TANJUNG PINANG

Kulturschock, pur. In TANJUNG BINTAN, der 180.000 Einwohner-Hauptstadt der großen Insel BINTAN.

Die Schock-starre war nur bei Ankunft zu spüren, also am 17. November 2014.

tanjung_pinang_0016

Einen Tag später ging es dann mit dem Rallye Programm los und die, sagen wir mal, Irritation über diesen stinkigen Industrieort war schnell vorüber.
Denn das Team des örtlichen Tourismus-Büro´s ist schlau und lässt die Begrüßung auf der netten, kleinen, historisch bedeutsamen Nebeninsel PENYENGAT statt finden. Musik, Tanz, Kultur – und wieder was leckeres zu Essen.

tanjung_pinang_0041
Es ist unglaublich drückend heiß und wir haben unsere Hüte an Bord vergessen. Was freuen wir uns auf den Kühlschrank Deutschland!

Weil es so heiß ist, klettern wir nicht die Treppen zur wunderschönen Moschee in PENYENGAT hinauf – und kommen so NICHT auf das Pressefoto, das einen Tag später in der Tageszeitung METROPOLIS auf Seite eins erscheint. Zu Pressestars taugen wir halt nicht 😉
tanjung_pinang_0146

Am Abend dann gemeinsames Dinner mit Karaoke. Mittlerweile haben die beiden Boote, die lange auf BALI wg. Reparaturen waren, wieder zu uns aufgeschlossen. Beide Skipper sind sehr gute Gitarrenspieler und bringen ihre Instrumente mit. Verstärker, buntes Licht und eine kleine Bühne sind schon vorhanden und sorgen für die richtige Stimmung.

Ich lasse mich zu einem Duett mit Dennis hinreißen, Heidi meint hinter her, ich solle mal singen lernen.

Das sehe ich völlig anders:

1) Die Performance ist alles!
2) Karaoke ist nicht singen!
3) Wer den meisten Applaus bekommt, gewinnt immer!

Dennoch, neben Billiardspielen sollte ich vielleicht doch noch mal einen Anlauf in Gitarre nehmen? Die beiden Skipper auf der Bühne sind der Hammer und ich zweifele wieder, ob Chris wirklich Chris ist, oder vielleicht doch David (Gilmore) von PINK FLOYD? Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen, oder?:

tanjung_pinang_0086
Der Abend ist lang, die Nacht ist kurz und die Tempeltour am nächsten Morgen geht mir schon nach wenigen Minuten auf den Zeiger. Die Chinesen haben hier offenbar einen hang zu Disneyland – OK, politisch und religiös nicht korrekt, aber muss mal gesagt werden.
Aber die Interessenlosigkeit wird noch größer: In einem Bus mit 24 Personen kommt immer einer auf die Idee, noch was dringendes besorgen zu müssen: Geld vom Automaten, Brot vom Bäcker oder Gemüse vom Markt. Und so vertrödeln wir Stunde und Stunde und ich frage mich, was ich hier und heute mache?

tanjung_pinang_0106
Heidi fragt mich hingegen, warum ich schlechte Laune habe.

Hallo?

Zum Schluss noch eine „River-Tour“ auf dem stinkenden und dreckigen Fluss. Die war zumindest interessant und Horizont-Erweiternd.

Doch das Warten auf andere setzt sich am Abend fort. Wir wollen um 18:00 Uhr zum Dinner an Land, aber das Wassertaxi kommt nicht. Das muss noch Diesel und Bier an die anderen Boote ausliefern. Nun denn, unser mitreisender Koch BJ hat mal wieder ein Spitzenessen als Gastkoch in einem örtlichen Cafe auf die Beine gestellt, das entschädigt dann doch ordentlich für den Tag.
BJ fährt nun wieder nach Hause und wir drücken dem jungen Kerl alle Daumen, das er wirtschaftlich Erfolg hat. Das Zeug zum sehr guten Koch hat er jedenfalls!

Wir verlassen TANJUNG PINANG am Morgen des 21. November 2014. Es wird uns schmutzig und dreckig in Erinnerung bleiben, leider. Aber die Menschen, die wir getroffen haben, waren wieder einsame Spitze – wieso um Teufel können die nicht mehr auf ihre Umwelt acht geben?

Nix Zeigefinger hier, nur absolute Sprachlosigkeit: Als wir mit dem Wassertaxi am Steg anlegen, kommt gerade eine Einheimische vorbei und leert einen Plastikbeutel mit Plastikmüll ins Wasser – und schmeißt den leeren Plastikbeutel hinter her. Ein Aufstöhnen im Wassertaxi, eine verstörte Frau am Steg.
Eine schöne Aufgabe für den neuen Präsidenten JOKO WIDODO (- Wahnsinn, ich sehe gerade das der nur vier Jahre älter als ich ist!): Ein ganzes Land aufklären – über die Katastrophalen Folgen von Plastikmüll in der Umwelt und in der Nahrungskette.

Ich drücke JOKO jedenfalls die Daumen – das Land und die Menschen haben eine großartige Zukunft…

…wenn sich nicht vorher am Plastikmüll ersticken.

Peter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.