Greenie

Nein, der Titel ist kein Schreibfehler.

Es ist nicht GENIE, sondern tatsächlich GREENIE gemeint.

Das ist australische Umgangssprache für Grüner, Umweltaktivist, Linker. Eigentlich für alles, was den Konservativen im Land suspekt erscheint. Man trifft hier erstaunlich viele, insbesondere ältere Männer, die wie Herr Trump den Klimawandel einfach leugnen. Das Blöde daran ist: Während ich Herrn Trump wirklich nicht zum Freund haben möchte, sind mir einige der hier kennen gelernten (konservativen) Klimaleugner doch sehr sympathisch. Und ich würde gerne deren Freundschaft genießen – umgekehrt, so glaube ich, ist es bestimmt genau so. Daher reden wir ja miteinander. Neben diesem einen kontroversen Thema gibt es viel mehr Dinge, in denen wir gleicher Meinung sind und die uns vereinen.

Sage ich ja sowieso immer: Es gibt viel mehr was die Menschen vereint als das, was sie trennt.

Schon erstaunlich, nach welchem Muster diese Klimaleugner immer vorgehen. Operieren mit exakten Jahreszahlen aus vergangenen Jahrhunderten an denen es Jahrhundertsommer in Folge gegeben habe, fragen, warum GREENLAND denn wohl GRÜNLAND heiße, wenn es damals nicht GRÜN, also Eisfrei, gewesen wäre?

Ich kann da nicht mit halten. Einzelne Ereignisse interessieren sowieso nicht. Es ist wohl mehr das Große Ganze, das Big Picture, das es zu beachten gibt. Irre viel Autos, Industrie, Flugzeuge bis der Arzt kommt und so weiter, und so fort. Seit wenigen Jahren erst. Gemessen an der irdischen Entwicklung.

Was ich aber im Weltbild dieser Menschen als besonders besorgniserregend empfinde: Sie fühlen sich allesamt im Grunde verfolgt und unterwandert! Von eben jenen GREENIE´s: Linke Gruppen und linkes Denken hätten Kindergarten, Schulen und Universitäten unterwandert und brächten die Saat für eine Systemveränderung – natürlich zum schlechteren – aus. Na ja, eine Systemveränderung ist vielleicht auch dringend nötig, jedenfalls was die Umweltabnutzung angeht. Das bedeutet aber doch wohl nicht gleich auch Kommunismus, Staatslenkung und die Einschränkung persönlicher Freiheiten.

Es ist so einfach: Komplexe Zusammenhänge, Prozesse und Systeme werden ignoriert statt verstanden. Es wird noch nicht mal versucht, zu verstehen. Es ist viel einfacher, Attacken auf GREENIE´s, „die da Oben“ oder „das System“ zu reiten. Es wird nicht argumentiert, sondern agitiert. Eine andere Position als die eigene wird nicht zugelassen.

Das ist reine Zeitverschwendung!

Was ist denn objektiv von einem älteren Bauern zu halten, der seinen Hof auf einem paar Hundert Meter hohen Berg hat und der allen Ernstes behauptet, es gäbe keine Umweltverschmutzung durch Autos?
Vermutlich genau so viel (wenig) wie von einem Hardcore GREENIE, der auf Straßen niedrigere Feinstaubwerte als in Büros fordert.

Dabei eint doch beide im Grundsatz unsere westlichen, demokratischen Werte. Sie eint, die Welt in der wir leben. Sie eint, das sie so leben können, wie sie möchten.

Das Problem mit den alten Männern, die auf ihrer Meinung beharren, ist nicht neu. Das war schon immer so. Schließlich gibt es bei uns im Deutschen das schöne Wort des Altersstarrsinn. Doch, und das ist neu: Noch nie war unsere Gesellschaft so alt wie heute. Noch nie gab es so viele alte Männer mit einer eigenen Meinung die sie immer unveränderlicher bis in den Tot begleitet. Das war früher anders. Da wurden die Männer immer durch irgendwelche Kriege am älter werden gehindert.

OK, Krieg und/oder frühzeitiger Tot ist keine Lösung.

Mein Vorschlag: Reisen.

Reisen, aktiv versuchen bewusst Land und Leute kennen zu lernen. Andere, fremde Menschen ansprechen – notfalls mit Unterstützung legaler Drogen um die eigene Hemmschwelle zu überwinden. Zeit miteinander verbringen und heraus finden, was verbindet. Und was trennt. Erklären, was im eigenen Land gut läuft, lernen, was im besuchten Land gut läuft.

Wäre doch gelacht, wenn die Spalter, die Besserwisser, die ewig Gestrigen, die Zögerlichen, die platten Systemkritiker gewinnen würden.

So viel ist schon mal klar: Die Guten gewinnen! Immer.

Peter.

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