Archiv der Kategorie: Australien mit dem Wohnmobil

Wohnmobilreise durch Australien von Anfang Februar bis Mitte März 2014

Tag 29-31: CAIRNS, CARINS und CAIRNS nach ATHERTON

  • Montag, 3. März 2014, CAIRNS, 0 Kilometer
  • Dienstag, 4. März 2014, CAIRNS, 0 Kilometer
  • Mittwoch, 5. März 2014, CAIRNS nach ATHERTON, 80 Kilometer

Als wir Sonntags die CAMPSITE in CAIRNS erreichen, leuchtet die „Bremsbeläge sind runter“ Warnleuchte im Cockpit auf. Mit der APOLLO Hotline verhandelt und zugestimmt, das wir das Auto am Dienstag Morgen in die Werkstadt bringen. APOLLO kümmert sich um Werkstadt und Ersatzteile und schickt eMail. So der Plan.

Denn der Montag sollte ganz im Zeichen eines Tagesausflugs nach KURANDA stehen. Hin mit einer historischen Eisenbahn und zurück mit der SKYRAIL, einer Gondelbahn über den Regenwald.

Der PickUp Service am frühen Montag Morgen klappt wie geschmiert und der Fahrer ist (wie bisher jeder Guide (Führer) in AUSTRALIEN) ein echter Scherzbold. Eigentlich könnte man mit solch lustigen Fahrern den ganzen Tag im Bus verbringen…aber er schmeißt uns pflicht-erfüllt am Hauptbahnhof in CAIRNS raus.
Wir entern unseren Waggon und warten auf die Abfahrt.

Wann geht es endlich los?

Halts Maul, Esel!

Kuranda
Der Zug setzt sich in Bewegung, läuft gemächlich durch die Vororte von CAIRNS und beginnt dann seinen Anstieg in die Berge. Der Zug ist diesmal echt lang und so verteilen sich die vielen Passagiere sehr gut in den verschiedenen Waggons.
Das Wetter ist „schwerstens bedeckt“ und so ahne ich schon, das die ganz tollen Fotos heute wohl ausbleiben werden.

Kuranda
Wir machten halt an den BARRON FALLS – ja, wenn der BARRON RIVER denn Wasser führen würde, dann wäre das mal ein mächtiger Wasserfall…so ist es ein Rinnsal da da die Felsen herunter stürzt. Allerdings werden so die rauen Felsen erst richtig sichtbar und man bekommt bei längerer Betrachtung den Eindruck, man sei nicht mehr auf der Erde.

Kuranda
In KURANDA angekommen, strolchen wir durch die (Einkaufs-)Stadt und versuchen, den schweren Regenschauern so gut es geht aus dem Weg zu gehen…zum Beispiel beim Lunch.

Erstes echtes Highlight des Tages ist der kleine Vogelpark in KURANDA. Dort fliegen die Vögel frei herum und die ganz mutigen Papageien landen denn gerne auch mal auf den Besuchern. Einige sind durch Hüte geschützt, andere zeigen zu viel nackte Haut (siehe Titelbild).

Papagei

Das Wetter wird und wird nicht besser…gegen 15:00 Uhr machen wir uns auf den Rückweg mit der SKYRAIL. Diese privat betriebene Gondelbahn ist über 7 Kilometer lang, sehr hoch über dem Regenwald und hat zwei Relaystationen.

Barron Falls

An der ersten bekommen wir die BARRON FALLS von der anderen Seite zu Gesicht, bei der zweiten gibt ein Ranger eine kurze Tour. Auf einer Hinweistafel finde ich den bemerkenswerten Satz:

In den vergangenen 200 Jahren haben die Menschen 50% des Regenwaldes auf der Erde vernichtet.

Jupppp, auch ich liebe meine Motorsäge, aber muss man deshalb gleich alles nieder machen? SKYRAIL versucht jedenfalls mit einem real existierenden Regenwald Geld zu verdienen – das ist ja schon mal ein guter Weg!

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Manchmal, wenn die Seilbahn ein wenig ruckelt, gibt es ernste Gesichter in der Gondel. Ist schon wirklich hoch – fast so, als wenn man fliegt!

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Wir erreichen aber natürlich völlig schadlos die Talstation und wie versprochen wartet unser Fahrer auf uns, um uns zur CAMPSITE zurück zu bringen. Trotz Wetter schöner und empfehlenswerter Ausflug!

Dienstag, 8:00 Uhr bin ich mit dem Wohnmobil wie geplant in der Werkstadt. Die Familie frühstückt derweil in der Campkitchen auf dem Campingplatz. Nach zwei Stunden steht fest: Die Bremsen müssen total erneuert werden und dafür sind nicht alle Teile vorhanden. Die Servicemanagerin der Werkstadt meint lakonisch, VW sei nicht unbedingt der Bestseller in AUSTRALIEN. Stimmt, jetzt wo sie das sagt. Man sieht eigentlich nur VW basierte Wohnmobile von APOLLO, aber nie den richtigen Lieferwagen.
Die APOLLO Zentrale hätte am liebsten, das ich das Auto in der Werkstadt lasse und sie uns für eine Nacht in so einer CAMPSITE CABIN einmieten können. Zum Glück konnte ich denen das ausreden – der logistische Aufwand wäre wirklich enorm. Ich darf das Auto also wieder mitnehmen, soll ganz vorsichtig fahren und am Mittwoch wieder kommen.

Also lassen wir APOLLO 13 (den Namen haben sich Graham und Dianne ausgedacht!) auf der CAMPSITE stehen und wir machen uns zu Fuß auf in die Stadt.  „Shoppen in CARINS“ und später „Packen in CAIRNS“. Unsere drei Mitreisenden werden uns hier nun verlassen…

…weil der Flug am Mittwoch so früh´ los geht gibt es „nur“ ein kleines, aber herzliches Geburtstagsständchen und viel mehr Küßchen als sonst, dann geht es ab zum Flughafen. Während der Wartezeit bis zum Boarding herrscht zumindest bei den Erwachsenen eine leicht gedrückte Stimmung – Abschiede sind halt immer doof. Sehr doof!

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Wir bringen APOLLO 13 zur Werkstadt und ein Mitarbeiter kutschiert uns ins zentrale Einkaufszentrum (CAIRNS CENTRAL). Es wird der teuerste Tag in AUSTRALIEN, denn die Reparatur der Bremsen dauert, dauert und dauert. Und wir kaufen, kaufen und kaufen! Wir sind kurz davor, den Nachmittag im Kino zu verbringen, gehen dann aber doch lieber zum Lunch und melden uns selbst mal am Nachmittag in der Werkstadt. Das Auto sei gerade auf Probefahrt, wenn wir wollten könnten wir in einer halben Stunde vorbei kommen.

UND OB WIR WOLLEN!

Also Auto zurück bekommen und direkt wieder auf die Piste. Weil es schon so spät ist schaffen wir nur 80 Kilometer Schlangenkurvenfahrt in den TABLEMOUNTAINS, finden dafür eine schöne CAMPSITE in ATHERTON und übernachten wieder Klimanlagen-frei bei angenehmen Temperaturen.

Der erste Abend „alleine“ ist wirklich komisch. Aber gut zu wissen, das Annika und die Kinder bereits gut in SYDNEY angekommen sind und sich am Donnerstag Morgen, sehr sehr früh auf den Rückweg nach Hamburg machen.

Nun beginnt also wieder die traute Zweisamkeit…in einem viel zu großen Wohnmobil. Das war wohl echt ein (mein) Planungsfehler. Wir hätten die Kiste in CAIRNS gegen eine kleinere tauschen sollen…obwohl, wer weiß, was man dann bekommen hätte?

Peter.

Tag 27+28: UNDARA nach CAIRNS via LAKE TINAROO

  • Samstag, 1. März UNDARA nach LAKE TINAROO, 240 Kilometer
  • Sonntag, 2. März 2014, LAKE TINAROO nach CAIRNS, 80 Kilometer

Wir verlassen UNDARA und vergessen glatt, die vielen Eisenbahnwaggons zu fotografieren, die hier als Unterkünfte mitten im Busch stehen. Sei´s drum. Es bewölkt sich als wir in die TABLELANDS kommen und Nieselregen fällt, als wir beim künstlichen LAKE TINAROO Station machen. Mal wieder ein Temperatursturz von 34°C auf 21°C bei einer Distanz von nur 240 Kilometern. Tja, die Höhe machts halt…

australia_millaa_millaa_0011

Über den KENNEDY HIGHWAY (1) nach Nord-Osten. Unterwegs machen wir noch die kleine Wasserfalltour bei MILLAA MILLAA , allerdings sind nicht alle Zufahrten für Campervans geeignet. Also OK, wenn man vorher noch keine richtigen Wasserfälle gesehen hat (z.B. DOMINICA, NEUSEELAND), dann sind die hier dargebotenen gar nicht so übel, aber Heidi und ich fragen uns, ab wann ein Wasserfall wohl ein Wasserfall ist…und kein Wasserfällchen…

australia Millstream Falls

Die in Bussen angekarrten Pauschaltouristen springen bei der Kälte glatt ins Wasser – brrrr ;-))

LAKE TINAROO ist OK, aber ein künstlicher See, der nur halb voll ist, hat einfach eine romantische Aura oder so. Am See liegt die Sporthalle einer Schule und wir lauschen gespannt im vorüber gehen.

Die 80 Kilometer nach CAIRNS am Sonntag sind ein Katzensprung – wir haben Glück und wählen die „richtige“ Campsite aus. Nett, mit Pool und schattig…

…denn nun ist´s wieder richtig heiß!

Peter.

Tag 26: UNDARA Bush Camp – Leben mit Kängurus

Freitag, 28. Februar 2014, UNDARA, 0 Kilometer

Das Buschcamp UNDARA wird zwar gerade mit Minimalbesatzung (2 Serviceleute, 1 Ranger) geführt (dementsprechend sehen die Sanitäranlagen aus), aber wir finden diese leere CAMPSITE richtiggut. Wohl auch, weil hier extrem viele Kängurus herum laufen.

Kängurus

Für den Vormittag haben wir eine Guided-Tour mit dem Ranger durch die in der Welt einmaligen LAVA TUBES gebucht. Mit dem Bus geht es ein kurzes Stück durch den Busch und als ahnungsloser Tourist, erkennt man erst mal nichts. Gar nichts, oder?:

Lava Tubes
Die Erklärung: Im Vordergrund ist normales Buschland, dahinter, wo es grüner wird sind eingestürzte LAVA TUBES und wenn man da so längs schlendern würde, würde man wohl abstürzen.

Lava Tubes

Die LAVA TUBES sind durch regelrechte LAVA-Flüsse entstanden. Die Oberseite ist natürlich schneller abgekühlt und bildet so die „Decke“. Darunter ist dann die LAVA wie in einem Rohr noch weiter geflossen, bis nichts mehr nach kam…dadurch sind dann diese Hohlräume, Röhren gleich, entstanden.

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Einige „Decken“ sind eingestürzt, andere sind erhalten geblieben und (nur mit Führer) begehbar. Größtes Problem in den Röhren ist der Mangel an Sauerstoff, daher sind nur einige zugänglich gemacht worden.

LAVA TUBES
Der Ranger hat so seine eigenen, oftmals richtigen Ansichten über die Welt und das Leben im allgemeinen. Mit der „Macht des Mikrofons“ im Tourbus wirft er so zum Beispiel die Frage auf, wieso in AUSTRALIEN eine 0,25 Liter (stille) Wasserflasche an der Tankstelle 2 AUS$ kostet, der Liter Diesel aber nur 1,69 AUS$. Oder wieso Illegale Einwanderer in AUSTRALIEN mehr Lebensunterhalt bekommen, als normale Pensionäre. Warum das Gefängnisessen besser sei als das in den Altenheimen? Was bleibt ist die Erkenntnis, das jedes Land so seine eigenen Probleme mit sich herum schleppt…und mit einer sinnvollen Lösung so seine Probleme hat.
Erst Recht AUSTRALIEN, mit seinen Ureinwohnern, den ABORIGINES. Wem gehört in 2014 welches Land, wer darf es wie bewirtschaften? …

Die Tour ist schneller vorbei als gedacht (aber durchaus OK so) und wir schauen den KÄNGURUS beim Mittagsschlaf zu. Wenn man sich recht ruhig verhält, kommen sie auch mal nachsehen, was man so anstellt.

Känguru
Ich habe mittlerweile auch so meine Vermutung, warum so viele Tiere tot auf den HIGHWAYS herum liegen:

Selbstüberschätzung, klarer Fall von Überheblichkeit!

Die Tiere glauben vermutlich, so unglaublich schnell sein zu können, das sie es mit allen anderen aufnehmen können und „vor einem“ den Weg kreuzen können. Wenn man sich zu Fuß den Tieren nähert, laufen sie erst in letzter Minute weg – und zwar immer **VOR** einem. Klar, zu Fuß holt man die nicht ein, aber bei einem Auto als „Gegner“ ziehen sie so immer den kürzeren.
So viel zum Thema „Peter Grzimek – ein Platz für Kängurus“ (na klar, richtig wäre Bernhard Grzimek, ein Platz für Tiere)

Känguru
Eine weitere kleine Busch-Erkenntnis:

Abends (trotz Trockenheit) ein kleines Feuerchen machen (mit Wasser in StandBy) und der Qualm vertreibt Insekten jeglicher Art…logisch, wenn man so nach Feuer stinkt!

Peter.

Tag 23-25: CONVAY BEACH nach TOWNSVILLE nach UNDARA

  • Dienstag, 25. Februar 2014, CONVAY BEACH nach TOWNSVILLE, 240 Kilometer
  • Mittwoch, 26. Februar 2014, TOWNSVILLE / MAGNETIC ISLAND, 0 Kilometer
  • Donnerstag, 27. Februar 2014, TOWNSVILLE nach UNDARA, 390 Kilometer

Schweren Herzens verlassen wir das Kinderparadies in CONVAY BEACH – vermutlich hätte man hier die ganzen vier Wochen verbringen können, wenn man die Kinder gefragt hätte. Obwohl…die beiden freuen sich immer wieder auf den nächsten Pool 😉
Die Fahrt am Dienstag geht wieder über den BRUCE HIGHWAY (HIGHWAY ONE) stramm nach Norden, das Wetter ist durchwachsen. Immer mal wieder Schauer, aber durchweg 32°C – also kein Gedanke daran, die Klimaanlage im Auto einen Gang runter zu schalten.

australia townsville

Wie gewünscht erreichen wir TOWNSVILLE am frühen Nachmittag – bereits bei der Stadtdurchfahrt fällt uns auf, das diese Stadt irgendwie anders ist als die bisherigen (kleinen) Städte. Hier spürt man direkt so was wie Charme oder Flair. Das mag an dem großen Felsen/Berg liegen, der die Stadt überragt…oder an dem sehr cleveren Innenstadtkonzept das (offenbar) große Shoppingmalls am Stadtrand bisher verhindert hat. Hier gibt es eine lebendige Innenstadt, mit Geschäften, Museen, Bars und Restaurants. Und eine Marina 😉

Wir lassen das Wohnmobil auf einer Campsite nahe der Stadt und fahren mit dem Bus in die Stadt. Der fährt hier aber nur alle Stunde und so laufen wir erst mal zwei Stationen. Aber dann haben wir unsere Fahrt im Tiefkühlwagen. Der Fahrer ist super nett und „schmeißt“ uns an der richtigen Haltestelle in der Stadt raus.
Erst mal zum Touristenbüro, denn wir wollen am nächsten Tag (Mittwoch) nach MAGNETIC ISLAND übersetzten und brauchen die Fährverbindung. Kann man alles problemlos hier buchen, feste Zeiten müssen wir auf der Personenfähre nicht einzuhalten. Und weil empfohlen, buchen wir auch zwei Mini-Autos für die Insel, denn in einem dürfen nur vier Personen sitzen.
Nach der Buchung schaffen wir es trotz drückender Schwüle ins Aquarium mit dem (angeblich) größten lebenden Seewasser-Korallenriff. Weil wir spät dran sind bekommen wir noch einen Monster-Rabatt und sehen uns eigentlich die Dinge an, die wir Segler an jedem Riff der Südsee hätten kostenlos sehen können – wenn wir denn schnorcheln oder tauchen würden. So erleben wir sicher und trockenen Fußes Riff-Haie, jede Menge bunte Fische und ein Mini-Krokodil (ach wie süß!).

australia townsville aquarium

Am Mittwoch ist es Morgens schon so heiß, das man den Tag am liebsten in einem Supermarkt verbringen möchte. Denn die sind immer schön gekühlt…wir aber wollen per Fähre zum MAGENETIC ISLAND übersetzen. Die Insel wird nicht etwa MAGENETIC genannt, weil hier den Touristen magnetisch die Kohle aus der Tasche gezogen wird, sondern weil Kapitän COOK eine magnetische Abweichung an seinem Kompass feststellte, als er damals hier vorbei kam.
Im Fährterminal läuft ein Endlosvideo der SAILTOWNSVILLE MAGNETIC ISLAND RACING WEEK – das Revier scheint wirklich ideal für spannende Segel-Wettfahrten zu sein. Es ist gut, mal wieder (kurz) auf dem Meer zu sein und MAGENTIC ISLAND erinnert uns ein ganz klein wenig an FRANZÖSISCH POLYNESIEN – nur das Wasser ist hier wirklich viel schlechter und vor allem auch gefährlich: Überwall warnen Hinweistafeln vor bösen Quallen, die, im Falle eines Angriffs mit Essig bekämpft werden sollen. Essig, jede Menge Essig…

australia_magnetic island

Erfinderisch wie die AUSTRALIER nun mal sind haben sie Schwimmbarrieren mit Netzen ausgelegt und so wenigstens kleine Strandabschnitte schwimmbar gemacht. Lufttemperatur 34°C, Wassertemperatur 30°C – in wieder mal braunem Schlammwasser. Aber immerhin bauen sie schöne Häuser am Strand…

australia magnetic island

An längeren Fußmärschen ist auf der Insel bei dieser Hitze nicht zu denken. Wie gut, das wir unsere Mini-Cars gebucht haben…nur habe ich das mit dem TOPLESS (-Cars) wohl falsch verstanden?

australia topless car

Aber egal, die Dinger fahren sich wie Cart’s mit Schaltung und die insgesamt 16 Kilometer befahrbare Straße auf der Insel erfordern maximale Konzentration. Viele Kurven, Steigungen und rasante Abfahrten.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg zum Festland – netter Ausflug, aber keine Verlängerung notwendig.

australia outback

Für den Donnerstag haben wir mal wieder eine Inland-Fahrt vorgenommen. Wir wollen zum VULCANIC NATIONAL PARC UNDARA. Das sind (leider) knapp 400 Kilometer, aber die Fahrt wird wirklich super. Kaum Verkehr, wieder schnurgerade, lange Straßen und ab und zu kommt uns auch mal ein ROAD TRAIN entgegen. Die dürfen offenbar nur auf bestimmten Strecken-Abschnitten fahren und haben, entsprechend ihrer Größe, zumindest implizite Vorfahrtrechte 😉
Der Weg führt uns über die GREGORY GREAT INLAD ROAD, die in der Karte als DEVELOPMENTAL ROAD bezeichnet wird. Damit meinen die AUSTRALIER Straßen, die eigentlich den sehr gut Ausgebauten Küstenstraßen entsprechen sollten, aber bei denen der Ausbau noch nicht so weit vorangeschritten ist. Das Ergebnis sind extrem unterschiedliche Streckenabschnitte die die Fahrt nie langweilig werden lassen. Manchmal wird der Highway sehr schmal (einspurig) mit beidseitig unbefestigtem Seitenstreifen…wenn da so einem so ein ROAD TRAIN entgegen kommt, sucht man freiwillig schnell das Weite (…nahe dem Straßengraben)!
Wir tanken sicherheits-halber bei halb leeren Tank im GREENVALE ROADHOUSE. Dort machen wir dann auch direkt Mittagspause und kämpfen mit gar zu gierigen Vögeln – unglaublich! Außer allen paar hundert Kilometern solche ROADHOUSES gibt es an der Strecke keine menschliche Ansiedlung.

australia roadhouse

Am späten Nachmittag erreichen wir UNDARA EXPERIANCE – die Campsite im Nationalpark. Wieder eine sehr große Anlage, die jetzt, abseits der Saison recht verlassen wirkt. Vielleicht 20 Gäste? Dafür aber bestimmt mehr als 100 Kängurus. Da stellt sich dann doch die Frage, wer da wen beobachtet! Die Tiere sind wie üblich sehr neugierig und wollen wohl alles mitbekommen, was wir Menschen in letztlich ihrem Revier so anstellen…

Zum Glück hat auch diese Campsite einen Pool und so finden alle Mitreisenden nach der langen Fahrt die wohlverdiente Abkühlung im kalten Nass.

Peter.

Tag 18-22: CARNARVON GEORGE nach CONVAY BEACH

  • Donnerstag, 20. Februar 2014, CARNARVON GEORGE nach SAPPHIRE , 260 Kilometer
  • Freitag, 21. Februar 2014, SAPPHIRE nach MACKAY, 380 Kilometer
  • Samstag, 22. Februar, MACKAY, 0 Kilometer
  • Sonntag, 23 Februar 2014, MACKAY nach CONVEY BEACH via AIRLIE BEACH, 240 Kilometer
  • Montag, 24. Februar 2014, CONVAY BEACH, 0 Kilometer

Nichts ändert sich schneller, als Pläne, die man am Vorabend in Unkenntnis der Wettervorhersage gemacht hat!

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fängt es an zu regnen und es hört nicht mehr auf…als wir Morgens nach draußen blicken, sehen wir kleine Seen und Bäche durch das Buschcamp laufen.
Logisch, die Stimmung geht ebenfalls gerade den Bach runter. Nix mit Wanderung durch die CARNARVON Schlucht, nix geplante Nachtwanderung mit local guide. Nicht ganz einer Meinung mit dem Fahrer beschließen die beiden Frauen abzureisen. Insbesondere der jungen Mutter graut es vor einem Regentag mit zwei kleinen Monstern im Wohnmobil.

So packen wir unsere sieben Sachen und fahren los – auf dem Weg zum Highway sehen wir wieder viele Tiere die Neugierig auf und neben der Straße stehen – vermutlich freuen sie sich über die Dauer-Dusche.

Pferde CARNARVON
Dieses Tier hingegen hat, zwischen Hinweistafel und Plexiglas eingequetscht, offenbar keinen weiteren Regenschutz nötig:

Spinne

Wir fahren auf der A7 (GREGORY HIGHWAY) nach Norden und hoffen auf einen guten Campingplatz am künstlichen LAKE MARABON, kurz vor EMERALD. Diesmal führt die Straße an riesigen Kohle-Abbau-Gebieten vorbei –  obwohl im Tagebau nennen die das hier Miene. Der Abraum wird zu großen künstlichen Bergen aufgetürmt. Das muss aus dem Weltraum recht eigentümlich aussehen. Leider finden wir keine Besichtigungsmöglichkeit – vielleicht wollen die Australier auch gar nicht das alle sehen, wie sie riesige, tiefe Löcher in ihr Hinterland buddeln?

Australien Abraum

War es nicht so, das Deutsche Kohlekraftwerke Australische Kohle verfeuern? Wieder so eine Irrung der angeblichen Marktwirtschaft.

Australien Stausee

Der Stausee LAKE EMERALD ist halb leer, die Campsite sieht lausig aus und so beschließen wir, westlich von EMERALD in ein Edelstein-Abbaugebiet mit dem klingenden Namen SAPPHIRE zu gehen.  Noch schlimmer: Als wenn große Maulwürfe die Erde durchpflügt hätten – auf der Suche nach dem einen wertvollen Stein. Am Straßenrand viele alte Baufahrzeuge (Bagger, LKW´s, Bohrer, Fließbänder) die vor sich hin rosten. Die goldene Zeit ist wohl vorbei…statt dessen eine Millionen kleine Touristenbuden, in denen man für 25 AUS$ im Sand nach Edelsteinen schürfen kann. Die vielen Campsites in dieser Gegend sind fast alle leer, aber in der Saison kommen bestimmt viele Glücksritter hier her um den einen, wahren Schatz zu finden.

Wir übernachten in SAPPHIRE, lassen uns am Abend ein mal mehr lebendig von Stechmücken und Sandfliegen vernaschen (trotz Spray!) und beobachten im dunklen viele zuckende Blitze um uns herum – aber kein Donner und Regen weit und breit.

Am Freitag starten wir zunächst über eine kleine, schön zu fahrende Straße zurück zum Highway A7 in Richtung CLERMONT. In einer eigentlich platten Landschaft gibt es hin und wieder merkwürdige Felsen zu bestaunen:

Australien Berg 1

Australien Berg 2

Dort wechseln wir auf die Route 70 nach MACKAY. Wir kommen gut voran und die Kinder werden 1A von der Oma bespaßt. So machen wir statt einer weiteren Übernachtung nur eine größere Mittagspause an einem ausgetrockneten Flussbett.

Australien Flussbett

Bereits am Nachmittag erreichen wir MACKAY und besichtigen erst mal kurz die neue Marina. Riesiger, aufgeschütteter Wellenbrecher, sehr große Boxen und viele dazugehörige Mega-Yachten. Wo die wohl alle her kommen? Die Marina liegt ca. 12 Kilometer außerhalb der Stadt und direkt hinter den schicken Neubauten an der Promenade stehen die alten (noch in Betrieb befindlichen) Öltanks vergangener Zeiten.
Besonders spaßig: Achtung, wir haben Sturmsaison, binden Sie ihren Dampfer gut an und versichern sie sich hoch:

Australien Schild Cyclon Season

Mackay Marina

Noch fix einkaufen und dann endlich auf eine Campsite in der Nähe der Stadt – diesmal wieder mit Pool, versteht sich.

Der Samstag ist fahr-frei. Keiner hat nach den letzten drei Fahrtagen mehr Lust und so beschließen wir, mit dem Taxi in die Stadt zu fahren – einen Bus gibt es hier draußen nicht. Die Stadt ist gegen 11:00 Uhr wie ausgestorben und wir fragen uns, ob die wohl alle am Strand liegen?
Dann kommen wir in Flussnähe in ein riesiges, klimatisiertes Einkaufszentrum und sind froh, endlich wieder Eingeborene zu sehen. Auf zwei Ebenen gibt es gefühlt 1.000 verschiedene Geschäfte, nur zwei für ältere Männer (JB´s und DICK SMITH – Mediamarkt und Saturn auf Australisch) aber 998 Geschäfte für Frauen jeglichen Alters.
Plötzlich werde ich, völlig degeneriert auf einer Bank vor einem weiteren „Frauen-Einkaufsladen“ auf einer Bank abhängend, von zwei Stofftieren hinterhältig überfallen und eine Papparatzine hält diesen heimtückischen Anschlag im Bilde fest:

Bild Monster

Auf dem Rückweg haben alle Hunger und wir gehen in eine Pizzeria – erstaunlich voll und eisgekühlt. Ich werde höflich aber bestimmt gebeten, meinen Hut am Tisch abzusetzen…äh, ja, äh, natürlich. Wie peinlich!
Der Rest des Tages verrinnt so vor sich hin…Pool, lesen, Schatten suchen, Bier holen (lassen)…

Sonntag geht es weiter – auf nach AIRLIE BEACH. Soll laut Büchern toll sein und wir planen eine Tages-Segeltour durch das GREAT BARRIER REEF auf einem (auf alt gemachten) Schooner.

Wieder ein Fall von falscher Erwartungshaltung: So ein Touri-Nest mit Bars, Fressbuden, „Reisebüros“ und halbnacken Menschen habe ich jedenfalls bei der Beschreibung im Buch nicht erwartet…aber was solls?
Heidi und ich gehen in eines dieser „Reisebüros“ die jeden denkbaren Ausflug, jede denkbare Übernachtungsmöglichkeit („…mehrtägige Segeltörns…“) und jedes denkbar kleine Abenteuer an den Kunden bringen wollen. Unsere erste Frage zielt auf das Wetter – denn es pustet an der Küste ganz gewaltig und fette Schauerböen peitschen durch den Ort…

Australia AIRLIE BEACH

…ja, also Montag bleibt es wohl so noch, Dienstag fährt das Schiff nicht und Mittwoch wäre (wettertechnisch) der bessere Tag, aber angesagt sind auch 25 Knoten Wind…und „rough sea“. Wir lassen die Buchung sein und denken, wir finden bestimmt noch andere Ausflugsmöglichkeiten.

Die kleine Stadt ist voll von Menschen – das liegt wohl auch an de QUEEN MARY 2, die weit draußen vor Anker liegt und mit ihren Beibooten Heerscharen von Touristen an Land schippert.

QUEEN ELISABETH vor AIRLIE BEACH

Wir fahren zurück Richtung Highway, um auf einer Campsite in CONVAY BEACH zu übernachten. Laut Buch ein Geheimtip…

…der Strand sieht gerade nicht besonders einladend aus…

Australia

…offenbar wurde das Buch von einem fünfjährigen geschrieben denn die Campsite „in the middle of nowhere“ entpuppt sich als kleiner Kinder-Vergnügungspark mit Wasserspielplatz, Kinderpool, Wasserrutsche und Hüpfkissen. Alles knallbunt angemalt und Tip-Top in Schuss.

Campingplatz Convay Beach

Ja, wenn das so ist, dann bleiben wir den Montag doch einfach hier.

Es braucht wirklich nicht viel, um kleine Saboteure und Monster-Anwärter glücklich zu machen.

Für die Erwachsenen fehlt zum echten Glück nur das Internet. Kein vernünftiges Handy-Netz, kein WLAN.

Aber, so kommt der Gedanke, das kann ja auch ein Glück sein 😉

Peter.

Tag 14-17: RAINBOW BEACH via BARGARA und TANNUM SANDS nach CARNARVON GEORGE

Sonntag, 16. Februar 2014, RAINBOW BEACH nach BARGARA, 160 Kilometer
Montag, 17. Februar 2014, BARGARA, 0 Kilometer
Dienstag, 18. Februar 2014, BARGARA nach TANNUM SANDS, 190 Kilometer
Mittwoch, 19. Februar 2014, TANNUM SANDS nach CARNARVON GEORGE, 420 Kilometer

Schon wieder vier Tage als Nachtrag, scheint wohl die Regel zu werden?

RAINBOW BEACH gefällt uns nicht wirklich, als wieder weiter auf unserem Weg Richtung Norden. Ob der Hitze hat aber niemand Lust, weit zu fahren – und am Ziel möge bitte ein Swimming-Pool oder ein toller Sandstrand auf uns warten!
So jedenfalls die Erwartungshaltung und der völlig unnötige Druck auf den Fahrer und Navigator. Wir fahren zunächst parallel zum Highway One nach MARYBOROUGH und gehen dort auf die Schnellstraße. Aber nur für ein paar Kilometer, denn nun kommt BUNDABERG und diesen Ortsnamen kennen wir aus unserem Seekarten. Da wollen wir doch mal glatt die Marina-Aus-Cheken und einen Platz für die Nacht suchen. BUNDABERG ist, so lernen wir, weltberühmt für seinen Rum. Bereits weit vor der Stadt kann man die Zuckerrohr-Felder, alle saftig Grün auf rotem Boden begutachten.
An einer Brücke am Fluss machen wir kurze Pause und ich frage einen Local, wie wir denn zur Marina kämen. Im breitesten Ausi-Slang erklärt er mir den Weg und will dann wissen, wo wir her kämen – GERMANY! Ja, da war er gerade letztes Jahr auch – im Rahmen einer Europa-Rundreise hat er in München Station gemacht…schon wieder einer 😉
Wir fahren den Fluss weiter runter zum Meer und finden eine schreckliche Retorten-Marina in the middle of nowhere! Wer hier mit dem Boot ankommt ist verloren – wenn er kein Auto hat.

Nun denn, der Tagesauftrag lautete ja nicht, Marina suchen, sondern Badegelegenheit. Wir versuchen unser Glück zunächst in BURNETT HEADS, aber die beiden Campsites gefallen uns nicht. Also ein Stück zurück nach BARGARA und wir finden so ziemlich das Optimum: Campsite direkt am Meer, flacher Badestrand mit Bewachung (zumindest an diesem Sonntag) und eine leichte Brandung, die Jung und Alt Spaß macht! Wassertemperatur (gefühlt) so um die 25°C, Badewasser!

Am Montag stellt sich die Frage nach der Weiterreise und wird mit der Gegenfrage „wieso eigentlich?“ beantwortet. Also bleiben wir, Vormittags „Wanderung“ zum Supermarkt und Nachmittags Surfen lernen – denn „in der Stadt“ haben die Kinder kleine Surfbretter erstanden und wollen die natürlich sofort ausprobieren…

Der Dienstag ist gekennzeichnet von einer unmotivierten Suche nach der nächsten guten Campsite am Meer. Wir fahren AGNES WATER und SEVENTEEN SEVENTY (Village) in der Hoffnung an, hier wieder einen tollen Platz zu finden. Die Stichstraße zu den Orten am Meer ist gut 40 Kilometer lang und wenn man weiter nach Norden will, muss man die auch wieder zurück. Aber Pustekuchen. Die Landschaft ist „mal wieder eine andere Küste“ und die Campsites liegen überall, nur nicht am Meer. Eher an einer Lagune, völlig ohne Brandung – für angehende Surfer also nicht das Wahre. Und für Opa´s, die das besondere suchen, auch nicht.
Auf dem Rückweg zum Highway führt uns das Navi auf eine unbefestigte Straße – eigentlich kein Problem. Aber wenn dann auf einmal ein Schild auftaucht das sagt: „Straße für Camper ungeeignet“ dann glauben wir doch eher dem Schild und kehren um.
Wir landen leicht frustiert in TANNUM SANDS (kurz unterhalb von GLADSTONE) und, wie durch ein Wunder, auf einer Campsite mit Pool. Aber uns wird sofort klar, das ist hier nur für eine Nacht…

Carnarvon
Der Fahrer hat keine Lust mehr auf diese Küsten-Nester und studiert Bücher, Karten und Kalender. Letzteres weil ANNIKA ja pünktlich in CAIRNS sein muss, um ihren Rückflug zu erreichen. Motiviert durch ein Buch und die Karte gehen wir wieder auf Inlandstour. Keine Brandung, kein Pool, statt dessen endlose Straßen, alle gerade aus, kaum Verkehr (auf über 300 Kilometern wurden wir nicht einmal überholt – es war kein Fahrzeug hinter uns!) und endlich mal wieder Landschaft zum satt sehen!

Carnarvon

Als wir die letzten 40 Kilometer in Richtung CARNARVON NATIONAL PARK fahren kommen wir uns vor wie in einem Zoo: So viel Tiere am Straßenrand haben wir noch nie gesehen. Klar, ganze Rinderherden (…das müssen Edeltiere sein, so wie die hier weiden dürfen), aber auch Emus, Kängurus (alle lebend), Kookaburra und weiteren Tieren, deren Namen wir gar nicht kennen.

Klasse, jetzt beginnt das AUSTRALIEN Abenteuer!

Die mittlerweile unbefestigte Straße wird auf den letzten 4 Kilometern zum Bush-Camp richtig schlecht und wir kommen nur sehr langsam vorwärts. Kaum vorstellbar, das hier eine Campsite kommen soll. Aber sie kommt, sie ist geöffnet und wir bekommen den nettesten Empfang in AUSTRALIEN überhaupt! Die Leute, die hier den Dienst hinter dem Tresen schieben machen das aus Leidenschaft – 150 Kilometer bis zum nächsten Dorf.

Carnarcvon

Wir haben erst mal zwei Nächte gebucht und wollen Morgen die große Schlucht („CARNARVON GEORGE“) bewandern. Außerdem hoffen wir auf eine kurze Nachtwanderung mit einem Führer – es werden einmalige Erlebnisse versprochen…

…schauen wir mal, welcher Natur die sind ;-))

Peter.

P.S.: Der GPS Track läuft immer mit – ruhig mal unter http://www.wiedekamm.com/boot/gps-track/ ansehen!

P.S.2: Natürlich gibt es hier kein Handy-Netz, aber immerhin einen kostenlosen Schmalband-Internetzugang…

Unser Wohnmobil-Leben in NEUSEELAND und AUSTRALIEN

Abseits der (fast) täglichen Reiseberichte hier mal ein Beitrag aus unserem Alltagsleben in den beiden Ländern NEUSEELAND und AUSTRALIEN – auf der Straße.

Zur Erinnerung:
Wir haben unser Projekt „Lange Reise“ (mit dem Segelboot in & um die Welt) in NEUSEELAND unterbrochen und sind mit Wohnmobilen in beiden Ländern unterwegs. Grund für die Unterbrechung ist die Hurricane-Saison in den tropischen Gewässern, die von November bis April eines jeden Jahres Segeltörns (sehr) gefährlich macht. Also nichts für uns und daher sind wir tief im Süden der Erde auf Landtour.

Wenn man beide Länder mal miteinander vergleicht, so kommt uns NEUSEELAND deutlich unformaler, unbürokratischer vor. Klar, die Einreiseprozedur ist vielleicht aufwendiger, aber ist man erst mal im Land, ist es als gehöre man dazu. Beispiele:

* SIM Karte fürs Handy:
In NEUSEELAND einfach in jedem Laden zu kaufen – rein schieben und los geht es. In AUSTRALIEN muss man erst  mal umständlich seine Identität schriftlich nachweisen – Kopie vom Reisepass, Füherschein etc. dem Telefonanbieter mitteilen…

* Anmeldung auf einem Campingplatz:
In NEUSEELAND wird, wenn überhaupt, nach dem Nummernschild des Fahrzeugs gefragt. Geht man auf eine DOC Campsite (Department of Conservation) meldet man sich selbst mittels einem Plastikumschlag an – darin deponiert man die lächerlich geringen Gebühren von 4-6 NZ$ pro Person und Nacht. Thats it.
In AUSTRALIEN braucht man mindestens das Nummernschild, Vor- und Nachname des Fahrers sowie dessen Wohnsitz. In BRISBANE wollte die Dame an der Rezeption allen Ernstes auch noch die Namen der Mitreisenden haben – angeblich Gesetz (?).
Freie Campsites haben wir in AUSTRALIEN noch nicht genutzt/gefunden…soll es aber durchaus geben.

* Überschaubarer
Obwohl in AUSTRALIEN nur etwa fünf mal mehr Menschen wohnen als in NEUSEELAND, kommen uns die Städte riesiger, unübersehbarer vor. OK, AUCKLAND und CHRISTCHURCH sind auch nicht besonders klein, aber hier in AUSTRALIEN ist jedes Nest (gefühlt) groß – oder eben extrem weitläufig. Das liegt natürlich auch daran, das hier jeder sein eigenes Haus/Hütte hat. Keine Wohnblocks für die einfache Bevölkerung.

Der Wert der Währung ist aus unserer Sicht fast identisch, NEUSEELAND ist (währungs-technisch) etwas günstiger. Der Diesel an der Tankstelle ist in AUSTRALIEN teurer als das einfache Benzin und insgesamt auch teurer als in NEUSEELAND. Aber dennoch: In beiden Ländern macht tanken „Spaß“, weil der Liter (umgerechnet) bei einem Euro liegt. Tankstellen zu finden ist in beiden Ländern kein Problem – wenn man in Gegenden kommt, wo Tankstellen Mangelware sind, wird man deutlich mit Hinweisschildern am Straßenrand darauf aufmerksam gemacht. Wir tanken die Wohnmobile auf, wenn wir bei 1/3 der Tankkapazität sind. Die (laut VW) offizielle Reserve von 3 Litern würde nur für 30-50 Kilometer reichen, das hingegen könnte dann doch mal knapp werden!

Einkaufs-technisch lassen beide Länder keine Wünsche offen. Manchmal nervt das „100% PURE NEWZEALAND“ ein wenig – für unseren Geschmack wird ein wenig zu viel auf die (angebliche) Reinheit der Natur in NEUSEELAND hingewiesen. Denn eines ist klar: NEUSEELAND ist nur deshalb noch so sauber und „puristisch“, weil hier so wenig Menschen leben. Die sehr intensive Landwirtschaft und massive Bewässerung von ganzen Landstrichen wird auch ihre Spuren hinterlassen. Oder hat es schon.

In die gleiche Kerbe wie „100% PURE NEWZELAND“ schlagen Werbe-Slogans wie „100% locally owned“ oder „100% NEWZEALAND (bzw. AUSTRALIA) owned“ – ich denke schon, das die Leute lieber bei einem Einheimischen kaufen als bei einem (anonymen) internationalen Konzern.

Vermutlich auch in NEUSEELAND, aber erst hier in AUSTRALIEN wahrgenommen: Man kann im Supermarkt und im Restaurant wählen, ob man sein Steak von Rindern haben möchte, die mit Weidegrass oder „Futter“ (was auch immer das genau sein mag) aufgezogen und gefüttert worden. Weidegrass muss was besseres sein – es ist gut 1/3 teurer… 😉

Wobei sicherlich (biologisch) zu prüfen wäre, ob das Gras auf diesen massiv bewässerten Weiden wirklich „gut und gehaltvoll“ ist. Und schließlich – welches Wasser wird zur Bewässerung eigentlich verwendet?

In beiden Ländern gibt es eine unübersehbare Menge an Biersorten, aber in AUSTRALIEN muss man jeglichen Alkohol (ja,auch das Grundnahrungsmittel Bier gehört dazu) im LIQUEUR SHOP kaufen. In den Supermärkten gibt es absolut KEINEN Alkohol. Manchmal sind diese LIQUEUR SHOP´s direkt beim Supermarkt angegliedert (dann haben sie aber eine eigene Kasse), in der Regel sind sie aber auf dem gleichen Gelände. Zutritt nur ab 18 Jahren.
In BRISBANE gab es in einem Shop so merkwürdige Angebote wie: „Kaufe 6 beliebige Flaschen Wein und erhalte 30% Discount auf alle“ – ob das wirklich zur Minderung des Alkoholkonsums beiträgt?

Wie lieben ALDI AUSTRALIA!
Die Läden sind fast alle neu, super aufgeräumt, gut sortiert und wirklich günstiger als die WOOLWORTH und COOLE´s, die hier sonst den Lebensmittelmarkt beherrschen. Einzig die Kassierer(innen) wirken etwas gestresster als ihre Kollegen in den anderen Supermärkten. Der Job ist ja auch wirklich schwieriger als in DEUTSCHLAND: Man kassiert nicht nur, man muss die Ware auch klug  in Tüten packen…  (Kühlprodukte zu Kühlprodukten, Obst zu Obst etc.)

Die (Aus) Sprache ist in NEUSEELAND deutlich klarer – die AUSTRALIER sprechen dann doch schon eher einen AUSI-Slang und man (ich!) hat Mühe, ihnen zu folgen…

…aber in beiden Ländern sind die Eingeborenen super nett: Sobald sie merken, das Ausländer vor einem stehen bemühen sie sich um einfache Worte und klare Aussprache. Hilfsbereit sind alle sowieso – uneingeschränkt!

Überhaupt: Man wundert sich, wie viele NEUSEELÄNDER und AUSTRALIER schon mal in EUROPA waren – und auch ein paar Tage in DEUTSCHLAND verbracht haben. Klar, in unserem (Einwohner-mäßig) riesigen Land gehen die „paar“ Besucher vom anderen Ende der Welt wohl eher unter, aber wir hoffen sehr, „wir DEUTSCHEN“ sind ebenso freundlich und hilfsbereit im eigenen Land wie die zu uns.

Die Campsites in beiden Ländern sind durch die Bank wirklich SUPER SAUBER.

In AUSTRALIEN sind die Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile besser ausgestattet als in NEUSEELAND: Jede Site (Stellplatz) hat einen Strom-, Wasser- und Abwasser- (Grauwasser – keine Fäkalien) Anschluss.  Das führt dazu, das die meisten Fahrzeuge in AUSTRALIEN direkt einen Frischwasser und Abwasseranschluss am Fahrzeug-äußeren haben – just plug in.
Wohnmobile sind bei den Einheimischen in AUSTRALIEN nahezu verpönt. Die haben alle coole Offroad-taugliche Wohnwagen mit noch cooleren Trucks davor. In der Regel Allrad-PickUp´s mit Doppelkabine, also Sitzplätze für 5.

Cooler PickUp

Die Wohnwagen (scheinbar egal wie groß, fast immer Doppelachse) sind allesamt ungebremst. Einfach nur die Deichsel auf die Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs. Offenbar bei deren Größe kein Problem.
Vorzelte in unserem Sinn gibt es nicht – eher so eine Art Markise (oder Rollo) dessen Rolle auf dem Fahrzeug entgegengesetzten Seite auf Stangen angebracht ist. Dadurch bekommt man mehr Stabilität in die Sache. Je nach Bedarf (Sonnenschutz!) hängt man dann Seitenteile ein, fertig ist das „Vorzelt“.

australia aravaning

Das Campen scheint in AUSTRALIEN einen sehr hohen Stellenwert zu haben: An den beiden vergangenen Wochenende waren die Campsites richtig voll mit Local´s.
In beiden Ländern haben die Campingplätze sogenannt CABIN´s – sehr einfache „Häuschen“ oder „Hütten“ die man je Nacht mieten kann, wenn man nicht per Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs ist. Preislich liegen diese CABIN´s etwas unterhalb der einfachen MOTEL´s, die auch sehr weit verbreitet sind.

Extrem Cool:

Monster Truck

AufbauDie kommerziellen Campsites haben immer mindestens eine „Camp-Kitchen“:

* Einen Herd mit elektrischen Herdplatten
* Kühl- und Gefrierschrank
* BBQ´s – Gasgrille mit Edelstahlpfanne – also keinen Rost
* Spüle
* Sitzgelegenheiten zum Essen

So kann man auch als Zelt-reisender Abends vernünftig kochen…oder Morgens seine Spiegeleier braten – wenn man denn eine Pfanne hat: Geschirr gehört nicht zur Ausstattung der Camp-Kitchen.

Wir nutzen in letzter Zeit die BBQ´s öfters, auch wenn man sie danach (logisch!) selber sauber machen muss. Aber auf diesen Gasbetriebenen Edelstahlpfannen lässt sich wirklich gut kochen. OK, ob das „Grillen“ im Norddeutschen Sinne des Wortes ist, sei dahin gestellt 😉

Die prominenteren kommerziellen Campsites haben sich was schlaues, aus Campersicht aber doofes einfallen lassen: Alle wollen, das man bereits um 10:00 Uhr den Platz verlässt. Einige argumentieren mit „Wir brauchen Zeit zum sauber machen“. Wenn man später abreist, drohen alle mit Zusatzkosten in ungenannter Höhe, eine Campsite sprach von 25 AUS$ „Bearbeitungsgebühr“. Nun, die „schlauen“ Campsites haben auch an den Ausfahrten Schranken eingerichtet und man erhält beim CheckIn einen persönlichen Code um die Schranke zu öffnen…der ist natürlich nur bis 10:00 Uhr gültig und man muss als reuiger Sünder ins Büro…

Wetter-technisch war NEUSEELAND deutlich abwechslungsreicher als AUSTRALIEN. Mehr Regen, mehr Kälte (im Sommer). Seit nun zwei Wochen in AUSTRALIEN hat es nur einmal geregnet – am ersten Tag.
Wir alle (auch die Kinder) haben durchaus körperliche Probleme mit der Hitze in AUSTRALIEN – 35°C bis 38°C (im Schatten) steckt man mal wirklich nicht so einfach weg – aber es ist soooo angenehm auf der Haut!

Im Moment kennen wir nur drei Arten von Tagen:

1) Fahrtag
Aufstehen, Frühstücken, aufräumen und einpacken, losfahren, oft unterwegs mal einkaufen und da, wo es schön ist, anhalten.

2) Ruhetag
Wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir einfach einen Tag länger. Das zieht manchmal das Problem nach sich, das wir zu Fuß in die Stadt/das Dorf gehen müssen um neuen Proviant heran zu schaffen – weil wir immer nur für zwei Tage einkaufen.

3) Ausflugstag
Das ist dann der Großkampftag – Aufstehen, Frühstücken und auf in den Sightseeing-Trubel! Die Abende sind dann besonders kurz, weil solche Touren (mit und ohne Hitze) irgendwie immer anstrengend sind 😉

Die Arbeitsteilung ist dem Profil der Mitreisenden angepasst:

a) Die Kinder verhalten sich wie echte Kinder und sabotieren alles, was geht. Manchmal, in Einzelfällen, decken sie den Tisch und sorgen jederzeit für einen Lacher

b) Die Kindsmutter kümmert sich um die Behebung der Sabotage-Akte, ist Kindsmutter und hilft im Allgemeinen mit, den Tagesablauf aufrecht zu erhalten

c) Die Oma verbringt 80% ihrer Zeit als Bespaßungs-Unterhaltungs-Künstler und sorgt für neue Sabotage-Ideen, die restlichen 20% widmet sie mehr oder weniger Ernsthaft der Nahrungszubereitung

d) Der Opa ist Fahrer, Prügelknabe für gewalttätige Kinder und Omas, verrichtet den Abwasch und ist der personifizierte Entsorgungsfachmann schlecht hin

Soweit unser Leben im Wohnmobil.

Gegen 21:00 Uhr betten wir uns zur Ruhe…

…Gute Nacht, John-Boy,

…Gute Nacht, Mary-Ann,

…Gute Nacht, Opa (OK, nicht ganz Authentisch)

Peter.

Tag 10-13: BYRON BAY via BRISBANE nach RAINBOW BEACH

Mittwoch, 12. Februar2014, BYRON BAY, 0 Kilometer
Donnerstag, 13. Februar 2014, BYRON BAY nach BRISBANE, 320 Kilometer
Freitag, 14. Februar 2014, BRISBANE, 0 Kilometer
Samstag, 15. Februr 2014, BRISBANE nach RAINBOW BEACH, 240 Kilometer

Herrje, 4 Tage aufzuarbeiten – ganz schön viel zu schreiben!

Mittwoch ist einfach: Morgens haben wir spontan beschlossen, auf diesem super-teuren Campingplatz in BAYRON BAY zu bleiben. Das nahe Bade-Wasser war zu verlockend 😉 Immerhin haben wir uns am Vormittag BYRON BAY zu Fuß erschlossen, Annika fühlte sich recht wohl, ich zumindest kam mir so alt vor…mal wieder so viele junge Menschen auf der Straße (vgl. QUEENSTOWN)!
Aber am Ende durchaus ein netter Badeort mit allem, was das (junge) Herz begehrt.

Byron Bay
Donnerstag dann weiter nach BRISBANE. Etwas längere Etappe mit Mittagspause am Fluss, insgesamt recht anstrengend. Außentemperatur über 35°C, die Fahrzeugklimaanlage kämpft wacker und zumindest dem Fahrer geht es gut.
Der freut sich auch schon auf BRISBANE. Zum einen ist er gespannt, ob er sich an „früher“ erinnern kann (schließlich war ich ja schon mal da) und zum anderen werden wir Matthew und Charlotte von der GALINAGIO treffen – die beiden verbringen die Zyklonpause bei seiner Schwester in BRISBANE. So wird es ein sehr schöner Abend, mal wieder 100% in Englisch und trotz des unvermeidlichen Biers hoch konzentriert – Englisch mit Akzent wird nicht flüssiger, mit Bier und so 😉

Wir grillen zusammen und bekaspern die kommende Segelsaison, allerdings hat GALINAGO dieses Jahr erst mal andere Pläne: Crewverstärkung und so…

Unsere weiteren Pläne kommen demnächst in einem neuen Lagebericht – nur so viel vorab: Sie haben sich geändert, die Pläne!

Am Freitag dann mit dem öffentlichen Bus in die Stadt: Wirklich gut gelöst: Der Bus kommt alle 15 Minuten und hat in der City nicht nur eigene Bus-Spuren, sondern auch eigene Tunnels und Straßen – und kommt somit immer durch!
Wir steigen im Kulturzentrum auf der SOUTH BANK aus…auf der der City gegenüberliegenden Flußseite. Magnetisch angezogen nähern wir uns dem obligatorischen Riesenrad und betrachten die Kulisse erst mal aus der Luft. Schön in klimatisierter Gondel über der Stadt schweben…

brisbane
…als wir aussteigen wird es den Jungs zu heiß, also fix in die CITY BEACH, direkt am Fluß ein öffentliches, kostenloses Schwimmbad im Lagunen-Stil mit Sandstrand. Wirklich originell und einmalig – die Mutter muss schließlich die Kinder aus dem Wasser zerren, damit wir rechtzeitig zur River-Tour kommen. Statt Bus diesmal die große Flussrundfahrt.

Wir sind schwerstens beeindruckt von den vielen Designerhäusern direkt am Wasser – mit eigenem Jetty (Anleger). Manchmal liegt dann auch eine dicke Yacht davor.

Brisbane

Die Kulisse der Hochhäuser ist beeindruckend, direkt am Fluss nicht nur Mega-Bürotürme sondern auch riesige Wohnhäuser.

Wehe dem, der mal betrunken nach Hause kommt!

(dürfte schwer werden, die eigene Wohnung zu finden)

Brisbane
Klar, nach der River-Tour ist allen wieder so heiß, das man wieder ins Schwimmbad muss 😉

Auf der Flußfahrt habe ich das BRISBANE MARITIME MUSEM am Flußufer gesehen und bekomme die Mannschaft dazu, erst mal da hin zu pilgern. Das Museum ist eigentümlich unaufgeräumt, aber genau das finde ich super.
OK; ich würde mit den Jungs lieber ein Frachtschiff erkunden als eine 2. Weltkriegsfregatte, aber man nimmt, was man bekommen kann. Wirklich irre, auf was für Dampfern die sich im 2. Weltkrieg die Kugeln um die Ohren geschossen haben.
Völlig fasziniert bin ich von den super schönen Schiffsmodellen in den Vitrinen – Vorsatz: Mal wieder in Hamburg ins Musem für Arbeit (die haben ja eine große Hafen und Seefahrt Ausstellung) und erstmals in das Internationale Maritime Museum von Peter Tamm..so gaaaannnnzzz in Ruhe. Später mal.

Danach also noch mal schnell schwimmen und dann mit dem Bus nach Hause. Diesmal ist er rappelvoll – klar, Feierabendverkehr.

Brisbane

Am Samstag dann weiter Richtung Norden. Heidi hatte vor ein paar Tagen vom AUSTRALIA ZOO gehört und als wir daran vorbei kommen entscheiden wir uns kurzfristig, hier eine lange Pause einzulegen und dem CROCO HUNTER einen Besuch abzustatten. Mitten im Land ist es nun richtig heiß, die Tiere liegen faul im Schatten und lassen die Besucher vorüber ziehen. Der Zoo ist riesig. Es gibt Känguru Freigehege, in denen man mit den Tieren frei herumlaufen darf…die sind natürlich handzahm und lassen sich lieber von den Kindern streicheln und füttern, als in der Sonne herum zu hopsen.

Besonders erwähnen möchte ich hier den Mitgründer und „Macher“ von AUSTRALIA ZOO, STEVE IRWIN. Sein Gesicht ist im Zoo quasi überall präsent, vor der Hauptshow um 12:00 Uhr Mittags laufen auf der riesigen Videowall Filme von/mit und über ihn und es gibt sogar ein Rap-Video mit ihm…natürlich auch immer mit Krokodilen und so. Echt gut, der Typ…
…es gibt nur einen kleinen Fehler: Er ist bereits seit 2006 tot. Von einem Mantarochen tödlich ins Herz getroffen. Nun gut, das kann ja jedem Taucher, Schnorchler und Tier-Dokumentarfilmer passieren. Aber das man so lange über seinen Tod hinaus so als Werbefigur herhalten muss – ohne, das die unwissenden das wissen (…sonst wären sie ja nicht unwissend, gell?)?

AUSTRALIA ZOO
Egal, die 12:00 Uhr Show im CROCOSEUM ist echt der Hammer. Sehr gut präsentiert fliegen Papagein durchs Publikum, geiern Krokodile nach einen Fisch und ein uns nicht bekannter Vogel sammelt 5 AUS$ Noten vom Publikum ein – und gibt sie später per Tiefflug natürlich zurück.
Für mich der absolute Hammer war aber ein leibhaftiger CONDOR.

AUSTRALIA ZOO

Was für ein mächtiger Vogel – was für Schwingen! Da können die Vögel aus HERR DER RINGE aber wohl einpacken! Ich bin nicht sicher, ob das Foto die wahre Größe des Vogels vermittelt?
Wir hätten sicher noch ein paar Stunden länger im Zoo bleiben können, aber wir waren völlig fertig von der Hitze und der Lauferei. Und wir wollten ja auch noch ein paar Kilometer gen nOrden gut machen.
Also wieder in den Bus, Klimaanlage auf Vollgas und weiter!

Wir erreichen RAINBOW BEACH auf dem Festland am Südende von FRAZER ISLAND. Ursprünglich wollten wir auf die Insel über setzten aber je mehr wir und damit beschäftigt haben (Fähren, Campsites), um so erstaunter waren wir dann auf einmal, als es ganz klar hieß: Nur von Allradfahrzeugen zu befahren. Ja dann wohl eher nicht!
WIr sehen uns beide Campsites in RAINBOW BEACH an und wundern uns ein wenig über unser Tourguidebook. Hat die beiden Plätze wohl verwechselt? Nun denn, wir finden, wie jeden Abend, unser Plätzchen, Heidi kocht was schönes und wir beschließen recht müde einen langen Tag…

…und lassen erstmals Nachts die 220 Volt Klimaanlage im Bus auf leisester Stufe laufen. Es weht kein Lüftchen und so ist es auch direkt am Meer heiß.

Tja, das waren die letzten vier Tage im Wort und einigen Bildern. Weiter unten dann noch ein paar mehr.

Peter.

Ein paar Specials:

Brisbane

AUSTRALIA ZOO

Tag 7-9: LAKE GLENBAWN nach ARMIDALE nach BYRON BAY

Sonntag, 9. Februar 2014 LAKE GLENBAWN, 0 Kilometer
Montag, 10. Februar 2014 LAKE GLENBAWN nach ARMIDALE, 250 Kilometer
Dienstag, 11. Februar 2014 ARMIDALE nach BYRON BAY, 370 Kilometer

Den Sonntag haben wir faul am See verbracht. Mittags wurde es wieder 37°C und selbst Heidi, sonst extrem zurückhaltend mit unbekannten Gewässern, benetzte die kostbare Haut im See – mit richtig schön braunem Schlammwasser – wie bereits berichtet: Der Sandstand fehlt, statt dessen ist das Ufer eine Modderzone und überaus glitschig. In Ufernähe hat das Wasser wohl so um die 25°C, viel tiefer traut sich keiner von uns hinein – irgendwelche Pflanzen bleiben immer an den Beinen hängen?
Egal, die Eingeborenen gehen auch nicht tiefer ins Wasser…

…und verpsiseln sich am Nachmittag einer nach dem anderen! Klar: Wochenende am Ende, bis man zu Hause ist dauert es eine Weile also los. Es verbleiben nur noch zwei andere Camper am Ort und es wird Abends still, ganz still.

Und dann kommen die Kängurus, erstaunlich nahe und die Kinder (links im Bild) winken ihnen (den Kängurus, rechts im Bild) bewundernd zu:

Lake Glenbanw

Erneut kommt am Abend thermischer Wind auf und sorgt im freien für so was wie Abkühlung, aber alles, wirklich alles im Bus hat gefühlte 40°C. Schränke, Kopfkissen, Bettdecke, Matratze. Die Kinder sind im Bett und schlafen schon, Heidi und ich halten es nicht aus und setzten uns ins freie – was für eine Wohltat!
Heidi beantwortet eMails, ich schreibe an meinem APOLLO Dossier und gegen 23:00 Uhr kommt mitten in der Einsamkeit eine Polizeistreife vorbei und sieht im dunklen zwei Gestalten, spärlich bekleidet, vor ihren elektronischen Geräten! Muss ein erfahrener Polizist gewesen sein, kurz die Fahrt verlangsamt, Lage sondiert und dann weiter – zum Glück 😉

Montags kommen wir nicht so recht in Schwung, aber wir müssen weiter. Die Batterien müssen aufgeladen werden und Einkaufen steht auch wieder auf dem Zettel. Aber erst gegen halb 11 sind wir wieder auf der Straße – 34°C.

Der Weg führt uns über TAMWORTH, laut Buch die Hauptstadt der Country Musik AUSTRALIENS…na ja, wir finden die Goldene Gitarre gleich neben einem KFC (Kentucky Fried Chicken = Hühner-Mc Donnalds), posen in der Hitze für ein paar Fotos vor der Gitarre und vergessen den Ort auch gleich wieder. Im Januar eines jeden Jahres muss hier aber durchaus der (Musik)Bär steppen – Festivals ohne Ende…

Tamworth Golden Gituar

Wir erreichen am frühen Nachmittag ARMIDALE, laut Eigenwerbung die höchste Stadt AUSTRALIENS, irgendwas mit mehr als 1.000 Meter. Wundersam. Vermutlich liegt die Betonung auf „Stadt“. Es muss doch noch höhere Menschenansammlungen geben? Der Ort ist wie alle Orte im östlichen Landesinneren: Außen Gewerbebetriebe und Autohändler, innen mindestens ein großer Supermarkt und viele kleine Fachgeschäfte. Nun denn, wir entern den COLE Supermarkt und beschließen heute mal zu grillen. Ein großer Gasgrill ist auf allen Campingplätzen Teil der Miete…in der BBQ Area.
Die Crew überredet mich, in ARMIDALE auch zu übernachten. Begründung: Hier ist die einzige Campsite weit und breit mit einem Pool. Gutes Argument bei der Hitze.

Der Platz ist fast leer – jedenfalls kaum Wohnwagen (…hier übrigens viel mehr verbreitet als Wohnmobile) oder gar Wohnmobile. Dafür scheinen die „Cabins“ alle ausgebucht zu sein. Jede Campsite hat auch kleine feste Häuschen mit 2-6 Betten im Angebot. Keine Küche, Bad und WC, das nutzt man alles von der Campsite mit.
So finden wir unseren Platz unter einem großen, Schatten spendenden Baum und die Crew geht erst mal baden – und ich kann in Ruhe für den APOLLO Bericht gut recherchieren, denn hier gibt es mal zur Abwechslung echtes Breitbandinternet inklusive!

Das BBQ ist super. Jede Menge Gemüse (Zucchini, Pilze, Zwiebeln und Aubergine) und natürlich Würstchen und Steak. Müssen wir öfters machen!

Früh´ am Dienstag Morgen wachen wir auf.

VOR KÄLTE!

Es hat gegen 7:00 so um die 15°C, der Platz liegt im Hochnebel oder Wolke, so genau können wir das nicht unterscheiden. Wahnsinn: Mehr als 22°C Temperaturunterschied in nur 14 Stunden. Da muss man erst mal mit halten.

Wir frühstücken im Fleece und machen uns gegen 9:00 Uhr auf den langen Weg nach BYRON BAY. Dieser Zielwunsch stammt von Annika. Sie hat auf einem HURRICANE Festival die Band PARKWAY DRIVE live erlebt, aufgetreten in Flip-Flops und eben aus BYRON BAY, AUSTRALIA stammend. Und ja, wir wollen alle auch wieder zurück an die Küste. Das Kruven auf den engen Straßen in den Bergen bekommt nicht allen gut…

…unterwegs machen wir Mittagspause in ULMARRA, dreikt am Flussufer auf einem sehr schön angelegten Rastplatz. Das denken sich auch die örtlichen Tiere, die wollen auch was von unserem Festmahl:

Ulmarra

Ulmarra
Die Campsite in BYRON BAY ist unglaublich teuer, mehr als das doppelte es bisher gewohnten. OK, alles etwas höherwertiger als bisher gesehen und der Sandstrand mit dem kristallklaren Seewasser und der leichten Brandung lassen das Loch im Portmonee augenblicklich vergessen 😉

Morgen wollen wir aber weiter. Der Platz ist rappel voll und eng. Und Strandurlaub können wir die nächsten 1.600 Kilometer immer noch machen. Also Morgens die Stadt erkunden und dann die 150 Kilometer nach BRISBANE. Dort ist Sightseeing und ein Treffen mit unseren Segelfreunden von der GALINAGO angesagt.

Peter.

Tag 6: BLACKHEATH nach LAKE GLENBAWN

Samstag, 8. Februar 2014, 280 Kilometer

Die Bio-Wecker gehen gegen 7 los, wir stehen auf und machen Frühstück. Die Idee ist, früh´ los zu fahren um nicht in der zu erwartenden prallen Hitze im Auto sitzen zu müssen…

…so gegen 9 Uhr sind wir denn auch so weit und fahren los. Das NAVI lotst uns erst mal durch unmöglich schmale und verwundene Gassen zum Highway, dann geht es entspannt vierspurig weiter. Kurz darauf halten wir bei einem Aussichtspunkt (MITCHEL RIDGE LOOKOUT) an – keine Chinesen, kein anders Fahrzeug und tatsächlich mal eine völlig ungesicherte Klippe ins Nichts – natürlich liegt da unten ein alter Lieferwagen. Klischee erfüllt!

MITCHEL RIDGE LOOKOUT

Immerhin kann ich Heidi am Rande des Abgrundes zu einem Fotoshooting überreden – noch ein Stück zurück, noch ein Stück zurück…;-)

MITCHEL RIDGE LOOKOU

Weiter gehts. Ich bin froh´ als wir den Highway 32 bei LITHGOW verlassen können und auf „normale“ Straßen kommen. Wir wollen die BLUE MOUNATINS an der Nord-Ost Kante umfahren und uns dann weiter Nord-Östlich halten, um spätestens in BRISBANE wieder die Küste zu erreichen – also in 3-4 Fahrtagen. Wir gehen auf die 86 und später bei ILFORD wechseln wir auf eine noch kleinere Straße, die haben dann keinen Namen oder Nummer mehr, sind aber geteert.

Zwischen RUNNING STREAM und ILFORD fängt eine Motorkontrollleuchte an zu blinken und der Motor läuft offenbar in einem Notprogramm. Er läuft noch, bringt aber keine Leistung mehr. Bergauf mit 5 km/h und Warnblinker. Die VW Handbücher sind natürlich nicht an Bord. Annika hat zeitweise ein Handynetz und findet via GOOGLE heraus, das man bis in die nächste VW Werkstatt weiter fahren soll – nur, allein, es gibt da ein Problem: Hier sieht es alles sehr, sehr einsam aus!
In ILFORD haben wir dann kein Handy-Netz mehr, finden aber einen Münzfernsprecher und rufen den Vermieter APOLLO an. Die Hotline gibt merkwürdige Tips wie „Schalten sie 6 mal nacheinander die Zündung ein, ohne zu starten, und starten dann den Motor neu“. Ich frage, ob das ein Witz sei, die Hotline pendelt zwischen „verwirrt“ und „sauer“ und schließlich einigen wir uns darauf, das wir es bis zum nächst größeren Dorf KANDOS versuchen sollen und dort dann die Road-Assistence kommen lassen.
Den Motor wieder gestartet…und er läuft zu meiner Verwunderung tadellos. Dennoch wünsche ich eine Überprüfung. KANDOS passt gut, weil wir unbedingt noch Sprudelwasser und stilles Wasser kaufen müssen. Zum einen ist der Verbrauch deutlich höher als gedacht, zum anderen ist das Leitungswasser hier so stark mit Chlor versetzt, das wir es zum Kochen nicht verwenden wollen…ähm und Bier war auch knapp 😉 Ach ja, und Töpfe brauchen wir auch noch. Mal im Bild…

…das sind die Töpfe die der Vermieter für einen auf 6 Personen ausgelegten Bus uns mit gegeben hat:

APOLLO Camper Australien Töpfe
Und das sind die Töpfe, die wir uns in KANDOS für 39,95 AUS$ dann selbst gekauft haben:
APOLLO Campervan Wohnmobil Töpfe

OK, die großen Töpfe sind etwas übertrieben, aber es gab die nur in dem 4-er Set 😉

Wir shoppen also in KANDOS und warten auf den Techniker. Der kommt und erfüllt völlig meine Erwartungshaltung. Natürlich hat er keinen Computer an Bord mit dem er den Fehlerspeicher des VW CRAFTER auslesen kann…aber immerhin kriecht er unter das Auto und sucht nach offensichtlichen Schäden – Fehlanzeige. Sein Tip: Im nächst größeren Ort zu VW. Na, ob der Bus die noch vor uns liegenden 4.500 Kilometer schafft?

Passt alles wunderbar zu meinem immer konkreter werdenden Bild von APOLLO. Die Fahrzeuge werden ausgelutscht bis sie auf der Straße verrotten und der Kunde kann sich selbst um die Schadensbehebung kümmern. Hat ja sowieso nichts anderes zu tun.

Die Straße von KANDOS nach DENMAN ist holprig, einsam und reich an Kurven, aber wir durchfahren eine einmalige Landschaft. Trotz der extremen Trockenheit gibt es immer wieder unterschiedliche Abschnitte mit anderen Bäumen und Büschen, mit Felsklippen und Tälern, mit grünen Weiden (weil bewässert) und völlig verbrannten Weinbergen, mit ausgetrockeneten Flussbetten und großen Brücken darüber. Endlich mal ein Streckenabschnitt, der so ganz nach meinem Geschmack ist!
Leider kann Heidi nicht viel von der Landschaft sehen. Sie sitzt hinten im Bus bei den Kindern und hat kaum freien Blick nach draußen.

Kurz vor DENMAN halten wir vor dem SANDY HOLLOW Family-Park – sieht von außen sehr langweilig aus, da wollen wir lieber nicht übernachten. So fahren wir trotz der mittlerweile brütenden Hitze nochmal 50 Kilometer weiter zum LAKE GLENBAWN.

Bis ungefähr 32°C halten wir es mit offenen Fenstern und Fahrtwind gut im Bus aus…aber dann steigt die Temperatur auf 37°C, manchmal sogar auf 38,5°C und wir schließen die Fenster und lassen die Motor-Klimaanlage auf Maximum laufen. Ein wenig der erfrischenden Kühle kommt auch bei den Kindern und Heidi an…derweil Annika anfängt zu frieren.

Die Campsite von LAKE GLENBAWN ist schlecht ausgeschildert und wir sind nicht sicher, das wir auf dem richtigen Weg sind. Wir kommen an riesigen, nobel aussehenden Pferdefarmen vorbei und verpassen fast eine wichtige Kreuzung. Dann erreichen wir endlich den See und finden die Einfahrt zur Campsite. Offensichtlich ist der See eine große Talsperre und man hat den ganzen See eingezäunt und das Ufer zur Campsite gemacht. Also eine riesige Anlage mit vielen, sehr vielen Stellplatzmöglichkeiten…und an strategischen Stellen Dusch- und WC Häuser, aber keinen Strom. Natürlich nicht. Hier, in der Wildnis!

Lake Glenbawn

Weil Wochenende ist, sind viele Locals hier, mit echten Wohnwagen (hoher Radstand, immer Doppelachse und vermutlich Offroad-tauglich), Booten (natürlich) oder Zelten. Von uns aus Beste Campsite bisher, wäre fast wirklich super…wenn denn ein Sandstrand vorhanden wäre 😉 Ja, unsere Ansprüche steigen. Täglich. Schrecklich!

Tagsüber haben wir schon vier Kängurus  gesehen.

Auf der Straße.

Alle tot!

Drei kleine, aber auch ein richtig großes Tier. Muss man ganz schön aufpassen und darum herum kurven…

…beim Abendessen dann entdeckt Annika am Seeufer eine ganze Känguru-Famile am Seeufer beim Wasserfassen.

Zum Glück diesmal lebend!

Alle!

Peter.

P.S.:
Der Sandstrand ist nicht entscheidend – es gefällt uns gut hier und so bleiben wir einen Tag länger. Der Sonntag verspricht ebenso heiß zu werden wie der Samstag. Also lieber im Schatten am Wasser aufhalten als im Bus vor sich hin zu schmelzen.

P.S.2: Ein paar mehr Fotos bei besserer Internetverbindung. 10/02/2014: erledigt. Here we go…