BARBADOS: Tag 1 +2

Neuer Reiseabschnitt, neue Zeitrechnung!

Etwas überraschend für die Crew haben die Skipper am Morgen des 16.
Januars 2016 nach Rücksprache mit dem Wetter-Router in LONDON
beschlossen, noch am selben Tag aufzubrechen. Aus der ursprünglichen
Abfahrtszeit 12:00 Uhr Mittags wurde 17:00 Uhr am Nachmittag aber so ist
das halt mit überraschenden Planänderungen.

An der MINDELO MARINA Tankstelle wurden beide Boote natürlich noch
(rand-)voll getankt, der Skipper auf SOUTHERN STAR wundert sich etwas,
wieso er knapp 1.600 Liter Diesel in die Tanks bekommt. Gerechnet hat er
mit 1.400. Unter der Voraussetzung, das alle Betriebswerte richtig
dokumentiert wurden und die Pumpe in der Marina auch wirklich immer nur
Diesel gepumpt hat (und nicht etwa „Diesel Parfume“, wie MARK auf
STARLET anmerkt) ergeben sich folgende Verbrauchswerte für unseren
Luxusdampfer:

Distanz PORT MOGAN (GRAN CANARY) nach MINDELO (CAPE VERDE): 837 sm
Zeit: 136 Maschinenstunden
Drehzahl Hauptmaschine: 1.600 u/min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 6.15 Knoten

Nachgetankt: 1.600 Liter (beide Tanks wieder bis zum Stehkragen voll)

Verbrauch Liter / Stunde: 11,8
Verbrauch Liter / Seemeile: 1,9

Wie gut, das der Dieselpreis auch auf den CAPE VERDEN derzeit bei 0,73
Euro-Cent liegt. 😉

Kurz nach verlassen der Bucht von MINDELO wurde es recht ruppig. Und
blieb auch so. Immer wieder überraschend was der Wind auf dem Ozean so
anstellen kann. Der Schwell ist mit 1,5 Metern gar nicht mal so hoch,
aber sehr kurz. Rechnerisch folgt die nächste Welle alle 6 Sekunden.
Schön wäre das Doppelte.

Am zweiten Tag passieren die Segelyacht IRIS (auch auf dem Weg nach
BARBADOS) und Heidi und ich können sehr gut nachvollziehen, wie es da an
Bord gerade ab geht. Der Schwell schüttelt das Boot durch, die Segel
flappen wie doof weil die 15 Knoten Wind nicht ausreichen, die Segel
auch bei der Abwärtsbewegung (Beschleunigung) in der Welle prall zu
füllen. Daher wünschen sich alle Segelboote um uns herum mehr Wind. Der
ist auch angesagt. Wird also hoffentlich alle gut, für die Segler.
Für uns bedeutet das dann noch mehr Geschaukle, aber man gewöhnt sich ja
an alles.

Da wir ja nun auf einem Motorboots sind, bot es sich die sogenannte
Großkreisnavigation für den langen Schlag nach BARBADOS anzuwenden.
Merke: Die kürzeste Verbindung auf einer Kugel (hier: Erde!) ist eine
Kurve. Jedenfalls eine leichte. Nun hätte man diesen Zauber natürlich
noch in der Marina einrichten können, wenn man noch Zeit gehabt hätte.
Also unterwegs den alten FURUNO Plotter halb auseinder genommen nur um
heraus zu finden, das er bei seien Routen / Wegepunkten gar keinen
Großkreis kann. Das muss ich noch mal im Handbuch nachvollziehen,
scheint aber so zu sein.
Dann die PC Navigationssoftware COSTAL EXPLORER: Die kann zwar
Großkreis, die Route besteht aber dennoch nur aus Anfang und Ende. Also
zwei Wegpunkten. Hilft uns also erstmal auch nicht weiter.
Mein mit genommerer MAXSEA PC kann natürlich Großkreis. Für die
Anschaffungskosten müsste das Teil ja auch zum Mond fliegen können –
ohne Rakete. Wenn man MAXSEA mit maximalen Etmalen (also maximale
Distanz / Tag) und einer vernünftigen Geschwindigkeit füttert, dann
errechnet er wunderschön 16 Wegepunkte an denen der Kurs alle 137
Seemeilen um 0,8° angepasst werden muss.
Tja, nun ist dieser PC aber nicht mit dem FURUNO Plotter hier an Bord
vernetzt. Denn das Netz wird hier über USB gebildet und wir haben die
Treiber dafür nicht…so hat Robbie auf seiner Frühschicht heute also in
mühevoller Kleinarbeit auf dem COSTAL EXPLORER alle 100 Seemeilen
manuell Wegepunkte auf dem Großkreis eingetragen und die dann oer USB
Netz an den Plotter übertragen. Und siehe da – nun steuert uns also auch
der alte FURUNO Plotter auf dem Großkreis…

…nun, und jetzt kommt die Pointe:

Dann kam die eMail vom Wetterrouter aus LONDON mit einem anderen
Wegepunkt für die nächsten 24 Stunden. Ca. 30 Seemeilen weiter südlich
als unser Großkreis. Warum? Na wegen Wetter!!!
Denn wenn wir nun etwas weiter südlich steuern haben wir auch den Wind
und Welle besser von hinten. Und Morgen, wenn der Wind dann weiter
Richtung E dreht, gehen wir eben wieder ein paar Grad zurück.

Tja, alles für die Katz.

Aber auch wieder was über Systeme gelernt 😉

Irgend jemand auf dem Ponton in MINDELO hat versucht, ein SSB
(Kurzwellen) Radionetz auf die Beine zu stellen. Scheinbar aber ein sehr
„freies“, denn heute Morgen haben sich nur 4 Boote gemeldet und weil es
keinen Moderator gibt, war das eher Nonsens.
Aber auf der Radioliste mit den Booten gibt es ein paar Blog-Links die
ich hier gerne weiter geben möchte:

www-sy-me.de
www.thebrunnersgowest.com
www.juliane.li
www.bluewaterkids.de
www.fairyqueen.nl

Ansonsten alles Wohl an Bord. Alle kämpfen (noch) damit, genug Schlaf zu
finden. Wir haben die Wache etwas umgestellt. Heidi hat mit Robbie
getauscht und geht jetzt 9-12 bzw. 21-24 Uhr. Das soll dabei Helfen, den
Skipper bei bester Laune zu halten. Beste Wache = Beste Laune.

Wir hoffen sehr, das unser GPS Tracker funktioniert und man unseren
Reisefortschritt gut verfolgen kann – falls nicht, hier noch kurz die
aktuelle Position:

16° 47,9′ N
27° 03,5′ W

1.900 Seemeilen to go, ETA BARBADOS 30. Januar 2016 16:00 Uhr

Peter.

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