ST. TROPEZ

Wie ist das noch mal mit Erwartungshaltung, mit Vorurteilen, mit falschen Vorstellungen?

Es kommt erstens immer anders als man zweitens Denkt!

Am Sonntag, den 20. September 2015 verlassen wir CANNES, ohne es je intensiver besucht zu haben und dampfen die 21 Seemeilen nach ST. TROPEZ.

Der Hafenmeister hat uns jede Illusion von einem Liegeplatz im Stadthafen schon im Vorfeld genommen und so ankern wir nach Ankunft in einer Bucht neben an. Dann mit dem 40 PS Dingi (Beiboot) der SOUTHERN STAR um die Ecke in den Hafen von ST. TROPEZ.

Oh Mann. Oh Mann Ohhhhh Maaaannnn.

Gleich am Kai der Hafeneinfahrt liegt ein (natürlich Niederländischer) Superdampfer, der uns den Atem raubt. Tolle Kiste!

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Der Hafen sieht am frühen Nachmittag nicht gerade voll aus, wieso konnten wir hier keinen Platz bekommen? Egal, wie liegen sehr gut und kostenlos um die Ecke. Wir erkunden die Stadt, besser eigentlich ist das Wort Dorf. Denn ST. TROPEZ ist so völlig anders, als wir uns das vorgestellt haben. Eher ein sehr, sehr schön heraus geputzes Dörflein, mit vielen Edelmarken-Shops, aber alles sehr harmonisch in den Stadtkern integriert. Sehr, sehr hübsch!

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Wir freuen uns, das wir ST. TROPEZ  besucht haben, es stand kurz aus Termingründen auf der Kippe!

Einzig, aber das gilt es an so einem Ort zu tollerieren oder zumindest zu ignorieren: Satte 17 € für einen halben Liter gezapftges Bier ist der Hammer, den man braucht, um zurück ins Hier&Jetzt der Wirklichkeit geschlagen zu werden.
Wir müssen lange ins Hinterland laufen, bis wir 10 € bezahlen „dürfen“…

Es wird dunkel, wir wollen zurück.

Doch Schock-Schwere-Not: Das Dingi ist futsch!

Das ist nun wirklich ganz schlecht. Die Boote eine gute Seemeile in einer anderen Bucht und kein Gefährt, um zurück zu kommen.

OK.

Erstens: Geklaut wird es nicht sein – der Zündschlüssel steckt sicher in der Tasche des Skippers.

Zweitens: Wir sind hier im Hafen von ST. TROPEZ – da müsste man doch sehr dreist sein.

Drittens: Ach verdammte scheiße, die Zeit läuft uns davon!

Wir teilen uns auf:

Einer zum Hafenmeister, in der Hoffnung, das da noch jemand ist. Zwei suchen (erfolglos) den Kleinboot-Teil des Hafens ab. Die vierte Steht mit dem Gepäck an der Stelle, an der wir das Dinge vertäut haben.

Keine Chance, das Teil ist weg.

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Wir sprechen einen jungen Mann an, der gerade sein kleines Motorboot an der Pier fest macht. Zufällig spricht er etwas Englisch und ist (natürlich) etwas überfordert, als wir ihn fragen, ob er uns „mal eben kurz“ zu unseren Booten fahren könnte? Schließlich können wir STORMVOGELS Dingi feritg machen und damit zurück kehren, bis wir das andere Dingi gefunden haben…

…die (völlig nachvollziehbare, schwere) Entscheidung bleibt dem jungen Mann erspart, wir finden durch Zufall das Dingi an dieser Pier eingekeilt, versteckt. Wie das hierher gekommen sein mag, ist ein völliges Rätsel, die Hafenmeister-Befragung (er war tatsächlich noch da) ergab, das sie jedes Boot, Dinge oder Paddelteil entfernen, das im „Parkverbot“ liegt.

Hm, da lagen wir wohl, wenn man es mal genau bei Lichte betrachtet.

Überglücklich über den Überwundenen (klasse, drei „Über“ in einer Reihe!) Schreck in der Abendstunde machen wir uns im dunklen auf den Rückweg. Der nächste Ort, das nächste Highlight will erkundet werden!

Peter.

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