Tag 8

Zur Orientierung:
Samstag, der 23. Januar 2016, Mitte ATLANTIK, jedenfalls die Mitte, die
man erreicht wenn man von CAPE VERDE nach BARBADOS segelt…hätte ich
fast geschrieben. Richtig ist hier natürlich: Dampft.

Der Tag war vom Skipper lange vorherbestimmt und somit keine echte
Überraschung. Dennoch gibt es einiges unvorhergesehenes zu berichten:

1) Wetter
Im Moment sehr annehmbar obwohl wir merken, das sich was ändert. Große
Wolken, stundenweise komplett geschlossene Wolkendecke, in der Sonne
Hitze. Aber die Vorhersage spricht von 25 Knoten aus NORD-OST, das wird
rappeln im SOUTHERN STAR Karton. Die Segler um uns herum aber freuen,
denn mit den momentanen 12 Knoten Wind werden sie nicht zufrieden sein.

2) Fischerei
Der Skipper lies sich mal wieder nicht beirren und hat beide
Monsterleinen im Wasser. Gerade als der Lunch auf dem Tisch steht und
sich alle in der Messe versammelt haben, gehen, mal wieder, zeitgleich
beide Leinen los. Im Affentempo. Der geneigte Leser kennt es schon:
„AAAALLLLLLAAAAARRRRRMMMMM“ und so weiter, und so fort.
Diesmal jedoch konnten wir an der Biegung der Routen ablesen, das ganz
schöne Brocken an der Leine hängen müssen. Die ganze Aktion des an
Anlanden an Bord, des tötens und des filetieren endet in einem blutigen
Massakar das weitgehend in Foto und Film, beides in Farbe, hier
überwiegend rot, festgehalten werden konnte. Unklar ist im Moment aber
noch, ob wir dieses brisante Material überhaupt jemals veröffentlichen
können – gibt es eigentlich schon GOPRO Videos von blutrünstigem Fischfang?
Beide MAHI MAHI sind im übrigen filetiert und vakuumisiert auf Eis
gelegt worden. Die Gefrierkapazitäten auf SOUTHERN STAR sind mit den gut
10 Kilo Fisch nun erst mal erschöpft. Was für ein Glück!

3) Weitere Meeresbewohner
Wir haben gerade die obligatorische 500 Kartenspiellrunde am Nachmittag
beendet und wollen uns auf das Halbzeitbier vorbereiten, da vermeldet
der Skipper einen Wal an Steuerbord vorraus. Ja ja, einen Wal.
Wer soll das denn glauben? Mensch Skipper.
Gespannt und angestrengt gehen dennoch alle Ausguck und tatsächlich, es
begleitet uns ein stattlicher Wahl der nach belieben seine
Geschwindigkeit variiert und mal vorraus, mal achtern, mal an
Steuerbord, mal an Backbord auftaucht. Oft kann man seine Siluette
gerade so unter der Wasseroberfläche sehen, ganz selten kommt er mal
teilweise an die Oberfläche. Was für ein riesiges Tier! Wir melden die
Sichtung an die vorrausfahrende STARLET, die dreht um und in enger
Parallelfahrt prosten wir uns zu (denn nun ist tatsächlich Halbzeit) und
erfreuen uns am Spiel des Wales. Oder der Wale. Denn es könnten auch
mehr als einer gewesen sein – so richtig schlüssig sind wir uns da nicht.

4) Halbzeit
Das Bier war OK. Wirklich nur OK. Nicht so, das es einem
(geschmacklichen) Orgasmus nahe gekommen wäre. Nicht so, das man den
Boden unter den Füßen verloren hätte. Vor Begeisterung. Ein Bier ist
eben nur ein Bier.
Ansonsten war es schön die STARLET Crew mal wieder aus nächster Nähe zu
sehen, der Wal hat natürlich allen die Show gestohlen. Von jetzt an
können wir die Tage herunter zählen. Irgendwann am Nachmittag des
Samstags, den 30. Januar 2016 werden wir wohl auf BARBADOS einlaufen.

An Bord soweit alles wohl.

Position: 15°17’N 42°33’W

Peter.

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