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GÖTEBURG – VRANGÖ – VARBERG

Wir verlassen MARSTAND durch das innere Schären-Fahrwasser und gehen südlich nach GÖTEBURG. Die Fahrt durch die Schären ist fantastisch und wir wissen es sehr zu schätzten, das der Wettergott zwar sehr wenig Wind, dafür aber jede Menge Sonne zu uns geschickt hat. So laufen wir also am Freitag, den 15. September 2017 mit gemäßigter Geschwindigkeit unter Maschine durch die raue Felsenlandschaft und freuen uns an der Natur.

Auch wenn es trotz Sonne viel zu kühl ist: Die Schärenlandschaft nördlich von GÖTEBURG ist ein echtes Reiseziel. Von zwei NORWEGERN haben wir gelernt, das man innerhalb der Schären bis zum OSLO-Fjord und somit bis nach OSLO kommen kann, wenn man will…könnte ein Plan werden!

Wir gehen wieder in die LILLA BOMMEN Marina im Herzen der Stadt. Der Hafen ist erwartungsgemäß leer, kennt aber keine Off-Season Liegegebühren. 42 € die Nacht ist schon sehr ärgerlich – die einfachen Sanitäranlagen sind OK, aber eben kein Highlight. Das man in der Saison mit hohen Liegegebühren versucht, Dauerlieger fern zu halten und so Platz zu schaffen für Kurzzeitgäste, ist verständlich. Aber wer Mitte September die vollen Hafengebühren verlangt, der will wohl gar keine Gäste.

Wir bleiben zwei Nächte, shoppen ein wenig vom heftigen Regen geschützt in der riesigen NORDSTAN Shopping Mall direkt am Hafen und kaufen dem Skipper neues Ölzeug.

Denn der hat die Schnauze voll von MUSTO, GILL oder sonstigem sogenannten High-Tech Textilien für hunderte von Euro. Er will einfach nur noch Ölzeug der Machart „Ostfriesennerz“, aber eine Spur robuster. Bereits 2016 in PORTUGAL fiel ihm die Marke GRUNDENS auf…Schwedische Marke, die in PORTUGAL produziert wird. Aus unerfindlichen Gründen gab es aber im Herstellungsland nur die „normal-Größen“ in den Läden…
…in GÖTEBORG finden wir beim Kanu-Ausrüster KANOTCENTRUM eine vollständige Größenkollektion und der Skipper kauft sich endlich ein Set „GRUNDENS HERKULES“ – der Name ist Programm! Man muss schon Herkules-Kräfte haben, um das schwere Ölzeug überhaupt tragen zu können. Aber es fühlt sich richtig gut an!

Jetzt bloß keine Kommentare von wegen „Schmoren im eigenen Saft!“.

Erstmals in unserem Leben gehen wir knapp 15 Seemeilen weiter südlich, auf die Insel Vrångö. Der uralte Törnführer spricht von Heckanker, den wollen wir aber auf keinen Fall auspacken und spekulieren in einem leeren Hafen und auf „irgendwo längseits gehen“. Die Fahrt nach VRANGÖ ist noch mal wunderschön. Der Hafen ist Sonntag Nachmittags nur fast leer, aber es gibt Grundgeschirr und so können wir ohne viel Platz zu verschwenden an Heckleine an den Steg gehen. Kurze Zeit später sind wir fast alleine, die Wochenend-Ausflügler aus dem Großraum GÖTEBORG fahren nach Hause.

VRANGÖ ist eine echte Perle und strategisch extrem gut gelesen – auf beiden Kursen: Kommt man von SÜD, kann man hier am Eingang der WEST-Schären gut Station machen, kommt man von NORD, verkürzt die Insel die Etappe nach Süden.


Ganz offensichtlich gibt es auf der Insel so was wie Dauerbewohner, aber die meisten Häuser werden offenbar nur im Sommer genutzt und stehen jetzt, wunderschön zurecht gemacht und komplett eingerichtet, einfach leer. Ein einsamer Rasenmäh-Roboter zieht seine wirren Bahnen, ein anderer hat sich wohl verirrt und hängt leblos an Steinen eines Blumenbeets fest. Wir sehen nur wenige Menschen, meist deutlich jenseits der 60 Jahre. Aber genau diese Menschen gehen todesmutig am Morgen im Meer schwimmen…nur kurz, aber vollständig im (vermutlich) eiskalten Wasser. Hey, das muss man erst mal drauf haben!

Der Sonnenuntergang in den Schären an diesem Abend ist spektakulär. Absolut fantastisch!

Der Wetterbericht diktiert die Weiterfahrt. Für den nächsten Tag ist gar kein Wind angesagt und für den heutigen Dienstag bis zu 20 Knoten aus West, das passt so nicht für den gewünschten Törn nach ANHOLT. Der Schlüssel liegt in der Vorhersage für den Mittwoch: 15 Knoten aus OST – das wäre doch prima! Also verkürzen wir unter Maschine die über 60 Seemeilen von VRANGÖ direkt nach ANHOLT und gehen nach VARBERG, dem bedeutenden Fährhafen an der SCHWEDISCHEN West-Küste. Von hier aus braust STENA in gut vier Stunden nach GREENA, gegenüber in DÄNEMARK.

Am heutigen Tag haben wir die Festung von VARBERG besucht und die erstaunlich große Innenstadt erkundet. Dabei mussten wir fest stellen, das unser altes schwedisches Geld, das seit Jahren zu Hause in der Schublade lag, nicht mehr gültig ist – haben die Eingeborenen doch glatt zum 1. Oktober 2015 neues Geld eingeführt und die alten Scheine und Münzen zum 30. Juni 2017 für ungültig erklärt? Wer kommt denn auf so was?
Na ja, mit etwas Lauferei bekommen wir heraus, das man in der ortsansässigen Wechselstube die alten Scheine gegen EURO tauschen kann…

Und wie das mit dem Wetter so ist – der angesagte OST-Wind wird zurück genommen und nun rechnen wir nur noch mit leichtem, kaum segelbaren Wind. Muss Morgen wohl die Unterwasser-Genua mal wieder ran. Schauen wir mal!

Der OSTSEE 2017:

1) VIEL oder KEIN Wind.
2) Und jede Menge Wasser. Von OBEN!

Peter.

AALBORG – ASAA – LASÖ – MARSTRAND

Nach einer Woche Heimaturlaub wieder zurück nach AALBORG.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir gar nicht, was „Arbeit“, „Urlaub“, „Heimaturlaub“ oder „Bordzeit“ ist. Ganz schön verwirrend mit den beiden Wohnsitzen, von denen einer auch noch andauernd seine Örtlichkeit wechselt.

Aalborg – Aquavit Hersteller

Die Anreise nach AALBORG mit Bahn und Taxi dauert lang, ist aber völlig stressfrei und somit OK. Der STORMVOGEL hat die Einsamkeit mal wieder gut überstanden, ist schnell wieder her gerichtet und selbst einen kurzen Einkauf im Supermarkt bekommen wir noch am gleichen Tage erledigt. Dann kann es also los gehen – wohin auch immer!

Tolle Seger – mehr unten in der Galarie!

Na ja, erst mal müssen wir aus dem LIMFJPRD raus. Uns begegnen unzählige Gaffelsegler, richtige Segelschiffe und auch ein paar Kriegsschiffe. Natürlich wissen wir Bescheid: Die LIMFJORD Rund-Regatta steht an und es sind über 70 Boote gemeldet…selbst aus SCHWEDEN reisen die historischen Boote und Schiffe an. Weil der Wind günstig steht, unter vollen Segeln. Sehr schön anzusehen!
Wäre ja auch mal eine Idee für den Spätsommer, diesem Ereignis beizuwohnen…

Schnellsegler…

Wir passieren HALS im Fahrwasser und werden schnell ordentlich durchgeschaukelt. Ganz optimistisch hatten wir gedacht, eventuell direkt nach LASÖ zu gehen, aber dieser Optimismus verliert sich recht schnell in der konfusen Ostseewelle und mit dem nicht so recht dazu passenden Wind. Als Ausweichhafen hatte sich der Skipper vorher ASAA ausgesucht und so ging es also stramm Nord.

Asaa – Dänemark

Die Ansteuerung von ASAA entpuppt sich als Nervenkitzel. Die Sandbänke reichen weit aufs Meer und wir fahren einen Riesenbogen, um die von Norden her ausgewiesene Ansteuerung zu nehmen. Der Tiefenmesser vermeldet noch weit vor dem Hafen stumm so was wie 3,0 Meter, oder auch spontan mal 2,10 Meter und als wir der Hafeneinfahrt näher kommen auch mal 0,9 Meter. Durch das flache Wasser brechen sich die vom Wind aufgepeitschten Wellen über die Bänke, in der Welle geht es auf und ab und der Skipper, angespannt, aber nach eigener Meinung vollständig Herr der Situation, steuert wie ein Weltmeister (ebenfalls Selbsteinschätzung) den Tonnenstrich entlang. Zweimal setzten wir im weichen Ostseeand auf. Einige lieben Lebensmittel – wir lieben Langkiel! In der engen Fahrrinne ist an eine Umkehr nicht zu denken.

Nicht der STORMVOGEL…aber ein anderer Wahnsinniger 😉

Wie so oft in der Seefahrt: Es kann nur vorwärts gehen!

ASAA ist ein künstlicher Inselhafen, also vor dem Festland aufgeschüttet. Vermutlich, um dieses endlose Flachwasser etwas zu entschärfen. Es wohnen keine Menschen im Hafen, dennoch haben wir das Gefühl, das uns einige Eingeborene haben kommen sehen und mit dem Auto fix aus dem Dorf in den Hafen gebraust sind, um sich das Spektakel anzusehen. Der Skipper wählt den erst Besten Liegeplatz, die Eingeborenen helfen fleißig beim Festmachen und so langsam legt sich das Zittern in den Gliedern des Skippers. Geschafft, ohne Schäden, ohne Hilfe, ohne Drama.

SY STORMVOGEL, eine KOOPMANS 48 Aluminium-Segelyacht

Schnell steigt ein gewisser Ärger im Skipper auf. Müsste der Hafen nicht geschlossen sein, wenn die Fahrrinne so versandet flach ist? Überhaupt: Wie konnte er sich auf die Aussagen in Seekarte und Törnführer verlassen?

Wie immer folgt eine Phase der Abkühlung, Ernüchterung und gar Einsicht!

Ein Eingeborener, der Deutschen Sprache sehr gut mächtig, klärt auf: Die Fahrrinne wird tatsächlich in jedem Frühjahr ordentlich auf 2 Meter gebaggert. Und normalerweise hält das auch bis in den Winter. Aber in diesem Jahr gab es so viele SÜD, OST und NORD Stürme, das die Brandung den Sand wieder in den Rinne geschwemmt hat und deswegen bleiben dort öfters mal Boote stecken…die dann vom ortsansässigen Fischer wieder frei geschleppt werden müssen.

Asaa

Soweit zum Fremdverschulden…aber der Skipper kommt auch zur Einsicht, selbst einen Fehler gemacht zu haben: Im Törnführer wird ein Tidenhub von +/- 0,5 Metern genannt. Klar, wir sind ja schon in der Nähe von SKAGEN und damit der NORDSEE. Bei einer Soll-Wassertiefe von 2,00 Metern (bezieht sich immer auf das Niedrigwasser) dürfte man durchaus vermuten, das jeder Zentimeter zählt. Wer da bei Niedrigwasser einläuft, riskiert was. Logisch, als wir zwei Tage später weiter reisen, warten wir das Hochwasser ab, der Fischer hält ein Auge auf uns und wir kommen sehr gut wieder ins offene Meer. Uff.

Lasö Fähre

LASÖ ist das nächste Ziel. Nur noch 23 Seemeilen entfernt. Der SÜD-Wind hat etwas nachgelassen, es weht „nur noch“ mit 25+ Knoten und wir machen schon wieder eine schnelle Reise. Der Wind diktiert Richtung und Zeit. Denn gegen 20+ Knoten braucht man gar nicht erst anzutreten. Außer man ist Sportler. Vielleicht.

Der Moment zwischen Himmel und Hölle

Von LASÖ sehen wir nur den Hafen, die Pommesbude und den Hafengeld-Automaten. Der sorgt für einen schnellen Pulsschlag beim Skipper – am Abend und am darauf folgenden Morgen: 240 DKK Liegegeld in einem absolut leeren Hafen – klarer Fall von WUCHER! (OK, ok, in ASAA wollten sie gar kein Geld…). Der Knaller war aber dann am nächsten Morgen, das der blöde Automat die Karte nicht zurück nehmen wolle?! Jetzt fahren wir die voll mit Geld aufgeladene Hafenkarte von LASÖ spazieren, na toll!

Alles im allem also nur Gründe, direkt weiter zu segeln. Und, natürlich, da ist ja auch noch der Wind!

Marstrand

An den deutschen Küsten ist der erste Herbststurm mit 45+ Knoten Wind und 7 Meter Welle angesagt – ein solcher Sturm beeinflusst das Wetter in einem großen Gebiet, also auch unser KATEGATT-Wetter im Norden. Wir müssen uns entscheiden: Mit Starkwind rüber nach MARSTRAND in SCHWEDEN fliegen oder im toten LASÖ mit dem tumben Automaten zu bleiben…für Tage! Denn nach dem starken SÜD-Wind kommt ein Tag mit NORD-Wind und danach gar kein Wind mehr. Wie toll.

Wir wissen: Starkwind und Welle kann der STORMVOGEL.
Wir wissen, Starkwind und Welle kann die Crew.
Wir wissen, das wird kein Spaß.
Wir wissen, das wird richtig anstrengend.

Also alles klar. Wie fahren!

Durch die große Landabdeckung von LASÖ läuft es anfangs richtig gut. Das Groß haben wir schon in Hafennähe im Dritten Reff (also so klein wie möglich) gesetzt und arbeiten nur mit Vorsegel und Yankee um maximale Geschwindigkeit zu laufen.

Denn wir wissen auch:
Am späten Nachmittag wird der Wind auf OST drehen und das wäre bei der Ansteuerung von MARSTRAND doch bescheuert gegen an.

Der Skipper beobachtet im Cockpit den Windmesser mit Argusaugen. Nicht, das er das wirklich müsste. Dann er hört die Windstärke. Er hört die Böen kommen, er spürt, wie der STORMVOGEL beschleunigt. Die Mannschaft ist tief in ihr Buch abgetaucht und nur bei Segelmanövern an Deck zu sehen. Die häufen sich. Der Wind steigert sich von 20 auf 25 auf 30 und auch mal auf 35 Knoten. Völlig eingerefft laufen wir in den (Regen) Böen 7 Knoten über Grund in einer absolut konfusen See. Beim passieren des Tiefwasserweges für die großen Schiffe haben wir Glück: Trotz viel Schiffsverkehr kommen wir keinem zu Nahe und müssen auch nicht ausweichen…nur, um dann kurz darauf einem Schleppnetzfischer doch noch ausweichen zu müssen. Fischer! Fischer müsste man sein! Da dürfte man alles! Als Fischer!

AIS und Radar geben uns einen guten elektronischen Überblick über unsere Umgebung und meistens ist die optische Sicht auch OK. Nur bei Ankunft an der WEST-Küste von SCHWEDEN hängen schwere Regenwolken und Gewitter über uns…und die damit verbundene schlechte Sicht macht die Sache für uns nicht gerade einfacher.

Marstrand

Rechtzeitig erkennt der Skipper, das ein unglaublich starker NORD-Strom an der Küste steht. Klar, generell läuft hier sowieso das Wasser nach NORDEN, aber der starke SÜD-Wind pusht das Wasser offenbar noch mal ordentlich. Also satte 30° oder auch mal 40° vorhalten – ganz so wie im ENGLISCHEN KANAL. Kurzer Aufreger um das Finden des richtigen Leuchturms und der Felsen…(sieht ja in Natur immer alles ganz anders aus als auf der Karte!)…und schon sind wir im nördlichen Fahrwasser von MARSTRAND.

Neben der großen Erleichterung, diese raue Passage gut geschafft zu haben, stellt sich bei uns beim Anblick der Scheren-Felsen und der niedlichen SCHWEDEN-Häuser sofort große Freude ein. Richtige Entscheidung, hierher zu kommen.

Es ist der Moment des Ankommens, der diese Art zu Reisen so einmalig macht.

Einmal mehr richtig.

Marstrand

Tja, jetzt sind wir also in SCHWEDEN, stellen etwas ernüchtert fest, das hier bereits die Bürgersteige hoch geklappt sind und genießen heute (14/9/2017) den ersten richtigen Sonnentag seit Wochen.

Herrlich.

Die Sonne wärmt sogar noch!

Habt ihr mal euren Sturm in DEUTSCHLAND.

Wir haben Sonne!

Ätsch!

Peter.

P.S.:
Ergänzung:
Die Sonne hielt sich bis zum Abend, wir saßen im GRAND HOTEL zu MARSTRAND und speisten fürstlich, akustisch untermalt von einem Frauenchor (offenbar auf Chorfahrt) bestehend aus 50 Frauen und EINEM Chorleiter. Ein ordentliches Gewitter schickte Eimerweise Wasser auf die Erde…und in das WC-Luk des STORMVOGELS, denn irgendwer hatte es wohl offen stehen lassen.

Limfjord

Fern der ganzen Umbauprojekte zu Hause und unserer neuen Verlagstätigkeit haben wir wieder einige Zeit am LIMFJORD im hohen Norden DÄNEMARKS verbracht. Der STORMVOGEL eher zum schwimmenden Apartment degradiert, der Sommer bereits als verkappter Herbst unterwegs und der Skipper als Quotenmann bei bis zu vier Frauen und vier Kindern im Gefolge. Was für verworrene Verhältnisse!

LEMVIG

Segeln war nicht viel – viel zu viele Menschen mit eigenen, sagen wir mal, Bedürfnissen. Also eher so was wie LEGOLAND, Spielplatz, Shoppen und rum toben.

So sei es.

Wir verbrachten eine weitere gute Woche in LEMVIG und möchten an dieser Stelle noch mal die Vorzüge dieses gemütlichen Städtchens heraus stellen:

1) Ruhiger Stadthafen mit sensationell niedrigen Liegegebühren für Langzeit-Lieger: 1.600 Kronen für vier Wochen sind doch echt ein Schnapper, oder?

2) Der BESTE Schlachter Dänemarks direkt am Hafen: Hier gibt es z.B. Grillwürstchen, die eben richtig was besonderes sind – und eben nicht dieser Dänemark-Supermarkt-Würstchen-Mist, den man sonst nur bekommt.

3) Direkt neben dem Schlachter der Käseladen: Echter Dänischer Käse, lecker! Man darf vor dem Kauf probieren… 😉

4) Und natürlich im Hafen die große Fischbude mit frischen, geräucherten und eingelegtem Fisch.

Das alles in toller Landschaft, umrahmt von einem kleinen Berg, direkt am Wasser. Oh ja, hier ließe es sich leben! Die Eingeboren treffen sich Dienstag Spätnachmittags zur Abendregatta und kennen natürlich jede Untiefe. Die Flotte mit ihren Spinackern in der Abendsonne liefert die perfekte Kulisse am Fjord. Sehr schön!

Im LEGOLAND zu BILLUND ergab es sich, das sich ein Frosch der bunt gewürfelte Großfamilie anschloss und der Skipper sich schnell verliebte. Nun ist so ein Frosch ohne Kuss ja noch kein Mensch und üblicher Weise verbirgt sich eher ein Prinz denn eine Prinzessin hinter den Glupschaugen.

So wurden denn auch vielfältige Besitzansprüche und Liebeserklärungen abgegeben – sehr zum Nachteil des Skippers, denn ihm blieb außer einer schmachtenden Umarmung nur das Nachsehen. Fröschi wohnt jetzt in Hamburg. Natürlich bei einem jüngeren!

In den letzten Familien-Urlaubstagen haben wir den STORMVOGEL locker nach AALBORG vorholt. Diesmal, von WEST nach OST tatsächlich immer unter Segeln. Mal schnell, mal gaaaannnnzzzz Langsam, aber immer unter Segeln. Das Revier wäre wirklich lohnenswert, wenn das Wetter beständiger und ruhiger wäre. Vielleicht in einem anderen Jahr. Oder Jahrzehnt, oder Jahrhundert?

Im Moment sind wir wieder für ein paar Tage zu Hause, gehen aber nächste Woche wieder an Bord. Wenn das Wetter so schlecht bleibt, gehts wohl relativ schnell wieder in die Kieler Bucht. Falls es doch noch so was wie einen Spätsommer geben sollte, lassen wir uns Zeit und gehen vielleicht erst mal noch nach SCHWEDEN. Schauen wir mal…

Peter.

Sailors Arrive! Seefahrer kommen an.

In den vergangenen Monaten haben Heidi und ich an unserem Reisebericht gearbeitet. Heraus gekommen ist ein 118-minütiger Fotofilm mit vielen Fotos, Videos und Landkarten. Professionell gesprochen von Dr. Jochen Werner und hochklassig akustisch mit Geräuschen und Musik in Szene gesetzt von Ole Wiedekamm.

Wir sind recht Stolz auf das Arbeitsergebnis.

Sailors Arrive! Beach in Thailand
Sailors Arrive! Thailand.

Leider haben wir keinen Verlag gefunden, der unseren Fotofilm in den Handel bringen wollte – also haben wir mit der „PARIMARE Verlag GmbH“ einen eigenen Verlag gegründet, Produktions- und Handelsstrukturen aufgebaut und starten nun als PARIMARE die Vermarktung. Mehr Titel, nicht nur eigene, werden folgen. Im Herbst sind wir als Aussteller auf der HANSEBOOT.

Hier also erst mal unser erstes Produkt – wenn es gefällt, bitte weiter empfehlen und wo immer möglich, eine Rezension / Bewertung verfassen. Falls ihr bei FACEBOOK aktiv seid, bitte unser kleines Trailervideo mit euren Freunden teilen.

Danke!

Sailors Arrive! Seefahrer kommen an.

Jetzt im Handel.

Beschreibung

Fotofilm

 „Flugreisende steigen aus und sind da, Seefahrer kommen an.“

Von Hamburg in die Karibik – und einmal um die Welt: Wovon viele  träumen, haben Heidi und Peter Wiedekamm realisiert. Mit ihrem 14,5 m langen Segelboot Stormvogel überquerten sie Atlantik und Pazifik, bereisten innerhalb von vier Jahren den blauen Planeten.

Sailors Arrive! Reiseroute
Sailors Arrive! Weltkarte

Von anfänglicher Unerfahrenheit bis zu Stürmen oder bedrohlichen Lecks am Boot erfuhren sie ihre eigenen Grenzen. Aber die Menschen und Orte, die sie erreichten, waren wunderbare Entlohnung für die Strapazen: herzliche Gastfreundschaft, Traumstrände, Hilfsbereitschaft oder das Lachen der Kinder, die den „Skipper und die Mannschaft“ in den kleinen Häfen freudig begrüßten.

Sailors Arrive! Traumstrand
Sailors Arrive! Strand in Vanuatu

2012 startete das Ehepaar von Hamburg aus über die Kanaren zu den Kleinen Antillen. Durch den Panama-Kanal via Galapagos-Inseln wagten sie die Querung des größten und tiefsten Ozeans der Welt, des Pazifiks, um nach Wochen auf See an den Stränden Polynesiens zu landen – fast wie einst die großen Entdecker. Das war aber nur eines der Highlights dieser außergewöhnlichen Unternehmung, das die beiden Norddeutschen über Neuseeland, Indonesien oder Thailand schließlich ins Mittelmeer und nach 1500 Tagen zurück in den Hamburger Hafen brachte.

Sailors Arrive! Independence Day Indonesia
Sailors Arrive! Unabhängigkeitstag in KISAR / Indonesien

Die Erlebnisse und Erfahrungen der beiden Reisenden sind in zwölf Kapiteln nachzuerleben. Illustriert mit zahllosen brillanten Fotografien und Filmen, gesprochen von Dr. Jochen Werner und akustisch stimmungsvoll in Szene gesetzt von Ole Wiedekamm.

Sailors Arrive! Indonesia
Sailors Arrive! Indonesien

Sailors Arrive! ist eine Dokumentation über eine außergewöhnliche Segelreise, ein reich bebilderter Bericht über das Wagnis, die eigenen Grenzen hinter sich zu lassen und die Welt auf einem langsamen, entschleunigten Weg kennenzulernen. Sailors Arrive! ist für Fernsüchtige ebenso wie für anspruchsvolle Segelfans, für Reisende und Weltenbummler ein wunderbares Geschenk – unterhaltsam und informativ zugleich.

Sailors Arrive! Tuamotos
Sailors Arrive! Wolkenformation im Pazifik

Heidi Wiedekamm (Jg. 1961, Hauswirtschaftsleiterin) & Peter Wiedekamm (Jg. 1965, Unternehmer) leben in Elmshorn – wenn sie nicht wieder mit ihrem Segelboot unterwegs sind.

Der Fotofilm „Sailors Arrive! Seefahrer kommen an“ ist die erste Veröffentlichung des neu gegründeten PARIMARE Verlags in Elmshorn. Hinter dem Verlag stehen Heidi und Peter Wiedekamm – also wir!

Inhaltsverzeichnis

Fotofilm mit

  • mehr als 1.000 Fotografien
  • mehr als 60 Landkarten
  • mehr als 30 Videos
  • zwei Sprachen (Deutsch / Englisch)

Mehr als 25 fantastische Reiseziele rund um die Welt:

Deutschland, Die Niederlande, Frankreich, England, Spanien,  Portugal, St. Lucia, Martinique, Dominica, Bonaire, San Blas, Panama, Las Perlas, Galapagos, Marquesas, Tuamotos, Tahiti, Bora Bora, Maupiti, Rarotonga, Niue, Tonga, Neuseeland, Australien, Vanuatu, Indonesien, Singapur, Malaysia, Thailand, Türkei, Griechenland und Italien.

Sailors Arrive! World War II Museum in Vanuatu
Sailors Arrive! Weltkriegsmuseum in VANUATU

Eine Weltreise in 118 Minuten und 12 Kapiteln:

Kapitel 01: Nord-Europa und Atlantik, Lauflänge 10:12
Kapitel 02: Karibik, Lauflänge 09:20
Kapitel 03: Panama und Galapagos, Lauflänge 07:26
Kapitel 04: Pazifik (Ost), Lauflänge 08:07
Kapitel 05: Pazifik (West), Lauflänge 05:39
Kapitel 06: Neuseeland, Lauflänge 06:12
Kapitel 07: Vanuatu und Australien, Lauflänge 08:16
Kapitel 08: Indonesien, Lauflänge 20:40
Kapitel 09: Singapur und Malaysia, Lauflänge 06:02
Kapitel 10: Thailand, Lauflänge 06:26
Kapitel 11: Mittelmeer, Lauflänge 13:35
Kapitel 12: Europa und Atlantik, Lauflänge 10:55

Sailors Arrive! Sunset in Tonga
Sailors Arrive! Sonnenuntergang auf Tonga

 

Produktinformationen

Heidi und Peter Wiedekamm
SAILORS ARRIVE!
Fotofilm
118 Minuten
Deutsch / Englisch
1 Disk, Alle Regionen, 16:9
HD Blu-Ray 1920×1020
SD DVD 720×576
Blu-Ray bzw. DVD Hülle
INFO-Programm gemäß § 14 JuSchG
Parimare Verlag GmbH
Elmshorn 2017
Blu-Ray: ISBN 978-3-94724 4 – 0 0 -3 UVP 24,95 €
DVD: ISBN 978-3-947244-02-7 UVP 19,95 €

 Hinweise:

1) High Definition (HD) technisch bedingt nur auf Blu-Ray Disc erhältlich. Die Double-Layer DVD hat den gleichen Inhalt im Standard-Format (SD).

2) Der Fotofilm besteht aus animierten Fotografien, Landkarten und Video-Clips, gesprochenem Text in Deutsch und Englisch sowie Musik. Das Fotofilm-Format ermöglicht eine deutlich größere visuelle Informationsdichte als ein normaler Film.   

3) Hinweis für VLC Nutzer: Die Blu-Ray bzw. DVD entspricht dem jeweiligen Standard. Sollte es dennoch bei der PC/Notebook Wiedergabe mit VLC zu Problemen kommen, ändern Sie bitte den VLC Disk-Cache-Parameter wie folgt: VLC -> Werkzeuge -> Einstellungen -> Einstellungen zeigen = alle (unten links) -> Eingangs-Codecs -> rechts Blatt ganz nach unten scrollen -> Erweitert -> Disk-Cachewert (ms) auf 3000 setzen -> Speichern -> VLC Neustart.

Jetzt im Handel.

Schreibkurs

Letzte Woche besuchte ich einen Schreibkurs am GARDASEE in ITALIEN.

Merke:“ …es ist im Angesichte des Sees gut von statten gegangen.“
Zitat: Goethe, 1786

Nicht, das ich nicht wüsste, wie man Buchstaben zu Worten und Worte zu Sätzen formt. Nein, das war mir schon länger bekannt und ich habe bisher beruflich und privat schon viele Sätze mit noch mehr Wörtern geschrieben.

Merke: Wer schreibt, der bleibt…
Zitat: Redensart, Urheber unbekannt

Für unser nächstes Winterprojekt möchte ich mich besser vorbereiten und vor allem erlernen, wie man einen Text über ein paar Hundert Seiten hinweg so interessant hält, das der Leser nicht gelangweilt wird und im schlimmsten Fall das Lesen darin aufgibt. Doch ich zögerte zunächst, mich für das Schreibseminar bei einem der Besten Deutschen Schriftsteller anzumelden. Zu viel Respekt und zu groß die eigene Unsicherheit. Das Zögern war nicht klug, alle Kurse in diesem Jahr ausgebucht!

Merke: Wer zu spät kommt…
Zitat: Michail Gorbatschow, 1989

So geriet mein Name wie von mir innig gewünscht auf eine Warteliste, jemand sprang unerwartet ab und ich konnte kurzfristig seinen/ihren Platz einnehmen!

Merke: Glück muss man haben…
Zitat: Filmtitel aus dem Jahr 1950

Via MAILAND MALPENSA AIRPORT in die Bruthitze ITALIENS geflogen, weiter mit Bahn und Bus in den Ort TORRI DEL BENACO am GARDASEE und ob der gefühlt 20°C Temperaturunterschied im Hotel akklimatisiert. Der fünf Tage dauernden Kurs ist schnell vorüber, keine Langeweile, volle Konzentration. Komme tief beeindruckt und vor allem sehr erfreut wieder. Erfreut darüber, das der Kurs sich wirklich gelohnt hat! Mit Sicherheit viel für das neue Projekt gelernt. Eine konkrete Idee zur Umsetzung zur Umsetzung des komplexen Vorhabens im Kopf und darüber hinaus auch noch sieben tolle Menschen und deren Geschichten kennen lernen dürfen.

Merke: Stillstand ist der Tod, geh´voran, bleibt alles anders…
Zitat: Herbert Grönemeyer aus Bleibt Alles Anders
ab Minute 33:45

In weniger als vier Wochen gehen wir wieder segeln – ach fände sich doch nur eine Möglichkeit, das phantastische Wetter ITALIEN´s an den LIMFJORD zu transportieren.

Peter.

P.S:
Mit einer gewissen Verärgerung musste ich in ITALIEN die Nachricht vom Selbstmord von CHESTER BENNINGTON, einem der beiden Sänger von LINKIN PARK , hinnehmen. Er erhängte sich am Geburtstag (20. Juli 2017) seines Freundes CHRIS CORNELL.

Ebenfalls Rocksänger.

Ebenfalls tot.

Ebenfalls Selbstmord.

Mitte Mai 2017. Wo soll das noch hinführen?

Wenn die Guten altersbedingt wegsterben, dann ist das der unaufhaltsame Lauf des Lebens. Wenn die Guten krankheitsbedingt sterben, dann ist das wohl Pech und manchmal auch dem Lebensstil geschuldet.

Aber was ist es, wenn sich die Guten einfach aufhängen?

Hier ein gemeinsamer Auftritt der beiden, nunmehr toten Künstler.

 

 

 

Somerset

Vor ein paar Tagen haben wir unsere Segelfreunde Dianne und Graham von der MAUNIE OF ARDWALL besucht.

Dazu reisten wir zu deren, man kann es durchaus so nennen, Landsitz in der Englische Grafschaft SOMERSET, recht weit im Süd-Westen des Landes, das sich unbegreiflicher Weise aus der Europäischen Union verabschieden möchte. Dianne und Graham sind für ein paar Monate auf Heimaturlaub und werden im Herbst nach AUSTRALIEN zurückkehren und an Bord der MAUNIE ihre Reise fortsetzen.

Trotz des dicht gedrängten touristischen Programms, das natürlich minutiös von den Engländern ausgearbeitet wurde, fanden wir genug Redezeit um die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Segler unter sich. Jede Menge Klönschnack in bezaubernder Süd-Englischer Rosamunde Pilcher Kulisse. Entgegen allseits bekannter Vorurteile gänzlich ohne Regen!

Sehr beeindruckt waren wir vom Besuch der YEO VALLEY  Farm, dem ehemaligen Arbeitgeber von Graham. Sahen wir das Logo des Unternehmens doch oft genug in der Karibik oder dem Pazifik – für uns bekam das Logo nun sogar ein Gesicht, denn wir durften Tim, den Besitzer von YEO VALLEY kennen lernen. Wir konnten uns mit eigenen Augen davon überzeugen, wie ernsthaft nachhaltig bei YEO VALLEY gewirtschaftet wird.

Ein paar Besuche in englischen Pub´s ließen mein Herz höher schlagen, der Besuch von aufwendig gestalteten englischen Gärten erfreute Heidi. Es ist schon bemerkenswert, wie gut die beiden uns kennen!

Doch so sehr Dianne und Graham sich auch mühten – die Regeln des hier aller Orten zelebrierten Cricket-Spiels bleiben wohl auf ewig den Eingeborenen vorbehalten. Insulaner.

Die Tage in Süd-England waren so herzerfrischend, das der Skipper des STORMVOGEL´s tatsächlich für eine Weile vergessen konnte, nicht an Bord zu sein. Ein sehr schöner Kurzurlaub mit sehr lieben Freunden!

Herz, was willst du mehr?

Peter.

LEMVIG und umzu

An dieser Stelle möchte ich noch mal auf unseren famosen YELLOW BRICK GPS Tracker hinweisen. Immer, wenn wir an Bord sind wird damit alle drei Stunden unsere Position dokumentiert. Auf DIESER SEITE kann man sich nach dem Standort des STORMVOGELS erkundigen. Oben links auf der Seite ist eine Auswahlbox mit den verschiedenen Reiseabschnitten. Wenn man einen Törn ausgewählt hat, wird dieser angezeigt. Geht man dann mit dem Cursor auf eine Positionsmeldung, kann man mit einem linken Mausklick die genaue Postion, Kurs, Geschwindigkeit und Temperatur erfahren.

Screenshot GPS Tracker

Der Widerstand des Skippers gegen eine schnelle Weiterreise zerbröselt während des täglichen Wetterstudiums. Denn wir wollen ja noch weiter nach Westen und brauchen die (sagen wir mal) wenigen Schwachwindphasen, um da komfortabel hin zu kommen.

Am Montag, den 19. Juni 2017 machen wir uns relativ früh auf, um in einem Rutsch nach LEMVIG zu kommen. Am Nachmittag soll der Wind ordentlich auffrischen und da bietet sich doch eine frühe Abfahrt geradezu an.

Sallingsundbroen

Zunächst im Fahrwasser die großen Sandbänke umschiffen, dann Vollzeug setzten, Schwenkkiel raus und hart am Wind NYKOBING MORS ansteuern. Um die 10 Knoten Wind sind für uns nicht wirklich der Hit und wir müssen immer weiter abfallen. Als wir die Uferzone der kleinen Insel LIVÖ mit ihren sieben (!) Einwohnern schon gut erkennen können, geben wir auf, schmeißen den Brüllaffen an und tuckern mal wieder. Jetzt sind wir eindeutig auf der „landschaftlich schönen Route“. An Land viel zu sehen, NYKOBING MORS passieren wir an Steuerbord, die folgende SALLINGSUNDBROEN Brücke ist hoch genug für unseren 18 Meter Mast und wir haben hier keine Wartezeit.

Sallingsundbroen

Hier ist der LIMFJORD eher eine große (aber flache!) Talsperre. Sehr Idyllisch.

Oddesundbroen

Wir steuern nun die direkt die nächste Klappbrücke mit Namen ODDESUND BROEN an. Bevor einer fragt: Klar, unter Maschine. Der Skipper regt sich darüber auch nicht mehr auf, denn er weiß, wenn wir (irgendwann einmal) wieder zurück fahren, haben wir den richtigen Wind. Bestimmt!

Nach gut 45 Seemeilen erreichen wir LEMVIG, finden einen super-Liegeplatz in fantastischer Umgebung und sind gespannt wie ein Flitzebogen, ob unser Auto noch am Bahnhof steht.

Na klar steht es noch da. In DÄNEMARK kommt so leicht nichts weg – jedenfalls nicht hier auf dem Lande.

Schon komisch: Wir wissen immer sehr schnell, ob es uns am Ankunftsort gefällt oder nicht. Hier in LEMVIG gefällt es uns so gut, das wir nicht ein Foto vom Ort machen. Irgendwie übersehen. Und das ist wirklich ein Kunststück, denn am nächsten Tag unternehmen wir mit dem Auto eine kleine Fotosafari und hätten durchaus auch von LEMVIG Bilder machen können. Die Landschaft ist wirklich spektakulär, ursprünglich wild und entgegen aller Erwartung nicht völlig flach, sondern mit kleinen Hügeln übersät.

Diese kleine Rundfahrt hat sich sehr gelohnt und wer in der Gegend ist, sollte unbedingt die Fährfahrt THYBORON – AGGER auf der Landstraße 181 mit nehmen – und auf etwas Wind hoffen 😉

Aber es hilft alles nichts – Tags darauf bereiten wir den STORMVOGEL auf seine nächste herrenlose Zeit vor, packen unsere Sachen und reisen ab. Eigentlich sollten wir für die 400 Autokilometer vier Stunden brauchen, weil bei KOLDING aber ein LKW Ladung verloren hat, brauchen wir schlappe drei Stunden mehr. So spült das Leben. Who cares?

Jetzt liegt also das schönste Boot der Ostsee weit entfernt einsam im Hafen während der Skipper die Regentropfen in Elmshorn zählt und sich (vermutlich) bei 124.212.341 verzählt hat. Noch mal: Who cares?

Unsere Segelsaison geht erst Mitte August weiter – bis dahin verfolgen wir hier in Elmshorn verschiedene Bau- und Geschäftsprojekte. Und kurven mit dem Flieger ein wenig in der Weltgeschichte herum: England und Italien. Nur kurz.

Ohne GPS Tracker.

Peter.

 

Løgstør

Das Wetter im LIMFJORD lässt sich einfach beschreiben und kennt nur zwei Zustände:

Zustand 1: WEST >20 Knoten
Zustand 2: Irgendwas anderes, aber ganz wenig

Nun würden Spitzensportler mit ihren Super-Sport-Booten sicher im engen Fahrwasser gegen den WEST Wind ankreuzen, wir, die wir einen holländischen Ozeandampfer fahren schmeißen den Brüllaffen an, verkriechen uns hinter der Sprayhood oder im Deckshaus und dampfen gegen an. Denn das geht im LIMFJORD durchaus. Die Welle ist erträglich und 10-15 Knoten auf die Nase sind noch OK…ich weiß, das ist geschönt…

Aggersund Brücke

Am 17. Juni wollen wir das kurze Stück (27 Seemeilen) nach Løgstør dampfen. Der Ort soll ganz schön sein, also genau das, was wir suchen!

Aggersund Brücke

Wir erreichen die AGGERSUND Brücke und warten wieder geduldig auf die Öffnung. Der Wind hat längst aufgefrischt und wenn es noch weit wäre, würden wir hier wohl Station machen. Mit einer Mischung von Bewunderung und Unverständnis beobachten wir einen Eingeborenen, der unter Segeln extrem hart am Wind die Brücke passiert…was eine Deutsche Crew (NATÜRLICH NICHT WIR!) offenbar als Herausforderung versteht und im engen Fahrwasser nach Løgstør mit dem Dänen um die Wette kreuzt.

Aggersund Brücke

Jeder wie er will, sicher.

Aber wie war das noch? Die Freiheit des einzelnen hört genau da auf, wo sie die Freiheit von anderen einschränkt.

Løgstør

Die meisten Boote, mit denen wir die Brücke passiert haben, lassen Løgstør links liegen und gehen weiter. Auch die beiden Racer. Wir wollen nicht weiter. Im engen Kanalhafen finde ich keinen Platz – vermutlich habe ich ob der Anspannung auch nicht richtig gesucht und schon gar nicht auf die Mannschaft gehört. Sehr eng hier, wir vertreiben andauernd und ich habe Mühe, nicht anzuecken.
Also in den kleinen „Stadthafen“ neben an. Komisch: Sah´ von draußen irgendwie größer aus! Durch die super enge Einfahrt, direkt in die (wie üblich bei uns) zu kurze Box. Neben der Länge ist die Breite auch ein kleines Problem und wir bleiben kurz mal hängen. Wie gut, das der STORMVOGEL eine wirklich funktionierende Scheuerleiste hat!

Løgstør

Die Mannschaft verbringt Heldentaten, der Skipper mault (natürlich) wie immer und irgendwann ist unser Boot vernünftig angebunden – äh – fest gemacht.

Das Wetter an Land ist anders. Warm, Sommer, zwar windig, aber OK.

Løgstør

Und so genießen wir den ersten richtigen Sommernachmittag, seit wir in MIDDELFART aufgebrochen sind. Natürlich mit einer kleinen Supermarkt-Attake, Eis und…jetzt kommts: Muschelessen!

Løgstør

Denn im LIMFJORD werden große Muschelfarmen betrieben und die Ernte wird in den Supermärkten vor Ort auch verkauft. Lecker. Einfach Lecker!

Und wir glauben das beurteilen zu können: Die Qualität der LIMFJORD Muscheln ist viel besser, als die in SÜD-FRANKREICH.

Løgstør

Und jetzt, da der Skipper mühevoll diese Zeilen schreibt, fragt er sich, wie die Mannschaft es mal wieder fast hin bekommen hätte, das wir gleich am nächsten Tag weiter fahren. Dieses subversive. Diese Ziel-Gerichtete. Dieses hinterlistige Verfolgen von Zielen, die denen des Skippers diametral entgegen stehen. Dieses unsinnige schnell ankommen wollen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Der Skipper verordnet einen Haftentag in schöner Umgebung. Waschen, Fotos machen, Spazieren. Leben an Bord.

Løgstør

Ach, was wäre das Leben ohne Mannschaft?

Einsam.

Peter.

 

 

BALLEN (SAMSÖ) – AALBORG

Am Mittwoch, den 14. Juni 2017 gehen wir von BALLEN auf SAMSÖ nach GRENA. Strahlend blauer Himmel, immer noch 20+ Knoten WEST Wind und immer noch lausig kalt. Wir brettern sehr sportlich nach NORDEN, passen im flachen Fahrwasser des kleinen VEJRÖ SUND´s besonders auf und fangen an die Meilen nach GRENA herunter zu zählen. Denn nun gehts eigentlich nur noch NNE – immer noch kaum andere Boot zu sehen.

Wer hätte das gedacht: Man fühlt sich auf dem OSTSEE einsam…

Mit gut 7 Knoten Fahrt kommen wir früh´ in GRENA an, der Anleger hätte besser sein können, aber die Mannschaft hat ihr Bestes gegeben. Es ist wirklich sau-schwierig vom Bug des STORMVOGELS auf die sehr flachen Schwimmstege mit der Leine in der Hand zu springen. Statt Seglern wären hier eher Kunstturner gefragt.

Ob des frühen Nachmittags und der Sonne zieht es die Mannschaft in die Stadt und der Skipper lässt sich mit der Aussicht auf ein Bier der Eingeborenen mit schnacken.

Ohhhh, sie wissen nicht was sie tun!

GRENA City ist wirklich weit weg. Der Plan, mit dem Bus zurück zu fahren scheitert daran, das der letzte Bus um 17:00 Uhr fährt. Ja ja, wo Licht im Personenverkehr ist, da muss auch Schatten sein. Obwohl die unfreiwillige Wanderung eigentlich ganz schön ist!

Wir studieren wieder den Wetterbericht für den Folgetag. Anfangs noch leichter SW Segelwind, dann Flaute. Also brechen wir füh´ auf, stellen aber schnell fest, das das hier kein leichter Wind ist, sondern GAR KEIN Wind. Die Maschine läuft und es wird schnell langweilig.

Eigentlich wollen wir nach HALS, ein kleiner Hafen am OST-Ausgang des LIMFJORD´s. Als wir dort ankommen denken wir in stiller Eintracht, tuckern wir doch einfach weiter nach AALBORG. Auf die 17 Meilen mehr unter Motor kommt es nun auch nicht an.

Einen richtigen (und vor allem aktuellen!) LIMFJORD Törn-Führer haben wir im Vorfeld nicht gefunden. Schon immer haben wir von JAN WERNER den Törnführer „DÄNEMARK 1: Jütland, Anholt, Laesö“ in der Bibliothek. Darin wird ein ausführlicher LIMFJORD Törn beschrieben.

Im übrigen: Eigentlich ist HANSENAUTIC immer eine gute Quelle für Literatur – aber dieses (alte) Buch haben sie wohl nicht mehr…

Was frisches gibt es gedruckt offenbar nicht – wohl aber den mit viel Liebe zum Detail gemachten Online-Revierführer von ESYS. Und weil man ja nicht immer online ist, kann man per eMail dort eine Offline-Version kaufen und die HTML Seiten mit Bildern und Übersichtskarten lokal auf seinem Rechner speichern. Etwas altbacken, diese Technik, aber sie erfüllt durchaus ihren Zweck.

Wie immer hat JAN WERNER Recht: Von HALS bis AALBORG ist der LIMFJORD eher ein Fluß, der an mächtigen Industrieanlagen vorbei führt. Nix, was sich wirklich lohnt.

Am frühen Abend erreichen wir AALBORG nach 60 Motor-Seemeilen. Und hier startet die große LIMFJORD BRÜCKEN TOUR.

Aalborg Vesterbro

In der Stadt gibt es gleich zwei, in sehr kurzem Abstand zu passierende Brücken. Also Ruhe bewahren und warten, das die Brücken sich öffnen. Ist halt so, kann man ändern nix. Auch nicht, das die Brücken abgestimmt aufeinander öffnen – tun sie nicht, denn dann müsste man den Auto- und Eisenbahnverkehr der beiden Brücken synchronisieren.

Gleich drei Marinas gibt es hier, die ersten beiden lassen wir direkt aus, denn sie werden als „voll“ und „eng“ beschrieben – beides Attribute, die wir vermeiden wollen. Also gehen wir in die etwas entferntere MARINA FJORDPARKEN und freuen uns über den hohen Steg, das erleichtert das Anlegen doch phänomenal. Die Marina selbst ist fast tot. Ganz schön einsam hier.

Wie schon fast in DÄNEMARK üblich, gibt es auch hier nur einen eisernen  Hafenmeister.  Dabei  finden wir ein richtiges Stück  Mensch als  Hafenmeister  sehr wichtig.  Dieser ganze Mist mit hohen Lohnkosten  in unseren Breiten  wird unser Leben noch ganz gewaltig  verändern.   Besser ein mies gelaunter Hafenmeister als ein stummer Automat.

Tags darauf fahren wir mit dem Bus in die Stadt und erkunden ein wenig die viertgrößte Stadt DÄNEMARKS.

Aalborg

Also „ein wenig“ bedeutet: Einkaufsstraßen rauf und runter, Mittagssnack und Besichtigung der Waterfront. Thats it. Kein großes Programm…

Aalborg

Wir kehren zurück in unsere tote Marina und verdödeln den Rest des Tages…studieren das Wetter und beschließen, am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Aalborg

Peter.