ACHTUNG KULTUR: Seemann – Rammstein

Das Lied ist 20 Jahre alt – echt!

Es ist nicht so, das es so lange dauert bis sehr gute Musik bei mir ankommt. Aber RAMMSTEIN hat es hin bekommen, das ihre Veröffentlichungen immer im Hochpreissegment angesiedelt waren und niemals verramscht werden mussten. Und ich habe (aus Überzeugung) meine Limits.
Nun denn, irgendwann ist mir bei dem ICH BIN DOCH NICHT BLÖD Laden im Grabbeltisch die DVD „LIVE AUS BERLIN“ in die Hände gefallen. Gesehen, gekauft.

Keine Ahnung, ob SILBERMOND bei „DAS ENDE VOM KREIS“ hier musikalische Anleihen genommen haben, aber bei SEEMANN ist der von Oliver Riedel exzellent gespielte Bass das tragende Element.
Klar, Gesang, Gitarre und Monsterschlagzeug sind auch vorhanden. Aber eher als Kontrapunkt zum sehr ruhigen Basspiel.

Der Text:

====== SCHNIP / SCHNAP =======
Seemann von Ramstein
Text und Musik: Oilver Riedel, Christian Lorenz, Christoph Schneider, Richard Kruspe, Paul Landers und Till  Lindemann

(01) Komm in mein Boot
(02) Ein Sturm kommt auf und es wird Nacht
(03) Wo willst du hin
(04) So ganz allein treibst du davon
(05) Wer hält deine Hand
(06) Wenn es dich nach unten zieht
(07) Wo willst du hin
(08) So uferlos die kalte See
(09) Komm in mein Boot
(10) Der Herbstwind hält die Segel straff

(11) Jetzt stehst du da an der Laterne
(12) Mit Tränen im Gesicht
(13) Das Tageslicht fällt auf die Seite
(14) Der Herbstwind fegt die Straße leer
(15) Jetzt stehst du da an der Laterne
(16) Hast Tränen im Gesicht
(17) Das Abendlicht verjagt die Schatten
(18) Die Zeit steht still und es wird Herbst

(19) Komm in mein Boot
(20) Die Sehnsucht wird der Steuermann
(21) Komm in mein Boot
(22) Der beste Seemann war doch ich

(23) Jetzt stehst du da an der Laterne
(24) Hast Tränen im Gesicht
(25) Das Feuer nimmst du von der Kerze
(26) Die Zeit steht still und es wird Herbst

(27) Sie sprachen nur von deiner Mutter
(28) So gnadenlos ist nur die Nacht
(29) Am Ende bleib ich doch alleine
(30) Die Zeit steht still
(31) Und mir ist kalt

====== SCHNIP / SCHNAP =======

Der Text beschreibt eine gewisse Einsamkeit, gar Traurigkeit, Hilfsbedürftigkeit. Macht aber auch ein helfendes Angebot. Das ist doch schön. Stutzig sollte der Hilfesuchende allerdings bei Zeile (22) werden: Kein noch so guter Seemann würde sich selbst als den „Besten“ bezeichnen.
Die Sehnsucht als Steuermann hingegen (Zeile (20)) ist eine gute Besetzung. Die Sehnsucht nach dem anderen, nach dem unentdeckten, dem neuen, ist immer ein guter Antrieb. Sie gibt die Richtung vor, die zu allem außerhalb des bekannten führt.

Alle Kontroversen über RAMMSTEIN und deren Texte sind Nonsens. Wer so mit dieser unseren deutschen Sprache umgehen kann ist schlicht unantastbar.

Bei der Recherche zu diesem Beitrag ist mit eine Coverversion von SEEMANN von APOCALYPTICA und NINA HAGEN über den Weg gelaufen, die ich tatsächlich nicht kannte. Die Musik, na ja. Der Gesang von NINA HAGEN – genial. Gut, mal wieder von Frau Hagen zu hören!

Peter.

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