Tag 4

Montag ist Schontag – wir haben Wind von Nord-Ost, 15 Knoten. Der Wind macht Welle. Gegen den vorhandenen alten Nord-West Schwell. So kennen wir Herrn ATLANTIK schon eher. Es schaukelt entsprechend und bei mir stellt sich ein gewisses Unwohlsein ein.

Also Schontag.

Statt 3.600 Mittelmeerbildern „nur“ 1.200 Thailandbilder eindampfen.

Gesten Abend, gerade noch bei Tageslicht bricht Hektik auf SOUTHERN STAR aus. Stress pur!

Ich stehe in der Kombüse und trockne ab, die Mitschiffsangelroute beginnt laut zu surren und in affenartiger Geschwindigkeit die Leine abzuspulen.

AAAAAAAAAAALARM!

TAUCHEN! TAUCHEN! TAUCHEN!

LI, SCHNELL AUF SEERORHRTIEFE GEHEN, SCHNELL, SCHNEL!

(ach nee, völlig falscher Film…statt dessen, vom gleichen Regisseur)

ICH WEISS HIER DRAUSSEN IST FISCH!

MÄNNER, LASST UNS TONNEN VON FISCH FANGEN!

Hmmm, ist da nun doch, endlich mal, ein Fisch am Köder? Der Skipper behauptet ja täglich, es könne kein Fisch anbeißen, solange wir noch Bananen an Bord hätten. Fische beißen nicht auf Bananenbooten.

Der Skipper ist irgendwo im Maschinenraum versunken und braucht seine Zeit an Deck zu finden. Derweil nimmt Skippers-Frau die Fahrt aus dem Boot – doch der Fisch scheint weg zu sein, denn es surrt nichts mehr. Gespenstische Stille.
Da saust mit einem mal die Steuerbord-Angelroute volle Granate los – Skipper mittlerweile an Deck, packt sie und kämpft eins zu eins mit dem Fisch. Ahhhh, so entstehen Heldensagen! Wir anderen kämpfen mit dem Boot, denn so ganz ohne Fahrt bockt unser kleiner Motordampfer in den Wellen wie eine Seeziege.
Um den Fisch an Bord zu bekommen, muss die Angelroute vom Bootsdeck ein Deck tiefer, ins Cockpit. Männersache. Ich denke mir nur, bloß die Route nicht über Bord gehen lassen, der Skipper bekommt sonst noch einen Tobsuchtsanfall. Schließlich ist das seit Dekaden sein erster Fisch am Haken!

Wo er in AUSTRALIEN doch nur einen Haken ins Wasser halten muss und zehn Fische innerhalb von fünf Minuten anbeißen…natürlich ohne Bananen.

Wir kurbeln abwechselnd, der Skipper sucht den Fischhaken und zusammen landen wir einen prächtigen 5 Kilo Yellow-Tuna an Deck. Das ist **DER** Premium-Fisch! Geschwind mit einem bereit liegenden Holzknüppel abgemurkst, wird der einstmals stolze Fisch filetiert, verpackt und in den Kühlschrank verfrachtet. Kein Vodka, wie auf STORMVOGEl üblich. Schade.

Kühlschrank, denn das ist die Kruxs beim Hochseefischen: Die Fische beißen immer nur dann an, wenn man gerade schon zu Abend gespeist hat. Lasange mit Cesar-Salat, im übrigen.

Ich mache noch schnell das tägliche Crew-Foto und verschwinde in die Koje, Kinder ist das spät geworden!

Aus der Hälfte des Fisches hat Heidi heute Fischburger gemacht. Auf Wunsch eines einzelne AUSTRALISCHEN Herrn an Bord. Die andere Hälfte, so der Plan, wird eben jener AUSTRALIER heute zu Fischcurry verarbeiten – eine Spezialität des Hauses, äh, Bootes, so raunt es durch die Gänge.

Den erfolgreichen Fischfang noch gar nicht richtig verarbeitet, gewinnt der Skipper heute auch Haushoch die 500-Runde.

Schön, wenn sich einer freut.

Peter.

P.S.:
OK, ich denke die KAP VERDEN sind exotisch genug. Wer kommt da im Leben schon mal hin? Geschweige denn, man bekommt Post aus den KAP VERDEN. Unter der Vorraussetzung, das die KAP VERDEN ein funktionierendes Postsystem haben und es Postkarten gibt, folgender Deal:
Jeder, der uns die Titel der beiden oben sehr frei zitierten Filme nennen kann **UND** dazu auch auch noch die Namen des Regisseurs und der beiden Skipper kennt, bekommt die schönste verfügbare Ansichtskarte von den KAP VERDEN. Die Lösung bitte samt gewünschter Postadresse per eMail bis spätestens Donnerstag, 14. Januar 2016, Mitternacht, an meine bekannte Adresse senden. Also sputen, wir wollen da ja eigentlich nur tanken 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.