BALI

Für ein verlängertes Wochenende sind wir vom 10. bis 13. Oktober 2014 mit der Schnellfähre von LOMBOK nach BALI gedüst.

Fähre ist eigentlich falsch. Speedboot mit 4 mal 250 PS Außenborder am Heck wäre richtiger. Heidi ist der Meinung, das wir das gerumple nicht wieder machen sollten. Aber es ist nun mal eben so, das eine mittlere Welle gegen 1.000 PS rumpelt…

Nun denn, wir haben uns DENPASAR als Stützpunkt für unsere BALI Erkundung ausgeguckt und very last minute (1 Tag vorher) über das Internet das „b BALI HOTEL & SPA“ gebucht. Die großen Touristenhotels am Strand von KUOTA brauchen wir nicht. Stadt ist angesagt!

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Der halbe Freitag ging als Reisetag drauf – mit dem Taxi zum Fähranleger, die Fähre über die LOMBOK STRAIT und dann wieder mit dem Taxi zum Hotel. Glatt 6 Stunden verbraten. Am Nachmittag dann in DENPASAR die Jagd nach einer neuen NIKON D800 Kamera da die alte ja bekanntlich unerlaubt baden gegangen ist.
Mit dem Taxi von einem Fotoladen zum nächsten, aber keine D800, D800e oder gar die neue D810. Die Suche nach einem Laden, der im INTERNET angab, eine zu haben, zu einem sensationellen Preis sogar, ebenfalls erfolglos.
Und so landen wir bei RTC, einem ehemaligen Behördenhaus in dem man viele kleine Technikshops nebeneinander angesiedelt hat…im dritten Stock gibt es Kameras, wieder kein Erfolg. Aber eine Verkäuferin ist eine Spur cleverer und 100% mehr motiviert als die anderen und meint, sie könne eine D800e bi Sonntag besorgen. Zum Listenpreis zwar, aber beschaffbar.
Uns kommt der Laden nicht ganz geheuer vor wir suchen zunächst weiter…kehren aber am frühen Abend zu RTC zurück und „bestellen“ eine. Kleine Anzahlung und die Sache ist gebongt.

Sehr gut, denn nun können wir den ganzen Samstag für eine Auto-Tour nutzen.

Wir buchen im Hotel ein Auto mit Fahrer denn wir sehen keine Chance, wie wir in dieser Stadt als Selbstfahrer überleben sollten. Unser Fahrer heißt BIM BIM und ist eigentlich der Bell-Boy im Hotel. Nun sind wir keine Hotelexperten und lassen uns erklären, das der Bell-Boy das Gepäck vom Auto in die Empfangshalle trägt. Da ist ein Ausflug mit zwei Touris eine willkommene Abwechselung.

Auf der endlos langen Taxifahrt von PADANGBAI (BALI) nach DENPASAR kamen wir Tags zuvor mit einem mitreisendem jungen Paar aus Deutschland ins Gespräch. Die waren auf dem Heimweg, und haben einen Reiseführer für BALI in deutscher Sprache dabei…wir kaufen ihn ab und fühlen uns hinterher nicht ganz wohl weil das Teil völlig neu wirkt und die beiden nur den halben Preis haben wollten. Auf jeden Fall können wir unseren Tagestrip damit 100mal besser planen als ohne.

So erklären wir BIM BIM also mit dem Buch unsere gewünschte Reiseroute für den Tag und finden schnell heraus, das er sich super in diesem Straßen-Wirr-Warr auskennt. Nach dem Grund befragt erzählt er uns, das er in eimem Scooter Club ist der alle zwei Wochen am Wochenende eine Ausfahrt über die Insel macht. Da kommt man schnell rum!

bali_0156Zunächst wollen wir zum Himmelstempel in PURA BESAKIH. BIM BIM rät uns, das lieber sein zu lassen, die Leute dort „seien nicht gut“. Was auch immer das bedeuten mag. Egal, wir wollen da hin, die Bilder im Reiseführer sehen gut aus 😉

Wenn wir in einen Tempel wollen, brauchen wir einen SARONG und einen Schal…haben wir an Bord, aber nicht mit nach BALI gebracht. Also machen wir auf der Fahrt einen Abstecher zu einem Souvenir-Hersteller schon fast auf dem Lande, der so was ebenfalls günstig im Angebot hat. Wir kaufen dort ein (Nebensache) und sind von dessen privater Tempelanlage schwer begeistert. BIM BIM lacht und meint, das jeder Hindu einen Tempel habe, dieser Herr hier sei eben sehr reich und könnte sich diese prächtige Anlage leisten. Seiner sei eher was fürs Wohnzimmer…

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Die Fahrt nach PURA BESAKIH geht mit vielleicht 40 Stundenkilometern im Durchschnitt und dauert lange, aber wir sehen viel Landschaft. Dort angekommen fühle ich mich kurz wie im Film 7 Jahre in Tibet. Bergdorf mit vielen bunten Tüchern und flaggen – toll.
Und dann verstehen wir auf einmal sehr schnell, was BIM BIM mit „nicht guten Menschen“ meint. An der Zufahrtsstraße sitzt ein Polizist (!) und verlangt einen kleinen Tip für die Weiterfahrt. BIM BIM lächelt, zahlt 5.000 IDR und es geht weiter zum Parkplatz. BIM BIM bindet uns unsere SARONGS um und wir können ordentlich bekleidet den Tempel betreten.

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Wir gehen zu Fuß weiter, zahlen unsere Eintrittskarte und werden zwei Minuten später auf dem Fußweg von der „Touristeninformation“ gestoppt. Hier möchte man Geld für einen Führer einsammeln, als Heidi diesen Obulus entrichtet hat wird nach einer Spende für die Instandhaltung des Tempels gefragt (…wer´s glaubt…!) und Heidi wird langsam sauer. Richtig sauer wird sie, als der Guide nach der Tour nach einem ordentlichen Tip verlangt.
Das ist Touristenmelken in Perfektion, aber wir wollten ja auf BIM BIM nicht hören. Und wer nicht hören will, der muss zahlen!

Wir werden in der riesigen Anlange von PURA BESAKIH herumgeführt und beten auf Hindu-Art drei verschiedene Götter an – ob die uns beim segeln helfen können? Wenn das Wetter etwas besser wäre, hätten wir tolle Bilder von der Panorama-Aussicht machen können, aber es ist die diesig, das man das Tal nicht vom Meer unterscheiden kann.

Es geht weiter zum Vulkan See von BRATAN. BIM BIM will die Straße zum See nicht hinunter fahren, weil die so steil und von LKW´s überfüllt sei, so bleiben wir auf dem Berg und haben eine herrliche Sicht. Die LKW´s holen Lavasand vom See und in den Bergen backen sie daraus Steine in der Sonne, die dann überall hin transportiert werden – also sind die LKW´s immer voll abgeladen (oder gar überladen) wenn sie Bergauf und Bergab durch die Gegend zuckeln.
Langsam wird es Mittagszeit und wir fragen nach einem guten Lunch-Platz.

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Den kennt BIM BIM wohl nicht so richtig, er setzt uns an einer Touristenfalle ab bei der ich mich mal ärgere. Ich ärgere mich ja nur noch dann, wenn die angebotene Qualität nicht zum verlangten Preis passt. Der Blick ins Tal vom Restaurant aus ist sensationell, schließlich hat man das Gebäude irgendwie in den Steilhang geklebt.
Aber das Essen ist einfach schlecht, kalt und ranzig. Dafür aber für hiesige Verhältnisse super teuer. Kein Ort für eine Empfehlung.

Der See ist unser Wendepunkt und wir machen uns auf den Rückweg nach DENPASAR um den PURA TIRTHA EMPUL Tempel (nähe GOJA GAJA) zu besichtigen und in UBUD die Reiß-Terrassen und die Straße der Handwerker anzusehen.

Die Tempelanlage hat auch wieder ihren Dresscode, aber jeder Besucher kann sich den SARONG ausleihen und der Eintritt ist lächerlich gering – nur der Polizist, der bei der Einfahrt auf den Parkplatz die Hand aufhält erinnert an den anderen Tempel.
PURA TIRTHA EMPUL ist eine Art Wassetempel, den hier gibt es heiliges Wasser. Und tatsächlich sehen wir viele Hindus im Wasser stehend die Wasserspeier anbetend – wenn ich das richtig in Erinnerung habem gibt es derer 42 und man muss jeden anbeten, wenn man denn einmal anfängt.

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Die vielen Bunten Farben und Kontraste lassen die ganze Anlage fröhlicher als PURA BESAKIH in den Bergen erscheinen, aber vielleicht sind wir ja auch nur positiver eingestimmt?

Hoch aus dem Berg kommend sehen wir zuerst die vielen Handwerksdörfer, dann weiter unten in UBUD die Galerien und Geschäfte, die das alles verkaufen. Die Reiß-Terrassen werden nur noch für die Touristen angebaut, denn man hat geschickt gegenüber im Tal kleine Restaurants und Cafes gebaut.

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Wir fassen einen Plan: Lange nach unserem Projekt „Lange Reise“ werden wir zu der Straße der Handwerker zurückkehren. Mit einem LKW, einem Dolmetscher und gar nicht so viel Geld. Dann kaufen wir alles ein, was wir schön finden, packen es in einen Container, verschiffen den nach Deutschland und wissen nicht wohin mit dem Zeug 😉

Nun wird es langsam Zeit für die 2 Stunden Rückfahrt und, wie es immer so ist, wir sind ziemlich erschöpft. Solche Tagestouren im Auto….

Natürlich findet BIM BIM die landschaftlich reizvollen Strecken, aber DENPASAR ist so eine Moloch-Stadt ohne Anfang und Ende, da gibt es dann nur noch wenig Landschaft. Zurück im Hotel freut sich BIM BIM wie ein Schneekönig über ein gutes Trinkgeld und wir sind sehr zufrieden.

Den Sonntag haben wir uns als Planungs, Entspannungs und Kamera-PickUp Tag vorgenommen. Zum einen müssen wir mal langsam in Detail wissen, wie wir nach SINGAPORE kommen, wo wir das Boot in den geplanten 6 Wochen Weihnachtsurlaub lassen wollen und wie wir danach nach PHUKET in THAILAND weiter kommen. Denn dort soll das Boot ja verschifft werden.
Die Entspannung am Pool fällt dementsprechend kurz aus, aber wir sind sowieso nicht die „ganzen Tag am Pool“ herum-hänger. Aber wir gehen baden und lassen es uns richtig gut gehen.

Für den Nachmittag sind wir um 15:00 Uhr im Fotogeschäft verabredet um die Kamera aufzupicken. Bereits um 13:30 Uhr bekommen wir eine SMS, das die jetzt das sei. Um 14:30 Uhr einen Anruf, ob wir denn auch wirklich kommen würden. Hallo? Haben wir nicht eine (OK, kleine) Anzahlung geleistet? Wir beruhigen die Verkäuferin, kommen 15:15 Uhr dort an und dieser Laden macht mit Sicherheit seinen größten Tagesumsatz aller Zeiten und den größten in der „Technik-Mall“.
Die ganze Umgebung macht mich misstrauisch und es geht ja auch um viel Geld. Also habe ich Akku, Objektiv und Notebook im Rucksack und wir packen das neue Gehäuse aus, D800E steht schon mal drauf und in Zellophan ist es auch eingeschweißt…das können die Chinesen, die kopieren, ja auch.
Also Probeaufnahmen gemacht, die SD Karte in den Rechner geschoben und sich die EXIF Daten angesehen. Sieht alles richtig aus, selbst die Anzahl der Auslösungen ist „1“, recht beknackt, das man die nur sehen kann, wenn man die EXIF Daten mit dem PC ausliest.

Also alles OK und wir bezahlen mit Kreditkarte – selbst das funktioniert.

Zurück zum Hotel und per eMail sicher gestellt, das unser PickUp Service für den Montag Morgen auch weiß, wo wir überhaupt sind 😉

Und so endet unser BALI Ausflug überaus erfolgreich. Alles erledigt, was wir erledigen wollten und alles gesehen, was wir sehen wollten. Sicherlich ist es mal wieder nicht fair, die ganze Insel in einem Tag zu bereisen, aber wir auch nicht die Typen, die alles, wirklich alles sehen wollen. Und die Tourismus-Industrie ist auch nicht unser Ding.

Die Rückfahrt nach LOMBOK ist nicht mehr so ruppig und als wir unser Boot in der Marina wieder sehen, kommen wir wirklich nach Hause!

Peter.

Bilder von BALI

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