Aber den hier vorhandenen Friedhof der Fischkutter, den habe ich gleich zweimal besucht! Einmal direkt am ersten Abend – denn, wer weiß schon, wie grau der nächste Tag wird? Da habe ich Fotos der Fischkutterwracks gemacht…und mich gefragt, ob sich eine Videoerkundung via Drohne wohl lohnen würde?

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Also am nächsten Tag die Drohne aufgetankt (äh, aufgeladen), getestet und wieder am Abend auf die andere Seite des Hafens gepilgert. Nun bin ich als Drohnenpilot nach wie vor unsicher, erst Recht wenn ein wenig Wind weht, Zuschauer herumstehen, Zuschauer ablenkende Fragen stellen oder auch Zuschauer sau-blöde Kommentare wie „…wenn der über mein Boot fliegt, schieße ich ihn ab…“ abgeben.
Also einfach fix meine Aufnahmen gemacht. Eigentlich braucht man ja für so was einen Piloten und einen Kameramann, in einer Person vereint wird das nichts. Daher stelle ich die Drohne jetzt einfach vor Abflug immer auf Aufnahme und stoppe die erst, wenn sie wieder gelandet ist.
Heraus kommen minutenlange Videos die auf ein erträgliches Maß geschnitten werden müssen. Der Sohn ist fern, die eben erst erlernte GOPRO Schnittsoftware (…ich sage nur: Delfine, Delfine!) unterstützt natülich nur GOPRO Material und so muss sich der Hobby-Pilot mühevoll in eine neue Videoschnitt-Software namens „SHOTCUT“ einarbeiten…und entsprechend der Lerngeschwindigkeit des überforderten Skippers gibt es natürlich noch kein Ergebnis. Später, irgendwann also auch mal Luftfilme von diesem herrlichen Ort.

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Heidi beobachtet tagsüber ganze Schulklassen, die in kleinen Jollen gemeinsam das Segeln erlernen. Das erklärt, wieso hier an der Nordküste hunderte Boote mit französischer Flagge unterwegs sind. Keine großen Dampfer, so zwischen 7 und 10 Metern. Meist Paare, selten nur Männers und ganz selten auch mal eine Frauencrew.

In einer auf Irisch gemachten Kneipe können wir das DEUTSCHLAND – POLEN Spiel sehen. Tags zuvor haben wir bereits FRANKREICH – ALBANIEN verfolgt. Da war die Kneipe wirklich voll, bei dem Deutschlandspiel dann immerhin noch halb voll…aber nur wir haben auf den Fernseher gestarrt ;-))

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Keine Ahnung, ob der Ort noch mehr Sehenswürdigkeiten bietet – der Kutterfriedhof alleine ist schon eine Attraktion. Ob die nahe gelegene Großstadt BREST da mit halten kann?

Peter.

Rückblende LA CORUNA, BISKAYA und Gegenwart: LOCTUDY

Seit vier Tagen liegen wir in der Marina von LOCTUDY, ungefähr 60 Seemeilen südlich von BREST.

Mittlerweile ein wenig gefangen vom Wetter. Neben Windrichtung und Stärke interessiert uns ja sehr die Wellenrichtung und deren Höhe, die Gezeitenströmung und die Anzahl der Sonnenstunden.

Tja, und wenn wir hier noch rum liegen, dann stimmt was nicht – also eigentlich stimmt alles nicht. Klarer Fall von bleiben. Erst am Mittwoch könnte es weiter gehen, mal sehen. Denn Donnerstag und Freitag sieht wieder besch… aus.

Was macht man also bei feinstem Nieselregen, fiesen Windböen, nassfeuchter Kälte und herrlich provinziellen Umfeld, wenn man Komfortsegler auf Heimreise ist?

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Richtig:
Man leiht sich ein Fahrrad und fährt durch Regen und Wind 6 Kilometer zur nächst größeren Stadt (PONT L’ABBE)  um eine neue SIM Karte fürs mobile Internet zu kaufen. Obwohl das Marina Wifi hier echt nicht schlecht ist. Wir bleiben aber noch ein paar Wochen in Frankreich, da macht die eigene Internetlösung schon Sinn. Dazu mehr, vielleicht, in einem eigenen Beitrag.

Nun, wenn man also gutes Internet hat, kann man mit Text, Fotos und Videos einen neuen Blog-Eintrag verfassen.

Ahhhhrrrrrrggggggg, thats it, here we go:

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Die vier Tage in LA CORUNA in Nord-Spanien sind wie im Fluge vergangen. Die Tage waren ausgefüllt mit Bootsvorbereitungen, kleinen Reparaturen, Verproviantieren und Törnplanung. Bereits recht früh´ im Jahr haben wir die Regel:

„wir fahren weiter, wenn wir so weit sind UND der Wind nicht gegen an kommt UND die Welle kleiner zwei Meter ist“.

Ich glaube,nur deshalb sind wir „schon“ hier.
Denn „…Wind nicht gegen an…“ beinhaltet auch „kein Wind“. Dann wird eben motort. Nicht schön, aber man will ja schließlich auch irgendwo hin.

Die Wettervorhersage für die 2,5 Tage dauernde BISKAYA Überquerung  von LA CORUNA nach LOCTUDY (320 Seemeilen) war nie stabil. Täglich Änderungen selbst im sonst sicheren drei-Tages Bereich. So hatten wir uns am Dienstag, den 7. Juni 2016 darauf fest gelegt, am nächsten Morgen gen Nord-Ost zu starten. Für den ganzen Mittwoch, bis hin zum Donnerstag Morgen war guter Segelwind angesagt, danach Schwachwind aus allen Richtungen.
Tja, das war nix:  Als wir um 6:00 Uhr aufstehen weht kein Lüftchen, also wir um 7:00 Uhr beim ersten Sonnenlicht aus der Marina tuckern, weht kein Lüftchen und als wir fünf Stunden später die Landabdeckung verlieren, weht immer noch kein Wind.
OK, Diesel genug an Bord und noch länger warten wollen wir nicht. Kein Weg zurück. Also „GO“.

Anfangs stampft der STORMVOGEL noch im aus Nord-Ost kommenden Schwell, später am Tag legt sich die Welle und die sonst so gefürchtete BISKAYA wird zum Ententeich. Aber Gemütlichkeit will nicht aufkommen. Der Himmel bedeckt sich zusehends und es ist kühl.

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Am zweiten Tag bekommen wir Besuch von Delfinen, die mit erstaunlicher Präzision in 2er, 3er oder gar 4er Formation vor unserem Bug herjagen. Wir vermuten, das sie der Schatten unserers Bugspriets interessiert, denn sie luschern immer mit einem Auge nach oben.

Neben ein paar Fotos entsteht auch dieses Video, für das ich mal wieder von Ole Musik (aus 2013!) gestohlen habe 😉

Die beiden Nächte verlaufen erstaunlich ruhig. Der Dritte Tag wird etwas doof, weil wir nun auch noch den Regen haben. Aber aus dem Deckshaus des STORMVOGELS lässt sich gut Wache gehen und wir werden erst mal nicht nass. In der Ansteuerung von LOCTUDY treffen wir im „Flachwasser“ der 100 Metertiefelnlinie jede Menge Schleppnetzfischer. Ich glaube zu wissen, das das die schlimmste Methode ist, um Fisch aus dem Meer zu holen. (?). Der Meeresboden hier einmalig geformt: Innerhalb kürzester Strecke steigt er von mehr als 4.000 Metern auf nur 100 an. Das sorgt bei Sturm für eine Monsterwelle, bei Flaute offenbar für jede Menge Fisch.

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Wir erreichen LOCTUDY im trostlosen dunkelgrau, der Nieselregen macht nun doch den Skipper ordentlich nass – sein Regenzeug der AWN Hausmarke taugt gar nicht mehr. Alleine anlegen kann der STORMVOGEL trotz massiver Technik nicht. Alle Mann an Deck!
Heidis MUSTO Anzug sieht im übrigen zwar etwas schäbig aus, ist aber noch Regendicht. Unklar, warum. Bessere Qualität oder(deutlich) weniger benutzt?
In PORTUGAL hatte ich in einem Laden professionelle Regensachen für Fischer von GRUNDENS in der Hand. Deren Anorak fand ich super…und hätte gekauft, wenn mein Bauch kleiner wäre oder die eine größere Größe gehabt hätten. Ich glaube, so was wäre das Richtige. Denn wenn es regnet, dann regnet es und all dieser „atmungsaktive outdoor“ Quatsch ist am Ende doch nicht dicht und nur teuer.

Die Tankstelle der Marina ist frei und so tanken wir erst mal unseren Steuerbordtank wieder voll. Nass bin ich sowieso. Tanken mit Regenschirm, damit kein Wasser in den Tank läuft. Dann an einen Kopfsteg und überraschender Weise keine ausgedehnte Ausruhphase, sondern duschen und ab ins Dorf. Das spricht für sich. Wir kommen erholt an. Das gab es noch nie ;-))

Wir mögen den Fischerei Charme von LOCTUDY sehr. Das Dorf hat fünf Bars,  drei oder vier Restaurants und zwei Supermärkte.

Was will man mehr?

Also gestern hätten wir uns noch 20 oder 30 andere Deutsche gewünscht und eine Bar, die das Deutschlandspiel überträgt. Aber bei nur vier Deutschen in LOCTUDY und einem regnerischen Sonntag macht es für keinen Barbesitzer Sinn, auf zu machen bzw. auf zu halten.
Tja und so verbringt der Skipper wieder ´ne knappe Stunde mit der Internet-Recherche, wie man das Deutschlandspiel per Internet auch im Ausland sehen kann. Keine Einzelheiten hier, ich bin mir nicht sicher, was Legal oder Illegal ist.
Aber wirklich Scheißegal hingegen ist mir diese völlig hohle Formulierung „…aus Rechtlichen Gründen ist diese Sendung nur in Deutschland verfügbar…“. Ich wüsste wirklich nicht, was das mit unseren Gesetzen zu tun haben soll. Hier geht es doch schlicht um private Verträge die zwischen Sender und UEFA. Und nur um Geld. Dann sollen die Damen und Herren das auch bitte so nennen „…aus vertraglichen Gründen…“. Dieser Volksverdummung durch penetrantes Verwenden von falschen und irreführenden Wörtern muss Einhalt geboten werden! Ja wohl, ja!!!
Nun denn, das 2:0 für Deutschland war schön anzusehen und wir wissen nun, das wir für Donnerstag einen Notfallplan haben…aber lieber wäre uns eine  Bar.

In welcher Stadt auch immer, Hauptsache, sie liegt auf dem Weg nach Hause.

Bis hier hin hat der ehemalige Kommunikationsoffizier Korrektur gelesen, denn ich war in der Zwischenzeit mit dem Fahrrad im Dorf einkaufen:

1) 2 Baguettes, eines für heute Abend, eines für das Frühstück

2) 2 Kilo Muscheln, 4,50 Euro das Kilo direkt aus der Fischauktionshalle – aber, so der kurze Gedanke: Wo kommen die eigentlich her? Denn Muschelfarmen a la BALEEIRA  haben wir bisher nicht gesehen – egal, die werden hier schon keinen Mist verkaufen

Dann noch einen netten Schnack am Steg und später die Muscheln in einem Sud von Koblauch, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Wasser gekocht. Ungefähr 10 Minuten – nach dem das Wasser kocht.  Dazu Rose, denn im Kanister ist nicht, wie ursprünglich angenommen, Weißwein, sondern Rose.

Hey Mann, auch egal.

Hauptsache schmeckt. Oder was?

Peter.

Tag 3

(äääähhhh, vergessen zu schreiben….)

Wir sind am 10.Juni 2016 gegen 15:00 Uhr wohlbehalten, aber nass und
kalt in LOCTUDY angekommen. Manschaft und Boot wohlauf, Manschaft froh´
den Törn recht entspannt überstanden zu haben…

…auf einem Motorboot mit Mast.

Peter.

BISKAYA Tag 1 und2

Seit gestern Morgen um 7:00 Uhr läuft der Motor.

Das haben wir uns so nicht vorgestellt. Für gestern wurde im spanischen
und amerikanischen Wettermodell astreiner Segelwind versprochen. Nix,
Pustekuchen, Flaute. Anfangs war der Schwell etwas unangenehm, aber wenn
es keinen Wind mehr gibt, gibt es ja auch (später) keinen Schwell mehr.

So tuckern wir also nun durch Lummerland-Wasser bei heftig bedecktem
Himmel. Regen gab es bisher noch keinen, aber der ist für Morgen
angesagt. Wir haben Neumond, also nix mit Mondlicht. Dafür wird es super
spät dunkel, selbst nach 23:00 Uhr hatten wir noch Restlicht. Und weil
die Morgendämmerung gegen 6:30 Uhr einsetzt, haben wir nur ganz kurz
finstere Nacht.

Auf ein offizielles Wachsystem haben wir für die beiden Nächte
verzichtet. Heidi hat mich kurz nach Mitternacht abgelöst und dann, man
lese und staune, bis zum Frühstück durch gemacht. Welch Energiebündel?
Ach was, das Geheimnis ist viel banaler: Man reiche ihr ein spannendes
Buch und eine Taschenlampe und schon kann sie nächtelang Wache gehen 😉

Seit heute Morgen haben wir die Angel draußen, mal sehen, ob einer
beißt. Vorbereitet darauf sind wir – obwohl Heidi auch viele Leckereien
vor gekocht hat, als da wären:

1) Kohleintopf – schon alle
2) Gulasch – fast alle
3) Frikadellen – alle, wenn wir ankommen

Eigentlich sind wir alleine unterwegs. Das Boot aus den NIEDERLANDEN,
mit denen wir einige Tage segelten, ist auf einer anderen, kürzen Etappe
und müsste heute ankommen. Irgendwo hinter uns ist ein anderes DEUTSCHES
Boot, das wir aber kaum kennen – außer Sichtweite, kein AIS und auch auf
dem Radar bekommen wir die nicht zu sehen. Aber mit UKW Funk gelingt der
Kontakt. Drei Süd-gehende Yachten haben wir passiert, in größerem
Abstand natürlich auch große Dampfer.
Ein paar Delfine hatten wir am Morgen zu Besuch.

Tja, und das war es dann auch schon.

Gut 140 Seemeilen zu gehen, an Bord alles wohl.

Peter.

Aufbruch zur Biskaya Überquerung

Morgen früh´ (Mittwoch, 8. Juni 2016, 07:00 Uhr) starten wir gen Nord-Ost – Ziel: Nordwest-Frankreich.

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Also irgendwie die Region BREST oder südlich davon. Wir planen 2,5 Reisetage, zwei Nächte auf See. Das Segelwetter sieht für Morgen gut aus, Donnerstag und Freitag wird es wohl sehr wenig Wind werden.

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Seit vier Tagen sind wir nun schon in LA CORUNA. Zuvor hatten wir noch Station im kleinen MUXIA gemacht – sehr klein, sehr nett, sehr leer. Dann um KAP FINESTERE herum, kein Vergleich zu 2012. Fast platter Ententeich.

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Hier in LA CORUNA haben wir unser Boot überprüft, eine längere Jobliste abgearbeitet und von unserem elektrischen Autopiloten den Steuercomputer erneuert – dazu mehr im nächsten Lagebericht.

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Nun aber erst mal  Kurs Nord-Ost. Wenn alles klar geht, werden wir pünktlich zum Anpfiff der Fußball-EM in Frankreich eintreffen – mal sehen, ob wir es in eine Kneipe schaffen…

Auf See werden wir einmal am Tag einen Blog-Beitrag senden und uns neues Wetter holen – stay tuned!

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Und außerdem gibt es unsere Position alle vier Stunden ja von unserem GPS Tracker.

Also denn,

handbreit,

Peter.