Alle Beiträge von admin

Ergebnisse Hollandreise

Am Dienstag und Mittwoch war ich mit einem Gutachter und einem Segelfreund in den Niederlanden. Wir wollten ein konkretes Boot auf Herz und Nieren überprüfen. Allerdings kam der Gutachter relativ schnell zu dem Schluss das ich besser die Finger davon lassen sollte.

Also haben wir den zweiten Tag genutzt um bereits vorausgewählte Alternativboote in einer Erstbeschau anzusehen. Allerdings ist es keine leiche Sache denn man muss sein neues Boot erstmal leiden mögen – erst dann kann ein Gutachter mit der technischen Prüfung bei der Kaufentscheidung helfen.

Das Ergebnis dieser Reise ist also nun, das ich nicht weiter über den Kaufpreis eines konkreten Boots verhandeln muss, sondern eine weitere Holland-Reise organisieren werde um mit Heidi andere Boote vor-auszuwählen. Dann (natürlich) wieder eine Gutachterreise.

So kann man auch seine Zeit verbringen – wenn die lange Autofahrt nicht wäre…die Niederlande sind eigentlich ein ganz nettes Pflaster!

Peter.

Termine, Termine

Die kommenden Tage stehen ganz im Zeichen des Projekts „Lange Reise“:

Am Wochenende 14/15 Januar 2012 sind Heidi und ich auf einem Wetterkundekurs bei der Yachtschule Meridian in Hamburg. Ich hatte damals dort mein SRC Sprechfunkticket gemacht und fand den Trainer ganz gut. Mal sehen, ob zwei Tage Wetterkunde ausreichen?

Am Dienstag und Mittwoch (17/18 Januar 2012) bin ich mit einem Gutachter und einem Segelfreund in den Niederlanden um einen Dampfer genauer zu inspizieren. Den hatten wir uns bereits im letzten Oktober angesehen und in den Kreis der infrage kommenden Boote aufgenommen. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis.

Peter.

Relaunch von www.wiedekamm.com

Es ist vollbracht!

Seit vielen Jahren fehlte die Zeit für eine Überarbeitung der eigenen Website. Die war immerhin seit 2002 online und sah so aus:

Aber nun ist der Umstieg auf WORDPRESS vollzogen. Alles sieht moderner aus – und vor allem muss man nicht mehr im Texteditor plain HTML schreiben.

Neben der neuen Technologie sind auch alle alten Inhalte umgezogen. Viel Spass beim stöbern!

Teilnahme an der ARC 2012

Heute kam vom World Crusing Club die Anmeldebestätigung für unsere Teilnahme an der ARC 2012.

ARC steht für „Atlantic Ralley (for) Cruisers“ und ist so eine Art Flottenfahrt für Fahrtenboote über den Atlantik. Im letzten Jahr sind mehr als 200 Boote im November aufgebrochen. Nach dem was man so liest sieht man die zwar alle am Start und am Ziel, aber unterwegs ist man auf hoher See wohl doch „alleine“. Das liegt wohl daran das man auf einem Boot ja nur knapp über der Wasseroberfläche sitzt und somit die Sichtweite auf den Horizont sehr eingeschränkt ist – so um die 20 Seemeilen. Wenn dann ein anderes Boot in 100 Seemeilen Entfernung steht ist das bei einer Gesamtdistanz von 2.700 Seemeilen doch recht nahe…

…diese „gefühlte“ Sicherheit anderer Boote in „der Nähe“ erklärt den Erfolg der ARC wohl am Besten. Uns geht es auch so und wir nehmen den Veranstalltungstrubel im Start- und Zielhafen dafür in Kauf.

Somit stehen erste Reisedetails fest.

  • ARC 2012
  • Start am 25. November 2012 von Las Palmas auf Gran Canaria
  • Ziel spätestens am 21. Dezember 2012 in Rodney Bay auf Saint Lucia

Für uns wird es sicherlich schon eine Herausforderung auf Cran Canaria überhaupt anzukommen – schließlich ist das ja auch noch eine Ecke von Hamburg/Elmshorn aus. Aber: Man kann (sogar in der Biskaya, wenn man genug Zeit hat) auf dem Anreisetörn immer in Küstennähe bleiben, wenn man will. Schauen wir mal!

Bei der Anmeldung musste man einen Bootsnamen angeben – aber wir haben ja noch keinen Dampfer. Also nehmen wir erst mal mit dem Arbeitsnamen „ORION 8“.

Peter.

Projektstart „Lange Reise“

Neujahr 2012 ist gleichzeitig der Startpunkt für unser neues Projekt „Lange Reise“.

Mit einem Segelboot wollen Heidi und ich erkunden, wie weit wir zusammen wohl kommen. Weil wir drei Jahre unterwegs sein wollen mussten wir dazu erst mal unsere Arbeitsplätze aufgeben und nun mit den Projektvorbereitungen starten.

Die wenigen bekannten Eckdaten bisher sind:

  • Aufbruch: Sommer 2012
  • Rückkehr: 2. Jahreshälfte 2015
  • Reisemittel: Eigenes Segelboot
  • Reiseroute: So weit wir kommen…wenn es klappt „1 mal rum“ über Europa, Kanaren, Karibik, Panama, Südsee, Australien/Neuseeland, Indischer Ozean, Mittelmeer, Europa.

Mental steht sicher der Kauf eines geeigneten Segelboots im Vordergrund – jedoch gibt es auch in Elmshorn viel zu organiseren.

Peter.

Sommertörn 2011: Stockholm

02. bis 23. Juli 2011 Sommertörn Laboe-Stockholm-Nyköping

Sonntag, den 24. Juli 2011
Erstmals in der Vereinsgeschichte ist es gelungen, zwei Urlaubstörns im direkten Anschluss zu organisieren. So konnten die Törns endlich mal in ferne Lande führen: Schwedische Ostküste mit Stockholm als nördlichsten Punkt. Hier der Reisebericht von Heidi und Peter – dem ersten Törn:

Samstag 02.07.2011 Laboe Burgtiefe
Gegen 11:00 Uhr in Laboe eingetroffen. Sauwetter, NW6-7. Angesagt sind Sturmböen. Na ja, wird wohl nicht so schlimm…denkt man dann ja immer. Kam aber schlimmer. Kurz vor Fehmarn konnten wir mit den gerefften Groß nur noch Aufschießer fahren und das bei achterlicher See mit 2 Meter Welle. Dafür waren wir aber dann auch um 18:30 Uhr in Burgtiefe. Was für ein 40sm Ritt!

Sonntag 03.07.2011 Burgtiefe Gedser
Um 10:00 Uhr war die Sicht dann so, das man wieder von Sicht sprechen konnte. Wenigstens ein paar 100 Meter. Wir wollen die Hauptverkehrsrouten kreuzen…da bietet sich Sichtkontakt durchaus an. Die 31 Seemeilen sind aber deutlich geruhsamer als der Vortag. Über NW5 dann alles bis zum Abend NW3. Gedsder immer noch tot…

Montag 04.07.2011 Gedser Klintholm
Erst um 12:00 Uhr los – der Wind Anfangs noch NW5 aber sehr schlechte Sicht, über den Nachmittag verteilt dann NW2 bis gar nichts mehr. Also Motor für 2,5 Stunden.Treffen in Klintholm die Manschaft einer Niederländischen ATLANTIC Alu Yacht – die kennen wir schon aus Laboe. Netter Abend nach 37 Seemeilen!

Dienstag 05.07.2011 Klintholm Smygehamm
Kurz vor 10:00 Uhr Start zum Sprung nach Südschweden. Den Morgen erstmals leicht verschlafen. Smygehamm liegt etwas östlich von Trelleborg, 41 Seemeilen. Wind mittlerweile auf NE4, am Abend dann NE2. Zunächst unter der Ecke von Mön heraus kreuzen, dann gottlob direkter Kurs. Auf die großen Fähren passen wir gut auf und kommen erst im 18:30 Uhr an.Der Hafen ist echt schräg. Angeblich wurde der irgendwie in den Felsen gesprengt und das Seewasser erzeugt in Verbindung mit dem Gestein irgendwelche Gase…jedenfalls stinkt es etwas. Der Duschcontainter ist nicht der Auslöser!

Mittwoch 06.07.2011 Smygehamm Ystad
Los um 09:30 Uhr bei sehr, sehr wenig Wind…dann aber immer mehr auf SE5 und wir hängen hart am Wind mit Welle gegen an…also mal wieder reffen und die Küste bei ordentlich Welle aus der Nähe betrachten. In Ystad bunkern wir 29 Liter Diesel (=voll). Haben ja in Deutschland nicht getankt. Nur 18 Seemeilen heute, aber bei dem Wind und der Welle gegen an haben wir auch mal keine Lust mehr.

Donnerstag 07.07.2011 Ystad Skillinge
Wieder um 09:00 Uhr los, wettertechnisch gleiches Programm, diesmal aber eher Süd. Zunächst kaum Wind, dann S5. Skillinge gefällt uns ganz gut. Lag eigentlich gar nicht im Plan, aber ein Hafen weiter hätte uns für den Sprung über die Hanö-Bucht auch nichts gebracht. Also mit 23 Seemeilen wieder ein kurzer Tag.

Freitag 08.07.2011 Skillinge Utklippan
Für die knapp 60 Seemeilen stehen wir auch mal früh auf – um 08:00 Uhr geht es los. Mit E4-5 über den Tag verteilt können wir es fast gar nicht besser treffen. Laufen unter Vollzeug mit Groß und Genua gut am Wind, wenig Welle, aber eingeschränkte Sicht. Um 18:30 Uhr sind wir im 2er Päckchen fest. Utklippan ist ein echter Hammer! Ein extrem einsamer schwedischer Vorposten in der Ostsee. Mit kleinen Ruderbooten kann man vom Hafen zur Leuchtturm-Insel übersetzten und kaltes Bier und Eis erstehen. Durch die diesige Wetterlage haben wir sofort 1.000 Ideen für einen kleinen Utklippan-Thriller. Basis ist das Hostel und natürlich ein toter Tourist.

Samstag 09.07.2011 Utklippan Grönhögen
Obwohl wir kurz mit einem Hafentag geliebäugelt haben brechen wir um 08:30 Uhr richtung Öland auf. Aber eigentlich dumm, da kein Wind. Nach 2 Stunden Motor kommt NOMI Wind – und wir brausen mit 5 Knoten zur Südspitze von Öland. Im Hafen sind wir fast alleine, nur 3 weitere Boote – schon alleine desshalb empfehlenswert. Allerdings liegt man längsseits der Pier und kämpft mit eckligen Gummireifen und viel zu kleinen Fenderbrettern. Die 32 Seemeilen haben wir bis 17:00 Uhr abgesegelt.

Sonntag 10.07.2011 Grönhögen Borgholmen
Start wieder im 09:30 Uhr bei SW4, später SW5. Zunächst segeln wir wieder NOMI, packen sie dann aber wg. auffrischendem Wind sicherheitshalber wieder ein. Kurze Überlegung ob wir in Kalmar Station machen sollen, aber es läuft gut und das Ziel ist noch weit. Nach 42 Seemeilen sind wir um 19:00 Uhr an Heckbojen im Außenhafen fest.

Montag 11.07.2011 Borgholmen Kiddenholmen
Zunächst bestehen 50% der Manschaft auf einen halben Hafentag. Also erkunden wir Vormittags Borgholmen und die örtliche Einkaufsstrassse und brechen dann um 13:00 Uhr wieder auf. Zunächst bei regnerischem Wetter umlaufende Winde, später dann erstmal Windpause. Also viel motoren. Erst am Abend kommt wieder Wind. Und der spannende Moment des Einlaufens in eine kleine Ankerbucht nach 26 Seemeilen. Hochspannung pur und das Navigationsnotebook als Plotter auf den Knien…nur um ja nicht an die Unterwassefelsen zu geraten. Aber die Bucht lohnt solche Mühen. Der Anker hält sofort. Nur der Schwoikreis der HANSE macht stutzig. Wie ein Gummiball hin und her…ob das normal ist? Dennoch: Unglaublich schöner Platz!

Dienstag 12.07.2011 Kiddenholmen Västervik
Bei W4, später W5. Eigentlich haben wir die ganzen Tage schon gedacht: Wo wohl die ganzen Schweden sind? An diesem Tag haben wir sie gefunden! Auf dem Fairway durch die Schären – nicht auf hoher See, sondern durch die verschlungenen, aber sehr gut betonnten Pfade fahren die ganzen Schweden zur See! Wir laufen bei Kräkelsund in die Schären ein…und gehen durch nach Västervik. Die Navigation ist sicherlich anspruchsvoller als auf hoher See, aber es ist super reizvoll auf vielen wechselnden Kursen unter Segeln dem Fahrwasser zu folgen. Västervik macht beim Einlaufen den Eindruck einer dreckigen Industriestadt – der Eindruck ist aber völlig falsch. Schöne, sehr lebendige Stadt! Nach 39 aufregenden Seemeilen sind wir schon um 16:45 Uhr fest. Das Hafenhandbuch spricht von einem dreckigen Gästehafen – ist er aber nicht. Mit 320 Kronen nur sehr teuer – ob der kostenlose Pool das dann auffängt? Endlich bekommen wir einen Bojenhaken damit die Bojen-Anleger besser klappen.

Mittwoch 13.07.2011 Västervik Trässö
Das Ziel ist wieder eine Ankerbucht und mit 20 Seemeilen auch mal eine kurze Etappe. Um 14:30 fällt der Anker und hält sofort. Dann per TELIA UMTS Prepaid Internet die Wettervorhersage: NE7-8. Na ja, laut Buch soll die Bucht guten Schutz bieten. Über Nacht kommt denn auch der Wind…

Donnerstag 14.07.2011 Trässö Trässö
…kein Gedanke an Weiterfahrt. Sehr ungemütlich und wir wissen nicht, wie der Wind (Welle) sich in den Schären auswirkt. Tagsüber vorholen wir noch 2 mal weil wir befürchten das der Anker im Schlick slippt. Am Abend dann noch mehr Wind und die Entscheidung einen zweiten Anker auszubringen. Das war zumindest gut für die Nerven. Bis 02:00 Uhr dann auch noch Ankerwache – dann ist der Sturm überstanden!

Freitag 15.07.2011 Trässö Oxelösund
Mit NW4-5, am Nachmittag NW6 immer noch ordentlich Wind. Wir starten sehr früh um 07:00 Uhr, sammeln die Anker ein und auf gehts. Anfangs läuft es sehr gut, aber die offene See und der viele, lang anhaltende Wind bei der Ansteuerung von Oxelösund liefert eine mächtige Welle. Die wird zur kleinen Katastrophe – jedenfalls sind wir nicht da lang gefahren, wo wir wollten. Der Ärger darüber ist kaum verdaut, geht auch noch der Anleger richtig schief. Um 17:30 Uhr dann fest…und fertig. Es war mit Sichtheit sehr unklug nach der Sturmnacht vor Anker einen langen Schlag von 49 Seemeilen einzulegen.
Die Stadt selbst ist eine reine Industriestadt und man liegt recht unruhig. Aber na denn…

Samstag 16.7.2011 Oxelösund Södertälje
Los um 09:30 Uhr. Der Wind ist auf WNW3-4 runter und man kann unter Vollzeug durch die Schären bretten. Am späten Nachmittag ein kleines Rennen mit einer anderen HANSE 342, aber wir müssen passen und reffen. Södertälje selbst wird dann fast schon kanalartig unter Motor angesteuert. Anleger gegen 18:30 Uhr nach 46 Seemeilen wieder nicht gut. Irgendwie ist der Wurm drin.

Sonntag 17.07.2011 Södertälje Stockholm
Schneller Aufbruch um 09:30 Uhr da viele andere Boote vor der Schleuse warten und wir mit kommen wollen. Die Schleuse hebt mal gerade um 50 cm…dann weiter zur ersten Klappbrücke Mälabron. Die hat geschlossen 15 Meter, wir haben 16 Meter. Also warten und nach 15 Minuten gehts weiter. Wir laufen mit der Genua Ostwärts im Fahrwasser nach Stockholm und passieren die geöffnete Klappbrücke Lilijeholmshammen, die Schleuse Hammarby und schließlich die letzte Klappbrücke Danviksbörn. Dann raus auf das Stockholmfahrwasser – und rein in den sehr unruhigen Vasahammen direkt am Vasa Museum. Wir erreichen Stockholm um 15:00 Uhr nach 26 Seemeilen und bekommen zwar einen Boxenplatz, aber eher draußen wo der Schwell der vorbei fahrenden Fähren und Motorboote den Dampfer heftig durchschüttelt. In der Summe sind wir seit Laboe nun 16 Tage unterwegs und haben 527 Seemeilen zurück gelegt.

Montag 18.07.2011 Stockholm Stockholm
Hafentag und Füße platt laufen – schlau wie wir sind machen wir mit einem Ausflugsdampfer eine Brückentour.

Dienstag 19.07.2011 Stockholm Skansholmen
Um 09:00 Uhr Start zum Rückmarsch, wieder durch die Södertälje. Auf den Mälaren eher Motor denn Segel, später können wir gut gegen einen SW4 ankreuzen. Alle Klappbrücken und Schleusen wie gewohnt – offenbar mit Glück. Wir treffen ein anderes Seglerpaar die seit 2 Stunden vor der Mälabron Brücke warteten…und entsprechend sauer waren. Wir erreichen Skansholmen (Südlich von Södertälje) 40 Seemeilen später um 18:30 Uhr und sind froh über diesen schmucken, kleinen Hafen inmitten der Natur. Und über den sehr leckeren Imbiss auf dem Berg.

Mittwoch 20.07.2011 Skansholmen Marsholmen
Zum Abschluss wollen wir noch mal ankern – in einer super geschützten Bucht in der Nähe von Nyköping namens Marsholmen. Also los um 10:15 Uhr und astreines gegenan kreuzen bei S5 in der nun schon breiten Södertälje. Dadurch, das wir das Fahrwasser verlassen, müssen wir genau auf die vorhandenen Untiefen aufpassen…aber alles ist gut. Wir erreichen die Bucht wie geplant gegen 17:30 Uhr nach 28 Seemeilen und liegen auf 4 Meter Wasser mit 20 Meter Leine vor Anker. Zusammen mit ca. 20 anderen Booten – die Bucht scheint doch recht beliebt. Aber es ist so weitläufig das man sich fast alleine fühlt.

Donnerstag 21.07.20111 Marsholmen Nyköping
Letzte, kürzeste Etappe vollständig im Regen. Los um 09:30 und im Schären-Fahrwasser nach Nyköping. Mit dem Nordwind um 4 können wir fast durchgängig segeln…nur für einige Passagen brauchen wir den Motor. Nach 15 Seemeilen sind wir um 13:30 Uhr da, bunkern noch mal 40 Liter Diesel und legen uns in den Gästehafen.

Freitag 22.07.2011 Nyköping Nyköping
Großes Aufräumen, Ausmisten und Saubermachen angesagt: Klarschiff für die Ablösecrew die am Abend eintreffen soll. Wir reisen am Samstag mit RYNAIR via Skavsta und Lübeck zurück.

Fazit:
Insgesamt 606 Seemeilen in 20 See- und 18 Segeltagen. Obwohl wir gefühlt fast nur gesegelt sind hat der Motor 39 Betriebsstunden mehr auf der Uhr. Das Wetter war insofern gut als das es jeden Tag eigentlich anders war, die Windrichtung nicht tagelang konstant fest lag und es vor allem meistens auch hübsch dosiert blies.
Als Literatur können wir folgende (in Summe sehr teure!) Unterlagen empfehlen:
a) Die vier schwedischen Sportbootkartensätze Sjöfartsverket Bätsportkort Hanöbukten, Kalmarsund, Ostkusten und Mälaren. Im Mälaren Kartensatz ist auch die Södertäjle vollständig enthalten – auch wenn man das so nicht direkt erkennt.
b) Das Ganze dann noch als elektronische Seekarten auf CD für das Notebook. Das war insbesondere für das Anlaufen von sehr engen Stellen hilfreich – aber nicht wirklich zwingend notwendig.
c) Unbeding empfehlenswert sind die englisch sprachigen Bücher Landsort-Skanör (Gelbes Buch) und Arholma-Landsort (Rotes Buch) vom Nautiska Förlaget. Die kann man als universelle Reiseführer mit Landgangtips und Luftbildern der Gästehäfen nutzen und haben vor allem sehr genaue Detailkarten aller Naturhäfen (=Ankerplätze). Ferner finden wir das deutsche Buch Schweden 2 Südküste, Ostküste, Öland und Gotland von Gerti und Harm Claußen sehr gut. (Delius Klasing Verlag).

Hier ein paar ausgewählte Bilder von dem Törn:

Sommertörn 2010: Göteborg / Marstrand

Hier der Törnbericht von unserem Sommerurlaub 2010 mit der “novomind”. Als Ziel hatten wir uns diesmal Göteborg (West-Schweden) vorgenommen, eine wichtige Zwischenetappe sollte die Insel Anholt im Kattegatt sein.


Start am 29. Juli 2010 in Laboe, in einer Flauten-Motor-Tour nach Marstal und Tags darauf nach Nyborg. Die Etappe Nyborg-Sejerö hatte zwei Highlights für uns auf Lager: Für die Brückenpassage der Storebæltsbroen benötigten wir zwei Anläufe – laut Karte hat die kleine Brückenpassage eine Höhe von 14 Metern. Die Masthöhe der “novomind” liegt bei 12 Metern. Sollte also passen…sah´ uns im ersten Anlauf aber so knapp aus, das wir abgebrochen haben und unter Motor hübsch langsam einen zweiten Anlauf nahmen…und es klappte!  Später am Tag wechelste das Wetter auf Starkwind und wir mussten Rösnaes Puller gerefft und kreuzend mit großer Welle passieren. So erreichten wir erst später am Abend Sejerö. Kaum (im Päckchen) fest, kam noch eine ordentliche Gewitterfront vorbei. Ein echter all-inclusive-Tag!

Am folgenden Tag von Sejerö nach Grenaa und die Feststellung, das wir gar keine Seekarten für Göteborg an Bord haben. Aber im Yachthafen von Grenaa gibt es einen gut sortierten Händler. Die kurze Etappe von Greenaa nach Anholt mit Halbwindkurs war eine “Max-Speed” Strecke: Im Durchschnitt mehr als 7 Knoten (!) mit Vollzeug. Laut Hafenhandbuch benötigen wir in Anholt einen Heckanker. Also unterwegs bereits alles klar gemacht und die Anklerleine (noch nie gebraucht!) alle 2 Meter markiert. Wir haben Glück – wir entdecken einen freien Platz und laufen mittig in der “Boxengasse” um uns vom Ankergeschirr der anderen frei zu halten) darauf zu. Dann rechtwinklig in die Lücke. 2 Bootslängen vor dem Steg den Heckanker raus und dann “wie üblich einparken”. Sensationell: Gleich im ersten Anlauf hat alles geklappt. In keinem Ankergeschirr hängen geblieben und der eigener Anker hält auf Anhieb! Doch 20 Minuten später versucht eine nagelneue 42″ Yacht mit “Gewalt” in eine Nachbarlücke zu stoßen und reißt 5 (!) Anker heraus – auch unseren. Das ist also das große Anholter-Hafen-Kino, von dem alle sprechen. Dank unserem Stegnachbarn und dessen Schlauchboot können wir den Anker neu ausbringen.  Unsere Nachbarn sind eine echte schwedische Familie, wie man sie sich vorstellt (u.a. 3 super-freundliche Kinder). Im Gespräch raten sie uns zwar tatsächlich nach Göteborg zu gehen, aber unbedingt auch 25 sm weiter nördlich nach Marstrand. Also müssen wir einen Tag einsparen und nach dem Hafentag (Strand, Fahrradtour etc.) auf Anholt geht es in einem Rutsch nach Göteborg.

Die Ansteuerung von Göterborg legen wir auf die kürzeste Stecke, also durch die dort beginnenden Schären. Trotzdem 65 sm an diesem Tag.  Aufregung pur – bloß keinen Felsen übersehen! (in der Karte und in der Realität!).  In Göteborg natürlich in den Stadthafen. Dort liegt man an fester Heckleine – wieder was neues. Der Hafen ist so voll und so eng, das wir die Hilfe von anderen Booten benötigen, um in die hinterste freie Lücke zu kommen. Hafentag inklusive Shopping obligatorisch…

Dann also (ungeplant) von Göteborg nach Marstrand. Die Fahrt durch die Schären ist anspruchsvoll, aber unglaublich schön. Die kurze Fahrt durch den Albrektssunds-Kanal ist sicherlich das Highlight des ganzen Törns. Marstrand selbst ist zwar ein echte Touri-Nest, aber ein ganz tolles! Muss man wirklich mal gesehen haben. Also an dieser Stelle: For the crew of SEAESCAPE2: Thank you very much for the Marstrand hint. It was great!

Nun aber müssen wir uns auf den Heimweg machen: Von Marstrand nach Lerkil mit viel Wind, Welle und einem echten Fels-Aufreger. Die Etappe Lerkil-Glommen ist dann schon eher Ereignislos. Lerkil und Glommen sind zwar große Häfen, Gäste scheinen aber kaum vorbei zu kommen. Nur so ist es wohl erklärbar, das Lerkil genau ein Klo, aber dafür keine Dusche hat. Von Glommen nach Helsingör – wir wollen unbedingt Freunde in Kopenhagen treffen. Die sind mit dem Auto auf der Rückreise von Bornholm. Also Freitags Mittags fest in Kopenhagen, Christianshavn. Dritter im 4er Päckchen. Den eigentlich geplanten Hafentag lassen wir aus, die Zeit wird knapp. Also von Kopenhagen direkt nach Rödvig. Das Wetter wird zunehmend schlechter und das Segeln wird anspruchsvoller.

Die Etappe Rödvig – Hesnaes wird “hammer-hart”: Bereits auf dem ersten Teilstück bis Mön reffen wir, bis wir das Großsegel ganz einpacken. Nachdem wir Klintholm noch gut passiert haben braut sich leider noch mehr Wind zusammen und wir haben NNW 7 und eine unglaubliche Welle gegen an. Nachdem wir in Böen (8?) echte Sorgen um das Rigg haben reffen wir auch noch die kleine Fock. Aber die Hoffnung auf Landabdeckung von Falster hält uns von einem Abbruch (=Rückkehr nach Klintholm) ab. Bei einem solchen Wetter und Kurs rächt sich das moderne Yachtdesign der “novomind”: Sie knallt wie ein Plattbodenschiff auf jede Welle. Das macht keinen Spaß! Völlig erschöpft erreichen wir den wunderschönen und nicht überfüllten Hafen von Hesnaes.

Aber weiter: Am nächsten Tag nach Kühlungsborn. Nach dem Sturm wieder Anfangs bestes Segelwetter, später teilweise Flaute (Höhe Gedser), Abends wieder Wind. Kühlungsborn  rappel voll – liegen zu dritt in einer 2er Box. Aber ein Hafentag ist nun (endlich) mal drin. Nur noch eine Etappe nach Travemünde…

Die letzte Etappe beginnt mit großen Flautenlöchern und endet (wie sollte es anders sein) mit schweren Schauerböen aus SW. Wieder Welle, wieder gegenan. Aber so ist das wohl in der “Linienschiffahrt”.

In Travemünde übergeben wir Donnerstags die “novomind” an die Regatta-Crew, die die Mittelstreckenregatta Travemünde – Boltenhagen – Travemünde 2010 mit fahren will und noch einen Trainingstörn benötigt.

So endet also unser Urlaub. Viel gesegelt, viel gesehen und erlebt. Hier noch ein paar Bilder sowie der GPS Track dazu.

Heidi und Peter.

Schottland Rundreise vom 18.-25. Oktober 2009

Nach dem unser Sommerurlaub in 2009 kurzfristig geplatzt ist erfüllen wir uns wenigstens im Herbst einen kleine Traum: Schottland!

OK, die Jahreszeit ist nicht optimal, aber besser jetzt als nie.

Eigentlich könnte man ja ein spontanes Bed&Breakfast Übernachtungserlebnis versuchen, aber wir haben keine Lust jeden Abend eine Bleibe zu suchen…und finden zu müssen! Also über die sehr gute Website von Visitscotland jeden Abend fest gebucht. Das war denn auch gut so – da wir quasi am Saisonende unterwegs waren war das Angebot eingeschränkt.


18. Oktober 2009
Anreise mit RYNAIR von Bremen nach Edinburgh. Bei dem Flugpreis wollen wir mal nett über den Flug hinweg sehen. Bei der Mietwagenübernahme bekommen wir das „besondere Angebot“ einen vollen Tank zum „Sonderpreis“ kaufen zu können. Das haben wir gemacht und uns später gefragt wie doof man eigentlich sein kann: Man schenkt dem Vermieter bei der Rückgabe so oder so den Tankinhalt – leer kommt da niemand an.
Also dann mal im Linksverkehr los – geht einfacher als gedacht. So starten wir am Nachmittag zur Universitätsstadt St. Andrews, trinken dort unseren ersten schottischen Kaffee und fahren dann nach Dundee zur ersten Übernachtung.

19. Oktober 2009
Wir sind die einzigen Gäste und frühstücken gemütlich. Dann brechen wir endlich ins richtige Schottland auf. Noch ein Stück Autobahn, dann runter und auf dem Navi alle Autobahnen verboten. Tagesziel ist (natürlich) Loch Ness und dort der Ort Drumnadrochit. Schliesslich wollen wir im Loch Ness Hotel übernachten. Zum Glück dürfen wir Altbau übernachten – so haben wir uns das vorgestellt! Später am Abend kommen dann zwei Reisebusse mit Chinesen. Am nächsten Morgen erfahren wir, das Saisonende ist und das das Hotel nur wegen der Reisegruppe noch geöffnet war…

20. Oktober 2009
Nach dem Frühstück Aufbruch, das obligatorische Abklappern aller Sehenswürdigkeiten, Fotos, Fotos und nochmals Fotos schießen (unglaubliche Landschaft!). Unser Tagesziel ist Ullapool. Wir kommen über die nördliche Zufahrt und sind hin&weg von der Landschaft und dem abrupten Wechsel wenn man in Küstennähe kommt.

21. Oktober 2009
Das heutige Ziel ist Portree – nach einer kruvenreichen Strasse gelangen wir unverhofft zu einer Fährstation und lösen unser Ticket. Nach der Überfahrt sind wir quasi sofort am Ziel. Schottland von der Wasserseite zu erleben ist bestimmt auch sehr reizvoll…mit dem richtigen Boot!

22. Oktober 2009
Am nächsten Tag weiter nach Craignure auf der Ile if Mull. Wenn man alle Hotels der Reise miteinander vergleicht war das das merkwürdigste. Alles ein wenig schäbig…aber wer denkt schon an Hotelzimmer wenn er wundervolle Landschaften zu sehen bekommt.

23-25. Oktober 2009
Die letzte „grosse“ Autoetappe führt uns nach Edninburgh zurück. Heidi möchte unbedingt einen ganzen Tag in der Stadt verbringen. Das ist dann auch der einzige echte Regentag und die Füße sind am Abend so was von platt! Am Abreisetag besuchen wir noch fix die königliche Yacht und dann zurück nach Bremen.

Wir hatten zwar nur eine kurze Reise, aber so viel Landschaft und Natur hatten wir noch nie. OK, zeitweise war es eine Fotosafari und wir haben aus dem Auto heraus die Bilder gemacht. Aber das war wohl auch der Reiz der Sache. Wenn man am Tag maximal 100km fahren „muss“ und so viel, viel Zeit zu „sehen“ hat, dann ist das intensiv!

Hier eine Auswahl unserer Bilder:

 

Sommertörn 2008: Rund Rügen und Seeland

Reisebericht Segelurlaub vom 19. Juli bis bis 8. August 2008
Crew Heidi und Peter, zeitweise Ole. Am Ende des Artikels viele, viele Urlaubsbilder.

Route 2008

19. Juli 2008
43 Seemeilen
Dieses Jahr ist das Ziel Bornholm – erstmals in unserem Seglerleben! Also Generalkurs Osten! Am Vorabend nach Laboe angereist, geht es um 9:00 Uhr bei SW5 (später SSW(6-7) nach Burgstaaken auf Fehmarn. Auf dem analogen Log erreichen wir mit dem Vereinsboot von novomind-sports e.V. 9,1 Knoten. Selbst nach dem zweiten Reff gegen Mittag. Liegen in Burgtiefe im Werfthafen auf 2,20 Meter Wasser (bei 1,80 Meter Tiefgang) für 13,50 € plus 1,50 € Strom, Duschen frei. Das ist OK.

20. Juli 2008
Genau wie in 2007: Am zweiten Urlaubstag ein Hafentag wegen Sturm. Angesagt mit schwere Gewitterböen mit Bft. 8, blöd ist, das unser Heck genau in Windrichtung liegt und wir so jede Regenschauer im Boot haben, wenn wir nicht aufpassen.

21. Juli 2008
Weiterer Hafentag wegen Sturm. Die Nacht war sehr unruhig, aber sicher. DP07 meldet zwar keine Wind- oder Sturmwarnung, aber uns pustet das noch zu doll. Also zu Fuß nach Burg.

22. Juli 2008
31 Seemeilen – Burgstaaken nach Gedser
Staren mit Nord 4 unter Motor und „fliegen“ nach Osten bei ordentlicher Welle. Im Flachwassergebiet vor Gedser baut die sich noch mal etwas mehr auf und trotz der frühen Stunde hat keiner Lust weiter zu fahren. Also festmachen im langweiligsten Hafen Dänemarks.

23. Juli 2008
52 Seemeilen Gedser nach Vitte / Hiddensee
Wie üblich nach ein paar Starkwindtagen schläft der Wind immer wieder ein. Mit W, später SW2-3 kommt der Genacker (NOMI genannt) zum Zuge, aber es ist eine Qual. Trotz Start gegen 9:00 Uhr erreichen wir Vitte erst kurz vor 21:00 Uhr. Das Einlaufen bei der im Westen untergehenden Sonne ist gar nicht so einfach. Der Yachthafen Lager Ort ist wie üblich überfüllt und um die Uhrzeit bleibt nur ein 2er Päckchen neben einer großen Alu-Yacht, die auch schon quer an den Pfählen liegt. Den Hafenmeister haben wir nicht gesehen…

24. Juli 2008
35 Seemeilen Vitte nach Glowe
Wir vermuten, das Lohme wg. Erdrutsch immer noch gesperrt ist und kreuzen gegen OST 5 gen Glowe auf Rügen. Dabei stehen wir immer kurz vorm Reffen, weil der Wind uns schon ordentlich auf die Seite packt. Den Hafen kennen wir noch nicht – wenn man genug Vorräte an Bord hat ist er sehr empfehlenswert. Glowe hat zwar viele Touristen, aber keine Einkaufsmöglichkeiten. Für 12 € plus 1 € Strom pro Nacht mit freiem Duschen ein echtes Schnäppchen!

25. Juli 2008
Hafentag Glowe
Die Wettervorhersage für die Woche vermeldet ordentlich Wind (5-6) aber aus den falschen Richtungen: Nordost bis Ost. Da Ole uns nur eine Woche begleiten wollte, erkundigen wir uns per Bus in Sassnitz schon mal nach einer Rückfahrgelegenheit.

26. Juli 2008
Hafentag Glowe
Wind Ost 5. Also immer noch nichts. Ole fährt mit Bus und Bahn nach Hause und wir suchen uns ein neues Urlaubsziel. Die Stegnachbarn wollen am nächsten Tag (Sonntag) nach Klintholm, na ja, das könnten wir bei dem Wind ja auch machen!

27. Juli 2008
Glowe nach Klintholm
Bei NE5 geht’s los, die vielen Tage Ostwind haben eine gute Welle aufgebaut und erstmals zu zweit haben wir Anfangs unsere kleinen Probleme zu meistern – und meistern sie auch!
Wir entüddeln das Großfall bei Wind&Wellen, wir setzten später NOMI und haben dann noch einen guten Segeltag.
Der Hafen von Klintholm kommt immer mehr runter. Die Stege sind wackelig, die Duschen eine Katastrophe – aber immerhin ist es teuer: 22 € pro Nacht und 5 DKK für die Duschen, die kein (auch kein kaltes!) Wasser geben!
Liegen im 2er Päckchen (Hafen um 16:00 Uhr bereits überfüllt) neben einer Comfortina aus Bremen und verbringen einen echt netten Abend bei Wein mit deren Crew!

28. Juli 2008
55 Seemeilen Klintholm nach Kopenhagen
Die Bremer kommen gerade aus Kopenhagen und wir waren da ja schon mal, aber nach einer kurzen Diskussion entscheiden wir uns als Alternative zu Bornholm zu einem Trip Rund Seeland und als nächstes Ziel erstmal die Richtung Kopenhagen. Unterwegs kann man ja oft Pause machen.
Mit einem Super-Halbwindkurs und kaum Welle fliegen wir nur so gen Norden und bis zum Abend (kurz vor Dragör) macht das Segeln so richtig Spaß – dann schläft der Wind ein und wir hängen wie ein Schluck Wasser in der Kurve im Fahrwasser. Also motoren für eine Stunde, dann kommt der Abendwind und wir gen nach Christianshavn – aber auf die (einlaufend) Backbordseite in ein 3er Päckchen. Große Überraschung: Da ist ein anderer Hafenmeister zuständig und vor allem, ein anderer Duschcontainer. Der trennt zwar nicht nach Geschlecht ist aber abschließbar, ordentlich und sauber! All inclusive für 150 DKK die Nacht – Astrein!

29. Juli 2008
Hafentag in Kopenhagen
Laufen bei brütender Hitze alle Einkaufsstraßen nach schwarzem Stickgarn ab – erfolglos. Handarbeit ist wohl auch in Dänemark nicht mehr angesagt. Verbringen die Mittagszeit im Botantischen Garten – kann man wirklich nur empfehlen! Am Abend gehen wir ausnahmsweise mal Essen…

30. Juli 2008
55 Seemeilen Kopenhagen nach Hundested
Starten früh´ mal wieder ohne festes Ziel – mal sehen, wie weit wir kommen. Passieren „aufgeregt“ Helsingborg / Helsingör (-> Mann, sind die Fähren schnell!) und setzten auf NW Kurs mal wieder NOMI. Gegen 15:00 erreichen wir Gillelje und entscheiden uns aber doch, weiter zu laufen. Das war richtig: Mit dem Abendwind, Sonnenuntergang und fast alleine im südlichen Kategatt wird es sehr schön – vor lauter Glück fahren wir ein Stück an Hundested vorbei. Der (Fischer-) Hafen ist wie die anderen dänischen Häfen auch randvoll und wir liegen im 2er Päckchen. Der Hafenmeister ist per Automat und EC Karte automatisiert…

31. Juli 2008
39 Seemeilen Hundested nach Sejerö
Wetter beständig gut, aber der Wind verlässt uns gegen Mittag. Also ein Stück motoren. Die Untiefe vom Själlands Ref ist mit zwei Tonnen wirklich lausig betonnt, aber bei der ruhigen See kein Problem.
Der Hafen der Insel Sejerö ist sehr schön, eine alte Frau spielt Akkordeon, wir liegen mal wieder im 2er Päckchen (Hafen voll) und das Wetter lädt zu einem abendlichen Bad in der Ostsee ein.

1. August 2008
47 Seemeilen Sejerö nach Korsör
Anfangs läuft alles gut, aber ab Rösnäs Puller wird es ungemütlich. Hart am Wind, gegenläufige Welle und Strom (1 kn) sowie auffrischendem Wind (SE 6-7, Vorhersage war 4!) machen das Segeln zu einem Bullenritt. Sehr anstrengend für Mensch und Material!
Sehr frustrierend ist die Große-Belt-Brücke. Man sieht sie ab ca. 20 sm…und kommt ihr kaum näher!
Dafür ist der Hafen groß und bietet viele freie Boxen – auch mal wieder ganz nett! 110 DKK plus 10 DKK Strom, Duschen frei und alles ordentlich und sauber.

2. August 2008
Hafentag Korsör
Nach dem Vortag haben wir erst mal keine Lust zum weiter fahren und verbringen einen ruhigen Samstag – bis zum Abend:
Da kommt ein Segelkollege vorbei und meint, mit unserem Rigg stimmt was nicht. Die Backbord Oberwant sei am Mast falsch/fehlerhaft und so sollten wir nicht weiter fahren. Wovon redet der Mann bloß?
Mit Fernglas und Begutachtung aus allen Winkeln: Stimmt, da ist was kaputt! So ein Mist. Aber an dem Abend können wir auch nichts mehr machen…

3. August 2008
29 Seemeilen Korsör nach Femö
…also am Sontag früh aufstehen, den Hafenmeister nach Hilfe fragen (der kennt aber niemanden), die HANSEYACHT AfterSales Hotline bemühen (die können auch nur jemanden aus Deutschland in Bewegung setzten) und dann auf den Gedanken kommen, das man so ein Problem als echter Segler auch selbst lösen können müsste. Also an den Mastkran vorholen und über dessen Leiter sich dem Problem auf Augenhöhe nähern. Das sieht aus, als ob die Befestigung herausgerissen ist – zum Glück sieht uns der Segelkollege, der, wie sich dann herausstellt, Werkstattleiter bei HANSEYACHT ist und wohl deshalb unser Rigg so genau begutachtet hatte. Der schlägt vor, die Want komplett zu lösen und mich in den Mast zu ziehen, da das Teil oben nur eingehakt sei und durch die Wantenspannung fixiert wird. Nun denn, also ab in den Mast – unter massiven körperlichen Einsatz des Helfers.
Tatsächlich: „nur“ ausgehakt, in 1 Minute ist das Problem gefixt und die Wanten werden alle neu (diesmal viel straffer) neu gespannt.

Das muss mal gesagt werden: Wer als Yachtwerft solche kompetenten, freundlichen und vor allem motivierte Mitarbeiter hat, der braucht sich um seinen Ruf keine Sorgen zu machen!
Wir möchten gar nicht daran denken, was uns hätte alles passieren können…

Mittags sind wir also segelklar und wollen den starken Restwind ausnutzen, um zur Insel Femö zu kommen. Die knapp 30 Seemeilen laufen wir in knapp 5 Stunden. Der Hafen in Femö ist klein, rappelvoll, weil die da gerade ein Jazzfest hatten (letzter Tag) und wir liegen in der Konsequenz recht unruhig im 4er Päckchen mitten im Hafenbecken. Nun kommt der Wind erst mal richtig in Wallung und wir bringen lange Landleinen und zusätzliche Fender aus.

4. August 2008
Hafentag wegen Sturm
Angesagt sind in Böen 10 und am Nachmittag kommen die dann auch – unvorstellbare Energie! So einen Sturm mitten im Sommer finden wir dann doch ungewöhnlich. Aber so lernt man die Dänen und dessen Bier eben besser kennen…

5. August 2008
33 Seemeilen Femö nach Haesnes
Die Sturmwarnung ist zwar aufgehoben, die Starkwindwarnung steht aber noch. Warten also bis Mittags und gehen dann auf der Süd-Passage um Femö herum in Richtung Falster. Anspruchsvoll in jeder Beziehung (Navigation, Wind und Welle!)
Der Hafen von Haesnes ist fast leer, die Boote liegen in den Boxen an der Kaimauer – als Schutz vor dem Sturm. Beim einlaufen in eine Box den auflandigen Wind unterschätzt und eine neue Schramme in den Steven der novomind gefahren – MIST!

Mist ist auch, das der kleine Kaufmann aufgegeben hat und es im Ort keine Versorgung mehr gibt. Der Hafenmeister berichtet, das man händeringend jemanden suchen würde…

6. August 2008
49 Seemeilen Haesnes nach Warnemünde
Als Tagesziel wegen Südwind steht eigentlich nur Gedser auf dem Programm. Also kreuzen wir munter los, aber so richtig Lust nach Gedser haben wir nicht. An der Südspitze von Falster geht der Wind auch eher auf Süd-Ost, also laufen wir weiter. Die Fähren sollte man wirklich gut im Auge behalten und auch den übrigen Schiffsverkehr. Obwohl um 9:00 Uhr gestartet, erreichen wir Warnemünde erst gegen 20:00 Uhr – und das auch nur, weil wir unterwegs mal für ein Stunde das Kreuzen aufgegeben haben und direkt gegen mit Motor gelaufen sind. Es ist so kalt, das wir unter dem Ölzeug Pullover tragen und erstmals im Urlaub Socken an haben!
Die Hansesail steckt in der Vorbereitung, es gibt viel zu sehen…

7. August 2008
Hafentag
Ausflug nach Warnemünde mit der Hotelbarkasse…
Wichtig: Am Steg „D“ gibt es einen neuen „Saniärcontainer“ – dort gibt es Bäder für die Segler, die denen in einem 5-Sterne Hotel gleich kommen. Unglaublich toll!

8. August 2008
Abmustern
Letzter Urlaubstag. Also Boot aufräumen, innen und außen komplett schrubben und einpacken. Die große Tochter holt uns mit dem Auto ab und am Abend übernimmt eine andere Crew den Dampfer für die Hansesail.
Nach 517 Seemeilen mit nur 11 Motorstunden (!) und vielen, vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen geht der Urlaub leider zu Ende.
Im Vergleich zum Vorjahr hatten wir zwar genau solche Extreme (sehr viel Wind, kein Wind), aber nur fünf Tage, die wir im Ölzeug verbringen müssen.