Zur Lage XXVII

Von größeren technischen Problemen seit einiger Zeit weitgehend verschont, dachte sich der STORMVOGEL, ei, da lässt sich doch was machen?

1) Wassermacher:
Immer wenn wir unter Motor laufen, lassen wir die 12 Volt Seite des Wassermachers laufen, um genügend Frischwasser an Bord zu haben. An einem Tag, aus heiterem Himmel bleibt das Teil nach ca. 3 Stunden einfach stehen. Aus die Maus. Sicherung ist OK, aber der Motor läuft nicht mehr.
Den Generator gestartet und die 220 Volt Seite getestet – alles super. Unser Wassermacher ist ja so ein technisches Wunderwerk der Firma DESSALATOR, das auf 12 Volt und auf 220 Volt betrieben werden kann.  Daher der Name DESSALATOR DUO 60. DUO für zwei Motoren (12/220 Volt) und 60 für 60 Liter pro Stunde.

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Nun, der 12 Volt Motor scheint OK zu sein, denn wenn man ihm direkt 12 Volt gibt, läuft er los. Also entweder das Steuer-relay kaputt, oder (schlimmer) die Steuerelektronik.  Per eMail den DESSALATOR Support angefunkt, am gleichen Tag noch eine Anleitung zum Test bekommen.
Nach diesen Tests und eigenen Überlegungen der festen Überzeugung, das das Steuer-relay kaputt ist. Das Relay ist notwendig, um die starke Einschaltstromaufnahme des 12 Volt Motors über einen kleinen Schalter der Schalttafel abwickeln zu können. So ein Relay kostet 75 € plus Steuer und Transport.

Vor Anker in PABUC BÜKÜ liegend, machen Heidi und ich uns an den Ausbau, denn der DESSALATOR Techniker meint, mit Chance könne man das Relais reparieren. Wie immer, es ist alles schwieriger als man denkt. Das Relay ist mit zwei Schrauben auf einer Kunststoffabdeckung des Motors montiert, die den aufgesetzten Lüfter schützen soll. Man hat dazu zwei einfache Metallschrauben verwendet, die auf der Gegenseite von Unterlegscheibe und Mutter gehalten werden.
Demontiert man die Schrauben, fallen die Unterlegscheiben und Muttern einfach runter, da es keine Kunststoffkonstruktion gibt, die die an der Kunststoffabdeckung fest hält.

Aber, Etappensieg: Das Teil ist demontiert und der Fehler gefunden. Ein Kabel ist von einem Kontakt einfach abgefallen. Generell sagt man ja, das Lötstellen an Bord nicht von Vorteil sind.
Das Relais ist eigentlich nur eine Magnetspule, die, unter Strom gesetzt, einen Metallkern anzieht und darüber den Kontakt (links und rechts im Bild) schließt.

Nun, mit Hilfe aus AUSTRALIEN, das Teil gelötet, wieder zusammen gesetzt und versucht, „irgendwie“ zu montieren. Keine Chance. Absolut keine Chance. Der fundamentalistische Australier meint, wir sollen das richtig machen, demontiert den 12 Volt Motor, dessen Antriebsriemen zur Pumpe und die Kabelage. Also so ungefähr 25 Schrauben los drehen (und später wieder fest), um 2 Schrauben richtig an zu ziehen. Hätten wir uns nie getraut.

Nun denn, Operation (mit Hilfe) gelungen, Pumpe arbeitet wieder einwandfrei.

Der Support von DESSALATOR ist wirklich 1A und nicht zu übertreffen. Meine „Kritik“ bezüglich der Montage des Relais wird akzeptiert und man wird das verbessern – bezüglich der Qualität dieses Relais allerdings ist man nicht meiner Meinung. Man verwende es seit 35 Jahren, es sei eines der wenigen, das man noch aufschrauben und meistens reparieren könne und außerdem seien nur zwei weitere Fälle von abgebrochenen Kabel an der Lötstelle bekannt.

OK, sei es drum. Es ist auch nur eine Maschine, die halt auch mal dicke Backen macht.

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Mehr oder weniger per Zufall sind wir in diesem Zusammenhang noch darauf gestoßen, das eines unserer elektrischen Wasserventile nicht mehr schaltete. Diese Teile haben wir seit NEUSEELAND neu und sie steuern den Zulauf in die Wassertanks. Per Schalter können wir somit zwischen Spüle, Backbord oder Steuerbord Tank schalten.
Backbord ging seit einiger Zeit nicht mehr, wir vermuteten einen blockierten Wasserzulauf – falsch: Das fast neue Ventil hat nicht mehr geschaltet. Auch dieses kann man demontieren, auch dieses besteht im wesentlichen aus einer  Magnetspule die einen Metallkern anzieht. Und der war dann leider schon arg korrodiert (verrostet). Soll ja eigentlich Edelstahl sein – mit Polierpaste haben wir ihn auch wieder ansehnlich und das Ventil funktionsfähig gemacht…
…wir fragen uns aber, wieso so ein Wasserventil vergammelt – nach 14 Monaten? Hallo?

Zart und leise dringen aus dem Unterbewsstsein die weisen Ratschläge der Minimalisten der BELLA ins Vorderhirn: Alles was an Bord ist, geht auch kaputt. Hat man wenig an Bord, geht auch wenig kaputt. Die beiden haben gut reden – mit ihrem Boot in Einzelteilen in einer Halle in Köln 😉

BTW: Aber den Blog könntet ihr ja wenigsten mal aktualisieren, gell?

2) Bilgen Alarm
Seit Ewigkeiten, also eigentlich genau seit dem 22. Juni 2014 (STORMVOGEL MAYDAY) haben wir auf dem Zettel, einen sogenannten Bilgenalarm in den STORMVOGEL einzubauen.
Der Plan ist, an den kritischen Stellen im Boot einen Schwimmschalter einzubauen. Dringt dort Wasser ein, schwimmt der Schalter auf und löst einen Alarm aus. Als Bilgen bezeichnet man die tiefsten Stellen um Boot, wie eine Art Sumpf, in dem sich alles Sammeln soll. Der STORMVOGEL hat verschiedene Bilgen und so verbauen wir vor TORBA liegend drei dieser Schwimmschalter und das dazugehörige Alarmgerät.

Die Bilgen von

  • Bugstrahlruder
  • Schwenkkiel
  • Wassermacher

sind nun alarmgesichert. Damit verhindern wir zwar keinen Wassereinbruch, bemerken ihn aber viel früher über den neuen Alarm.

Und wenn ich hier und jetzt so völlig entspannt diese Zeilen schreibe, frage ich mich, wieso wir in Dreiteufelsnamen ohne diese Alarmvorrichtung aufgebrochen sind – und noch besser, wieso der STORMVOGEL ohne diesen Alarm gebaut wurde?

Ja, OK, die Motorbilge hat so einen Alarm und dient als zentrale Bilge. Aber bis das Wasser dort hin kommt, steht es schon unter den Bodenbrettern im Bugraum. Planungsfehler?

Wie dem auch sei – ein Pluspunkt mehr für STORMVOGEL und ein paar Bier in Richtung AUSTRALIEN, denn ohne die Anleitung und tatkräftige Mithilfe von Robbie wäre das Projekt immer noch unvollendet.

3) SYRIEN:
Völlig am Thema vorbei, aber zeitgleich geschehen:
Ob der Großbaustelle an Bord des STORMVOGELS ist Heidi mit dem Dolmusch (örtlicher Nahverkehrsbus) nach BODRUM gefahren – Girls-Day mit JoJo. Überraschung, Überraschung: Die SYRISCHEN Flüchtlinge sind nicht mehr im Park. Auf Nachfrage erfahren die beiden, das sie von offizieller Seite abgeholt wurden und in einem Flüchtlingslager untergekommen sind. Auch nicht gut, aber besser. Viel besser als im Park.

Thats it,

Peter.

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