AKDAMAR und HOSAP KALESI

Heute (10/5/2015) mal kein Fahrtag, sondern ein Ausflugstag zu zwei historischen Gebäuden.

AKDAMAR ist eine Kirche auf einer Insel im See VAN. Wir übernachten auf einem „Campinglatz“ direkt am Fähranleger, ca. 7 km nach dem Ortsausgang von GEVAS auf dem Weg nach Westen. Außer einem vernünftigen Stellplatz und einem Restaurant gibt es hier nichts, wie schön, das unser Bus autark ist.

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Wir werden vom Regen und der Kälte geweckt. Heizung an, wach werden, in die kalten Klamotten kommen und sich Frühstücksfertig machen – denn das haben wir am Vorabend im Restaurant bestellt.
Wir torkeln noch leicht schlaftrunken die Treppe zum Restaurant runter und werden von Ebrahim begrüßt – er hat uns gestern telefonisch den Weg gewiesen, von ISTANBUL aus. Nun ist er wieder zu Hause und begrüßt uns sehr herzlich.

Nach dem Frühstück zum Fähranleger, die erste Fähre geht um 9:00 Uhr, aber nur, wenn mindestens 16 Personen an Bord sind. Na ja, jeder hat seine eigenen Regeln und wir kommen gegen 10:00 Uhr los. Die Überfahrt macht Lust aufs Boot. Um die 20 Knoten Wind, eiskalt (nicht gut!) und kaum Welle. Der VAN See ist riesig. Würde man ihn umfahren wollen, müsste man 370 Kilometer zurück legen müssen.

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Die Fähre war schon billig – hin&zurück für 15 TL, der Eintritt zur Insel und Kirche noch billiger, 5 TL.

Die Kirche ist von innen kaum ausgeleuchtet – man muss aufpassen, wo man hin tritt. Das sorgt aber sofort für das zeitgemäße Gefühl, denn außer Kerzenlicht werden die ja auch nicht viel Beleuchtung gehabt haben. Massive Mauern, von innen wirkt die Kirche viel höher als von außen. Grabeskälte.

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Mit uns ist eine Gruppe von Schülern und einem Lehrer auf die Insel gekommen. Der Lehrer scheint sich auskennen und textet seine Schüler zu – natürlich in Türkisch. Aber die Hinweistafeln sind zweisprachig und vermitteln ein gutes Bild der Anlage.

Wir haben wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Während wir auf der Insel sind, scheint die Sonne und wir haben blauen Himmel. Das waren aber auch die einzigen trockenen 90 Minuten am heutigen Tage…

…wir kommen zurück und düsen mit unserem Bus mal wieder in Richtung Iranischer Grenze. Wir wollen die Festung HOSAP KALESI besuchen und müssen dafür knapp 70 Kilometer zurück legen. Während in VAN Seenähe die Landschaft noch einigermaßen grün ist, wird sie nun immer trostloser, bar jedweder Vegetation. Dazu das dunkle Wetter und Wolken, die in den Bergen hängen bleiben.

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Wir erreichen den Ort, mal wieder einer der trostlosen Sorte. Die Festung steht auf einem Felsmassiv und überragt alles. Es tröpfelt nur noch und wir wollen die Gunst des Wettergottes nichts überstrapazieren – also los!

Halt, Stop.

Erstmal die kleinen Kinder glücklich machen, die uns schon beim parken umzingelt haben. Immerhin, sie betteln nicht, sondern wollen „Sachen“ verkaufen. Heidi hat Schwierigkeiten mit der Auswahl, aber darum geht es ja auch nicht. Besser, wir kaufen den Kindern „irgendetwas“ ab und sie lernen zu handeln, statt zu betteln.

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Dann in die Festung. Klasse, der Gewölbegang vom Turm ist durch den Fels geschlagen. Fast ein Tunnel. Auch hier kaum Beleuchtung und die in den Fels gehauenen Stufen sind ob des Regens glitschig. Wir sind fast alleine in der Anlage, kein Stress.

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Die Festung wird, so scheint uns, gerade restauriert. Wir sehen zwar keine Arbeiter und kein Material, aber einzelne Mauern und Treppen sehen wieder vollständig aus. Gebäude innerhalb der Festungsmauern gibt es nicht mehr, nur riesige, runde Innenhöfe.

Auf der Rückfahrt überlegen wir, ob sich die Fahrt gelohnt hat. Zunächst sind wir nicht ganz sicher, als ich jetzt für diesen Beitrag die Bilder sichte stelle ich fest: Doch, in jedem Fall haben die 140 Kilometer sich gelohnt.

Soweit dazu.

Ganz kurz zur weiteren Planung:
Heidi und ich haben gestern die Route nach FETHIJE abgesteckt. Wir bleiben im Herzen der TÜRKEI und gehen nach Westen um zwei Highlights zu besuchen: GÖREME und PANUKKALE.Dafür sind jeweils 2-zwei Tagesetappen notwendig. GÖREME werden wir über ELAZIG erreichen, PANUKKALE über KONYA. Am 17. Mai wollen wir in FETHIJE ankommen, LENA J soll am 20. ankommen.

Peter.

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