Was bisher geschah

Der erste Flug von HAMBURG nach DUBAI war vielleicht zur Hälfte ausgebucht – also eine angenehm leere Maschine. Angenehm für die Passagiere, nicht für die Fluggesellschaft EMIRATES. Unsere Dreier-Sitzreihe hatten wir zu zweit und ich hatte sogar keinen Vordermann, der hätte seinen Sitz extrem zurück stellen können.

Also alles super. Fast schon Business Class. Schon erstaunlich, wie riesig so ein A380 ist. Selbst der Sitzabstand war OK. Grandios. 6 Stunden wie im Flug. Wie platt.

Nachtrag: Notebooktasche á la EMIRATES

Nur vier Stunden Stop-Over in DUBAI. Also weiter nach BRISBANE. Diesmal ein etwas älterer A380, etwas mehr Passagiere aber immer noch sehr OK. Und wieder zu zweit in der Dreierreihe. Aber natürlich sind 12 Stunden Flug wirklich kein Zuckerschlecken und selbst das Beste Bordprogramm kann die Uhr nicht schneller laufen lassen.

Eigentlich waren es auch nicht 12 Stunden, denn wir hatten so viel Schiebewind das wir 40 Minuten vor der Zeit in BRISBANE gelandet sind.

Dann die Einreise nach AUSTRALIEN. Ein Drama, ein Ärgernis, ein Ding der Unmöglichkeit.

Genau ein Beamter der BORDER CONTROL für die Masse der Passagiere. Die wenigen Eingeborenen gehen schnell durch die automatisierte Passkontrolle, die Familien bekommen zwei Beamte und die Crew, Handicap und Special-Guests Menschen bekommen auch einen Beamten. Alle anderen normalen Passagiere aus aller Herren Länder bekommen – genau auch einen Beamten. So stehen wir eine Stunde und zwanzig Minuten in einer immer mürrisch werdender Menschenschlange und können diese Unfreundlichkeit kaum fassen. Ein iranisches Paar vor uns meint, in TEHERAN würde die Einreise keine 15 Minuten dauern. Was das hier wohl soll? Wie lange steht man wohl in DEUTSCHLAND an? Nach einem 12 Stunden Flug?

Eigentlich egal, wenn ich mich nicht immer über so ein Systemverhalten so schnell ärgern würde. Immerhin brauchen wir nicht zum Zoll und schon werden wir von unseren Freunden in Empfang genommen. Die nächsten Wochen werden wir mit Robbie und JoJo verbringen. Die beiden kennen wir seit unserer langen Reise. Die Übernahme des Wohnmobils von MAUI klappt auch völlig reibungslos. Wir haben diesmal sehr bewusst auf die völlig überteuerte Zusatzversicherung verzichtet und so müssen wir einen ganzen Batzen Geld als Sicherheit für eventuell am Fahrzeug entstehende Schäden via Kreditkarte hinterlegen. Das Geld wird tatsächlich abgebucht. Wussten wir vorher und waren präpariert. Ist aber schon ein Ding: Ungefähr 50% vom Mietpreis als „Zusatzversicherung“ zu verlangen…

Unsere Ausrüstung (Petroleumlampe, Messer, Stuhl für Dicke usw.) noch geschwind in einem Campingladen vervollständigt und dann ab an die GOLD-COAST in das Haus der Freunde. Der Plan: Den ganzen Tag durchhalten und unbedingt wach bleiben. Verdammt schwer. Gegen 20:00 Uhr Ortszeit geben wir auf, fallen ins Bett und Koma und wachen erst 12 Stunden später wieder auf.

Gleißende Sonne, tropisches Vogelgezwitscher, blauer Himmel. Und schon am Vormittag 28°C. Jetzt erst wahrnehmbar. War gestern wohl auch schon so, aber nach einer so langen Reise ist man erst mal wie in Trance.

Mittags wollen wir bereits aufbrechen und es fehlt noch der Lebensmitteleinkauf. Der ALDI und WOOLWORTH Attacke für essbares folgt eine LIQUER SHOP Attacke für trinkbares. Denn Alkohol (dazu gehört bekannter maßen ja auch Bier) gibt es nur in speziellen Geschäften.

Das mit dem Linksfahren klappt ganz gut, ist aber auch einfacher, weil wir nur dem Wohnwagen unserer Freunde folgen müssen. Unser erstes Ziel ist eine Farm in der Nähe von WARWICK, dort treffen wir Freunde der Freunde, ebenfalls mit Wohnwagen. Einige kennen wir sogar schon – die waren damals mal im Mittelmeer als Besucher auf dem Boot von Robbie und JoJo.

Australische Wohnwagengespanne – eine Klasse für sich. Will ich auch haben!

Das BBQ über offenem Feuer am Abend ist klasse. Die Farm liegt auf einem kleinen Hügel, rund herum flaches Weideland für Rinder. Aber nichts ist grün. Alles vertrocknet und verbrannt. Der Gastgeber, Farmer Brett, meint, es sei schon seit Monaten unglaublich trocken und es sei sehr schwierig, die Tiere zu ernähren. Und er wartet nicht einfach auf Regen, sondern auf Unwetter. Hauptsache viel Wasser in sehr kurzer Zeit. Das Problem ist dann zwar, das die Tiere im Matsch versinken und er sie manchmal daraus retten muss, aber auf einen lang anhaltenden Landregen wartet Brett gar nicht mehr. Kommt sowieso nicht. Da kommt vermutlich eher der Weihnachtsmann.
Und wie das so ist, kommt Lagerfeuerstimmung auf, wird Bier getrunken, wird politisiert. Die Männer, jedenfalls. Der Witz ist dabei ja immer,  das jeder was zu meckern hat, aber die Positionen im Grunde gar nicht weit auseinander liegen. Dabei wäre es so einfach, zu vermitteln. Wie kann es ein, das ein Farmer, der in dieser Trockenzeit seine Rinder schlachten muss, weil diese nicht mehr genug Futter finden, nur noch 50 Cent (Australische Cent, wohlgemerkt) je Kilo bekommt? Auf 1,20 AUS$ hofft Brett demnächst, aber 3 AUS$ wären erst der richtige Preis. Die gab es früher mal. Früher.
Interessant war noch das Thema Waffen: Lag ja nach dem aktuellen Massenmord von CHRISTCHURCH auch auf der Hand. Könnte kotzen. Die Ähnlichkeiten zu UTOYA sind nicht zu übersehen. Könnte kotzen, kann aber nichts ändern. Brett sieht in seiner Pistole und seinem Gewehr gar keine Waffe, mit der man Menschen töten könnte. Für Brett sind das Werkzeuge, wie Hammer, Bohrmaschine oder PickUp Truck. Das wird wohl auch so sein – aber er hat eben auch nur diese „einfachen“ Werkzeuge und keine halbautomatischen Waffen.

Camp auf der Farm

Gemeinsames Frühstück an der Glut des Lagerfeuers am nächsten Morgen. In der Restglut wird das Brot getoastet und die schwierigen Themen vom Vorabend werden, völlig nüchtern, verdrängt. Wie man das so macht. Als Erwachsener.

Weiter soll es nach STANTHROPE gehen. OpenAir Musikfestival. Nun schon mit fünf Wohnwagen. Und uns. Klar erkennbar als Touri 😉

Peter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

+ 51 = 57