Zur Lage XXIII

Wir haben die YACHT HAVEN MARINA im Norden PHUKETs verlassen…Zeit für einen neuen Lagebericht.

1) Hauptmaschine I
Unser NANNI DIESEL N.85 wurde ja ausführlich in SINGAPORE (siehe letzter Lagebericht) gewartet. Einzig der geplante Ersatz des TURBO LADERS konnte nicht durchgeführt werden, da wir das falsche Teil aus Deutschland mit genommen haben.
OK, der Lieferant hat uns das falsche Teil geschickt und nun müssen wir zusehen, wie wir den wieder los werden und unser Geld zurück bekommen.

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Es ist aber auch ein Kreuz mit NANNI. Die machen alles, um die originalen Bauteile (die von KUBOTA stammen) zu verschleiern.

Daher hier die Nummern, die auf dem neuen, für den NANNI DIESEL N.85 passenden TURBO LADER eingraviert sind.

Turbo Spec. MK39 1311
Serial No.RHF5 29 391A
PartsNo. 16773-17012

Auf der Verpackung fand sich folgende Nummer
SO-HS-14596

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2) Hauptmaschine II
Nicht unerwähnt möchte ich unsere Öl-Geschichte lassen. In LANGKAWI (MALAYSIA) stand ein 200 Betriebsstunden Ölwechsel auf dem Programm. Filter fahren wir genug an Bord aber das passende 15W-40 Motoröl nur für Notfälle. Immerhin braucht man bei einem Ölwechsel 12 Liter von dem Stoff, 8 oder 10 hatten wir noch an Bord.
Also zur Tankstelle an der Marina und dort erstaunt fest gestellt, das es nur 10W-40 oder 15W-50 (letzteres doppelt so teuer) gibt. Geschwind im Internet recherchiert und entschieden, das es 10W-40 sein müsste. Die erste Ziffer (10W) gibt die Kaltstarteigenschaften des Öl’s an. Je kleiner, um so besser bei kalten Temperaturen. Die zweite Ziffer gibt die Warmlaufeigenschaften an. Also die Überlegung: 10W ist kein Problem und 40 ist ja gleich wie bei 15W-40.

Nach 10 Betriebsstunden haben wir das Öl samt Filter wieder gewechselt. Diesmal wieder mit 15W-40 welches wir in KOH LANTA in ausreichender Menge bekommen konnten.

Neben einer Art „schlechtem Gefühl“ konnten wir beobachten, das die Maschine offenbar geringfügig wärmer wurde, als vorher. Einbildung?

3) Generator
Bereits im letzten Jahr in INDONESIEN (LOMBOK) begann die Impellerpumpe zu lecken. Wir konnten sie dort nur notdürftig flicken lassen, die Originaldichtungen waren nicht aufzutreiben. Somit hätte das Teil eigentlich auf der SINGAPUR Reparatur Liste kommen müssen – der Skipper hats aber vergessen.
Nun, nach 40 Betriebsstunden leckte sie wieder.
Bei VOLVO PHUKET (in der BOAT LAGOON) komplett mit Lagern und Dichtungen überholen lassen – hat leider 3 Tage gedauert, aber jetzt, so scheint es uns, haben wir eine fast neue Pumpe.

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Der Einbau am vergangenen Sonntag hat dann auch nur, alles in allem, 4 Stunden gedauert. So ein Mist. Zum einen habe ich die Schlauchverbindungen auf Anhieb nicht tropf-frei hin bekommen. Zum anderen mussten wir vom alten Impeller einen Flügel vor dem Wärmetauscher herausfischen. Heidi´s Spezialität.

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Und weil wir gerade dabei waren, hat der Generator auch noch einen Ölwechsel bekommen. Das können wir ja gut und, man glaubt es kaum, der Ölfilter ist leicht zugänglich wenn man sowieso schon alles demontiert hat.

Nun denn, gewonnen!

4) Sprayhood
In NEUSEELAND haben wir eine neue Sprayhood bekommen. Und die zerlegte sich gerade selbst in der Sonne. Das Saumband, das umlaufend die Kanten verstärken sollte, war mittlerweile total ausgefranst.

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Nun haben wir eine Art PVC rund herum und dafür gerade mal 50 € bezahlt. Sieht wieder super aus und hält bestimmt länger.

5) Log
Mit dem LOG wird die Bootsgeschwindigkeit durch das Wasser gemessen. Dazu dreht sich ein kleines Schaufelrad im Wasser und dessen Umdrehungen werden in Knoten umgerechnet. Das funktionierte aber nicht mehr. 0.00 Knoten durchs Wasser, so die Anzeige.
Nun hatten wir den Sensor ja bereits in VANUATU ersetzt, damals konnte die Tiefe nicht mehr angezeigt werden. Dieser Multi-Sensor ist ja toll, aber wohl auch nicht so besonders robust.
Nun stand die Chance, das das Schaufelrad nur verdreckt und/oder bewachsen sei, recht hoch. Das Tolle an dem Teil ist, das man es von innen herausziehen kann. Man bekommt ca. 2 Liter Wasser ins Boot und dann verhindert ein Sperrmechanismus das weitere Eindringen.
Wie erwartet: Total bewachsen. Mit kleinen Muscheln. Also Kalk. Also Essig als Gegenwehr. Und ein wenig mechanische Nachbehandlung machen das Schaufelrad wie neu.

6) Kühlschrank Umwälzpumpe
Seit SINGAPORE eine Baustelle. Und keine Einfache. Die Übergangspumpe brauchte viel Strom und machte Lärm. Also in PHUKET eine neue Umwälzpumpe (für viel Geld) gekauft, eingebaut und fest gestellt, das die noch lauter und noch mehr Strom frisst. So ein Käse!
Also die alte (tolle) Pumpe in die Hand genommen und herum gefahren. Schließlich waren da ja nur die Kohlestifte, die den Strom auf die Welle übertragen, völlig herunter. Kein Mensch will die reparieren, aber in einem Laden finden wir tatsächlich Kohlestifte. Etwas größer als benötigt, aber das kann man runter schleifen.
Zurück an Bord übernimmt die Montage unser Norwegischer Gast-Bordmechaniker. Viel Fummelkram und bei der finalen Montage brauchen wir 6 Hände, um die Kohlestifte mittels Zwirn zurück zu halten und alles zusammen zu setzen.
Aber, und nur das zählt: Reparatur gelungen!

Heidi und ich montieren die Pumpe später alleine, der Norweger ist derweil auf dem Weg nach MOSKAU – nur um von dort aus nach ISTAMBUL zu fliegen. Aber das können wir ja schon gut: Umwälzpumpen montieren 😉

7) Skippers Haare
Sind mal wieder ab. Sah´ zum Schluss echt scheiße aus und war auch viel zu heiß. Schade ist´s schon, aber die Haar-Schneide-Show im PHUKET CENTRAL SHOPPING CENTER war jeden Taler wert.

Thats it. Mal wieder alles auf dem technisch Besten Stand.

So, wie es sein soll.

Klopf auf Holz.

Einmal.

Zweimal.

Dreimal.

Alles gut.

Liegen gerade vor KOH PHANAK vor Anker, kommt ein alter Fischer vorbei und verkauft uns ein paar KING PRWANS – zu teuer, aber als real arbeitender Monopolist sei ihm der fette Gewinn vergönnt.

Und wir steuern wieder voll auf das bereits zitierte Lotterleben zu.

Volle Kraft voraus!

Peter.

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