MOJO ISLAND

25-26. September 2014

Customer Expectation Management **ODER** das Management der Kundenerwartung

Im Törnführer steht, hier gebe es ein „tent resort“ mit sehr gutem Service. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. So machen wir uns auf den kurzen Weg von KARANGA nach MOJO und bekommen zum ersten Mal seit Wochen einen auf die Mütze. Als wir um die Nordwestspitze von MOJO herum kommen bläst es aus Süd-Ost mit 25 bis 30 Knoten! Nicht schlecht, der Specht!

Nun läuft die Maschine ja sowieso noch und die 4 Seemeilen nach Süden wollen wir auch nicht aufkreuzen, also „Motorsegeln“ wir gegen an (…oh je!). Als wir in die Ansteuerung kommen gehen wir auf Backbord Bug (das Boot legt sich auf die andere Seite) und der Motor fängt an zu stottern und droht stehen zu bleiben.

Prima. Wirklich prima.

Mit Vollgas in die Ankerbucht, beim reduzieren der Drehzahl bleibt der Motor stehen und wir treiben…allerdings ist der Wind in der Abschattung der Insel fast weg und so ist eigentlich alles OK. Nur, ankern können wir hier noch nicht, 50 Meter Wasser unter uns sind dann doch zu viel…und um diese Episode ganz kurz zu machen: Robbie schleppt uns ins flache Wasser, ich wechsle während dessen den Dieselvorfilter (Schlamperei: Der war schon seit 210 Betriebsstunden im Einsatz und wenn man (ich!) weiß, das der hier erhältliche Diesel nicht der sauberste ist, könnte man ihn doch einfach öfters mal erneuern. Erst Recht, wenn man genug davon an Bord hat! Schlamperei!!!) der Hauptmaschine und irgendwie springt der Motor dann auch wieder an und wir Ankern pünktlich zur Lunchzeit. (Mittagszeit).

OK, unser Motoraussetzer ist das eine, auf dem mitreisenden Boot aus NORWEGEN gab es sogar einen Skipper-Aussetzer. Der segelt doch glatt an der Ankerbucht vorbei und verfehlt das Ziel? Wendet und kommt pünktlich zum Mittagessen zurück.

Das, und jetzt beginnt erst die eigentliche MOJO Geschichte, wollen wir an Land im „tent resort“ einnehmen.

„tent resort“ hört sich ja irgendwie nach Zeltlager an, oder?

Als wir mit den Dingi´s an den Steg kommen werden wir erst mal von zwei gut angezogenen Boat-Boys begrüßt. Die helfen uns an Land zu kommen und die Dingis fest zu machen. Na ja, toller Service, wie im Törnführer beschrieben. Passt also!

Liegestühle, Sonnenschrime, Strandbar.

Wir marschieren zum Hauptgebäude, bekommen feuchtwarme, weiße Handtücher zum frisch machen gereicht und nehmen Platz in vorzüglichen Sesseln. Erste Zweifel werden am „tent ressort“ laut, ein Blick in die Getränkekarte lässt ein jegliches Gesicht erfrieren. Die günstiges Flasche Wein 1.100.000 IDR (also 100 NZ$), eine, KLEINE Flasche Bintang 108.000 IDR.

OK. OK. Once in a life time und man muss ja auch nicht so viel trinken.

Das Essen wird schon nicht soooo teuer sein. Schließlich kostet ein einfaches, aber gutes Essen in INDONESIEN so um die 30.000 bis 40.000 IDR (3-4 NZ$). Wenn das also das 10 fache hier kosten würde, bei dem tollen Service, dann wäre das sicher exklusiv teuer, aber grenzwertig OK.

Das Essen kommt, es ist sehr lecker, die Rechnung kommt und seit dem will Heidi nie mehr essen gehen. Jedenfalls nicht in „tent resorts“ mit „erstklassigem Service“ 😉

Ich für meinen Teil nehme es gelassen (bis auf den Bierpreis!) und sehe das so: Dieses Resort ist im Outback. Alles und Jedes muss hier angekarrt werden. Es ist wirklich 5-Sterne. Und das kostet nun mal.

Wir fragen nach dem Preis für eine Übernachtung in einem der „Zelte“ (die in Wirklichkeit ein Steinhaus sind mit einem Zeltdach, einem riesigen Himmelbett mit Ausblick auf den Strand und das Meer und, natürlich, Klimaanlage inmitten des Dschungels): 1.050 US$ die Nacht.
Das Resort ist über 20 Jahre alt und hat mehrmals den Besitzer gewechselt. Im Moment gehört es einem Russen und die Belegschaft hofft, das dieser nun ordentlich in die Renovierung investiert. Nur wenn man ganz genau hinsieht, ahnt man, das 5-Sterne verdient sein wollen.

Ja, OK, das könnte man vielleicht ja im mal Törnführer noch erwähnen?

Also machen wir das Beste daraus: Wir bleiben eine Nacht länger, spazieren am nächsten Tag auf der Insel herum, gehen am großartigen Korallenriff am Hotel schnorcheln und trinken noch **EIN** Bier.

Wir warnen noch eine andere Crew vor den sehr hohen Preisen (…höflich natürlich, ohne Preise zu nennen) und nehmen später zur Kenntnis, das diese Crew die Warnung in den Wind geschlagen hat und ebenfalls viel Lehrgeld bezahlen durfte 😉

Nun denn.

War nett.

War teuer.

Muss nicht wiederholt werden.

Peter.

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