Archiv der Kategorie: Australien mit dem Wohnmobil

Wohnmobilreise durch Australien von Anfang Februar bis Mitte März 2014

AUSTRALIEN mit dem Wohnmobil – kleines Fazit

Aus, das war es…

…die Reise mit dem Wohnmobil durch AUSTRALIEN.

Das Land war völlig anders als erwartet. Die Ostküste überlaufen, amerikanisch. 8 spurige Highways, Wolkenkratzer. Das Landesinnere hingegen fantastisch. Die Tierwelt unbeschreiblich. Mit 8.100 gefahrenen Kilometern ist die Strecke länger geworden als wir bei der Planung dachten. Aber jeder Kilometer war es wert! Von SYDNEY nach CAIRNS nach AYERS ROCK – nie auf direktem Weg. Immer schön die Umwege gesucht.

Unsere persönlichen Highlights waren die Nationalparks, abseits der Küste, ca. 300-400 Kilometer im Landesinneren (von Osten aus betrachtet). Und wenn man in den Highlights nach dem absoluten Favoriten suchen wollte, dann wäre es mit Sicherheit AYERS ROCK.

Vielleicht, weil dieser Fels in der Wüste am Ende der Reise stand, vielleicht weil die Geschichten rund um den Felsen so geheimnisvoll klingen, vielleicht, weil es einfach absurd ist, 3.000 Kilometer in die Wüste zu fahren, um einen großen Felsen zu sehen?

Egal – die Reise hat sich gelohnt und wird nie vergessen werden.

Für die Leser, die jetzt erst einsteigen:
In der Rubrik „AUSTRALIEN mit dem Wohnmobil“ sind in chronologisch umgekehrter Reihenfolge alle Reiseberichte und Fotos dieser kleinen Expedition gesammelt. Diese Reise haben wir unternommen, um die Cyclon-Saison im Südpazifik zu überbrücken – denn eigentlich sind wir mit dem Segelboot auf großer Fahrt unterwegs. Diese Reiseberichte befinden sich in der Rubrik „Projekt: Lange Reise„.

Peter.

Tag 41-43: ALICE SPRINGS nach AUCKLAND via MARS

  • Samstag,, 15. März, ALICE SPRINGS, 0 Kilometer
  • Sonntag, 16. März, ALICE SPRINGS, 0 Kilometer
  • Montag, 17, März, ALICE SPRINGS nach AUCKLAND, ganz viele Kilometer

Das Wochenende haben wir in ALICE SPRINGS verdödelt, ein wenig shoppen, lunchen, schwimmen und packen. Montag dann das Auto zurück gebracht und ab in den Flieger…

…der nach MELBOURNE hat Verspätung und so erreichen wir dort den Anschluss nach AUCKLAND nicht mehr. Also umbuchen auf eine Maschine später. Die fliegen nach NZ im Stundentakt – wie die Eisenbahn…

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Der Flug von ALICE SPRINGS nach MELBOURNE ist der Hammer und ersetzt jeden „ausgefallenen“ Hubschrauberflug! Geradewegs nach Süden über die absolute Wüste…wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich denken, wir überfliegen den MARS.

Ist das der MARS?

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Da kenne ich mich aus: MISSION TO MARS, RED PLANET, TOTAL RECALL, OPERATION GANYMED (…ja ja, GANYMED und nicht MARS, aber immerhin). Ich war quasi schon mal da! Kenne jede Tücke, jeden Felsen und Wüste…

…das muss hier sein, hier, die Stelle! ;-))

Aber was ist das? Seit wann hat der MARS Wolken?

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Wohl doch die Erde (?), wir nähern uns der Küste und Bewölkung zieht auf ;-(

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„Natürlich“ hat der AUCKLAND auch Verspätung, dafür ist der rappel pappel voll – im Gegensatz zu dem davor: Der war nur zu einem Drittel belegt.

Irgendwie habe ich Glück, ja, wirklich: Mein TV im Vordersitz ist kaputt – absolut tot.

Heidi schaut sich neben an gespannt ALL IST LOST mit ROBERT REDFORD an und ich (ein Buch zur Täuschung lesend) denke fiebernd darüber nach, wie ich mich an QUANTAS gnadenlos räche…

…da kommt der so genannte als auch „Customer Service Manager“ vorbei, spricht mich mit Mr. Wiedekamm an und meint, was ich essen und trinken möchte…ich bekomme als ERSTER meine Mahlzeit! Und dann im 15 Minuten Takt eine neue Dose Bier (bis ich abwinke), eine Käseplatte (wohl aus der ersten Klasse abgestaubt?) und eben jede Menge persönliche Aufmerksamkeit..Mr. Wiedekamm..!

Die endet auch nicht um 0:45 Uhr am Dienstag Morgen am AUCKLAND AIRPORT Gepäckband: Die Crew kommt vorbei um ihr Gepäck aufzusammeln und er lacht immer noch über Mr. Wiedekamm – nett und herzlich.

Mist, jetzt habe ich gar keine Lust mehr über QUANTAS zu meckern und mich zu beschweren… 😉

Um 1:30 Uhr liegen wir im ranzigen HOLIDAY INN am Flughafen in den Betten und sind fix und alle…

AUSTRALIEN erst mal beendet, NEUSEELAND, Nordinsel, wir kommen!

Peter.

P.S.: Heidi fand übrigens ALL IS LOST super!

Tag 39+40: ULURU – KINGS CANYON – ALICE SPRINGS

  • Donnerstag, 13. März 2014, ULURU nach KINGS CANYON, 330 Kilometer
  • Freitag, 14. März 2014, KINGS CANYON nach ALICE SPRINGS, 480 Kilometer

Nach der Wanderung in „THE OLGAS“ waren wir richtig fertig und hatten irgendwie keine Lust mehr, noch weiter in dieser Hitze und Fliegenwelt zu bleiben. Also haben wir uns zum Rückzug nach ALICE SPRINGS aufraffen wollen…
…beim abendliche Grillen (ohne Fliegen, die sind nach Einbruch der Dunkelheit verschwunden) treffen wir ein Paar aus Augsburg. Und die meinen, wenn wir KINGS CANYON auf dem Rückweg nicht besuchen würden, dann sollen wir doch gleich zu Hause bleiben.

So motiviert schauen wir also auf die Karte und stellen fest, das der Abstecher nach KINGS CANYON eine Alternativroute zurück nach ALICE SPRINGS bietet – also gebongt!

Wir starten am Donnerstag spät, so gegen 10:00 Uhr, es ist schon wieder brüllend heiß aber die Auto-Klimaanlage lässt die schlimme Außenwelt erträglich werden.

Eigentlich sind wir ja im Moment wie Raumfahrer auf einem fremden Planeten. Man kann sich zwar draußen aufhalten, aber nur im Dunkeln. Man kann sich zwar frei bewegen, aber nur (wg. der Hitze) mit großen körperlichen Anstrengungen. Man kann zwar frei Atmen (wenn man ein Fliegennetz über den Kopf hat), aber nur, wenn man dabei auch wie ein verrückter Wasser trinkt.

APOLLO 13 – wir haben uns offenbar verflogen und sind auf dem Mars gelandet.

Am frühen Nachmittag passieren wir den KINGS CANYON Lookout Parkplatz und nach kurzem Studium der Hinweistafeln beschließen wir, die 7 Kilometer Wanderung heute nicht mehr zu machen. Der Weg ist per Definition bereits gesperrt (nach 11:00 Uhr UND mehr als 36°C) und wir wollen uns nicht retten lassen.

Also zum KINGS CANYON Ressort, wieder einer Ferienanlage inmitten der Pampa. Aber alles super gut (bis auf die Bierpreise) und, wie bisher üblich, gähnend leer.

Am Nachmittag wollen wir per Hubschrauber den Canyon erkunden, fällt aber leider unerwartet aus. Die Gründe sind bei mir im privaten Bereich zu suchen und äußerst un-schmeichelhaft.

Nun denn, das war der Donnerstag und zum Trost gehen wir Abends im proppe vollen Busch-Restaurant essen 😉

Der elektronische Wecker (die Bio-Wecker sind ja wieder zu Hause) haut uns wie gewünscht um 6:00 Uhr aus dem Bett und eine halbe Stunde später sind wir auf der Straße in Richtung KINGS CANYON Wanderwege.

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Die vielen mit uns eintreffenden Reisebusse lassen erahnen, das Heerscharen von „anderen Touristen“ diese Wanderung ebenfalls unternehmen werden – und so ist es denn auch.

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Wie immer: Ich erinnere mich mehrmals daran, das ich auch nur als Tourist unterwegs bin und „die anderen“ auch nur ihre Besten Bilder haben wollen…gleiches Recht für alle, auch wenn es schwer fällt.

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Die Wanderung ist etwas anstrengender als die zwei Tage zuvor, das liegt vermutlich (zumindest bei mir) aber auch daran, das die Füße noch nicht wieder ganz hergestellt sind. Während wir Anfangs noch 22°C hatten, waren es um 11:00 Uhr bereits 34°C mit angekündigten 39°C am Nachmittag.

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Nicht, das diese Temperaturen jemanden abschrecken. Man gewöhnt sich daran und wenn man mal klimatisiert (wo auch immer) verschnaufen kann, geht das schon klar.

Wir tauschen mit Bremerhaven Kontaktdaten aus, stellen fest das sie auch einen Reiseblog schreiben und sagen „Good Bye“.  Im Auto beschließen wir, über 100 Kilometer Schotterpiste die Abkürzung nach ALICE SPRINGS zu fahren. Weil dieser Weg aber durch ABORIGINES Gebiet führt, ist eine Fahrerlaubnis käuflich an der Tankstelle im KINGS CANYON Ressort zu erwerben. Das machen wir dann bei Volltanken auf und los gehts.

…bis wir 1 Kilometer weiter durch ein riesiges Hinweisschild gestoppt werden.

Blick auf die Karte.

Blick auf das Schild.

Blick auf die Karte.

Hm, die Route ist für „nicht Allradfahrzeuge“ augenblicklich Gesperrt. Bei Nichtbeachtung werden harte Strafen (nahe der Todesstrafe) angedroht.

Nicht, das wir feige wären und uns durch allgemeine Drohungen durch eines gemeines, anonymen Hinweisschild verschrecken lassen würden…

…nein, es ist schlicht und einfach die Vernunft: Wenn wir auf dieser Straße mit unserem Raumschiff stecken bleiben, dann müsste man uns zur Strafe 24 Stunden in der Sonne braten lassen – und das wollen wir nicht.

Also kehrt Marsch, kurze Überlegung, warum die Tante bei der Tankstelle das nicht wusste und los!

In ALICE SPRINGS am späten Nachmittag angekommen, verschätze ich mich mit den Dimensionen unseres Fahrzeugs auf dem COLES Supermarktparkplatz, wende und fahre ca 20 Meter Einbahnstraße (auf dem Parkplatz) falsch herum…und werde erstmals, seit wir in AUSTRALIEN sind, wüst von anderen Autofahren beschimpft. Mehrfach.

Tja, was nicht erlaubt ist, soll auch nicht sein.

Heidi sucht eine gute Campsite im Norden der Stadt aus, wir grillen, ich schreibe Blog und der Tag ist gelaufen.

Für den Samstag steht Relaxen und Shopping an, Sonntag packen, aufräumen und sauber machen und Montag dann die Reise nach AUCKLAND.

Wie zur Einstimmung erreicht uns eine eMail der Werft, auf der unser STORMVOGEL wieder fit gemacht wird: Ein Sturm ist im Anmarsch und man hat unser Boot extra gesichert, damit nix passiert.

Gut mit gedacht, will ich meinen!

Peter.

TAG 38: AYERS ROCK – KATA TJUTA

Mittwoch, 12. März 2014, AYERS ROCK RESORT, 0 Kilometer

Für heute haben wir uns den „Schwester-Fels“ von ULURU, den KATA TJUTA vorgenommen. Im britischen „Original“ wird er „THE OLGAS“ genannt, aber der Name taucht kaum noch auf.

Also wieder in absoluter Dunkelheit los und mit unserem Auto in den Nationalpark. Der Weg nach KATA TJUTA ist viel länger – 50 Kilometer. Wir müssen uns ein wenig ran halten, um tatsächlich den Sonnenaufgang zu schaffen.
Wie schon gestern können wir mit offenen Fenstern und ohne Klimanalage durch den noch so jungen Morgen fahren – ach, wäre es immer so!

Aber die Sonne wird kommen, sie wird mit aller Macht brennen und die ganze Gegend hier in einen Backofen verwandeln.

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Da KATA TJUTA (von der Sonne her betrachtet) hinter ULURU liegt, geht die Sonne erst beim AYERS ROCK auf und beschert uns nochmal Bilder von diesem Fels. Die OLGAS leuchten in der Sonne nicht ganz so rot wie der Nachbar. Also vom Standpunkt des spektakulären eher zweite Wahl.

Aber nur für den Sonnenaufgang!

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Denn das, was nun folgt ist spektakulär erster Klasse. Geplant machen wir uns auf die kleine Wanderung durch das „VALLY OF WINDS“ – logisch, so als Segler. Der 7.8 Kilometer lange Rundweg soll nur am frühen Morgen begangen werden, ab 11:00 Uhr ist generell Zutritt verboten – oder auch schon früher, wenn die Wettervorhersage mehr als 36°C voraus sagt.

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Wir beginnen die vier stündige Wanderung gegen 7:30 Uhr. Natürlich fragt sich der geübte Wandersmann, wieso man für knapp 8 Kilometer 4 Stunden brauchen sollte – na ja, ein wenig klettern ist eben auch mit dabei.
Die Ranger empfehlen für die Tour 4 Liter Wasser pro Person – beim Besten Willen, 8 Liter im Rucksack ist zu viel! Wir starten mit 2,5 Litern eisgekühltem Sprudelwasser und ein paar Stullen, weil wir noch gar keine Zeit fürs Frühstück hatten.

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Wie immer starten solche Wege recht harmlos am Parkplatz…um dann Stück für Stück den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Wir laufen über Geröll, das unter unseren Schritten nachgibt uns so rutschig wird, wir laufen über schräge Lavaflächen die knurztrocken und absolut trittfest sind. Wir besteigen Reste von Treppen, die über die Jahre so auseinandergebrochen sind, das sie auch als Kulisse für HERR DER RINGE herhalten könnten – aber halt: Falsches Land!

Völlig irre erscheint uns, das wir inmitten der Felsen eine kleine Wasserstelle finden und sogar ein Känguru sichten.

Der Kontrast aus dem nun doch roten Felsen und den (teilweise) sattem Grün der kleinen Bäume ist betörend. Der strahlend blaue Himmel, absolut wolkenlos macht die farbliche Kulisse perfekt.

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Dazu bläst ein mächtiger Wind. Offenbar durch thermische Effekte am Felsen ausgelöst, bläst er zwischen den Felsen wie ein starker Heißluftföhn.

Aufregend, ungewohnt, einmalig!

Wir werden von deutlich sportlicheren Wanderern überholt und einmal kommt uns eine geführte Reisegruppe Jugendlicher entgegen – wir können gerade noch so zur Seite springen, damit wir nicht im weg sind. Die jungen Damen und Herren sind ja so vertieft in ihre Gespräche 😉

Das mitgeführte Wasser wird regelmäßig getrunken, aber wir beide merken zunehmend, das die „nur“ 7 Kilometer auch mal eben unsere Leistungsgrenze sind. Mittlerweile ist es halb elf, die Sonne steht schon hoch am Himmel und brennt, brennt brennt.
Unsere coolen Hüte geben guten Sonnenschutz und die un-coolen Moskitonetze über dem Kopf ermöglichen ein fliegenfreies Atmen.  Immerhin.

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Wirklich völlig geschafft erreichen wir den Bus, stürzen uns auf neues Wasser aus dem Kühlschrank und lassen den Motor laufen, um in den Genuss der Klimaanlage zu kommen. Ganz kurz wundern wir uns über weitere Touristen, die jetzt erst zur Tour aufbrechen wollen, teilweise ohne Rucksack oder Wasser. Nicht unser Problem.

Das besteht eher darin, das wir den Nachmittag so richtig im gekühlten Bus auf der Campsite verdaddeln – lesen, schreiben, schlafen.

Was für ein Leben!

Peter.

P.S.: Vermutlich werden wir morgen über Umwege nach ALICE SPRINGS zurück kehren. Genug Backofen.

Tag 37: AYERS ROCK (ULURU)

Dienstag, 11. März 2014, 0 Kilometer

Manchmal, in ganz seltenen Momenten, denke ich ja schon, das ich so weit alles richtig gemacht habe. Da stehe ich nun also mit Heidi am Ende der Welt vor einem Fels in der Wüste und betrachte fasziniert das Farbenspiel im Sonnenaufgang…

Wir sind zu früh aufgestanden – irgendwie nicht mitbekommen, das die in zentral AUSTRALIEN eine halbe Stunde gegenüber der Ostküste zurück sind. Das hat zur Folge, das wir bereits um 5:15 Uhr am Eingang des Nationalparks mit dem Auto stehen und unsere Eintrittskarte kaufen wollen. Die Frau am Schalter nimmt’s gelassen. Sie ist gerade gekommen, die Kasse fährt noch hoch und weil wir bar bezahlen bekommen wir unsere Tickets eine viertel Stunde vor Öffnung.

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Das Fahren in der noch absoluten Dunkelheit ist ungewöhnlich. Man kann den Berg ahnen, aber nicht sehen. Um diese Uhrzeit braucht man auch keine Klimaanlage im Auto, es ist herrlich kühl. Und die nervigen Fliegen sind auch noch nicht aufgestanden. Für die Betrachtung der Sonnen Auf- und Untergänge hat man spezielle Parkplätze mit Aussichtspunkten angelegt. So vermeidet man, das die Touristen wild in der Gegend herum stehen und alles platt trampeln.

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Heidi kocht auf dem Sonnenaufgangsparkplatz schnell einen Kaffee und schmiert ein paar Stullen, da kommen auch schon die nächsten Frühaufsteher. Frühes Erscheinen sichert die Besten Plätze – aber nicht auf dem Parkplatz, sondern auf der Aussichtsplattform.

Also los!

Es wird langsam hell, die Sonne ist aber noch unter dem Horizont. Die großen Reisebusse treffen ein und spucken ihre Fracht aus – keine Ahnung, von wo die alle kommen?

Dann bricht die Sonne auf und taucht die Steppe in gleißendes Licht – und der AYERS ROCK beginnt rot zu leuchten. Was für ein Schauspiel!

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Vermutlich werden an diesem, und an jedem anderen Morgen ca. 1.000.000 Bilder von einem uralten Fels in der Wüste geschossen. Wenn die AUSTRALIER keinen AYERS ROCK hätten, dann müssten sie einen bauen.

Der Name AYERS ROCK steht zwar noch auf den Straßenverkehrsschildern, aber eben auch der Name ULURU – so nennen die ABORIGINES ihren Felsen. Denn die britischen Invasoren (O-Ton ABORIGINES) haben das ganze Gelände den ABORIGINES zurück gegeben und für das AYERS ROCK Ressort (einer ziemlich gut in die Umgebung integrierte Touri-Anlage) einen 99 jährigen Pachtvertrag ausgehandelt.
Auch wenn es auffällt, wie die ABORIGINES auf IHREM Land bestehen, irgendwie scheint das Miteinander von zwei Völkern und Kulturen zu funktionieren – jedenfalls oberflächlich, für uns Touristen.

Nach dem Sonnenaufgang besuchen wir noch das CULTURAL CENTER, in dem eine kleine Ausstellung über das Leben der Eingeborenen und deren „Kampf“ (…wohl besser Bemühungen) um die Rückgabe von ULURU erzählt. Hier, im unvermeidlichen Ausstellungs-Café bekommen wir dann auch noch mal einen ordentlichen FLAT WHITE…

Vom frühen Aufstehen sind wir völlig erschöpft und fahren zurück zur Campsite. Ich schreibe klimatisiert am Blog, lese und schlafe, Heidi strickt, strickt und strickt.

Gegen 17:00 Uhr machen wir uns auf zum Sonnenuntergangsparkplatz. Viel zu früh´, aber bei einem Glas Wein im Campingstuhl sitzend und in absoluter Ruhe den Ausblick auf dieses große Stück Stein zu genießen rechtfertigt die frühe Abreise.

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Auch hier herrscht später einige Betriebsamkeit, aber die großen Reisebusse haben ihren eigenen Parkplatz 😉

Es ist mitunter schon lustig anzusehen, wie einige Mit-Touristen zu „ihrem“ Foto kommen wollen…da spielt die Herkunft oder das Geschlecht wirklich keine Rolle. Wenn es was tolles zu knipsen gibt, flippen halt alle aus…

…ich auch!

Peter.

Tag 36: ALYUEN nach AYERS ROCK (ULURU)

  • Montag, 11. März 2014, ALYUEN nach AYERS ROCK, 580 Kilometer

In der Nacht wurden wir offenkundig nicht von Organhändlern abgeschlachtet – im Gegenteil, wir haben wirklich gut geschlafen. Ohne Klimaanlage. Wir wachen früh´ auf und fangen erst mal an zu lesen. Gegen 9:00 Uhr fragen wir uns, ob wir hier unbedingt frühstücken wollen, verneinen dies und gehen wieder auf die Piste…

..aber nicht, ohne vorher noch mal Bilder von den tollen Skulpturen zu schießen, die die ganze Nacht über uns gewacht haben:

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120 Kilometer bis ALICE SPRINGS, lohnt sich ja kaum, los zu fahren. Und während wir so dahin düsen reift der Gedanke, direkt nach AYERS ROCK zu gehen. Schließlich kommen wir ja noch mal nach ALICE SPRINGS zurück um das Auto abzugeben. Da können wir uns ja den Ort immer noch ansehen…
…bei der Durchfahrt bekommen wir auch Lust darauf. ALICE SPRINGS wirkt von Felsbergen eingeschlossen recht idyllisch.

Die Landschaft ändert sich wieder, jetzt eindeutig Tendenz zu „Wüste“. Allerdings in Rot.

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Bei ERLDUNDA verlassen wir den STUART HIGHWAY (87) und gehen auf die 4, den LASSETER HIGHWAY. Die Straße ist nun wieder deutlich weniger befahren und es sind noch gut 250 Kilometer zum Ziel. Wäre die Landschaft nicht so faszinierend wechselhaft, würde die lange Fahrt wohl jetzt anfangen zu nerven, tut sie aber nicht.

Ein jeder Fan von Endzeitfilmen wird MAD MAX I kennen (also den allerersten Teil mit dem sehr jungen MEL GIBSON in der Hauptrolle). Die Kulisse stimmt hier schon, allein das Motorengeräusch unseres VW CRAFTER lässt keine richtige MAD MAX Stimmung aufkommen:

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In Sicht kommt ein Felsen in der Ebene und wir denken, das muss er sein, der AYERS ROCK (siehe Titelbild). Aber als wir daran vorbei fahren und die Strasse auch keinen großen Schwenk macht wird uns klar, das wir noch nicht am Ziel sind. Es folgen statt dessen noch viele kleine Felshaufen…

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ULURU kommt erst recht spät in Sicht und lässt sich von der Straße aus nicht besonders gut mit der Kamera einfangen. Macht aber nichts, wir sind ja extrem gut in der Zeit und werden Morgen zum Sonnenaufgang auf dem „Sonnenaufgangsparkplatz“ sein, auf dem man die Besten Fotos schießen können soll. Es gibt natürlich auch einen „Sonnenuntergangsparkplatz“ – hier hat alles seine Ordnung!

Beim Anmelden auf der CAMPSITE wollen sie dann tatsächlich einen Lichtbildausweis sehen – ich fühle mich leicht veräppelt lerne aber dann, das es hier sehr strenge Auflagen für den Verkauf von Alkohol gibt. Ich bekomme einen kleinen, offiziell wirkenden Zettel der mir erlaubt, im AYERS ROCK RESORT Alkohol kaufen zu dürfen.

Na denn, Prost!

Peter.

Tag 35: BARKEY HOMESTED nach ALYUEN

  •  Sonntag, 9. März 2014 BARKLEY HOMESTED nach ALYUEN, 430 Kilometer

Wir schlafen länger. Nachts konnten wir die Klimaanlage ausstellen und die Mückennetzbewährten Fenster öffnen…

Ahhhhcchhhhhhh….

Heute wollen wir auch gar nicht weit kommen. Wir sind gut einen Tag vor unserem Zeitplan und können es uns leisten, zu bummeln. Also nur nach WYCLIFFE WELL, ungefähr 350 Kilometer. Dort soll es ein ROADHOUSE, eine Campsite uuuuunnnnnnddddd (unglaublich!) ein UFO CENTER geben. Jawohl, ja, WYCLIFFE WELL soll sogar die UFO Hauptstadt AUSTRALIENs sein!

Donnerwetter, was es nicht alles gibt?

Wir fahren also los und wechseln in der Nähe von TENNANT CREEK den Highway. Die OST-WEST Verbindung des BARKLEY HIGHWAYS endet hier, weiter westlich kann man auf befestigten Straßen nicht mehr fahren. Statt dessen geht es nun stramm nach Süden, auf dem STUART HIGHWAY. Heidi füttert mich unablässig mit Obst (Orangen aus AUSTRALIEN) und Wasser (…Sprudelwasser von COLE´s, ALDI ist schon lange aus), wohin soll sie denn auch sonst mit ihrer Oma-Liebe?

Es geht, wie meistens, immer gerade aus:

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TENNANT CREEK ist tatsächlich eine kleine Stadt im Nirgendwo, wirkt aber im Moment völlig ausgestorben. Vermutlich Mittagszeit UND Sonntag? Also weiter…

Ein Stück südlich von TENNANT CREEK sichten wir die DEVILS MARBLES. Das können mit Sicherheit keine Glückssteine sein, denn die soll man ja immer bei sich tragen? Das wird bei der Größe etwas schwierig. Aber es sind vielleicht wirklich Murmeln, mit denen Riesen in grauer Vorzeit gespielt haben…oder eben Teufelswerk?

Klar, hier raus zum Fotoshooting! Die Hitze (nur 35°C) ist gar nicht so schwer zu ertragen, aber die miesen Fliegen surren wie verrückt um den Kopf herum und man muss beim Atmen aufpassen, das man keine Verschluckt!
Aber wir wurden ja gewarnt! Von einem John, einem in SYDNEY (Fliegenfrei) Eingeborenen, der diese Plage kennt. Also kein Gejammer und immer schön lächeln, auch wenn es schwer fällt!

Ohne Bergsteigerausrüstung kraxeln wir frei nach Herrn Messner die roten Felsklötze empor und posieren vor eindrucksvoller Kulisse…einige, wenige, einzelne.

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Wir kommen nach WYCLIFFE WELL und ich muss gehörig in die Bremse steigen, um die Ausfahrt noch zu erreichen.

OK, da stehen zwei grüne Papp-Marsianer an der Diesel-Zapfsäule herum, aber nach UFO Hauptstadt sieht das hier nicht gerade aus. Eher wie ein herunter gekommenes ROADHOUSE mit angeschlossener, aber leerer Campsite und halbgarer Marketing-Idee.
Na, da will man wohl etwas mehr sein, als man tatsächlich sein kann?

Wir tanken dennoch dankbar auf und fahren lieber weiter.

In voller Fahrt fotografiere ich einen entgegen kommenden ROAD TRAIN:

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Am späten Nachmittag ziehen Regenwolken auf, aber so richtig los regnen will es denn dann doch nicht. Aber komisch: Statt BLUE SKY und Schäfchenwolken mal dunkle Regenwolken am Himmel zu sehen?

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Es stellt sich die Frage, ob wir durchziehen und direkt nach ALICE SPRINGS gehen oder nochmal auf einer ROADHOUSE Campsite übernachten. Richtige Lust zum weiter fahren habe ich nicht mehr und Streß zu machen, nur um mal wieder INTERNET zu haben, muss ja wohl auch nicht sein…

…da werden unsere Blicke magisch von einer großen Skulptur auf einem Hügel angezogen (siehe Titelbild, ganz genau hinsehen!). Wie es der Zufall will, gibt es hier eben jenes ROADHOUSE mit Campsite und wir beschließen, hier in ALUYEN zu übernachten.
Da waren wir wohl die einzigen, die sich haben „anziehen“ lassen – wir sind Mutterseelen alleine auf der Campsite und fühlen uns nicht ganz wohl dabei.

Wohl zu viele schlechte Filme in der Vergangenheit gesehen?

(…FLEISCH, TOURISTAS…)

Peter.

Tag 34: MOUNT ISA nach BARKLY HOMESTED

  • Samstag, 8. März 2014, MOUNT ISA nach BARKLY HOMESTED, 420 Kilomter

Bevor wir am Morgen MOUNT ISA verlassen fahren wir noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt und machen Fotos. Nur mal so…der über 300 Meter hohe Schornstein inmitten AUSTRALIENS hat es mit wohl doch angetan.
Logischer Weise gibt es auf dem weltweitem Wegweiser auch eine Tafel für DATTELN – die Bergbaustadt im Deutschen Ruhrgebiet 😉

Wegweiser Datteln

Dann aber los auf den BARKLY HIGHWAY. Die kleinen Berge verschwinden bald und es wird wieder flach, gaaannnnzzz flach:

Australien Grasland
Dieses Bild könnte doch auch glatt auf hoher See aufgenommen worden sein – statt blauem Wasser hier mal grün angemaltes Wasser?

Einige Flüsse führen mittlerweile richtig Wasser, es muss woanders richtig geregnet (geschüttet?) haben – bei uns jedenfalls seit Tagen nicht. In keinem Fluss haben wir bisher so kristallklares Wasser wie in NEUSEELAND gesehen – hier werden wohl zu viel Sand, Steine und Geröll mit dem Fluss transportiert.

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Ab und zu tauchen nun die uralten Windräder aus den Western der 60´iger und 70´iger Jahre in der Realität auf. Völlig ohne Elektrik oder elektronische Steuerung pumpen sie fleißig aus der Tiefe Grundwasser an die Oberfläche in einen großen Wassertank – wenn denn der Wind weht. Wenn nicht, reicht hoffentlich der Vorrat im Wassertank.

Australien Windrad
Wir erreichen BARKLY HOMESTED am Nachmittag und beschließen, auf der zum ROADHOUSE zugehörigen Campsite zu übernachten. Und weil dieses ROADHOUSE richtig gemütlich wirkt, gehen wir dort auch zu Abend Essen. Der Laden ist gut besucht und das Essen erstaunlich gut. An der Pinnwand hängen Bilder von vergangenen Veranstaltungen (Autorennen auf dem benachbarten Airstrip), Naturkatastrophen (große Flut 2009) und vom Bau der Anlage. Erst Mitte der 80´iger Jahre errichtet, wird das ROADHOUSE dennoch wie eine Insel im Ozean betrieben: Völlig autark. Wasser aus Regen und Grundwasser. Strom kommt aus einem großen Dieselgenerator, der angeblich 500 Liter Diesel pro Tag verschlingt – so jedenfalls eine Hinweistafel am Eingang. Nach dem Motto: Wer hier über hohe Preise meckert, der möge sich mal überlegen, was der Betrieb der Anlage kostet!

So eingenordet beschweren wir uns natürlich auch gar nicht erst über die 2,19 AUS$, die wir hier für einen Liter Diesel bezahlen sollen (SYDNEY: 1,58AUS$). Neben Zapfanlagen für Benzin, Diesel und Diesel für ROAD TRAINS (…also eine Zapfsäule und im Umkreis von 100 Metern nichts darum herum gebaut) gibt es auch eine Zapfsäule für Hubschrauber. Allerdings etwas abseits, der würde ja bei Start und Landung sonst zu viel Staub aufwirbeln 😉

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Eine Zapfanlage für Bier gibt es an der Bar im übrigen NICHT – alles in Flaschen ;-))

Peter.

Tag 33: KUMBARA nach MOUNT ISA

  • Freitag, 7. März 2014, KUMBARA nach MOUNT ISA, 570 Kilometer

Die ganze Nacht mit Klimaanlage geschlafen…wir beide haben leichte Kopfschmerzen, wachen aber erst gegen 8:30 Uhr auf. Gegen 10:00 Uhr sind wir reisefertig und wir brausen zunächst die 70 Kilometer zurück nach NORMANTON. Hätte man sich wirklich sparen können…

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…dann den langen Weg über die Route 83 nach Süden, nach CLONCURRY – der Name ist echt ulkig, oder? War vielleicht ursprünglich mal CLONE CURRY gemeint?

Es ist wirklich unglaublich, wie vielschichtig die flache Landschaft ist. Mal riesige Wiesen aus grünem Steppengras (es ist ja offiziell Regenzeit), mal kleine Wälder oder einfach nur Steppe, Es bleibt die ganze Zeit flach, wir bleiben die ganze Zeit (400 Kilometer!) alleine und ich habe einmal kurz den Gedanken, das uns der Bus bloß nicht im Stich lassen möge…
…obwohl: Wir fahren jetzt immer Trinkwasser für 4 Tage und Proviant für ein paar Tage mit uns herum. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand auftauchen würde und uns einen Lift (Mitnahme) geben würde.

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Wir machen eine richtige Mittagspause mit Lunch im BURKE & WILLS ROADHOUSE – Auslöser war mal wieder tanken. Jetzt liegen wir bei 18 Litern auf 100 Kilometer. Die neuen Bremsen können nicht die Ursache sein, der Bus läuft gut im Leerlauf. Ich vermute er ordentlich Gegenwind, der uns viel Energie kostet.

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Von CLONCURRY sehen wir nichts, die Abzweigung liegt deutlich außerhalb der Ortschaft. Dann auf den BARKLY HIGHWAY (A2) nach Westen. Auf der Karte ganz klar als Umweg erkennbar, aber die unbefestigten Pisten, die mal eben 150 Kilometer sparen würden, trauen wir uns mit dem Bus nicht zu.

Fast schlagartig ändert sich die Landschaft. Statt ebener Buschlandschaft auf einmal kleine (Geröll)Berge, kurvenreiche Straße und vor allem viel mehr Verkehr. Diese OST-WEST Verbindung ist offenbar eine echte Pulsader.

Fahrtechnisch sind die ca. 120 Kilometer zwischen CONCURRY und MOUNT ISA wirklich toll! Ich möchte alle paar Kilometer anhalten und Fotos machen, das geht aber nicht. Die Straße ist zwar breiter als zuvor, aber hier fahren viele ROAD TRAINS (LKW´s mit einer Gesamtlänge von 50-55 Metern) mit 3 oder 4 Anhängern. Und die bremsen nicht mal eben so, wenn da ein Wohnmobil mitten auf der Straße steht.

ROADTRAIN

Einmal wenden wir, um noch mal Fotos zu schießen.

Gegen 17:00 Uhr erreichen wir MOUNT ISA und sind etwas irritiert. Das hat uns kein Buch gesagt. Die Stadt besteht aus zwei Seiten: Der MIENE SIDE und der TOWN SIDE. Die Stadt wurde nur gegründet, weil man die Miene hier gegen 1870 eröffnet hat. Kupfer und Blei wird hier gewonnen – offenbar in wirklich großen Mengen, so groß wie die Anlage wirkt. Aber klar, von irgendwas müssen die Leute ja leben.

Mount ISA

In diesem Zusammenhang sei mal erwähnt:
Auf den Campsites sehen wir jeden Abend“irgendwelche Arbeiter“. Die haben ihre Zelte oder einfachen Wohnwagen da stehen und gehen Morgens auf Arbeit und kommen Abends erst wieder. Das scheinen uns Wanderarbeiter zu sein, die durch halb AUSTRALIEN tingeln, um ihrem Job nach zu gehen. Hier, in MOUNT ISA sind das natürlich vermutlich Mienenarbeiter.

Kein schönes Leben…

Wir wollen Dienstag in ALICE SPRINGS ankommen, bis dahin sind es noch 1.200 Kilometer und wir werden hier in MOUNT ISA diesmal für 4 Tage einkaufen – laut Karte kommt unterwegs kaum noch ein größerer Ort.

An AYERS ROCK habe ich mittlerweile größte Erwartungen. Wir haben zwei volle Tage im Reservat eingeplant und ich hoffe auf wirklich tolle Fotos bei Sonnenauf- und Untergang. Daumen drücken, das es nicht regnet!

Peter.

TAG 32: ATHERTON nach KUMBARA

  • Donnerstag, 6. März 2014, ATHERTON nach KUMBARA, 680 Kilometer

Dieser erste Morgen ohne Saboteure und Tochter verläuft irgendwie komisch. Wir kommen nicht richtig in die Pötte, obwohl es herrlich kühl ist. Auf wundersame Weise sind wir genau um halb Zehn reisefertig, das ist auch die Zeit, die wir zu fünft häufig getroffen haben.

Nach dem fast ganzen Tag Verlust in der Werkstadt in CAIRNS wollen wir heute so weit fahren, wie wir kommen. Auf der Karte sieht KUMBARA ganz reizvoll aus. Mit etwas Phantasie könnte man behaupten, das liegt schon am Indischen Ozean, die Wahrheit ist aber wohl eher, das KUMBARA am GULF OF KARPENTARIA liegt und genau Nord die ersten INDONESISCHEN Inseln auftauchen.

Die Fahrt in den TABLE MOUNTAINS nahe CAIRNS ist sehr kurvenreich. Die Landschaft ist super-grün, es regnet alle Nase lang und die Luft bleibt angenehm kühl. Kaum 200 Kilometer weiter westwärts, unmerklich haben wir die Höhe der TABLE MOUNTINS verlassen und sind in der Ebene, ist wieder das typisch AUSTRALISCHE Buschland beidseits der Straße. Den Weg bis UNDARA Kennen wir schon – es führt nur dieser Highway westwärts.
Eigentlich hasse ich es, eine Strecke zweimal (hin und zurück) fahren zu müssen, aber meckern hilft ja nichts.

Wie schon gewohnt, sehr, sehr wenig Verkehr und unterschiedlichste Straßenverhältnisse. Mal super ausgebaut, mal ganz schmaler Teersteifen mit Schotterpiste links und rechts.

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Das Tanken geht mir nun doch langsam auf den Wecker. Der Bus braucht (bei großzügiger Auslegung der Geschwindigkeitsbegrenzung) gut 16 Liter Diesel auf 100 Kilometer, alle 300-400 Kilometer tanken wir sicherheitshalber nach. Immer so um die 50-60 Liter. Derweil steigt der Dieselpreis mit jedem gefahrenen Kilometer. In CAIRNS noch 1,58 AUS$ und nun Nähe KUMBARA 1,81 AUS$. Ja, OK, ich weiß…Angebot und Nachfrage am Ende der Welt.

Einen festen Vorsatz haben wir heute geschafft: Wir trinken mehr…WASSER! Jeder hat seine 1,25 Liter Flasche ausgetrunken, immer noch nicht Soll, aber besser als fast nichts. Nach der Kühle in ATHERTON (am späten Nachmittag 21°C) haben wir nun um die gleiche Zeit schlappe 34°C. Aber deutlich besser auszuhalten als in der Stadt.

Wir kommen kurz vor sechs an der einzigen Campsite in KUMBARA an, um 6 machen die hier zu. Merkwürdig. So leer ist der Platz gar nicht. So an die 15 andere Camper sind immerhin hier. Auf der Fahrt haben wir auf einen „Freitag“ spekuliert.

„Falls es da schön ist und es Internet gibt…“

Beides trifft leider nicht zu, daher Morgen weiter nach MOUNT ISA. Voraussichtlich.

Bei den langen Strecken bis AYERS ROCK muss man schon ein wenig planen, wenn man am 17, März wieder zurück in ALICE SPRINGS sein muss, um das Auto abzugeben und nach AUCKLAND zu fliegen…

…Reisen planen, das können wir ja mittlerweile super!

Peter.