FÜNF STATIONEN ZUM WINTERLAGER

Irgendwie macht sich das Gefühl breit, bald sei nun auch unsere Mittelmeerzeit vorbei und wir „müssen“ nach Hause…

…einer „muss“…

…eine „darf“.

Die BALEAREN waren noch mal eine echte Besonderheit, aber nun geht es eher Routinemäßig zurück zum Festland in Richtung Winterlager. Wie üblich mit in der Regel entspannenden Tagestrips – und fünf Stationen:

1) CALPE (64 Seemeilen)
2) TORRE VIEJA (55 Seemeilen)
3) CARTAGENA (41 Seemeilen)
4) GARRUCHA (48 Seemeilen)
5) SAN JOSE (31 Seemeilen)

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1) CALPE
Die Überfahrt von SAN ANTONIO (IBIZA) nach CALPE (Montag 19/10/2015) startet super, nach einer halben Stunde haben wir bereits Vollzeug gesetzt und brausen unter dem stark bedecktem Himmel gen Westen. Allein, bald wird aus „stark Bedeckt“ „Rabenschwarz“, der Wind frischt weiter auf, wir Reffen entsprechend bis wir keine Segel mehr gesetzt haben und die Maschine läuft. Das Groß haben wir nur aus Angst vor einer sehr starken Gewitterböe weg genommen – und tatsächlich treffen uns zehn Minuten später satte 45 Knoten. Der Vorteil an den Tagesfahrten ist offenbar, das man die Bedrohung sehen kann…
Irre, wie diese Böen über das Meer rasen. Na ja, wir nehmen es fast gelassen. Radar an, Positionslaternen an und sehr scharf Ausguck gehen – einige Fischer sind um uns herum. So durchwachsen verläuft dann auch der ganze (lange) Tag. Leider. Wir erreichen die Küste, es klart zwar davor auf aber nun bekommen wir noch für ein paar Stunden den Wind auf die Nase.

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Der Törnführer schreibt über CALPE, die Landschaft sei spektakulär und die Marina-Mitarbeiter sehr, sehr liebenswert – beides Stimmt! Einige phantasievolle Mitreisende erkennen schon von weitem das Gesicht eines liegenden Riesen in dem riesigen Felsen PENYAL D’IFAC vor CALPE – ohne Bewusstseinserdweiterende Drogen sehe ich so was nicht.

CALPE ist hübsch, die Marina super und der Tag hat sehr angestrengt. Also bleiben wir einfach noch einen Tag.

2) TORRE VIEJA (22/10/2015)
Sieht für uns wie eine reine Industriestadt in platter Landschaft aus – vor dem Hafen kann man gut für die Nacht ankern und so gehen wir weder an Land, noch in die Marina und haben faktisch keine Ahnung, was es mit TORRE VIEJA auf sich hat. Sagen wir mal so – die Nacht war sehr ruhig.
Einzig Bemerkenswert an diesem Tage ist die Tatsache, das wir nun wieder im WESTEN sind. Ja-wohl, wir haben die ÖSTLICHE Erdhalbkugel verlassen und sind, nach einer kleinen Ewigkeit wieder im WESTEN.
Das „blöde“ ist nur, das wir ja wieder zurück in den OSTEN müssen, wenn wir nach Hause wollen. Aber nicht jetzt, erst im nächsten Jahr.

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3) CARTAGENA
Es gibt zwei CARTAGENA´s – eines in KOLUMBIEN, eines in Süd-SPANIEN. Wie gut, das wir uns nicht verfahren haben. Die Küste ist nun wieder bergig und entsprechend spektakulär. Die riesige Bucht macht die Ansteuerung am Freitag, den 23. Oktober 2015 einfach. Aber so richtig konzentrieren können wir uns nicht – wir werden von der Super-Segelyacht BRAVEHEART OF SARK abgelenkt, die uns überholt und vor uns einläuft. Ja ja, es gibt wirklich noch schönere Boote als den STORMVOGEL. Oh je, hoffentlich hört er das nicht, so eitel wie er ist 😉

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Wir bleiben übers Wochenende, stellen brav von Sommer- auf Winterzeit um und rennen wie die doofen durch die große Stadt auf der Suche nach einer Kneipe, die die RUGBY Weltmeisterschaft überträgt.
Theoretisch finden wir auch eine. Jedenfalls finden sich hier ungefähr 15 Briten, Australier und eben Deutsche ein, um ein Spiel zu sehen. Und genau ein Spanier. Der will aber Fußball sehen. Obwohl einige Briten, die wohl auf Dauer in CARTAGENA leben, sehr gut spanisch sprechen können, gelingt es nicht, seine Einwilligung zum Umschalten zu bekommen. Die Barfrau hat offenbar auch kein Interesse an viel mehr zahlenden Gästen…und so dackeln wir frustriert den langen Weg zum Hafen zurück. 15:1 – und verloren. Nicht schlecht, echt nicht schlecht.

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Drei Riesen-Kreuzfahrer laufen in einer Nacht ein – und machen völlig ohne Schlepperunterstützung im Innenhafen fest. Die Kapitäne müssen das echt drauf haben – etwas Neid macht sich breit. Auf die Riesen-Ketsch (Segler mit zwei Masten) ELIDA aus SCHWEDEN eher nicht. Obwohl die laut Riesenaufschrift am Rumpf für Jesus segeln – „SAILING FOR JESUS“. Es kommt halt immer auf die Verpackung an, gell?
CARTAGENA hat in Hafennähe eine eigentlich tolle Altstadt – eigentlich, weil sehr viele Gebäude leer stehen oder gar nur noch Ruinen sind. Wir fragen uns warum? Die Stadt hat offenbar viel unternommen, um die Altstadt attraktiv zu gestalten. Kleine Parks, großzügige Plätze und attraktive Fußgängerzonen. Und doch, in Top-Lagen, die leer stehenden wunderschönen alten Häuser. Komisch oder einfach nur Spekulationsobjekte?

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4) GARRUCHA
Wir verlassen CARTAGENA am 26. Oktober 2015 und gehen nach GARRUCHA. DerTörnführer schreibt, das der Hafen um eine neue Marina erweitert worden sei, die aber weitgehend leer stehe. Geschrieben im Jahre des Herren 2013.
Als wir also in 2015 ankommen, ist die Marina immer noch leer. Also ganz leer. Merkwürdig. Aber gut – wir können dadurch längsseits an den Steg und ein bisschen (wirklich nur ein bisschen) am Boot arbeiten.
Den Ort oder das Umland erkunden wir nicht ernsthaft.

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Sehr ernsthaft beschäftigt uns hier allerdings die Frage, wieso zum Teufel hier Mittelgroße Bulk-Carrierer (Massengutschiffe, 65.000 Tonnen) mit Sand, ja-wohl mit Sand (!!!) beladen werden. Eine endlose Karawane von LKW´s karrt Ameisen gleich den Sand auf die Pier, von dort mit Fließbändern ins Schiff.
Eine Idee liefert der Heimathafen von „JS RHIN
Der Dampfer kommt aus SINGAPORE – und da haben wir doch glatt mal gelesen, das die zur Landgewinnung Unmengen Sand benötigen. Und den bisher illegal aus den Nachbarländern INDOENSIEN und MALAYSIA „bezogen“ haben. Das geht wohl nicht mehr, kaufen die jetzt Sand in SPANIEN? Da dürfte der Transport wohl teurer als die Ladung sein? Nun denn, „JS RHIN“ hat gerade mal halb voll GARRUCHA verlassen und ist gerade in LAGOS, West-AFRIKA angekommen. Unwahrscheinlich, das die dort den Sand löschen. Vielleicht noch mehr Sand laden und dann weiter?

Wir werden da mal ein Auge drauf halten:

STORMVOGEL deckt auf: Internationaler Sandschmuggel! Skandal!

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5) SAN JOSE
Nach dem Arbeitstag gehen wir am 28/10/2015 weiter nach SAN JOSE. Zum einen finden wir den Namen ja recht vielversprechend, zum anderen liegt das sehr dicht am CABO DE GATA und das wollen wir nur bei eindeutig gutem Wetter passieren.
Wir setzten Anfangs mal wieder die Segel, aber das scheint den Wettergott wieder zu irritieren und nach Motorsegeln kommt der Wind dann wieder genau auf die Nase. Das muss so sein. Alles andere wäre ja komisch!

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Der sehr kleine Hafen von SAN JOSE ist eigentlich nichts für unsere „großen“ Dampfer. Aber wir haben vorab angefragt und so staut uns der Hafenmeister fachmännisch in freie Lücken. Das dauert allerdings und es weht auch ordentlich.
SAN JOSE ist überraschender Weise ein größerer Ort, fast vollständig bestehend aus Appartment- und Ferienhäusern. Entsprechend der Nicht-Saison ist alles verrammelt und leer. Im Sommer muss hier wohl der Teufel los sein?

Soweit der Reisebericht dieser fünf Stationen und die passenden Bilder dazu. Wie einige bemerkt haben, sind wir bereits in unserer Winterpause und im Moment in ELMSHORN. Was zwischen SAN JOSE und ELMSHORN noch alles geschah kommt demnächst auf diesem Kanal. Versprochen.

Peter.

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