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Refit: Teil 4 – Besuch in Makkum

Am Montag waren wir wieder mehr oder weniger spontan beim Boot in Makkum / Holland. Irgendwie treibt uns die Sorge um das uns die Zeit davon läuft und das ein „Vor-Ort“ Besuch des Boots vielleicht beruhigend wirkt…

Die Werft ist derzeit sehr beschäftigt – logisch: Zum Saisonbeginn wollen alle Boote ins Wasser und alle Eigner haben da noch ein paar kleine Dinge zu erledigen. Aber auch am „Stormvogel“ wird kontinuierlich gearbeitet – der Dampfer sieht aber immer noch nach Großbaustelle aus (siehe Bilder.).

 

Aktuell gibt es ein „kleines“ Problem: Wir wollen den Schwenkkiel und den Kielkasten überholen lassen – dazu muss der Schwenkkiel raus. Der wird auf der Drehachse durch einen dicken konischen Bolzen gehalten…und der lässt sich nicht  ausbauen. Die Werftleute haben mit einer hydraulischen Presse 20 to Druck ausgeübt – keine Reaktion. Was ich toll finde: Die Werft in Sneek, die den Kasko vor 16 Jahren gebaut hat, gibt es noch und ist auch gerne bereit, bei der Problemlösung zu helfen. Nach 16 Jahren…toll!

Derzeit wird an 7 Teilprojekten gleichzeitig gearbeitet – 24 (!) sind aber noch bis zum 28. Mai 2012 zu erledigen. Da sind viel kleine bei – aber als alter Projektleiter weiß man natürlich auch: Viele kleine Projektteile können in Summe auch für eine Verzögerung verantwortlich sein.

Eine kleine Story: Der Betrieb, der die Fenster neu baut wurde ausgeraubt: Sämtliche Metalle wie Aluminium, Kupfer und Edelstahl wurden über Nacht geklaut! Wir hatten Glück: Unsere Fensterrahmen waren zur „Anprobe“ auf der HUTTING Werft  und wurden nicht gestohlen…nützt uns aber auch nichts: Der Betrieb ist jetzt hoffnungslos im Rückstand  und muss alle geklauten Profile nachproduzieren…das wirkt sich auch (negativ) auf den Liefertermin für unserer Fenster aus…

Die folgende Tabelle zeigt alle Einzelprojekte – und dokumentiert auch den positiven Umstand, das immerhin 10 Großprojekte schon abgeschlossen sind:

1. Mai 2012: …auch Heidi ohne Arbeit…

Eigentlich möchte Heidi keinen Blog-Eintrag – aber es gibt Dinge, über die man als ewiger Lebensabschnittsgefährte nun einmal berichten muss: Am Ende hat es also doch geklappt – Heidi konnte zum 30. April 2012 ihren Job aufgeben und sich nun an unserem gemeinsamen Projekt „Lange Reise“ aktiv beteiligen.
Am 26. April 2012 gab es eine richtige Verabschiedungszeremonie mit 4 (vier!!!) Reden von Schulleitung, Verwaltung und zwei Abteilungsleitungen…und Geschenke, das einem die Spucke weg bleibt (siehe Bild!). Was ich mich ja frage: Wenn nach „nur“ 10 Jahren Betriebszugehörigkeit ein solch bewegender Abschied fällig wird, was soll es dann bitte nach 30 Ehejahren sein…(KLEINER VERSUCH EINES SCHERZES…für den Fall, das das Projekt „Lange Reise“ in einer Ehekriese endet…).

P.S.: Dieser Eintrag muss auch deshalb sein, weil sich ein Kind darüber beschwert hat, das im Blog nur noch das Boot vorkommt.

Refit: Teil 3 – Fortschritt und Verzögerung

Mit Riesenschritten nähert sich unser Boot der Fertigstellung. Das Teakdeck ist fertig, die Korrosionsstellen am Aufbau und im Cockpit sind beseitigt und der ganze Bereich ist neu lackiert. Das Unterwasserschiff ist ebenfalls mit Primer und Antifouling neu aufgebaut. Damit sind die großflächigen Arbeiten abgeschlossen. Hier die Bilder dazu:

Aber es sind noch viele, viele Detailarbeiten zu erledigen. Die werden von verschiedenen Fachleuten (z.B. Elektriker, Möbeltischler, Lackierer, Rigger, Mechaniker) ausgeführt – und können nicht alle zeitgleich auf bzw. an dem Boot arbeiten. Nach dem ich die Werft gebeten habe mal was offizielles zum Zeitplan zu sagen sind wir jetzt bei einer Übergabe Ende Mai 2012. Ausgedehnte Probefahrten in der Ostsee sind dann wohl nicht mehr drin. Dann noch 6 Wochen bis zum Start…

…die Verzögerung gibt uns aber nun im Mai noch weitere „Landzeit“: Pässe, Impfungen und Ärzte waren schon auf uns 😉

Peter.

 

02-03/04/2012: Refit: Teil 2 – Besuch in Makkum

Heidi hat ein paar Tage Resturlaub, also für zwei Tage zum Boot nach Holland. Die HUTTING Werft versorgt uns zwar immer mit Bildern vom Baufortschritt – aber ein persönlicher Eindruck ist ja immer besser.

Zum Glück kenne ich das Boot im „normalen“ Zustand. Aktuell sieht das Boot nach „Totalumbau“ aus. An fast allen Baustellen wird gleichzeitig gearbeitet um den Zeitplan einzuhalten. Nach meiner Einschätzung wird das aber nicht klappen – die Werft ist aber (noch) optimistisch. Schauen wir mal!

Das Bild zeigt die ausgebauten Fenster (Ersatz durch bruchsicherem Doppelglas) sowie die beiden alten Bilgenpumpen (1:1 Ersatz durch neue):

Die Überholung des Teakdecks ist fertig – so richtig sehen kann man das nur an einer Stelle, alles andere ist sauber eingepackt um die Lackierarbeiten am Aufbau durchführen zu können:

Unter Deck sieht es aus als ob eine Bombe eingeschlagen hätte: Die alte Navigationselektronik ist raus, die „Marmor“-Flächen im Bad sind grundiert und die Deckenverkleidung ist runter um an die Kabel zu kommen (…wir haben uns entschieden, die Decken doch neu machen zu lassen – sieht viel schöner aus!). Das Unterwasserschiff wird bis auf die Grundierung abgeschliffen. Damit das einfacher geht verwendet die Werft einen Weichmacher. Danach wird zweimal mit Epoxi grundiert und dann das neue Antifouling aufgebracht:

 

Stormvogel Rufzeichen DD7177 erteilt

Heute kam mit der Post die Zuteilungsurkunde für unser Rufzeichen und unsere DSC/MMSI Nummer von der Bundesnetzagentur:

  • Rufzeichen: DD7177
  • MMSI: 211563480
  • DSC: 211563480

Das Rufzeichen spricht sich „delta delta sieben eins sieben sieben“ bzw. „delta delta seven one seven seven“ und wird nur bei Sprachanrufen über UKW Funk Kanal 16 verwendet.

Die DSC Nummer ist sowas wie eine Telefonnummer im UKW Funk. Man kann die Nummer in sein Gerät eingeben und es dann bei uns „klingeln“ lassen bis wir ran gehen – also ohne direkten Sprachanruf über Kanal 16.

Die MMSI ist unsere Kennung für unseren AIS und UKW Sender.

Alle Nummern sind weltweit eindeutig und können hier gesucht werden.

Peter.

Refit: Teil 1

Seit zwei Wochen wird auf der HUTTING Werft in den Niederlanden (Makkum) an unserem Stormvogel gewerkelt und geschraubt. Diese „Renovierung“ nennt man neudeutsch „Refit“ und ist sehr beliebt um aus was älterem was (quasi) neues zu machen.

In Summe haben wir aktuell 34 Teilprojekte, davon einige kleine (z.B. Tanks reinigen) aber auch ein paar größere. Neue Segel, neues stehendes und laufendens Gut im Rigg als „einfach neu“ Projekte kosten viel Material, aber wenig Arbeitszeit.

Aufwendiger ist da noch die Überholung des Teakdecks: Das wurde zwar 2005 neu gebaut, aber die Dichtungen zwischen den Hölzern haftet nicht mehr – dadurch könnte Wasser unter das Holz gelangen. Also alte Gumnmierung (in Wahrheit irgendwas Sikkaflex mäßiges) raus und neu verkleben:

Die grossen Fenster im Deckshausbereich werden aus Sicherheitsgründen ebenfalls erneuert. Zum Einsatz kommt modernes, bruchsicheres Doppelglas. Also müssen die alten raus. Dann werden Muster genommen und die neuen werden individuell gefertigt. Das dauert natürlich etwas:

Und schließlich gibt es aktuell noch eine „Schönheitsoperation“ im Salon: Die beiden „Oma-Sessel“ fliegen raus und werden durch eine Bank als Seekoje ersetzt. Der Platz ist optimal: Tiefste Stelle im Schiff und auf Masthöhe. Die Sessel sind schon raus:

Soweit der aktuelle Zwischenstand.

Peter.

Segelnummer XAL GER 503

Nun hat unser „Stormvogel“ eine offizielle Segelnummer:

XAL
GER 503

Segelyachten haben keinen behördlichen Eigentumsnachweis – wie etwa der KFZ Brief bei einem Auto. Die einzige Möglichkeit ist beim Deutschen Segler Verband (DSV) die Ausstellung eines internationalen Bootsschein zu beantragen. Dazu muss man Kopien des Kaufvertrags und des Personalausweises einreichen / hinterlegen. Dann wird der Bootsschein gegen Gebühr ausgestellt und man erhält eine DSV Nummer, die gleichzeitig auch die Segelnummer ist.

Das „XAL“ gibt an das das Boot nicht besonders vermessen wurde. Das wäre aber nur dann sinnvoll, wenn man an offiziellen Regatten teilnehmen wollte.

Da wir weiterhin Mitglieder in unserem Segelverein novomind-sports e.V. (NMS) (www.novomind-sports.de) bleiben werden hat der Verein jetzt neben dem Vereinsboot nun also noch ein Mitgliedsboot.

Peter.

Hausmeister oder „Ablufthaubenretter“

Mittwoch Morgen, 06:30 Uhr, puff, Sicherung in der Küche raus. Geht auch nicht wieder rein – fliegt immer mit lautem Getöse wieder raus.

Also alle Lampen aus und per Isolationsverfahren die Lampen der Ablufthaube als Verursacher identifiziert. Ausstecken, Sicherung rein und erstmal frühstücken.

Ab 08:00 Uhr dann Demontage des Übeltäters und Ursachenforschung. Ursprünglich hatte ich die Schalter an der Vorderseite in Verdacht – die sind bei der alten Ablufthaube mal durchgebrannt. Diese Haube haben wir nun vielleicht seit 5 oder 6 Jahren.

So montagefreundlich wie unsere BOSCH Waschmaschine ist das Teil nicht. Viele Schrauben, viele scharfe Kanten und vor allem altes, ekliges Fett…Igitt!

Schalter demontiert – alles OK. Sieht wie neu aus. Kabel verfolgen und siehe da: Die Zuleitung zur Beleuchtung ist glatt verkohlt. Nicht durchgebrannt oder so: Verkohlt!

Offenbar permanente Überlastung. Wie kann das sein? Das darf doch nicht sein?

Also große Internet-Recherche. Der Hersteller SILVERLINE hat nur Werbung auf der Website. Keine Ersatzteile, keine Anleitungen. Das ist schlecht. Aber immerhin das Gerät als Neuware bei verschiedenen Anbietern gefunden – unter anderem auch bei eBAY. Der Anbieter mit dem absoluten Kampfpreis von gut 100 € kann zwar nicht liefern (Klassiker!), hat aber folgende interessante Produktbeschreibung:

Da steht zur Beleuchtung: 2 mal Kerze 40 Watt. Genau das, was auch auf dem Typenschild unserer Ablufthaube SILVERLINE BAW 653 E steht:

ABER: Ein anderer Anbieter (offenbar seriöser, weil realistischer Preis und lieferfähig, auch bei eBAY) nennt nur 2 mal 25 Watt für die Beleuchtung:

Das scheint des Rätsels Lösung zu sein:

Ursprünglich wurde das Gerät mit 2 mal 40 Watt angegeben (…und das ist ja schon wenig für eine Herdbeleuchtung). Dann gab es wohl Probleme mit durchgeschmorten Stromkabeln der Beleuchtung und man ändert einfach die maximale Leistung der zulässigen Leuchtmittel um die Produktion nicht anpassen zu müssen. Na prima.

Nun habe ich also das Typenschild korrigiert, ein Kabel neu eingebaut, die Haube Grundgereinigt und vor allem Energiesparbirnen mit max. 9 Watt eingeschraubt.

Und schwubs, um 12:00 Uhr war die Aktion schon beendet und ich kann mich als Ablufthaubenretter bezeichnen.

Man muss Prioritäten setzen…

…so ein Mist: Am Samstag kam die Ankündigung das Marillion (www.marillion.com) am 25. Juli 2012 in Hamburg im Rahmen ihrer (quasi) Welttournee spielen…da sind wir bummelig aber schon zwei Wochen unterwegs, wenn alles klappt wie es klappen soll. Nun kann man wohl großzügig den Termin verschieben, aber wenn man damit anfängt schiebt man immer weiter.

Also keine Planänderung und die Hoffnung, das noch ein Konzert auf unserer Route dazu kommt. Aber bei dem diesjährigen Tourkalender der Band bleibt wenig Chance und die werden sich ja wohl nicht nach uns richten können 😉

BTW: Auf der Marillion-Homepage ist gerade der Trailer für die aktuelle Konzert-DVD zu sehen. Kann man sich ja mal ansehen…und schön am Ende dem Fanchor lauschen!

Meilenstein 2 erreicht – Boot gekauft…

Heute, um 13:10 Uhr war es so weit: Mit einer großen Faxorgie zwischen den Niederlanden und Deutschland wurde der Kauf von unserem neuen, schwimmenden Zuhause für die Jahre 2012-2015 besiegelt. Damit macht unser Projekt „Lange Reise“ einen entscheidenden Schritt.

Hier die technischen Daten und ein paar Bilder von unserem Boot:

  • Typ: Koopmans 48 Decksalon
  • Designer: D. Koopmans
  • Baujahr: 1995 (zu Wasser 1997)
  • Abmessungen ca: 14,46 x 3,95 x 2,70 m
  • Tiefgang: 1,45 / 2,70 m
  • Durchfahrtshöhe ca: 19 m
  • Werft Kasko: Koopmans Kasko Sneek / Innenausbau: Wilhelmina Werft
  • Rumpfmaterial: Aluminium
  • Bootsname: Stormvogel

 

Nun stehen umfangreiche Modernisierungs- und Erneuerungsarbeiten an (Neudeutsch: Refit). Diese Arbeiten werden von März bis April 2012 in den Niederlanden durchgeführt. Anfang Mai übernehmen wir das Boot in Makkum am Ijsselmeer. Dann der erste große Probeschlag in Richtung Hamburg und eventuell auch auf die Ostsee.

Peter.