KOMODO Islands

17.-20. September 2014: Ganz im Westen von FLORES liegen die KOMODO ISLANDS mit der Hauptinsel KOMODO.

KOMDO ist die Heimat der berühmten KOMODO Drachen und somit ein „must see“ auf unserer Reise. Wir rechnen am Abend vorher in LABUAN BAJO noch mal nach: Ja, ein früher Aufbruch sichert die richtige Strömung zwischen den Inseln – von NORD nach SÜD.
Unterwegs müssen wir teilweise den Kurs um 15° ändern, um auf der Kurslinie zu bleiben. Mit anderen Worten, wir driften zwischen den Inseln. Mit 9 Knoten!

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Die Bucht von SORO LIA auf KOMODO beherbergt die Ranger-Station und ist daher erste Anlaufstelle für den Besuch im Nationalpark. Die Bucht ist riesig und irgendwie nicht schön. Vielleicht durch die Größe? Ein großer Pier ragt wie ein Industriedenkmal ins Wasser – es kommen wohl auch mal Kreuzfahrer hier her.

Wir ankern und gehen am späten Nachmittag an Land, um die Lage zu sondieren. Wir finden das Ranger-Office, entrichten unsere Eintritts, Anker und Fotogebühren und buchen den ADVENTURE WALK für den nächsten Morgen.

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Im Buch steht, der sei einfach. Ganz einfach…

…um es vorweg zu nehmen: Falsch!

Völlig falsch!

Ein Ranger zeigt uns am Abend noch die ersten Drachen. Die laufen hier völlig frei herum und liegen faul auf dem Boden herum. Dieses schläfrige Verhalten hat seinen Sinn: Kommt irgend etwas fleischiges zu nahe, schnappen sie ohne große Mühe zu und das Festmahl kann beginnen – das erinnert uns doch irgendwie an die Krokodile in AUSTRALIEN?

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Auf der Insel gibt es jede Menge Rehe, Wildschweine und Hühner. Alles Frischfleisch für die Drachen, derer es auf KOMODO 2.800 geben soll. Touristen stehen offiziell nicht auf dem Speiseplan.

Am Abend, in einem schwachen Moment, lassen wir uns von den AUSTRALIERN das Kartenspiel „500“ beibringen – jedenfalls in einer ersten Session für absolute Anfänger…

Am nächsten Morgen Aufbruch per Dingi um 6:30 Uhr. Wir nehmen JoJo und Robbi von SOUTHERN STAR mit, weil das Dingi hoch am Strand liegen soll. Und das SOUTHERN STAR Dingi kann man nicht tragen.
Kurz vor 7 kommt unser Guide und wir wandern los.

Einmal mehr sind wir von der extremen Trockenheit angetan. Knurz-, Knochen- und Staubtrocken. Am frühen Morgen ist es noch angenehm kühl. Es geht nahezu ebenerdig durch den vertrockneten Urwald. In der Trockenzeit regnet es NIE. Dennoch haben einige wenige Bäume grüne Blätter – woher die wohl ihr Wasser saugen?

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Wir sehen wieder jede Menge Wild, deren einzige Feinde die Drachen sind. Nach ungefähr vier Kilometern geht es Bergauf. Wie üblich denken wir anfangs, och ist ja gar nicht so schlimm…

…doch es wird steiler, rutschiger, felsiger. Und so kriechen wir teilweise auf allen vieren aufwärts. Ein Blick über die Schulter gibt den Blick über die Bucht frei…es lohnt sich, es lohnt sich, also weiter kraxeln!

Unser Führer macht den Job seit drei Jahren, den ADVENTURE WALK macht er nur noch selten. Die Touristenboote haben zu kurzen Aufenthalt auf KOMODO für eine 4-5 Stunden Wanderung. Das Ziel auf dem Berg ist das RUDOLF VON REDING MEMORIAL. Herr von Reding ist 1974 an dieser Stelle verschollen – man vermutet, von Drachen attackiert und gefressen – komplett. Sonnenbrille und Fotoapparat wurden noch gefunden…na, ob das wohl stimmt?

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Ebenso die Horror-sStory, die uns unser Führer am Ziel unter schattigen Bäumen in kühler Briese auf dem Berg erzählt:
Vor drei Monaten schickte eine Mutter ihren 12 jährigen Sohn mit anderen Kindern in den Wald um Früchte zu sammeln. Als er auf einen Baum klettern wollte übersieht er einen herum liegenden Drachen, der auf leichte Beute lauerte. Er schnappt nach dem Kind, bekommt den Oberschenkel zu fassen und lässt seine Beute nicht mehr los. Die anderen Kinder rennen aufgeregt ins Dorf zurück um Hilfe zu holen. Unser Führer rennt mit los, aber alle kommen zu spät. Sie finden nur noch Überreste des Kindes.

Stories of the sea?

Ganz merkwürdig an diesen Horror-Geschichten finden wir, das unser Führer seinen Verteidigungsknüppel am Fuße des Berges zurück lässt – angeblich klettern die Drachen nicht auf die Berge…aber wie wurde dann RUDOLF VON REDING vernascht?

Ach was, wir weißen Touris denken einfach zu viel über solche Geschichten nach.

Egal, wir sind mal wieder stolz auf uns, den Berg geschafft zu haben. Die Panorama-Fotos sind nicht so sensationell wie auf MAUPITI, die Luft ist einfach zu diesig in der Trockenzeit. Dennoch, es hat sich gelohnt.

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Und auch der Abstieg geht ohne Unfall und Blessuren von statten. Teilweise auf dem Hosenboden, teilweise aufrecht, in jedem Fall immer um Haltung wahrend. Es ist brütend heiß, als wir unten ankommen und irgendwie kommt uns nun der Rückweg sehr, sehr lang vor.  Viel länger als am Morgen?

Aber es gibt einen nicht zu unterschätzenden Motivationsfaktor: Am Strand, nahe der Ranger-Station gibt es eine kleine Bar mit Softdrinks und BINTANG. Gekühlt, wo auch immer die den Strom dafür hier her bekommen.

Alle vier sind sehr erschöpft, aber auch sehr glücklich. Und einmal im Jahr kann man sich ja wohl auch mal anstrengen?

Den Abend verbringen wir an Bord mit einem schmackhaften Pott-Luck, denn ODA und EN POINTE sind nun ebenfalls eingetroffen. Dieses wild zusammengewürfelte Dinner verschiedener Boote kann man in keinem Hotel/Restaurant für Geld bekommen. Abwechslungsreich, überraschend und immer Köstlich!

Tags darauf reparieren wir mal wieder das Loch im Dingi-Kiel und vorholen uns 2,5 Seemeilen nach Süden, in die Pink-Bay. Landschaftlich viel schöner und noch ruhiger. Hier bleiben wir wohl noch ein paar Tage.

Schwimmen (…geht endlich wieder, die Wunde ist verheilt und das Wasser ist hier angenehm kühl!)

Schnorcheln (…ja, es geht langsam los mit dem Unterwasser-Dasein)

Kartenspielen (…500, zum vierten)

Faulenzen (…nicht so richtig, irgendwie ist immer was zu tun)

Blog-Schreiben (…Heidi zufolge gab es schon erste Entzugserscheinungen bei unseren Lesern, oh je!)

That’s it for today,

Peter.

Bilder der KOMODO Drachentour:

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