BODRUM nach DIDIM

…über TORBA und IASSOS.

Man merkt schon: Nur drei Stationen in der Zeit vom 22. bis 28 Juni 2015 zeugen von einer gewissen Lässigkeit.

BODRUM am 22. Juni guten Gewissens mit dem Plan verlassen, einen ruhigen Ankerplatz für die kommenden Tage zu finden. Denn es soll viel Wind aus Nord und Nord-West geben. Mit Welle. So kurven wir einmal um die Halbinsel BODRUM herum und gehen nach TORBA – genau gegenüber von BODRUM auf der Nord-Ost Seite. 23 Seemeilen außen rum, nur 8 Kilometer über Land.

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Der kleine Fischerhafen von TORBA ist rappel voll und auch vor dem Wellenbrecher ist kein Platz. So ankern wir davor und haben keinen Stress mit Landleinen und sonstigem Firlefanz. Der STORMVOGEL tanzt aufgeregt vor Anker hin und her, wie ein wilder Stier: Extreme Fallböen aus den kleinen Bergen sorgen für Bewegung! Eben noch kein Wind, dann mal kurz, ganz kurz 25 Knoten aus dem Stand, danach wieder nix. Verrückt, wie das wohl funktioniert?

TORBA ist ein liebenswerter kleiner Ort – so liebenswert, das wir kein einziges Foto gemacht haben – schlicht vergessen.

Dafür haben wir von unseren Landausflügen genügend Bilder mitgebracht – allerdings – und das ist bedauerlich –  wiederholen sich die Motive nun doch deutlich. Das ist dann wohl auch ein Indikator für uns, das Land nun zu verlassen?

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Auf einem der Landausflüge (von BODRUM aus) haben wir die PALMARINA besucht. Über diese 28sterne Marina steht im Törnführer: „…der neue Besitzer kommt aus Aserbaidschan. Die Marina blieb weitgehend unverändert, nur die Preise wurden drastisch erhöht“. Wir fragen nach dem Preis für eine Nacht für den STORMVOGEL: Satte 130 €, plus Wasser und Strom.
Diese Anlage ist so krank, wie unermesslicher Reichtum nur krank sein kann. Die hohen Preise haben offenbar nur das Ziel, normale Segler fern zu halten damit die Superyachties unter sich sein können. Sollen sie. So wohnt halt jeder in seinem Getto.
Und nicht jeder Superyachtie braucht diesen Steg-Luxus: Auf dem Seeweg nach TORBA kommen wir an Buchten vorbei, in denen die tollsten Megayachten vor Anker liegen. Mit Sicherheit könnten sie die Liegegebühren in der PALMARINA berappen, aber, wozu?

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Die TÜRKEI ist ein „must-see“ Land. Neben der grandiosen Landschaft im Landesinneren ist die Mittelmeerküste wirklich eine Reise wert. Aber bitte nicht von Land aus – die Bettenburgen und all-inclusive-Clubs sollte man wie überall auf der Welt meiden. Nein, hier an der türkischen Mittelmeerküste bietet sich eine „Blue-Water-Cruise“ auf einem der zahlreichen GULETS an. Diese (kleinen) Passagierschiffe gibt es in allen Größen, alleine oder in einer Reisegruppe zu chartern. In allen Preisklassen, mit Crew. So kommt man auch als Landratte zu den spektakulärsten Ankerplätzen, zu historischen Orten und jeder Menge Natur pur.

Von TORBA aus vorholen wir uns nach IASSOS (oder ASIN LIMAM – hier haben alle Orte mindestens zwei Namen was die Sache mit den Ortsbeschreibungen nicht einfacher macht). Ähnlich wie KNIDOS ein historischer Hafen mit versunkener Hafenmauer. Wir kommen Mittags an und es ist sehr, sehr still. Wohnt hier überhaupt jemand?
Unser Anker hält erst beim Dritten mal und dann auch nur für zwei Stunden – wir ankern schließlich in der Hafenmitte frei, viel einfacher und besser. Keine Fallwinde, keine Welle.

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Eine große Hotelanlage im Rohbau auf einem Bergrücken gibt zunächst Rätsel auf. Als später im Tiefflug startende Flugzeuge aus DALAMAN über uns hinweg donnern ist völlig klar, das dies kein Ort für Hoteltouristen ist. Der Ort selbst ist sehr hübsch, aber offenbar auch arm.  Nicht so arm wie die Bergdörfer ganz im Osten, aber kein Vergleich zu dem bisher an der Küste gesehen.  Und das ist dann wohl auch der Beweis dafür, das Touristen zwar eine Plage sind, aber für lokalen Wohlstand sorgen.

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Wir erkunden die alte Festungsanlage auf dem anderen Bergrücken und staunen immer noch über die Baukunst vergangener Jahrtausende.

Weiter nach DIDIM, diesmal in eine Marina. Zum einen gibt es Bootjobs zu erledigen, zum anderen wollen wir von hier aus die TÜRKEI verlassen und müssen ausklarieren (ausreisen) und zum Dritten ist diese Marina so neu, das sie zu wenig Boote hat und entsprechend gute (sehr gute) Preise macht (60 € / Nacht).

Natürlich verfolgen wir täglich die Nachrichten aus Griechenland und fragen uns, wie wir uns am Besten für die voraussichtlich vier Wochen Durchreise vorbereiten können. Neben Bargeldbestand aufbauen wollen wir die Dieseltanks füllen und alle Wartungsarbeiten noch in der TÜRKEI durchführen.

Ist es nicht verrückt, wie immer noch einzelne Personen in kürzester Zeit die Welt negativ verändern können?

Peter.

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