MIDDELFART – SAMSÖ

Unsere Segelsaison 2017 ist wirklich ganz schön zerstückelt. Kaum ist man nach der Langfahrt wieder zu Hause gibt es ohne Ende Termine und Projekte und bei der Mannschaft auch immer noch eine gewisse Segelmüdigkeit. Und so sind wir immer mal wieder auf dem Boot und segeln, aber eben auch oft zu Hause.

So lange wir im Großraum DÄNEMARK / JÜTLAND unterwegs sind, ist wenigstens die Reiselogistik einfach. Mit Bus und Bahn kann man sich in DÄNEMARK ganz gut bewegen und die An/Abreise mit dem eigenen Auto ist auch kein Problem…obwohl die Dänen tatsächlich an der Grenze die Pässe kontrollieren – jedenfalls nehmen sie Stichproben.

Also vorholen wir uns am 12. Juni 2017 mit dem Auto nach MIDDELFART – da haben wir den STORMVOGEL ja zurück gelassen. Am frühen Nachmittag sind wir wieder an Bord, sehen uns an und stellen gemeinsam fest, das dieses lausige Wetter so gar keine Lust auf Bordleben macht!

Tief hängende dunkelgraue Wolken, jede Menge Wind pfeift und heult in den Masten, die Temperatur ist zumindest gefühlt nahe dem Gefrierpunkt. Auf der permanenten Suche nach dem positiven stellen wir fest: Es regnet nicht!

Wie schön!
Wie schön!
Wie schön!

(Selbst-Suggestion hilft nur, wenn man es mehrmals wiederholt!)

Klassiker in dieser Situation: Erst mal einkaufen gehen – das beruhigt und lenkt ab. Wie komfortabel: Mit dem Auto!

Nach dem die frischen Sachen verstaut sind, es ist mittlerweile 14:00 Uhr, sitzen wir wieder da. Unglaublich, wie mieses Wetter einem die Stimmung verderben kann. War das früher auch schon so?

Heidi hat die Lösung!

Wir bringen das Auto jetzt schon an den LIMFJORD und fahren mit der Bahn zurück nach MIDDELFART. Dann brauchen wir später das Auto nicht zu holen und wir haben jetzt eine schöne Beschäftigung.
Nun, der Skipper blickt fachmännisch auf die Seekarte und kürt LEMVIG im NORD-WESTEN des LIMFJORD´s als Zielhafen. Sieht gegen alle Windrichtungen gut geschützt aus und die GOOGLE EARTH Bilder sehen wirklich nett aus.

Die Autofahrt nach LEMVIG ist extrem langweilig und wir sind auf einmal tatsächlich etwas knapp mit der Zeit – schließlich wollen wir ja mit Bus und Bahn direkt wieder zurück! Das Auto gut am Bahnhof geparkt, geschwind in den Bus und via STRUER mit dem Zug zurück nach MIDDELFART. Die spontane Reiseplanung mit GOOGLE MAPS ist wirklich eine große Erleichterung und der öffentliche Personenverkehr mit Bus und Bahn ist perfekt organisiert.

Gegen 21:00 Uhr sind wir wieder an Bord und bilden uns wenigstens ein, das das Wetter besser wird.

Am nächsten Morgen stellen wir aber ernüchtert fest: Nö, alles wie gehabt. Kalt, Dunkel, Windig, Ungemütlich.

DEN GAMLE LILLEBEALTSBRÖ (Die alte Brücke über den Kleinen Belt)

Egal, der Wind ist zwar mit 20+ Knoten stark, steht aber mit W günstig und es gibt auf dem Weg nach NORDEN genug Häfen um abzubrechen, wenn wir wirklich keine Lust mehr haben. Also los und zunächst unter Maschine im Fahrwasser nach FREDERICIA. Dort angekommen kommt zumindest teilweise die Sonne hervor und wir beschließen nach SAMSÖ weiter zu gehen. Das Groß im dritten Reff, volle Fock und ausgebaumtes Yankee bringen gute 6 Knoten Fahrt auf dem nun folgenden NORD-OST Kurs. TRUDI, die Windsteueranlage haben wir in dieser Saison nicht montiert, also muss der eiserne GUSTAV ran.

DEN NYE LILLEBEALTSBRÖ (Die neue Brücke über den Kleinen Belt)

Das Boot liegt gut, läuft gut und wir verkriechen uns hinter der Sprayhood oder auch ins Deckshaus. Wir sehen kaum andere Boot. Die Ursache ist wohl eine Kombination aus Vor-Saison und Wetter.
Als wir an der SÜD-OST Spitze von SAMSÖ den dortigen kleinen Windpark umschiffen wird tatsächlich ein Segelmanöver nötig, wir wechseln routiniert von achterlichem Wind auf Halbwind und nun spüren wir die volle Windstärke. Der Windmesser meldet so um die 35 Knoten, durch die Landabdeckung null Welle und nun auch blauer Himmel! Wie auf Schienen rast der STORMVOGEL so vor sich hin…

…da muss doch noch was auszusetzen sein?

Ja klar: Scheiße, ist das kalt hier!

Wir gehen nach BALLEN und obwohl der Hafen eher halb leer ist fühle ich mich ob der Größe des STORMVOGELS nicht wohl. 30 Fuß wären hier besser als unsere 48. Mit Ruhe und Bedacht und jeder Menge Fender gehen wir gegen den Wind längsseits an einem Pontoon und machen nach gut 45 Seemeilen Feierabend.

Und obwohl wir körperlich kaum durch Segelmanöver gefordert wurden, sind wir richtig müde. Ja, ja, die frische Seeluft!

BALLEN verdient es sicherlich, länger zu bleiben, aber der Wetterbericht verspricht für den nächsten Tag noch mal ordentlich Segelwind, um die 40 Seemeilen nach GRENA zu kommen. Also vertagen wir jegliche Erkundungstouren auf der Insel auf einen anderen Törn und gehen zufrieden in die Koje.

Ganz so, wie es sein soll!

Peter.

P.S: Merke: Ist das Wetter KALT und GRAU, macht der Peter keine Fotos!

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