Archiv der Kategorie: Projekt: Lange Reise

T+29 Bilder-Nachtrag

Einen hab´ ich ja dann doch noch…

…einen Beitrag mit weiteren Bildern (Dank an Holger und Elke!!!) von unserer Ankunft sowie einem Zeitraffervideo aus der Sicht der Ankommenden!

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Einige Begrüßer steckten noch im Stau, andere ließen es sich bereits auf dem Feuerschiff gut gehen und der harte Kern wartete geduldig auf dem Ponton.  So erklären sich denn auch die unterschiedlichen Perspektiven und  Gesichtsausdrücke 😉

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Wir sind am 2. August 2016 nach GLÜCKSTADT gedampft und liegen seit dem vor der Werft im Binnenhafen. Jeden Werktag arbeiten wir entspannt zwei bis vier Stunden am STORMVOGEL. Alles, was wir selbst demontieren können, haben wir schon abgeschraubt. Jetzt malen wir noch die Bilgen und dann geht es Anfang September aus dem Wasser und die Werft übernimmt den Dampfer zwecks Neulackierung und Teak-Überholung.
Sicherlich kommt irgendwann in diesem Jahr noch ein kleiner Lagebericht zu diesem neuen, „beauty farm“ genannten Projekt.

Hier also das Video:

 

Auf der Fahrt Elb-Abwärts konnten wir den Super-Containter-Jäger EUGEN MAERSK  beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen beobachten. Was für ein Klopper!

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Das Schwesterschiff (EMMA MAERSK) hatte 2013 tatsächlich ein Leck, der Maschinenraum ist abgesoffen…ja, hatten die denn kein Zement an Bord?

Peter.

T+1 oder der Tag danach

…ohhh diese Kopfschmerzen!

Heidi meint, wie doof denn meine Mixtur aus Bier, Rum (echt BARBADOS – MOUNT GAY) und später denn Wein gewesen wäre…wieso sagt sie das hinterher? Oder hat sie was gesagt und ich habe nicht zugehört? Auch noch Erinnerungslücken…der Anfang vom Ende!

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Tja, und Ende ist jetzt.

Pünktlich sind wir am Samstag, den 30. Juli 2016  um 13:00 Uhr im CITY SPORTBOOTHAFEN zu HAMBURG eingelaufen. Mit Sonnenschein. Unglaublich!

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Die Crew der VOYAGER hat uns vorher auf der ELBE abgefangen und eskortiert – zwei wirklich weitgereiste Boote wühlen sich routiniert durchs kabbelige HAMBURGER HAFEN Fahrwasser als wäre es das normalste auf der Welt.

Es ist tatsächlich so: In HAMBURG Einlaufen ist was ganz besonderes!

Nach meiner Rechnung sind seit unserer Abreise am 14. Juli 2012 genau 1.478 Tage vergangen – erstaunlich, das nach so langer Zeit noch Menschen zur Begrüßung kommen. Und das wir uns Gegenseitig sogar noch erkennen! Trotz grauer Haare hier und da, Körperfülle und Brillengestelle. Unglaublich, aber wahr.

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Liebe Freunde aus Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Hilden, Rheda-Wiedenbrück und, natürlich, Elmshorn (!!!)  haben keine Mühe gescheut, uns zu begrüßen. Wir fühlen uns geehrt! Vielen, vielen lieben Dank fürs kommen!

So verbringen wir einen sehr schönen Nachmittag am Steg und der Alkohol hilft vorzüglich dabei, das Ende der Reise zu verarbeiten.

Tja, und Ende ist eben jetzt.

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Dies ist er also. Der letzte Beitrag in unserer Blog-Kategorie „Projekt: Lange Reise“ – denn die Reise ist beendet.

Unser Leben geht natürlich weiter – und selbstverständlich auch das Leben unseres treuen STORMVOGELS! Und darüber werde ich auch weiter berichten – nur eben (erst mal) keine neuen Reiseberichte oder Fotos in schillernden Farben von exotischen Orten.

thats it, stay tuned,

Peter.

T-1 oder schrubben, was das Zeug hält

T-1, oder genauer T-19 Stunden

Man, sieht der STORMVOGEL klasse aus – so ein Teakdeck ist ja so dankbar, wenn es hin und wieder mal ordentlich geschrubbt wird. Gerade noch mal sicherheitshalber den Dieselvorfilter gewechselt…war aber nicht nötig. Weiß man ja immer nur, wenn man ihn sowieso auf hat 😉

Liegeplatztechnisch haben wir uns leicht verbessert. Wir werden direkt am Feuerschiff auf der Innenseite des Pontons liegen. Der Hafenmeister meint, der Hafen ist voll – es findet am Wochende die EXTREME SAILING SERIES statt – na, da werden wir ja unserem „Spaß“ beim Einlaufen und Anlegen haben…

Der Wetterbericht meint, eigentlich regnet es, aber Mittags nicht.

Ich meine: Bringen wir es zu Ende!

Also denn.

Peter.

T-2 oder Ach wie schön ist die Elbe im Sommer

T-2, oder genauer: T-38 Stunden

Nicht an das Ende denken, den Moment genießen. Anfangs auf der Elbe Nähe CUXHAVEN eher Frust. Mit 3,5 Knoten gen HAMBURG ist echt langweilig…später dann 9,2 Knoten. Wer denkt, die ELBE ist ein langweiliger Fluss…falsch: Wildwasser wäre richtiger!

Bis auf die wenigen Industrieanlagen ist der Fluss ja wirklich sehr grün eingesäumt. Teilweise weiße (!!!) Sandstrände. Was will man mehr?

Wir erreichen WEDEL wie geplant gegen 20:30 Uhr, trocken! Erst als wir zur TONNE 122 marschieren um Essen zu fassen fängt es an zu tropfen. Na, wenn der Samstag mal nicht so wird, wie ich es befürchte… 😉

Also denn, die letzte Etappe liegt vor uns. Ich schätze, das wir am Samstag spätestens gegen 11:00 Uhr hier in WEDEL aufbrechen und dann pünktlich um 13:00 Uhr in HAMBURG einlaufen. Hoffentlich regnet es.

Dann sieht man meine Tränen wenigstens nicht!

Peter.

T-3 oder NORDERNEY, HELGOLAND und CUXHAVEN

Schon komisch, dieses bewusst langsame nach Hause kommen…

…man könnte ja auch durchziehen, nach dem Motto: „Das kennen wir schon alles und da kommt auch nichts neues mehr…“.

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Dabei sollte man aber die Macht des Zufalls nicht unterschätzen – denn auf beiden Inseln lernen wir noch mal sehr nette Menschen kennen. Leibhafte Theaterschauspieler, Krankenschwestern und Bundeswehrsoldaten. Was vereint: Alles Segler. Per Zufall und nur kurz zwar, aber eine sehr schöne Zeit zusammen verbracht. Schon alleine das ist jeden Zwischenstopp wert!
Die Inseln, OK, aber doch schwierig zu argumentieren. NORDERNEY ist so hässlich verbaut, da kann man wohl nur nach Osten auf die Campingplätze und die Strände flüchten. Wenn es denn keinen Nebel gäbe. HELGOLAND bewahrt sich tapfer den 60iger Jahre Charme. Wie lange das wohl noch für die Besucherströme reicht?

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Wetter-technisch durchwachsen – seglerisch eine glatte 6. Kein Wind, dafür Nebel und die engen Fahrwasser von NORDERNEY. Und Schiffsverkehr. Wenigstens wird es nicht langweilig.

Heidi treibt mich auf HELGOLAND und der DÜNE zu einer vollständigen Umrundung derselben Eilände inmitten des Nordsees.

Zu Fuß, OMG (oh mein Gott), zu Fuß!!!!

Dabei ist sie wieder hin und weg von den Seerobben auf der DÜNE. In ihrer absoluten Gemächlichkeit sind sie ober-cool, aber deswegen gleich in Ekstase zu verfallen? Mit Mühe kann ich sie davon abhalten, ein Robbenbaby zu entführen…obwohl, seit einigen Tagen stinkt es so verdächtig fischig an Bord???

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Technisch beeindruckend ist die offenbar in Fahrt gekommene Windanlagen-Industrie. Wie schon auf BORKUM viele Spezialschiffe und Boote im Hafen von HELGOLAND, die Techniker per HighTec Katamarane zu den Anlagen auf See bringen. Aus einer Informationsschrift auf HELGOLAND haben wir gelernt, das so ein Windrad 1-2 Tage Wartung pro Jahr benötigt. Ein Windpark besteht aus ein paar hundert Windrädern. Da braucht man Personal und Infrastruktur. Und sportliche Mitarbeiter, die auch bei rauhem Wetter die Nerven behalten.

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Auf beiden Inseln liegen wir im Päckchen. Ich schwöre, das ist wirklich kein Problem für mich! Aber ganz hinten, ganz tief im Hirn reift vor dem Hintergrund eines signifikanten Investments in das neue Projekt „STORMVOGEL beauty farm“ der Gedanke, das die über unser Boot kletternden Menschen durchaus die Straßenschuhe ausziehen könnten bevor das Turnen beginnt. OK, unser Teak sieht im Moment nicht wie neu aus, aber jetzt sieht es wirklich aus wie Hulle…

…auf den letzten Meilen…

…wohl auch deshalb hat sich Heidi in den Kopf gesetzt, das Boot zu putzen, bevor wir am Samstag, 13:00 Uhr in HAMBURG einlaufen. Also legen wir uns Morgen Abend (Donnerstag)  in WEDEL auf die Lauer und schrubben am Freitag das Deck wie blöde. Am Freitag soll es ja sowieso regnen, passt also!
Für die neue Saison habe ich schon so eine Persenning-Päcken-Idee: Wir legen und fixieren einfach eine Art Teppich auf der Lauffläche und es gibt keinen Stress mit Straßenschuhen…

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Der STORMVOGEL ist schon feierlich über die Toppen geflaggt. Dabei kommt heraus, das die Flagge von THAILAND bei Ankunft in der TÜRKEI wohl so zerfetzt war, das ein einzelnes, nicht namentlich zu erwähnendes Crewmitglied eben jene heimlich entsorgt hat…und das die Vereinsflagge eben so sehr gelitten hat, den diebischen Händen des Ordnung liebenden Crewmitglieds zum Glück aber entkommen ist.
In CUXHAVEN gibt es zwar zwei gute Schiffsausrüster, einer hat sogar THAILAND im Programm, aber ausverkauft. Donnerlüt!

Tja, und so nähern wir uns gut beschäftigt dem unausweichlichen Ende einer langen Reise.

Aaaaaccccccchhhhhh ja….

Peter.

VLIELAND – BORKUM – BREMEN – BORKUM

Ach, wir herrlich sind die im Moment so seltenen Sommertage?

Klar. Es gibt ja hier an Bord Menschen, die meinen „…ich will mich auch mal wieder auf ein Wochenende freuen…“.

Soll meinen: Wenn man immer nur (gefühlt) Wochenende hat, dann gehen die Wochenenden einfach so unter.

Genau so ist das auch mit dem Wetter. Immer nur Sonnenschein und Wärme – darüber kann man doch gar nicht mehr freuen…

Daher brauchen wir den Nordsommer: 6 Tage Schietwetter, 1 Tag Sommer.

Soweit der gescheiterte Versuch des Selbstbetrugs…

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Auf VLIELAND haben wir einen Tag Sommer. Um genau zu sein, am Sonntag, den 17. Juli 2016. Und einen platten Hintern vom Fahrradfahren. Knapp 15 Kilometer radeln wir auf der sehr schönen Insel herum. Gut, wir sind nicht alleine. Ungefähr eine Millionen Urlauber und Stegsegler sind auch hier. Der Hafen mehr als voll – als wir auslaufen ist er sogar wegen Überfüllung gesperrt. Das ist für Fahrtensegler echt schade – die urlaubenden Kollegen mit ihren schwimmenden Ferienwohnungen blockieren wochenlang einfach alles.

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Montags machen wir uns zu Mega-Etappe (74 Seemeilen) nach BORKUM auf. Leider ohne Segelwind. Dafür scheint die Sonne.

Das Fahrwasser des HUBERTGAT wurde tatsächlich verlegt. So folgen wir genau dem Tonnenstrich, irgnorieren die Seekarte und staunen beeindruckt auf das kochende Wasser über den Bänken. Bei Nacht kaum eine Chance, die zu sehen.

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BORKUM – die Liegeplatz-Katastrophe direkt im ersten Deutschen Hafen seit vier Jahren!

Es gibt drei Yachthäfen:

1) PORT HENRY
Privater Yachthafen – ziemlich herunter gekommene Steganlage, man liegt bei Niedrigwasser im Schlick und mit 1.5 Meter Tiefgang kann man nur 2 Stunden vor/nach Hochwasser im Hafen manövrieren.

2) Kommunaler Yachthafen im BURKANA HAFEN
Längsseits an riesigen alten Marinepontoons. Aber nur da, wo die Hafenmeisterin das zulässt – so kommt es, das ca. 50% der Plätze nie belegt sind, weil sie für irgendwelche mysteriösen Spätankömmlinge reserviert (…alleine schon RESERVIERT!!!) sind. Duschen für unbestimmte Zeit defekt, man soll rüber laufen zu PORT HENRY…

3) Wassersportverein BURKANA e.V.
Steganlage im BURRKANA Hafen, immer mit einheimischen Booten voll belegt. Offenbar nicht auf Gäste eingerichtet.

Mit anderen Worten: BORKUM tut alles, um Besucherboote abzuschrecken und fern zu halten. Wir erfahren, das der BURKANA HAFEN ab 2021 für Sportboote ganz geschlossen werden soll, da er zum Offshore-Hauptquartier für die Windanlagenbetreiber umgebaut / genutzt werden soll.

Na prima. Das ist mal eine wunderbar deprimierend selbst erfüllende Prophezeiung.

Und die OST/WEST oder WEST/OST Fahrtensegler müssen sehen, wo sie bleiben – klar. Auf See. Wenn es geht.

Nun, wir (ich!) ärgere mich so über diese schwachsinnigen Reservierungen, das wir nach PORT HENRY gehen und unseren Dampfer erstmals im Schlick sehen. Jede Sorge um eventuell verstopfte Borddurchlässe sind unbegründet. Der Schlick läuft einfach so wieder raus. Halb so wild.

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Von hier aus fahren wir per Schnellfähre (38 Knoten!)  und Mietwagen für zwei Tage nach BREMEN  – Katzensprung von hier aus. Familienangelegenheiten. Auch in BREMEN erleben wir einen Sommertag. Was für eine schöne Stadt – und jetzt, mitten in der Sommerpause angenehm ruhig und entspannt.

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Donnerstag (21/7/2016) weiter nach NORDERNEY (44 sm). Bei dem extrem ruhigen Wetter hätten wir vielleicht eine Abkürzung über BORKUM Riff nehmen können um das elend lange Emsfahrwasser nicht ausfahren zu müssen – aber die Geschichte mit „alten“ Seekarten und veränderlichen Tiefen sitzt fest im Kopf. Also hübsch im tiefen Wasser bleiben. Die NORDERNEY Ansteuerung ist ebenfalls geändert und wir bleiben bei guter Sicht extrem genau auf dem Tonnenstrich.

Der Hafen: Überfüllt, aber die sehr gut organisierten Hafenmeister finden für jeden einen Platz. Wir liegen Abends im 6er Päckchen. Alles gut und entspannt.

Hallo BORKUM!
Einfach mal Urlaub auf NORDERNEY machen?

Am herrlichen Sommerabend grillen wir mal wieder im Cockpit…

…schließlich ist jetzt erst mal der Sommer wieder vorbei: Der nächste Morgen beginnt mit Nebel, Regen und hoher, geschlossener Wolkendecke.

Aber wie eingangs angedeutet: Zu viel Sonne kann ja so eintönig sein…

Peter.

IJSSELMEER

Wie geplant verlassen wir AMSTERDAM am Sonntag den 10. Juli 2016 und gehen durch die ORANJE Schleuse samt dahinter liegender Klappbrücke ins MARKERMEER – oder, wie einige  sagen, ins kleine IJSSLEMEER.

Kurz hinter der Klappbrücke kommt eine wunderschöne, sehr neu aussehende KOOPMANS mit Namen BLUEFIN längsseits und ruft im Wind zu uns rüber:

„…ich kenne euch…“
„…ihr fahrt nach Hause…“
„…ich folge eurem Blog!“

Hey, das ist lustig, oder?

Später finden wir heraus, das BLUEFIN nicht neu ist (stammt aus 2006) und gerade verkauft wurde. Nun ist der neue Heimathafen SHETLAND  also das Segeleldorado für die ganz harten…

Nun denn, wir erreichen unter Segeln MEDEMBLIK und wollen in den Stadthafen – da soll man über UKW Funkkanal 31 anrufen. Das geht aber nicht, denn international gibt es Kanal 31 gar nicht. Wie doof ist das denn?

Und weil ein Charterboot den Meldesteg (gefühlt) stundenlang belegt drehen wir ab und gehen in die Marina – hier „Regatta Centrum“ genannt. Da ist (natürlich) auch UKW Funkkanal 31 angesagt, der Meldesteg ist leer, wir gehen nach zwei Anläufen längsseits nur um dann fest zu stellen, das der Hafenmeister schon Feierabend hat. Also nehmen wir einfach eine der zahlreichen freien Plätze und machen Feierabend.

Die kaputte Hydraulikpumpe trifft am Dienstag ein und wird am Mittwoch in Rekordzeit eingebaut – sehr sauberer, sehr guter Job von CORNELIS JONGKIND. Es stellt sich heraus, das diese Firma bereits beim Bau des STORMVOGELS beteiligt war und auch später bei unserem Refit 2012 als Unterauftragnehmer tätig war. Es ist so einfach: Mach einfach immer einen guten Job und Du hast immer Kunden.

Wir schlagen die Zeit in MEDEMBIK mit allem möglichen tot. Ins Dorf laufen, den Kids der Regattaschule beim Ein- und Auslaufen zusehen und Bilder sortieren. Aus bisher 21.000 gemachten Fotos habe ich in den letzten Wochen ein BestOf von 5.000 und ein VeryBestOf von 900 zusammen gestrichen – was für eine Arbeit!

Donnerstags (14/07/2016) vorholen wir uns 25 Seemeilen rüber nach LEYLESTADT – unsere Segelfreunde von MARJOLIE besuchen. Die haben ihr Haus direkt am Hafen und im Garten zwei Liegeplätze. Man sitzt im Wohnzimmer, schaut aus dem Fenster in den Garten und sieht da das eigene Boot liegen. Das ist echt cool!
Wir verbringen einen schönen Abend zusammen, tags darauf zieht es uns 30 Seemeilen weiter nach HINDELOOPEN. Auch hier steht auf dem Programm: Freunde besuchen. Das sind zwar keine echten Segler, aber Extrem-Surfer. Also fast Segler 😉
Wieder ein sehr schöner Abend und eigentlich könnte man ewig so weiter gondeln. Immer so 20, 30 Meilen am Tag, Leute treffen, gut Essen und trinken und über die Welt philosophieren.

Aber halt – das geht nicht. Wir haben einen Fahrplan – der 30. Juli naht und wir müssen mal wieder in Fahrt kommen. Also auf nach VLIELAND. Die Passage läuft anfangs ganz gut, keine Wartezeit bei der KORNWEDERZAND  Schleuse und raus ins Wattenmeer.
Weil ich unglücklich mit der Uhrzeit und dem Wassessrtand im Wattenmeer bin, frage ich in der Schleuse einen Eingeborenen nach dem besten Weg nach VLIELAND. OST (wie ich dachte) oder WEST (via HARLINGEN)? Klare Sache – die HARLINGEN Route ist die sicherere. Also erst mal mit dem Wind – was später im Fahrwasser den Nachteil mit sich bringt, das wir zeitweise nach WESTEN müssen – satte 20 Knoten Wind auf die Nase. Der Himmel wolkenverhangen, aber immerhin trocken.

Wir erreichen den Hafen von VLIELAND am frühen Nachmittag und gehen ob der Größe es STORMVOGELS und des vollen Hafens in ein Päckchen. Die beiden vorhergegangenen Abende fordern ihren Tribut und so verdödeln wir abgeschlafft den Nachmittag und Abend – um diesmal früh´ ins Bett zu gehen.

Am heutigen Sonntag strahlt uns die Sonne von einem blauen Himmel entgegen!

ENDLICH MAL WIEDER!

Wir werden den Ruhetag entspannt auf der Insel verbringen und dann Morgen die große Etappe nach BORKUM in Angriff nehmen. Von der inzwischen heimgekehrten VOYAGER wissen wir, das wir höchste Vorsicht bei der HUBERTGAT Passage vor BORKUM walten lassen müssen. Auf der Expertenseite für Wattsegler haben wir die aktuellen Positionen der Fahrwassertonnen gefunden und werden uns danach richten.

Es ist immer gut, wenn ein Boot voraus fährt und berichtet 😉

Sowieso. Eigentlich sind alle schon zu Hause oder sooooo weit weg.

Fahren wir doch auch nach Hause.

Peter.

Mühsamer Weg nach AMSTERDAM

Der STORMVOGEL
will nicht nach Hause.

Der STORMVOGEL
sein Skipper will eigentlich auch nicht, beugt sich aber gemachten Plänen und Abmachungen.

Der STORMVOGEL
seine Crew will nach Hause.

Der STORMVOGEL
sitzt am längeren Hebel, insbesondere an den Hebeln der Steueranlage.

Der STROMVOGEL
hat uneingeschränkte technische Macht über sein Skipper und Crew.

Der STORMVOGEL
hat die Hydraulikpumpe des Autopiloten kaputt gemacht – nun muss Skipper selbst steuern.

Der STORMVOGEL
sein Skipper hat das noch nicht verlernt, Crew hingegen schon.

Der STORMVOGEL
sein Skipper will nun noch weniger nach Hause.

Der STORMVOGEL
will zeitaufwendig repariert werden.

Der STORMVOGEL
ahnt aber nicht, das wir noch genug Zeit haben.

Der STORMVOGEL
wird seinen Willen bekommen, wie die Crew auch.

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Fangen wir aber erst mal mit dem Törn von BOULONGE SUR MER nach OOSTENDE an. Gegen 9:00 Uhr am Sonntag, dem 3. Juli 2016 laufen gleich fünf Boote zeitgleich aus, hissen ihre Segel und setzen an zu einer sehr schönen Brausefahrt gen CALAIS. Logisch, jeder will nicht der Letzte sein und so wird es ein kleines Rennen. Wir laufen ganz gut und sind sehr überrascht, wie schnell VOYAGER ist. Ja ja, diese Hochseeboote. Wenn sie mal genug Wind haben geht´s ab.
Eigentlich wollen wir ja nur nach DÜNKIRCHEN, da sind wir aber schon kurz nach zwei und die Crew treibt zur Weiterfahrt: „…es läuft doch so schön…!“. Stimmt, mal Raumschoots, mal platt von Achtern. Sonne, blauer Himmel, mitlaufender Strom. Es läuft. So düsen wir unter Ausnutzung der allerletzten Strömungen bis nach OOSTENDE, dann entscheidet Skipper: Es ist genug. 72 Seemeilen. Abends dann noch die zweite Halbzeit FRANKREICH – ISLAND gesehen und das gute Gefühl gewonnen, FRANKREICH muss zu schlagen sein. Fussballerisch…

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Den nächsten Morgen verdödeln wir völlig, denn eigentlich wollen wir bleiben und von hier aus die historische Stadt BRÜGGE erkunden. Dann stelle ich aber fest, das es von hier aus 10 Seemeilen mehr nach SCHEVENINGEN sind. Also über 75 Seemeilen auf einer doofen Etappe. Das wird nichts, also vorholen wir uns kurzerhand Mittags nach ZEEBRÜGGE und fahren am Nachmittag mit Bus und Straßenbahn nach BRÜGGE.
Tja, wir waren noch nie selbst dort, aber einer hat immerhin in grauer Vorzeit die Krimi-Groteske „BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN?“ gesehen und so eine ungefähre Vorstellung der Schönheit dieser Stadt im Kopf.  Dennoch sind wir beide überrascht und erfreut, das wir diesen Ausflug unternommen haben. Wir wüssten zu gerne, wie die Belgier diese Stadt durch die beiden großen Kriege gebracht haben. Vermutlich Stadttore abgeschlossen, ein Schild „unbekannt verzogen“ aufgegangen und Schlüssel weg geschmissen?
So viele (auch große) liebevoll hergerichtete Gebäude, Türme und Gassen! Einmalig!
Wirklich, wann immer es jemanden nach Städtetour verlangt, BRÜGGE muss man sehen…und natürlich nicht dort sterben! Vom Film her weiß man, das ein Besuch in der Weihnachtszeit auch sehr reizvoll sein kann…aber natürlich entsprechend kalt.
Am späteren Abend kehren wir zum STORMVOGEL zurück – schließlich wollen wir ja früh´ am nächsten Morgen (5/7/2016) weiter…

…das wird aber nichts. Als wir Abreisefertig um 6:00 Uhr an Deck klettern, pustet es aus vollen Rohren, es ist regnerisch, dunkel und kalt.

Und hier kommt es wieder, das unglaubliche Privileg des ohne Zeitdruck Rückreisenden:

Wir ziehen uns wieder aus, knipsen das Licht aus und gehen zurück in die Koje.

Scheiß auf scheiß Wetter!

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OK, irgendwann viel später kriechen wir doch aus den Kojen und pilgern zum ortsansässigen Supermarkt in ZEEBRÜGGE . Was für eine Heldentat! Natürlich regnet es auf dem Rückweg…

Also denn, am Mittwoch auf nach Norden, nach SCHEVENINGEN.

Ich weiß nicht, warum mir diese Passage nicht gefällt. Das war schon süd-gehend 2012 der Fall. Das liegt zum einen am Strom – 65 Seemeilen, davon gut 6 Stunden Strom gegen an. Der drückt die Geschwindigkeit auf vier Knötchen. Und macht das Wasser unruhig. Jedenfalls dort, wo die riesigen Seegaten der NIEDERLANDE das Seegebiet unübersichtlich machen. Ganz zu schweigen von der notwendigen Querung der beiden Fahrwasser von ANTWERPEN im Süden und ROTTERDAM im Norden.

Na ja, irgendwie fühlt der STORMVOGEL mit dem Skipper, handelt aber gegen ihn:

Der neue Autopilot-Computer meldet „ALARM – ich kann kein Ruder mehr legen“ und die Schnellanalyse ergibt: Ausfall der Hydraulikpumpe, die vom Computer aus gesteuert wird. Auf See keine Chance der weitergehenden Diagnose oder gar Fehlerbehebung. Die Pumpe ist so tief in der Achter-Backskiste verbaut, da muss man erst mal die Bergmanskluft anlegen und tief einfahren!

Also Handsteuer. Für viele, viele Stunden.

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Und auf der Suche nach dem Positiven:
Wie schön, das uns das hier passiert! Und nicht auf der BISKAYA, oder auf einem sonst wo wirklich langen Trip.

Also arrangieren wir uns mit der Situation – die Segelmanöver sind jetzt deutlich schwieriger, denn einer ist unabkömmlich am Ruder.

Wir erreichen SCHEVENINGEN, bekommen wie damals eine Box und verbringen den Abend mit der MARLIN Crew, die etwas später eintreffen. Nach ein paar Bier und Rotwein ist die Hydraulikpumpe auch schon fast vergessen…und auch die historisch verbriefte Tatsache, das SCHEVENINGEN 2012 Süd-gehend der erste Ort auf der langen Reise war, wo wir ungewollt einen technisch bedingen Zwischenstopp einlegen mussten: Die Impellerpumpe der alten Hauptmaschine leckte Öl und musste repariert werden.

OK, der kaputte Autopilot hingegen ist kein Grund, hängen zu bleiben. Man (…buchstabiert sich hier wie folgt: S K I P P E R) kann ja Handsteuern. Und in AMSTERDAM ist bestimmt Heilung in Sicht.

Also wieder früh´ am Morgen los, nach IJMUIDEN, dem Eingang zum NORDSEEKANAL, der nach AMSTERDAM führt. Als wir die 25 Seemeilen bis zur Einfahrt hinter uns haben wird es tatsächlich auf dem Kanal warm und trocken. Wie schön!
Anfangs macht das Tuckern auf dem Kanal Spaß, dann nervt das Handsteuern – unglaublich, wie faul der gemeine Seemann ist.

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Am 7. Juli 2016 erreichen wir Mittags den SIXTHAVEN im Herzen von AMSTERDAM. Bei der Einfahrt in den Hafen überlege ich, abzubrechen. OK, es hieß er sei eng, aber so eng???

Der freundliche Hafenmeister weist uns eine Box zu. Wir haben Schweineglück, denn wir laufen kurz nach 12:00 Uhr ein – bis 12:00 Uhr muss man den Hafen verlassen haben, wenn man ihn verlassen will und vor 12:00 Uhr ist das Einlaufen untersagt. Durch dieses perfekte Timing haben wir also eine Art Boxglück. Wie gut, das kein Wind weht, wie gut das es keine Strömung gibt, wie gut, das der STORMVOGEL so gerade in die Box passt.
Natürlich hat der Skipper dennoch was zu mosern – was den Hafenmeister veranlasst (in lupenreinem Deutsch!) zu sagen: „Nun seien Sie mal ruhig, das hat sie gar nicht so schlecht gemacht! Da habe ich schon ganz anderes gesehen!“.

Heidi hörts, lacht und sagt: „Danke, damit haben Sie sich ein Bier verdient.“

Und tatsächlich, sie sucht das Beste Carlsberg in der Achterkajüte und eine schöne Papiertüte, der Hafenmeister bekommt unverzüglich zwei Dosen Bier und freut sich über die wahr gemachte Ankündigung.

Also, um genau zu sein: Er bekommt zwei MEINER Bierdosen!

Ich weiß genau, das ist alles kurz vor Meuterrei. Je näher wir dem Heimathafen kommen, um so aufmüpfiger wird die Crew…

Nun denn, AMSTERDAM:

Mit der Fähre rüber auf die andere Seite. Wir haben Glück, nicht innerhalb der ersten fünf Minuten auf AMSTERDAMER-Boden vom Fahrrad überrollt zu werden. Kamikaze-Fahrer in Aktion. Wie gut, das die alle kein Auto haben. Aber auch Fahrräder können zur Waffe werden. Erst Recht wenn sie Transportkisten vor sich her schieben, Anhänger hinter sich her ziehen oder auf Abhebegeschwindigkeit beschleunigen.

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Auf der anderen Seite des Kanals, im AMSTERDAMER Hauptbahnhof: Ein Schock, ein Overload, gar Overkill. So viele, wirklich ganz viele Menschen. Alle in verschiedene Richtungen, alle very busy. Da wird einem ja ganz schwindelig!

Heidi ist auf Postamt-Mission. Ein Päckchen muss unbedingt und unverzüglich auf die Reise nach Deutschland. Nun ist es nicht so, das es in AMSTERDAM an jeder Ecke ein Postamt gibt und so latschen wir uns einen Wolf um dann tatsächlich ein Postamt im Keller eines historischen Gebäudes zu finden.
Ob der vielen Menschen zu Fuß oder auf dem Rade bekommen wir Kopfschmerzen und dackeln zur Fähre zurück.

Der Freitag ist geprägt von Basteln, Mechaniker finden, Auf&Ab´s bei der Problemlösung „Hydraulikpumpe“ sowie einem Einkauf. Mehr zur Pumpe im nächsten Lagebericht.

Am Samstag ein neuer Anlauf in die Stadt, wenn man sich auf den Trubel mental vorbereitet, ist es tatsächlich erträglich. Das Wetter spielt fast die ganze Zeit mit und wir laufen zwar viel, sehen aber auch viel. So viel, das es uns eigentlich schon reicht, mit AMSTERDAM.
Denn so richtig ist das nichts für uns. Zu viel von allem.

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Der Wetterbericht und die Kurzfristplanung macht es uns einfach. Mit dem Mechaniker haben wir verabredet, das wir zum Standort seiner Firma nach MEDEMBLIK vorholen. Das liegt sowieso auf dem Weg nach Norden. So geht es also am Sonntag (10/07/2016) nach MEDEMBLIK, denn Montags pustet es wohl wie doof.
Dort werden wir auf eine neue Pumpe sowie Mechanikerzeit warten müssen…

…denn entgegen der einzelnen Ansicht eines Crew-Mitglieds beabsichtigt der Skipper nicht, den Dampfer von Hand bis nach HAMBURG zu steuern!

Peter.

 

BOULONGE SUR MER in vier Etappen

GUERNSEY am Samstag, den 25. Juni 2016 unter Vollzeug verlassen – gutes Gefühl, mal wieder zu segeln…

a) Etappe 1: Nach CHERBOURG via ALDERNEY RACE 46 Seemeilen
…nur für kurze Zeit, denn am späten Vormittag macht der Wind eine Pause und wir motoren durch das ALDERNEY RACE.
Diese „RACES“ kennen wir ja schon seit 2012, denn an der englischen Südküste gibt es eine Reihe davon. Naiv könnte man denken, das hier Sportboote Rennen veranstalten. Es sind aber nicht Sportboote, die hier irre Geschwindigkeiten hinlegen, sondern es ist das Meer selbst. Bedingt durch Meeresboden und Küstenform strömt hier das Wasser mit 8 bis 12 Knoten um die Ecke.

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Der Bug zeigt stramm nach OST, wir „treiben“ aber NORD-OST.

Wir das haben natürlich so abgepasst, das wir diese Strömung mit uns haben und laufen so über 10 Knoten über Grund und driften eher um CAP LA HAGUE  herum denn steuern den direkten Kurs. Bis zu 30° Abweichung zwischen wahrem und scheinbaren Kurs. Das Wasser selbst ist völlig platt, wohl auch weil kein Wind weht. Aber es sieht unheimlich aus. Es brodelt. Es strömt. Man erkennt große Strudel, die das Boot schlagartig massiv vom Kurs abbringen. Der Herr Autopilot hat alle Hände voll zu tun.
Das Wetter wird rasch ungemütlicher, die Sonne verschwindet hinter Wolken, aber wir werden nicht nass. Eine sehr schnelle Etappe war das, 46 Seemeilen in 6 Stunden.

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Die Freude darüber verfliegt im Marina-Büro von CHERBOURG. Satte 53 Euro pro Nacht für einen viel zu kurzen Pontoon werden uns abgeknöpft.

Das tolle daran ist: Wir bleiben gewollt einen Tag länger um auf unsere Freunde von VOYAGER zu warten. Die kommen ja gerade von ihrem rauhen Nord-Atlantik Törn zurück und wollen nun schnellstmöglich nach Hause. So verbringen wir mit Jan und Jürgen einen schönen Sonntag Nachmittag und schauen zusammen auch das gute Fußballspiel.

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Der Zufall will es, das VOYAGER und STORMVOGEL in einer Box neben einander liegen, Heidi würdigt das in einem Foto. Zu Letzt haben sich die Boote in NEUSEELAND gesehen…man, ist das weit weg!

b) Etappe 2: nach FECAMP 80 Seemeilen
Montags brechen wir dann früh´ mit leichtem Gegenstrom zum echt langen Schlag nach FECAMP auf. Glatter Ostkurs über die BAIE DE SEINE. Anfangs noch Segelwind, dann Motorsegeln was das Zeug hält, denn 80 Meilen im Tageslicht sind kein Zuckerschlecken. Die Reise ist eher langweilig, nur im Zufahrtsgebiet zu LE HAVRE ist Schiffsverkehr. Wir passieren einen voll abgeladenen Tanker, der hier weit draußen auf Reede liegt und offenbar auf Order wartet.
Der Anleger am auch hier viel zu kurzen Steg geht wieder schief. Wieder ärgert sich der Skipper lautstark und die Crew ist eingeschüchtert still. Sobald der Skipper sich beruhigt fühlt er sich ja auch schlecht ob seiner Unbeherrschtheit. Und Schuld ist in Wirklichkeit ja nicht unbedingt die Crew, sondern die viel zu kurzen Stege. Wenn mehr als die Hälfte des Bootes „in der Luft hängt“ und am Steg auch noch mit Klampen gegeizt wird, dann ist es halt echt schwer, ohne Theater fest zu machen. (…dafür nimmt FECAMP im übrigen 47 € die Nacht)
All das weiß der Skipper und er weiß auch seht bestimmt, das er ohne diese seine Crew die Reise nicht vollenden würde…
…wir haben noch ca. 20 Liegeplätze bis Hamburg. Zeit genug, sich zu verbessern!

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Auf den ersten Blick gefällt uns FECAMP ganz gut. Sieht klein, nett und gemütlich aus. Aber das alles reicht dann doch nicht, um von „wir bleiben nur über Nacht“ hochgestuft auf „wir erkunden die Stadt“ zu werden. Weiter gehts…

c) Etappe 3 nach DIEPPE 31 Seemeilen
Zumal die nächste Etappe nach DIEPPE am Dienstag (28/06/2016) so schön kurz ist und hervorragende Segelbedingungen angesagt sind. Und so erfüllen wir uns einfach unseren Wunsch, mal wieder gemütlich und ohne Zeitdruck vor uns hin zu segeln. So laufen wir mit gut 5 Knoten platt vor dem Wind an der spektakulären Felsenküste der PICARDIE entlang und genießen den Tag.
Am frühen Abend machen wir einen kurzen Stadtsparziergang durch DIEPPE und denken, auch ganz nett hier. Größer (viel?) als FECAMP, aber schön. Wieder, schön teuer: 47 € und, man ahnt es schon, ein versauter Anleger mehr auf dem Konto.

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Was soll es, wir verschwinden am frühen Morgen (06:00!!!) – rufen aber erst mal über UKW den Hafenmeister, ob wir denn überhaupt raus dürfen. Dürfen wir nicht: Ein großer Dampfer verlässt den vorgelagerten Industriehafen und nach 20 Minuten sind wir dran…immer hübsch der Reihe nach!

d) Etappe 4 nach BOULONGE SUR MER 54 Seemeilen
Die Wetterberichte sind sich einig. Das gibt viel Wind. Die Crew ist sich einig. Macht nichts! Wir wollen segeln und nicht schon wieder eine lange Etappe unter Maschine zurück legen. Und so pustet es gute 25 Knoten, Vormittags in Böen auch mal über 30. Aber aus der richtigen Richtung – von Backbord-Achtern. Sobald die Landabdeckung hinter uns liegt, geht die Brausefahrt los. Die angesagte 2 Meter Welle ist auch da, aber unangenehmer als erwartet. Liegt wohl am flachen Wasser. Um die 20 Meter mit ein paar Bänken von 10 Meter darin. Weil der Wind später mehr auf Süd dreht, baumen wir das YANKEE aus – diese Manöver klappen wirklich gut an Bord des STORMVOGELs.
Als wir die Hafeneinfahrt von BOULONGE SUR MER erreichen, macht sich der Skipper eingehende Gedanken, wie er das Boot wohl in den Hafen hinein bekommen will. Denn der Seegang ist mittlerweile völlig konfus, oft brechen Wellen und wir müssten die eigentlich quer statt achtern nehmen…
Ich will Heidi nicht zumuten, bei dieser See in Hafennähe unter Maschine in den Wind zu gehen und das Boot im Wind zu halten damit ich am Mast das Großsegel bergen kann. Wir shiften das YANKEE von Backbord nach Steuerbord, machen es kleiner und nehmen den Baum an Backbord weg. Das klappt wieder ganz gut. Dann bergen wir noch vor dem Wind laufend das Groß (war sowieso nur im ersten Reff). Zur Not geht das dank der Mastrutscher-Rollwagen auch ganz gut.
Dann laufen wir langsam mit dem stark gereffeten YANKEE in Richtung Steuerbord-Mole. Die ist ganz piffig gegen den vorherrschenden West / Süd-West Wind gebaut und wir können das platte Wasser schon gut erkennen…

…das motiviert!….

…dann die Maschine an, vorher natürlich kontrolliert ob wirklich alle Leinen an Deck gesichert sind, denn ich befürchte viel Wasser an Deck. Und in weniger als 5 Minuten sind wir im ruhigen Wasser. Puh, das war mal mindestens spannend.

Von Nord kommend (also gegen den Wind und auch noch gegen den Strom, was für ein Wahnsinn!) läuft zeitgleich eine belgische BAVARIA ein und wir sehen an deren Bug eine lange Leine im Wasser hängen. Das kann doch nur schief gehen!
Ob des starken Windes hört der Skipper unsere Rufe nicht und ich laufe auf ihn zu…ich weiß, das es da, wo die BAVARIA ist, sehr schnell sehr flach wird. Aber ich denke, wir müssen ihn irgendwie warnen. Das gelingt auch nach zwei Anläufen und wir sehen, wie die Crew die Leine birgt. Ganz schön lang das Teil.
Dann ein Schock beim Blick auf den Tiefenmesser: 1,70 Meter. Scheiße!
Wie eiern mit langsamer Fahrt aus dem Flachwassergbiet heraus ohne aufzusitzen. Noch mal Glück gehabt. Ich mache mir Vorwürfe nicht besser aufgepasst zu haben. Aber wenn der Belgier einen Maschinenausfall  wegen Leine im Propeller gehabt hätte, hätten wir nach unserem Selbstverständnis sowieso helfen müssen. Da war kein anderer zur Stelle.

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Nun denn, wir bekommen in der Stadtmarina einen langen Pontoon und können endlich mal wieder vernünftig fest machen. Wir sind erschöpft, aber wirklich glücklich, das wir diesen Törn so gut gemeistert haben. Das gibt Selbstvertrauen.
Und noch besser wird es, als wir uns anmelden und bezahlen gehen – 37 € die Nacht. Alles wird gut, in BOULONGE SUR MER…

e) BOULONGE SUR MER
…denn als wir uns im Hafen umsehen, sehen die die VOYAGER wieder und auch MARLIN, das Boot das wir ab und zu seit PORTUGAL getroffen haben. Somit ist klar – wir gehen nicht direkt weiter. Zum einen ist unser Bedarf an Brausefahrten erst mal gedeckt, zum anderen wird das Wetter noch schlechter und zum Dritten haben wir ja Freunde hier, mit denen man quatschen kann, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt.

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Wir gehen erst mal bunkern – mir ist aufgefallen, das wir nur noch einen Hafen in Frankreich haben und ich möchte unbedingt Berge von Rotwein mit nehmen. Nicht, das man ihn wo anders nicht auch bekäme. Aber hier gibts den Bord-Praktisch in Kanistern. Nicht nur Fusel, auch guten 😉
Der CARREFOUR liefert sogar bis ans Boot – das ist echte Kundenorientierung und spart das Taxi und das Schleppen.

Gestern Nachmittag (30/06/2016) dann Stadtrundgang – der Wetterbericht hat versprochen, das es trocken bleibt. Irgendwer hatte mal gesagt, BOULONGE SUR MER sei ganz schön, daran erinnere ich mich genau. Die Wahrheit ist aber, das die Altstadt hinter den Burgmauern sensationell ist (…jedenfalls, wenn man alte Gebäude und Straßen mag). Die Kirche, oder hier Basilika genannt (…wer kennt schon den Unterschied?) ist sehr beeindruckend. Nicht unbedingt besonders von außen.

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Wenn man hinein geht, erwartet man ein durch-restauriertes, farbenfrohes und kitschiges Gotteshaus…
…und liegt völlig falsch. Offenbar hat diese Kirche überhaupt kein Geld und vieles sieht so aus, wie es nach hunderten von Jahren wohl aussehen muss. Das macht die ganze Anmutung ernster, gottesfürchtiger und beeindruckender.

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Wenn ich da nur an den pompösen Kitsch von SANTIAGO DE COMPOSTELLA zurück denke? Kein Vergleich!
Das Architektur der Basilika ist der Hammer. Hoch oben erkennt man noch Gewölbegänge, die uns leider versperrt sind. Die Kuppel ist von innen schon restauriert und es wird einem ganz schwindelig, wenn man lange nach oben schaut.

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Ich habe nur das Standardobjektiv mit. Wer kann auch schon vorher ahnen, das es hier was besonders zu sehen (zu fotografieren!) gibt?  Wenn es draußen mal wieder trocken wird, müssten wir da noch mal mit der großen Ausrüstung hin pilgern…

Für heute haben wir ein paar kleine Bootjobs und Blog schreiben auf dem Zettel. Eigentlich wollten wir Morgen weiter, aber das Wetter wird wohl noch garstiger und, das ist ebenfalls zu planen: Morgen Abend spielt Deutschland gegen Italien und da brauchen wir eine Sportsbar. In Frankreich 😉

Peter.

P.S.:
Unsere Segelfreunde Regina und Michael von ANICO möchten ihre HALBERG RASSY 352 in AUSTRALIEN verkaufen. Hier die Verkaufsseite.  Eine ideale Station um den Westpazifik zu erkunden – und mit Sicherheit ein erstklassig gewartetes Boot.

 

GUERNSEY mit Anreise über ROSCOF

…und es wird Sommer, das erste Mal in diesem Jahr, und es wird die Sonne scheinen, das erste Mal seit Wochen, und es wird warm werden – na na, so weit wollen wir doch nicht gehen!

Eigentlich war es hier wärmer, so lange der Himmel dunkelgrau und bleischwer bedeckt war und ab und zu kräftige Schauer nieder gingen.

GUERNSEY Marina mit Wasser in der Hafeneinfahrt
GUERNSEY Marina mit Wasser in der Hafeneinfahrt

Ist ja auch egal – die Wettervorhersage versprach für Freitag (24/06/2016) prallen Sonnenschein und blauen Himmel. Also sind wir länger auf dieser Insel des Regens geblieben, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir wollten GUERNSEY auch mal bei Sonne erleben! Geschwind ein Auto gemietet und versucht, die Insel auf schönen Fotos einzufangen.

Fangen wir erst mal mit den beiden elend langen Anreise Passagen an:

Von CAMARET SUR MER nach ROSCOF
66 Seemeilen am 18. Juni 2016. Die Wettervorhersage meldet „vielleicht genug Wind zum segeln“ und bei Aufbruch ist der Himmel blau. So segeln wir also auch in Richtung CANAL DE FOUR – als wir dort ankommen muss doch der Motor ran. Die Passage trennt das Festland von den vorgelagerten Inseln und Sandbänken. Die viel weiter vorgelagerte ILE DE QUSSANT können wir schwach ohne Fernglas in der diesigen Morgenluft erkennen.
Auch dieser Reiseabschnitt will gut geplant sein, denn auch hier treibt ein starker Strom sein Unwesen – wenn man zur falschen Zeit hier aufschlägt. Wir haben „natürlich“ richtig gerechnet und sind einfach nur schnell – in diesem Abschnitt.
Interessanter Weise läuft die Flut hier länger als die Ebbe und so schaffen wir es fast bis zur ILE DE BAZ mit mitlaufendem Strom, erst als wir nach Süden gehend ROSCOF ansteuern, haben wir den Strom gegen uns, aber für die paar Meilen ist das auch egal.
Vor Einlaufen in die nagelneue Marina (weniger als vier Jahre alt, nicht in unserer Seekarte vorhanden) hat der Hafenmeister aber einen gesperrten Hafen gesetzt: Die Einfahrt zur Marina liegt im hiesigen Fährhafen und die Abendfähre nach IRLAND legt gerade ab und blockiert so den Hafen. Weil wir gerne großen Schiffen aus nächster Nähe beim Manövrieren zu sehen, verfliegt die halbe Stunde Wartezeit wie im Fluge.
Fest gemacht, Anleger getrunken, Essen fassen und in die Koje. Denn Morgen wird es noch länger und entsprechend früher geht es los…

GUERNSEY Marina ohne Wasser in der hafeneinfahrt (Bildmitte)
GUERNSEY Marina ohne Wasser in der hafeneinfahrt (Bildmitte)

Von ROSCOF nach GUERNSEY
Am Sonntag den 19/06/2016. 74 Seemeilen rein gar nichts. Zwar immer wieder der Versuch, sich mit Segeln vorwärts bewegen zu lassen, aber wer Meilen fressen will muss Geschwindigkeit machen. Auf solch langen Strecken hat man natürlich mindestens einmal Gegenstrom und man kriecht mit unter fünf Knoten so dahin – und dann wieder mit dem Strom, netter weise auch mal mit acht Knoten. Am Ende gleicht sich alles aus und wir kommen am frühen Abend auf der Insel an.
GUERNSEY kommt erst sehr spät in Sicht. Zu viel Wasser in Luft. In Form von Regenschauern, Nieselregen oder auch einfach dichtem Nebel.

Genau so haben wir uns die Eroberung einer englischen Kanalinsel vorgestellt. Anschleichen in der diesig-grauen Abenddämmerung, nahezu lautlos in den Hafen gleitend um dann doch von den sehr gut organisierten Hafenmeistern frühzeitig entdeckt zu werden.
Es gibt einen 24/24h Vorhafen mit Pontons, an denen man immer fest machen kann und immer genug Wasser unter dem Kiel hat. Und des gibt eine Marina, in die man nur 2 Stunden vor und nach Hochwasser rein bzw. raus kommt, weil die in der Einfahrt so eine Art Drempel hat, damit bei Niedrigwasser nicht das ganze Wasser aus dem Marinabecken heraus läuft. Ganz schön clever!
Wir gehen in der Marina längseits an einen Amerikaner, dessen Boot in China gebaut wurde und nur etwas herunter gekommen wirkt. Hier liegt man wohl immer im Päckchen, wenn der Dampfer größer als 12 Meter ist. Aber noch mal – sehr gut organisiert das Ganze. Die Eingeborenen wissen wohl seit Jahren, wie wertvoll die vielen Yachties sind.

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Logisch:
Die Marina ist teuer, die Insel ist teuer, das Bier ist auch teuer und, weil wir ja quasi in England sind: Der Inder ist lecker. Es gab wohl mal eine Umfrage im vereinigten Königreich, was denn wohl das Nationalgericht im UNITED KINGDOM sei. Heraus kam: INDIEN CURRY – und da faseln die was von BREXIT?
Es gibt das GUERNSEY POUND, das aber kompatibel zum englischen Pfund ist. Und es gibt JT, die lokale Telefongesellschaft die extrem gute Pre-Paid SIM Karten für mobiles Internet verkauft. Denn das Marina-WiFi ist hier völlig überlastet.

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Wir vertreiben uns die Regentage mit Videos-schneiden, Shoppen (…ratet mal, wer was gemacht hat!), Klönschnacks auf dem Steg oder STORMVOGEL mit günstigem GUERNSEY Diesel per Kanister betanken. Südsee-Like mit Dingi. Denn das Fueldock ist im Vorhafen und der Drempel (siehe oben) verhindert das man tanken kann, wenn man tanken will. Nur, das haben die sonst so vorhersehenden Skipper nicht bedacht: Wir kommen mit dem Dingi nicht mehr zurück in die Marina, weil der Drempel nun trocken gefallen ist und das Dingi nicht fliegen kann. Also schleppen wir…wie sonst auch auf der Welt.
Ich habe nach 80 Litern Steuerfreien Diesel genug, andere lieben es, dieses Schnäppchen (0,75 €/ Liter) bis zum letzten Liter auszukosten… 😉

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Auf eine wirklich besondere Begegnung möchte ich hier näher eingehen, denn neben dem durchaus ungewöhnlichen Ereignis an sich hat sie auch unsere Herzen sehr berührt:

Im letzten Jahr bekamen wir eine eMail von Willy aus OOSTENDE (BELGIEN). Wir hätten uns 2012 an der Südküste ENGLANDS in ein paar Häfen getroffen und ein Jahr später habe er zufällig unseren Blog gefunden. Seit dem würde er mit großer Freude mit uns durch die Welt segeln.
Da wir doch nun auf dem Heimweg wären, wäre es doch schön, wenn wir uns treffen würden – im Großraum OOSTENDE / Englischer Kanal 2016.
Und so trafen wir uns nun also auf GUERNSEY. Was für ein Glück, das Willy uns bereits in der Hafeneinfahrt ausmacht und beim Festmachen hilft: So können wir auch wieder ein Gesicht zum Namen zuordnen. Schrecklich, dieses Vergessen!
Wir verbringen zwei sehr schöne und lustige Abende mit Willy, seiner Frau und auch den Niederländern. Wir sind die jüngsten – die anderen vier sind über 70 und im Prinzip fitter, als ich es jemals sein werde. Und alle sind sich ihres Alters durchaus bewusst. Mir geht es wie Öl herunter, als mir Willy mindestens ein Kilo Honig um den Bart schmiert: Unser Blog sei einer der Besten und er habe wirklich die ganzen Jahre mit uns die Welt besegelt.

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Nun weiß ich ja, das da draußen durchaus noch einige mehr treue Leser sind, die den Blog gut finden – aber so eine Live-Huldigung tut schon mal sehr gut. Und motiviert!

Nun denn. Zurück zum Herzen. Wir sprechen über Seekrankheit. Wir lernen, das Willys Frau auch immer seekrank wird (- genau wie ich!). Und jetzt kommt’s: Das ist ihr egal – sie möchte in der Zeit, die noch bleibt, so viel Zeit wie möglich mit ihrem Mann verbringen.

Hey – das ist echte LIEBE!

Nach Jahrzehnten der Ehe. Sensationell!

Alle, die öfters oder immer Seekrank werden, können das wohl bestätigen. Nicht das einer denkt, Willy quäle seine Frau mit der Segelei unnötig: Er ist ein echter Vollblut-Segler und würde wohl gerne das ganze Jahr an Bord verbringen – macht er aber nicht. Nun geht es nur noch für ein paar Wochen im Jahr auf Fahrt – wohl auch aus Liebe.

Diese unsere Welt ist viel besser, als wir immer denken. Und die Menschen um uns herum, egal aus welchem Land, egal wie jung oder alt, egal welcher Religion, sind einfach nur liebenswert.
Das zu aller erst, das ganz vorne an. Und erst viel später den ganzen Mist des täglichen Lebens, die wenigen, aber lauten Schreihälse die alles vermiesen und es keinen Deut besser können. Wenn wir schon Menschen beurteilen, dann sollten wir doch wohl die Lebensleistung als Maßstab nehmen, und nicht die Lautstärke.

Und so philosophierend verbringen wir trotz nasskaltem, dunklen Wetter einige außergewöhnlich schöne Stunden in GUERNSEY in guter Gesellschaft.

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Sicher, das deutsche Fußballspiel am Dienstag Abend tut ein übriges. Die englische Kneipe ist zwar fast leer, als um 17:00 Uhr Ortszeit der Anstoß erfolgt. Dafür ist unser Bierglas aber voll und wir können sogar dem englischen Kommentar im Fernseher folgen. Gutes Spiel, gutes Ergebnis.

Ein paar Bootjobs erledigen wir nebenbei und mieten am Freitag (24/6) das Auto. Eine 90-Minuten Erkundungstour haben wir schon per Bus gemacht. Aber für eine Foto-Tour ist dieses Reisemittel unangebracht, denn wenn man aussteigt wartet man locker eine Stunde auf den nächsten. Und außerdem, ratet, auf der Bustour war es neblig und dunkel!
Wir bekommen einen NISSAN QASHQAI und ich wünsche mir mehrmals am Tag einen Punto, oder noch besser einen Smart! So eng sind die Straßen (besser Gassen) auf der Insel, in der Regel eingesäumt durch hohe Steinmauern – um ja klar zu machen, das man bitte auf der Straße fahren möge 😉 Natürlich auf der falschen Seite.

Wir bleiben im wesentlichen an der Küste und machen nur hier und da gezielte Abstecher ins Herz der Insel. Wir sehen raue Küstenstreifen, bezaubernde Sandstrände, verwunschene Gärten und, das ist wirklich schlecht, viel zu viele Autos. OK, wir sitzen auch in einem, aber hier gibt es offenbar mehr Autos als Einwohner.

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Per Zufall landen wir an einer Gedenktafel für die Toten des Motorschiffs PROSPERITY, das hier auf den Felsen in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 1974 mit Mann und Maus gesunken ist. Fand ich zunächst echt überraschend – Profis, 1974? Aber dann: GPS und AIS war noch nicht erfunden..

Erstmals in der Welt müssen wir bei Anmietung eines Mietwagens nicht tanken: Ist alles im Preis inbegriffen. Sehr ungewöhnlich, oder? Liegt wohl auch an den sehr begrenzten Strecken, die man auf dieser Insel zurück legen kann.

Die Fotos sind im Kasten, die Segelfreunde verabschiedet und der STORMVOGEL präpariert. So verlassen wir GUERNSEY nach einer Woche wieder – Kurs Nord-Ost, Kurs CHERBOURG.

Peter.