Tag 5

Die Farbe Hellblau macht süchtig. Das Wasser ist strahlend hellblau.
Viel zu unruhig um darin schwimmen gehen zu können. Von Deck aus
betrachtet könnte man sich glatt in dessen Unendlichkeit verlieren. Bloß
nicht nachgeben und springen!

Erstaunlich ist allerdings, das wir viel Seegras sichten. Keine Ahnung,
ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen für die Wasserqualität ist.
Hätten wir hier draußen jedenfalls nicht erwartet.

Die Kurzwellen Funkrunde hat sich auf die Teilnehmer DECHARA, PERRY
GREEN, SWEDE DREAM und SOUTHERN STAR eingependelt. Als wir gefragt
werden, was der Angelwettbewerb zwischen STARLET und SOUTHERN STAR
macht, antworten wir: „Bad question, very bad question. Please ask
something about the sunshine“…

…wir hören noch das Gelächter auf PERRY GREEN und als nächstes dann
das Surren der beiden Angelspulen am Achterdeck. Denn die hat der
Skipper auf seiner Morgenwache wieder aktiviert. Schließlich geht es um
die Ehre. Als Fischer.

Also schon wieder: AAAAAALLLLLLAAAAAAARRRRRRMMMMMMM!

Bootsgeschwindigkeit reduzieren, Skipper und Gehilfe je eine Route.
Kämpfen mit den Fischen. Einkurbeln. Ein Doppel-Fang. Hätten wir mehr
Routen klar gemacht, hätten wir wohl noch mehr Fische am Haken. Und das
Sensationelle ist diesmal: Wir landen beide sicher an, schließen
sorgfältig die Tür des Cockpits (zur Erinnerung: Durch diese Tür ist das
letzte Mal das Opfer entflohen!) und töten beide geschwind.
Beide Fische sind wunderbare MAHI MAHI Exemplare (auch Dolphin-Fish
genannt). Das wirklich besondere an den Fischen ist, das sie solange sie
leben einen strahlend Gelben Körper haben. Im Moment des Sterbens wird
auf dem Gelb schnell Blau und mit Todeseintritt aus Blau tristes Grau.
Faszinierend.

Angesichts dieses kleinen Naturschauspiels fragt man sich unwillkürlich,
was einem das Recht gibt, diese schönen Fische zu fangen und zu töten.
Offensichtlich ist es das zweifelhafte Recht des Stärkeren.
Mit Hunger sollten wir das nicht rechtfertigen. Die Kühl- und
Gefrierschränke sind voll. Wir darben nicht. Einzig das barbarische
Verlangen nach frischen Fisch und neuen Fishburgern können wir
Luxus-Kreuzfahrer zu Felde führen. Denn so viel ist mal sicher: Jeder
Fisch der hier gefangen wird, wird auch verspeist – so er denn nicht
vorher türmt 😉

Von den Segelbooten am Morgen haben wir gelernt, das sie mit 6-7 Knoten
durch den Ozean pflügen. Unsere Geschwindigkeit ist des Nachts klar
unter 6 Knoten, am Nachmittag klar darüber. Das würde sich jetzt nach
Gezeiten anhören, aber hier draußen mögen wir das nicht glauben. Eine
weitere Merkwürdigkeit der Natur.

Wir freuen uns auf das eine Halbzeitbier am Samstag – Vorfreude! Und
dann sind wir ja schon auch fast da.

An Bord alles wohl.

Peter.

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