Helligdomsklipperne und Gudhjem

Noch beflügelt vom leichten Dahin-schweben auf einem Elektrifizieren Drahtesel ringt die Mannschaft dem Skipper eine „große Fahrradtour“ für den zweiten BORNHOM Tag ab. Der ahnt zwar die Leiden, die da auf ihn zukommen werden, mag der Mannschaft aber auch nicht den offenkundigen Spaß am eBike fahren verderben. Wie sie sich freut, diese Mannschaft!

Sonntagfrüh´ geht es los, aber zuerst zum Stadion von ROENNE, denn hier ist Flohmarkt. Die Ankündigung war zuvor in einem Aushang am Supermarkt im Hafen zu lesen. Nicht, das wir neben Spinnen und Muscheln auch noch Flöhe an Bord beherbergen wollten, aber mal nachsehen, was es da wohl geben würde, könnte man ja schon. Um 10:00 Uhr soll es los gehen und als wir kurz vor 10 dort sind, ist es schon brechend voll.

Wir könnten auch Möbel kaufen, fragen uns aber, ob das nicht eher Sperrmüll ist? Liegt wohl im Auge des Betrachters. Auf einer Insel sind die Augen wohl größer als auf dem Festland.

Dann geht es los. GOOGLE MAPS gibt die Richtung vor und bereits nach wenigen Kilometern ist klar, wie die Tour verlaufen wird. Ewiger Sieger = Mannschaft, ewiger zweiter = Skipper. Welche Schmach! Allerdings, und das ist der rettende Trick: Auch an Land navigiert der Skipper. Dieser Umstand führt dazu, das die Mannschaft an Abzweigungen oder Kreuzungen auf den hinter her hechelnden Skipper wartet. Warten muss.

Es geht zur Helligdomsklipperne, einer beeindruckenden Felsbucht im Nord-Osten der Insel. Spektakulärer Ort, weshalb die schlauen Dänen wohl auch in unmittelbarer Nähe das Kunstmuseum Bornholm gebaut haben. Mit Museen haben wir es ja nicht so, wohl aber mit deren Cafes. Denn dort gibt es notwendige Betriebsstoffe für aufwendige Fahrradtouren.

Allein, die Klippe hat uns noch nicht so richtig befriedigt.

Links oder Rechts rum, das ist nun die Frage. Die Antwort wird wie folgt ermittelt:

Links = weiter in den Norden = weiter weg von ROENNE = Längerer Rückweg = GANZ SCHLECHT!

Rechts = Nach Süd-Osten = nicht weiter weg, aber auch nicht näher ran an RONNE, denn die Insel wird einfach breiter = Bestenfalls neutraler Rückweg = NA JA, VERSUCHEN WIR ES MAL.

Also Rechts.

Gut in der Bildmitte zu erkennen: GUDHJEM Unterstadt.

Schon von weitem können wir die Besonderheit von GUDHJEM erkennen. Der Ort sieht spektakulär „wie an die die Küste angeklebt“ aus. Es gibt einen Ober-Ort auf dem Felsen und eine steile Straße, befahren mit dem Fahrrad, ob elektrisch oder muskulär, verboten, führt in die Unterstadt. Die Straße wird gesäumt von unzähligen Geschäften und Restaurants und es wird schnell klar, das GUDHJEM das touristisches Highlight auf BORNHOLM sein muss.

Der Hafen selbst erinnert an SIZILIEN, auf jeden Fall MITTELMEER. Schon wieder scheint die Sonne, schon wieder gibt es Meersfrüchte und Gerstenkaltschale und schon wieder mag der Skipper nicht weiter ziehen. Der Trick: Wir gehen Shoppen und ins Café Rosa (UNBEDINGT Empfehlenswert!), nach dem mehr Garnelen wohl schädlich für die Gesundheit wären.

Der kleine Hafen ist voll von Booten, mit dem STORMVOGEL hätten wir wohl erhebliche Probleme, hier zu liegen. Boot zu groß, Hafen zu eng und sehr voll. Muss aber auch gar nicht sein, so glauben wir. Rein und nach ein paar Stunden wieder Raus aus dem Trubel ist wohl besser, als tagelang darin zu verharren.

Die mehr als 30 Kilometer zurück nach ROENNE entwickeln sich zur Tortour. Der Westwind bläst kraftvoll über die Insel und offenbar gibt es auch noch ein West-Ost Höhengefälle. Eine gewisse Orientierungslosigkeit führt außerdem dazu, das wir nicht den unbedingt kürzesten Weg nach ROENNE finden und sämtliche Rettungsversuche der Mannschaft, den Skipper mit der vermeintlichen Kraft des tollen eBike abzuschleppen, scheitern regelmäßig an der Kraftlosigkeit der elektrischen Maschine.

Die gleißende Sonne bereitet sich bereits über BORNHOLMS Westen auf die Nachtruhe vor, als 8 Kilometer vor dem Ziel die Batterie des eBikes völlig erschöpft unvermittelt den Betrieb einstellt und nun endlich wieder Chancengleichheit unter den Reisenden herstellt. Nur, freuen kann sich der Skipper nicht darüber. Der Hintern schmerzt sehr, die Oberschenkel haben sich in Pudding verwandelt und der Weg ist noch so weit!

So weit ist der Weg!

Selbst heute, Tage später, schmerzt noch der Hintern beim Gedanken an diese Tour. Oder besser Tour-Tortour.

Allerdings, wie doof kann man eigentlich sein? Zu Hause gibt es mindestens zwei gute Sättel und die hätte man ja wohl mal an Bord mitnehmen können und geschwind auf den Leihfahrrädern montieren können? Hätte, hätte, Fahrradkette. Wie passend!

Der Abend wird in einer wohltuenden horizontalen an Bord verbracht, an süße Träume  ist aber nicht zu denken: Die Mannschaft will am kommenden Tag eine weitere Tour!

Peter.

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