BARBADOS Tour

Mittwoch, 3. Februar 2016. Mal wieder mit dem Mietwagen, ohne Führer, eine Insel erkunden.

Der Autovermieter hat uns eine Karte mit gegeben und darauf notiert, was er für sehenswert hält. Unter anderem eine Bucht, die zu den 10 Besten der Welt gehören soll. Na denn, das wollen wir als ausgewiesene „Schönste-Bucht-Der-Welt“-Experten doch mal sehen!

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Zunächst nehmen wir aber die ruhige Westküste in Angriff um endlich mal wieder vom Strand aus schwimmen zu gehen. Auf BARBADOS sind die Strände frei zugänglich. Selbst wenn sich auf dieser Seite der Insel ein Hotel an das nächste reiht, findet man dazwischen immer kleine Wege und Gassen, um zum Strand zu gelangen. Die Regelung „keine privaten Strände“ haben wir schon öfters erlebt und wir sind nun der Meinung, das die UN das mal weltweit einführen sollte. Notfalls mit Waffengewalt. Oder so.

Wir stoppen in PAYNES BAY. Ganz nett, aber so 30, 40 Meter von der Wasserlinie stehen die Hotels und wir fragen uns, was die vielen anderen Touristen hier so besonders finden. Egal, wir wollen schwimmen und am Strand verweilen – und genau das machen wir.

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Wie immer werden wir um die Mittagszeit hungrig und wir landen durch Zufall in einer besseren Strandbar. Spielen Karten, sehen dem Strandvolk zu und lassen es uns gut gehen. Ein Indiz dafür ist, das einige Apfelstreuselkuchen mit Eis zum Nachtisch wählen. Auf BARBADOS, in der KARIBIK. Wie gesagt, einige, ich nicht!!!

OK, die Seite der Insel wird sich nicht groß ändern, also ab ins Landesinnere und grob in Richtung Ostküste. BARBADOS hat in der Tat keine echten Berge, sondern nur einige Hügel. Entsprechend weit kann man sehen, wenn man auf einem dieser Hügel halt macht. Im Norden der Insel wird Zuckerrohr ohne Ende angebaut – wichtiger Rohstoff für den Exportschlager BARBADOS Rum.
Wir kurven so durch die Gegend und die vielen Orte, da stoppt uns an einer Kreuzung in dem Ort CAVE HILL ein riesiger Inselbewohner mit Namen ANDREW. Und er redet, redet und redet. Wie ein Wasserfall. Und, übrigens, ob er mal kurz in unser Auto einsteigen könne? Er wolle uns seine beiden Lieblingsplätze hier im Ort zeigen.

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Als erfahrene Weltreisende wissen wir natürlich, das diese Ansprache eine ganz besondere Masche der Kundenakquise sein wird, aber wir lassen ihn gewähren. Zum einen redet er immer noch und wir können ihn gar nicht unterbrechen, zum anderen führt er uns tatsächlich zu zwei phantastischen Orten (SAINT LUCY (CUCKOLD POINT)) an der Küste, die wir ohne ihn wohl nicht gefunden, geschweige denn überhaupt gesucht hätten.
ANDREW ist echt cool und sehr erfahren im Umgang mit weißen Touristen: Er schmeichelt den Frauen unentwegt, schmiert dem Australischen Fahrer für dessen souveränen Fahrstil Honig um den Bart, nennt ihn STARBOY und den grummeligen Beifahrer ICEMAN.

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In all dem Redeschwall ermuntert er uns, ihm eine Freundin zu suchen. Das fände er super. Oder wir sollen hier Land kaufen und ein Haus bauen, dann würde er gerne für uns arbeiten…

…derweil kommt STORMVOGEL´s Haus und Hof Fotograf in arge Bedrängnis, als er auf der Jagd nach dem ultimativen Brandungsphoto dem Ozean gefährlich nahe kommt. Bloß nicht noch eine Kamera versenken!

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Das ANDREW wirklich gut ist, merkt man auch daran, das er nach den beiden Attraktionen darum bittet, ihn wieder ins Dorf zurück zu fahren damit wir weiter ziehen können – er weiß, wann es genug ist. Er fragt auch nicht nach einer Bezahlung für seine Dienste – das machen wir von uns aus und er kommt aus dem Bedanken gar nicht mehr heraus.

Mit 1.000 guten Wünschen überhäuft machen wir uns nun also auf zur Besten Bucht auf BARBADOS, zur Top-10 Bucht des Planeten!

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Die FOUL BAY liegt im SÜD-WESTEN der Insel und die Fahrt dorthin ist recht beschwerlich. Die Straßen sind in einem schlechten Zustand, des geht auf&ab, kreuz&quer und nach gut zwei Stunden Fahrt haben wir eigentlich keine Lust mehr. Aber nach BRIDGETOWN ist es auch weit, also durchhalten!

Mit dem Auto kann man direkt an den Strand fahren. Es ist schon später Nachmittag und außer drei einheimischem Fischern und einem Touristenpaar ist kein Mensch zu sehen. Die gewaltige Brandung, die hier an den gleißend weißen Sandstrand donnert sorgt für eine beeindruckende Geräuschkulisse und macht uns in der Tat ein wenig Sorgen. Wir sind so weit (eher lange) gefahren, also rein ins Wasser!

Hat man erst mal die Brandung überwunden, ist das Wasser ruhig und man erkennt schnell, das es sich in der Tat um eine sensationell schöne Bucht handelt. Wenn man doch nur viele Kilo leichter wäre, ein Surfbrett zur Hand hätte und ein durch-trainierter Beachboy oder Surfweltmeister wäre…?
Mit der GOPRO mache ich ein paar spaßige Brandungsclips – und sammle dabei so ca. 10 Kilo Sand in der Badehose ein. Der Sand in der Hose ist Mist, aber diese Wellen sind einfach toll. Hauen einen glatt von den Füßen, besser nicht übertreiben…

…denn am folgenden Tag wollen wir zurück nach HAMBURG fliegen, da kann man sich keinen Beinbruch erlauben!

Die Rückfahrt nach BRIDGETOWN verläuft eher still, wir sind völlig erschöpft von unserem kleinen Badetag.

Am Vormittag des Abreisetags noch geschwind die ortsansässige RUM-Destillerie MOUNT GAY (established 1703, wie zu betonen ist) besucht. Mit RUM Probe natürlich. Die Tour selbst ist nicht gerade der Bringer, denn man sieht nur die Flaschenabfüllanlage von MOUNT GAY. OK, gut zu wissen das nur hier abgefüllt wird und nicht sonst wo auf der Welt, aber wie man RUM herstellt, lernen wir hier nicht…

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…nur wie unterschiedlich er schmecken kann. Schon beeindruckend. Erst Recht beeindruckend ist der energische Hinweis darauf, welchen RUM man in Cola schütten darf, und welchen nicht! Ganz grob: Billigen RUM in Cola, teuren in Cocktails, mit Wasser oder pur.

Wir lernen auch, das MOUNT GAY sehr mit dem Segelsport verbunden ist und so um die 150 Regatten weltweit sponsort. Das Hauptereignis ist das ROUND BARBADOS Rennen. Jeder Teilnehmer bekommt eine rote MOUNT GAY Capi, die man nicht kaufen kann…
…so betrachtet wäre es also durchaus ein neues Ziel, im JANUAR eines späteren Jahres RUND BARBADOS mit zu segeln. Natürlich nicht nur wegen der Capi…

Nun denn, das war BARBADOS.

Am Abend bringen uns ROBBIE und JOJO zum Flughafen und es heißt nun endgültig Abschied nehmen. Für lange Monate, vielleicht sogar für Jahre?

Wer weiß schon heute, wohin die vielen Wege von Weltreisenden einen wirklich verschlagen?

Peter (derzeit mit Heidi in der Nähe von OSLO, mit Schnee!).

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