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Kurzmeldung: Quessant – Audierne – Loctudy -> weitere Planung

Wir sind heute (Montag, 3. September 2012) in Loctudy eingetroffen – nach einem 30 Seemeilen Motortörn wg. absoluter Flaute. Zuvor haben wir im Mooringfeld von Audierne übernachtet (Sonntag, 2. September 2012) – von Quessant kommend (48 Seemeilen).

Diese beiden Etappen waren „easy going“ – obgleich die erste Stunde nach Quessant durch die Strömungs- und Wellenverhältnisse vielleicht noch als Besonders herausgestellt werden sollte. Die Insel hat wirklich ihren Reiz – und schützt sich mit einem anspruchsvollen Revier vor zu vielen Seglern!

Aufgrund der Wetterverhältnisse hat die englische Crew der MAUNIE OF ARDWALL (Graham und Dianne) folgende (tolle!) Aufnahmen von unserem Stormvogel gemacht:

1) Auslaufen Falmouth 30/08/2012 ca. 18:30 Uhr

2) Ile de Sains Passage 02/09/2012 ca. 18:00 Uhr

Und hier noch ein paar Bilder von unserem Leichtwindsegel der Marke WINGAKER in Aktion – allerdings nur bei sehr vorderlichem Wind – dafür ist das Segel eigentlich nicht gemacht:

Die weitere Planung:

Wir werden uns hier in Loctudy wieder neu ausrüsten und planen die Überfahrt nun für Mittwoch Mittag. Begründung: Ab dann soll der Wind in ausreichender Stärke wehen – allerdings wieder wie beim ersten Schlag genau von hinten. Die Wetterpropheten versprechen aber, das er weiter auf Ost herum kommt und dann wäre das ein tolles segeln. Hätte, Wäre, Müsste, Könnte – eigentlich alles Wörter, die man streichen kann…

Insider:
Im übrigen hat sich der Wetterprophet METABO über die Gleichsetzung mit Herrn Kachelmann beschwert – ja, ok, er (METABO) hat Recht: Ich wollte von ihm eine stabile Hochdrucklage, die hat er mir gegeben. Von Wind war letzte Woche noch nicht die Rede.

Die Wirklichkeit ist anders…

…als man denkt oder plant!

Das führt mich ja wieder dazu, das ich im nächsten Leben Meteorologe werden möchte: Man verdient viel Geld, kann erzählen was man will (…glaubt sowieso keiner) und hat Zeit für viele Frauen.

Na ja, vielleicht ist es auch wirklich nicht einfach, eine Windvorhersage zu erstellen. Alle haben sich getäuscht und wir mussten unsere Pläne der Realität anpassen. Also streichen wir die Vorbemerkung wieder 😉  (Lustig finde ich sie aber schon…)

Also:

Wir starten planmäißg in Falmouth um 18:00 Uhr. Es bläst wie blöde, also haben wir das 3. Reff im Großsegel…die Engländer riskieren Vollzeug.

Mit Brausefahrt in den West-Teil des englischen Kanals. Die Sonne geht unter, der Mond geht auf und alles läuft wie am Schnürchen. Selbst die unangenehme Welle stört noch nicht – darauf waren wir ja eingestellt. Der Wind beruhigt sich, wir nehmen das Reff raus.

Wir teilen die erste Wache ein, Heidi versucht von 22-24 Uhr zu schlafen – und mault, das es unter Deck so laut und kalt sei. Um Mitternacht Wachwechsel, ich gehe runter und maule, das es so laut und kalt ist!

Kalt – das liegt wohl an der Nachtkälte und ein Stückchen Müdigkeit. Laut, das liegt an der Segelstellung, dem immer weniger werdenden Wind und der nach wie vor starken Welle von Steuerbord. Dadurch wird das Boot gedreht / verdreht und die Segel schlagen wie verrückt im Rigg. Wenn sie dann wieder Wind fangen, knallen sie auch manchmal. Wie gut das die neu sind und nicht reißen werden, aber Materialschonend ist das nicht!

Also schlafen wir nicht und entsprechend lang wird die Nacht. Ich kämpfe bei der Schaukelei zunehmend mit Seekrankheit und merke aufkommende Teilnahmslosigkeit. Das ist nicht gut – aber noch kontrollierbar.

Wir versuchen eine Kursänderung um besser zum Wind zu kommen – die ist aber zu groß und führt uns zu weit von unserem Sollkurs weg – also wieder zurück, Segel wieder auf die andere Seite…und etwas den Anschluss an die vorauseilende englische Crew verpasst.

Die Sonne geht auf, die Fahrt geht runter auf 3,5-4 Knoten – gerechnet haben wir mit 6!  Bei Erreichen des TSS wird es mir zu bunt: Segel runter, Motor an und weiter. Viele, viele große Schiffe kreuzen unseren Weg, aber alles überschaubar und ruhig.

Wir stehen im regelmäßigen Funkkontakt zur anderen Crew – deren Skipper schlägt gegen 10:00 Uhr vor, abzubrechen und die Ile de Ouessant anzulaufen. Begründung: Kein Wind, doofe Welle und demnächst Strom gegen an. Die stehen 3 Seemeilen vor uns.

OK denke ich, das ist gut. So weiter eiern geht gar nicht!

Also erstmal weiter auf Sollkurs und dann den kleinen Abstecher zur Insel. Wir werden immer langsamer, aha, die Tide kippt und wir haben den Strom gegen uns. Und werden langsamer, langsamer, laaaaaannnggggggsssssaaaammmmmmeeeeeerrrrrrr.

Und was ist das? Sind die Instrumente ausgefallen? Der Magnetkompass sagt, wir fahren 145° (durch das Wasser), das GPS sagt, wir fahren 340° über Grund (also tatsächlich). Mit 2 Knoten. Ich brauche so ca. eine halbe Stunde, bis ich darauf komme, das wir zurück getrieben werden. Mit satten 2 Knoten! Das heißt: Der Strom schiebt uns so stark weg, das wir nicht gegen an kommen. Schließlich wollen wir ja unter 2.000 Touren und bei 85°C  bleiben, um die Maschine nicht zu überhitzen.

Ausserdem: Wir stecken mitten in einem „Race“: Das haben wir schon in England lernen müssen: An besonderen Stellen (Meistens Kap´s) gibt es je nach Tide besondere Wellenberge, Strömungsverhältnisse und Strudel. Und wir stecken mitten drin, weil sich dieses Race gerade immer weiter aufbaut. Wir haben das Ziel vor der Nase, können es bei schönstem Sonnenschein direkt in 2 Seemeilen vor uns sehen und kommen nicht hin!

Ich brauche wieder eine halbe Stunde…dann also erstmal raus aus dem Race auf die offene See, dort versuchen an dem ersten Kap vorbei zu kommen und dann eher aus Süden in die Bucht einlaufen – und den Motor etwas mehr stressen, als wir eigentlich wollen. (2.200 Umdrehungen, 93°C).

Das klappt, aber laufen immer noch nur 2 Knoten – aber diesmal in die richtige Richtung ;-))

Und so erreichen wir erst am Abend diesen hervorragenden Ankerplatz (wir liegen an einer Mooringboje) und freuen uns, das der englische Skipper diesen Vorschlag gemacht hat.

Beide Crew´s haben die Nase voll und bleiben heute (Samstag, 01/09/2012) hier und erkunden die Insel.

Für Morgen planen wir eine Motor-Tour 40 Seemeilen weiter südöstlich nach Audierne – kein Wind angesagt aber es macht Sinn, noch ein Stück weiter nach Süden zu kommen. Auf der Etappe gibt es bei Ile d Sein wieder ein Race – und mit nunmehr 2 Skippern wurde errechnet, das wir dort auf keinen Fall VOR 18:00 Uhr ankommen dürfen, optimaler Weise um 18:15 die Passage durchführen und wenn wir das nicht schaffen ab 18:30 Uhr mit hohen, teilweise brechenden Wellen rechnen müssen. Aber wenigstens ist ja kein Wind ;-(

So, und zum Schluss zur Belohnung hier noch ein paar Bilder damit mal klar wird, wie gut wir es eigentlich getroffen haben:

 

NANNIDIESEL: Propeller-Pitch

Zum einen erst mal vielen, vielen Dank an die mittlerweile auf vier Personen angewachsene Motorcrew! Insbesondere Freund Wolfgang wird nicht müde, Ideen für eine Problemlösung zu finden…

Zum anderen hat sich die Geschichte mit der Werft leider erledigt: Der Mechaniker ist krank und könnte vielleicht Morgen kommen. Das passt aber nicht zu unseren Reiseplänen. (siehe „Zur Lage II“).

Heute haben wir uns sehr aufwendig mit der Frage beschäftigt, ob der neue MAXPROP Propeller denn wirklich passend ist. Dieser wurde ja im Rahmen des Refit neu montiert. Einige Hinweise hatten immer wieder diese Idee: Motor zu heiß weil überlastet weil Propeller zu groß und/oder Steigung (Pitch) zu groß.

Nun haben wir ja den alten Propeller als Ersatzteil an Bord…in der Bugraumbilge. Also haben wir den heute heraus gekramt und begonnen, ihn zu vermessen. Die Grundannahme dabei ist, das er beim Bau des Stormvogels sorgfältig ausgesucht und dimensioniert wurde. Ob er wirklich passend war, wissen wie natürlich nicht – aber immerhin hing er ja 16 Jahre an der Welle.

Nach vielen Stunden GOOGLE haben wir dann endlich eine vernünftige Anleitung gefunden, wie man einen Propeller ordentlich vermessen kann ohne irgendwelche Templates und Programme herunter zu laden. Auch die Beschreibung bei WIKIPEDIA scheint uns nicht vollkommen richtig/verständlich zu sein.

Wo gibt es also die ultimative Erklärung? Im Modellbau! Aufwendig in einer Fotostrecke hier dokumentiert. Man beachte auch die Kommentare unter dem Beitrag.

Gemäß dieser Anleitung sind wir dann auch vorgegangen:

Zum Zeichnen des Halbkreises haben wir uns einen großen Kartenzirkel genommen und daran mit Tape einen Kugelschreiber befestigt. Und mit Propeller:

Für unseren alten Propeller ergeben sich somit folgende Werte:

  • Propeller: 3 Flügel Fixpropeller Stempel „B34963“ (keine Ahnung, was das bedeuten könnte…)
  • Radius: 280 mm (gemessen)
  • Durchmesser: 560 mm (Radius mal 2)

1 Zoll hat 25.4 mm

  • Durchmesser: 22.05 Zoll
  • 2/3 Radius: 190 mm (auf diesem Radius wird gemessen)
  • Hohe Kante (HK): 100 mm
  • Niedrige Kante (NK): 15 mm
  • Winkel (W): 69 °

Formel Steigung [mm] = (HK – NK) × (360°) / (W°)

  • Pitch 443.4782609 mm
  • Pitch 17.45977405 Zoll

Somit hat der alte Propeller also eine etwas größere Steigung als der neue (ebenfalls 22 Zoll Durchmesser) MAXPROP. Wenn die Monteure in Makkum alles richtig gemacht haben, wurde der Pitch von 22 Zoll auf 16 Zoll zurück genommen. (Hinweis: Bitte nicht mit den beiden 22´igern durcheinander kommen. Purer Zufall.) Die Einstellung eines MAXPROPs ist nicht ganz einfach. Die Anleitung ist eigentlich ganz gut, aber man kann sich auch schnell mal vertun. Auf der anderen Seite: Durch die Testfahrten nach der Änderung konnten wir eindeutig eine Veränderung fest stellen: Man muss nun schon ordentlich Gas geben, bis der Dampfer aus dem Stillstand los läuft – das war vorher nicht so. Also wurde eindeutig der Pitch reduziert.

Damit ist für uns dieser Drops gelutscht – hier werden wir nicht weiter kommen.

Die andere heiße Spur (im wahrsten Sinne des Wortes) ist das Auspuffsystem. Dort könnte eine Art Verstopfung vorliegen die dafür sorgt, das nicht genügend See-Kühlwasser durch das System gepumpt werden kann – aber diese (größere) Baustelle verschieben wir jetzt erst mal, da nun unsere Biskaya Überquerung ansteht.

Soweit zum Propeller.

Peter.

Eine (große) Bitte…

…uns bitte nur „kleine“ Bilder zu schicken. Wir verfügen in der Regel nur sehr begrenzt über vernünftige Internet-Anschlüsse und verwenden im Moment die Handys als WLAN HUB. Der dazu passende Aldi-Talk Europa-Tarif sieht vor, das man für 4,99 Euro 60 MB im 7 Tagen verbraten darf. Dieses Paket kann man aber erst nach Ablauf der 7 Tage verlängern. Wenn uns also jemand in einer eMAIL Bilder oder Dateien mit z.B. 60 MB schickt, ist der Tarif schon futsch und wir „müssen“ 0,49 Euro-Cent je MB zahlen.

OK, immer noch billiger als via Satellit (da würden wir 13 Euro je MB zahlen) aber ja nicht notwendig. Mit so schönen Programmen wie IRFANVIEW (kostenlos, einfach mal IRFANVIEW und CHIP bei GOOGLE eingeben und dann bei CHIP.de runter laden) kann man im Batchbetrieb beliebig viele Bilder kleiner machen. Mit „kleiner machen“ sind nicht die Bildabmessungen gemeint, sondern die Dateigröße. Wir brauchen hier an Bord ja keine Druckdaten…so wird aus einem 2 MB Digitalkamerabild dann mal eben 120 KB…

Peter.

Mobile publishing

Den letzten beitrag hatte ich via android smartphone email in einer kneipe erstellt…damit konnte der wordpress email client wohl nix anfangen. Ich vermute ein mime encoding problem. Mit wordpress bordmitteln nicht zu loesen…also das plug-in POSTIE installiert. Damit klappts nun. Bei der Gelegenheit direkt wordpress for android auf dem Smartphone installiert.  Schreibe diesen beitrag gerade damit…

Familie wird aktiv…

Sohn Ole experimentiert mit einem eigenen Bereich innerhalb von www.wiedekamm.com. Weil ihm das allgemeine Design nicht passt und schon gar nicht die Hauptmenüleiste mussten wir erst mal heraus finden wie man individuellen Seiten ein individuelles Layout geben kann. Dazu musste dann auch noch der Header dran glauben – bin ich froh´ das ich dieses PHP geraffel nicht intensiver machen muss…

Unter www.wiedekamm.com/ole sind die Ergebnisse zu bewundern – inklusive aktueller Eigenkompositionen von Ole!

Vorsicht: www.batterien-welt.com

Eigentlich wollte ich nur mal schnell zwei Reserve-Akkus für zwei Notebooks kaufen. Die beiden Rechner (Lenovo X201 Tablett und PANASONIC CF29) sollen mit an Bord und eine möglichst lang ausdauernde, unabhängige Stromversorung scheint mir sinnvoll. Ausserdem wollte ich noch einen Car-Adpater für das LENOVO Notebook bestellen.

WICHTIG:
www.batterien-welt.de ist ein anderer Anbieter und hat mit meiner Geschichte nichts zu tun. Es lohnt sich dennoch, den ganzen Artikel zu lesen.

Also kurz via GOOGLE recherchiert und viele, viele Anbieter gefunden. Aber nicht jeder hat alles im Angebot:

  • Lenovo X201 tablett Akku BTDE6890
  • Panasonic CF29 Akku DEBM6017
  • DC Adapter für IBM / Lenovo X60 u.a. DEBM4181

Dreifache Versandkosten wollte ich vermeiden.

Ob es an der sehr prominenten GOOGLE Werbung (immer erster in den sponsored links) oder an dem Versprechen „die Besten Akkus zum günstigsten Preis“ anzubieten – ich bin bei www.batterien-welt.com gelandet. OK, die Seite sieht billig aus, hat aber alles auf Lager und verspricht schnelle Lieferung mit der Post. Bezahlt werden soll per Vorkasse – aber mit Paypal und daher abgesichert über deren Käuferschutz. Also 130,90 € plus stolze 12,97 € für Versandkosten per PAYPAL bezahlt.

Stutzig wurde ich, als von PAYPAL die Bestätiguns-eMail kam und dort der Händler Chan Yung Kwan mit der eMail Adresse „etradepower1@gmail.com“ als Empfänger genannt wurde…sollte ich etwa in China bestellt haben?

Also geschwind via GOOGLE herausgefunden, das bereits ettliche Kunden auf diesen Anbieter richtig sauer sind. Keine Lieferung trotz Vorkasse, Zollprobleme und Ware oft nach ein paar Wochen defekt. Folgende Links liefern die Geschichten von anderen Geschädigten:

Bei näherer Betrachtung ist www.batterien-welt.com wirklich bedenklich: Unzulässiges Impressum, keine Unternehmensadresse, kein Ansprechpartner. Wie konnte ich da nur bestellen?

Na ja – das Geld ist ja schon unterwegs, also erst mal abwarten was da kommt.

Bestellt hatte ich am Freitag, den 13. April 2012.

Per Briefpost wurde ich am 2. Mai 2012 von DHL darauf hingewiesen, das beim Zollamt in Pinneberg ein Paket für mich hinterlegt worden wäre. Das konnten nur die Akkus und der Autoadapter sein. Also auf nach Pinneberg. Die Zollbeamten wollten einen Kaufbeleg sehen und stellten fest, das der Kaufpreis (143,87 €) in keinster Weise mit der Einfuhrdeklaration überein stimmte: Angeblich ist das Paket ein Geschenk im Wert von 25 US-Dollar.

Zoll DeklarationIch hatte nun die Wahl die Ware anzunehmen und die Mehrwertsteuer nachzuzahlen oder die Annahme zu verweigern. Kurz überlegt und 27,34 € Steuer nachbezahlt.

Ab nach Hause und zunächst überprüft, ob ich zu doof bin…nein, die Website sagt eindeutig, das die Mehrwertsteuer im Preis enthalten ist:

www.batterien-welt.com verspricht enthaltene Mehrwertsteuer
www.batterien-welt.com verspricht enthaltene Mehrwertsteuer

Dann die Akkus überprüft: Passen und funktionieren. Das Gewicht entspricht in etwa den vorhandenen Akkus. Also hier erstmal Entwarnung…mal sehen wie das in ein paar Wochen aussieht.
Aber der Autoadapter geht nicht: Keiner der vielen Steck-Adapter passt bei einem IBM / Lenovo Notebook. Mist.

Auto Ladegerät für Lenovo - aber kein Adpater passt
Falscher Ladeadapter von www.batterien-welt.com

Nun also den PAYPAL Käuferschutz aktivieren…
Der Service-Mitarbeiter erklärt mir das PAYPAL bei der Zoll-Sache nichts machen könne. Auch meinen Einwand auf vorsetzlichen Betrug des Herrn Chan Yung Kwan (Deklaration als Geschenk) will PAYPAL nicht gelten lassen. Aber immerhin den nicht passenden DC Adapter will man als Schutzgrund akzeptieren und einen Customer Complain aufmachen. Den hat www.battarien-welt.com aber schnell abgewiesen. Aber selbst wenn der angenommen würde: Ich müsste die gesamte Ware zurück schicken, dafür Porto zahlen und die Steuer abschreiben.

Das mit dem zurück schicken wäre sowieso lustig: Vom Anbieter habe ich gar keine Postadresse – auf dem Paketaufkleber war lediglich eine Retouren-Adresse eines „Airpark Express“ in Singapore – das scheint aber nur der Logistiker zu sein:

AIRPARK EXPRESS 30 Kaki
Bukit Road 3 #06-03 Empire
Techno Centre Singapore
418719

Mal sehen was GOOGLE Maps und GOOGLE Earth dazu sagen:

(Quelle: GOOGLE)

Die GOOGLE Earth Bilder sind aus 2009 – leider kein Hinweis auf meinen Akku-Lieferanten zu finden. Eigentlich müsste man da jetzt mal persönlich auflaufen und denen sachlich erklären, das das so ja wohl gar nicht geht 😉
Auch über das Trackingsystem der Singapore Post als ursprünglichen Carrier kommt man nicht an die Absenderadresse:

Nach meinen Recherchen hat der Anbieter eine ganz miese Masche: Er kapert ähnliche Domains von deutschen Anbietern, gibt dem eShop einen deutschen Anstrich und unternimmt alles, um seine wahre Identität zu verschleiern.
Zu www.batterien-welt.com gehören auf jeden Fall noch www.akku-mann.com (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Anbieter www.AKKUman.de) und www.batterien-mann.com.

Alle drei Domains und Shops werden in den USA auf den Serven der SAVVIS Communications Corporation gehostet:

  • www.batterien-welt.com ist „server290.com [64.14.68.141]“
  • www.akku-mann.com ist „server269.com [64.14.68.35]“
  • www.batterien-mann.com ist „server291.com [64.14.68.144]“

Das sind offenbar Shared-Server um Betriebskosten zu sparen. So werden auf dem www.batterien-welt.com Server noch folgende andere Domains betrieben:

  •  www.mrincmediagroup.com
  • www.utataxidermy.com
  • www.nascarracingexperience.com
  • www.elliottdavis.com
  • cornerstoneccinc.com
  • www.commercialcontainerllc.com
  • www.bodytype.com
  • ahugaway.com
  • www.avonlocalschools.org
  • www.fastenersupply.com

Witzig: www.bodytpe.com gibt Ernährungs- und Diät-Tips…

Als administrativer und technischer Kontakt für www.batterien-welt.com wird Herr Roger Lee genannt:

Lee, Roger
johnhkj@yahoo.com
Rm 2116, 21st Floor, 28 Queens Road, Win On Bld
Central. Hong Kong, 852 HK
+852.23268981
Fax:

GOOGLE Maps kennt die Adresse Queens Road 28 nicht, nur die Hausnummer 31. In Hong Kong sieht es so aus:

Administration von www.batterien-welt.com

(Quelle: GOOGLE)

Durch googeln nach „johnhkj@yahoo.com“ komme ich auf die französische CIAO Seite.  Dort habe ich dann per GOOGLE Translator lesen können, das www.batterien-welt.com auch in Frankreich aktiv ist. Dort sind die Seiten „www.batterie-monde.com“ und „www.batterie-homme.com“ bekannt. Der pfiffige Franzose hatte Qualitätsprobleme mit seinem neuen Akku und einfach unter der Telefonnummer +852.23268981 in Hong Kong angerufen. Dort hat er nur erfahren, das da viele anrufen würden – die Nummer aber nichts mit dem Anbieter zu tun habe…
…immerhin wird auf www.batterie-monde.com eine französische Postadresse angegeben:

Actualis, Level 2
21 & 23 Boulevard Haussmann
Paris 75009 France

Und so sieht das in Paris aus:

Angeblicher Sitz von www.batterie-monde.com in Paris

(Quelle: GOOGLE)

Zur Erinnerung: Die eMail Adresse, die PAYPAL als Kontakt nutzt ist „etradepower1@gmail.com“. Wenn man danach sucht stößt man in Kanada auf die Seite „www.ca-laptop-battery-shop.com“ – oh je, schon wieder ein Clone von www.batterien-welt.com. Die gehen echt global vor! Und weil das System so gut funktioniert hat „etradepower1@gmail.com“ noch einige weitere eShops in Betrieb:

Hinter „etradepower1@gmail.com“ stecken gleich zwei Namen: Jackson Lee und Matrin Wong. Ein weiterer Name ist Chan Chi Wang – aber dessen Zugehörigkeit konnte ich nicht ermitteln.

Ich denke, ohne die Hilfe von offiziellen Behörden kommt man diesem Gauner nicht weiter auf die Spur:

1) Domains
Zum einen muss es möglich sein über den Domain Registar MISK.COM den Domaininhaber zu fassen zu bekommen. Schließlich muss MISC.COm ja von jemanden Geld bekommen haben um die Domains zu registieren.

2) Server
Auch der technische Serverbetreiber SAVVIS muss von irgend jemanden Geld bekommen um die Server und das Netz zu betreiben.

3) Logistik
Unklar ist, ob AIRPARK EXPRESS nur eine Retouren-Adresse ist oder ob die die Pakete auch versenden. So oder so müssten die wissen, wer ihr Auftraggeber ist. Allerdings habe ich auch gelesen, das Kunden die Ware zurück geschickt hätten, diese aber angeblich nicht angekommen ist.
Mit Chance müsste auch die Singapore Post Auskunft geben können – aber ich weiß nicht ob die sich für den Absender interessieren.

4) Payment
Selbstverständlich muss auch PAYPAL über eine postalisch korrekte Adresse von ihrem Kunden „www.batterien-welt.com“ verfügen. Schließlich dürften dort viele 1.000,- € pro Monat über den Tisch gehen.

5) GOOGLE
www.batterien-welt.com macht relativ viel GOOGLE Werbung (Sponsored Links) – dafür muss GOOGLE von irgend jemanden Geld bekommen.

In Summe ist das schon alles recht merkwürdig:
Auf der einen Seite investiert der unbekannte Betreiber Aufwand in die Erstellung und den Betrieb der eShops – inklusive Werbung. Er versendet in der Regel sogar auch die Ware. Lassen wir mal die Qualität der Ware außer Acht: Warum macht er das, wenn er nur schnell viel Geld verdienen will?

Wenn man es gut meinen wollte:
Es könnte ein junger Asiate sein der in Europa ein Geschäft aufbauen will und leider noch nichts vom deutschen Zoll oder vom deutschen Fernabsatz-Gesetz gehört hat…
…aber warum spielt er dann mit sehr ähnlichen Domains, schadet wissentlich den deutschen Anbietern, Kunden und dem Zoll?

Und wieso zieht er das global auf? Singapore, Honk Kong, Paris. Deutschland, Frankreich, Kanada?

Peter.

P.S.: Ja, ich gebe ja zu: Wäre das Boot schon fertig hätte ich diese Geschichte nicht recherchiert 😉

1. Mai 2012: …auch Heidi ohne Arbeit…

Eigentlich möchte Heidi keinen Blog-Eintrag – aber es gibt Dinge, über die man als ewiger Lebensabschnittsgefährte nun einmal berichten muss: Am Ende hat es also doch geklappt – Heidi konnte zum 30. April 2012 ihren Job aufgeben und sich nun an unserem gemeinsamen Projekt „Lange Reise“ aktiv beteiligen.
Am 26. April 2012 gab es eine richtige Verabschiedungszeremonie mit 4 (vier!!!) Reden von Schulleitung, Verwaltung und zwei Abteilungsleitungen…und Geschenke, das einem die Spucke weg bleibt (siehe Bild!). Was ich mich ja frage: Wenn nach „nur“ 10 Jahren Betriebszugehörigkeit ein solch bewegender Abschied fällig wird, was soll es dann bitte nach 30 Ehejahren sein…(KLEINER VERSUCH EINES SCHERZES…für den Fall, das das Projekt „Lange Reise“ in einer Ehekriese endet…).

P.S.: Dieser Eintrag muss auch deshalb sein, weil sich ein Kind darüber beschwert hat, das im Blog nur noch das Boot vorkommt.

Hausmeister oder „Ablufthaubenretter“

Mittwoch Morgen, 06:30 Uhr, puff, Sicherung in der Küche raus. Geht auch nicht wieder rein – fliegt immer mit lautem Getöse wieder raus.

Also alle Lampen aus und per Isolationsverfahren die Lampen der Ablufthaube als Verursacher identifiziert. Ausstecken, Sicherung rein und erstmal frühstücken.

Ab 08:00 Uhr dann Demontage des Übeltäters und Ursachenforschung. Ursprünglich hatte ich die Schalter an der Vorderseite in Verdacht – die sind bei der alten Ablufthaube mal durchgebrannt. Diese Haube haben wir nun vielleicht seit 5 oder 6 Jahren.

So montagefreundlich wie unsere BOSCH Waschmaschine ist das Teil nicht. Viele Schrauben, viele scharfe Kanten und vor allem altes, ekliges Fett…Igitt!

Schalter demontiert – alles OK. Sieht wie neu aus. Kabel verfolgen und siehe da: Die Zuleitung zur Beleuchtung ist glatt verkohlt. Nicht durchgebrannt oder so: Verkohlt!

Offenbar permanente Überlastung. Wie kann das sein? Das darf doch nicht sein?

Also große Internet-Recherche. Der Hersteller SILVERLINE hat nur Werbung auf der Website. Keine Ersatzteile, keine Anleitungen. Das ist schlecht. Aber immerhin das Gerät als Neuware bei verschiedenen Anbietern gefunden – unter anderem auch bei eBAY. Der Anbieter mit dem absoluten Kampfpreis von gut 100 € kann zwar nicht liefern (Klassiker!), hat aber folgende interessante Produktbeschreibung:

Da steht zur Beleuchtung: 2 mal Kerze 40 Watt. Genau das, was auch auf dem Typenschild unserer Ablufthaube SILVERLINE BAW 653 E steht:

ABER: Ein anderer Anbieter (offenbar seriöser, weil realistischer Preis und lieferfähig, auch bei eBAY) nennt nur 2 mal 25 Watt für die Beleuchtung:

Das scheint des Rätsels Lösung zu sein:

Ursprünglich wurde das Gerät mit 2 mal 40 Watt angegeben (…und das ist ja schon wenig für eine Herdbeleuchtung). Dann gab es wohl Probleme mit durchgeschmorten Stromkabeln der Beleuchtung und man ändert einfach die maximale Leistung der zulässigen Leuchtmittel um die Produktion nicht anpassen zu müssen. Na prima.

Nun habe ich also das Typenschild korrigiert, ein Kabel neu eingebaut, die Haube Grundgereinigt und vor allem Energiesparbirnen mit max. 9 Watt eingeschraubt.

Und schwubs, um 12:00 Uhr war die Aktion schon beendet und ich kann mich als Ablufthaubenretter bezeichnen.

Man muss Prioritäten setzen…

…so ein Mist: Am Samstag kam die Ankündigung das Marillion (www.marillion.com) am 25. Juli 2012 in Hamburg im Rahmen ihrer (quasi) Welttournee spielen…da sind wir bummelig aber schon zwei Wochen unterwegs, wenn alles klappt wie es klappen soll. Nun kann man wohl großzügig den Termin verschieben, aber wenn man damit anfängt schiebt man immer weiter.

Also keine Planänderung und die Hoffnung, das noch ein Konzert auf unserer Route dazu kommt. Aber bei dem diesjährigen Tourkalender der Band bleibt wenig Chance und die werden sich ja wohl nicht nach uns richten können 😉

BTW: Auf der Marillion-Homepage ist gerade der Trailer für die aktuelle Konzert-DVD zu sehen. Kann man sich ja mal ansehen…und schön am Ende dem Fanchor lauschen!