TASI 15,16,17: STANLEY

Wenn man sich STANLEY auf einer Landkarte ansieht, dann ahnt man zwar schon, das dies ein besonderer Ort sein muss, aber, wie immer bei unbekannten Orten: Mann (!, insbesondere) hat ja keine Ahnung!

Wir kommen bei bedecktem Himmel an, manchmal regnet es sogar. Unverschämtheit! Haben wir so nicht gebucht. Den Tag haben zunächst wir mit Fahren und Reparieren (lassen) verbracht: Der FORD RANGER hat eine Reifenpanne (seitlich angeschlitzt) und wir haben einen kleinen Steinschlag in der Windschutzscheibe. Beides auf der Durchfahrt in BURNIE sozusagen im Vorbeiflug erledigt.

The Nut, Stanley, Tasmanien, Australien, (vermutlich) Erde

Das Land im Nord-Westen ist zunächst völlig platt, am Horizont taucht ein großer Felsbrocken auf und wird wie üblich größer, als wir näher kommen. Klarer Fall von wirklich großem Felsbrocken. Umgangssprachlich wird er „THE NUT“ genannt. Der kleine Ort STANLEY schmiegt sich geschickt im Windschatten an den Felsen an. Der Campingplatz liegt dann unterhalb des Ortes am Strand. Klarer Fall von 1A Lage, TOP3 der bisher auf dieser Reise besuchten Orte. Egal, welches Wetter gerade hier herrscht.

Ja, wo isses denn, das Wohnmobil?

Das ändert sich sowieso am nächsten Tag und es wird richtig schön. Nun könnte man zwar in 45 Minuten zu Fuß „THE NUT“ besteigen, aber verlockender Weise gibt es auch einen Sessellift zum Gipfel. Also, ich wäre ja zu Fuß gegangen, aber in einer Demokratie zählen bekanntlich Mehrheiten.

Werft

In Maschinen wie alte Sessellifte muss man einfach Vertrauen haben. Die fahren den ganzen Tag, Tagein, Tagaus. Wieso sollte da gerade jetzt eine Gondel in den Abgrund stürzen? Das wäre ja wie ein negativer Lottogewinn, also so gut wie unmöglich. Mutig rein in den Sessel und schaukelnder Weise nach oben.
Geht einfacher als gedacht, aber bloß nicht bewegen. Sonst fällt man womöglich noch raus?

Der Rundweg auf dem Felsgipfel ist nahezu ebenerdig und nur zwei Kilometer lang – bietet aber in jeder Minute einen neuen grandiosen Ausblick. Also viel zu sehen und viel zu fotografieren!

Die Abfahrt ist mental weniger anstrengend als der Gipfelsturm zuvor, man gewöhnt sich ja an alles.

Den Rest des Tages verbringen wir im Auto mit dem schon beschriebenen Ausflug nach GARDINA POINT.

Mega-Sonenuntergang am Strand

Als wir zur Campsite zurückkommen, ist diese mit einem mal Rappel voll! Unglaublich. Dabei hatten wir gerade beschlossen, einen Tag länger zu bleiben. Die Eingeborenen geben ihr Bestes in der Rezeption, aber es nützt nichts. Wir müssen unseren Platz am nächsten Morgen räumen. Alles fest gebucht. Wochenende vor Ostern. Hochsaison im Winter.

Gehen wir zum Trost also erst mal aus. Das Restaurant heißt „Michael´s Restaurant on the Bay, Stanley“ und liegt direkt an der kleinen Werft. Früher hieß es wohl mal „Stanley´s on the Bay„. Die neuen Betreiber sind im Hauptberuf Farmer und servieren selbstverständlich nur lokale Speisen. Die Wirtin erinnert mich schwer an meine spanische Erscheinung im Jahr 2012. Donnerknittel, so viel positive Energie! (hier sollte eigentlich der Link auf den damaligen Beitrag sein, aber, ich kann es nicht glauben, ich finde ihn nicht wieder…Computer sind doof.)
Die wirkt sich offenbar auch auf das Essen aus. Sehr lecker, sehr gemütlich, sehr schöner Abend.

The Nut im Abendrot

Wir gehen zu Fuß zur Campsite zurück und stolpern fast über einen knallroten, monstermäßig aufgemotzten FORD RANGER auf einem Nachbarplatz. Dazu zwei Typen vor einer Gasheizung. Wie üblich in AUSTRALIEN kommen wir ins Gespräch ob des imposanten Gefährtes. Werden zu einem Drink eingeladen und verschnacken uns mal eben um zwei Stunden später am Abend. Der eine betreibt einen Bottleshop (verkauft also hauptberuflich Alkohol) und der andere exportiert Holz. So 400.000 Tonnen (?) pro Jahr, in der Regel nach China. Leute trifft man…

Nein, dieses wunderbare STANLEY können wir auf keinen Fall verlassen und so vorholen wir uns am nächsten Morgen einfach nebenan auf die Wiese des örtlichen Golfklubs. Ebenfalls direkt am Strand. Kein Klo, kein Strom, aber nur 10 AUS$ pro Nacht. Alles klar! Wir verabreden einen ruhigen Tag, was für mich so viel bedeutet wie:

BLOG SCHREIBEN!

Peter.

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