Roenne und umzu am ersten Tag

Der Plan war einfach.

Einfach in den Ort gehen und zwei coole Motorroller mieten und in den kommenden Tagen damit über die Insel brettern.

Einfach bedeutet aber nicht, das so ein vermeintlich einfacher Plan einfach umzusetzen ist. Denn, so lernten Skipper und Mannschaft rasch, es gibt gar keine mietbaren Motorroller in ROENNE. Dafür aber in NEXÖ, schlappe 30 irgendwas Kilometer quer über die Insel im Osten. Wie lustig. Wie soll man da hin kommen? Und die Roller später wieder abgeben?

Ein Satz mit X: Das war wohl nix.

Und so kam die Mannschaft auf die vorhersehbare Idee, statt dessen Fahrräder zu mieten. Und, so der innig geäußerte Wunsch: Endlich mal ein eBike – zum „ausprobieren“, wie sie es nannte.

Fährt die dem Oma auf Fährparkplatz eBike…

Ja ja. Drei Tage und 120 Kilometer später kriecht der Skipper am Stock, kann auch nicht mehr sitzen und die Mannschaft sucht frohlockend eine Steckdose um die Batterie des elektrisch betriebenen Fahrrads mal eben aufzuladen.

Tolle Wurst. Merke: Fahren zwei mit dem Fahrrad, DIE eine elektrisch unterstützt, DER andere mühsam gegen Wind und Berge (…Hügel) kämpfend, wartet DIE eine immer zu auf DEN anderen. Auch nicht wirklich Beziehungsfördernd!

Am Nachmittag des ersten Tages führte uns der Zufall an der Nord-West Küste in das ca. 7 Kilometer entfernte HASLE. Toller Fahrradweg entlang der Küste durch Wald über Stock und Stein.

„Schwimmbad“ im hafen von HASLE

Eine gut besuchte Räucherei mit Mittagsbuffet liegt am Wegesrand, doch der Skipper bleibt stark. Noch nicht, jetzt noch nicht! Etwas weiter im Hafen feiert der örtliche Fischereiverein sein Sommerfest – Gäste willkommen. Selbst gemachte Fischfrikadellen, Fadöl auf Eis und sogar gebratenen Hering im Sonnenschein bei guter Musik und fröhlichen Menschen. Wenn das mal kein Ort ist, an dem man bleiben möchte!

Eine Frau kommt vorbei und verkauft Lose – keine Ahnung, wofür. Aber die Katze im Sack kaufen ist ja immer gut.

Später stellt sich heraus, wie das Spiel funktioniert: Auf unserem Loszettel steht eine Nummer. In einem Behelfsgehege lauern drei Hühner auf ihren Einsatz. Stündlich werden sie auf ein Spielfeld mit 35 bezeichneten Rechtecken gelockt. Es gewinnt das Los mit der Nummer, auf das eines der Hühner zuerst kackt.

Jawohl, richtig gelesen: KACKT!

Guckst Du hier – äh, KACKST Du hier!

Nun denn, da neben den genauen Regeln selbst die Gewinnlage unklar ist, verzweifelt niemand daran, das die Hühner eine andere Losnummer für ihr Geschäft erwählen. Kein Gedanke daran, was ein möglicher Gewinn gewesen wäre!

Gegrillt oder Geräuchert – das ist bei dem Qualm die Frage!

Eher schon an das 73 Kilo Schwein, das da im Ganzen seit 6 Stunden über dem offenen Feuer geröstet wird. Es sieht so köstlich, so verführerisch aus. Jedenfalls für den männlichen Teil der Ausflugsgesellschaft. Kurze Arme & Beine Kommunikation mit dem Grillmeister, denn der spricht kein Wort Englisch. Ergebnis: Das dauert noch Stunden, erst am Abend wird serviert. Mit dem hervorragend gekühlten Fadöl könnte es DER eine ja noch ein paar Stunden aushalten, doch DIE andere kann dem vielen Fleisch überhaupt nichts abgewinnen und drängt sanft, sehr sanft, aber bestimmt zum Aufbruch.

Und plötzlich erinnert sich der Skipper: Oh ja, da ist ja auch noch der Rückweg mit unfairen Mitteln…

…und später: Was für ein schöner erster Tag auf BORNHOLM!

Wer wollte eigentlich Motorroller mieten?

Peter.

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