Anker mal zwei

Von Süd-Fahrern haben wir den Tip bekommen, das man auf LILLA MÄSHOLMEN (direkt neben STORA ASKÖ) (57°59,3’N 16,48,4’E) an einer einsamen Pier kostenlos liegen kann. Von dort aus gehe man ca. 1 Kilometer auf der Straße ins Land und finde einen Selbstbedienungs-Fischladen: Was in der Auslage ist kann man kaufen und stecke das Geld einfach in eine Kassette. Keine Bedienung, keine Menschen. Nur Fische.

Da wollen wir hin. Fisch von nicht gegenwärtigen Eingeborenen kaufen. Lecker! Der Süd-Wind bläst uns mit Kraft nach Norden – nur mit dem YANKEE, denn mehr Segel trauen wir uns in den Windungen und Wendungen des Schärenfahrwassers nicht zu. Für die 45 Seemeilen von FIGEHOLM brauchen wir knapp 10 Stunden, denn erst am Nachmittag frischt der Wind so auf, das der STORMVOGEL fliegt.
Je näher wir dem Ziel kommen, um so mehr steigt in der Erinnerung des Skippers ein Nebensatz der Süd-Fahrer von UTKLIPPAN auf: Haben die nicht was von einer Schiffshavarie erzählt und das die Pier vielleicht gesperrt sein könnte? Wir kommen näher und sehen im abendlichen Dämmerlicht durch das Fernglas Menschen in Arbeits/Signalkleidung am Strand. Offenbar räumen die Auf oder machen sauber. Aha – ist wohl doch was passiert?
Wir laufen im Fahrwasser um die Insel herum, erkennen die Pier und jede Menge Container, Maschinen, Arbeitsboote und einige Menschen. Und ein Absprerrband, das offenbar drei viertel der Pier sperren soll. Im restlichen viertel liegt zwar ein Fischerboot, aber da würden wir wohl auch noch gut hin passen…
…stünde da nicht ein ruhig, aber bestimmt gestikulierender Eingeborener an der Pier und rufet: „Harbour closed, Harbour closed“. Ach wie ärgerlich.

Das war wohl nix. Mit Blick auf die Karte sieht eine Bucht bei TORRÖ (58°00,8’N 16°47,7’E, 6 Meter), ganz in der Nähe, gut für eine Nacht aus. Wir sind platt, der Abend naht und wir wollen nicht groß weiter. Also Kurs gesetzt, Felsen und Untiefen auf der Karte begutachtet und los gehts. Die Bucht entpuppt sich als wahre Perle. Ein Schwede liegt vor den Felsen mit Heckanker, wir gehen in die Mitte der Bucht zum freischwingen. Anker hält, alles gut, die Mannschaft kocht was leckeres und gut ist für den langen Tag.

Den Morgen verdaddeln wir in der absoluten Stille ein wenig, haben aber auch nur 36 Seeemeilen auf dem Zettel. Unter Maschine raus aus der Bucht, YANKEE raus und wieder in Brausefahrt durch die Schären. Eigentlich sind die Schären ab FÄNGÖ erst wirklich, wirklich toll. Vorher ist auch schon nicht schlecht, aber…es geht ja bekanntlich immer noch etwas besser.

Der Ankerplatz von KÄREHOLM (58°25,5’N 16°43,4’E, 7 Meter) ist zwar nach Süd komplett offen, aber es ist sowieso kein Wind und auch keiner angesagt. Die Süd-Fahrer hatten uns nahe gelegt, auch die kleine Kapelle auf der nahe gelegen Insel VEST GÄRDSHOLM zu besuchen, sie sei sehr romantisch! Dafür hätte der Skipper das Dingi klar machen müssen und bei der ganzen Segelei ist der abends immer so müde…
Also nix mit Kirche, dafür mit heftigem Gewitter. Gerade, als es kompliziert in der Ansteuerung wird, geht es los. Segel gerade noch rechtzeitig weg, Ölzeug an und dann streng nach Plotter mit reduzierter Fahrt durch die Felsen. Braucht man diese Nervenkitzel wirklich? Ist es zu Hause auf dem Sofa nicht viel einfacher?

Die Belohnung:

Ein spektakulärer Doppel-Regenbogen.

Was für ein Schauspiel!

Das geborgene Gefühl im Deckshaus.

Wie schön, das der STORMVOGEL auf alles vorbereitet ist.

Und das ist wohl die Essenz: So was bekommt man auf keinem Sofa der Welt!

Peter.

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