Norwegen 2

Am vorletzten Tag nach OSLO – logisch. Die Hauptstadt will besucht werden.

In Kurzform:

Museum 1 – Museum 2 – „Hafencity zu OSLO“- Skulpturen – iPHONE gefunden

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Wir sind wirklich nicht die Museums-Gänger. So waren wir denn auch skeptisch, als die Norweger „Museum“ vorschlugen. Aber es sollten nicht irgendwelche Heimatkunde-Museen werden, sondern zwei der Seefahrt sehr nahe stehenden:

1) FRAM
Das historische Polar-Forschungsschiff FRAM hat man komplett an Land gestellt und eine Ausstellungshalle drum herum gebaut. Hat sich gelohnt! Beeindruckendes Schiff, beeindruckende Schautafeln mit alten Fotos und guten (englischen) Erklärungen über die Forschungsfahrten. Das Schiffsinnere kann man auch erkunden, wenn man nicht ganz so groß ist. Nur eine Frage blieb unbeantwortet: Wie konnten die früher den Dampfer steuern – mit der sehr kleinen Ruderanlage? Schon klar: Wenn das Schiff umschlossen von Eis einfriert und fest liegt, soll die Ruderanlage vom Eis nicht zerstört werden – aber auf hoher See?

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Nebenan, in einer neueren Ausstellungshalle liegt der kleinerer Dampfer GJOA, auf dem ROALD AMUNDSEN die Nordwest-Passage gefunden und befahren hat. Drei Jahre, sechs Mann.

Jup, das waren halt früher echte Seemänner.

Früher waren die Schiffe aus Holz und die Männer aus Eisen, dann waren die Schiffe aus Eisen und die Männer Holzköppe und jetzt sind die Boote ehemalige Joghurtbecher und die Mannschaft warmduscher…

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2) KON TIKI
Direkt neben an findet sich ein weiteres Museum. Das ist ausschließlich den Reisen THOR HEYERDALS gewidmet. Ich hätte ihn glatt für einen Schweden gehalten, aber er ist wohl Norweger.

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Nun, seine Reisen waren wohl eher Abenteuer denn Forschungen. Begründung: Wie verrückt muss man woh sein, um in selbst gebauten Flößen aus Balsaholz und Schilf die Ozeane überqueren zu wollen?
So als seereisende Fotografen haben wir mit ihm einiges gemein: Immer auf der Jagd nach dem ultimativen Foto – oder Video. In einem kurzen Film über die Reise bin ich erstaunt, wie viele „Außenaufnahmen“ er von KON TIKI gemacht hat.

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Dazu muss er mit einem kleinen Schlauchboot auf hoher See hinter dem Floss gewesen sein – vermutlich über eine lange Leine verbunden. Tolle Aufnahmen!
Wir haben noch mehr gemeinsam: Er hat sein Floß auf ein Riff in den TUAMOTS gesetzt – wir auch, aber zum Glück waren wir innerhalb des Atolls 😉

3) „HAFENCITIY“ zu OSLO
Keine Ahnung, wie das Neubaugebiet im Herzen von OSLO wirklich heißt, wir fühlen uns sehr an die Hafencity in HAMBURG erinnert. Jedes Gebäude für sich ist sicherlich ein Hingucker, aber in der Summe, in der Enge wirkt es eher wie ein Getto. Genau wie in HAMBURG.

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Also hier nur fix was essen und weiter. Das Bier und Lebensmittel nicht gerade günstig sind, war ja klar. Aber das wir 8 € für eine Stunde im Parkhaus abdrücken müssen, ist schon ein Hammer.

4) Skulpturen
Der VIGELAND PARK in OSLO ist wohl ein touristisches Muss in dieser Stadt. Wir haben zunächst natürlich keine Ahnung, wo wir da herum stolpern.

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Ich kann mir zunächst nicht helfen: Zum einen sehen die Figuren neu, jedenfalls nicht alt aus. Zum anderen erinnern sie mich eher an die verherrlichende Nazi-Darstellung der deutschen Herrenrasse. Wie kann das sein? Hier in OSLO?

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Das mobile Internet bringt noch am Ort des Geschehens die Erleuchtung: Der Park der Künstlers GUSTAV VIGELAND entstand in der Zeit von 1923 bis 1943. Also viel älter als gedacht und genau in der Zeit, in der man Menschen so darstellte. Mit Skulpturen habe ich es sowieso nicht so recht, man kann sich das ansehen, muss aber nicht. Da war mir die FRAM schon lieber 😉

5) iPHONE
Auf dem Parkplatz findet Heidi beim Einsteigen ins Auto ein iPHONE im Dreck. Hat wohl jemand beim Einsteigen verloren. Akku leer. Aber die Norweger haben auch APPLE Technologie im Einsatz, also im Auto aufladen. Das Gerät ist aber (natürlich) gesperrt. Hm, wie sollen wir den Eigentümer heraus finden?
Der Zufall hilft: Auf dem gesperrten Bildschirm wird auf einmal eine SMS angezeigt. Das ist klug. Der Norweger ruft die angezeigte Nummer an, der angerufene informiert die Eigentümmerin und am nächsten Tag übergeben wir ihr das iPHONE an der Fähre nach Kiel. Kann man mal sehen: Wir (Heidi!) hat eine Norwegerin sehr glücklich gemacht ;-))

Nun denn, die Rückreise nach ELMSHORN war fast ereignislos. Man könnte noch erwähnen, das der Fahrer des Daimlers beim Warten auf die Fähre Licht, Lüftung und Radio eingeschaltet lässt, das Starthilfekabel natürlich im anderen Auto war und etwas Hektik entstand, um wieder in Gang zu kommen…aber das vergessen wir denn auch gleich mal wieder, kleine Dummheiten passieren halt.

Also denn, das war der Ausflug nach NORWEGEN. Hat sich echt gelohnt, in jeder Hinsicht. Tolle Freunde, tolle Landschaft, tolle Reise.

Peter.

P.S.:
Wir haben viele STORMVOGEL Fotos und sogar einige spektakuläre Videos von Per bekommen – Action-Shots von „außerhalb des Boots“ unter Segeln sind halt selten – demnächst in diesem Kino…

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