BALLEN (SAMSÖ) – AALBORG

Am Mittwoch, den 14. Juni 2017 gehen wir von BALLEN auf SAMSÖ nach GRENA. Strahlend blauer Himmel, immer noch 20+ Knoten WEST Wind und immer noch lausig kalt. Wir brettern sehr sportlich nach NORDEN, passen im flachen Fahrwasser des kleinen VEJRÖ SUND´s besonders auf und fangen an die Meilen nach GRENA herunter zu zählen. Denn nun gehts eigentlich nur noch NNE – immer noch kaum andere Boot zu sehen.

Wer hätte das gedacht: Man fühlt sich auf dem OSTSEE einsam…

Mit gut 7 Knoten Fahrt kommen wir früh´ in GRENA an, der Anleger hätte besser sein können, aber die Mannschaft hat ihr Bestes gegeben. Es ist wirklich sau-schwierig vom Bug des STORMVOGELS auf die sehr flachen Schwimmstege mit der Leine in der Hand zu springen. Statt Seglern wären hier eher Kunstturner gefragt.

Ob des frühen Nachmittags und der Sonne zieht es die Mannschaft in die Stadt und der Skipper lässt sich mit der Aussicht auf ein Bier der Eingeborenen mit schnacken.

Ohhhh, sie wissen nicht was sie tun!

GRENA City ist wirklich weit weg. Der Plan, mit dem Bus zurück zu fahren scheitert daran, das der letzte Bus um 17:00 Uhr fährt. Ja ja, wo Licht im Personenverkehr ist, da muss auch Schatten sein. Obwohl die unfreiwillige Wanderung eigentlich ganz schön ist!

Wir studieren wieder den Wetterbericht für den Folgetag. Anfangs noch leichter SW Segelwind, dann Flaute. Also brechen wir füh´ auf, stellen aber schnell fest, das das hier kein leichter Wind ist, sondern GAR KEIN Wind. Die Maschine läuft und es wird schnell langweilig.

Eigentlich wollen wir nach HALS, ein kleiner Hafen am OST-Ausgang des LIMFJORD´s. Als wir dort ankommen denken wir in stiller Eintracht, tuckern wir doch einfach weiter nach AALBORG. Auf die 17 Meilen mehr unter Motor kommt es nun auch nicht an.

Einen richtigen (und vor allem aktuellen!) LIMFJORD Törn-Führer haben wir im Vorfeld nicht gefunden. Schon immer haben wir von JAN WERNER den Törnführer „DÄNEMARK 1: Jütland, Anholt, Laesö“ in der Bibliothek. Darin wird ein ausführlicher LIMFJORD Törn beschrieben.

Im übrigen: Eigentlich ist HANSENAUTIC immer eine gute Quelle für Literatur – aber dieses (alte) Buch haben sie wohl nicht mehr…

Was frisches gibt es gedruckt offenbar nicht – wohl aber den mit viel Liebe zum Detail gemachten Online-Revierführer von ESYS. Und weil man ja nicht immer online ist, kann man per eMail dort eine Offline-Version kaufen und die HTML Seiten mit Bildern und Übersichtskarten lokal auf seinem Rechner speichern. Etwas altbacken, diese Technik, aber sie erfüllt durchaus ihren Zweck.

Wie immer hat JAN WERNER Recht: Von HALS bis AALBORG ist der LIMFJORD eher ein Fluß, der an mächtigen Industrieanlagen vorbei führt. Nix, was sich wirklich lohnt.

Am frühen Abend erreichen wir AALBORG nach 60 Motor-Seemeilen. Und hier startet die große LIMFJORD BRÜCKEN TOUR.

Aalborg Vesterbro

In der Stadt gibt es gleich zwei, in sehr kurzem Abstand zu passierende Brücken. Also Ruhe bewahren und warten, das die Brücken sich öffnen. Ist halt so, kann man ändern nix. Auch nicht, das die Brücken abgestimmt aufeinander öffnen – tun sie nicht, denn dann müsste man den Auto- und Eisenbahnverkehr der beiden Brücken synchronisieren.

Gleich drei Marinas gibt es hier, die ersten beiden lassen wir direkt aus, denn sie werden als „voll“ und „eng“ beschrieben – beides Attribute, die wir vermeiden wollen. Also gehen wir in die etwas entferntere MARINA FJORDPARKEN und freuen uns über den hohen Steg, das erleichtert das Anlegen doch phänomenal. Die Marina selbst ist fast tot. Ganz schön einsam hier.

Wie schon fast in DÄNEMARK üblich, gibt es auch hier nur einen eisernen  Hafenmeister.  Dabei  finden wir ein richtiges Stück  Mensch als  Hafenmeister  sehr wichtig.  Dieser ganze Mist mit hohen Lohnkosten  in unseren Breiten  wird unser Leben noch ganz gewaltig  verändern.   Besser ein mies gelaunter Hafenmeister als ein stummer Automat.

Tags darauf fahren wir mit dem Bus in die Stadt und erkunden ein wenig die viertgrößte Stadt DÄNEMARKS.

Aalborg

Also „ein wenig“ bedeutet: Einkaufsstraßen rauf und runter, Mittagssnack und Besichtigung der Waterfront. Thats it. Kein großes Programm…

Aalborg

Wir kehren zurück in unsere tote Marina und verdödeln den Rest des Tages…studieren das Wetter und beschließen, am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Aalborg

Peter.

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