IJSSELMEER

Wie geplant verlassen wir AMSTERDAM am Sonntag den 10. Juli 2016 und gehen durch die ORANJE Schleuse samt dahinter liegender Klappbrücke ins MARKERMEER – oder, wie einige  sagen, ins kleine IJSSLEMEER.

Kurz hinter der Klappbrücke kommt eine wunderschöne, sehr neu aussehende KOOPMANS mit Namen BLUEFIN längsseits und ruft im Wind zu uns rüber:

„…ich kenne euch…“
„…ihr fahrt nach Hause…“
„…ich folge eurem Blog!“

Hey, das ist lustig, oder?

Später finden wir heraus, das BLUEFIN nicht neu ist (stammt aus 2006) und gerade verkauft wurde. Nun ist der neue Heimathafen SHETLAND  also das Segeleldorado für die ganz harten…

Nun denn, wir erreichen unter Segeln MEDEMBLIK und wollen in den Stadthafen – da soll man über UKW Funkkanal 31 anrufen. Das geht aber nicht, denn international gibt es Kanal 31 gar nicht. Wie doof ist das denn?

Und weil ein Charterboot den Meldesteg (gefühlt) stundenlang belegt drehen wir ab und gehen in die Marina – hier „Regatta Centrum“ genannt. Da ist (natürlich) auch UKW Funkkanal 31 angesagt, der Meldesteg ist leer, wir gehen nach zwei Anläufen längsseits nur um dann fest zu stellen, das der Hafenmeister schon Feierabend hat. Also nehmen wir einfach eine der zahlreichen freien Plätze und machen Feierabend.

Die kaputte Hydraulikpumpe trifft am Dienstag ein und wird am Mittwoch in Rekordzeit eingebaut – sehr sauberer, sehr guter Job von CORNELIS JONGKIND. Es stellt sich heraus, das diese Firma bereits beim Bau des STORMVOGELS beteiligt war und auch später bei unserem Refit 2012 als Unterauftragnehmer tätig war. Es ist so einfach: Mach einfach immer einen guten Job und Du hast immer Kunden.

Wir schlagen die Zeit in MEDEMBIK mit allem möglichen tot. Ins Dorf laufen, den Kids der Regattaschule beim Ein- und Auslaufen zusehen und Bilder sortieren. Aus bisher 21.000 gemachten Fotos habe ich in den letzten Wochen ein BestOf von 5.000 und ein VeryBestOf von 900 zusammen gestrichen – was für eine Arbeit!

Donnerstags (14/07/2016) vorholen wir uns 25 Seemeilen rüber nach LEYLESTADT – unsere Segelfreunde von MARJOLIE besuchen. Die haben ihr Haus direkt am Hafen und im Garten zwei Liegeplätze. Man sitzt im Wohnzimmer, schaut aus dem Fenster in den Garten und sieht da das eigene Boot liegen. Das ist echt cool!
Wir verbringen einen schönen Abend zusammen, tags darauf zieht es uns 30 Seemeilen weiter nach HINDELOOPEN. Auch hier steht auf dem Programm: Freunde besuchen. Das sind zwar keine echten Segler, aber Extrem-Surfer. Also fast Segler 😉
Wieder ein sehr schöner Abend und eigentlich könnte man ewig so weiter gondeln. Immer so 20, 30 Meilen am Tag, Leute treffen, gut Essen und trinken und über die Welt philosophieren.

Aber halt – das geht nicht. Wir haben einen Fahrplan – der 30. Juli naht und wir müssen mal wieder in Fahrt kommen. Also auf nach VLIELAND. Die Passage läuft anfangs ganz gut, keine Wartezeit bei der KORNWEDERZAND  Schleuse und raus ins Wattenmeer.
Weil ich unglücklich mit der Uhrzeit und dem Wassessrtand im Wattenmeer bin, frage ich in der Schleuse einen Eingeborenen nach dem besten Weg nach VLIELAND. OST (wie ich dachte) oder WEST (via HARLINGEN)? Klare Sache – die HARLINGEN Route ist die sicherere. Also erst mal mit dem Wind – was später im Fahrwasser den Nachteil mit sich bringt, das wir zeitweise nach WESTEN müssen – satte 20 Knoten Wind auf die Nase. Der Himmel wolkenverhangen, aber immerhin trocken.

Wir erreichen den Hafen von VLIELAND am frühen Nachmittag und gehen ob der Größe es STORMVOGELS und des vollen Hafens in ein Päckchen. Die beiden vorhergegangenen Abende fordern ihren Tribut und so verdödeln wir abgeschlafft den Nachmittag und Abend – um diesmal früh´ ins Bett zu gehen.

Am heutigen Sonntag strahlt uns die Sonne von einem blauen Himmel entgegen!

ENDLICH MAL WIEDER!

Wir werden den Ruhetag entspannt auf der Insel verbringen und dann Morgen die große Etappe nach BORKUM in Angriff nehmen. Von der inzwischen heimgekehrten VOYAGER wissen wir, das wir höchste Vorsicht bei der HUBERTGAT Passage vor BORKUM walten lassen müssen. Auf der Expertenseite für Wattsegler haben wir die aktuellen Positionen der Fahrwassertonnen gefunden und werden uns danach richten.

Es ist immer gut, wenn ein Boot voraus fährt und berichtet 😉

Sowieso. Eigentlich sind alle schon zu Hause oder sooooo weit weg.

Fahren wir doch auch nach Hause.

Peter.

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